Am Morgen werden die Helden schon sehr früh durch die alltägliche Routine in der Burg geweckt. Die ersten Gottesdienste stehen an, das Frühstück ist vorzubereiten …

Cassjarella nimmt natürlich am ersten Gottesdienst des Tages teil.

Wortlos schließt Connor sich ihr an. Offenbar hat er einen sehr leichten Schlaf und dem entsprechend ihren Aufbruch gehört.

Auch Celissa geht zum Gottesdienst.

Das Schwert der Göttin nimmt sie mit und lehnt es als Fokus an die Leuin an den Altar.

Das wiederum führt zu einigem Gemurmel und Getuschel bei den jüngeren Ordensbrüdern. Diese finden ihren Fokus erst dem lauten Räuspern eines Ritters der Göttin wieder.

Nepolemo ya Torese erwartet die Helden bereits am Frühstückstisch. "Da habt Ihr ja was angestellt." begrüßt er sie mit einem milden Lächeln auf den Lippen und weist auf ein Fenster.

"Das war nicht zu vermeiden", meint Celissa.

"Das merkt Ihr auch schon?" fragt Connor verblüfft. "Bereits gestern waren Heerscharen des Pöbels hinter uns her." erinnert er, während er aus dem Fenster sieht.

"Ja, und sie sind über Nacht nicht weniger geworden, eher mehr. Neetha ist komplett im Ausnahmezustand." stellt der Oberst-Komtur sachlich fest.

Cassjarella schaut zu dem Fenster.

Vor der Festung haben sich größere Menschenmassen versammelt. Diese blicken gespannt auf die Burg oder stimmen sich mit rondrianischen Gesängen auf das Kommende ein.

"Gibt es einen Weg aus der Burg, auf dem wir nicht gesehen werden?" fragt Cassjarella. Sie ist sich sicher, dass es so einen Weg gibt, nur ob der Oberst-Komtur ihnen soweit entgegen kommt, da ist sie sich nicht sicher.

Torese überlegt. "Nur Ihr oder auch Eure Pferde?" fragt er dann zurück.

"Ich denke, wir werden ohne weiteres die Burg verlassen können, wenn wir allein reiten." mischt Connor sich mit einem Wink zu Celissa und Randirion ein. "Wir holen dich dann ab, wo immer der Pfad endet. Wenn Dir dabei wohler ist, begleite ich Dich auch und wir überlassen unsere Tiere unseren Freunden." bietet der Krieger alternativ an.

"Das klingt vernünftig." nickt Cassjarella und wendet sich wieder an Torese: "Könnt Ihr mich und das Schwert hier raus bringen? Und meinen Gefährten die Stelle nennen, wo sie mich finden?

Ich denke die Leuin würde es lieber so sehen als das das Schwert und ich von dem Mob zerpflückt werden …"

"Du gehst allein." Es ist fast mehr eine Feststellung als eine Frage. Nur ungern lässt Connor die Geweihte allein. Wer weiß, ob der Torese wirklich so ehrbar ist, wie er tut.

Cassi nickt, der Ausdruck ihrer schwarzen Augen lässt keinen Widerspruch zu. Und so wie Connor sie kennt, wird sie sich von nichts was auf Dere oder sonst wo weilt aufhalten lassen.

"Also gut. Wir werden dort sein und auf Dich warten." erwidert er auf ihre wortlose Antwort. "Und solltest Du unterwegs etwas Interessantes 'finden', wäre ich enttäuscht, wenn Du mir nichts mitbringen würdest." grinst der Krieger sie an. Dann wendet er sich an den Torese: "Nun denn, lasst uns aufbrechen."

Belustigt verfolgt Torese das Geplänkel der beiden. "So mag es sein." Er blickt Randirion und Celissa fragend an. "Doch vielleicht sollten Eure Gefährten vorher noch zu Wort kommen dürfen."

Celissa lacht und verneigt sich in seine Richtung. "Ich finde den Plan gut. Wo ist der Treffpunkt?"

"Es gibt hier einen kurzen Geheimgang, der die Marchessa aus der Stadt bringt. Sein Ende ist östlich der Burg, an dem kleinen Fluss, dem Abzweig des Chabab. Von dort aus braucht Ihr Euch nur nordwestlich zu halten um auf die Silem-Horas-Strasse zu stoßen. Und von dort aus kommt Ihr dann Richtung Arivor weiter." erklärt Torese die Gegebenheiten.

"So machen wir es!" bestimmt Cassjarella. "Ich wusste, dass ich ich auf Euch verlassen kann. Wenn es Euch dienlich ist, werde ich in Arivor und Perricum Euren Namen und Eure Verdienste erwähnen."

Der Oberst-Komtur deutet eine kurze Verbeugung an. "Es war mir ein Vergnügen."

"Wer wird wie viel Zeit Vorsprung benötigen?" fragt Connor eine ihm wichtige Einzelheit nach. Nur ungern würde er zu lange an der Endposition des Ganges warten müssen, falls einige der Neethaner das Spiel durchschauen und sie verfolgen.

"Nun die Marchessa wird nicht lange gehen müssen. Also solltet Ihr mit den Pferden früher starten. Bei der Zeiteinteilung bin ich mir unsicher. Ihr werdet durch die Menge müssen. Danach wird man Euch vermutlich in Ruhe lassen. Ein halbes Stundenglas Vorsprung mag reichen." legt er sich schließlich fest.

Ohne ein weiteres Wort nickt der Oberst ihm dankend zu, dreht sich um und will gerade den Raum verlassen, um den Plan auszuführen, als er einem Impuls folgend Cassjarella - noch bevor diese reagieren kann - kurz in den Arm nimmt und drückt: "Pass auf Dich auf." raunt er ihr zu, ehe er in sein Zimmer eilt, seine restlichen Sachen nimmt sich sodann zu den Ställen begibt.

"Und pass' Du auf meinen Rappen auf!" antwortet Cassi und schiebt Connor weg.

"Schon klar." raunt er ihr zu und schmunzelt.

"Vielleicht könntet Ihr die Menge noch etwas ablenken", schlägt Celissa vor. "Wenn Ihr sie glauben macht, das Schwert werde ihnen bald gezeigt, bleiben sie eher hier und achten nicht auf uns."

"Keine schlechte Idee. Vielleicht ist die Marchessa ja bereit auf der Burgwehr das Schwert zu zeigen. Und zwar während Ihr verschwindet. Hattet Ihr nicht gestern so etwas versprochen?" Torese blickt Cassjarella an.

"Gut, wir haben die Zeit dazu. Ich werde mein Schwert zeigen oder wollt Ihr, dass ich das Schwert der Leuin zeige?"

"Zeigt Thalionmels Schwert. Ich möchte nicht, dass ein Dummkopf mit Adleraugen die ganze Meute aufwiegelt." bestimmt der Oberst-Komtur nach kurzer Pause.

Cassi nickt nur kurz. "Zeigt mir den Weg zur Wehr, bitte!"

Sie zieht das Schwert der Göttin aus der Rückenscheide und verstaut dort ihren Rondrakamm. "Ach ja, hättet Ihr noch eine Rückenscheide, sonst muss ich immer einen Rondrakamm tragen …"

"Natürlich." Ein kurzer Hinweis und das Gewünschte wird geholt.

Cassjarella bedankt sich und befestigt die Scheide ebenfalls auf ihrem Rücken.

Derweil beginnt sich Torese mit Cassjarella an eine exponierte Stelle, von wo aus die Menschenmenge die Ritterin und das Schwert sehen könnte.

Nach kurzer Zeit öffnet sich das Tor und 3 Reiter verlassen die Burg. "Jetzt wäre es gut. Und vielleicht noch ein paar Worte zur Ablenkung." raunt der Oberst-Komtur Cassjarella zu.

Cassjarella tritt an den Rand der Brüstung und hebt das Schwert der Göttin hoch. Dabei hält sie es in der tiefstehenden Sonne des neuen Tages so, dass sich Praios Licht auf der geflammten Klinge widerspiegelt und das Schwert von sich aus zu leuchten scheint.

Nach dem die Menge ihr Augenmerk auf das Schwert gerichtet hat, hebt die Geweihte mit lauter Stimme an: "Kniet nieder, die Göttin hat uns eine große Gnade erwiesen."

Sie wartet bis die Menge ihrer Aufforderung nachkommt.

"Das Schwert der Leuin, Thalionmels heilige Waffe ist geborgen!

Die Zeit der Suche ist vorüber, die Leuin selbst hat uns den Weg gezeigt. Nun kann uns keine heidnische Macht aus dem Süden mehr besiegen, denn der Tod eines ganzen Heeres liegt wieder in den Händen der Kirche der Himmlischen Kriegsherrin!

Neigt nun alle Euer Haupt und stimmt mit in den Choral der Leuin ein!"

Auch hier macht sie eine Pause bis alle soweit sind, dann beginnt sie den Choral "Heil Dir, Rondra, Himmelsleuin" zu intonieren.

Als sie diesen beendet hat, segnet sie die Menge und tritt von der Brüstung zurück.

"Vielleicht wollt Ihr nun noch etwas sagen, während ich mich zurückziehe", raunt die dem Oberst-Komtur zu.

Als sie von der Menge nicht mehr zu sehen ist, steckt sie ihren Rondrakamm in die Scheide über der rechten Schulter und das Schwert der Göttin über die linke, dann wartet sie darauf, dass einer der Ordensbrüder sie aus der Burg führt.

Nepolemo ya Torese stimmt einen weiteren Gesang zu Ehren der Himmelsleuin an und bannt so die Menge noch ein wenig vor der Burg. Cassjarellas Führer leitet sie zu einer kleinen Tür. Der Weg führt über eine kurze Treppe in einen kleinen Raum mit Gittertür. Der Ardarit öffnet sie und weist in den niedrigen Gang dahinter. "Dort hinaus kommt Ihr zu Euren Gefährten. Rondra mit Euch."

"Mit Euch auch, Bruder!"

Der Weg ist nur kurz und Cassjarella wartet schon einige Minuten als sie Pferdegetrappel hört.

Sicherheitshalber tritt sie zurück in die Deckung des Ganges und zieht ihr Barbarenschwert.

In der Nähe des Gangs werden die Pferde langsamer und schließlich steigt eine Person ab. Soviel kann sie aus dem Gang heraus hören.

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Gemessenen Schrittes lässt Connor sein Streitross sich seinen Weg durch die Menge suchen. Cassjarellas Rappen hat er lose am Zügel und führt die Gruppe - mit ein paar kleinen Umwegen, die eine Richtungsbestimmung für zufällige Beobachter erschweren sollen - zu der ihnen beschriebenen Stelle.

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"Parole!" ruft sie halblaut aus dem Gang heraus. Ihr Schwert hält sie angriffbereit und wartet auf eine Antwort.

Erleichtert grinst der Krieger, offenbar hat Cassjarella es geschafft.

Da sie keine Parole ausgemacht haben und es - wenn auch kaum wahrscheinlich - jemand anderes sein könnte, antwortet er: "Wolf von Winhall!"

Als Cassi das hört, steckt sie erleichtert ihr Schwert weg und tritt langsam ins Freie. "Schön, dass ihr da seid!"

"Ebenso!" meint Celissa ehrlich erleichtert. "Das hat ja gut geklappt. Jetzt lasst uns rasch etwas Weg zwischen uns und Neetha bringen!"

Cassjarella nickt bestätigend.

"Ebenso!" meint Celissa ehrlich erleichtert. "Das hat ja gut geklappt. Jetzt lasst uns rasch etwas Weg zwischen uns und Neetha bringen!"

Sie nimmt Connor die Zügel ab und schwingt sich auf ihren Rappen.

Der Zustand der Straße hat sich seit dem Hinweg nicht gebessert und verhindert oftmals eine schnelle Reise. Doch gegen Abend liegt Neetha weit hinter ihnen. Allerdings ist die Gegend auch sehr einsam.

"Reiten wir noch ein Stück, oder schlagen wir an der nächstbesten Stelle unser Lager auf?" fragt Connor seine Gefährten. Trotz allem verspürt er keine große Lust, bei Dunkelheit weiterzuziehen.

"Wir sollten nach einem kleinen Wäldchen abseits der Straße Ausschau halten." schlägt Cassjarella vor. "Dann werden wir nicht so schnell gesehen, können aber die Straße beobachten."

"Wie Du willst." erwidert der Krieger und hält nach einem entsprechenden Plätzchen Ausschau.

Kurze Zeit später entdeckt Connor eine solche Stelle. Eine Senke umgeben von mehreren Gebüschen und einigen Bäumen. Ein kleiner Bach fließt keine 50 Schritt davon. Die Entfernung zur Straße beträgt wohl ebenso viel Schritt.

Er deutet auf den möglichen Rastplatz und fragt: "Was haltet ihr davon?"

"Nun, eigentlich brauchst Du ja kein Lob, aber das Wäldchen sieht gut aus", freut sich Cassjarella und lenkt ihren Rappen langsam in die Richtung der Senke.

Ohne eine Antwort abzuwarten blickt er gen Himmel, um Wolkenbildung und Regenwahrscheinlichkeit zu prüfen.

Mit Regen ist heute Nacht wohl nicht zu rechnen.

"Wenn es trocken bleibt - und danach sieht es wohl aus - gibt uns die Mulde genügend Sichtschutz, ohne dass wir wegschwimmen. Wir sollten hier bleiben."

Cassjarella hört die Zusammenfassung Connors schon nicht mehr, denn sie ist schon fast bei der Senke angekommen.

Erleichtert steigt Celissa in der Senke ab. Der Ritt war anstrengender, als sie es üblicherweise gewohnt ist, und jetzt will sie eigentlich erst einmal nur ausruhen. Aber mit einem leisen Seufzer rafft sie sich auf und kümmert sich zunächst um ihr Pferd.

Welches die Aufmerksamkeit gut gebrauchen kann. Mehrere solche Strecken wird es nicht ohne Schaden überstehen.

Der junge Adlige ist mit der Wahl ihres Nachtlagers durchaus einverstanden und steigt aus dem Sattel seines Rappen, dem er anschließend seine Aufmerksamkeit schenkt. Er bietet Celissa an, ihr Pferd mit zu dem Bach zu nehmen, wo er beide Pferde saufen lassen wird.

Das nimmt sie gerne an.

Während sie das Nachtlager vorbereiten, bemerkt Randirion eine große Möwe, die mehrmals über der Gruppe kreist und dann in Richtung Praios verschwindet.

"Hm, eigenartig", sinniert er, während er den Vogel beobachtet und diesen dann mit seinem Blick folgt, bis die Möwe aus seinem Blickfeld entschwindet. "Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man annehmen, wir wurden gerade beobachtet", spricht er seine Gedanken vernehmlich aus.

"Wie kommt Ihr darauf?" fragt Cassjarella neugierig.

"Nun, welchen Sinn sollte es für einen Seevogel machen, über einer Gruppe Reiter zu kreisen und anschließend landwärts wieder zu verschwinden, ausgerechnet dorthin, von wo wir herkommen?" fragt der Cavalliere zurück.

"Wirklich scharfsinnig." meint Connor dazu, der sich ein wenig ärgert, dass ihm der Vogel nicht aufgefallen war. "Wir sollten die Wache heute Nacht besonders ernst nehmen." schlägt er vor.

"Allerdings", ist auch Randirion Connors Meinung.

"Ihr habt einen Seevogel gesehen?" fragt Cassi erstaunt. "Nun, das ist schon komisch. Glaubt Ihr, dass irgendjemand diesen Vogel zu spionieren nutzen könnte?"

"Das wäre durchaus möglich, bedenkt man die Möglichkeiten mancher Magiebegabter", antwortet Randirion.

"Ich dachte, dass wäre immer Raben oder Eulen", meint Cassi und zuckt mit der Schulter.

"Eben diese Überlegung führt zu gewissen Zweifeln", erwidert der junge Adlige sinnierend.

"Also schön, dann bleiben wir hier." Rasch errichtet Connor ein einfaches Nachtlager und legt sich zur Ruhe: "Weckt mich für die letzte Wache."

"Gut, mache ich", antwortet Cassjarella. "Wer übernimmt die erste und zweite Wache?"

"Ich mache die erste", bietet Celissa an.

Fragend blickt Cassjarella zu Randirion.

"Und anschließend übernehme ich", meldet sich Randirion.

"Gut, dann wünsche ich eine angenehme Nachtwache", meint Cassjarella noch bevor sie es sich unter ihrer Decke bequem macht.

Zumindest Connor wird bewusst auf ungewöhnliche Dinge (neugierige Tiere etc.) achten, sich abseits vom Feuer aufhalten und aus den Schatten heraus beobachten.

Der Cavalliere war zwar mit der Einteilung in einzelne Wachen nicht unbedingt einverstanden, doch hat er, nachdem Celissa die erste Wache übernahm, sich ohne weitere Einwände zur Ruhe begeben und dann die zweite Wache abgehalten. Als Cassjarella die nächste Wache übernimmt, legt er sich wieder hin, um für den Rest der Nacht die nötige Ruhe zu bekommen.

Auch Cassi wird sich während ihrer Wache am Rande des Lichtkreises aufhalten, denn das Feuer wirft.

Die Nacht ist bewölkt. Außerhalb des Feuerscheins ist kaum etwas zu erkennen. Was die nächtlichen Jäger nicht zu stören scheint. Eine Eule huscht nahe an Cassjarella vorbei. Ohne ein Geräusch von sich zu geben gleitet sie vorbei.

Plötzlich überkommt die Geweihte eine unwiderstehliche Müdigkeit und langsam sackt sie zu Boden.

Als die Geweihte bemerkt wie sie die plötzliche starke Müdigkeit übermannt, stößt sie ein Stoßgebet aus: "Oh, Du Himmelsleuin, lass mich nicht einschlafen!"

Die Geweihte reißt sich am Riemen und weckt mit einem lauten Ruf Connor, um dann noch ihr Schwert zu zücken und sich zu wappnen.

Wer auch immer sie verzaubern wollte, er zeigt sich nicht. Und so muss sich Cassjarella zunächst orientieren.

Durch den Warnruf wird auch Randirion geweckt, jedoch hängt ihm noch die letzte Wachschicht nach und nur mühsam kommt zu sich.

Noch ehe Cassjarella seinen Namen ganz ausgerufen hat, ist Connor hellwach, springt auf, zieht dabei sein Tuzakmesser und hält nach einer drohenden Gefahr Ausschau.

Als er sich umblickt entdeckt er plötzlich 5 Schritte von sich entfernt einen nackten Elfen der die geballte Faust erhoben hat und damit auf ihn deutet. Er kann erkennen, dass der Elf im nächsten Augenblick etwas rufen wird.

Celissa wacht ebenfalls auf, bleibt aber zunächst liegen. Sie vergewissert sich nur, dass ihre Waffen griffbereit sind, und sieht sich so gut es geht um.

Auch sie erblickt einen nackten Elf der hinter Connor auftaucht. Er scheint sich zu konzentrieren und hebt eine Hand. Die Faust ist dabei geballt.

Cassi versucht noch gegen ihre Benommenheit an zu kämpfen und hört nichts.

Dafür bemerkt sie wie plötzlich ein nackter Elf fünf Schritt hinter Connor auftaucht.

"CONNOR! Hinter Dir!"

Sie zieht ihr Barbarenschwert und stürmt los.

Sie sieht wie Connor Opfer des Zaubers wird. Der Elf konzentriert sich wieder, seine Faust ruckt in ihre Richtung.

'Ein Zauber!' durchschießt es seine Gedanken. Seine langjährige Erfahrung, nicht zuletzt auch mit Elfen, lässt ihn in Isdira ausrufen: , während er mit einer wirbelnden Bewegung auf den Elfen zu sprintet.

Sein Tuzakmesser hält er dabei mit Klinge nach hinten, die linke Hand mit dem kleinen Finger an der Parierscheibe, die rechte Hand Daumen an Daumen direkt darüber. Sollte der Elf aufhören, liefe er nur weiter auf ihn zu. Sollte er jedoch den Zauber vollenden und den Krieger sogar damit treffen, wäre dieser trotzdem noch in der Lage, mit einem gewaltigen Rückhand-Aufwärtsschwung den ungerüsteten Elfen im Lauf in zwei Teile zu schneiden.

So hat es Connor geplant, aber bevor er überhaupt richtig Fahrt aufnehmen kann, brüllt ihn der Elf an. "khar'bha'dao" hört er noch bevor ihn der Zauber mit voller Wucht trifft. Plötzlich ist der Elf verschwunden und vor ihm entsteht ein schwarzes, waberndes Etwas. 'Einer der namenlosen Schrecken'. schießt es ihm durchs den Kopf bevor er panisch zur Seite ausbricht.

Jetzt springt sie auf, den Degen in der Hand. Während sie in Richtung des Elfen läuft, schaut sie noch nach weiteren Bedrohungen, die vielleicht jetzt erst auftauchen oder nicht in ihrem Blickfeld waren, als sie am Boden lag.

Einen Warnruf kann sie gerade noch unterdrücken, als sie sieht, dass Connor den Elfen auch schon bemerkt hat.

Ihr schweifender Blick kann auf die Schnelle keine weiteren Bedrohungen erkennen. Allerdings ist es außerhalb des Feuerscheins dunkel. Hier würde nur eine intensivere Prüfung valide Erkenntnisse bringen. Hören wird sie bei dem entstehenden Kampflärm nichts.

So erlebt Randirion mit wie der Elf Connor mit einem Zauber in panische Angst versetzt. Celissa blickt sich gerade suchend um und Cassjarella stürmt zum Angriff vor.

Den einmal aufgenommenen Schwung unterstützend beschleunigt der Krieger seine Schritte, sein Griff verkrampft sich, seinen Blick richtet er tunnelartig auf den Wald vor ihm. Dunkel zwar, aber frei von diesem Schrecken, den er hinter sich zurück lässt. Laut bricht er in das Unterholz und rennt, bis er den Schein des Feuers nicht mehr sehen kann.

Schwer atmend presst er sich mit dem Rücken gegen einen Baum und rutscht daran hinab, bis er auf dem Boden sitzt.

Wieder einmal aufrichtig bedauernd, dass seine Mutter ihm zwar ihre äußeren Werte vermacht, doch es an den inneren Werten hat fehlen lassen, fährt der Cavalliere nun, nach Rapier und Linkhand greifend, auf und eilt auf den unbekleideten Elfen zu, ebenso wenig gerüstet wie dieser, in der Hoffnung, dass sich ihr gemeinsamer Feind nur auf einen Gegner wirklich konzentrieren kann. 'Rondra, steh uns bei!' richtet er ein Stoßgebet an die Leuin, während er sich dem Angreifer nähert und zum Kampf stellt. Auf den Einsatz seiner Balestrina verzichtet er wegen des Ressentiments der Rondrageweihten gegen Schusswaffen, und des benötigten Zeitaufwands, diese hier sinnvoll in Einsatz bringen zu können.

Celissa läuft weiter auf den Elfen zu und sieht entsetzt, wie Connor zur Seite wegrennt. Der Elf muss ihn verzaubert haben! Sie hofft, dass sie den Gegner erreicht und attackieren kann, solange er sich auf Cassjarella konzentriert. Aus dem Augenwinkel nimmt sie Randirion wahr und weicht instinktiv noch etwas zur Seite aus, um ihrem Freund Platz zu lassen.

Diese Ausweichbewegung rettet Ihr vermutlich das Leben. Denn knapp neben ihrem Hals rauscht ein Pfeil an ihr vorbei.

In diesem Moment ist die Geweihte dran und attackiert den Elf.

Behände weicht der Elf aus. Mittel- und Zeigefinger seiner linken Hand zeigen auf Cassjarella und sie hört noch ein "bha'iza dha feyra" bevor ein greller Lichtblitz in ihrem Kopf erscheint.

'Aus welcher Richtung kam der Pfeil?' versucht Celissa zu ergründen.

Aus ihrem Rücken.

Ohne Sicht nimmt sie ihr Schwert mit beiden Händen und hält schlägt intuitiv einen Sensenschlag in Brusthöhe.

Der Elf weicht zurück und springt dabei in Celissas Stoß.

Der junge Adlige ist völlig auf den sichtbaren Gegner konzentriert, so dass er den hinterhältigen Angriff durch den verborgenen Bogenschützen nicht bemerkt hat.

Celissa läuft weiter und stößt dem Elf ihren Degen durch die Brust, bevor der Zeit hat, noch etwas zu zaubern. Sie hofft, dass sich Randirion um den Bogenschützen kümmert.

Der Elf weicht Cassjarellas Sichelschlag aus, gerät dabei aber genau in den Degen von Celissa. Er erhält einen schmerzhaften Stich, allerdings fließt weniger Blut als Celissa gedacht hätte.

Der Sichelschlag behindert allerdings auch Celissa selber. Solange die Geweihte blindlings schlägt kann sie auch Celissa treffen.

Cassi ruft voller Verzweiflung: "Ich sehe nichts, sagt mir doch wo der Lump ist!"

Celissa weiß nicht, wie sie der Geweihten genau genug sagen könnte, wo sie hinschlagen soll. "Hier bin ich!" ruft sie aber, nicht dass Cassjarella noch auf sie einschlägt. Gleichzeitig greift sie weiter an.

Der Elf nimmt auch diesen Stich hin. Er scheint sich zu konzentrieren. Leise spricht er "visya’bha lir’faenya’dha" und nickt. Dann verschwindet er, als wäre er niemals da gewesen.

In diesem Augenblick greift jedoch Randirion an und attackiert den sich konzentrierenden Elf mit einem gerade ausgeführten Stich gegen dessen bloßen Oberkörper.

Es ist schon ein sehr irritierender Anblick, wenn die Spitze der eigenen Waffe plötzlich im Nichts verschwindet und kurz darauf mit Blut zurückkehrt.

Sofort versucht der Cavalliere, einen weiteren Stich anzubringen und setzt zum Stoß an. So schnell kann dieser Schurke sich doch nicht seinem Rapier entziehen!

Doch das kann er. Sein Stich geht ins Leere.

Dafür hört Celissa wieder einen Pfeil heran fliegen.

Da Cassi gehört hat wo Celissa ist, wird sie ein weiteren Querschlag in Brusthöhe in der entgegen gesetzten Richtung anbringen. Selbst wenn sie den Elf nicht trifft, will sie damit seinen Bewegungsbereich einschränken oder ihn von Celissa ablenken.

Dort ist definitiv niemand. Doch der Blitz lässt nach und sie kann sehen wie der Elf nickt und verschwindet.

Schnell greift Cassjarella zum Boden und wirft etwas lose Erde in die Richtung in die der Elf verschwand.

Der Elf hat sich schon bewegt und so fliegt der meiste Dreck vorbei. Nur einige wenige Krümel prallen scheinbar von der Luft ab.

Der Elf ist eh weg, also lässt sich sich zu Boden fallen. Der Pfeil zischt über sie hinweg, dann dreht sie sich, um nach dem Schützen Ausschau zu halten.

Die Dunkelheit ist auch von dieser Stelle aus nicht so einfach zu durchdringen.

Cassi schätzt die Richtung und schlägt wieder mehrere Sensenschläge in die Richtung in die sie den Elf vermutet.

Die Sichelschläge treffen die Position, an der sie den Elf vermutet. Allerdings teilen sie nur die Luft.

Cassi versucht Spuren den unsichtbaren Elfs zu bemerken. Sobald sie diese sieht, wird sie attackieren.

Bis an den Rand des Feuerscheins kann sie der Spur auf dem Boden folgen. Allerdings ist so ein nackter Elf ziemlich schnell. Ihre Schläge gehen ins Leere.

"Da drüben muss irgendwo einer sein!" ruft sie, mit dem Arm die Richtung anzeigend. Sie schaut nach der nächsten Deckung in dieser Richtung.

Da hört sie Celissa Rufe und wendet sich dem bisher nicht von ihr weiter beachteten zweiten Gegner zu.

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"Merde!" Randirion kann seinen Unmut nicht zurückhalten. Er zieht einen brennenden Ast aus dem Feuer und sucht nach den Spuren, die dieser feige Lump hinterlassen haben muss, Blut- und Fußspuren dürfte dieser nicht durch Magie verschwinden lassen können. Den Ast dicht am Boden haltend, versucht er den Spuren zu folgen.

Die Blutspuren sind klein und sehr selten, die Verfolgung erfordert Randirion alles ab. Zumal er im hellen Fackelschein ein vorzügliches Ziel für jeden Schützen darstellt.

Im Vertrauen darauf, dass er im Unterholz trotz des Lichtscheins und seiner gebückten Haltung wegen als Ziel schlecht zu treffen sein wird, folgt er den Spuren beharrlich. Irgendwo wird dieser Elf doch seine Ausrüstung abgelegt haben müssen und irgendwann wird auch der Zauber verschwinden, der ihn hat unsichtbar werden lassen. Der Gegner ist mehrfach verletzt worden und sollte doch zu überwinden sein!

Randirion merkt schnell, dass ein Flüchtender bei diesem Spiel klar im Vorteil ist. Er läuft auf ein bekanntes Ziel zu während der Verfolger sich mühselig mit der Suche nach Blutresten aufhalten muss.

Dennoch bleibt der junge Adlige hartnäckig. 'Nun ist es an der Zeit, dem weißen Jäger seine Aufwartung zu machen', geht es ihm durch den Kopf. 'Herr Firun, leitet meine Schritte, auf dass der gerechten Vergeltung Genüge getan wird!'

Randirions Draht zum Grimmigen scheint nicht sehr gut zu sein. Oder er bringt ihm einfach zu wenig Aufmerksamkeit entgegen. Denn kurz darauf endet die Spur auf einer Lichtung. Und wie Hohngelächter erscheint Randirion das sich entfernende Krächzen einer Möwe.

"Zut alors!" Unzufrieden mit sich selbst stellt der junge Adlige seine Suche ein. Nun ist ihm auch klar, wer diese Möwe war, die er am Abend gesehen hat. Unverrichteter Dinge kehrt er umgehen zum Lager und seinen Gefährten zurück. "Er ist entkommen!" Mehr sagt er nicht zu seinen Anstrengungen.

"Der andere ist wohl auch weg", stellt Celissa fest. Seit einer Weile kamen keine Pfeile mehr.

"Und wenn sie das Schwert wollten, das haben sie nicht bekommen!" meint Cassi und klopft dabei auf die Rückenscheide mit dem Schwert der Göttin. Sie hatte es die ganze Nacht unter ihrer Decke und zum Beginn ihrer Wache umgeschnallt.

Jetzt sucht sie im Schein des Feuers nach ihrem Rondrakamm, den sie bei ihren Sache gelassen hatte.

"Ihr verfügt über eine bewundernswerte Gabe der Bedachtsamkeit", zeigt sich Randirion erleichtert. Er reinigt sein Rapier vom Blut des Elfen und lässt es zurück in seine Scheide gleiten. "Sollten wir nicht nach dem Oberst suchen? Ist jemand verletzt worden?" fällt ihm besorgt ein und er hält nach dem einen wie dem anderen Ausschau.

"Vielen Dank für das compliment", bedankt sich Cassi. "Um den Oberst mache ich mir noch keine Sorgen, dafür waren es sicherlich zu wenige. Nur der Weg nach Arivor ist noch weit - zu weit, befürchte ich …"

Sie schüttelt den Kopf.

"Hier will irgendwer mit aller Macht an das Schwert und nicht immer kann und wird die Leuin uns so beschützen wie heute Nacht …"

"Connor ist ziemlich schnell weggerannt", berichtet Celissa. "Ich glaube nicht, dass wir ihn einholen können. Besser, wir suchen ihn, wenn wir Licht haben, falls er nicht von selbst zurück kommt. Was meint ihr, wie lange hält so ein Zauber an?"

"Meine Herrin ist die Leuin und nicht die Allwissende", antwortet Cassjarella etwas niedergeschlagen. "Magie sagt mir nichts."

Randirion zuckt entschuldigend mit den Schultern. "Leider ist auch mir unbekannt, wie lange so etwas anhalten könnte", meint er dazu. "Wir werden wohl abwarten müssen."

"Ja, das werden wir wohl müssen", nickt Cassjarella, dann facht sie das Feuer an, schließlich soll Connor in der Dunkelheit nicht so lange suchen müssen. Damit das die Attentäter wieder kommen rechnet sie nicht.

"Na gut", sagt Celissa. "Was Eure Sorge um das Schwert angeht", wendet sie sich an Cassjarella, "da bin ich zuversichtlich. Wir sind doch ziemlich schnell mit den Pferden, viele werden nicht mithalten können. Und dieser Elf mit seinem Freund hat uns bestimmt auch nur mit seiner Magie gefunden."

"Das halte ich für sehr wahrscheinlich", meint Randirion sinnierend. "Als ich die Spur des Elfen verlor, hörte ich den Schrei einer Möwe. Man hat anscheinend unseren Weg aus der Luft ausgespäht."

Das Lagerfeuer bietet einen hervorragenden Orientierungspunkt.

Plötzlich raschelt es vernehmlich im Unterholz und kurz darauf steht Connor wieder vor den Gefährten.

Ihm ist sichtlich peinlich, was geschehen ist: "Hmm, es war … so … furchtbar." versucht er eine Erklärung.

"Es war halt Magie", meint Celissa im Tonfall von 'da kann man nichts machen'. "Gut, dass Ihr wieder hier seid. Ich mache mal Wasser für einen Tee heiß, ja?"

"Ja, das war es. Aber das meine ich nicht. Dieser Elf - ich hätte nie gedacht, dass es so etwas wirklich gibt." seufzt der Krieger als Antwort und lächelt Celissa müde an: "Und ein Tee wäre jetzt wunderbar."

Celissa versteht die Antwort nicht, beschäftigt sich aber einfach mit dem Tee. Dass es Elfen gibt, kann Connor ja nicht gemeint haben. Dass es Elfen gibt, die ihn verzaubern, vielleicht?

"Etwas Heißes im Magen wäre jetzt gewiss nichts Schlechtes", meint Randirion mit einem prüfenden Blick auf den noch angeschlagen wirkenden Oberst.

"Alles wieder gut?" fragt Cassi knapp, aber die Erleichterung ist ihr anzumerken.

"Mit mir? Ja. Aber sonst, nein. Was bewegt einen Elfen nur dazu, sich so aufzuführen?" Connor scheint es noch immer nicht fassen zu können.

"Das Schwert", ist die lakonische Antwort von Cassjarella.

"Nein. Genau das ist der Punkt." erwidert der Krieger fest. "Elfen sollten sich nicht um derlei materielle oder göttliche Dinge kümmern. Sie glauben nicht an unsere Götter und die Dinge sind für sie nur Mittel zum Zweck. Also was wollte dieser Elf?"

"Es wäre nicht der erste Elf, der aus der Art schlägt, oder?" meint die Geweihte. "Es gibt doch genug, die unter Menschen leben und dieses Leben wohl auch kennen und schätzen gelernt haben. War nicht auch mindestens ein Elf im Zeltlager am Flussufer?

Und es wird auch genügend Leute geben, die für die Beschaffung des Schwertes viel Geld ausgeben werden."

"Stimmt … kann das der gleiche Elf gewesen sein?" fragt Celissa. "Ich habe ihn nicht deutlich gesehen."

"Dazu habe ich diesen zu wenig gesehen", grinst Cassi. "Aber verrückt waren wohl beide."

"Wohl wahr." Connor starrt ein wenig abwesend in das lodernde Feuer. Nach ein paar Augenblicken sieht er seine Gefährten direkt an: "So etwas wie heute Nacht darf sich nicht wiederholen! Sie werden uns sicher jagen, vielleicht sogar unser Ziel vorausahnen und unterwegs auf uns warten. Was können wir tun?" Die Frage hängt kurz in der Luft. "An unserer Wachsamkeit liegt es nicht und magische Unterstützung - Fehlanzeige. Also was können wir tun?"

"Kämpfen!" antwortet Cassjarella knapp. "Das Schwert muss nach Arivor und ich bringe es dahin - solange ich lebe!"

"Also schön. Methode Brechstange soll mir Recht sein!" Connor gibt sich wieder kämpferisch. Unmerklich ballt er die Hände zu Fäusten, bis die Fingerknöchel weiß werden. Bis Celissa ihm den Becher mit dem versprochenen Tee reicht, starrt er dann wieder ins Feuer und brütet darüber, wie weitere Angriffe, ob mit Magie oder ohne, verhindert - oder wenigstens erschwert - werden könnten.

Da auch Randirion nichts einfallen will, was man gegen diese Art der Überfälle anderes tun könnte, außer wachsam zu sein, nickt er sinnierend. "Darauf wird es wohl hinauslaufen müssen …"

Celissa seufzt. "Wenn es nicht anders geht … ich würde diesen Leuten lieber aus dem Weg gehen, aber ich weiß auch nicht, was wir gegen Magie machen sollen. Wenn wir wenigstens einen Bogen hätten, dann könnten wir versuchen, die Möwe abzuschießen, wenn sie wieder kommt."

"Bien, eine Vogeljagd sollte auch mit einer Balestrina möglich sein", erwidert der Cavalliere überzeugt, schaut dabei allerdings zu Cassjarella hinüber, die ja eine derartige Waffe eher missbilligt, wie er bereits erfahren musste.

"Da habt Ihr recht", nickt Cassi. "Wer nicht auf ehrliche Weise kämpft, der wird mit seinen eigenen unfairen Waffen geschlagen!"

"Alors, wenn Ihr also damit einverstanden seid, werde ich sie ab sofort wieder einsatzbereit halten", bestätigt Randirion mit entschlossener Miene.

"Es geht gegen Tiere nicht gegen Menschen", bestätigt Cassi.

Für einen Moment erstarrt der junge Adlige, seine grün-irisierenden Augen, ein Erbe seiner Mutter, verengen sich leicht. "Wie Ihr meint, Euer Gnaden", murmelt er unverbindlich, entsetzt darüber, dass die Rondra-Geweihte Elfen für Tiere halten könnte. Denn er vermutet, dass der Elf in Gestalt dieser Möwe geflohen und ihm so entkommen ist.

Connor scheint die Gedanken des Kavaliere erraten zu haben, denn er raunt ihm in einem unbeobachteten Moment zu: "Einigen wir uns darauf, dass es nicht gegen Menschen geht."

Randirion quittiert die Zuflüsterung mit einem knappen Nicken und förmlichen Lächeln. Für ihn besteht kein Unterschied zwischen Menschen und Elfen bezüglich des Ehrenkodex, weshalb es für ihn auch keinen Unterschied macht, mit welcher Waffe man sich allgemein gegen Gaunerei und Schurkentum erwehren mag.

"Oder durch unsere fairen." ergänzt der Oberst, zieht sein Tuzakmesser hervor und beginnt, die Klinge zu pflegen.

"Bien sûr!" Randirion kann diese Aussage nur unterstützen.

"Wenn Du damit eine Möwe triffst …"

"Bien, was fangen wir nun mit dieser unerfreulich unterbrochenen Nacht an?" fragt er nach. "Brechen wir auf oder legen wir uns noch bis Sonnenaufgang ein wenig aufs Ohr?"

"Ich rechne nicht mit einem weiteren Angriff, daher können wir auch hier weiter rasten", schlägt Cassi vor.

"Wie spät mag es wohl sein?" fragt Celissa. Ohne eine Uhr in der Nähe kann sie so etwas in der Nacht überhaupt nicht abschätzen.

Da die Geweihte zu Beginn des Überfalls Wache hatte ist es inzwischen schon weit nach Mitternacht.

"D'accord!" äußert der junge Adlige, der in dieser Nacht noch nicht viel Schlaf abbekommen hat, sein Einverständnis. Fragend schaut er noch zu Connor und Celissa.

Seine Freundin nickt müde. Auf ihre Frage nach der Zeit hat sie keine Antwort bekommen, aber wenn die anderen noch rasten wollen, wird es wohl noch ein paar Stunden bis zum Morgen sein. Den Tee lässt sie einfach mal stehen.

Der Krieger nickt ebenfalls bestätigend. Nachdem er seinen Tee getrunken und Celissa noch einmal gedankt hat, begibt Connor sich zu seinem Pferd, streichelt es und flüstert ihm etwas zu. Nur ein paar Wortfetzen können die Gefährten verstehen. Es klingt, als wenn der Krieger fragt, warum sein Tier sich so ruhig verhalten hat. Aber seine Stimme enthält weder einen vorwerfenden Ton, noch scheint er eine Antwort zu erwarten. Es scheint ihm also gut zu gehen …

Die Nacht ist viel zu schnell vorbei. Der Morgen graut gefühlt schon ein Viertel Stundenglas nachdem Connor wieder zurückkehrt. Erholsam war diese Nacht nicht.

Entsprechend zerschlagen fühlt sich der Cavalliere auch, als er sich aus seinen Decken schält und ein allgemeines "Guten Morgen" wünscht. Er macht sich anschließend etwas frisch, soweit es die Umstände zulassen.

Anschließend wird Sire gesattelt und zur Weiterreise hergerichtet.

Auch Cassi ist am Morgen eher muffelig und maulfaul.

Celissa verzieht das Gesicht, als sie nach so kurzer Zeit schon wieder geweckt wird. Auf dem harten Boden zu schlafen, hat auch nicht geholfen. Sie macht sich so gut es geht frisch und sehnt sich nach einer Tasse heißer Schokolade … aber so schnell wird sie die nicht wieder kriegen.

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Der Tag selber präsentiert sich mit bestem Reisewetter. Klarer Himmel und angenehme Temperaturen lassen die Wildnis rundherum erstrahlen und laden zu einem "Praiostagsausflug" ein. Schade nur, dass daraus nichts wird.

Immerhin, die Götter scheinen weiter mit ihnen zu sein. Das macht doch Mut.

Celissa prüft sorgsam, ob sich ihr Pferd auch gut vom gestrigen Tag erholt hat, bevor sie es sattelt. Wenn eines der Tiere in Schwierigkeiten gerät, haben sie ein echtes Problem.

Sie kann nichts Ungewöhnliches feststellen. Keine lockeren Hufeisen oder geschwollenen Fesseln. Auch keine sichtbaren Verletzungen.

Nach der Einnahme eines leichten Frühstücks sitzt Randirion auf, diesmal legt er vorsichtshalber den Kürass an und hält seine Balestrina schussbereit. Sollte sich diese Möwe noch einmal blicken lassen, ist er vorbereitet.

Cassi muss sich schon zusammen reißen als Randirion die Balestrina bereit hält, aber sie hat es ja in der Nacht erlaubt.

"Wie nah muss die Möwe kommen, damit du sie triffst?" fragt Celissa.

"Malheureusement ist eine Balestrina kein Langbogen, daher …" erwidert Randirion und denkt kurz nach. "… müsste mir der Vogel schon recht nahe kommen, bei 15 bis 25 Schritt sollte er noch zu treffen sein."

Celissa nickt verstehend. "Halt' sie lieber nicht so auffällig", rät sie ihm. "Wenn der Vogel spionieren kann, weiß er vielleicht auch, was eine Balestrina ist, und hält dann Abstand." Sie denkt kurz nach. "Leg' sie doch vorne vor dich und dann den Mantel oder so drüber."

"Deine Annahme ist nicht von Hand zu weisen, chérie, und dein Ratschlag vorzüglich", erwidert der junge Adlige mit zustimmendem Nicken und bedeckt die vor sich gelegte Balestrina mit seinem Ärmelrock.

Connor wirkt unruhig, richtig tatendurstig. Rasch hat er sein Pferd gesattelt, den Ringelpanzer hat er vom Vortag noch an und in der Nacht nicht abgelegt. Dabei ist er so entschlossen, dass er sich heute allem und jedem stellen mag.

Nachdem alle Reise bereit sind, geht es weiter so schnell es geht in Richtung Arivor. Das gute Wetter sollten sie nutzen.

Auch heute kommt die Gruppe gut für diese Art von Straße voran. Gegen Mittag zeigt sich ein einzelner Vogel weit über der Gruppe.

Celissa droht ihm ohnmächtig mit der Faust. Sie hofft, dass er sich dadurch dazu hinreißen lässt, provozierend näher zu kommen.

Sollte es tatsächlich der Elf in Vogelgestalt sein, so ist er durch ihre Gesten zu keiner Reaktion zu bewegen.

Kritisch beobachtet Randirion diesen Vogel, der sich außerhalb der Reichweite seiner Waffe befindet. 'Nun werde nur nicht wegen jedem dahergeflogenem Geflügel paranoid', redet er sich zu, weist jedoch seine Gefährten auf den Vogel und eine mögliche, von diesem ausgehende, Gefahr hin.

"Hoffentlich ist der Vogel nur ein Vogel", meint Cassi.

Kurz kreist der Vogel über der Gruppe, dann fliegt er weiter.

Cassi schaut in welche Richtung sein Flug geht. Zurück oder voraus oder ganz woanders hin?

Voraus.

"Der Vogel fliegt voraus, glaubt ihr, dass unser Feinde uns heute Nacht überholt haben?" fragt sie ihre Gefährten.

"Na das hoffe ich doch." meint der Krieger grimmig. "Dann haben wir eine kleine Überraschung parat …" Fast unmerklich tritt ein Funkeln in seine Augen. Offenbar hat er einen Plan.

"Schon möglich, wir haben doch noch gerastet", antwortet Celissa. "Hoffentlich legen sie uns keinen Hinterhalt."

"Tja, wir müssen halt vorsichtig sein", nickt Cassjarella nachdenklich.

Am Nachmittag ist abermals ein einzelner Vogel hoch über der Gruppe zu sehen. Sollte es der gleiche sein, so fliegt er wieder zurück.

"Hmm, andere Richtung …" resümiert Cassi. "Aber wir sollten uns nicht von jedem Vogel verrückt machen lassen …"

"Das sehe ich genauso so", stimmt Randirion ihr zu. "Wir sind gewarnt, daher dürfte der nächste Versuch eines Überfalls deutlich erschwert sein."

Der Abend rückt schnell näher und damit die Frage, ob und wo übernachten.

Celissa würde ein Gasthaus bevorzugen.

Cassi auch. Schließlich sind sie im Alten Reich und da sollten auch Dörfer, Gasthäuser oder ähnliche Unterkünfte zur Verfügung stehen.

Auch wenn Connor grundsätzlich im Sommer nichts gegen eine Nacht (oder zwei) unter freiem Himmel einzuwenden hat, so würde er schon eine feste Unterkunft bevorzugen. Diese sind einfach besser zu verteidigen …

"Wenn nichts dagegen spricht, sollten wir im nächsten Gasthof Quartier nehmen", meint der Cavalliere nach einiger Zeit des schweigsamen Reitens und richtet sich etwas im Sattel auf, um den Weg voraus nach entsprechenden Angeboten Ausschau zu halten.

"Aus meiner Sicht nicht." erwidert Connor kurz angebunden.

Cassjarella nickt ebenfalls zustimmend.

Gasthöfe sind in diesem Abschnitt der Reichsstraße 5, oder Seneb-Horas-Strasse, eher selten. So finden die vier am Abend auch nur eine eher heruntergekommene zweistöckige Wirtschaft mit dem Namen "Der wilde Süden". Die ehemals weiße Kalkfarbe ist inzwischen eher ein schmutziges Grau. An vielen Stellen bröckelt sie auch schon und gibt das darunter liegende Mauerwerk preis. Als Fenstern gibt es hier mit schwerem Stoff verhangene Maueröffnungen in beiden Etagen. Ein Stallanbau sowie eine Obstwiese umrahmen das Gebäude. Im Stall stehen schon mehrere Pferde.

Celissa rümpft ein wenig die Nase, aber etwas anderes werden sie nicht mehr finden. Man könnte fast meinen, dass die Leute in Neetha irgendwie Recht haben - das Reich sollte sich mehr um diese südlichen Provinzen kümmern.

"Bien, besser als nichts", kommentiert der junge Adlige den sich bietenden Anblick ihres heutigen Quartiers trocken. "Bringen wir die Pferde in den Stall." Dem herbeieilenden Stallburschen gibt er einen Silbertaler, er möge sich um das Wohl seines Rappens, des Braunen und Celissas Reittier kümmern. Sein Gepäck lässt er in die Wirtschaft tragen.

Der Wirt, ein älterer Hüne mit einem ziemlichen Schmerbauch, empfängt Euch freundlich. "Die Zwölfe zum Gruß, willkommen im Wilden Süden."

"Die Zwölfe zum Gruße, guter Mann", antwortet Celissa ebenso freundlich. Sie nimmt ihren Hut ab und sieht sich im Raum um.

Was sie sieht kennt sie aus den schlechten Tavernen in ganz Aventurien. Roh gezimmerte Tische und Stühle, Bierpfützen auf den Tischen und am Boden. An einem Tisch sitzen 5 zwielichtige Figuren in abgerissener Kleidung. Jeder von ihnen trägt ein Rapier, einer hat einen Gurt mit Wurfdolchen umgeschnallt. Kurz blicken die Männer zu den Neuankömmlingen hinüber, dann wenden sie sich wieder den vor ihnen stehenden Bierkrügen zu.

Fachmännisch taxiert der Krieger die Anwesenden mit schnellem Blick. Keiner von denen dürfte ihnen gewachsen sein, aber alle gemeinsam …

Ihnen wird schon etwas einfallen, sollte es heute Nacht die eine oder andere Überraschung geben. Da ist Connor sich ganz sicher.

Einer der fünf steht jetzt aus und verschwindet durch einen Vorhang in einen Nebenraum.

'Wir müssen heute Nacht die Zimmer blockieren oder Wache halten', denkt sie sich innerlich seufzend. Nicht dass diese Gestalten noch auf den Gedanken kommen, sie könnten hier jemanden bestehlen.

Wenn sie hier nicht gleich alle vier auf einmal reingegangen wären, hätte sie sich zu denen gesellen und ein wenig auf den Busch klopfen können, fällt ihr ein. Tja, vielleicht das nächste Mal.

Connor verkneift sich einen bissigen Kommentar zur "Wildheit" des Südens und erwidert statt dessen: "Travia zum Gruße, Meister Wirt. Wir vier und unsere Pferde für eine Nacht, wenn's geht, eine ruhige Nacht." Auch wenn seine Stimme nicht unfreundlich klingt, ist deutlich zu spüren, dass dem Krieger nicht an einem freundlichen Plausch gelegen ist. Das sollen Randirion oder Celissa übernehmen. 'Im nächsten Gasthof sollten wir getrennt auftreten, damit nicht gleich jeder 4 Reisende zuordnen kann.' überlegt er währenddessen.

"Travia zum Gruße", erwidert der junge Adlige höflich, ohne auf das Wortspiel einzugehen, und streift sich die weichen Reithandschuhe ab. "Wir suchen ein Quartier für die Nacht. Ich hoffe, Ihr könnt uns entsprechendes anbieten?"

Da die beiden Männer schon alles notwendige angesprochen haben, nickt Cassi nur stumm grüßend dem Wirt zu.

"Aber natürlich. Allerdings habe ich nur noch ein Zimmer mit 4 Betten. Oder einen Platz im Schlafsaal. Das andere Zimmer ist leider schon belegt." verkündet der Hausherr mit leichtem Bedauern in der Stimme.

"Ich denke, wir sollten das Zimmer nehmen", schlägt die Geweihte vor.

"Das meine ich auch", stimmt Randirion nach einem kurzen Blick in die Runde der anwesenden Gäste zu.

Celissa nickt. "Ja. Lasst bitte heißes Wasser auf das Zimmer bringen", weist sie den Wirt an. "Und bereitet ein gutes Abendessen."

"Wasser dauert einen kleinen Moment." bedauert der Wirt. "Aber dafür ist das Abendessen fertig. Eine Spezialität aus dem Bornland. Kartoffelsuppe a la Jucho. Ihr könnt Euch gerne setzen."

"Nun gut." Celissa hätte sich gerne vorher gewaschen, aber sie will den Wirt nicht unnötig umher scheuchen. "Habt Ihr einen passenden Rotwein dazu?"

"Einen feinherben Castello Ciarantalla hätte ich da. Wäre der genehm?" fragt der Wirt höflich.

Cassjarella ist eher der Meinung, dass herb besser passt als fein. Vielleicht sollte sie die drei, wenn das hier alles zu Ende ist, nach Isliquor einladen und ein paar gute Tropfen aus dem Keller holen.

"Welcher Jahrgang?"

'Egal, es ist ein schlechter!' Cassi muss sich ein Grinsen verkneifen.

"Ein wahrlich guter 1000er." antwortet der Wirt mit Begeisterung. Celissa erscheint das aber nicht unbedingt als erfreuliche Nachricht, hat der Wein doch keinen guten Ruf, egal welcher Jahrgang es ist.

Die Horasierin verzieht das Gesicht. "Und sonst?" fragt sie.

"Haben wir noch die guten Produkte unserer Heimat. Der wilde Süden wird in unserem Landstrich gerne und gut verzehrt." lächelt der Wirt.

"Ah ja. Nun, dann bringt mir bitte ein Bier." Unzufrieden setzt sich Celissa zu Randirion.

"Gerne." Fragend blickt sich der Wirt um.

"Mir auch!"

Ein süffiges Bier wird kurz darauf geliefert. Der Wirt scheint ob seiner Arbeit ins Schwitzen gekommen zu sein.

"Und mir bitte einen gewässerten Wein", bestellt der Cavalliere, "von dem, den Ihr empfehlen könnt, wilder Süden habt Ihr ihn genannt, wenn ich nicht irre."

"Viel Vergnügen damit!" wünscht Cassi und verzieht ihr Gesicht.

Cassjarellas Andeutung bewahrheitet sich. Der wilde Süden ist definitiv kein feiner Tafelwein. Auch das Essen ist eher einfach zu nennen, dafür aber sättigend.

Randirion wird angesichts des nun schwitzenden Wirts aufmerksam, schien dieser doch schon beim Servieren des Essens abwesend zu wirken. Möglichst unauffällig beobachtet er seine Umgebung nach sonstigen Auffälligkeiten.

Der Wirt kehrt wieder hinter seine Theke zurück. Die anwesenden Gäste an den Nebentischen unterhalten sich leise und sprechen Wein oder Bier in geringem Umfang zu. Neue Gäste sind nicht eingetroffen.

"Bien, kommen wir Eurer freundlichen Aufforderung nach", erwidert der Cavalliere, der sich etwas wundert, hier eine Spezialität aus dem Bornland vorgesetzt zu bekommen. Er sucht sich einen Tisch aus, von dem aus man einen guten Überblick über den Schankraum hat.

Cassjarella sucht an dem Tisch einen Platz auf dem sie mit dem Rücken zur Wand sitzen kann.

"Setzt euch doch schon." fordert Connor seine Gefährten auf, ich warte gleich hier auf mein Bier." Er gibt dem Wirt einen Wink und lehnt sich dann mit dem Rücken, scheinbar entspannend und vor sich hin starrend, an die Theke. In Wirklichkeit aber mustert er aus dem Augenwinkel abwechselnd den Vorhang und die anderen Gestalten im Raum.

Randirion nimmt an dem Tisch Platz, den er sich bereits ausgesucht hat.

Kurz darauf kommt der Mann zurück. Er rückt noch ein wenig die Hose zurecht bevor er sich zu seinen Kumpanen setzt.

"Ah! Dort geht es demnach wohl zum Abtritt", raunt er Celissa zu.

"Wir müssen heute Nacht vorsichtig sein", sagt diese jetzt leise zu ihm und Cassjarella. "Die da drüben sehen mir ganz nach Leuten aus, die gerne die Gelegenheit zum Diebstahl ergreifen, wenn sich eine bietet."

"Nun, wenn wir allein in einem Zimmer unterkommen, sollten wir ihnen nicht zu viele Gelegenheiten dazu geben", meint Cassi.

"Assurément!" erwidert Randirion mit gedämpfter Stimme und fügt leise hinzu: "Sicherheitshalber sollten wir diesmal immer zu zweit Wache halten."

"Ja, das könnte besser sein", nickt Cassjarella. "Einer an der Tür, einer am Fenster …"

"Aber die Tür können wir doch sicher irgendwie versperren?" fragt Celissa. "Dann würde eine Wache reichen." Die Aussicht, nur die Hälfte der Nacht schlafen zu können, begeistert sie nicht gerade.

"Türen kann man mit List und Gewalt überwinden", meint Cassjarella. "Oder mit Magie. Ich denke wir sollten zwei Wachen aufstellen."

"Das würde die Wache doch merken, auch wenn sie am Fenster steht", argumentiert Celissa. "Aber die Entscheidung liegt natürlich bei Euch."

"Dann kann es schon zu spät sein", nach der letzten Nacht ist Cassjarella sehr skeptisch geworden. Aber trotzdem schaut sie fragend Randirion und Connor an.

Damit niemand seine Antwort hören kann, fährt Connor sich wie zufällig mit der Hand durch das Gesicht. Dabei streckt er den Zeigefinger auf der einen und den Mittelfinger auf der anderen Seite seiner Nase in die Höhe, um ebenfalls für zwei Wachen zu plädieren.

"Ich denke, außer ein wenig Schlaf haben wir nichts zu verlieren", meint Randirion mit weiterhin gedämpfter Stimme. "Sind wir in Sicherheit, fällt es leicht, diesen nachzuholen."

Celissa seufzt. Kein gutes Essen, kein Wein, kein Bad, kein eigenes Zimmer, und die halbe Nacht Wache halten. Hoffentlich weiß die Herrin Rondra, was sie hier alles für sie mitmacht.

Das Essen ist fünf Minuten später auf dem Tisch und der Wirt wirkt abwesend wie es Connor erscheint.

"Willst Du im Stehen essen?" ruft die Geweihte Connor zu. Die namentlich Anrede unterlässt sie falls ihre Namen bekannt gemacht wurden.

"Ich komme ja schon, Liebste." flötet Connor bewusst auffällig zurück, ergreift seinen Bierkrug von der Theke und setzt sich auf einen freien Platz. Sollte er mit dem Rücken zum Raum sitzen, wird er sich nicht umsehen, sondern aufmerksam die Mimik seiner Gefährten betrachten und daraus auf die Situation hinter sich schließen.

Ob der Liebsten kann er schon ein wenig Minenspiel bei Cassjarella beobachten.

Vergnügt zwinkert der Krieger ihr zu.

Und erntet ein unverständliches Kopfschütteln.

Celissa kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. Ach, das wäre doch was, wenn die beiden Kampfbesessenen hier auch Rahja mal etwas mehr in ihr Leben lassen würden. Mal sehen, ob sie etwas helfen kann … spätestens wenn das Schwert sicher ist, sollte doch gefeiert werden …

Nach dem Essen räumt der Wirt die Teller wieder ab und fragt nach weiteren Getränken.

Cassi schüttelt den Kopf. "Habt Dank, aber ich habe genug."

"Dem schließe ich mich an", ist auch von Randirion zu vernehmen.

"Nein, danke, das reicht mir", antwortet Celissa. "Wann werdet Ihr das heiße Wasser bereit haben?"

"In 5 Minuten." kommt die freundliche Antwort.

Mit einem Lächeln bedankt sich Celissa und erinnert sich sehnsüchtig an das Hotel in Neetha, wo man um solche Dinge gar nicht erst extra bitten, geschweige denn nachfragen musste.

"Nein, lasst es gut sein." meint Connor. "Wir wollen doch den Eindruck der ersten Runde nicht noch verschl… äh … nicht … also wir lassen es einfach noch auf uns wirken." unterbricht er sich rechtzeitig.

Was ihm einen schrägen Blick einbringt. Hastig werden die Teller gestapelt. Ein weiterer prüfender Blick und der Wirt verschwindet kurz um das Geschirr zum Spülen zu bringen.

Nach der veranschlagten Zeit kommt ein junges Mädchen und holt Celissa ab.

Ohne zu fragen erhebt sich der Cavalliere, nickt Cassjarella und Connor zu und begleitet Celissa auf ihr gemeinsames Zimmer.

"Gut, wir sollten immer mindestens zu zweit bleiben", stellt sie fest. "Wann können wir nachkommen?"

Als die beiden aufgestanden sind, rutscht Connor mit seinem Stuhl herum, so dass er neben Cassi - ebenfalls mit Blick in den Schankraum hinein - sitzt. Während er für mögliche Beobachter ihre Hand ergreift, als ob er ihr einen Handkuss geben will, wiederholt er an Randirion gewandt: "Ja, wann können wir nachkommen?" Innerlich amüsiert der Krieger sich ob der Vorstellung köstlich. Nach außen hin wahrt er die Maske eines in die Geweihte Verliebten.

Ein leises Knurren von Cassi hält Connor von weiteren "Täuschungsmanövern" ab.

"Gute Frage, die ich gleich weiter reiche", antwortet der Cavalliere mit einem Schmunzeln, und blickt Celissa an. "Chèrie, was meinst du, wie viel Zeit benötigst du?"

"Ach, eine halbe Stunde sollte schon reichen", meint die. Sie verspricht sich nicht viel Annehmlichkeiten hier.

Nach einer gut bemessenen halben Stunde nickt Cassi Connor zu. "Wollen wir auch hoch?"

"Ja, lass uns gehen." raunt er ihr als Antwort zu und erhebt sich. Langsam folgt er der Geweihten aus dem Schankraum. Sich im Rücken von Cassjarella haltend sieht Connor im Vorübergehen die groben Typen noch einmal unauffällig an. Sollte sich einer für ihren Abgang interessieren, wird der Krieger in angrinsen und einmal zuzwinkern, als ob er sagen wollte: 'Sieh mal, wir gehen jetzt zusammen nach oben!'

Das gemietete Zimmer besteht aus 4 Betten, einem Stuhl und einem kleinen Tischchen. Darauf wird vermutlich die morgendliche Waschschüssel abgestellt. Ansonsten wartet der Raum mit einem Fenster auf, vor das man einen dichten Stoffumhang ziehen kann.

Randirion und Celissa befinden sich bereits dort.

Cassi nickt den beiden kurz zu und geht dann zum Fenster und schaut hinaus.

Sie blickt hinaus in den Obstgarten. Wenn jetzt Erntezeit wäre könnte sie sich direkt von ihrem Standort einen Apfel pflücken.

Cassi schaut sich die Äste an, ob es möglich ist auf diesem Wege ins Fenster zu klettern, dann schaut sie in den Garten, ob dort eine Leiter liegt. Abschließend schaut sie sich das Fenster an, können sie es von innen verriegelt oder Läden vorlegen.

Einige Äste sehen definitiv so aus, als ob ein schlanker Mensch (oder Elf) dort entlang klettern könnte. Eine Leiter ist nicht zu sehen, ebenso wenig sind Läden vorhanden.

"Es scheint nicht gerade schwer über den Baum ins Zimmer zu gelangen", resümiert Cassi. "Das heißt wir haben zwei Fronten, die wir bewachen müssen: zum einen die Tür und zum anderen das Fenster."

Sie schaut ihre Gefährten an. "Wie wollen wir nun unsere Wachen einteilen?"

"Randirion und ich die erste Hälfte, Ihr und Connor die zweite?" schlägt Celissa vor.

"Gut, so machen wir es", nickt Cassjarella.

Dabei fühlt sie sich schon sehr müde. Ein Bett wird da jetzt helfen.

"Ich wünsche eine gute Wache!" wünscht sie und sucht sich das Bett, dass vom Fenster am weitesten weg ist. Dann nimmt sie das Schwert der Göttin und legt es zwischen Bettgestell und Matratze und sich dann oben auf die Matratze. Ihren eigenen Rondrakamm legt sie neben sich ins Bett und versucht zu schlafen.

Was ihr auch mühelos gelingt.

Ohne ein weiteres Wort streift Connor sich die Rüstung ab, legt sein Tuzakmesser neben sich und verbirgt das Kurzschwert unter dem Kopfkissen. "Gute Nacht" wünscht er allseits und legt sich zum Schlafen.

"Gute Nacht", wünscht Celissa.

"Und ich wünsche Euch eine gute Nachtruhe!" Der Cavalliere nickt der Geweihten freundlich zu und geht zum Fenster. "Behalte du die Tür im Auge", bittet er seine Freundin leise und legt den Kürass an. Dann macht er die Balestrina schussbereit und stellt sich, sobald das Licht gelöscht ist, seitlich vom Fenster auf, durch das er einen vorsichtigen Blick nach draußen wirft. Den Stoffvorhang zieht er nicht zu, um mögliche Angreifer sogleich ausmachen zu können.

Auch Randirion muss schon nach kurzer Zeit herzhaft gähnen. Er hat Mühe die Augen aufzuhalten.

Doch er kämpft gegen die Müdigkeit an, wie es sich für einen ehemaligen Offizier unter dem Adlerbanner gehört. Er verschärft seine Aufmerksamkeit, geht leise, um die Schlafenden nicht zu wecken, durch den Raum zur Waschschüssel, wirft sich etwas Wasser ins Gesicht und bezieht wieder seinen Posten am Fenster, wo sein Blick die Dunkelheit zu durchdringen versucht.

Kaum hat er seinen Platz eingenommen da ist die Müdigkeit auch schon wieder da. Immer dringender wird sein Bedürfnis nach Schlaf.

"Ja, gut." Celissa seufzt leise. Sie ist immer noch der Meinung, dass eine Wache in dem kleinen Zimmer reichen würde, um sowohl Tür als auch Fenster zu beobachten, aber was soll's. Sie prüft ihre Waffen und lehnt sich an die Wand neben der Tür und legt den Riegel vor.

Mit Gewalt wird die Tür aufzustemmen sein, allerdings nicht ohne laute Geräusche. Celissa bemerkt ebenfalls eine heftige Müdigkeit. Die letzte Nacht scheint ihre Spuren hinterlassen zu haben.

Sie gähnt und schüttelt den Kopf, um klarer zu werden. Dann beschäftigt sie sich damit, mit einem ihrer Wurfdolche zu üben: rasch ziehen, durch die Finger rollen lassen, zwischen den Händen jonglieren, …

Der Wunsch zu schlafen wird immer größer. Sie kann sich kaum mehr auf die Waffe konzentrieren.

Sie steckt den Dolch wieder ein und geht die paar Schritt zu Randirion hinüber. "So wird das nichts, Chéri", sagt sie leise. "Ich schlafe gleich im Stehen ein."

Randirion sieht sie besorgt an und legt seine Hand kosend an ihre Wange.

"Halte noch etwas durch, mon cœur", flüstert er ihr zu. "Unsere Wache ist bald vorüber." Er lächelt und zieht seinen Dolch. "Ich habe beobachtet, wie du die Tür inspiziert hast. Sie geht nach innen auf, der Riegel scheint nicht der stabilste, hiermit wird sich das Öffnen der Tür noch zusätzlich verhindern lassen", spricht er und geht zur Tür. Sachkundig verkeilt er die Klinge unter der Tür, so dass sie von dem Dolch zusätzlich blockiert wird. "Ich werde dich wecken, sollten dir die Augen zufallen", verspricht er ihr und schaut wieder aus dem Fenster, um den Baum und die Umgebung darunter zu kontrollieren.

"Wir sollten auch das Fenster blockieren", meint Celissa. Sie besieht sich das Fenster noch einmal, aber ihr fällt nichts ein, um es gut zu verschließen. So zieht sie schließlich den Vorhang vor das Fenster, nimmt ein Fläschchen Duftwasser, öffnet es und faltet es so in den Vorhang, dass es herausfallen wird, falls jemand ihn bewegt (eine Falte kann sie z.B. mit einer Nadel befestigen).

Danach kann sie kaum noch die Augen offen halten. "Wir müssen die anderen wecken", murmelt sie und versucht das gleich noch bei Cassjarella. Doch bevor sie die Geweihte auch nur ein paar Mal an der Schulter rütteln kann, schläft sie ein.

Er ist sich sicher, durch die Tür kommt niemand mehr ohne dass er es bemerkt. Wenn nur diese Müdigkeit nicht wäre.

Weiter kämpft er dagegen an, reißt die Augen auf, streckt die Glieder und lässt die Muskeln spielen. Unwillig schüttelt er den Kopf. Nein, die Müdigkeit wird ihn nicht übermannen, es ist nicht die erste Wache, die er hält. Und bald ist die Zeit zum Wachwechsel. Er schaut zu Cassjarella und Connor. Soll er sie wecken? Wie spät mag es sein? Er versucht abzuschätzen, wie lange seine Wache noch dauern dürfte.

Seit dem Beginn der Wache sind vielleicht 15 min vergangen. Die anderen müssen ebenfalls sehr erschöpft von der bisherigen Reise sein. Denn alles ist ruhig.

Es muss doch möglich sein, diese Müdigkeit abzuschütteln! Oder sollte sie nicht natürlicher Ursache sein? Wie ist es der Geweihten ergangen, bei dem letzten nächtlichen Überfall? Randirion weiß sich nicht mehr anders zu helfen, auch wenn er den Unmut seiner Gefährten auf sich ziehen sollte …

"Attention!" ruft er laut aus, um seine Gefährten zu warnen, denn diese Müdigkeit scheint ihm nicht normal zu sein.

Noch etwas fällt ihm ein. Der Halunke, der verschwunden war. Der Wirt, der danach so nervös war.

Dann wird der Kopf immer schwerer.

Mühsam bewegt er sich zu Connor, stößt ihn hart an, um ihn zu wecken.

"Wacht auf! Überfall!" stößt er laut hervor, geht dann zu Cassjarellas Lager und schüttelt sie heftig an der Schulter. "Euer Gnaden! Erwacht …"

Er muss seine Gefährten wecken.

"Celissa! Vorsicht! Wach auf!"

Am Lager seiner Liebsten stehend, richtet er die Balestrina auf die Fensteröffnung, um das, was sich nähert, gebührend zu empfangen …

Alles schütteln und rütteln hilft nichts. Beide reagieren nicht und auch Celissa scheint es erwischt zu haben. Kraftlos lässt er die Balestrina fallen bevor er selber auf das Lager seiner Geliebten sinkt.

Als er erwacht ist draußen ein Hahn zu hören.

"Merde!" flucht der Cavalliere leise, als ihm bewusst wird, dass er seine Wache verschlafen hat und anscheinend, als er sich umblickt, auch seine Gefährten noch in Borons Armen zu weilen scheinen. Hastig erhebt er sich und geht an Cassjarellas Lager.

"Euer Gnaden? Wacht auf! Schaut bitte nach dem Schwert, vite!" versucht er die Geweihte mit seiner Stimme und geziemten Schulterschütteln aus dem Schlaf zu wecken.

Dabei fällt Randirion auf, dass Cassjarellas Matratze nicht mehr komplett auf dem Bettrahmen liegt. Sie wurde vorsichtig zur Seite gezogen, die Geweihte darauf schlafend.

'Mes dieux! Wir haben versagt!' schießt es ihm durch den Kopf. Sofort kontrolliert der junge Adlige die Tür, dann geht er zum Fenster.

Der Dolch liegt neben der Tür und der Riegel ist entfernt. Am Fenster findet er ein Stück schwarzen Leders an einem Nagel hängend.

"Durchs Fenster hinein und durch die Tür wieder hinaus", mutmaßt Randirion angesichts der Spuren und steckt den Dolch in seine Scheide. Er nimmt das Stück Leder an sich und mustert es sinnierend. Möglicherweise kann es sie zu dem oder den Räubern führen.

"Es wird Zeit zu erwachen, werte Freunde", versucht er erneut, seine Begleiter zu wecken. "Wir haben ein Problem …"

Als der Krieger erwacht, merkt er sofort, dass etwas nicht stimmen kann. Er ist viel zu ausgeruht, um nur ein paar Stunden geschlafen zu haben. Außerdem ist es bereits hell …

"He, was …" hebt er an, ehe er merkt, dass Randirion aufgebracht ist. Rasch springt er auf, das Schwert in der Hand. "Wo?" wirbelt Connor einmal um die eigene Achse, da er einen Angriff befürchtet.

"Bereits entkommen", erwidert der Cavalliere lakonisch und fügt nach kurzem Überlegen resigniert an: "Vermutlich hat der Wirt uns ein Schlafgift unter das Essen oder die Getränke gemischt, die Müdigkeit kam viel zu schnell und war übermächtig. Keiner von Euch erwachte, als ich in den letzten Zügen des Bewusstseins noch versuchte, Euch zu wecken und zu warnen."

Connor stößt einen böse klingenden Fluch auf Maraskanisch aus und ist wie ein geölter Blitz - noch mit dem Schwert in der Hand - aus der Tür, um den Wirt zum Reden zu bringen. Sollte diesem die ungebremste Wut des Oberst zuteil werden, dürfte er für die nächsten Wochen von seinem eigenen Essen verschont bleiben …

Mühsam rappelt sich Celissa auf. "Gift? Ja, das erklärt es …" Sie schaut sich um. "Das Schwert?" Ihr Blick geht zu Cassjarella, zu Fenster und Tür, dann zu ihren eigenen Besitztümern.

Ihre Besitztümer sind da, die Tür ist auf und in diesem Augenblick rast der Oberst an ihr vorbei in den Schankraum.

Cassi wird nur mühsam munter, hat aber wohl im Aufwachen noch Randirions Vermutung gehört und greift als sie wieder Herrin ihrer Sinne ist unter die Matratze. Wie befürchtet ist der heilige Rondrakamm verschwunden. Randirion hat bei seinen Abenteuern schon die wilden Flüche der Thorwaler zu hören bekommen, was aber jetzt für Flüche und Verwünschungen aus dem Mund der Geweihten kommen, lasst noch manchen verwegenen dieser Piraten vor Scham erröten.

"Wir werden es schon zurück holen können", meint Celissa zuversichtlich. Sie steht auf und schaut, ob ihre kleine Falle mit dem Duftwasserfläschchen funktioniert hat. Außerdem versucht sie mit einem Blick aus dem Fenster festzustellen, wie lange sie geschlafen hat.

Es ist früher Morgen. Wohl kurz nach Sonnenaufgang. Beim Blick aus dem Fenster nimmt sie einen wagen Parfümduft wahr. Das Fläschchen liegt zerbrochen auf dem Boden. Eine winzige Pfütze mehr ein Hauch Parfüm ist noch nicht verdunstet.

"Darauf könnt Ihr Euch verlassen!" bestätigt Cassi. "Die Quest ist mir von der Göttin aufgetragen und ich werde ihr das Schwert bringen und wenn es das letzte ist, was ich hier auf Dere tue!"

Sie kramt ihre Sachen zusammen und wartet darauf, das Connor wieder zurück kommt, damit sie aufbrechen können.

Auch Celissa packt rasch zusammen, wartet aber nicht weiter, sondern folgt Connor nach unten.

Als auch Celissa den Raum verlassen hat, wendet sich Cassi an Randirion: "Helft Ihr mir, bitte?" und deutet auf Connors Sachen.

Sie packt alles zusammen und folgt dann mit den Sachen den beiden.

"Natürlich", antwortet dieser und beginnt, sowohl seine als auch Connors Ausrüstung zusammenzupacken. Anschließend begibt auch er sich in die Schankstube.

Dort findet er die Wirtsfamilie in einer Ecke zusammen in trauter Umarmung. Das Mädchen und die Frau schluchzen leise.

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Den Wirt findet er in der Küche, wo er gefesselt und geknebelt in einer Ecke liegt. Neben ihm liegen eine Frau und ein wohl 10 Jahre altes Mädchen, ebenfalls gebunden.

Dieser Anblick lässt den Krieger kurz innehalten, ehe er sich den Wirt schnappt, ihn auf die Füße wuchtet und ihm sodann den Knebel aus dem Mund nimmt: "Rede." fordert er ihn mit schneidender Stimme auf, während er ihm dabei forschend in die Augen sieht.

"Sie … sie … sie …" setzt der Mann immer wieder an. Angst zeigt sich auf seinem Gesicht. "Als Ihr kamt ist ihr Anführer hier hereingekommen. Er hat sich meine liebe Viviona geschnappt … und ist mit Ihr zur Hintertür hinaus. 'Draußen wartet einer meiner Männer. Machst Du auch nur einen falschen Mucks, dann ist das Püppchen Geschichte.' Und dann gab er mir ein Pulver. Ich sollte es in Euer Essen mischen. Kurz nachdem Ihr schlafen gegangen seid, ist eine Frau in schwarz hier hereingekommen. Sie hat versucht in Euer Zimmer zu kommen. Dann ging sie wieder hinaus. Und kam 10 Minuten später mit einem Schwert von oben wieder. 'Hier sind Eure Dukaten.' hat sie den anderen zugerufen und ihnen einen Beutel zugeworfen. 'Und jetzt verschwindet. Ich muss zurück.' Dann ritt sie weg." mit kurzen Unterbrechern versehen erzählt der Wirt die Geschichte des gestrigen Abends.

"Ich glaube Dir." erwidert der Oberst unvermittelt und schneidet dem Wirt die Fesseln durch. Dann lächelt er ihn an. "Die Angst um die Lieben kann betäubend sein." sinniert er. "Ich für meinen Teil zürne Dir deshalb nicht." Dann wartet Connor darauf, ob der Wirt etwas zu Celissas Frage zu sagen hat, während er die Familie des Wirts befreit.

"Habt Dank edler Herr." antwortet der überrascht.

Celissa bekommt noch die letzten Sätze des Wirtes mit.

"Wie sah sie aus?" fragt Celissa. "Was für ein Pferd hatte sie? In welche Richtung ist sie geritten?"

"Sie war sehr jung, schlank, hatte kurze blonde Haare. Mit Pomade hatte sie die Haare ein wenig nach oben gekämmt. Sie war vielleicht ein wenig mehr als einen Schritt und 3 Spann hoch. Gekleidet ganz in schwarzes Leder. Ihr Pferd habe ich nicht gesehen. Es schien als würde sie nach Süden reiten. Zumindest habe ich das gedacht als ich die Geräusche gehört habe." sprudelt der Wirt hervor während er sich die gefesselten Arme reibt. Dann stürzt er hinüber zu Weib und Kind und hält sie in den Armen.

"Danke, das ist sehr hilfreich." Sie geht zur Familie hinüber und legt dem Ehepaar die Hände auf die Schultern. "Seid unbesorgt; es ist jetzt vorbei und niemandem ist etwas Schlimmes passiert. Ihr werdet keinen Nachteil davon tragen. Und wir werden dafür sorgen, dass die Diebe bestraft werden."

"Danke." kommt es verschüchtert.

Celissa gibt allen dreien einen Kuss. "Die Zwölfe mit Euch."

Irritiert sieht sie der Wirt dabei an. Dann muss er lächeln.

Die Rahja-Akoluthin erwidert das Lächeln und folgt dann Cassjarella in den Stall.

Mit verschränkten Armen beobachtet er streng das heulende Elend vor ihm.

"Konnten sie etwas verwertbares berichten" fragt Cassi mit einem frostigen Blick auf die heulende Familie.

Connor berichtet der Geweihten kurz den Stand der Dinge, nimmt seine Sachen entgegen, legt den Ringelpanzer an und hängt sich das Tuzakmesser über die Schulter. "Da war doch noch ein Stalljunge." bemerkt er dann, vielleicht kann der noch etwas Brauchbares berichten." überlegt der Krieger laut.

"Gut, dann los! Zu den Pferden!" meint Cassi und verlässt den Haufen Elend.

Im Stall finden sie den Jungen, der gerade dabei ist, die Pferde zu pflegen. "Oh, Ihr wollt schon so früh los. Das wusste ich nicht, die Pferde sind aber gleich fertig."

"Beeil Dich!" raunzt ihn die Geweihte an. "Warst Du die Nacht im Stall?"

"Ja, Herrin. Ich habe mein Lager oben auf dem Heuboden." antwortet der Junge und zeigt auf eine Leiter im Hintergrund.

"Ist heute Nacht hier jemand weg geritten? Und weißt Du wohin?"

"Ich war gerade ins Bett gegangen als eine Reiterin kam. Ich hab' Arbeit befürchtet und rausgesehen. Sie tränkte das Pferd, verschwand im Gasthaus und ritt kurz darauf wieder Richtung Süden zurück. Ich hab' mich noch gefreut, dass ich nicht noch mehr schuften muss." antwortet der Junge offen.

"Für Deine ehrliche Antwort!" sagt Cassi und drückt ihm einen Silbertaler in die Hand.

"Habt Dank, edle Herrin." vergnügt pfeifend verschwindet der Junge in der Scheune um beim Satteln der Pferde zu helfen.

"Also nach Süden, Kameraden!" fordert sie anschließend ihre Gefährten auf und besteigt ihren Rappen.

"Also nach Süden." konstatiert Connor grimmig, als er sich auf sein fertig gesatteltes Pferd, seine Sachen hinter dem Sattel gut verschnürt, schwingt.

Randirion zurrt sein Gepäck auf dem Braunen fest und steigt in den Sattel seines Reitpferds. "Es bleibt uns wohl nicht erspart", sinniert er und setzt sich in Bewegung.

Celissa schließt sich an. Sie hofft, dass sie mit der Beschreibung des Wirts die Spur nicht verlieren werden.

So geht es wieder zurück in den wilden Süden. Der Rückweg ist einsam. Bis auf einige Hirten am Wegesrand begegnen ihnen keine Menschen.

Celissa fragt die Hirten, ob sie eine Frau durchreiten haben sehen, die der Beschreibung der Gesuchten entspricht.

Einer der Hirten meint sich an eine Frau in schwarz erinnern zu können. Sie sei wenige Stunden vor Ihnen hier lang gekommen.

Cassi treibt ihren Hengst zu größtmöglicher Geschwindigkeit an. "Wir sollten uns beeilen, um die Diebin möglichst schnell zu bekommen. Bevor sie die nächste Stadt erreicht und untertaucht."

"Auch in einer Stadt kann sie nicht so einfach untertauchen", meint Celissa. "Wir müssen nur hoffen, dass sie nicht irgendwo einen Bogen schlägt und doch gar nicht weiter nach Süden reitet."

"Nein, die Art, wie sie uns das Schwert abgejagt haben und unter Berücksichtigung ihres vorigen Versuchs denke ich eher, dass zumindest auch die Geschwindigkeit zählt. Und wenn sie das Schwert nach Neetha zurück bringt, dann sicher nicht so, dass niemand etwas davon erfährt. Celissa hat Recht, wir finden sie auch in der Stadt." davon ist Connor überzeugt. 'Und dann Gnade ihr Rondra!' fügt er im Stillen hinzu, denn er weiß, dass Cassjarella hier gewiss keinen Spaß versteht und das letzte, das jemand wirklich will, ist eine verärgerte Geweihte.

"Alleine kann sie so etwas wohl nicht durchziehen. Denkt an den Elf letzte Nacht", gibt Cassjarella zu bedenken.

"Ja, Ihr habt Recht", stimmt Celissa zu. "Wobei es auch sein kann, dass der Elf und die Diebin nicht zusammenarbeiten, sondern beide das Schwert für sich wollen."

"Auch eine Option", nickt Cassi zustimmend.

"Aber eine unwahrscheinlichere. Wahrscheinlicher dürfte sein, dass jemand "Großes" im Hintergrund die Fäden zieht, der genug Geld und Einfluss hat, um diese Aktion durchziehen zu lassen." wendet der Krieger ein.

Celissa nickt und schaut zu ihm herüber. "Ihr habt jemand bestimmtes im Verdacht, oder?"

Zur Antwort zuckt Connor mit den Schultern: "Wie viele Leute in Neetha mag es geben, auf die eine solche Beschreibung passt? Sollte sich uns das nicht aufdrängen, so wird uns bestimmt der Orden weiterhelfen können."

"Egal wie es ist, die Leuin wird uns unterstützen diesen Frevel zu strafen", da ist sich Cassi sicher. "Und vor dem Zorn der Göttin sollten die Diebe erzittern!" 'Und vor meinem auch!' fügt sie in Gedanken hinzu.

'Ja, ja …' Celissa findet, dass die Geweihte so etwas gerne den Dieben oder auch dem Volk sagen kann, es aber hier in der Gruppe ein bisschen unnötig ist.

Der Cavalliere beteiligt sich nicht an den Spekulationen seiner Gefährten. Schweigend reitet er auf seiner Position und sinniert über das Geschehene nach. Vor allem überlegt er, ob er diese in schwarzes Leder gekleidete junge Frau mit den kurzen blonden Haaren und dieser eigentümlichen Frisur schon mal in Neetha gesehen haben mag. Auffällig genug mag sie schon sein in dieser Erscheinung.

Randirion ist sich sicher die Frau in Neetha gesehen zu haben. Sie kam ihnen bei der Erkundung Neethas aus einer Manufactur entgegen. Es war die Korsettagen-Manufactur wie dort geschrieben stand.

Diese Erkenntnis teilt er umgehend seinen Gefährten mit. "Es gibt einen Anhaltspunkt, diese Frau ausfindig machen zu können. Erinnerst du dich an unseren Besuch in der Manufactur für Korsettagen, chérie? Sie verließ diese gerade, als wir dort ankamen", erzählt er Celissa.

Cassi kichert in sich hinein, als sie sich Randirion in einer Korsage vorstellt.

"Oh, ja, kann sein." Celissa freut sich, dass Randirion sich daran erinnert hat. "Vielleicht ist es eine Spur."