Der Rest der Nacht verläuft ohne erwähnenswerte Ereignisse, die Helden schlafen ruhig und traumlos. Am nächsten Morgen treffen sie sich zur vereinbarten Zeit vor dem Hesindetempel. Aus dem Tempel kommt eine Frau freundlich lächelnd auf die Gruppe zu, als sie aber ein Stück näher gekommen ist und Ilmin ansieht, verändern sich ihre Gesichtszüge, und sie wendet sich zur Flucht, wobei sie irgend etwas ruft, was die Helden nicht verstehen können.

Irritiert blickt Ilmin der Frau hinterher. "Habe ich mich heute morgen so schlecht rasiert?" ruft er ihr hinterher.

Aber die Frau ist schon hinter der nächsten Ecke verschwunden.

Ilmin wendet sich an den Rest der Gruppe: "Was war das denn?" fragt er ratlos.

"Vielleicht verwechselt sie dich mit einem Bekannten?" rät Raftalan.

"Es wäre zumindest nicht die erste Frau, die vor uns weggelaufen ist", grummelt Rodario, der die Ereignisse des letzten Abends noch in Erinnerung hat.

"Scheint eine Eigenart der Lowangerinnen zu sein. Oder ein mir unbekannte Ritus dieser Gegend." Ilmin muss bei den Worten grinsen.

Als die Gefährten Ilmin bei diesen Worten ansehen, stellen sie fest, dass sich - anscheinend über Nacht - auf Ilmins Stirn ein ein etwa einen Zentimeter durchmessendes, pechschwarzes Mal zu erkennen.

"Ihr habt Euch über Nacht einen gar merkwürdigen Kopfputz zugelegt, wie mir scheint!" Macht Akiro ihn auf das Mal aufmerksam.

"Wie meint Ihr?" fragt Ilmin immer noch verwirrt zurück. "Wo und was?"

"Du hast auf der Stirn einen Flecken." antwortet Raftalan.

"Wo?" Ilmin wischt sich heftig über die Stirn. "Ist er weg?"

Rodario schaut auf Ilmins Stirn.

Es gibt keine Veränderung: der Fleck ist immer noch da.

"Außer dass nun deine Stirn nun auch noch rot wird," erklärt Raftalan. "gibt es keine Veränderung."

Nilrem schaut auf Ilmins Stirn und spricht: "Odem Arcan Senserei."

Sollte es zu einem Ergebnis führen folgt sofort ein: "ANALÜS ARCANSTRUKTUR!"

Das Mal auf der Stirn beginnt rot zu leuchten. Aber die Herkunft ist der Magierin unbekannt, die hinterliegende Matrix ist ihr bislang nicht begegnet.

Ilmin gewinnt langsam seine Fassung wieder. "Sprießen hier die Warzen so schnell? Egal, der Tempel wartet."

"Auf Dir liegt Magie, junger Paladin."

"Wie jetzt? Ihr meint den Fleck? Fliegt einem so etwas einfach zu? Ist das eine Krankheit? Lief die Frau deshalb weg?" gedankenverloren spricht Ilmin seine Fragen laut aus.

"Vermutlich," antwortet Nilrem.

"Dann wusste sie entweder gut Bescheid oder hatte einfach Angst. Man weiß ja nie, was hinter so einem Fleck stecken kann", mutmaßt Rodario.

"Vor allem hatte sie gute Augen! Euer Mal ist nämlich nicht sehr groß", Akiro blickt Ilmin ins Gesicht um zu sehen, ob das Mal eine besondere Form hat. Da die Clarobservantia nicht sein Gebiet ist, versucht Akiro gar nicht erst, eine magische Analyse vorzunehmen.

"Wo kommt so etwas denn her? Es gibt Geschichten, in denen Hexen einem so etwas beschert haben …", mutmaßt Rodario weiter.

"In meiner Heimat muss man mit sowas ständig rechnen - auch ohne magische Einflüsse. Hier könnte es sich um einen Hexenfluch handeln, oder etwas völlig anderes. Die Ursache kann kürzlich an unseren Freund herangetragen worden sein, in einem vor Jahren empfangenen Effekt begründet sein, durch ein Ereignis, dass die Eltern oder sonstige Vorfahren durchlebt haben verursacht - oder gar in einem früheren Sein begründet liegen. Die Frage ist: hat es Auswirkungen? Scheinbar ja: Frauen laufen vor ihm weg!" doziert Akiro augenzwinkernd.

"Hesindes Weisheit mag hier weiterhelfen. Ich werde dort fragen." erklärt Ilmin leicht verunsichert. "Kommt jemand mit?"

Akiro zuckt mit den Schultern. "Was immer Ihr wünscht!"

Nilrem folgt.

So betritt Ilmin den Tempel und steuert auf den ersten Geweihten zu, der sich blicken lässt. "Hesinde zum Gruß, könnt Ihr mich an der Weisheit der Allweisen Mutter teilhaben lassen?"

Nilrem klopft ihm auf die Schulter.

Mit einem Fingerzeig auf den Spendensack im Eingangsbereich sagt sie zu ihm: "Vielleicht solltest Du erst mal Deine Demut bezeugen, bevor Du etwas erbittest."

"Warum? Bezahlung nach Lieferung ist ein weit verbreitetes Prinzip. Wenn Euer Gnaden mir helfen kann, kann ich bezahlen. Kann er es nicht, dann kann ich wohl schlecht meine Münzen wieder aus dem Säckel nehmen." ist Ilmins freundliche Antwort.

Akiro grinst. Diese Garethjas werden die Diener wohl nie verstehen. Als ob Schwester Hesinde mit Wissen schachern würde! Und wenn doch, ob Ilmin sich die Antwort wohl leisten könnte? Preiset die Schönheit!

"Du kannst mit Hesinde nicht handeln, sie ist Phex Schwester, nicht Phex."

"Handeln oder ein Zug-um-Zug-Geschäft macht man unter Gleichgestellten. Du willst doch nicht allen Ernstes die Hesindekirche als gemeinen Handelspartner ansehen, oder? Es gibt da Geschichten, sage ich Dir …", erklärt Rodario und gerät bei den letzten Worten ins bedeutungsvolle Schwärmen.

"Aber vermutlich nicht hier und jetzt", fängt er sich umgehend wieder. "Ansonsten würde ich Nilrems Hinweis aufgreifen und die Diener des Phex um Hilfe ersuchen."

Die junge Geweihte, die von Ilmin angesprochen wurde, hat in Höflichkeit und Bescheidenheit abgewartet, bis die Gefährten ihren kleinen Disput beendet haben. Da dies der Fall zu sein scheint, spricht sie belehrend: "Ihr kommt in das Haus der Allwissenden weil Ihr gezeichnet seid und die Hilfe der Mutter der Weisheit sucht.

Sicherlich wird Sie Euch ihre Hilfe und Gnade zu Teil werden lassen, aber bedenkt, dass eine Göttin in Alveran sitzt und alles hat, aber ihre Diener hier auf Dere leben.

Ein wahrer Gläubiger kommt daher nicht erst in der Not und fordert, sondern ist edelmütig und großzügig, auch wenn er den Beistand der Zwölfe nicht bedarf."

Nilrem verbeugt sich leicht. "Weise gesprochen, Hochwohlgeboren."

Rodario knufft Nilrem leicht in die Seite und zischt: "Das heißt Euer Gnaden. Mit Euer Hochwohlgeboren spricht man Grafen an."

"Och, ein wenig übertriebene Schmeichelei kann nach dem verpatzten Start des jungen Paladins nicht schaden." flüstert Nilrem grinsend zurück.

Dankend neigt die Geweihte den Kopf und schaut weiterhin Ilmin an.

"Verzeiht Euer Gnaden, ich halte es gewöhnlich mit dem Heimlichen. Und dieser lehrt, dass alles im Leben ein Handel ist und wir nur über den Preis bestimmen. Gerne bin ich bereit, Euer Wissen zu bezahlen. Mit Wissen oder mit Gold, ganz wie es Euch beliebt. Doch vorher erscheint es mir nur recht zu prüfen, ob es denn einen Handel geben wird." antwortet Ilmin höflich.

"Warum sollte die Allwissende mit Euch handeln?" fragt die Geweihte zurück. "Ihr wollt einen Dienst der Göttin nicht die Göttin Euren Dienst. Und wenn Ihr mit mit Herrn Phex handeln wollt, dann sucht seinen Tempel auf.

Wenn Ihr bereit seid im Tempel der Herrin der sechs Künste nach ihren Regeln zu huldigen, dann ruft mich!"

Brüsk dreht sie sich um und lässt die Gruppe stehen.

Seufzend folgt Ilmin der Geweihten und wirft zähneknirschend 1 Dukaten in die Opferkiste: "So bitte ich Euch nochmals um Verzeihung."

"Nun", beginnt die Geweihte, "setzt Euch, ich werde die Hohe Lehrmeisterin holen."

Sie entfernt sich und kommt nach einer Weile mit einer älteren, grauhaarigen Frau mit aufgeweckten, neugierigen Augen wieder.

"Hesinde zum Gruß! Ich bin die Vorsteherin dieses Tempels."

"Hesinde auch mit Euch, Ehrwürden. Habt Dank für Eure Anwesenheit. Ich bitte um Hilfe bei diesem Mal auf meiner Stirn. Ich habe es über Nacht bekommen und gemäß Auskunft der mich begleitenden Magister ist es wohl arkaner Natur."

"Hochwürden!", zischt Rodario erneut angesichts des offensichtlichen Mangels an Etikette seiner gerade neugewonnenen Gefährten.

"Bitte lasst mich sehen, kommt näher ins Licht!" fordert sie ihn auf. Dann tastet sie vorsichtig das Mal ab. "Es sind nicht die Zorgan-Pocken, auch wenn es die Leute auf der Straße vermuten und Euch dieses -und vieles andere - an den Kopf werfen.

Und wenn der Magister schon die arkane Herkunft erkannt hat, warum hat er dann nicht empfohlen die Akademie aufzusuchen? Schließlich ist Elcarna eine Koryphäe in seinem Fach."

Sie blickt auf.

"Fürchtet Euch nicht, die Göttin wird ihre Hand über Euch halten!"

"Vermutlich, da er die hiesigen Magister nicht kennt. Doch habt Dank für Euren Rat." antwortet Ilmin. Kurz überlegt er: "Eine Frage noch, Hochwürden. Habt Ihr unter Euren Schätzen des Wissens auch etwas über die Stadt Swelt in den Brinasker Marschen?". Sollte sich das Mal als harmlos herausstellen, kann er dann immer noch einmal zurückkehren.

Die Hochgeweihte überlegt kurz. "Nein, nicht unter den ernst zu nehmenden Quellen. Sicherlich gibt es einige Rollen mit regionalen Sagen und Märchen, die dieses Thema aufgreifen."

"Nun, dann würde ich gerne nachdem meine derzeitige Situation geklärt ist, diese Sagen und Märchen gerne studieren. Wie bei so vielem anderen steckt meist ein Körnchen Wahrheit darin." trägt Ilmin seine Bitte vor.

"Klärt Eure Situation und kommt wieder", antwortet die Hochgeweihte, segnet die Gruppe eher flüchtig und lässt die Gefährten dann im Tempel stehen.

"Wisst Ihr wo der Magister Elcarna zu finden ist?" fragt Ilmin mit Blick auf die anwesenden Magier. "Und bekommen wir mit dem Mal überhaupt Zugang zur Akademie?"

"Ich bekomme sicher Zugang, war ich doch bis gestern Studiosus des Hauses. Ob seine Spectabilität Elcarna mich jedoch empfängt, ist unsicher. Ihr solltet Euch vielleicht darauf berufen, dass die Hohe Lehrmeisterin des Hesinde - Tempels Euch zu ihm schickt!" rät er Ilmin.

"Das sollte kein Problem sein. Würdet Ihr dann bitte die Führung übernehmen." bittet er den Magier.

"Noch eins vorweg!" Akiro grinst Ilmin an. "Versucht nicht, mit ihm zu handeln!"

"Wieso? Macht Ihr das?" grinst Ilmin zurück.

Sie brechen dann zur Akademie auf.

Der ersten nervös aussehenden Menschen begegnen der Gruppe als sie den Tempel verlässt. Als sie weiter in Richtung des Marktplatzes gehen - denn dort liegt die Akademie - wird die Menge immer dichter und es sind immer wieder Ausrufe zu hören.

"Bei allen Kröten und Krähen - er hat die Zorgan-Pocken."

"… sieben Krötenbisse, dann liegt der gleiche Fluch auf dir: Eines Nachts werden ihn die Wölfe holen."

"Bei Praios! Ich hab so einen schon mal in Tiefhusen gesehen. Der schlug um sich wie eine Furie … mit einer ganzen Garde hat er sich angelegt!"

"Er ist dem Tode geweiht, und jeder, der ihn berührt, ist's auch!"

"… schreckliche Rituale werden dort gehalten, und es herrschen dunkle Mächte, die nach Opfern verlangen …"

"Ein Vorbote der namenlosen Tage. Finstre Zeiten stehen uns bevor!"

"Der ist von den dunklen Hexen geschickt, um über uns alle Verderben zu bringen, über uns alle, wie damals in Answhed."

"Ich sage euch: Eine furchtbare Seuche. Ich selber habe nur mit knapper Not überlebt. Eine furchtbare Seuche, sage ich, eine furchtbare Seuche!!! …"

"Sie haben alle so ein Mal, ich hab's gesehn, damals in der Khom - Wüste. Abtrünnige der Zwölfgötter!!"

"Versperrt ihm nicht den Weg - Er ist den Hexen geweiht!"

"Ich hab mit eigenen Augen gesehn, wie er eine Kröte bei lebendigem Leibe verschluckt hat!"

"Den hat's übel erwischt, dem kann nicht mal Elcarna helfen …"

Der weitere Weg entwickelt sich immer mehr zu einem regelrechten Spießrutenlaufen. Kurz nachdem die Gruppe den Platz betreten hat, bildet sich eine Menschenmenge, aus der heraus man Sätze wie "jetzt will der Elendige unseren Magier verhexen!" oder "Verbrennt ihn, bevor eine Seuche ausbricht!" hören kann.

Ilmin lauscht interessiert den Gerüchten. Bei der Kröte muss er heftig grinsen.

Als sich die Lage allerdings in einen Mob wandelt, beschleunigt er seine Schritte um schnell in die vermeintliche Sicherheit der Akademie zu kommen. "Bei einem solchen Aufstand wird der Magister wohl nicht darum herumkommen mein Problem zu behandeln." sieht er aber auch das Gute der Situation.

Als sie die Vortreppe hochgehen, fliegen von hinten einige Steine und Schuhe auf Ilmin, denen er aber ausweichen kann. Schon hat die Menge die Helden eingekreist, als sich die Tür des Gildenhauses öffnet und ein weißhaariger Mann auf den Platz hinaus tritt. Ehrfürchtig weicht die Menge zurück, und das Gerede verstummt. Nachdem der Magier die Helden eindringlich gemustert hat, sagt er zu ihnen: "Ich nehme an, ihr wollt zu mir? - Tretet ein!"

Nilrem nickt ihm zu.

Aus der Menge stürmt ein junger Bursche hervor: "Aber Meister, er wird uns alle …"

Doch noch ehe er zu Ende gesprochen hat, wirft ihm der Magier einen strengen Blick zu und unterbricht den Einwurf: "Es ist nicht gefährlich für euch; geht wieder nach Hause und beruhigt euch."

"In Travias Namen habt Dank." Ilmin schlüpft blitzschnell durch die geöffnete Tür.

Die anderen bekommen noch mit wie der Gildenmeister eine abwinkende Geste macht, und zum Erstaunen der Helden verzieht sich die Menge langsam unter Gemurmel ...

"Du hast doch gehört, was Elcarna gesagt hat."

"Er wird schon wissen, was er tut."

Elcarna

Nachdem die Helden eingetreten sind, stellt sich Elcarna vor und bittet sie in sein Zimmer, einen kleinen Raum, überfüllt mit Büchern, die schon längst nicht mehr in die dafür vorgesehenen Regale passen und sich deswegen auf allen möglichen Möbelstücken stapeln.

Der hilfsbereite Gildenmeister räumt er ein paar Stühle von Büchern frei und bedeutet der Gruppe, Platz zu nehmen.

"Nun erzählt mir bitte alles was wann wo und unter welchem arkanen Einfluss passiert ist!"

"Nun, äh eure Spektabilität, ich vermute mal es wurde mir am gestrigen Abend von einer attraktiven Damen per Kuss übertragen worden." Dann erzählt Ilmin die Geschichte von Alvide, die angeblich auf Ihren Bruder wartete.

"Das kann ich bestätigen, Eure Spektabilität", sagt Rodario.

"Gut, gut. Das ist die profane Seite, nun die arkane!" er schaut die beiden Zauberer an.

Auch Akiro nickt. "Aktives Wirken von Magie habe ich nicht beobachtet," räumt er ein, "aber das Verhalten der Schwester schien irgendwie unangemessen. Die Adepta und ich haben einen Kuss verweigert, was die Gute zu verdrießen schien!"

"Auch das passive Wirken arkaner Kräfte löst eine aktive Aktion aus", belehrt ihn der Erzmagus.

Raftalan nicht ebenfalls. "Mich hat sie geküsst."

Elcarna nickt freundlich, aber eher abwesend.

Auf das Adepta hin fühlt Nilrem sich gezwungen sich vorzustellen: "Magistria Extraordinerius von Punin, Ritterin des Reiches vom Raulschen Thron."

"Sehr nett, Magistra", lächelt Elcarna. "Nennt mir bitte Eure Erkenntnisse."

"Ein Odem ergab nur das Ergebnis, dass das Mal arkan ist, welche Matrix dahinter steckt, blieb mir verschlossen."

"Hmm, das habe ich befürchtet ..." murmelt der Magier. Wortlos vertieft er sich fast zwei Stunden lang in seine Bücher, die er aus den verschiedensten Ecken des Zimmers zusammenträgt. Schließlich schlägt er ein Buch zu, in dem er besonders lange bedächtig gelesen hat, und wendet sich wieder den Helden zu: "Ich fürchte, dass ich euch kaum weiterhelfen kann. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Hexenzauber, einen Überbringerzauber vermute ich, vielleicht ein Fluch, vielleicht ein Zirkelzauber - ich kann euch nichts Genaues sagen. Aber ich kenne jemanden, der euch wohl besser Auskunft geben kann als ich."

'Hexen?' überlegt Ilmin. "Was wollen Hexen von mir?" platzt es dann aus ihm heraus.

"Das kann ich Euch auch nicht beantworten, aber die arkane Struktur und die einschlägige Literatur deuten auf magica strigaris hin", antwortet der Erzmagus beruhigend. "Aber ich weiß wer Euch helfen kann. Sein Name ist Bringimox - eine Hexe; er führt ein Eremitendasein im Grauen Wald. Der Weg dorthin ist nicht schwer zu finden: Ihr haltet euch nördlich, bis ihr den Svellt erreicht, den ihr an der Furt überqueren müsst. Der Wald liegt dann nur wenig nördlich vom Fluss."

"Wird er helfen?" ist Akiro skeptisch. "Einsiedler, zumal Hexer, sind nicht gerade für ihre Selbstlosigkeit und Menschenfreundlichkeit bekannt!"

"Ihr müsst ihm Euer Leid glaubwürdig vortragen, dann wir er Euch sicherlich helfen."

"Äh, muss ich jetzt durch das ganze Svelltland reisen? Ist das mal denn gefährlich?" Ilmin blickt sich konsterniert um.

"Ich glaube, wenn Ihr hier in Lowangen bleibt, dann ist es mindestens genauso gefährlich …"

"Nun ich plane Lowangen kurzfristig in Richtung Norden zu verlassen um am Rorwhed vorbei in Richtung Brinasker Marschen zu ziehen." erläutert Ilmin seine Pläne.

"Macht was Ihr wohl", rät Elcarna ihm wohlwollend. "Aber ohne Bringimox Hilfe wird Euch irgendwann ein Stein treffen, dem Ihr nicht ausweichen könnt."

"Auch ein Argument." antwortet Ilmin verdrießlich. "Dann also zum Svellt. Vielleicht ist der Umweg nicht ganz so weit." Verlegen blickt er in die Runde. "Wäre evtl. einer oder mehrere der Anwesenden bereit mich zu begleiten?"

"Ach, junger Paladin," seufzt Nilrem und klopft ihm auf die Schulter.

"Ich werde mitgehen." Raftalan hält hier nichts.

Akiro sieht Ilmin ernst an: "Ihr scheint mir ein Mensch zu sein, der für seine Rechnungen geradesteht. Ich bin auf eine Reise vorbereitet. Wenn sich das Ziel jetzt ändert, soll's mir recht sein. Rur schuf die Welt überall schön und Ihr werdet einen Gefallen schulden! Ich werde Euch begleiten!"

"Gibt es noch etwas was wir beschaffen müssen bevor wir losziehen?" fragt Ilmin in die Runde und versucht auch Elcarna per Augenkontakt mit einzubeziehen.

Dieser ist aber schon wieder beim Studieren seiner Bücher und hat die Gruppe in seinem Arbeitsraum schon aus seinen Gedanken verdrängt.

"Proviant, Öllampen, Öl, Zunder, Seile, Heiltränke, Verbandszeug, Gifte, Decken, Zelt, …"

"Für meinen Teil habe ich das Notwendige. Wieviel Zeit veranschlagt Ihr für die Besorgungen?"

Akiro hat seine wenigen Habseligkeiten in der Halle der Macht untergestellt: "Ich hab meinen Rucksack und Stab. Etwas Proviant noch, und es kann losgehen!" resümiert er.

"Ich habe alles, was ich mir leisten kann."

"Wer noch etwas zu besorgen hat, der tue das jetzt. Wir treffen uns in zwei Stunden am Stadttor und ziehen dann gen Firun." schlägt Ilmin vor.

"So sei es", bestätigt Rodario und wird wohl noch einmal seine Habe durchgehen.

"Entschuldigt Eure Spektabilität, benötigen wir noch etwas für diesen Bringimox? Eventuell ein Empfehlungsschreiben oder trage ich das schon mit mir herum?" Ilmin deutet auf seine Stirn.

"Wie? Was? Wo?" der Erzmagier blickt hoch und ist erstaunt, das die Gruppe immer noch in seinem Arbeitszimmer ist. "Ein Schreiben, ja …"

Er nimmt einen Bogen Pergament und beginnt ein paar Zeilen zu schreiben. Dann faltet er den Bogen und versiegelt ihn ordentlich mit dem Ring der Akademie.

"Hier, das sollte Bringimox Erklärung genug sein.

Gute Reise!"

Und wieder vertieft er sich in seine Bücher.

Rodario geht nach draußen und wartet auf die anderen. "Ich muss noch einige Dinge erledigen und bin in zwei Stunden am Treffpunkt." Mit diesen Worten wendet sich der Barde zum gehen.

Akiro besorgt sich auf dem Markt einige Räucherwürste, Hartkäse, Schwarzbrot, Hartkekse, ein paar Äpfel und ein paar Zuckerstangen. Seine Suche nach Rauschgurken blieb erwartungsgemäß erfolglos. Er füllt einen Schlauch am Brunnen mit einem Schank Wasser auf. Insgesamt kauft er Proviant für vier Tage ein. Dass er unterwegs seine Trinkwasservorräte immer wieder auffüllen kann, davon geht er aus: Rur hat die Welt reich gestaltet! Dann begibt er sich zum Treffpunkt.

Nilrem sucht ihr Habe zusammen und geht noch in einen Krämerladen, um sich haltbare Lebensmittel zu 'Banbaladinen'.

Was ihr aber dieses Mal nicht gelingt.

So geht Nilrem zum Treffpunkt und wartet dort.

Wo sie auf ihre Gefährten trifft, die bereit zum Aufbruch sind.

Rodario kommt ungefähr ein halbes Stundenglas später an. "So, ich bin bereit. Wir können los", sagt er ungerührt und enthusiastisch.

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Nachdem alle anwesend sind wendet sich Ilmin gen Neulowangen. "Auf zu den Hexen. Ich möchte mein Schönheitsmal verlieren."

"Sprach er's und die Hexen fragten: 'Möchtet Ihr lieber ein anderes? Aber gerne …'", juxt Rodario.

"Zu viele Male sind der Schönheit nicht zuträglich. So bleibe ich lieber ohne." fällt Ilmin mit ein.

"Mir fällt da ein Geschöpf meiner Heimat ein, das sich mit wachsender Zahl seiner Mahle immer schöner wähnt. Zumindest wird die Maraske mächtiger und weniger trauen sich, ihre Schönheit in Frage zu stellen." grinst Akiro.

"Dabei machte doch gerade DAS ihn interessant, nicht wahr werter Kollega?" feixt Nilrem.

"Ein Lob von einer geheimnisvollen Damen. Ich habe zu Danken."

"Rein wissenschaftlich." zwinkert sie.

Ein scheinbar enttäuschter Gesichtsausdruck ist die Antwort.

Akiro zieht bedächtig seinen Langdolch: "Aus rein wissenschaftlicher Sicht scheint es sinnvoll, eine Probe zwecks Examinatio zu nehmen. Werter Freund,würdet Ihr bitte einmal stillhalten?"

"Selbstverständlich nicht. Nachher muss ich es behalten weil ein Teil fehlt. Und dann?" ist Ilmins gespielt entrüstete Antwort.

"Für die Wissenschaft sollte kein Opfer zu viel sein!" Akiro seufzt gespielt und schiebt seinen Doch wieder in die Scheide. "Dann lasst uns aufbrechen!"