Da alles für die Abreise vorbereitet ist, verlassen die vier Arivor kurz nach Mittag. Die Pferde sind in einem guten Zustand und freuen sich über die Bewegung. So geht es gut voran auf der Seneb-Horas-Straße. Die ehemalige Reichsstraße 5 ist hier gut erhalten und lässt die Gefährten schnell vorankommen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stellt sich die Frage der Übernachtung. Das letzte Gasthaus ist 3 Stunden entfernt. Da bietet sich ein verfallener Unterstand als Rast an. Andererseits ist das Wetter milde und die Reisenden könnten auch unter freiem Himmel schlafen.

Zweifelnd besieht sich Celissa den Unterstand. "Was meint ihr", fragt sie die anderen. "Wenn wir noch ein bisschen in die Nacht reiten, kommen wir dann noch zu einem Gasthaus oder einem Dorf?" Die Aussicht auf ein karges Abendessen begeistert sie ebenso wenig wie die auf ein hartes Lager am Wegesrand. Sie wollte doch das aus dem Rahjasutra ausprobieren …

Cassjarella nickt zustimmend. Hier im dicht bevölkerten Alten Reich sollte es an einer Hauptstraße immer ein Weiler, ein Gut oder ein Rasthaus geben, zumal wenn das letzte schon drei Stunden entfernt ist.

Randirion schließt sich der Meinung der Damen an.

Connor wirft einen Blick auf den Unterstand: Wofür ist der wohl mal gedacht gewesen? Holzfäller? Jäger?

Nach einer kurzen Betrachtung legt sich Connor auf Hirten fest. Rund herum ist Gras. Ein idealer Ort, um Schafe zu weiden. Doch der Unterstand wurde sicherlich schon einige Jahre nicht mehr genutzt.

"Also schön, reiten wir weiter." entschließt sich auch der Krieger nach einem Blick in die Runde.

Ein kleiner Weiler ist gut eine halbe Stunde entfernt. Ein Gasthof oder ähnliches finden sie hier nicht. Aber der Dorfschulze ist gerne bereit den Reisenden Unterkunft zu gewähren.

Besser als nichts, findet Celissa, wenngleich sie sich etwas wundert, dass hier noch niemand die Gelegenheit ergriffen hat, einen Gasthof zu eröffnen. Wo doch die nächste echte Übernachtungsmöglichkeit selbst zu Pferde mehr als drei Stunden entfernt ist …

Cassjarella hat auch nichts anderes erwartet. Schließlich sind Reisende immer ein gutes Nebeneinkommen.

Sie steigt ab, drückt einem der umher stehenden Jungen die Zügel und ein Kupfermünze in die Hand und wartet darauf in eines der Häuser geleitet zu werden.

Der Schulze führt sie zu einem langgestreckten Haus mit großem Tor. Dahinter erstreckt sich eine lange Diele. Links und rechts sind die Ställe für einige Kühe und Schweine. Eine der leeren Boxen kann für die Pferde genutzt werden. Die Hühner laufen aufgescheucht durch den Raum. Immer wieder haben die Gefährte eines der Tiere vor den Füßen.

Am Ende der Diele ist die Küche. Oder besser gesagt ein großer Ofen. Daneben ein kleiner Vorratsraum sowie der Durchgang in die gute Stube. Dort bittet der Gastgeber seine Gäste sich schon an den großen Tisch zu setzen. Er selbst verschwindet durch eine weitere Nebentür und scheucht die dort schon schlafenden Kinder aus dem Zimmer.

Der Schlafraum enthält 6 einfache Betten. Wenig mehr als einfache Holzgestelle mit Stroh ausgepolstert.

Celissa bedankt sich höflich bei ihrem traviagefälligen Gastgeber und fragt ihn, wo sie sich den Reisestaub abwaschen können.

Ein Eimer mit warmen Wasser wird in die Kammer geliefert.

Celissa bedankt sich freundlich - das hatte sie jetzt gar nicht erwartet - wäscht sich kurz und geht dann in die Stube zum Essen.

Randirion bittet höflich darum, dass sein Gepäck in die Kammer gebracht wird. Bevor er sich jedoch an den Tisch setzt, interessiert auch er sich für eine Gelegenheit, sich vor dem Essen von dem Straßenstaub zu reinigen.

Einer der älteren Burschen greift sich das Gepäck und liefert es ab. Ein Eimer mit warmen Wasser wird kurz darauf in die Kammer geliefert. Wie gut, dass der Ofen schon angeheizt war.

Der Cavalliere gibt ihm fünf Heller und besetzt eines der Betten neben Celissas. Dann macht er sich frisch und geht zu Tisch.

Connor schnaubt kurz und kümmert sich um sein Pferd, sattelt ab und reibt es trocken, ehe er sein Bündel selbst schultert und sich für die Nacht auf einem der Betten einrichtet. Dabei sucht er sich das am dichtesten zum Eingang gelegene Bett aus.

Cassjarella nimmt das auf der entgegengesetzten Seite des Raumes.

Cassjarella setzt sich hin und wartet auf ein sicherlich einfaches aber leckeres Mahl. Müde seufzt sie leise.

Auch Connor nimmt Platz und sieht sich mit Interesse in der einfachen Behausung um, jedoch ohne allzu neugierig wirken zu wollen.

Der Tisch ist mit einfachen, aber sauberen Zinntellern gedeckt. Neben den Tellern finden sich einfache Becher. Als Getränk stehen Wasser und ein einfacher Wein zur Verfügung. Der Schulze, Jucaro Caranda ist sein Name, setzt sich dazu. Seine Kinder, eine schnelle Zählung ergibt 8, haben sich in einer Ecke der Wohnstube versammelt und betrachten die Gefährten interessiert. Hin und wieder wird ein wenig getuschelt.

Das Abendmahl besteht aus einer einfachen Gemüsesuppe mit frischem Brot. Einige Scheiben Wurst sind zu Ehren der Gäste mit im Topf gelandet. Nachdem die vier mit Essen und Trinken versorgt sind setzt sich auch Frau Caranda mit an den Tisch. Auch sie blickt ihre Gäste interessiert an, schweigt aber schüchtern.

Celissa gibt sich mal fromm und spricht ein kurzes Gebet an die Herrin Travia, bevor sie mit dem Essen anfängt.

Mit geneigtem Kopf folgt Randirion ihrem Gebet und lässt es sich dann ebenfalls schmecken.

Andächtig hört die Familie Caranda zu.

Ruhig warten die Carandas das Ende des Essens ab. Danach wendet sich der Hausherr an die Helden und fragt nach Neuigkeiten aus der großen, weiten Welt. Woher sie denn kämen? Und was es so Neues gebe?

Der Cavalliere bedankt sich herzlich für das schmackhafte Essen und die freundliche Aufnahme. Auch er erklärt sich bereit, ein wenig zur Unterhaltung beizutragen.

Jetzt hat sich bei allen dieser Glanz in den Augen eingestellt. Vorfreude auf ein wenig Abwechslung, auf das Flair der weiten Welt. Auf etwas, was man morgen am Brunnen oder auf dem Feld erzählen könnte.

Cassjarella lehnt sich mit einem Becher voll Wein zurück und beobachtet das Treiben der Kinder.

Die wiederum sitzen erwartungsvoll in ihrer Ecke und hoffen auf spannende Geschichten.

"Bitte verzeiht die Schweigsamkeit unserer Gefährtin." entschuldigt sich Connor mit einer fahrigen Handbewegung in Cassjarellas Richtung. "Wir sind auf dem Weg von Arivor nach Neetha." fügt er dann noch unverbindlich hinzu. Da die Straße genau diesen Weg bietet, dürfte es für die Dorfbewohner etwas Offensichtliches sein.

Gerne tut ihnen Celissa den Gefallen, erzählt, dass sie aus Grangor kommen und unterhält sie mit allerlei Klatsch über Herzog Cusimo und die höhere Gesellschaft der Stadt. So kann sie auch gut davon ablenken, dass sie eigentlich nichts über Grund und Ziel ihrer Reise sagt.

Begeistert werden die "Neuigkeiten" aufgenommen. Schilderungen des Herzogs sowie seiner Hofstaats finden besonderen Anklang. Die Hausherrin saugt alles auf. Das nächste Mal wird sie beim Waschen der Wäsche viel zu erzählen haben.

Randirion fügt Celissas Erzählung noch die eine oder andere Anekdote hinzu, auch berichtet er von den eindrucksvollen Vorstellungen und Feierlichkeiten in Arivor.

Da hat er etwas erzählt. Ein Haus, in dem ein Fluss fließt und Menschen reiten. So ein großes Gebäude haben die Kinder noch nie gesehen. "Waren es viele Pferde? Und wer ist Thalionmel? Und warum waren die Wüstenkrieger in Neetha?" Solche Fragen prasseln jetzt auf Randirion ein.

Geduldig versucht der junge Adlige auf alle Fragen einzugehen. Das Interesse seiner Zuhörerschaft spornt ihn zu ausführlichen Antworten an.

Was die Fantasie seiner Zuhörer enorm anspornt. Und kurz bevor die Kleinen verschwinden müssen wird die Sage der hl. Thalionmel noch von den Kindern nachgespielt. Aus kleinen Stöcken, die zum entzünden des Feuers bereit liegen, werden Schwerter. Quer durch die Diele läuft nun der Chabab. Und die jüngste Tochter darf Thalionmel spielen. Die Kleine bezieht ihre Brücke und verteidigt sie treu und unter Anrufung von Rondra gegen die anstürmenden Wüstenkriegern. Dass sie dabei des öfteren versehentlich von den müden Geschwistern in den Chabab gestoßen wird tut der Stimmung keinen Abbruch. Und so sinkt die Jüngste schließlich theatralisch zu Boden. Das Stück findet sein Ende und die Akteure verschwinden schnell ins Bett.

Aus ihrer Beobachterstellung lächelt Cassjarella vor sich hin.

Ernsthaft klatscht Celissa den Kindern Beifall.

"Bravo!" lobt der junge Adlige die Darbietung der Kinder. "Das habt ihr sehr gut gemacht!" Sein stehender Applaus begleitet sie hinaus. "Et bonne nuit!" Lächelnd setzt er sich wieder hin.

Jucaro hört schweigend zu. Nach einiger Zeit schickt er die Kinder in ihre Betten bzw. auf den Heuboden. Dann fragt er ernst: "Ein Reisender aus Neetha erzählte gestern etwas von einem Krieg im Süden. Müssen wir auch hier mit so etwas rechnen?"

Schon will Connor antworten, dass man niemals irgendwo völlig sicher ist, besinnt sich aber rasch und antwortet ermutigend: "Nein, guter Mann. Das denke ich nicht. Die Wüstensöhne werden kaum so weit nach Norden vorstoßen. Weder denke ich, dass sie das überhaupt wollen, noch würden die Heere des Reiches das zulassen."

Bestätigend und beruhigend nickt Cassjarella.

Die Einschätzung eines weitgereisten Kämpfers scheint Jucaro zu beruhigen. Langsam lässt er sich nach hinten zurücksinken.

Die Hausherren sind vom Abend und der Arbeit erschöpft. Mit dem Hinweis auf den nächsten Tag entschuldigen sie sich kurze Zeit später in einen zweiten Schlafraum.

Auch Cassjarella erhebt sich und begibt sich nach nebenan zur Ruhe.

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Nachdem sie sich am nächsten Morgen draußen an der Tränke gewaschen hat, legt sie nach dem Frühstück für jedes Kind einen Silbertaler auf den Tisch und verabschiedet sich dann mit einem fröhlichen Winken.

Auch Connor verabschiedet sich mit einem Winken. Er jedoch gibt dem Herrn des Hauses 3 Silbertaler für die Unterkunft und Speisen. Ohne große Worte steigt er auf und reitet die Straße entlang weiter. Fast hat man das Gefühl, dass nicht nur die Geweihte ihre Sprache verloren hat …

Randirion bedankt sich nach der Nachtruhe bei ihren Gastgebern mit einem Dukaten, bevor er mit zum Gruß gezogenem Hut seinen Rappen samt Packpferd auf die Straße lenkt.

Am nächsten Morgen geht es nach einem einfachen Frühstück weiter. Über die Reichstrasse geht es in den nächsten Tagen vorbei an Silas und Methumis. Am folgenden Nachmittag kommen sie an den Fluss Tovalla.

Am nördlichen Ufer des kleinen Flusses Tovalla erhebt sich an der Furt ein noch unfertiger Torbau beiderseits des Weges. An dieser Stelle stehen die provisorischen Hütten der Zimmerleute, Steinmetze und Baumeister. auch einige Händler haben sich hier angesiedelt: Es findet sich eine Schänke, eine Hufschmiede und ein Krämerladen, der allerlei Ausrüstungsgegenstände anbietet. Eine Tafel an der "Grenzschänke" informiert den Reisenden, dass genau hier die Grenze vom Methumischen zum Neethischen verläuft. Vor der Schänke tobt eine wilde Schlägerei mit mindestens zehn Beteiligten (viel mehr ist in dem wirren Knäuel aus Armen und Beinen nicht zu erkennen). Die Umher stehenden sehen der Prügelei interessiert, aber ohne Aufregung zu und treten von Zeit zu Zeit zur Seite. wenn mal wieder einer der Kontrahenten einen Erdklumpen in die falsche Richtung geschleudert hat.

Ungerührt lenkt Cassjarella ihren Rappen durch die Menge auf das Tor der Schänke zu.

Celissa ist da schon etwas nervöser. Sie versucht, ihr Ross in der Mitte des kleinen Trupps zu halten.

Der Cavalliere weicht nicht von ihrer Seite, seine freie Hand liegt an seinem Rapier.

Dank der Pferde schaffen es die 4 bis an die Schänke heran. Ein Huf abbekommen möchte niemand.

Der Krieger zügelt sein Pferd neben einer Gruppe Zuschauer und fragt: "He, er da! Sag er mir, was hier vor sich geht!"

"Das sind die verfluchten neethischen Holzfäller. Die sind nicht mit unserer neuen Festungen entlang der Tovalla einverstanden. Aber wir müssen uns doch gegen die Wüstenräuber und diese Pestbeule Al'Anfa schützen!" erhält er als Antwort.

"Wir gehören aber auch mit zum Lieblichen Feld." kommt es daraufhin aus einer anderen Ecke.

"Sollen wir etwas das Loch Harodrol umbauen um Euch zu schützen?" ist die bissige Frage des Ersten.

"Aha." ist die neutrale Antwort. Diese Form von Lokalkolorit kennt Connor auch aus anderen Teilen des Landes, Andergast zum Beispiel. Ohne sich weiter darum zu kümmern, winkt er dem Sprecher dankend zu und gesellt sich wieder zu den anderen, die zwischenzeitlich die Schenke erreicht haben.

Die Schenke selber ist bis auf einen laut jammernden Wirt leer. Zerbrochenes oder umgestürztes Mobiliar deuten darauf hin, dass die Schlägerei hier begonnen hat. "Diese Idioten. Kaum hören sie was von Krieg, schon drehen sie durch." murmelt der Wirt als die Helden eintreten.

'Warum sollte das hier anders sein?' fragt sich Cassjarella.

"Bekommen wir trotzdem etwas zu trinken und zu essen?" fragt Connor laut durch den Raum, während er für sich und die anderen einen nicht umgeworfenen Tisch sucht oder einen wenig beschädigten aufstellt und sich setzt.

Cassjarella wartet bis er fertig ist und setzt sich ebenfalls.

"Oh, natürlich." erst jetzt bemerkt der Mann sie und beeilt sich zu sagen. "Entschuldigt den Zustand der Schenke. Einige betrunkene Neethaner haben sich mit den Einheimischen zum Thema Festungsbau ausgetauscht. Und das kommt dabei heraus." eilig sucht er noch 3 heile Stühle und putzt den Dreck vom Tisch. "Was darf es denn sein, geehrte Gäste?"

'Ein Witzbold, reizend.' denkt der Krieger ehe er sich bei der Geweihten vergewissert, dass diese einen Wein - oder eben etwas anderes - möchte.

Cassjarella zuckt mit den Schultern. Sie trinkt, was er meint bestellen zu wollen.

"Was habt Ihr denn anzubieten?" fragt Celissa zurück.

"Bier aus einer örtlichen Brauerei und Arivorer Blut zum Beispiel." antwortet der Gastwirt leicht abwesend.

"Ich nehme einen Roten", bestellt der Cavalliere und sieht sich kopfschüttelnd um. "Was, bei den Zwölfen, ist denn in diese Barbaren gefahren, dass sie sich wegen angeblicher Kriegsgerüchte gleich selbst zu derartigen Verwüstungen hinreißen lassen?" bemerkt er mit verständnisloser Miene. Er nimmt einen Stuhl und setzt sich an den Tisch.

"Ihr habt ja so recht. Nur weil wir entlang der Tovalla eine Reihe von Festungen bauen wollen, drehen die Neethaner durch. Wir wollten sie aus dem alten Reich raus drängen. Paah, wir wollen uns doch nur schützen." ereifert sich der Wirt.

"Was genau ist denn der Anlass für den Bau dieser Befestigungen?" verlangt der junge Adlige zu wissen, dem die Angst der Neethaner berechtigt erscheint, sollten sich die Gerüchte bewahrheiten.

"Ihr habt noch nicht von dem Krieg zwischen dieser Pestbeule und den Wüstenkriegern gehört? Und das Gerücht geht, dass wer auch immer gewinnt sich das Alte Reich vornehmen wird." erläutert der Wirt. "Wenn ich was zu sagen hätte, hätten wir schon längst Drol erobert und einen Ring rund um das Loch Harodrol gebaut. Dann hätten wir Ruhe."

"Du meinst, die da draußen veranstalten diesen Aufstand wegen einem Gerücht über etwas, dessen Grundlage noch unwahrscheinlicher ist, als ein Schneesturm in der Khom?" der Krieger schüttelt über so viel Unverständnis nur den Kopf. Er hält all das für ausgemachten Unsinn.

"Dann bring den Bohneneintopf, für mich einen Humpen Bier, für die Dame hier," er weist auf Cassjarella, "einen Becher Wein und für uns alle zusätzlich einen großen Krug frisches Wasser."

"Ihr zieht weiter. Für uns ist das hier unser Leben und das Einzige, was wir haben." kommt es eingeschnappt vom Wirt.

"Ja, und zwar genau in diesen Konflikt hinein!" erwidert der Krieger leicht aufgebracht.

'Du musst nicht, mein Lieber!' grummelt Cassjarella. 'Du bist aus freien Stücken hier!'

Dann verschwindet er um Essen und Trinken zu holen.

Zustimmend zur Bestellung des Eintopfs nickt Randirion und bemerkt: "Unter dieses Umständen dürfte das die wohl beste Wahl sein." Ihm liegt nichts an einer Einmischung in eine Tavernenschlägerei.

"Hmm, ja." brummt Connor zustimmend. "Aber eins verstehe ich nicht," raunt er Randirion zu. "Wenn die Pestbeule Al'Anfa und das Kalifat sich bekämpfen - und das tun die doch ständig - weshalb bringt das diesen Bauernmob so auf?"

'Vielleicht, weil die beiden immer stärker und mutiger geworden sind in den letzten Jahren …' denkt Cassjarella. 'Und Übermut tut selten gut!'

"Es muss wohl an dem Gerücht liegen", erwidert Randirion ebenso leise. "Al'Anfa oder die Novadis, diese Bedrohung durch den Sieger für das Alte Reich scheint in der Luft zu liegen."

"Es hat in den letzten Jahrhunderten keinen Sieger gegeben. Also warum gerade jetzt?" wispert Connor als Antwort. Scheinbar lässt ihm das keine Ruhe. Aber dann erhebt sich Celissa.

"Habt Ihr auch Cidre?" fragt Celissa weiter. "Und was gibt es zu essen?"

"Cidre, ja, den haben wir noch im Keller. Und es gibt noch Bohneneintopf. Die Küche haben sie mir ja gelassen." erwidert der Wirt. "Eintopf für alle?"

Da die Wahl anscheinend zwischen Eintopf und keinem Eintopf zu fällen ist, nickt Cassjarella nur.

"Wenn sonst nichts da ist …" Celissa ist offensichtlich wenig begeistert von Bohneneintopf.

"Es ist noch was anderes da. Aber der Koch wälzt sich gerade draußen im Dreck. Wenn ihr also doch was anderes möchtet …" ist die sarkastische Antwort des Wirtes. Dabei blickt er immer wieder durch den Raum und taxiert den angerichteten Schaden.

"Dann ruft ihn herein, sehen wir, was uns noch geboten werden kann", sagt Randirion und tätschelt Celissa tröstend die Hand.

"Tut mir leid, aber ich liebe mein Leben. Wenn ihr mir den Koch heil da raus holt gibt es ein Essen kostenlos."

Celissa seufzt. Das sind ja wirklich Zustände hier … "Wie sieht er denn aus?" fragt sie.

"Blondes Haar, jung, ohne Bart, spitze Nase. Und der Name ist Alrik. Die Kleidung dürfte inzwischen eh grau sein, aber er trug Hemd und Hose. Ein Muttermal auf der rechten Wange könnte weiterhelfen."

'Alrik? Wie sonst …', denkt Cassjarella. 'Schade, dass er nicht alt und dick ist, dann könnte er vermutlich besser kochen!'

"Na schön." Celissa steht auf und geht zur Tür, wo sie sich erst einmal einen Überblick über die Situation verschafft.

'Ganz schön mutig …'

"Was soll das werden?" fragt Connor hinter ihr her.

'Was wohl!' Cassjarella schüttelt den Kopf. Sie hatte erwartet, dass Connor sofort los rennt und Backpfeifen verteilt …

Die Schlägerei ist noch im Gange. Die Parteien sind kaum zu unterscheiden. Dreck und Schlamm haben das ihre dazu getan. Die Zuschauer haben an dem Spektakel ihren Spaß. Wann immer einer der Kämpfer aus dem Kampfbereich torkelt, wird er wieder hinein geworfen.

"Weiß noch nicht", gibt Celissa über die Schulter zurück. Durch die Zuschauer hat sie den Eindruck, dass die Schlägerei nicht allzu gefährlich ist - zumindest nicht für Unbeteiligte. Sie macht einen Schritt vor und hebt die Arme. "Gute Leute!" ruft sie laut. "Bei Rahja und Travia, einen Moment bitte!"

Keine Reaktion der Meute. Wobei das auch an der Lautstärke der Kämpfenden liegen kann.

Celissa sieht sich noch einmal um, ob hier irgendetwas ist, mit dem sie rasch Aufmerksamkeit erregen kann.

Sie sieht nichts besonderes. Die Kämpfer, die Zuschauer, die Pferde. Eine Scheune, die Brücke über die Tovalla. Ein Floß und einige Baumstämme im Wasser. Beide am Ufer vertäut.

Missmutig geht sie zurück zu den anderen. "Sieht nach Bohneneintopf aus", berichtet sie ihnen.

'Schade, doch nicht mutig genug …'

Und der hat es in sich. Scharf und versalzen, mit viel Speck. Dieses Haus wird wohl keine Aufnahme in das jährliche Tractatus des reisenden Avesgeweihten Michelinus finden.

Cassjarella isst den Eintopf ungerührt. Sie hat in manchen Tempel und Feldlagern schon schlimmeres essen müssen. Und der hier ist wenigstens warm.

'Warum konnte der Koch nicht alt und dick sein …'

Connor lässt sich davon nicht beeindrucken, verdünnt die Suppe mit etwas von dem Wasser und löffelt hungrig die Schüssel leer. "Hab schon schlechter gegessen, viel schlechter." brummt er zwischen zwei Löffeln.

"Soll vorkommen", bemerkt der junge Adlige dazu lakonisch. Er verzieht bei seinem ersten Löffel der Kost leicht das Gesicht und isst mit mäßigem Appetit weiter. Nach nicht einmal einem Drittel der Menge schiebt er den Teller von sich. "Mir genügt es, ich bin bedient", meint er nur und spült den lausigen Geschmack des Eintopfs mit seinem Getränk herunter.

"Möchtet Ihr noch etwas?" bietet ihm Celissa an, die ihren Teller schon nach wenigen Bissen zur Seite gestellt hat.

"Danke." zieht der Krieger sich im Übrigen wortlos das angebotene Essen heran. 'Denn so schlecht, wie Celissa es macht, ist die Suppe doch gar nicht. Es sei denn, sie ist nur wieder so ein verwöhntes Püppchen.' Bei diesem Gedanken muss Connor leicht schmunzeln, was jedoch den anderen kaum auffallen dürfte.

Dann ruft sie den Wirt herbei. "Wenn das mit dem Kochen gerade nicht so klappt … habt Ihr vielleicht Brot, Käse, Wurst, oder sogar etwas Obst im Haus?"

"Ja." kommt die kurze unhöfliche Antwort.

"Na dann holt es!" So langsam verliert Celissa die Geduld.

Widerwillig verschwindet ihr Gastgeber in der Küche. Und taucht nicht wieder auf. Zumindest nicht in den nächsten fünf Minuten.

"Ist das überhaupt ein richtiger Wirt?" murrt Celissa.

'Ist das nicht egal? Solange wir ihm kein Geld geben …'

"Diese Frage entbehrt nicht einer gewissen Berechtigung", bekräftigt Randirion Celissas Zweifel kopfschüttelnd. "Seine Lebenserwartung dürfte jedenfalls, sollte er sich tatsächlich als solcher erweisen, nicht sonderlich hoch sein."

Etwas verdutzt sieht Celissa zu ihm herüber. "Wieso das?"

"Alors, so mancher könnte das Vorsetzen eines solchen Kost durchaus als einen Akt der Körperverletzung werten", erwidert Randirion mit leicht verzogenem Mund.

Celissa lacht. "Ja, durchaus. Aber doch noch nicht der Todesstrafe würdig."

"Nicht offiziell, doch weiß man, was in den Köpfen dieser Holzfäller unter gewissen Umständen vorgehen mag?" spekuliert der junge Adlige schulterzuckend.

Celissa schüttelt sich. "Hoffentlich nicht so etwas. Wir sind doch nicht am Svellt, wo die Leute ständig eine Schlinge bereit halten, nach allem, was man so hört."

"So etwas wollen wir auch nicht hoffen!" erwidert Randirion entsetzt. "Eine derartige Sittenverrohung darf nicht sein, selbst dann nicht, wenn sich das Volk im Krieg wähnt …"

Celissa nickt. "Eben. Wisst Ihr eigentlich mehr über diesen Krieg?" fragt sie in die Runde.

Der Krieger stutzt und unterbricht sein Essen. "Ja, irgendwie eigenartig." meint er, während er den Stuhl zurückschiebt, sich erhebt und auf die Küche zugeht, um hineinzusehen.

Der Raum ist menschenleer. Auf dem Ofen steht noch der Eintopf. Im Hintergrund ist ein Vorratsraum erkennbar.

Connor gibt seinen Gefährten einen Wink und geht leise bis zur Tür des Vorratsraums und sieht sich dort um.

Angesichts von Connors vorsichtigem Verhalten nimmt Celissa ihren Dolch zur Hand und folgt ihm.

Randirion schaut ihnen hinterher. Er zieht es vor, angesichts des Pöbels auf der Straße, den Schankraum und ihre Ausrüstung im Auge zu behalten.

Cassjarella nimmt sich Celissa Teller und löffelt weiter an der Suppe.

Der Vorratsraum erfüllt seine Funktion. Gemüse, Obst und Fleisch finden sich hier. Der Wirt ist nicht da.

Verwundert kehrt der Krieger zu seinen Gefährten zurück. "Der Wirt ist weg." meint er, während er sich wieder setzt. "Wo mag er nur hingegangen sein, und wie?"

Als Connor sich in Richtung Schankraum umdreht wird er einen schmalen Durchgang gewahr. Er führt nach draußen.

Verwundert sieht sich Celissa nach einem weiteren Ausgang um.

Auch sie entdeckt den kleinen Durchgang in den Garten.

"Er muss getürmt sein", stellt sie erstaunt fest. "Seltsam." Sie schaut kurz nach draußen. Wenn sie weder den Wirt noch andere auffällige Dinge sieht, holt sie sich selbst Essen aus der Speisekammer.

"Scheint so, aber warum?" fragt der Krieger, während er sich dem weiteren Ausgang nähert und hinaus sieht. Das Ziehen einer Waffe hält er nicht für angebracht. Selbst wenn er in die Keilerei der Bauern vor der Tür hineingezogen würde, gäbe es dann nur unnötig Verletzte. Oder schlimmer.

Ein Kräuter- und Gemüsegarten, wie er nicht schöner bei Oma Rübenfein stehen könnte. Alles sauber und ordentlich in Reih und Glied. Flache Steine mit eingeritzter Inschrift weisen einzelne Kräuter aus. Umgeben wird der Garten von einer dichten Hecken aus verschiedenen Sträuchern. Einige Bäume spenden Schatten und werden wohl im Sommer viel Obst liefern.

Eine Lücke, gerade breit genug für einen Menschen, unterbricht die Hecke. Dahinter aufsteigende Fliegen deuten den Zweck dieses Örtchen an. Und das unterdrückte Fluchen macht ihm auch klar, wo sich der Wirt befindet.

'Na hoffentlich kommt das nicht von seiner Bohnensuppe.' überlegt Connor, während er in den Schankraum zurückkehrt und unterwegs Celissa einsammelt. "Den Wirt haben nur menschliche Bedürfnisse gequält. Oder sein Essen." brummt der Krieger zur Erklärung.

Celissa verzieht das Gesicht. "Uh." Sie nimmt sich eine Schüssel oder ein Tablett, holt Essen aus der Speisekammer und trägt es in den Schankraum zurück.

Sie findet frisches Obst, Brot, Käse und Wurst. Die nächsten zehn Minuten kehrt der Wirt nicht zurück.

Währenddessen erfreut sich Celissa an dem Mahl, das zwar einfach, aber so viel besser ist als diese Bohnensuppe.

Nach weiteren fünf Minuten füllt sich die Kneipe mit den Zuschauern und Teilnehmern der Prügelei. Sofort steigt die Lautstärke rapide. "He, Mundschenk, du alter Halunke, komm her! Wir wollen was trinken." So oder ähnlich klingt es immer wieder durch den Raum.

Cassjarella zieht die Augenbrauen hoch. 'Als die noch draußen waren, war es hier netter!'

Celissa schaut mal, ob da einer dabei ist, auf den die Beschreibung des Kochs passen würde.

Wie eine kurze Nachfrage ergibt liegt er draußen im Dreck. Einer der Dreckklumpen enthielt wohl einen Stein. Und der Koch wird wohl noch etwas schlafen.

'Das ist sicherlich für uns und die anderen Gäste besser!' denkt Cassjarella schmunzelnd.

Auch nach weiteren zehn Minuten ist der Wirt nicht wieder aufgetaucht. Ein Gast verschwindet in den Garten und kommt kurz darauf grölend wieder: "Der Alte hat wohl zu viel von seinen Bohnen gehabt. Sein Pech. Wir bedienen uns solange selber." Freudiges Johlen beantwortet diesen Vorschlag.

Celissa ist das herzlich egal.

Cassjarella bleibt auch sitzen.

Und so verlassen die Helden nach dem Essen diese ungastliche Stätte. Die weitere Reise durch das Land bis zu den Goldfelsen verläuft ereignislos. Auch die Reise durch das Gebirge bietet außer der Natur wenig Aufregendes. Nach den letzten Ausläufern der Goldfelsen beginnt der "Wilde Süden" des Alten Reichs. Die Straße wird von Meile zu Meile schlechter. Gaststätten und Dörfer werden seltener. Der vorläufige Tiefpunkt ist erreicht als die Helden in einem Pinienwald einen Erdrutsch überqueren müssen. Zusammen mit der hügeligen Umgebung verlangsamt er das Tempo der Gruppe erheblich.

Ausgerechnet in dieser Umgebung hören die Vier Pferdegewieher und Geschrei. Hinter der nächsten Biegung ist auch der Grund zu sehen. Räuber sind dabei, einen einzelnen Reiter zu überfallen.

Mit geübtem Blick erfasst der Krieger die Lage: Wie viele Räuber sind es? Wie sind sie ausgerüstet? Haben sie möglicherweise Rückendeckung und wo könnten sich weitere Räuber mit Pfeil und Bogen / Armbrust verborgen halten?

Es sind 9 Räuber, die dort einen einzelnen Reisenden bedrängen. Ausrüstung ist aus dieser Entfernung (knapp 100 Schritt) schwer zu erkennen. Connor meint jedoch einige der Räuber als Goblins erkennen zu können. Der Überfall erfolgte auf freier Fläche. Der Waldrand als nächster Ort für Schützen ist wohl 50 Schritt vom Geschehen entfernt.

Sie erkennt, dass es tatsächlich eine gemischte Gruppe auf Seiten der Räuber ist. 5 Menschen und 4 Goblins stehen um das Pferd des Reisenden herum. Dieser ist in einen blauen Gehrock gekleidet und waffenlos. Gesicht, Hände und Haare sind schwarz.

Da der Krieger mehr nicht erkennen kann, lässt er sein Pferd antraben und hält auf das Geschehen zu.

Da aus dem Reiten heraus die Hantierung mit einem zweihändigen Schwert schwierig ist und das Kurzschwert nicht weit genug reicht, greift Connor hinter sich und zieht seinen Morgenstern hervor. Damit kann er zwar nicht ganz so gut umgehen, aber ein getroffener Räuber dürfte vorläufig aus jedem Kampf ausscheiden …

Connor erkennt nach wenigen Schritten auf dem Pferd, dass ein Kampf vom Pferd große Aufmerksamkeit benötigen wird. Der Boden ist uneben und leicht hügelig, kein ideales Gelände für Reiter.

Daher reitet er bis auf rund 15 Schritt an den nächsten Räuber heran, steckt unterwegs den Morgenstern wieder weg und zieht das Tuzakmesser. Angekommen ruft er: "He, ihr da, was geht hier vor sich?!"

Sobald sich einer der Räuber feindselig verhält oder sich ihm nähert, wird er aus dem Sattel springen und sich dem Gegner im Kampf stellen.

Celissa ist klar, dass die anderen dem Reisenden helfen werden, obwohl sie in der Unterzahl sind. Sie folgt Connor, springt hinter ihm aus dem Sattel und zieht dann Degen und Linkhand.

Celissa erkennt den Reiter als den Greifen, Herold des Neuen Reichs. Und sie erkennt, dass die Angreifer zu allem bereit sein müssen, um solch eine Persönlichkeit anzugreifen.

Der Krieger wirft Celissa ein leichtes Lächeln zu und zwinkert mit einem Auge, um ihr Mut zu machen. Diese Bande werden sie sicher vertreiben und dem Reiter helfen. Aus der Nähe betrachtet hält Connor den Reisenden für einen Boten der Blauen Reiter.

Cassjarella hält Rashaldor kurz an, greift hinter sich zu dem Bündel und entnimmt ihm ihr Barbarenschwert, das sie blank in der Rechten hält.

Dann gibt sie ihrem Rappen die Sporen und schließt im leichten Galopp zu Connor auf.

Sie hofft, dass zwei Bewaffnete auf Pferden zumindest die Goblins vertreiben, der Rest wird sich zeigen.

"Es ist der Greif!" ruft sie den anderen zu. "Schützt ihn!"

"Mes dieux!" stößt der Cavalliere aus. Er hat sich mit seinen Pferden in scharfem Ritt an Celissas Seite gehalten und springt nun auch aus dem Sattel. "Was hat Ihn denn in diese Gegend verschlagen?" fragt er sich, während auch er sein Rapier und den Linkhand zieht und sich eilig auf das Geschehen zubewegt.

'Was machen wir wohl sonst?' fragt sich Cassjarella und gibt dem Rappen die Sporen.

Neben ihr ist Connor abgesprungen und in ein Gefecht mit 2 Gegnern eingetaucht. Auch Cassjarella merkt, dass sie nur mit Mühe Rashaldor in diesem Gelände führen kann.

"Schon dabei!" knurrt Connor, spurtet ein paar Schritte auf die Räuber zu und ruft: "Ergebt euch, dann wird euch nur wenig Leid geschehen."

Drohend erhebt er das Tuzakmesser und ist bereit, ohne Rücksicht auf die eigene Verteidigung gleich zwei Gegner anzugreifen, sollten die Räuber so töricht sein, es zu versuchen.

Vielstimmiges Gelächter ist die Antwort. Bei 9 gegen 5 ist das Risiko akzeptabel scheint die Rechnung der Halunken zu sein. So lösen sich einer der Menschen und ein Goblin aus der Gruppe und wenden sich Connor zu. "Bluugh dich fein rasieren mit Schwert." höhnt der Goblin.

Wie auch bei Connor machen sich ein menschlicher Gegner und ein Goblin auf Cassjarella anzugreifen. "Gut Frau hat schönes Haar. Gibt gut Talisman für schlau Gorrwarrn." gibt der Goblin in gebrochenem Garethi kund.

'Es gibt Dinge, die man sich erste verdienen muss, bevor man sie ausgeben kann!' denkt sich Cassjarella und attackiert den Goblin mit einem harten Schlag.

Den dieser nicht parieren kann. "Groß Frau macht schlau Gorrwarrn wütend." knurrt er mit schmerzverzerrtem Gesicht. Und attackiert gemeinsam mit seinem Kumpan.

Celissa weiß nicht so recht, ob sie Connor folgen soll - intuitiv scheint es ihr besser, dicht beisammen zu bleiben, als vom Herold wegzulaufen, aber der Oberst sollte eigentlich doch wissen, was er tut. Rasch schaut sie sich nach Randirion und Cassjarella um.

Und das tut er! Connor kämpft sich durch die Reihen der Räuber wie eine Sense durch reifes Getreide.

Celissa und Randirion sehen zu, wie sich Cassjarella und Connor auf ihre Gegner stürzen. Und sie bemerken, wie die Gegner versuchen das Ungleichgewicht zu vergrößern.

Die verbleibenden 2 Räuber halten den Greif im Schach. Dieser sieht derzeit nur zu.

Da sich Celissa gleich des einen Banditen annimmt, kümmert sich Randirion um den zweiten. "Allez, racaille impertinent! Was erdreistest man sich zu derartiger Ehrlosigkeit!" lenkt der junge Adlige dessen Aufmerksamkeit auf sich und, da er eine Erwiderung eh nicht erwartet, bringt er sich umgehend in Kampfposition und greift gleich darauf mit einem Ausfall an. Er bedauert zwar, sein Kürass nicht angelegt zu haben - wer rechnet denn schon mit so etwas? - doch hält ihn das nicht von seinen entschlossenen Attacken ab.

Randirions Gegner ist von der Wucht des Angriffs überrascht. Bevor er überhaupt verstanden hat was da passiert, hat er schon vier Treffer einstecken müssen. Kurz scheint er sich an den Kampfstil des Cavalliere angepasst zu haben, aber dann streckt eine wuchtige Attacke ihn zu Boden. Er atmet noch flach wird aber in nächster Zeit keine Reisenden mehr überfallen.

Cassjarella hat gelernt zu kämpfen und eine der wichtigsten Regeln war, sich im Kampf gegen mehrere Gegner nicht ablenken lassen. Daher weiß sie, dass sie nur einen Schlag abwehren kann, aber das gelingt ihr auch vortrefflich. Und den Treffer des Menschen nimmt sie schmerzhaft zur Kenntnis.

Jetzt gilt es denn Goblin auszuschalten und sich dann in Ruhe dem zweiten Gegner zu widmen. Daher versucht sie den Goblin mit einem Schlag gegen den Waffenarm zu entwaffnen.

Der Goblin erweist sich als gerissen genug. "Ha, woll'n Gorrwarrn tot machen, geht nich' so leicht. Groß Frau bessr kochen als kämpfen." höhnt er laut. Seine Attacke stellt jedoch keine Gefahr da. Die seines menschlichen Begleiters schon.

Aus langjähriger Erfahrung weiß Connor, dass dieses Gelaber im Kampf nur den Sprecher ablenkt. Daher erwidert er nichts, sondern lässt seine Waffe sprechen: Mit einer kurzen, über dem Kopf kreisenden Bewegung holt er aus und lässt einen schnellen Hieb hernieder sausen.

Der Goblin kann nicht parieren und grunzt auf. "Isch disch schneide kurz un klein." verspricht er. Gemeinsam mit seinem menschlichen Kumpan greift er an. Und haut Löcher in die Luft. Sein Kumpan dagegen setzt einen Sonntagstreffer.

Celissa wendet sich einem dieser beiden Räuber zu und versucht, ihn mit einem Ausfall vom Greifen wegzuhalten.

Celissas Gegner ist anfangs von ihrer Attacke überrascht. " Bon Dieu de merde! Die Wildkatze kann beißen." flucht er und hält sich den geritzten Arm.

'Worauf du Gift nehmen kannst', denkt sie sich.

Danach konzentriert er sich aber auf die Attacken der jungen Frau und pariert elegant.

Als Celissa ihre Serie beendet hat setzt er einen ersten Hieb.

Den sie mit dem Linkhand zur Seite lenkt.

Nachdem seine Attacke misslungen ist wird dem Räuber bewusst, dass er alleine gegen fünf steht. Blitzschnell flieht auch er.

Geschickt dreht sich Cassjarella und lässt den Angriff des Räubers wirkungslos verpuffen.

Mit einer erneut vehement gegen den Goblin geschlagenen Attacke versucht sie den Kampf für sich zu entscheiden.

Der Goblin wird so schwer verletzt, dass er zu Boden sinkt und wimmert: "Groß Frau nicht lieb Gorrwarrn tot stech".

Sein Begleiter deckt Cassjarella weiter mit Schlägen ein. Er startet einen Ausfall. Gleichzeitig wird ein weiterer Goblin zu seiner Unterstützung geschickt.

Connor ist erstaunlich gut mit seinem zweihändigen Schwert, lässt sich von dem Gefuchtel des Goblin nicht beeindrucken, pariert den Streich des Räubers ohne Probleme und geht sofort zu einem sehr aggressiven Gegenangriff über.

Doch auch der Angegriffene weiß sich seines Fells zu wehren. Geschickt fängt er den Schlag ab. Nur im Angriff hapert es noch etwas. Wieder verletzt er nur die Luft. Doch der Räuber scheint der gefährlichere der beiden zu sein. Er trifft wieder.

Als sie sieht wie der Goblin zu Boden geht, konzentriert sie sich auf ihren noch verbleibenden Gegner. Als er auf sie los stürmt, ist ihr bewusst, dass sie auch hier den Kampf so schnell wie möglich beenden muss. Aber sie will dem Gegner ohne Rüstung auch kein leichtes Ziel geben und konzentriert sich daher voll auf die Defensive.

Auch diesen Schlag fängt Connor mühelos ab, macht eine Viertel Körperdrehung nach rechts um Schwung zu holen und führt einen gezielten, sehr gefährlichen Aufwärtshieb in Richtung des Kopfes des Angreifers.

Wie vom Blitz getroffen bricht der Goblin zusammen. Sein Kumpan scheint dadurch jedoch unbeeindruckt und dringt wieder auf Connor ein.

Mit nur noch einem Gegner kann der Krieger sich nun voll konzentrieren. Statt den Schlag mit dem Schwert abzufangen, taucht Connor statt dessen unter dem Schlag hindurch und verringert dabei die Distanz zu seinem Gegner drastisch. Dabei führt er einen gewagten - aber wohl platzierten - Streich gegen die untere Hüfte des Räubers.

Sein Gegner bekommt noch sein Schwert rechtzeitig an die gefährdete Stelle und lässt die Wucht abgleiten. Dann setzt er selber mit Vehemenz nach.

Cassjarella versucht sich mit einer Attackeserie gegen ihren Gegner durchzusetzen.

Der ist auf dem Posten und hält dagegen. Dann bemerkt er neben sich seine Unterstützung. Simultan greifen die beiden an.

Mühelos gleitet der Schlag an Connors Schwert ab, ehe er erneut weit ausholend angreift.

Auch Connors Gegner bekommt Entsatz. Der letzte Goblin und ein weiterer Mensch wird auf den Oberst gehetzt.

Das mag aus Sicht der Räuber auch notwendig sein, denn Connors Schläge sind präzise und tödlich. Sein Gegner wird schwer getroffen, hält sich aber noch auf den Beinen. Er wehrt sich nur noch schwach.

Den Räuber kann sie abwehren, muss aber daher den Schlag des Goblins einstecken. Als der Streich ihren Körper triff, wünscht sie sich wieder ihre Rüstung zurück. In der hätte sie es wohl kaum bemerkt.

Da sie den Goblin für den schwächeren Gegner hält versucht sie diesen mit ihrem gekonnten Angriff zuerst zu beseitigen.

Der Goblin kann sich noch retten, ist aber ebenso wie sein menschlicher Kumpan zu ungenau beim Angriff.

Mit einem Auge erspäht der Krieger die herannahende Gefahr und will daher seinen Gegner endgültig ausschalten. Da dieser noch nicht aus dem Kampf ausgeschieden ist, weicht er erneut dem halbherzigen Hieb aus und macht seinerseits kurzen Prozess.

Was ihm auch gelingt. Der Räuber fällt stöhnend zur Seite. Er lebt zwar noch wird aber sobald kein Schwert mehr heben.

Kurz sieht er nach dem Boten und ob dieser noch unversehrt ist, ehe die beiden neuen Gegner heran sind.

Keinen Augenblick zu früh, denn da kommen die beiden Gauner erneut auf ihn zu.

Und wieder bedrängt Cassjarella den Goblin mit einem vehementen Schlag.

Der Goblin kann sich nicht mehr der Wucht der Angriffe entziehen und geht zu Boden. Das ist für seine Kumpane das Signal zur Flucht.

Da er ihr Herrannahen gesehen und ihre Angriffe vorausgeahnt hat, kann Connor beide Angriffe parieren.

Die beiden stutzen und verschlagen verwirrt ihre nächsten Attacken.

Erleichtert atmet Cassjarella auf. Wieder werden ein paar Narben mehr ihren Leib zieren und ihren Dienst für die Leuin beweisen.

Dafür schlägt Connor, der nur auf einen derartigen Fehler gewartet hat, mit gewaltigen Rundschlägen auf beide Gegner ein. Das Tuzakmesser kreist über seinem Kopf, ehe es hernieder saust und Unglück über den Räubern ausschüttet.

Sein erster Hieb trifft den Goblin. Dieser stürzt, rappelt sich aber wieder langsam wieder auf. Sein menschlicher Gegner hingegen wehrt den mörderischen Schlag ab und setzt seinerseits einen Stich.

Ohne Rücksicht auf die Verletzten fliehen sie in Richtung Wald. Einen großen Sack lassen sie dabei zurück.

Als die Überlebenden die Beine in die Hand nehmen, ist Connor kurz versucht, ihnen nachzusetzen und zu beenden, was sie angefangen haben.

Dann aber besinnt er sich und eilt zu dem Boten, um sich nach dessen Wohlergehen zu erkundigen.

Celissa hingegen sieht sich erst einmal nach Randirion um.

Dieser steht nicht weit von ihr vor seinem am Boden liegenden Gegner.

Cassjarella reinigt als erstes ihr Schwert im Gras und da sie sieht wie Connor sich um den Boten kümmert, widmet sie sich den verletzten Räubern und dem Sack.

Keiner der Räuber ist tot. Alle sind schwer verletzt werden es aber überleben.

Sie treibt die Räuber mit ihrer Schwertspitze zusammen. Soll sich im nächsten Dorf der Büttel um sie kümmern.

Das mit dem Treiben ist so eine Sache. Einer der Menschen und ein Goblin erheben sich stöhnend. Der Rest bleibt liegen da er immer noch ohne Bewusstsein ist.

Der Sack enthält Beutestücke wie Kleidung, Geld und Lebensmittel in Form mehrere Bratenscheiben, eingewickelt in festes Papier.

Den Sack drückt sie dem noch am intaktest aussehenden Räuber in die Hand. Schließlich können sie ihr Pack selber tragen.

Dann wendet sie sich halb dem Boten zu, ohne die Räuber aus den Augen zu lassen.

"Habt Dank edle Herren und Damen. Ein wahrhaft famoser Kampf." kommt da ein dunkle, angenehme Stimme vom Pferd.

"Es war uns eine Ehre, Euch behilflich sein zu können, Excellenz", meint der junge Adlige ohne sich zu der Stimme umzudrehen, da er gerade damit beschäftigt ist, sein Rapier an der Kehle seines Gegners zu halten und diesen dabei im Auge zu behalten.

Connor, der die Idee eines sprechenden Pferdes als absurd abtut, sieht den Reiter forschend an, während er mit einem kurzen Pfiff sein eigenes Reittier zu sich beordert. "Und wem konnten wir damit zu Diensten sein?" fragt er den Boten.

"Verzeiht meine Unhöflichkeit. Man nennt mich den Greif. Ich bin der oberste Herold des Neuen Reiches und unterwegs nach Neetha. Diese Herren waren wohl der Ansicht, dass ein einsamer Reisender eine geeignete Beute ist." antwortet der Reiter vom Pferd herab.

"Nun, wie sie gesehen haben, war diese Ansicht falsch." feixt der Krieger.

Cassjarella tritt nun neben Connor und rammt ihm leicht den Ellenbogen in die Seite, dann verneigt sie sich leicht und respektvoll.

"Aber ich vergesse meine Manieren." besinnt sich Connor dank Cassjarellas Erinnerung. "Darf ich Euch Marchessa d'Isliquor, Madame Merlino und den Cavalliere al Kaymatan vorstellen? Und ich bin Oberst Sturmfels." Die Namen der Gefährten gehen dem Krieger nicht ganz leicht über die Zunge.

'Na, Du warst schon mal besser!' scheinen Cassjarellas schwarze Augen zu sagen.

Egal wie wichtig dieser Greif zu sein scheint, Cassjarellas Blick im Rücken spürt Connor sofort und wendet sich der Geweihten zu: "Du bist verletzt." stellt er nüchtern fest und beginnt sofort - notfalls auch gegen jeden Widerstand - die Wunden routiniert zu versorgen und zu verbinden.

"Tatsächlich heiße ich Celissa von Marlino, Euer Exzellenz", korrigiert die Horasierin mit einer Verbeugung. "Und mein Gefährte ist Cavalliere Randirion ya Calmatin. Auch wir reisen nach Neetha. Dürfen wir Euch den Rest des Weges begleiten?"

"Es wird mir eine Ehre sein." Leicht neigt sich der Oberkörper des Mannes nach vorne. Einen Arm hält er vor der Brust dabei. Eine angedeutete Verbeugung. Sein Gesicht zeigt keine Regung.

"Uns ebenso", meint der Cavalliere und deutet ebenfalls eine Verbeugung an.

"Seid Ihr verwundet?" fragt Celissa besorgt ob der ungewöhnlichen Haltung des Mannes.

'Nicht nur er …' Cassjarella beißt die Zähne zusammen.

"Nein, danke der Nachfrage. Aber dieses Gesindel wäre auch nicht in der Lage dazu gewesen." erläutert der Greif.

'Ach, dann wurden wir ja nicht gebraucht', denkt sich Celissa. Außerdem hätte doch nur einer der Räuber eine Armbrust haben müssen … oder sein Pferd verletzen.

"Ihr seid sehr zuversichtlich, Excellence", erwidert der Cavalliere und stößt dabei seinen am Boden liegenden Gegner leicht mit der Stiefelspitze an, prüfend, ob dieser noch bei Bewusstsein ist. "Verzeiht meine indiscrétion, aber es erscheint etwas ungewöhnlich, eine so hochgestellte Persönlichkeit des Neuen Reiches so bar jeglichen Geleitschutzes hier in dieser etwas abgeschiedenen Gegend anzutreffen", fügt er höflich an. "Zumal Ihr nicht inkognito unterwegs zu sein scheint."

"Nun, meine Mission ist eher diskreter Natur. Und mein Aussehen hat sich scheinbar noch nicht überall herumgesprochen. Sonst hätten diese Ganoven keinen Überfall gewagt." antwortet der Angesprochene. "Und Ihr habt Recht, ich bin ungewöhnlich." Dabei scheint so etwas wie ein Lächeln über sein Gesicht zu huschen.

"Was sollen wir mit den Räubern machen?" fragt Celissa die anderen (oder den Greif). "Können wir sie ins nächste Dorf mitnehmen?"

Cassjarella nickt. Dabei fällt auf, dass ihre Robe an einigen Stellen blutverfärbt ist.

"Übergeben wir sie der Gerichtsbarkeit im nächsten Dorf oder Weiher. Mögen die sich damit herumschlagen." lässt sich der Greif vernehmen.

Zustimmend nickt der Cavalliere. "Bien, dem Vorschlag schließe ich mich an", meint er.

Dankend lächelt Cassjarella Connor beim Verbinden zu. Als Connor mit dem Verbinden fertig ist, bittet ihn Cassjarella bei den Räubern weiter zu machen.

Mit schlachtfelderprobter Sicherheit verschafft Connor sich zunächst einen Überblick, welcher der Räuber überhaupt eine Chance hat und wer von den Überlebenden den Weg ins nächste Dorf schafft.

Zwei Goblins und ein menschlicher Räuber werden Golgaris Schwingen bald über sich hören ,wenn niemand eingreift. Aber auch danach werden sie sich nicht aus eigener Kraft ins nächste Dorf bewegen können. Die anderen beiden Goblins und die drei Menschen können nach einer entsprechenden Behandlung eigenständig gehen. Aber sie können ihre Kumpane weder stützen noch tragen.

Fragend wandert Connors Blick zu Cassjarella, während er langsam sein Kurzschwert zieht.

Die zieht entsetzt die Augenbrauen hoch und deutet auf die Pferde. In ihrer Gegenwart wird keiner gemeuchelt, auch keine Räuber und Goblins.

Mit hartem Gesichtsausdruck zuckt der Oberst nur die Schultern, steckt die Waffe wieder weg und begibt sich zu den am überlebensfähigsten Verletzen, die er jeweils mit Teilen ihrer eigenen Bekleidung notdürftig verbindet. Den beiden Goblins kann der Krieger aber nicht helfen. Und den Räubern werden als Andenken etliche Narben zurückbleiben.

Randirion geht dem Oberst bei der Versorgung der Verwundeten selbstverständlich zur Hand.

'Danke!' sagen Cassjarellas Augen.

Connor lächelt die Geweihte fast liebevoll an und nickt ihr erneut kurz zu.

"Gut. Dann wollen wir mal dem folgen was hier eine Straße genannt wird." Damit übernimmt der Greif ungefragt die Führung.

Celissa steigt wieder auf und reitet zu ihm nach vorne. "Sagt, Exzellenz", spricht sie ihn dann neugierig an, "wieso wart Ihr so sicher, dass die Räuber Euch nichts hätten anhaben können?"

"Werte Dame, bitte lasst einem Mann seine Geheimnisse." bittet sie der Herold.

"Ooch." Celissa zieht eine Schnute. "Seid doch nicht so." Dann hellt sich ihr Gesicht wieder auf. "Wie wäre es, wenn Ihr es nur mir sagt? Ich verspreche natürlich, es für mich zu behalten."

"Aber, aber, so ein Geheimnis macht einen Mann attraktiv. Daher erlaubt mir, meines zu wahren. So erhalte ich mir die Anwesenheit einer gut aussehenden jungen Dame und Kämpferin." gibt der Greif zur Antwort.

Randirion, der direkt hinter dem Greif reitet, kann ein leichtes Hüsteln nicht vermeiden.

Der Greif reagiert auf diese Unmutsbekundung nicht. Ob er sie überhaupt wahrgenommen hat ist nicht zu erkennen.

Connor reitet hinter der Gruppe her und treibt die Räuber, die laufen können vor sich her. Wer nicht laufen kann, bleibt zurück. Die Wölfe werden sich ihrer annehmen …

'Oh, dieses höfische Gefasel.' Cassjarella verdreht die Augen während sie ihr Pferd mit den verletzten Gefangenen am Zügel führt.

"Also schön", gibt sich Celissa spielerisch murrend geschlagen. "Und Eure derzeitige Mission wird ebenso geheim sein, nehme ich an. Vielleicht könnt Ihr dann ein bisschen was von früher erzählen? In Eurer Position müsst Ihr doch schon viele aufregende Dinge erlebt haben."

"Vermutlich." ist die unverbindliche Antwort des Herolds. Der Mann scheint nicht zu den Redseligsten zu gehören.

"Und?" hakt Celissa nach. Sie fragt sich, wie es so jemand wohl zum Herold des Reiches gebracht hat. Konversation zu betreiben scheint ihr für so ein Amt eigentlich wichtig zu sein.

"Ich habe sie alle überlebt. Was mehr gibt es zu sagen." ist die schlichte Antwort des Mannes.

'Das ist eine klare Aussage!' nickt Cassjarella.

Celissa seufzt. "Anscheinend nichts." Kurz schweigt sie, aber ganz aufgeben will sie dann doch noch nicht. "Im letzten Dorf waren die Leute übrigens ganz schön beunruhigt wegen dieses Kriegs zwischen Al'Anfa und den Novadis", wechselt sie das Thema. "Meint Ihr, dass das eine Gefahr werden könnte?"

"Nun, noch streiten sich die beiden Parteien im Land der Novadis. Aber Konflikte haben immer die Tendenz sich auszubreiten. Hier ein Graf der seinen Landesherrn verachtet und sich Freiheit von einem neuen Herrscher erhofft, dort ein Räuberführer, der durch den Krieg seine Macht legalisieren möchte. Und schon brennt ein weiteres Land." kommt die Antwort nach langem Zögern.

"Das hört sich aber nicht gut an", meint Celissa. "Kann man da nichts dagegen tun?"

Kurz stutzt er. Sein Blick verklärt sich. Dann blickt er Celissa nachdenklich an. "Vier tapfere Recken wie Ihr können viel erreichen, aber noch ist es nicht Euer Krieg." sagt er dann zögernd. "Eure Aufgabe liegt in Neetha. Und ich sehe dort große Aufgaben für Euch."

Da Connor noch immer hinter den anderen her reitet und die gefangenen Räuber im Auge behält, bekommt er von der offenbar interessanten Unterhaltung weiter vorn nichts mit.

'Noch?' Randirion schüttelt den Kopf. Er dachte, der Greif wäre ein Herold, im Moment jedoch scheint es eher, als wenn er sich als Orakel versucht, auch in Bezug auf ihren Einsatz in Neetha. "Man wird sehen, welche Aufgaben die Göttinnen für uns bereithalten", brummt er hinterher zockelnd in seinen nicht vorhandenen Bart.

Eigentlich hatte Celissa gar nicht daran gedacht, selbst etwas gegen den Krieg zu unternehmen. Sein letzter Satz lenkt sie davon aber sowieso ab, und erstaunt sieht sie ihn an. "Wie meint Ihr das? Was für Aufgaben?"

"Die Schwester unseres aller Herren Praios hat sie Euch gegeben. Erfüllt sie und leistet Euren Beitrag." ist seine Antwort.

'Die Schwester unseres aller Herren Praios, pfff!' denkt Cassjarella.

Jetzt wird Celissa etwas misstrauisch. Woher weiß der Greif von ihrer Mission? "Eigentlich haben wir da nur eine Aufgabe", wendet sie ein. "Und auch nicht unbedingt in Neetha."

Mehr als einen kurzen Blick ist dem Greif die Angelegenheit nicht wert. Schweigend reitet er weiter.

Celissa lässt sich wieder zu Randirion zurückfallen. Dieser Herold ist wirklich eine harte Nuss, was Gespräche angeht. Und so wichtig ist er ihr dann auch nicht, dass sie sich noch mehr Mühe geben müsste.

Der Blick, den Randirion ihr zuwirft, und das Kopfschütteln sollen ausdrücken, dass er es für zwecklos hält, weitere Informationen von diesem Mann erhalten zu wollen.

So erreicht die kleine Gruppe schweigend den nächsten Weiler. Der Greif ruft sogleich nach dem einheimischen Dorfschulzen und übergibt diesem die gefangenen Räuber.

'Wir haben gekämpft, aber der Herr Herold stellt sich in den Vordergrund! So so, Bürschchen, Dich hab' ich gefressen!'

Dann wendet er sich an die Helden: "Beansprucht einer von Euch den Inhalt des Sacks, den die Halunken bei sich hatten? Falls nicht soll sein Inhalt helfen, dass auch die Ärmsten Nahrung haben."

Connor nickt zu diesem Vorschlag beifällig, schließlich müssen sie - jedenfalls im Moment - ihren Lebensunterhalt nicht aus derartiger Söldnerarbeit bestreiten. "Ja, niemand soll sich bereichern."

Celissa nickt. Sie glaubt eh nicht, dass in dem Sack etwas wirklich Wertvolles ist.

Da die Geweihte den Sack bereits inspiziert hat und anscheinend nichts von Bedeutung ausmachen konnte, stimmt der Cavalliere dem Herold mit einem Schulterzucken zu. "Wie es Euch für richtig erscheint, Excellence", lässt er vernehmen.

So erhält der Dorfschulze den Sack. Neugierig blickt er hinein und wühlt etwas in den Habseligkeiten. Mit größer werdenden Augen erkennt er das Geld. Die enthaltenen Lebensmittel werden schnell an einige Frauen weitergereicht.

Ganz zu unterst findet sich ein kleines Papierknäuel. Neugierig reicht der Schulze es an den Greifen zurück. Dieser faltet mit leichten Unwillen das mit den Lebensmitteln in Kontakt gekommene Papier auseinander und liest es. "Ein Wechsel der Nordlandbank. Dafür bekommt Ihr in Neetha wohl 10 Dukaten."

Diese Aussage steigert die Freude im Dorf noch mehr. Die Reisegesellschaft wird eingeladen diese Nacht bei Ihnen zu verbringen und Gast des Dorfes zu sein.

Gegen diese Einladung hat der Cavalliere nichts einzuwenden. Er freut sich für die Dorfbewohner, denen mit ihrer Tat noch etwas Gutes zuteil wurde.

Der Krieger lächelt leicht über das Glück der Dorfbewohner. Mit der Ergreifung der Räuber haben sie den Menschen hier wohl gleich einen doppelten Dienst erwiesen.

Indes werden Tische und Stühle aus den Häusern geholt. Schnell ist ein U zusammengestellt mit dem Schulzen und den 5 Helden vor Kopf. Wasser und Weizenschnaps werden vor den Gefährten aufgebaut. Und jeder Einwohner will seinen Dank aussprechen. Und dazu gehört traditionell ein Schnaps bei jeder Danksagung.

Da Randirion weiß, wie wenig er verträgt, hält er sich nach einigen wenigen Bechern Schnaps zurück und nippt nur noch höflich an den weiteren, die ihm gereicht werden, während er freundlich lächelnd den Dank der Dorfbewohner entgegen nimmt.

Den Schnaps trinkt Cassjarella mit ungerührter Miene. Auch hier stellt sie fest, dass sie auf ihren Reisen schon deutlich ungenießbareres aber auch besseres getrunken hat.

Mit dem Dorfschulzen trinkt Connor gemeinsam. Die anderen angebotenen Schnäpse lehnt der Krieger rundweg ab und lässt sich allenfalls die Hand schütteln oder auf die Schulter klopfen. Im Übrigen macht er "böse Miene zum guten Spiel", denn dieser Überschwang ist ihm einfach zu viel.

Celissa nippt bei den ersten Danksagungen nur und tut schließlich gleich nur noch, als ob sie trinken würde. Nichts gegen Nachhilfe für die gute Stimmung, aber Wein ist ihr dafür doch sehr viel lieber.

Später dann ergreift der Schulze das Wort und dankt den Kämpfern mit blumigen Worten für Ihre Tat. Nach seinen Worten waren das keine Goblins sondern mindestens Oger. Und der Rest der Bande bestand aus riesigen Trollen. Mindestens.

Der Cavalliere schmunzelt über diese Übertreibungen, macht aber keine Anstalten, die blumige Darbietung des Dorfschulzen korrigieren zu wollen, denn dafür ist diese einfach zu gekonnt.

Nicht nur die blumige Sprache der Wüstenbewohner hat bis hierher seinen Weg gefunden. Auch die Küche hat die besten Eigenschaften des dortigen Essens übernommen. Das Essen ist einfach aber schmackhaft. Unbekannte Gewürze geben ihm etwas besonderes.

Das Essen genießt der junge Adlige sichtlich, hat er doch vor Zeiten diese Küche bereits kennenlernen dürfen.

Da sie sich - aus bekannten Umständen nicht an den Gesprächen beteiligt - widmet sie ihre Aufmerksamkeit vor allem den Speisen und den Getränken.

Der Krieger langt ordentlich zu und macht damit einiges von dem wett, was er vorher bei den abgelehnten Schnäpsen bei den Dorfbewohnern an Verständnis verloren haben mag.

Der Greif hat einige der Jüngeren um sich versammelt und erzählt ihnen Geschichten von seinen Fahrten. Ruhig und mit tiefer, eindringlicher Stimme lässt er seltsame Wesen im Geist seiner Zuhörer entstehen. Ein riesiger Dschungel mit lebendigen, fleischfressenden Pflanzen und andere Gefahren beschreibt er eindringlich. Als ihn eines der Kinder nach dem Namen des Ortes fragt taucht zum ersten Mal so etwas wie eine Gefühlsregung bei ihm auf. "Uthuria" ist seine schlichte Antwort. "Weit gen Praios." - "Noch weiter als Neetha?" fragt ein Mädchen. "Ja, viel weiter." So etwas wie Sehnsucht und Heimweh mischt sich kurz in die Stimme des Herolds.

Mit der Ruhe und Gelassenheit eines weit gereisten Mannes hört Connor den Erzählungen des Greifen nur mit halbem Ohr zu. Schließlich ist er selbst in seinem Leben bereits über weit mehr als halb Dere gereist. Statt dessen blickt er versonnen in eines der Lagerfeuer oder sein Blick bleibt an Cassjarella hängen, ohne sie jedoch anzustarren. Fast scheint es der Geweihten, als hätte der Krieger sie angesehen, um dann in Gedanken weit abzuschweifen, ohne den Blick zu ändern.

Cassjarella bemerkt den Blick nicht, denn nach dem Essen ist auch sie in Gedanken versunken. Ihre Reisen von Tempel zu Tempel haben ihr vieles gezeigt - auch einiges was sie nicht sehen oder erleben wollte.

Celissa ist zu sehr mit Tanzen beschäftigt, als dass sie das mitkriegen würde.

Randirion indes bekommt zumindest das ein oder andere von den Erzählungen des Greifs mit und überlegt, ob ihm der Name Uthuria schon einmal in einem Schriftstück einer der vielen Bibliotheken, die er besucht hat, über den Weg gelaufen.

Randirion erinnert sich wieder in einer Schrift über die Kronkolonien im Südmeer etwas dazu gelesen zu haben:

Uthuria ist der sagenhafte, weitgehend unbekannte Südkontinent Deres, der auch "Kontinent der zwölftausend Gottheiten" genannt wird. Es heißt, es sei über das Südmeer, das in diesen Regionen auch Feuermeer genannt wird, schwer, dorthin zu gelangen.

In einer anderen Schrift über die Heiligen wird ebenfalls etwas dazu erwähnt:

So soll Uthar sein Volk aus dem Güldenland dorthin geführt haben bevor er von Boron erwählt wurde. Daher habe es seinen Namen.

'Daher die Nähe zu Praios, wie passend' findet der junge Adlige und ist beeindruckt von der Herkunft dieses mysteriösen Mannes. Ob Aves, der Hüter des Horizontes, auch ihn, Randirion, jemals dorthin führen wird? Das Tor der Welten war ja schon mal ein Anfang …

Nach dem Essen werden schnell einige Flöten und sogar eine Bandurria geholt. Mag Aves wissen wie dieses Instrument seinen Weg hierher gefunden hat. Glücklicherweise kann sein Besitzer damit umgehen und so ist der Platz bald mit Tänzern gefüllt. Die Bauern scheinen für einige Momente ihr karges Leben zu vergessen. Die Kinder sitzen staunend dabei oder hüpfen zwischen die Tänzer.

Das ist viel mehr nach Celissas Geschmack und sie ist mit vollem Herzen dabei. Bei den Paartänzen hält sie sich natürlich meistens an Randirion, aber sie schenkt auch dem Greif, dem Schulzen und ein paar Dorfbewohnern einen Tanz und besteht darauf, dass auch Connor einmal mit ihr eine Runde dreht.

Ganz so ausdauernd wie Celissa scheint der Cavalliere nicht zu sein, denn nachdem sie ihm einige Tänze geschenkt hat, zieht sich Randirion erst mal zurück, um die Menschen auf der Veranstaltung zu beobachtet.

Der Ritt und die Auseinandersetzung mit den Räubern hat ihn wohl doch etwas ermüdet. Dennoch lässt er sich nach kurzen Verschnaufpausen immer wieder gerne auf ein Tänzchen ein, zu denen er die Damen der Siedlung formvollendet auffordert, wenn seine Liebste gerade verhindert ist.

Damit ist der Kavaliere der Mittelpunkt des Abends. Jede Dame des Ortes möchte einmal den Duft der großen Welt einatmen. Mehr als einmal leuchten die Augen der Aufgeforderten auf. Und Randirion erhält reichlich Angebote, die sowohl Rahja als auch Travia gewidmet sind.

Dezent, aber deutlich und möglichst rücksichtsvoll, mit natürlich vorgetäuschtem Bedauern weist der Cavalliere die ihn umschwärmenden Damenwelt darauf hin, dass er schon vergeben ist und wem sein Herz gehört.

Und dann passiert es. Eine der stämmigen Dorfbewohnerinnen träumt scheinbar vor sich hin und tritt Randirion mit voller Wucht auf den rechten Fuß.

Ohne einen Laut von sich zu geben lächelt der Cavalliere seine Tanzpartnerin an als ob nicht geschehen wäre, seine Gesichtszüge gut im Griff.

Unbeeindruckt von dem faute seiner Tanzpartnerin leitet der junge Adlige die nächste Figur ein und führt die Dame sicher durch den Tanz. "Ihr besitzt ein ausgezeichnetes Taktgefühl und verfügt über eine geradezu einnehmende élégance, es war mir ein Vergnügen", schmeichelt er galant der Guten, der ihr Missgeschick sicher unangenehm sein dürfte, als die Musik endet und der Beifall erklingt.

Ein freudiges Strahlen ob dieser Contenance gemischt mit einem Hauch von Entschuldigung sind Randirions Dank für seine Aufmerksamkeit. "Ach wenn der alte Barnhold doch nur ein wenig von Euch hätte …"

Ein entsagungsvoller Blick auf einen der anwesenden Bauern zeigt Randirion den Angetrauten seiner Tanzpartnerin.

Dieser küsst der Dame mit einem charmanten Lächeln die Hand und entlässt sie mit einem Augenzwinkern und den verschwörerischen Worten : "Der Spatz und die Taube, Ihr wisst schon … es war mir ein Vergnügen, Madame!" Dazu eine formvollendete Verbeugung, und schon hat er sich der nächsten Tanzpartnerin zugewendet, die bereits auf ihn wartet.

Der Krieger lehnt zuerst dankend ab. Als Celissa jedoch nicht locker lässt und ihn auf die Tanzfläche zieht, merkt sie sehr schnell, dass das ein Fehler gewesen ist und dieser nahezu ungeahnte Ausmaße hat: Innerhalb weniger Herzschläge hat Connor ihr mehrfach auf die Füße getreten, ein Knie gegen den Oberschenkel gestoßen und sein Griff führt sicher zu blauen Flecken. Sichtlich betreten von seiner Vorstellung, aber gewillt, einen guten Abgang zu haben, hebt der Krieger Celissa dann einfach hoch, hält sie mühelos eine Handbreit über dem Boden und wirbelt mit ihr über die Tanzfläche, bis die Musik endlich aufhört zu spielen.

Die Horasierin ist zunächst kurz verdutzt, dann lacht sie, hält sich an Connor fest und lässt es geschehen.

Formvollendet galant geleitet er sie dann zu ihrem Platz zurück, so dass alle kurz darauf bereits eine peinliche Tanzeinlage vergessen haben.

Der Greif scheint bei Ihr aufzutauen und fragt: "Madame, ihr tanzt wunderbar. Ihr würdet auch bei Hof Aufsehen erregen. Ist Euch die Kuslikana geläufig?"

"Aber natürlich", bestätigt Celissa. "Nur vielleicht den guten Musikanten hier nicht."

Kurz sinnt der Greif. Dann nickt er und grinst plötzlich: "Egal, dann gibt es jetzt eine Walsarella. Das kann jeder Musiker und jeder Tänzer. Und ich hätte auch kein Spitzentüchlein für die Kuslikana dabei gehabt."

"Na dann los", stimmt Celissa fröhlich zu.

"Auf auf ihr Musiker, die Dame wünscht eine Walsarella. Und ihr wunderbaren Menschen kommt her und tanzt mit." ruft der Greif laut. Dann erscheint wieder ein spitzbübisches Lächeln auf seinem Gesicht. Leise flüstert er Celissa ins Ohr: "Madame wollt ihr den Schulzen um einen erneuten Tanz bitten? Ich möchte doch wissen, wie sich eine Marchessa beim Hüpfen benimmt."

"Aber gerne." Celissa freut sich, dass auch Cassjarella am Tanz teilnehmen wird. "Viel Vergnügen!" wünscht sie ihm.

"Bestimmt." Mit einer formvollendeten Verbeugung verabschiedet er sich von Celissa und wendet sich dann Cassjarella zu. "Marchessa, ich bitte um die Gnade eines Tanzes mit Euch. Seid so gütig und geleitet mich auf das Parkett." Auch Cassjarella kommt in den Genuss einer höflichen Verbeugung.

Neugierig starren die Dorfbewohner auf die stumme Kriegerin und ihre Reaktion.

Nicht minder neugierig ist Connor auf die Erwiderung Cassjarellas gespannt. Allerdings sieht man ihm das überhaupt nicht an; er hat sich und seine Gesichtszüge voll unter Kontrolle. Lediglich die Geweihte kann - sollte sie ihn genau mustern - erahnen, was hinter dem verschlossenen Blick in Connors Kopf vorgehen mag und dass er sich innerlich königlich amüsiert.

Nicht minder neugierig schaut sich auch der junge Adlige an, welche Wirkung die galante Aufforderung des Greifen auf die Rondrageweihte hat. Die gleichen Chancen, wie der Greif bei mit diesem Auftreten seiner Liebsten hatte, gibt Randirion dem Herold des Neuen Reiches allerdings nicht.

Die Marchessa schüttelt nur - leicht angewidert - heftig ihren Kopf. Dabei fliegen ihr die schwarzen Haare um die Ohren. Der Blick mit dem sie den Greif bedenkt, zeigt deutlich, dass sie um keinen Preis Deres ihren Platz für so ein Gehopse verlassen wird.

Etwas freundlicher als seine Gefährtin winkt auch Connor dem Greifen mit einem Grinsen ab: "Und bevor Ihr auch mich fragt, sucht Euch lieber eine der Dorfschönheiten zum Tanzen."

"Marchessa, glaubt es mir. Der Tanz ist nicht unter Eurem Stand. Ich habe genug Feste erlebt um das beurteilen zu können. Die Kuslikana mag für Euch passender sein, aber die richtige Stimmung bringt doch erst die Walserella." Scheinbar versteht der Greif die Ablehnung Cassjarellas falsch.

Cassjarella verdreht die Augen und deutet ihm mit einer - nicht freundlichen - Geste, dass er sich doch lieber bei jemanden anderes austoben möchte.

Reagiert er da nicht darauf, prostet sie demonstrativ ihrem Nachbarn auf der anderen Seite zu.

Galant ignoriert der Greif den Fauxpas. "Seht Euch die gespannten Gesichter der Dorfbewohner an. Ihr seid eine Heldin für diese Leute. Sie haben Euch zu Ehren dieses Fest veranstaltet. Wollt Ihr wirklich als so undankbar und arrogant da stehen. Im Namen Travias, beweist Anstand als Gast und erhebt Euch." Dann beugt er sich etwas vor und flüstert leise: "Notfalls verknickst Ihr Euch bei der zweiten Runde durch den Saal den Fuß. Dann seid Ihr entschuldigt für den Rest des Abends." Er zwinkert leicht.

'Eher breche ich Dir den Fuß!' denkt Cassjarella. Dann zieht sie die Tafel aus ihrer Robe und schreibt: "NEIN!"

"Dann lasst mich das machen!" schaltet sich Connor erneut ein. "Mir nimmt man nach meiner eben gezeigten Vorstellung sofort ab, dass die mit mir tanzende Dame großen Gefahren ausgesetzt ist." er grinst den Greif an und ergreift Cassjarellas Hand: "Meine Liebe, auf einen Tanz!" bittet er laut, dass alle ihn hören können.

Und bekommt sofort die Tafel mit der Ablehnung an den Herold auf die Finger geknallt. 'Was ist an Nein so schwer zu verstehen?'

Dann nimmt Cassjarella die Tafel: "Ich tanze nicht, weder mit euch beiden noch mit jemand anderem!"

Erst jetzt wirft Connor einen Blick auf die Tafel und erwidert lachend: "Ooh oh, schon gut!" dabei hebt er abwehrend die Hände.

"Wenn meine Liebe nicht tanzen möchte, dann muss sie selbstverständlich auch nicht." konstatiert er dann gegenüber dem Greif und ignoriert Cassjarella dabei völlig. Vorsorglich hat er sich jedoch außer Reichweite der Tafel und ihrer Füße gebracht …

Was auch gut ist, denn er hört Cassjarella hinter sich vor Wut schnauben als er 'meine Liebe' sagt.

Das entlockt dem Krieger nur ein versonnenes Lächeln, das die Geweihte aber nicht sehen kann, nur der Greif.

"Madame scheint etwas indisponiert." ist der leise Kommentar des Greifen.

Connor winkt nur ab und deutet flüchtig auf seinen Hals, um anzuzeigen, dass er vermutet, Cassjarellas Zurückhaltung resultiere - zumindest auch - aus ihrer derzeitigen Situation. Auch wenn sie ihm noch nie gesellig erschienen ist, so hat die Geweihte in letzter Zeit doch sehr den Hang zur Verschlossenheit gezeigt. Ein wenig nachdenklich wirft Connor ihr daher einen Seitenblick zu, seufzt stumm und nimmt dann einen tiefen Schluck aus seinem Becher.

Celissa bekommt auch mit, dass der Greif nicht erfolgreich ist, und nach dem nächsten Tanz gesellt sie sich zu Cassjarella. Ihr Gesicht ist von der Bewegung leicht gerötet und ihre Augen blitzen fröhlich. "Was ist mit Euch?" fragt sie leichthin. "Wollt Ihr Euch nicht auch ein wenig amüsieren?"

"Gebt mir ein Schwert und einen würdigen Gegner", schreibt Cassjarella auf die Tafel. "Dann werde ich mich amüsieren!"

Celissa lacht. "Sehr rondragefällig, aber vernachlässigt mal die anderen Götter auch nicht. Speziell die Heitere Göttin natürlich." Sie zwinkert Cassjarella zu. "Kommt schon, hier gibt es gerade keinen Kampf, also entspannt Euch und genießt."

Die Antwort ist nur ein weiteres Kopfschütteln. Cassjarella lässt sich nicht erweichen.

"Wie Ihr möchtet", sagt Celissa. "Aber ich finde, Ihr macht es Euch nur selbst schwer. Und denkt auch daran", sie blickt bedeutsam zu den Dorfbewohnern, "Nobless oblige, in mehr als einer Art."

Auch diese Bemerkung wird von Cassjarella ignoriert.

Celissa lässt sie dann in Ruhe und feiert weiter.

Kurz danach erhebt sich Cassjarella und zieht sich nachdem sie sich vom Dorfältesten verabschiedet hat - ein wenig schwankend - in ihr Bett zurück. Sollen die anderen Tanzen und ihren Spaß haben …

Der Abschied am nächsten Morgen ist kurz aber herzlich. Das ganze Dorf hat sich am Ausgang des Weilers eingefunden und wünscht der Gruppe alles Gute.