Lowangen, die freie Stadt des Nordens, hierhin hat es euch also verschlagen. Hierhin, wo ein paar Schimpfworte über Kaiser Hal zum guten Ton gehören, und natürlich seid ihr im "Hammer und Amboss" eingekehrt. Mag sein, ihr wollt ein paar desertierte Mittelreichsoldaten zu Gesicht bekommen, oder interessiert ihr euch mehr für heiße Waren aus dem Mittelreich? Vielleicht haben es euch ja auch die magischen Artefakte angetan, die hier feilgeboten werden sollen?! Warum auch immer ihr gekommen seid, nun sitzt ihr also in dem berüchtigten Gasthaus.

Eine schlanke, androgyne Gestalt, blass, in einen schwarzen Kapuzenmantel gehüllt, sitzt einsam am letzten freien Tisch. Das Gesicht wirkt alterslos, aber trotzdem im Moment erschöpft. Nur die stechenden, schwarzen Augen fallen aus diesem Eindruck heraus.

Das diese Person eine gildenmagische Ausbildung hat ist kaum zu übersehen, lehnt doch neben ihr für jeden ersichtlich ein gewundener Magierstab. Ab und zu nippt sie an einem Holzbecher aus dem Dampf aufsteigt.

Akiro ti Rovenal schlenderte vergnügt pfeifend durch die Straßen Lowangens. Heute morgen hatte er gerade sein Zweitstudium an der Halle der Macht abgeschlossen und war nun wieder frei. Der Abgänger der Schule des Wandelbaren zu Tuzak, hatte 18 Monde an der Akademie der Bruderschaft der Wissenden verbracht und die Thesen des HORRIPHOBUS, SOMNIGRAVIS und RESPONDAMI erlernt. Vier Monate hatte ihn allein die Abschrift des Corpus Mutantis gekostet, ein Werk über gesammelte Erkenntnisse der Gestaltwandlung des Erzmagiers Lumin, dass an der Schule des Wandelbaren als Lehrbuch Verwendung fand und jetzt als ein Teil der Bezahlung für das Studium in der Bibliothek der Halle der Macht Eingang gefunden hatte. Akiro gefiel vor allem der lockere Umgang mit Regeln, der in Lowangen herrschte. "Erlaubt ist, was niemand bemerkt!" hatte Magistra Al'Kasim mehr als einmal verlauten lassen, was sowohl als Freibrief, Regeln zu übertreten, gewertet werden konnte, als auch als Warnung, dass die Magister niederhöllisch aufpassten, wenn die Scholaren die Regeln eben nicht übertreten sollten.

Akiro war schon zu Beginn seines Zweitstudiums der Bruderschaft der Wissenden beigetreten, da ihm die graue Gilde seiner Herkunftsakademie zu viele Bände auferlegte, wie er meinte. Talente, die er erworben hatte, sollte er nach seiner Auffassung auch nach Gutdünken einsetzen können. Tatendurstig betrat er ein Gasthaus in den belebten Straßen Lowangens, und sah sich nach einem freien Platz um …

Einen freien Tisch sieht er in den Dunst- und Rauchschwaden des "Hammer und Amboss" nicht mehr. Aber einen Tisch, an dem nur eine Gestalt sitzt schon, wenn er nicht stehen will, dann wird er sich wohl dazu setzen müssen.

Hinter dem Magier tritt eine weitere Gestalt ein. Ein schlanker, junger Mann mit strohblonden, bis auf die Schultern reichenden Haaren tritt ein. Gekleidet ist er in einfache Kleidung die eher dunkel gehalten ist. Um die Schultern hängt ein grauer Umhang mit zurückgeklappter Kapuze. Um die Hüften ist ein breiter Gurt geschnallt an dem einige Taschen und Beutel hängen. Unter dem Umhang lugt die Befiederung einiger Pfeile hervor. Der dazugehörige kurze Bogen ist in der Hand des Mannes. Grüne Augen blicken sich suchend im Schankraum um. Als er einen freien Platz am Tisch des anderen Magiers entdeckt zuckt kurz ein Ausdruck des Missfallens über sein Gesicht. Dann seufzt er kurz und geht mit freundlicher Miene auf den in schwarz gekleideten Magus zu. "Entschuldigt Magister, ist da noch ein freier Platz an Eurem Tisch?"

Kurz nur streift der Blick den Waldläufer, dann bekommt er ein kurzes Nicken.

Raftalans Eltern wurden von feigen Räubern erschlagen, als er noch in den Windeln lag, er hatte damals geschlafen und die Räuber hatten ihn übersehen. Der Großvater entdeckte am nächsten Tag die Gräueltat und nahm seinen Enkel bei sich auf und erzog ihn. Raftalan kam mehr recht als schlecht durch die Schule und begann danach eine Lehre als Schlosser. Im zweiten Lehrjahr starb sein Großvater an Altersschwäche. Nach der Beendigung der Lehre, die Raftalan schneller als sonst absolvierte, steht er nun auf der Straße und hat nichts besseres zu tun, als nach Abenteuern zu suchen. Aber bisher hat sich noch keine rechte Gelegenheit ergeben, so zog er von Dorf zu Dorf und verrichte Gelegenheitsarbeiten.

Mit nur noch einigen Kreuzern in der Tasche trat er durch das Stadttor von Lowangen und suchte sich eine günstige Herberge. Den Wirt des "Hammer und Amboss" fragt er, ob nicht jemand kenne, wo er Geld verdienen könne.

Da der Wirt nichts weiß, dreht sich der 17-jährige Abenteurer zum Gastraum um und sucht einen freien Platz an einem Tisch. Höflich fragt er nach, ob er sich an diesem Tisch setzen darf. Stellt seinen Rucksack neben den Stuhl und setzt sich an den Tisch.

So füllt sich auch der letzte Tisch im "Hammer und Amboss" langsam aber sicher.

"Warum fragst Du, wenn Du keine Antwort abwartest, junger Paladin?" fragt ihn die schwarzgekleidete Gestalt.

"Es ist kein anderer Platz als hier am Tisch frei." erwidert Raftalan. "Und Paladin bin ich keineswegs. Ich bin nur auf der Suche nach etwas Abenteuer, bei dem auch Geld oder Gold bekomme."

"Ist's gestattet?" fragt er der Form halber und nimmt dann ohne auf eine Antwort zu warten Platz.

Die schwarz gekleidete Gestalt lehnt sich zurück und betrachtet die Neuankömmlinge. Dabei umspielt ein leicht arrogantes Lächeln ihre Lippen.

Akiro, der ebenfalls ein schwarzes Gewand trägt, mustert sein Gegenüber jetzt genauer. "Meine Frage war 'rhetorischer' Art, wenn dir das Wort etwas sagt, Bruderschwester. Und ein Paladin bin ich allenfalls des Geistes!"

Verwundert schaut Raftalan von einem zum anderen. Er hat schon gehört, dass sich Magier auch ohne Worte unterhalten können. Wenn meint jetzt wer? Oder führt er nur Selbstgespräche?

Wieder einmal öffnet sich die Tür der Taverne "Hammer und Amboss" wie schon unzählige Male an diesem Tag. Eintritt ein bunt gekleideter junger Mann mit blonden Haaren und graugrünen Augen, sowie einem sorgfältig gestutzten Kinnbart. Er trägt einen Filzhut mit bunten Federn, eine zweifarbige, eng anliegende Hose, sowie ein buntes Wams aus Rauten. Auf dem Rücken hat der junge Mann einen Rucksack geschnallt, in der rechten Hand trägt er über der Schulter ein bauchiges Instrument mit Saiten, das der Kenner als Laute ausmachen kann.

Der Fremde geht an die Theke, legt eine Münze auf den Tresen und lässt sich vom Wirt ein Getränk hinstellen. Durstig kippt der Mann das Getränk hinunter und wischt sich anschließend mit dem Ärmel den Schaum vom Mund. Er schaut sich kurz um, geht dann auf den Tisch der anderen Neuankömmlinge zu und fragt kurz und bündig: "Die Zwölfe zum Gruße! Darf ich meinen Rucksack für einen Moment bei Euch lassen? Ich bin gleich wieder zurück." Ohne auf die Antwort der Anwesenden zu warten, stellt er den Rucksack auf den freien Platz, tritt in die Mitte der Taverne, legt sich die Laute zurecht und steigt dann auf eine der Bänke. Das linke Bein stellt er dabei auf den dazugehörenden Tisch und dann stimmt er ein fröhliches Spottlied an.

"Das Lied von Baron", kündigt der Barde fröhlich und bedeutungsschwer an.

"Nun, Freunde, höret die Geschicht' von unserem Herrn Baron: Er wanderte in des Herrn Praios Licht, bracht Verbrechern den rechten Lohn. Und er hatte ein schönes Weib, die hatte 'nen rahjagefälligen Leib, doch ließ er sie sehr oft allein! Herr Baron, das muss doch nicht sein!

So zog er einmal wieder aus, Bösewichte jagen. Sein Weib, das ließ er allein zuhaus' und weit erklang ihr Klagen! "Was bin ich für ein armes Weib, sitz hier allein mit dem Feuer im Leib. Ich brauch doch auch dann und wann mal einen richtigen Mann!"

Sie haderte mit ihrem Fluch, so schön und doch allein, doch eines Nachts, da kam Besuch, ein Magier kam herein! Er drang in ihr Zimmer ein, da zog sie ihn rasch in ihr Bett hinein. Der Magier rief: "Verflucht! Ich hab doch nur was gesucht!"

Da weint die Baronin gar bitterlich, laut klang es in der Nacht, der Magier war sehr ritterlich und hat es ihr ge… Da war die Baronin froh und stolz, schenkt ihm einen Stabe aus Ulmenholz! Denn er war ja so nett und noch dazu sehr gut im Bett!

Ihr glaubt, dass er der Einzige war? Da seid ihr ganz schön dumm! Denn eine ganze Magierschar ging bei der Baronin um! Denn genug bekam sie nicht, und der Ulmenhain wurd ganz schön licht! Die Magier, die waren froh! Die Baronin sowieso!

Und die Moral von der Geschicht'? Das wollt ihr doch nun fragen? Lass deine Frau alleine nicht, denn andere hören ihr Klagen! Predigst du den ganzen Götterlauf, setzt dein Weib dir nur Hörner auf. Drum sei doch nicht so dumm, denn Gehörnte laufen schon genug 'rum!"

Der Barde wartet anschließend den Applaus ab, bevor er sich (hoffentlich) an einem der gespendeten Getränke laben kann und sich dann wie selbstverständlich wieder zu dem Tisch begibt, an dem er seinen Rucksack abgestellt hat. „Vielen Dank“, ruft er den Fremden entgegen, nimmt seinen Rucksack hoch, stellt ihn auf den Boden und setzt sich anschließend nicht minder selbstverständlich auf den freigewordenen Platz.

„Rodario mein Name, Barde, Bänkelsänger und Geschichtenerzähler.“ Er nippt an seinem Bier und schaut erwartungsvoll in die Runde.

Raftalan greift zu seinem Rucksack hinunter und nimmt beide Tragriemen fest in die Hand. Das hier riecht nach dickem Ärger, da will er, wenn es notwendig wird, möglichst schnell raus kommen.

'Spottgesänge über Magier wenn welche im Raum sind. Mutig!' ist Ilmins erster Gedanke. Wobei er sagen muss, dass er schon schlechteres gehört hat. So bestellt er 2 Bier für sich und den Barden. 'Das kann ja noch ein interessanter Abend werden'

"Bei Hesinde, nein." kommt mit einem Kopfschütteln ein Flüstern aus der Kapuze hervor.

In diesem Moment öffnet sich die Tür und der Barde betritt die Schankstube. Nachdem er sein Lied gesungen hat, dem Akiro interessiert zugehört hat, fragt er den Sänger: "Du da, hast du keine Verwendung mehr für deine Zunge? Ziemlich frech, was du da über Magier singst! Willst du sie lieber lang und schlabberig oder kurz und steif?" Er hat natürlich nicht die Absicht, dem Spötter etwas anzutun, kann es sich aber nicht verkneifen, ihn ein bisschen zu erschrecken.

"Vielleicht halb und halb." Ein erstes Grinsen kommt unter der Kapuze hervor.

Ilmin beobachtet erst mal was geschieht.

"Wohl gesprochen, wohl gesprochen", anerkennt Rodario den Konter.

Und mit dem eben von dem anderen Neuankömmling ausgegebenen Bier hebt er an und prostet den anderen zu. "Auf die Magier!"

Der Blick wendet sich wieder ab.

Jetzt wird der Blick neugierig. "Maraskan ist weit weg und deutlich wärmer."

"Ahh, du bist in Derographie bewandert! Ja, Rur hat die eine Gegend warm gemacht, die andere kälter. Dadurch wird das Reisen interessant. Sonst könnte man ja zu Hause bleiben!" Akiro blickt seinem Gegenüber in die Augen.

Sollte Akiro als Gildenmagier erkennbar sein, versuche Nilrem anhand des////der Akademietattos zu erkennen, wo er studiert hat.

Akiro hat keine Veranlassung, seinen Stand zu verbergen, aber vermutlich ist das in die Handfläche tätowierte Siegel nur schwer zu erkennen, wenn es nicht bewusst vorgezeigt wird.

Wären beide Siegel zu erkennen?

Er bekommt nun beide Handflächen hingestreckt, links ist das Siegel aus Punin zu sehen, rechts das der Halle der Metamorphosen zu Kuslik.

Akiro nickt, als er die Siegel erkennt und zeigt nun seinerseits seine Siegel: Tuzak und die Halle der Macht zu Lowangen. Das letztere ist offensichtlich ganz frisch.

"Magister, ihr steht auf der anderen Seite der Macht?"

Die Betonung macht deutlich, dass das mehr eine Feststellung als eine Frage ist.

"Das ist eine etwas merkwürdige Feststellung, Collega. Sitzt Ihr denn 'zwischen den Stühlen'? Von meiner Warte aus betrachtet, stehe ich - wenn 'Macht' denn überhaupt Seiten hat, auf meiner und nicht auf der anderen Seite. Ob dies aber der commode locus ist, für eine philosophische dissertatio, glaube ich dann doch nicht! Preiset die Schönheit und trinkt einen Tee mit mir." Der Schwarzmagier lächelt entwaffnend und verbeugt sich leicht: "Akiro ist mein Name, wenns beliebt. Akiro ti Rovenal!"

"Ich stehe auf der Seite derer, die die Macht nicht für sich gebrauchen und keine Niederhöllischen anrufen …"

Akiro seufzt. "Ihr Garethjas seht immer alles so verkniffen. Wenn Ihr die Magie nicht für Euch gebraucht, dann steht Ihr nicht auf Eurer Seite. Steht IHR also auf der 'anderen' Seite?" Er wird ernst: "Die 'Niederhöllischen', wir Ihr sie nennt, rufe auch ich nicht! Wieso glaubt Ihr, dass ich mit den Verderbern von Rurs Gabe etwas zu tun habe? Weder in der Schule des Wandelbaren noch in der Halle der Macht wird Pactiziert!" Er ruft den Wirt um einen Tee.

"Nur mal so, ich bin in Kuslik geboren, weder in Gareth noch sonst wo im Mittelreich. Aber sagt Euer Dualismus nicht auch aus, dass es das Gute nicht ohne das Biese geben muss? Und MUSS nicht jemand das Böse praktizieren, damit das Gute überhaupt existieren kann?"

Mit einer Handbewegung macht Nilrem dem Wirtshauspersonal deutlich, dass der Tee nachgeschenkt werden soll.

Akiro lauscht Nilrems Ausführungen aufmerksam und nickt versonnen "Rur gefiel es seinem Wesen entsprechend, den Weltendiskus durch Paare und Gegenpaare zu prägen. Aber das das eine bedingt das andere nicht zwingend. Gut und Böse existieren unabhängig voneinander, aber sie benötigen einander, um vollständig zu sein. Wenn Eurer Verständnis unseres Dualismus, wie Ihr es eben beschrieben habt, korrekt ist und wie Ihr sagt, das Böse die Voraussetzung für das Gute wäre, dann wäre der Bösewicht quasi der Urheber des Guten, weil das Böse ja gebraucht würde, damit das Gute existieren kann. Der Urheber des Guten muss aber dann ein Guter sein, oder? Und müsste umgekehrt nicht auch der Gute aus dem gleichen Grunde der Urheber des Bösen und damit ein Böser sein? Welcher von beiden seid Ihr?" Akiro scheint ganz in den Disput mit seiner Kollegin vertieft. Aus den Augenwinkeln beobachtet er jedoch interessiert das Geschehen rund um den Barden.

"Ich?" Kurz schaut Nilrem in den leeren Teebecher. "Ich bin das Neutrale, das die Waage des Gleichgewichts hält."

"Aber bitte, bitte, gelehrte Dame und gelehrter Herr, wir wollen doch keinen weiteren Magierkrieg auf einem so kleinen Raum wie dieser Taverne hervorrufen, oder? Und, werte Dame, Euer collegus hat Recht. Preisen wir Eure Schönheit und trinken wenn's ihm beliebt einen Tee, ich jedoch ziehe ein kühles Bier vor." Damit hebt Rodario wieder den Becher und prostet beiden Magi zu.

Nilrem nimmt den letzten Schluck des Tees und lehnt sich zurück.

"Die Zwölfe zum Gruß nochmals. Mein Name ist Ilmin, Ilmin Pirske aus Gareth. Ich bin auf der Durchreise." versucht der Neuankömmling ein Gespräch anzufangen.

Dabei blickt er sich aufmerksam am Tisch um und betrachtet die weiteren Neuankömmlinge neugierig und prüfend.

'Ein Maraskani und ein Grünschnabel', denkt sich Ilmin. 'Noch ein Magier und ich. Was der Svellt so alles an seine Ufer treibt.'

Dabei lächelt er leicht vor sich hin, ob dieser seltsamen Gruppe die Phex oder der Zufall hier zusammengeführt hat.

Bevor er sich setzt, legt er den Umhang ab. Darunter kommt neben dem Köcher noch ein fast leerer Lederrucksack zum Vorschein. Als Ilmin ihn ablegt klirrt es ein wenig metallisch.

Auch kann man nun erkennen, dass die weitere Kleidung des Mannes ebenfalls in einem unscheinbaren grau gehalten sind. Es ist weniger die Kleidung eines Waldläufers als die eines Stadtmenschen. Zwar von einfacher Art aber gepflegt.

"Firun zum Geleit." Nun fällt der Blick zum ersten Mal ins Gesicht von Ilmin.

Grüne Augen mustern ihn interessiert. Eine spitze Nase, ein breiter Mund und ein energisches Kinn belegen weitere Teile des Gesichts. Kein Härchen ist auf den Wangen zu sehen, sauber wurde alles weg geschabt. Der Mund ist leicht geöffnet mit der Andeutung eines Lächelns.

Ilmin versucht ein wenig im Gesicht seines Gegenübers zu lesen. 'Eine ungewöhnliche Begrüßung.' geht es im dabei durch den Kopf.

Jetzt wo der Kopf nach oben schaut, fällt Licht unter die Kapuze. Auch dieses Gesicht ziert kein Barthärchen. Ein skeptisch, arrogantes Lächeln schaut zurück.

Ilmin hält sein freundliches Gesicht bei als er fragt: "Wie ist denn Euer werter Name, Magister?"

"Nilrem von Punin, Edle des Reiches vom Raulschen Thron."

"Angenehm. Was führt Euch nach Lowangen? Magische Geheimnisse, Geschäfte?" Ilmin lässt seiner Neugier freien Lauf.

Auch Ilmin nimmt einen Schluck. "Wohl wahr, genießen wir das Leben. Es ist ein Handel den die Gegenseite jederzeit widerrufen kann." meint er beschwichtigend.

"Nein, kann es nicht."

"Kann es nicht?" Ilmin blickt den Magier interessiert an.

Ein süffisantes Lächeln zeigt sich bei der Antwort auf Nilrems Gesicht.

"Das Leben ist kein Handel, und es kann nicht widerrufen werden. Am Ende des Weges auf Dere verändert sich nur die Form Deiner Existenz, und das wird nicht vom Leben bestimmt, sondern ausschließlich von mir."

"Aus Dir selber lebst Du nicht. Du wurdest geschaffen. Und dafür erwarten Deine Schöpfer eine Gegenleistung. Und Du wirst diese Welt wieder verlassen wenn es den Göttern gefällt." antwortet Ilmin ruhig. Er hat ja schon gehört, das in dieser Gegend die Leute komische Vorstellungen von den Göttern haben. Wahrscheinlich ist der Magister deshalb hierher gekommen.

"Um bei den Zwölfen zu bleiben: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Phex."

Amüsiert schaut Nilrem zu Ilmin hinüber.

"Das ist wahr. Aber gerade der Listenreiche schließt seine Verträge so ab, dass er bekommt was er will. Und nach verhandeln wird schwer." lächelt der zurück. "Gegen seinen Willen hat es noch niemand geschafft. Aber sein Vorbild kann uns auf Dere leiten."

Als der Barde den Raum betreten hat und sein Spottlied gesungen hat, haben sich alle Anwesenden zu dem Tisch der Fünf umgedreht. Da aber danach nur noch langweilige Gespräche geführt wurden, verebbte das Interesse der anderen wieder.

Als sich Ilmin umblickt, stellt er fest, dass hier öffentlich Boltan gespielt wird: Zwei Tische von euch entfernt sitzt ein düster aussehender Krieger, über dessen Visage sich eine tiefe Narbe zieht. An den Gesichtern seiner vier Kumpane könnt ihr ablesen, dass der Haufen Golddukaten vor ihm genau die Menge darstellt, die leicht eine Schlägerei auslösen kann. Glücklicherweise ist der Haufen gerade wieder im Abnehmen begriffen. An der Theke findet ein Wettzechen zwischen drei Gardisten statt, was ihr den anfeuernden Rufen der Umstehenden leicht entnehmen könnt. Aber halt! Habt ihr euch getäuscht, oder habt ihr nicht just gesehen, wie dort ein Beutelchen auf höchst unehrenhafte Art und Weise seinen Besitzer gewechselt hat?

Rodario ist sich sicher, dass er da etwas gesehen hat.

Er steht auf, greift seine Laute, und stimmt ein gut hörbares Intro an. Dann stimmt er die erste Strophe an:

"Dem Herrn dort war das Bier zu bitter, drum wurd er dreist und darum schnitt er das Beutelchen des Nebenmanns ab. Bei Phex, er dacht' er kann's."

*klimper*

Mit provokantem Blick geht Rodario einen Schritt auf den Übeltäter zu.

"Da musst' ich meine Stimm' erheben, auf dass der Dieb kann was erleben. Des Phexens Glück war ihm nicht hold, ich sah, Ihr stahlt des Büttels Gold."

*klimper*

Bei den Worten "Ihr stahlt" zeigt Rodario für alle sichtbar auf den mutmaßlichen Dieb.

"Wir zeugen hier von wahrer Schand, das Säckchen in des Diebes Hand. Und enden will ich dieses Stück erst wenn er gibt das Gold zurück."

*klimper*

Herausfordernd sieht Rodario den mutmaßlichen Dieb an.

Nilrem schüttelt resigniert den Kopf.

"Was willst Du?" fragt der Ertappte wütend. "Du willst mit hier doch was unterschieben, oder?"

Sollte Rodarios Lied den mutmaßlichen Dieb ablenken wird Ilmin seine Chance nutzen. Eine leise, rasche Bewegung auf den Dieb zu und mal sehen was ein bestohlener Dieb für ein Gesicht macht.

Als der Dieb seine Beute nach hinten fallen lassen will, stellt er fest, dass sie nicht mehr da ist. "Verdammt! Ich habe nichts gestohlen!" ruft er mit erstauntem und entgeistertem Gesichtsausdruck aus.

Interessiert hat Raftalan die Szene beobachtet, das wird höchstens in einer kleinen Schlägerei enden. Er sieht wie Ilmin den Beutel dem Dieb entwendet. Gespannt wartet er darauf wie es nun weitergeht. Wahrscheinlich wird der Dieb den Raub Ilmin anhängen wollen.

Das Kopfschütteln von Nilrem hört nicht auf.

Nilrem sieht den vermeintlichen Dieb an und flüstert: "In Dein Trachten, Fühlen, Denken, will ich meine Sinne lenken."

'Verdammter Mist! Ich hatte den Beutel doch … aber wo ist der hin? Habe ich Trottel ihn fallen gelassen … oder war jemand etwa schneller und gewandter als ich … oh, dieser verdammte Bänkelsänger! Hat mir heute das Geschäft versaut … ich glaube, das beste wäre es so schnell als möglich hier raus!'

Akiro betrachtet verwundert die Aktionen seiner 'Tischgefährten'. Hier scheint etwas im Gange zu sein, was er noch nicht durchschaut. Obwohl er bisher den Eindruck hatte, die Mitglieder der Tafelrunde seien sich bis dato unbekannt, agieren sie, wie ein eingespieltes Team auf eine Situation, die der Maraskaner als bedeutungsarmes Schänkenintermezzo eingeschätzt hatte. Nun sieht es aus, als sei er in die Aktion einer Abenteurergruppe hereingeplatzt. Er beschließt, sich zurückzuhalten und zu beobachten.

Nilrem geht zur Tür, wenn möglich so, dass gleich der Fluchtweg abgeschnitten wird.

Der Weg wird durch die vielen Neugierigen, die bei dem Lied aufgesprungen sind, versperrt. Sie hat Mühe sich durch zu zwingen. Das gleiche gilt natürlich auch für den Verdächtigen.

"Phex gibt es, Phex nimmt es." hört er da eine leise Stimme an seinem Ohr. "Für heute hast Du Glück gehabt. Übe weiter um Dich würdig zu erweisen."

Zu dem Bestohlenen gewandt fragt Ilmin: "Ist das vielleicht Euer Beutel? Ihr scheint ihn im Eifer des Gefechtes verloren zu haben."

"Ja…", er tastet an seinem Gürtel, "… das ist meiner! Habt Dank, was trinkt Ihr?"

Rodario schaut etwas erstaunt, hat er doch mit einer zweiten Phexenstat nicht gerechnet. Um die Situation aufzulockern, stimmt er eine Art Parodie auf eine Hymne an die Zwölfe an.

"Das Recht der Zwölfe hat obsiegt, der Dieb dem Mann hier unterliegt, Gerechtigkeit ward hergestellt, der Bard' darauf ein Bier bestellt."

Sprach's, ließ sich ein Bier geben und gesellt sich wieder zu den anderen.

"Ich nehme eines der köstlichen Ferdoker. Denn Bier brauen können die im Kosch." nimmt Ilmin das Angebot an. "Und seid ein wenig vorsichtiger mit Eurer Geldbörse, das nächste Mal könnte sie nicht nur herunterfallen."

Nach einigen alltäglichen Plaudereien über das Wetter und die besten Biere verabschiedet sich Ilmin und kehrt an den Tisch zurück.

Wo er von Akiro empfangen wird: "Das war ein rechtes Schelmenstück."

"Ein Schelm wer böses dabei denkt." grinst Ilmin. "Doch sagt, woher kommt Ihr und wohin geht Ihr?

"Wenn ich an den Beginn meines Besuches in diesem Hause denke," grinst der Magier, "müsste ich zunächst fragen, ob die Frage philosophisch gemeint ist. Falls nicht - ich bin viel herumgekommen in den letzten Jahren. Das letzte Jahr habe ich hier in Lowangen verbracht. Wohin ich gehe? - Nun, vermutlich dahin, wohin der Wind mich trägt. Im Augenblick bin ich frei, nach interessanten Zielen zu suchen!"

Auch Nilrem kehrt an den Tisch zurück.

"Ich bin leider eher ein Mann der Tat als des Geistes. Daher beziehe ich mich eher auf Orte als auf philosophische Einsichten. Um es zu präzisieren. Wart Ihr schon im Norden, in Richtung Rorwhed unterwegs?" erläutert Ilmin seine Frage. "Oder ein anderer der Damen und Herren?"

"Ich war an vielen Orten, an denen ich nicht sein wollte und noch mehr, über die ich nicht reden will." entgegnet Nilrem.

"Rorwhed?" Akiro zuckt mit den Achseln. "Wo soll das liegen? Was gibt es dort reizvolles?"

"Es handelt sich um ein Gebirge. Ich will daran vorbei und dann weiter in den Norden." antwortet Ilmin eher ausweichend.

"Nun, für mich ist eine Richtung so gut wie die andere - wenn man kein lohnendes Ziel hat!", findet Akiro.

Rodarios Blick schweift weiter über die seltsamen Gestalten im Lokal: In einer Ecke sitzen vier schwarz gekleidete Personen über einen Tisch gebeugt und tuscheln miteinander. Eine von ihnen kramt in ihren Taschen, und es kommt ein glitzernder Gegenstand hervor, der schon im selben Augenblick über den Tisch wandert und wieder in einer anderen Tasche verschwindet.

Rodario macht sich eine 'mentale Notiz', zieht es aber zunächst vor, nicht weiter einzugreifen. Man muss wissen, mit wem man sich anlegen kann und mit wem nicht.

"Nach Norden ins Gebirge?", steigt Rodario in das Gespräch mit ein. "Was wollt Ihr denn dort? Nach dem, was ich so gehört habe, ist das nicht gerade eine wirtliche Gegend."

"Nicht direkt ins Gebirge sondern daran vorbei." erläutert Ilmin während er sich ein wenig im Schankraum umsieht.

Das meiste, was er hier sieht, spricht nicht für die Qualität des Etablissements: Boltan, Taschendiebstahl, Schieberei, …

Rodario hebt eine Augenbraue, während er Ilmin anschaut und senkt sie anschließend wieder.

"Gut, Ihr wollt also am Gebirge vorbei gen Norden. Dennoch bin ich neugierig zu erfahren, was Euch dorthin zieht."

Ilmin blickt sich um: "Ihr kennt die Geschichte der Stadt Swelt in den Brinasker Marschen?" sagt er dann leise.

Rodario überlegt kurz.

"Ich denke schon", sagt er ebenso leise zurück.

"Ihr kennt dann bestimmt auch die Erzählungen über die sagenhaften Reichtümer, die dort untergegangen sein sollen. Und von dem schwarzen Diamanten." Leise antwortet Ilmin auf die Frage. Aber genau so leise, dass auch der Rest der am Tisch sitzenden Personen zumindest den letzten Satz verstehen kann.

"Nun", wirft Akiro ein, "ich kenne weder die Geschichte dieser Stadt - Swelt? - noch habe ich von Ihren Schätzen gehört. Ist das wie bei diesem Orkenhort im Orkland? Jeder hat schon davon gehört, aber kaum jemand glaubt, dass es ihn wirklich gibt. Und ein Schwarzer Diamant?" Hier scheint Akiros Interesse wirklich geweckt worden zu sein "Ist es ein magisches Artefakt? Oder ein religiöser Kultgegenstand?"

"Schwarzer Diamant?" fragt Raftalan nach. "So etwas gibt es nicht. Rubin ist rot, Smaragd grün, Saphir blau und Diamant weiß."

Raftalans Einwand lässt Ilmin diese Frage überhören. Und doch beantwortet die Erzählung einen Teil von Akiros Fragen.

Nilrem schaut Ilmin und Raftalan an.

"Augen sind schwarz." Deutlich ist ihr Interesse herauszuhören.

"Unter anderem. Und es gibt die schwarzen Diamanten. Ihnen werden magische Kräfte zugeschrieben. Sie sollen als Kraftspeicher machtvolle Zauber des Werdens aber auch des Vergehens ermöglichen.

Dieser schwarze Diamant soll aus den Minen von Lorgolosch kommen. Und ein Geschenk eines alten Bergkönigs gewesen sein, dem der Beschenkte bei einem gemeinsamen Abenteuer das Leben gerettet hat. Wie und warum der Stein schließlich nach Swelt kam wird nirgendwo überliefert. Aber er soll noch dort gewesen sein als die Stadt unterging." leise antwortet Ilmin auf den ausgesprochenen Vorwurf.

Nilrems Haltung versteift sich. "Das wovon Du sprichst SIND die Augen."

"Wenn Ihr das sagt, Magistra. In den arkanen Dingen bin ich nicht so beschlagen." Ilmin zuckt entschuldigend mit den Schultern.

Rodario hatte so eine Ahnung, aber jetzt, wo Nilrem es ausspricht, weiten sich dennoch seine Augen. "Ihr meint die legendären schwarzen Augen?" Er erinnert sich an die Sagen, Legenden und Mythen, die sich um diese mächtigen Artefakte ranken. "Wer auch immer so etwas fände, würde in den kommenden Sagen und Legenden unsterblich", sinniert er. Diese Idee gefällt ihm …

Auch Raftalans Augen weiten sich: "Die schwarzen Augen meint ihr!"

"Was auch immer es sein mag, ich bin auf dem Weg dorthin. Und ich werde das Rätsel ergründen." stellt Ilmin fest.

Nilrem zieht eine Augenbraue hoch. "Wirst Du?"

"Viele Geschichten kamen dadurch zustande, dass tapfere Recken etwas geleistet oder gefunden haben, von dem man dachte, es sei nur mit Eingreifen der Zwölfe selbst möglich.

Schwarzes Auge oder schwarzer Diamant - beides wäre eine unglaubliche Entdeckung, von der Geschichten und Balladen künftiger Barden und Bänkelsänger künden würden", meint Rodario sichtlich begeistert.

Ich sehe, ihr habt die richtige Einstellung." lobt Ilmin den Barden.

"Begleiter sind mir natürlich jederzeit willkommen." antwortet Ilmin erfreut.

"Hm, wenn es sich um ein Schwarzes Auge handelt, halte ich die Geschichte für unglaubwürdig. Schwarze Augen kann man nicht als Geschenke weitergeben. Sie sind an ihren Fundort fixiert und ich habe noch keine Geschichte gehört, in denen es gelungen sein soll, eines von ihnen mobil zu machen!" ist Akiro skeptisch.

Nun blickt Nilrem Akiro fragend an.

"Nun, es wird KEIN Schwarzes Auge sein. Das muss aber nicht heißen, dass an der Geschichte nichts dran ist. Rur liebt Rätsel und er hat auf dem Weltendiskus so manches davon versteckt, das wir lösen sollten, bevor wir Gror die 64 Fragen stellen dürfen. Ich habe nichts besseres vor und wenn magische Unterstützung gewünscht ist, bin ich dabei!" Akiro nickt bestimmt.

"Nun, wenn Ihr Hesinde die 64 Fragen stellst, werdet Ihr schneller eine Antwort bekommen."

"Ich fürchte, Bruderschwester, du irrst. Schwester Hesinde passt auf das Geschenk auf - und ich halte es für möglich, dass sie die 64 Fragen bereits kennt. Den Antworten darauf sieht aber auch sie gespannt entgegen." Akiro rechnet nicht damit, die grauweiße Kollegin überzeugen zu können. Er hat bereits festgestellt das Garethjas - und auch andere Nichtmaraskaner - absolut resistent sind, was die Schönheit der Welt und die Wahrheit hinter dem Schein angeht. Er wird ihnen dennoch die Informationen nicht vorenthalten. Er will nicht Schuld tragen, wenn Nilrem einst vor Gror herum stottert und die 64 Fragen nicht parat hat.

"Ja, genau."

Rodario ist sichtlich amüsiert. "Falls wir alle dasselbe Ziel haben sollten - Schwarzes Auge oder schwarzer Diamant - so wäre ich froh, mich in so illustrer Gesellschaft befinden zu können." Er richtet das Wort an Akiro: "Wenn ich das recht heraushöre, seid Ihr Maraskaner, nicht wahr?" Ohne die Antwort abzuwarten resümiert er: "DAS wird eine Geschichte!"

Ilmin ist hoch erfreut über die neue Gesellschaft. Das mag vieles erleichtern.

Während er mit Rodario seine Zukunftspläne erläutert überlegt Ilmin, wo er hier Phexens Lehre leben könnte. Er schaut nochmals vorsichtig in Richtung der Schieber. Da wären Risiko und Gewinn vermutlich am höchsten und damit für den Fuchs angemessen.

In diesem Moment stehen die vier Gestalten auf, werfen ein paar Münzen auf den Tisch und verlassen die Schänke. Kurze Zeit später ist der Tisch wieder besetzt: eine Gruppe wild aussehender Waldläufer hat den Platz eingenommen und ruft lauthals nach Bier.

Still beobachtet Raftalan die Szene. Von den Waldläufern wird er keinen Auftrag bekommen.

Ein wenig ärgert sich Ilmin, nichts gemacht zu haben. So betrachtet er die Wildnisläufer mit ein wenig Ärger. Aber vielleicht gibt es dort ja etwas interessantes.

Er vermutet eine Truppe Pelzjäger, die ihre Beute verkauft hat und nun das erlöste Silber in Flüssignahrung umsetzen will, bevor er wieder ohne Geld in den Wald geht.

Ilmin überlegt fieberhaft, wie er diese Männer von ihrer Trunksucht heilen kann. Ein heilsamer Schock scheint ihm dafür bestens geeignet.

Schon wir die nächste Runde bestellt.

Die Fragen der Gruppe binden einen Teil von Ilmins Aufmerksamkeit. Und doch reift ein Plan in ihm.

Ilmin blickt weiterhin immer wieder zu den 4 Fallenstellern. Auch versucht er eventuelle Neuankömmlinge mit einem schnellen Blick zu taxieren.

Seine Aufmerksamkeit wird aber abgelenkt, denn am Nachbartisch bricht im Moment ein schallendes Gejohle los. "Auf … auf einem richtigen Pferd … hahaha …", amüsiert sich dort ein Elf, und erst beim zweiten Hinsehen entdeckt Ilmin die kleinwüchsige Gestalt am selben Tisch, deren Gesichtsfarbe gerade von Rot zu Violett wechselt.

'Immer auf die armen Zwerge.' grinst Ilmin in sich hinein. Aber vielleicht ergibt sich ja noch was.

Auch der Maraskaner bekommt den immer lauter werdenden Streit zwischen dem Elfen und dem Zwerg mit. Es geht um die allgemeinen Vorurteile zwischen den beiden Rassen und wie die Gefährten erfahren, gibt es da auf beiden Seiten genug davon. Mögen sich viele davon auch sehr haarsträubend anhören.

Nilrem schaut hinüber und beobachtet, ob es zur Eskalation kommen kann.

Die Färbung des Zwergenschädels und der Griff zur Axt am Gürtel könnten ein Indiz sein, dass dem Zwerg bald der Kragen platzt.

Ilmin macht sich gerade bereit als Nilrem aufsteht und die Angelegenheit klärt.

Nilrem gesellt sich an den Tisch. "Bei Angrosch, nur ruhig bleiben, es macht keinen Sinn." Dann wendet sich Nilrem dem Elfen zu. "Feya, muss das sein?"

Der Streit verstummt, die Blicke der beiden wenden sich Nilrem zu. Erst erstaunt, dann langsam verstehend. Dann schauen sich die beiden an und fangen lauthals an zu lachen.

Der Zwerg meint nach einer Weile als er sich die Lachtränen von den Wangen gewischt hat: "Wir haben nicht gestritten, wir reiten schon seit über 50 Götterläufen gemeinsam durch die Welt und irgendwann wärmen wir unsere Geschichten auf!"

"Aber das Bild hättest sehen müssen, Fremder!" lacht der Elf. "Er und das Pferd, herrlich! Und dann die Axt, wie sie verdutzten Orks nieder gemäht hat!"

Beide brechen wieder in schallendes Gelächter aus.

Auch Ilmin muss grinsen. 'Wo Travia herrscht da kann auch Phex wirken.' sagte sein alter Lehrmeister immer. Er schien damit nicht unrecht gehabt zu haben.

Rodario, der dann doch endlich auf diese Szene aufmerksam wird, schaut gespannt zu dem Tisch hinüber. Da ist sie wieder, die alte Fehde zwischen Zwergen und Elfen.

Als sich das Ganze dann in Wohlgefallen respektive -gelächter auflöst, muss auch Rodario lachen. "Welch' eine Vorstellung, welch' eine Vorstellung!", sagt er und klatscht dabei anerkennend in die Hände. Wäre dieses Missverständnis nicht der Stoff für ein lustiges Lied …

Raftalan schaut ebenfalls entspannter auf den Nachbartisch. Eine handgreifliche Auseinandersetzung ist jetzt nicht das, was er braucht.

Der Blick wandert zwischen den Beiden hin und her, dann setzt sich Nilrem wieder auf ihren Platz.

Das Lachen und Prusten der beiden fängt wieder an. Die Gefährten können einige Wortfetzen hören: "… Piratenschiff …" - "… die Kelche …" - "… Klabauter …" - "… Pyramide im Dschungel …" - "… Schwarzer Keiler …" - "… König Kasimir …" - "… Morgul …" - "… Schwarzes Auge …" - "… Swelt …" - "… Märchen …" - "… wieder nach Süden!"

Raftalan dreht seinen Kopf damit er mehr von den Erzählungen am Nachbartisch mitbekommt. Er sitzt aber immer noch zu weit entfernt um mehr als Bruchstücke der Unterhaltung zu verstehen.

Akiro horcht auf : ,Swelt?!' Er erhebt sich und wendet sich an den Nachbartisch. "Verzeiht, Bruderschwestern, euer Gespräch war so 'lebhaft', dass zwangsläufig einige Wortfetzen zu uns herüber gedrungen sind. Ich hörte, dass ihr euch über den Ort Swelt unterhalten habt. Da unser Weg dahin führt, wäre es schön, wenn ihr uns an eurem Wissen teilhaben lassen würdet. Da erzählen aber durstig macht, ginge eure nächste Runde auf mich!"

Begeistert empfangen die beiden den Magier und lassen sich die nächste (und vielleicht auch noch weitere) Runden spendieren. Um das Thema //Swelt// drucksen sie aber herum. Nach einiger Zeit und vielen Rückfragen weiß Akiro nicht mehr als das was Ilmin bereits erzählt hatte. Aber es scheinen sich mehrere Gruppen für diese Gegend zu interessieren.

Auch Ilmin hört interessiert zu. Gleichzeitig suchen seine Augen die 4 Fallensteller.

Die bestellen immer noch lautstark - oder eher etwas lauter aber dafür weniger stark - ihre Runden Bier.

Ilmins anfängliche Neugier ebbt stark ab als er merkt, dass die Gesprächsfetzen in keinem Zusammenhang stehen und die andere Gruppe nicht mehr weiß.

Schließlich entscheidet er sich mit einer Runde Bier an den Tisch der Fallensteller zu wechseln. "Firun zum Gruß." begrüßt er sie. "Dürfe ich und diese Biere sich zu Euch gesellen?"

Gerade als er sein Plan in die Tat umsetzen will, wird er durch eine wohltönende, dunkle Frauenstimme von der Szenerie abgelenkt: "Darf ich mich zu euch setzen?"

Er dreht euch um und blickt in das Gesicht einer freundlich lächelnden jungen Frau.

"Aber gerne doch." antwortet Ilmin impulsiv. Dann betrachtet er die Frau näher.

'Endlich ein erfreulicher Anblick unter all den düsteren Gesellen in diesem Lokal!' fährt es Ilmin durch den Kopf. Die Frau ist in ein Gewand aus schlichtem, braunem Wolltuch gekleidet und nur mit einem Messer bewaffnet. Außer einem silbernen Ring trägt sie keinen Schmuck. Jeder Schmuck wäre bei ihrer Schönheit auch nur unnützes Zierrat, denn sie ist attraktiv, sehr attraktiv.

Geschmeidig lässt sie sich am Tisch nieder und lächelt die Gruppe an.

"Ich bin Alvine", stellt sie sich vor.

"Ilmin" stellt er sich vor. "Dank sei Fatas für ihre Fügung, die Euch hierher geführt hat."

"Ich kenne diese Fatas nicht, ich bin auf der Suche nach meinem Bruder", plappert sie los und strahlt dabei in die Runde. "Er wollt sich hier mit mir treffen, aber irgendwie hat er sich wohl verspätet."

Ihr Blick wandert zum Eingang, dann wieder zu der Gruppe. "Und Ihr, werte Herren, seht mir in dieser Kamesche noch am vertrauenswürdigsten aus."

Sie lächelt wieder alle an.

"Ihr habt doch nichts dagegen, dass ich hier auf ihn warte?"

Nilrem schaut die Fremde intensiv an, greift nach ihrem Stab und sagt: "Odem Arcanum".

Die Frau sieht genauso aus wie vorher.

"Bei Rahja, hier ist der Gruß der Maraskaner angebrachter denn je. Preiset die Schönheit, edle Dame", grüßt Rodario die Unbekannte.

"Aber verzeiht meine Manieren. Rodario. Barde, Bänkelsänger und Spielmann. Was darf ich Euch zu trinken kredenzen?", fragt er anschließend und schaut ihr dabei aufrichtig freundlich in die Augen.

"Nur einen Becher Wasser oder Most", erwidert sie mit einem koketten Augenaufschlag. "Ihr seit Barde? Und ihr singt nicht? Ist Eure Stimme erkrankt?"

'Schlagfertig, schlagfertig', denkt sich Rodario. Er räuspert sich betont und ruft dann der Schankmaid zu: "Zwei Becher Most für diese holde Maid und für mich hier." Dann springt er auf, zückt seine Laute und stimmt ein Loblied auf die Schönheit der Frauen an.

"Das folgende Lied widme ich dieser Dame hier an unserem Tische, denn sie ist das Zeugnis von Rahjas Segen. Es heißt Schönheit und Tugend - von Wahlfried von der Amselwiese."

Dann tritt er wieder in die Mitte des Raumes und spielt ein kurzes Präludium auf der Laute.

"Heil sei der Stunde, wo ich sie erkannte, Die mir den Leib und die Seel' hat bezwungen; Wo ich die Sinne ganz hin zu ihr wandte, Die sie durch Güte mir gänzlich entrungen! Dass von ihr nimmermehr scheiden ich kann, Hat ihre Schönheit und Güte gemachet Und ihr rother Mund, der so lieblich lachet.

Ich hab' das Herz und die Sinne gewendet Hin zu der Lieben, der Guten, der Zarten. Dass es uns beiden doch würde vollendet, Was ich von ihrer Huld darf erwarten. Was ich auf Erden an Freuden gewann, Hat ihre Schönheit und Güte gemachet, Und ihr rother Mund, der so lieblich lachet."

*klimper*

Anschließend setzt er sich wieder an seinen Platz, wo der Most vermutlich schon wartet, reicht der Dame den Becher, nimmt den eigenen und sagt dann: "Auf Rahja und Euch!" Stilvollendet hält er ihr seinen Becher zum Anstoßen entgegen.

"Auf Euch!" erwidert die Schöne. "Ein schönes Lied und ihr seid so ein guter Sänger!" Wider wandert ihr Blick zur Tür.

"Darf ich Euch als Dank aus der Hand lesen?" fragt sie dann den Bänkelsänger. "Das ist mein Beruf …"

Interessiert schaut Raftalan zu, wie aus der Hand des Mimen liest. Eventuell ist sein Schicksal mit eingewoben.

"Nun, wie könnte ich Euch diesen Gefallen abschlagen", antwortet Rodario mit einem dieser besonderen Lächeln auf seinem Gesicht.

Sein Lächeln wird von Alvine ebenso ausdrucksvoll erwidert. Dann greift sie die Rechte des Barden. Ihre Hand fühlt sich weich und warm an. Dann beugt sie sich mit dem Gesicht in Richtung Rodarios Hand, dabei beugt sie auch wie selbstverständlich ihren Oberkörper so weit vor, dass der Barde einen Blick auf ihr recht üppiges Dekolletee werden kann (oder muss?).

'Ob sie einer rahjagefälligen Zusammenkunft abgeneigt wäre?', fragt sich Rodario, während sein Blick zwischen ihren zarten Händen, ihrem Kopf und natürlich ihrem Dekolletee hin und her wandert. Mitunter ertappt er sich dabei, wie sein Blick etwas zu lange an Letzterem haften bleibt.

Nach einer Weile in der sie über seine Hand geschaut hat und mit dem Zeigefinger die feinen Linien nachgezogen hat, beginnt sie leise mit ihrer dunklen Stimme zu reden: "Ich sehe Deine Zukunft … Du wirst in den Norden reisen … oh … NEIN! … es wird Dir ein Leid zu stoßen!"

Schnell schließt sie seine Hand und richtet sich erschreckt auf.

Sie schüttelt den Kopf mit geschlossenen Augen als wolle sie die Prophezeiung so los werden, dann fällt ihr Blick zur Tür, dann wieder auf die Gruppe. "Möchte sich noch jemand die Zukunft zeigen lassen?"

Akiro, der das Szenario aus der Ferne betrachtet hat, schmunzelt ein wenig. Kurz erwägt er einen ODEM ARCANUM, verwirft die Idee jedoch schnell wieder. Die Dame scheint ihm eine Hochstaplerin zu sein. Seines Wissens nach wird beim Handlesen die Linke genommen. Da das ganze aber bisher harmlos erscheint, wartet er erst einmal ab.

Ilmin grinst. Seine Zukunft liegt in seinen Händen. Aber der Anblick der Frau ist zu interessant. "Holde Dame, versucht es einmal bei mir." Auffordernd hält er ihr seine Hand entgegen.

Auch hier nimmt Alvine wieder seien Hand in ihre beiden Hände, schaut einige Zeit hinein und zieht dann wieder die Linien in der Handfläche nach.

"Ein Tier spielt in Deinem Leben eine wichtige Rolle", beginnt sie. "Aber es ist Nacht und Nebel, ich kann es nicht erkennen. Es könnte ein Hund sein?"

Sie zögert.

Ilmin zuckt sichtlich zurück. 'Was weiß sie?' fragt er sich. Dann fasst er sich wieder: "Ja, ich hatte als Junge einen Olporter. Er war mein ein und alles."

"Es war kein Hund!" erwidert Alvine und Ilmin merkt dabei, wie ihr Blick wie zufällig auf die Kette um seinen Hals fällt. Dann schaut sie wieder in die Hand: "Auch Dir stehen große Abenteuer und Aufgaben bevor … zuerst im Norden … und dann wieder im Süden … und immer scheint der Mond über Dir."

Jetzt zuckt Ilmin kurz heftig zusammen. Instinktiv will er sich an sein Fuchsamulett greifen. Doch dann zwingt er sich zur Ruhe. Nur dem geübten Beobachter mag auffallen, dass er seine freie Hand immer wieder wie eine Kralle krümmt um sich zu beruhigen. "Habt Dank Alvine." antwortet er und zieht ruckartig die Hand zurück.

Er lehnt sich zurück und beobachtet die Frau genau. Ist sie tatsächlich so etwas wie ein Orakel?

Alvine lächelt ihn an. "Es war mir eine Freude."

Wieder wandert ihr Blick zur Tür, dann wieder zu den Helden.

"Es sieht so aus als wenn mein Bruder verhindert wäre", meint Alvine und schaut unglücklich drein. "Ich möchte Euch daher nicht länger zur Last fallen."

Sie erhebt sich und küsst zum Abschied erst Ilmin, dann Rodario, Raftalan auf die Stirn und abschließend will sie auch Nilrem küssen.

DAS wird Nilrem NIE zulassen.

Als Nilrem merkt, wie sich die Fremde mit ihrem Gesicht auch ihr nähert, steht sie auf und hält ihre Arme zwischen die beiden.

"Gut, dann nicht …!" Alvine dreht sich mit einem Schmollmündchen um und verlässt den Raum.

"Möge es Euch gut ergehen!" winkt sie noch schnell und hat mit behänden Schritten das Lokal verlassen.

Ilmin ist noch so mit sich selbst beschäftigt, dass er gar nicht registriert, dass er geküsst wird.

Das kann Rodario nicht auf sich sitzen lassen. Zum einen diese wirre Prophezeiung, die ihn schon trotz (oder gerade wegen) der vielen Geschichten, die er kennt, verunsichert hat, zum anderen, weil man eine solche Frau nicht einfach ziehen lassen kann.

"Verzeiht, ich bin bald zurück", sagt er zu der Gruppe an seinem Tisch, steht dann auf, schultert seine Laute und eilt durch die Tür nach draußen, hoffend, dass er die schöne Alvine noch sieht und einholen kann.

"Dieser Narr!" flucht Nilrem, greift den Stab und eilt hinterher.

Langsam findet Ilmin zu seiner alten Verfassung zurück. "Das seh ich mir an." meint er und folgt Barden und Magierin.

Als die drei hintereinander nach draußen kommen, stellen sie als erstes fest, dass es schon ziemlich dunkel geworden ist.

Es ist keiner zu sehen, aber nach rechts entfernen sich schnelle Schritte.

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Akiro schüttelt mit dem Kopf, bleibt aber im Gasthaus. Entweder kommen seine 'neuen Reisegefährten' später hierher zurück oder die spontane Reisegesellschaft ist schon vor Beginn der Reise zerfallen. Über diesen schwarzen Diamanten wird er sich aber selbst weiter informieren. Seltene Artefakte interessieren Akiro immer.

So sonderbar die Szene gerade war, bleibt Raftalan ruhig auf seinem Stuhl sitzen, schließlich müssen die Anderen zurück kommen und ihre Zeche bezahlen, sonst haben sie bestimmt ruckzuck die Büttel am Hals.

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Ohne nachzudenken folgt Nilrem.

Rodario läuft in die Richtung, aus der er die Schritte hört. "So wartet doch!", ruft er der schönen Handleserin hinterher. "Ihr könnt mir doch nicht einfach ein schlimmes Schicksal andeuten und Euch dann einfach davon machen!"

'Vielleicht läuft sie ja gerade deswegen so schnell weg. Manche Menschen reagieren komisch, wenn man ihnen etwas schlechtes weissagt.' geht es Ilmin durch den Kopf. Mit steigender Begeisterung folgt er Rodario.

Jetzt kommen die Schritte aus einer schmalen Gasse zur Linken. Und sie werden leiser …

Rodario wird den Geräuschen hinterhereilen bis er die Dame entweder einholt oder aus den Augen verliert.

"Wartet doch!", keucht er, während er versucht schneller zu laufen.

Auch Ilmins Neugier ist noch nicht gestillt. Anhand der Geräusche versucht er sich zu orientieren.

Durch das Gewirr der Gassen und Gässchen verfolgen sie die Schritte. Es geht links, rechts, links, … bis sie plötzlich in einer Sackgasse gelandet sind - und keine Schritte mehr zu hören sind.

"Da war wohl jemand unsere Gesellschaft zu viel." meint Ilmin missgestimmt als er in die Gasse tritt. Es nagt an ihm, dass Alvine ihm entkommen ist.

"Oh, Ihr?", entfährt es Rodario erstaunt, als er sich umdreht und Ilmin sieht, den er natürlich nicht hinter sich erwartet oder gar zuvor wahrgenommen hatte.

"Nun, das war so gar nicht damenhaft, mir ein düsteres Schicksal anzudeuten und sich dann aus dem Staub zu machen. Und sie war ziemlich schnell", sagt er mit mehr Fassung.

Dann sieht er sich um und bemerkt, dass er irgendwo in irgendwelchen Gassen dieser Stadt ist.

"Kennt Ihr den Weg zurück?", fragt er.

Sie sind in einer Gasse, da sind sich beide sicher, in der noch keiner war.

So versucht Ilmin zunächst sich zu orientieren. Und dann sucht er die nächste Gelegenheit sich nach der Schenke zu erkundigen.

Es ist dunkel und vom Fluss zieht der Nebel in die Gassen. Ilmin fällt es schwer sich nach einer Schänke zu erkundigen, denn es ist niemand da, den er fragen kann.

"Habt Ihr ein besseres Orientierungsvermögen als ich?" fragt Ilmin Rodario. "Das ist für mich ein Irrgarten. Wisst Ihr noch in welcher groben Richtung die Schenke lag?"

Rodario überlegt.

"Also ich würde sagen, wir müssen dort entlang." Nachdem sie diese Gasse bis zu einer T-Kreuzung gegangen sind, meint Rodario intuitiv, dass es nach rechts weitergeht. Er sucht sich seinen Weg durch die Gassen und meint nach einer Weile schließlich: "So, wenn wir dort links abbiegen, müsste der kleine Platz mit der Schänke Hammer und Amboss liegen …"

Er biegt links ab und sieht …?

… eine zum Glück etwas breitere Straße. Aber nicht wie er vermutet die zum "Hammer und Amboss". Und auch hier ist es um diese Zeit der Nacht menschenleer.

'Gut dann also tasten.' denkt sich Ilmin. "Wir folgen jetzt dieser Straße bis wir entweder auf die Stadtmauer oder eine Person treffen." Er wendet sich in die Richtung in der er die Schenke vermutet.

Mit dieser Taktik schaffen es die drei nach einer guten Stunde wieder im "Hammer und Amboss" zu sein.

"Lowangen ist größer als gedacht." meint Ilmin zu Rodario als sie endlich die Schenke erreichen. Als erstes prüft Ilmin ob die restliche Gruppe noch da ist. Und dann ob die Fallensteller schon verschwunden sind.

Die sind noch da, allerdings liegen die Köpfe der Jäger auf dem Tisch in den Bierlachen und lautes Schnarchen ist zu hören.

'Die werden auch später noch da sein.' denkt sich Ilmin und wendet sich dem Tisch der Gruppe zu.

Sichtlich erleichtert aber genervt zugleich betritt Rodario mit den beiden anderen wieder die Schänke. Er geht direkt zum Tresen und bestellt ein starkes Bier. Mit diesem setzt er sich dann wieder an seinen alten Platz.

"Verzeiht mein so plötzliches Aufbrechen. Ich wollte nicht unhöflich sein. Aber wenn einem so ein Schicksal prophezeit wird und das auch noch unvollständig …

Ich meine, es gibt da Geschichten und Balladen mit ähnlichen Anfängen …"

Dann hebt er seinen Krug und ruft: "Auf die Zwölfe!"

Als Rodario zu seinem Beutel greift, um das Ferdoker zu bezahlen, stellt er fest, dass er ins Leere greift: sein Beutel ist weg.

"Bei Phex, das darf doch nicht wahr sein!", flucht Rodario. "Hat jemand meinen Geldbeutel gesehen?", fragt der Barde in die Runde.

'Jemand der ebenfalls sein Handwerk versteht. Vielleicht Alvine.' mutmaßt Ilmin. Vorsichtshalber kontrolliert auch er seinen Beutel.

Nilrem schüttelt den Kopf.

"Ob dies das 'Leid' war, das Dir 'zustoßen' sollte?" mutmaßt Akiro schmunzelnd.

Bei der Frage muss Ilmin grinsen.

Rodario ist wie vom Blitz getroffen. Hat er sich tatsächlich von einer attraktiven Frau so ablenken und bestehlen lassen?!

"Ihr meint, die Rahjagefälligkeit Alvines hat mich abgelenkt, während sie mir gleichzeitig meinen Geldbeutel gestohlen hat?!", fragt er sichtlich entrüstet.

"Oh, dieses hinterhältige, niederträchtige Weib", flucht er daraufhin. "Das erklärt auch, wieso sie sich so schnell aus dem Staub gemacht hat. Sie wollte sich schlichtweg nur nicht erwischen lassen. Verphext und zugenäht!"

Dann kommt ihm ein Gedanke.

"Andererseits, wenn es nur die paar Münzen sind, die ich verloren haben und diese Prophezeiung nur eine Finte war, dann könnte ich mich jetzt getrost der Suche nach dem schwarzen Diamanten oder was auch immer anschließen."

Damit zieht er ein paar Heller aus einer Innentasche seiner Weste und bezahlt so sein Bier.

"Dann lasst uns zu den wichtigen Themen zurückkommen. Ehre, Ruhm, Wissen und Reichtümer. Oder kurz gesagt der schwarze Diamant von Swelt. Wie steht es, wer bricht morgen früh mit mir gen Firun auf?" kommt Ilmin auf sein ursprüngliches Thema zurück.

"Ich bin dabei." äußert sich Raftalan, froh darüber erfahrene Abenteurer begleiten zu können.

"DAS wird eine Geschichte", schwärmt der Barde.

Sofern die Taverne noch gut besucht ist, wird Rodario noch das eine oder andere Lied spielen, um seine Reisekasse ein wenig aufzufüllen.

Nilrem verdreht sie Augen.

Am Ende des Abends hat er 516 Kreuzer mehr in seinem Beutel.

Nilrem nickt und geht zum Tresen. Dort winkt sie den Wirt herbei und flüstert ihm etwas ins Ohr.

Nach kurzer Zeit kehrt Nilrem zu den Anderen zurück. "Unsere komplette Zeche ist bezahlt."

Akiro grinst still vor sich hin. 'Weissmagier', denkt er bei sich. 'Kein Wässerchen trüben können, auf uns arme Schwarze eindreschen, aber den Armen Wirt um den Lohn ehrlicher Arbeit bringen. Bruder Phex, du hast Anhänger, wo ich sie nicht vermutete.'

Laut sagt er: "Wie denkst du zu reisen, Bruderschwester? Zu Pferde, im Wagen, zu Fuß? Was brauchen wir an Proviant? Ausrüstung? Was für weitere Informationen hast Du? Sollten wir noch Recherchen betreiben?" Ein bisschen wundert er sich über den abrupten Aufbruch.

Auch Ilmin hat die eigenwillige Art der Bezahlung zur Kenntnis genommen.

"Ich selber bin zu Fuß unterwegs. Ich plane Proviant für eine halbe Woche ein und werde unterwegs wo es geht ein wenig auffüllen. Es soll einige Weiler unterwegs geben. Die Ausrüstung hält sich in Grenzen. Seile, Lampen, Öl sollten reichen. Weiteres könnten wir morgen früh im Hesindetempel erfragen. Dort wird man uns bestimmt etwas über die Wege und die Gefahren des Rorwheds sagen können." legt er dann seine Vorstellungen dar.

"Alles was ich brauche habe ich dabei." erläutert Raftalan und denkt dann an die Beutelschneiderei hier in der Kneipe. 'Jedenfalls als ich herein gekommen bin.'

"Pferd, wenn wir denn welche bekommen."

"Nun Lowangen ist zwar für seine Pferdezucht berühmt, aber deswegen gibt es sie hier nicht günstiger." gibt Ilmin zu bedenken.

"Wie weit ist Rorwhed denn weg?"

"Wir reisen auf der Svelltstrasse. Den Rorwhed erreichen wir dann in gut 7 Tagen, daran vorbei sind wir in 10 Tagen. Zu Fuß und in normaler Reisegeschwindigkeit versteht sich." gibt Ilmin sein bisher erhaltenes Wissen über die Gegend weiter. "Spätestens alle 2 Tage ist ein Ort oder ein Gut, bei dem wir rasten und frische Vorräte aufnehmen können."

Nilrem schaut fragend in die Runde. "Hat wer ein Pferd oder gar eine Kutsche?"

Raftalan schüttelt nur mit dem Kopf.

Ilmin zuckt nur mit den Schultern. Er ist auf Schusters Rappen unterwegs.

"Rur hat uns zwei Beine geschenkt, also werden wir sie nutzen!" nickt Akiro.

"Mit diesen zwei Beinen können wir uns auch auf den Rücken eines Pferdes setzen." entgegnet Nilrem.

"Sofern wir welche haben. Oder uns durch freundliches Flüstern beschaffen können." wagt Ilmin grinsend ein Anspielung auf die Zeche.

"Je größer der Wunsch, desto schwerer die Erfüllung." schüttelt Nilrem den Kopf.

"Vielleicht sollte ich uns ein paar geflügelte Rosse beschwören?" grinst Akiro und blickt Nilrem schelmisch an.

"Bei Dir hätten sie Hörner." grinst Nilrem zurück.

"Also gehen wir zu Fuß." konstatiert Ilmin ruhig. "Morgen dann noch letzte Recherchen und die erste Etappe bis Neu-Lowangen. Wer mitkommt, ist nach dem Morgengebet am Hesindetempel."

Mit Blick auf den kommenden Tag wird sich Ilmin nach der letzten Darbietung bedanken und die Kneipe verlassen. Bezahlt ist ja.

Ilmin wendet sich zum Gasthaus "Die Herberge", wo er für eine Nacht Quartier gefunden hat.

Nilrem schläft im luxuriösen Gästetrakt der Gaststätte.

Akiro sucht ebenfalls nach einer Schlafstätte. Allerdings nicht in diesem Haus.

Raftalan hält sich an Akiro und sich ebenfalls eine günstige Bleibe.

Die beiden werden für einige Silbertaler fündig.

Da Rodario froh ist, überhaupt wieder ein wenig Geld in der Kasse zu haben, wird er sich den beiden anderen anschließen.

"Wo treffen wir uns morgen?" fragt Nilrem vor dem Abgang.

"Auf dem Platz vor dem Hesindetempel. Dort wollen wir ja noch etwas recherchieren." erklärt Ilmin seine Pläne.