Am nächsten Morgen weckt strahlender Sonnenschein die Gefährten. Nach einem kurzen aber guten Frühstück begeben sich Cassjarella und Connor zur Ordensburg, während Celissa und Randirion sich zum Rahjatempel aufmachen.
Celissa hat ja versprochen, am Vormittag im Tempel zu helfen - nach der Audienz ist vielleicht keine Zeit mehr dafür, und so wie es sich hier anhört, davor auch nicht. Die anderen können ihr auch nachher erzählen, was dabei herausgekommen ist.
Celissa und auch Randirion merken schon bald, dass auch die Hingabe bei der Arbeit unter dem Segen der Göttin steht. Als zur Mittagszeit Saal und Vorhof wieder glänzen durchströmt sie eine selten gekannte Zufriedenheit. Und die Vorfreude auf den nächsten Abend. Hat sie doch eine ihr unbekannte Seite des Rahjasutras achtlos in der Ecke liegend gefunden.
'Man lernt nie aus', denkt sie sich überrascht und hofft, dass Randirion gelenkig genug dafür ist.

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Cassjarella ist wie die letzten Tage in eine schlichte Robe ohne augenfällige Insignien gekleidet. Waffen oder Rüstung trägt sie keine. Zu ihrer Reputation hat sie allerdings die notwendigen Pergamente und ihren Löwenring dabei.
Connor weicht nicht von ihrer Seite. Er vermutet, dass es der sprachlosen Geweihten schwerfallen wird, sich angemessen in einem von geschwollenen Reden geprägten Umfeld zu bewegen, so dass er ihr jederzeit unterstützend zur Seite stehen kann.
Als angemessene Kleidung betrachtet er seine übliche blaue Montur ohne Rüstung. Die Schärpe ist heute kurz gebunden, das Tuzakmesser trägt er offen in der Hand.
Bis es ihm durch die Wachen am Tor abgenommen wird.
Da Connor davon ausgeht, dass er die Waffe ohne weiteres bei Verlassen der Burg zurück erhält, händigt er sie ohne Kommentar aus. Den unmissverständlichen Hinweis, dass die Niederhöllen über jeden hereinbrechen werden, der sich an der Waffe vergreift, lässt er diesmal weg.
Und werden diesmal auch ohne Beanstandungen eingelassen. Nur ihre Waffen haben sie abzugeben. Cassjarellas Titel helfen ihr in der Liste der Antragsteller ganz nach vorne zu kommen.
Nachdem sie durch die Ordonanz aufgerufen wurden erscheint ein junger Ordenskrieger und die Helden werden in die weithin bekannte Ruhmeshalle der Rondra geführt und mit einer Karaffe Wein bewirtet.
Trotz ihres schlichten Äußeren merkt man, dass sich Cassjarella sicher in diesem Umfeld bewegt. Den Löwenring, der sie als Ritterin der Löwin ausweist, trägt sie jetzt offen an ihrem Ringfinger.
Auch wenn Connor sich in weltlichen Bereichen mit fast schlafwandlerischer Sicherheit angemessen verhalten kann, fällt ihm dies hier erstaunlicherweise schwer. Daher hält er sich im Hintergrund weiter an Cassjarellas Seite und trägt ihre jeweiligen Begehren mündlich für sie vor.
Worüber sie sich freut, schließlich hatte sie ihn heute dazu nicht explizit aufgefordert.
Während der nun folgenden Wartezeit können sie sich nach Herzenslust in dem großen Raum umschauen und die Statuen der größten aventurischen Helden betrachten: Hier findet man all jene, von denen die Helden als kleine Kinder gehört und gelesen haben: den großen Leomar, Hluthar von Nordmarken, den Drachentöter Festo von Aldyra oder den Echsenbekämpfer Geron den Einhändigen.
Nach einer Weile tritt ein Ordenskrieger herein, der die Helden begrüßt und mit den notwendigen Instruktionen für den Umgang mit dem Meister versorgt.
"Ihr wisst wie Ihr Excellenz anzusprechen habt?" fragt der junge Mann nach.
Zornig blitzen die schwarzen Augen der Marchessa den Ordenskrieger an. Sie weiß, wie man sich korrekt verhält, schließlich war sie oft genug am Hofe des Schwerts der Schwerter. Aber dieser Krieger scheint sich da nicht so sicher zu sein.
Gerade noch kann Connor sich zusammenreißen: "Natürlich weiß die Marchessa, wie man sich zu benehmen hat!" entfährt es dem Krieger unwillkürlich, aber nicht allzu unhöflich, eher entsetzt darüber, dass der Ordenskrieger auch nur etwas anderes annehmen kann.
Cassjarella will Connor gerade beruhigend die Hand auf den Arm legen, aber da ist sein Ausbruch schon vorbei.
Der junge Krieger nimmt mit Erstaunen zur Kenntnis, dass Connor für die Marchessa spricht. "Aber Ihr wirkt noch ein wenig unsicher Herr Oberst. Meister Dapifer ist durch Euch als Euer Eminenz zu betiteln." gibt er freundlich bekannt.
"Nur bezüglich des Umgangs mit jemandem, der der Marchessa d'Isliquor mangelnde Etikette zu unterstellen beabsichtigt." erwidert der Krieger. "Sorgt Euch also nicht über unser Treffen mit Ihrer Eminenz."
Meister Dapifer empfängt die Helden in einem großen Saal halb sitzend und halb liegend in einem breiten Bett. Sein Gesicht hat fast die Farbe seines wohl geschnittenen eisgrauen Bartes angenommen, auf seiner hohen Stirn und der Halbglatze glänzen Schweißperlen, die von Zeit zu Zeit von einem jungen Diener mit einem Bausch abgetupft werden. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes begrüßt Dapifer die Helden mit unerwartet klarer und kräftiger Stimme.
"Seid gegrüßt edle Damen und Herren. Marchessa d'Isliquor, Herr Oberst Sturmfels und Cavalliere ya Calmatin. Es ist mir eine Freude sie hier begrüßen zu dürfen."
Nacheinander nickt er kurz zur Begrüßung. "Eine wahrhaft ungewöhnliche Reisegesellschaft will ich meinen. Was kann ich für Euch tun."
Da die Gefährten nicht die einzigen sind, die eine Audienz begehren, kommt Connor direkt zur Sache: "Euer Eminenz, wir danken für den Empfang. Leider ist die Marchessa d'Isliquor, nun, außerstande, selbst ihr Anliegen vorzutragen." Nach dieser kurzen Einleitung schildert der Krieger sehr knapp die Vorgeschichte der Verwundung und ein wenig ausführlicher den Inhalt ihres Anliegens.
Cassjarella nickt nur und reicht dann dem Senneschall das Pergament mit ihrem Traum. Besonders weißt sie auf den alten Krieger aus Arivor hin.
Dann wartet sie gespannt auf die Antwort des Greisen.
Das zunächst nur milde Interesse des Seneschalls steigert sich abrupt, als Connor die Stelle mit der Vision und dem damit verbundenen Auftrag erwähnt. "Kann das sein. Lässt Du, Oh Göttliche Löwin, mir tatsächlich Hilfe zukommen. Gabst Du mir diese Streiter, um Deinen Willen zu erfüllen." murmelt der Alte mehr zu sich. Dann wird Dapifers Stimme lauter als er plötzlich intoniert:
"Dir zu Ehren kämpfe und streite ich!
Dir zu Ehren nur in Deinem Namen.
Dir zu Ehren ich leb',
Dir zu Ehren ich sterb',
Dir zu Ehren bis in Ewigkeit!"
Nach den ersten Worten stimmen die anwesenden Ardariten lautstark ein.
Auch Cassjarella geht der Choral der heiligen Ardare durch den Kopf, aber ihr fehlt die Stimme zum mitsingen. Andächtig beugt sie aber ihr Haupt.
"So bekommt alles einen Sinn. Eure Vision, meine Vision, der Unfall. Jetzt verstehe ich meinen Platz in Rondras Plan. Und den Euren. Rondra muss Gefallen an Euch haben, wenn Sie Euch für so eine Aufgabe auserwählt."
"Sie hatte sich von mir abgewandt und wir sich mir erst wieder zeigen, wenn ich die Queste erfüllt habe", schreibt Cassjarella. "Deshalb stehe ich als Marchessa und nicht als Ihre Ritterin vor Euch."
Die Aussage zaubert ein verschmitztes Lächeln auf das Gesicht des alten Kämpfers. "So, so, Rondra hat sich von Euch abgewandt. Warum aber sucht die Siegreiche sich jemanden aus, den Sie gerade erst verlassen hat. Mir scheint es eher, als habt Ihr Euch in Euch selbst verloren." Das Wissen eines langen Lebens scheint aus diesen ruhigen Worten zu sprechen.
Connor schmunzelt unwillkürlich. Offenbar scheint er die Meinung von Dapifer zu teilen und hofft, dass Cassjarella erkennt, wie töricht es war, Rondra für das ihr auferlegte Schweigen verantwortlich zu machen.
"Die Wege der Zwölfe sind uns Sterblichen nicht immer klar", schreibt Cassjarella. "Und die Leuin wird schon wissen, was Sie von uns fordert."
"Wohl war. Und wie sollen wir die Sturmherrin verstehen wenn wir nicht einmal uns selber verstehen.
Doch mit Eurer Ankunft haben sich auch für mich einige Schleier gehoben. Denn auch ich hatte eine Vision der Göttlichen Löwin.
Eine Löwin, umgeben von unirdischem Glanz, trat auf mich zu und begann mit hallender Frauenstimme zu sprechen." Zuerst beschreibt Dapifer vor allem die Schönheit dieser Erscheinung, dann geht er auf die Worte der Göttin ein: Rondra selbst lieferte ihm die Anweisungen, wie er das Löwenschwert der Thalionmel finden könne.
"Und dann kam dieser Unfall. Auch ich kam ins Überlegen. Was wollte die Siegschenkerin mir damit sagen. Doch jetzt ist es klar. Ihr werdet das Schwert der Thalionmel für die Ardariten gewinnen." Fest und zuversichtlich, aber auch befehlend ist sein Tonfall nun.
"Ja, ich werde es holen, dass will die Leuin", schreibt Cassjarella.
"Ihr allein?" fragt Dapifer und blickt dabei auf Connor.
Dieser erwidert den Blick offen und strahlt ruhige Gelassenheit aus. Was immer die Geweihte, Rondra oder wer auch immer in dieser Sache planen mag, er steht Cassjarella zur Seite.
"Nein, meine Begleiter stehen an meiner Seite", schreibt sie. "aber die Göttin hat /mich/ ausgewählt."
"Das hat sie. Und ich will ihrem Ratschluss folgen." Er winkt einem der anwesenden Ardariten und spricht leise einige Worte. Der Mann verschwindet und kehrt kurz darauf mit Schreib- und Siegelzeug zurück.
Dapifer schreibt schnell und siegelt danach das trockene Papier. "Bringt das zu Nepolemo ya Torese, den Oberst-Komtur der Burg in Neetha. Es enthält letzte Anweisungen für ihn und Euch." Er überlegt kurz und sagt dann: "Eine letzte Warnung. Markgraf Phrenos ay Oikaldiki gilt als Neethaer Regionalist, der das Wohl seiner Provinz manchmal höher stellt als das des Alten Reiches. Vermutlich würde er keinen Augenblick zögern, das Löwenschwert für Neetha zu beschlagnahmen, um eine Pilger anlockende Reliquie und ein Symbol der Stärke der Stadt zu besitzen - und gerade in unruhigen Tagen wie diesen, wo der Süden Aventuriens von Krieg erschüttert wird, gehört eine solch exzellente und dazu noch bedeutungsschwere Waffe nicht in die Hand eines politischen Abenteurers. Aus diesem Grund geht nur sehr unauffällig vor und verzichtet auf jeglichen Kontakt mit den offiziellen Stellen der Stadt Neetha. Es mag derzeit sogar in Rondras Interesse zu liegen, dass ihr Euch nicht offen als Ritterin der Göttin zeigt." Er schmunzelt. "Als Landesvater gab ich schon oft diesen Rat, aber als Meister des Bundes ist es neu für mich Phex und Rondra zusammenzubringen."
"Solange die Göttin mir nicht die Sprache wiedergegeben hat, bin ich keine Ritterin!" schreibt Cassjarella. "Wie Ihr seht, trage ich Ihre Insignien nicht."
Sie deutet auf die einfache Robe ohne die Löwenköpfe und die Knöpfe mit den Schwertern.
"Den Ring trage ich nur, um mein Anliegen schneller vorbringen zu können", schreibt sie abschließend mit einen entschuldigenden Lächeln.
Gelassen winkt der alte Krieger ab. "Bürokratie wurde nur erfunden um ehrbare Streiter unehrenhaft zu besiegen." meint er dazu. "Also nehmen wir den Kampf auf und besiegen sie mit ihren eigenen Waffen. So wie es die Siegreiche von uns verlangt."
Wieder wird seine Stirn getupft. Der Ausführende wirft einen missbilligenden Blick auf den Meister und dann auf Cassjarella und Connor. Nun ist es an Dapifer, entschuldigend mit den Schultern zu zucken. "Mein Leibarzt möchte uns mitteilen, dass die Audienz noch lang und mein Leben nur noch kurz sein kann. Wir werden uns weiter über die Göttliche Leuin unterhalten können, wenn Ihr wieder vor mir steht. Dies ist mein letzter Auftrag an Euch. Wenn das Schwert für die Ardariten gesichert ist kommt zurück nach Arivor. Der Hochgeweihte im Tempel nebenan wird informiert und Euch diesmal direkt zu mir bringen.
Habt Ihr noch Fragen oder Wünsche?"
Connor sieht Cassjarella an, die ihre Anliegen nun doch sämtlichst schriftlich vorgebracht hat und seine Hilfe zur bloßen Anwesenheit macht.
"Nur den Segen der Leuin für meine Gefährten und mich!" bittet Cassjarella.
"Wohl gesprochen." nickt Dapifer anerkennend. "So sei es." Der alte Mann lässt sich die Namen aller Gefährten geben, lässt sie niederknien und hebt dann an:
"Herrin Rondra,
Du siehst diese junge Ritterin, deren Herz für Dich brennt. Viele Taten zu Deiner Ehre hat sie vollbracht. Und wieder bricht sie auf, Deinen Namen zu Ehren und das Vermächtnis Deiner Heiligen Thalionmel zu erfüllen.
Ich bitte Dich, sei Du bei Ihr und Ihren Begleitern. Lass sie das heilige Schwert der Thalionmel finden und zurück in den Schoß Deiner Kirche bringen.
Segne Du im Namen Deiner Heiligen Ardare, Thalionmel und Heleon jetzt die hier anwesenden Cassjarella d'Isliquor und Connor Sturmfels. Ebenso befehlen wir Dir Celissa von Marlino und Randirion ya Calmatin an. Auch sie werden in Deinem Namen zu großen Taten aufbrechen. Gib Ihnen Kraft und Deinen Mut."
Cassjarella nickt dem Senneschall dankend zu und nachdem sie ihm den Ring geküsst und sich verneigt hat, geht sie hinaus.
"Vielen Dank, Eure Exzellenz." fügt der Krieger mit einer leichten Verbeugung hinzu. "Möge Eure Heilung schnell und Euer Schwertarm stark sein." verabschiedet er sich und folgt der Geweihten dann hinaus.
Dapifer nickt grimmig. "Wenn wir uns wiedersehen wird der Arm wieder so stark sein wie er es war."
Zum Abschied stimmt er noch einmal den Choral der heiligen Ardare an. Lange klingt der Hymnus den beiden durch die Gänge nach.


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Zur Mittagszeit treffen sich alle in der Unterkunft wieder.
"Also nach Neetha!" schreibt Cassjarella als sie mit Connor wartet. "Erklärst Du es den beiden? Bitte! Wann wollen wir los? Heute noch oder Morgen früh?"
"Hm." macht der Krieger. "Ich würde sagen, das kommt darauf an, wann die beiden hier wieder auftauchen." beantwortet er Cassjarellas Fragen.
Celissa lässt sich von Connor erzählen, wie die Audienz verlaufen ist.
Auch Randirion hört aufmerksam zu.
Nachdem der Krieger die Begegnung mit dem Alten Krieger rasch zusammengefasst hat, fügt er hinzu: "Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass es sich um eine Schnipseljagd handelt. Und dann auch noch die Heimlichkeit, mit der wir in Neetha vorgehen sollen …" Etwas ungläubig schüttelt er den Kopf. "Ich weiß nicht so recht."
"Ach, das kriegen wir schon hin", meint Celissa zuversichtlich. "Schließlich sind die Götter mit uns."
"Es ist IHRE und meine Queste!" schreibt Cassjarella. "Du musst nicht, wenn Du nicht willst!"
Cassjarella weiß, dass der Oberst mitkommt, aber er muss auch hinter der Sache stehen.
"Ja, eben!" erwidert Connor. "Und genau deshalb halte ich phexisches Vorgehen nicht für angebracht. Wenn wir in Rondras Namen unterwegs sind, sollten wir uns auch nicht in der Dunkelheit oder hinter Schilden verbergen."
"Stelle IHRE Pläne nicht in Frage, ich tue es auch nicht!"
"Tja, vielleicht war, ist, das Dein Problem?" erwidert Connor philosophisch.
Connor ist sich ziemlich sicher, dass es besser ist, das Cassjarella im Moment nicht sprechen kann, denn das, was über ihre Lippen kommt, sind sicherlich keine Komplimente.
Sie läuft leicht rot an und dreht Connor vor Wut schnaubend den Rücken zu.
"He…!" Connors Ruf bleibt im Ansatz stecken. Schon als sie noch gut bei Stimme war, fiel es ihm schwer, mit der Geweihten Diskussionen zu führen. Aber jetzt …
Cassjarella ignoriert den Ruf leise schnaubend und bleibt weiter abgewandt.
Celissa tritt zu ihr und legt ihr beruhigend die Hand auf den Arm. Streit in ihrer kleinen Gruppe können sie nicht gebrauchen, und seit sie sich Rahja so nahe fühlt, ist ihr die Harmonie deutlich wichtiger geworden.
"Regt Euch nicht auf wegen dieses nordischen Klotzes", raunt sie ihr zu und fügt halb im Scherz an: "Wir müssen halt damit leben, dass die Götter ihn zu einem Stoffel gemacht haben."
Cassjarella gluckst leise und schaut Celissa dankbar an.
Die lächelt ihr zu und wechselt dann das Thema, indem sie nachfragt, ob sie noch irgendetwas für die weitere Reise einkaufen sollten.
Cassjarella schüttelt den Kopf. Sie hat alles, was sie braucht. Und da die Reise auf gut ausgebauten Straßen verläuft, ist ihrer Meinung nach Proviant nicht notwendig.
Nach dem Mittagessen können sie dann von ihr aus aufbrechen, denn in der Stadt hat sie keine weiteren Erledigungen vor.
Für die Weiterreise zieht sie wieder Reithose, Stiefel und Bluse an und gürtet Degen und Linkhand um. Auch der Hut ist etwas strapazierfähiger als das Exemplar, das sie zum Theater gestern getragen hat.
Der Cavalliere trägt seine übliche Reisekleidung. Sire tänzelt nervös, als er aus dem Stall geführt wird. Man merkt dem Hengst an, dass er es kaum abwarten kann, wieder Bewegung zu bekommen.
Connor hat sich in seinen Ringelpanzer geworfen. Mögen die anderen das hier für eine zivilisierte Gegend halten. Er jedoch hat in den vergangenen Jahren - mehr als einmal zu oft - gelernt, dass auf Reisen jederzeitige Bereitschaft am besten ist. Praktisch behindern tut ihn die Rüstung ohnehin nicht.
Und wie bisher trägt Cassjarella nur die Robe, keine Waffe oder Rüstung sind zu erkennen. Hinter dem Sattel ist aber das Bündel mit den Schwertern und ihrer Rüstung zu erkennen.
Während des Ritts bleibt sie soweit wie möglich von Connor weg.
Der Krieger zuckt über Cassjarellas Verhalten innerlich die Schultern. Wenn sie es gleich so persönlich nimmt, hat er offenbar nicht ganz weit von der Wahrheit entfernt gelegen mit seiner Vermutung.
So bleibt Connor den gesamten Ritt über still und antwortet auf Fragen der Gefährten allenfalls einsilbig, aber nicht unfreundlich.