Der Karawanenführer Abidallu Spinalis zeigt sich erstaunt, aber auch erleichtert, als man ihm von den Vorgängen in der Karawanserei berichtet. "Einen großartigen Sieg über das Echsengezücht habt ihr hier errungen! Rastullah hat seine Hand über euch gehalten." Hört man da vielleicht sogar etwas Respekt in seiner Stimme?

Der Ton lässt Ayla aufhorchen. Aufmerksam betrachtet sie Abidallu und versucht im Gesicht des Mannes zu lesen. Sie versucht zu erkennen, ob sich dieser Respekt nur auf die Herren der Gruppe bezieht, wie es bei den Novadis üblich wäre. Oder ob auch sie und Lauriel als vollwertige Ansprechpartner akzeptiert werden.

Der Karawanenführer spricht hauptsächlich Cuilyn an. Gegenüber den Frauen (und übrigens auch Banjew) zeigt er sich zurückhaltend, aber nicht abweisend.

'Frauen und Magie, die Todfeinde des Novadis', denkt sie sich. Aber sie wird den Mann nicht ändern können. Immerhin haben sie einen anerkannten Kämpfer.

Zur Frage, warum die Echsenmenschen hier sind, fällt Abidallu auch nichts ein. Er stimmt zu, dass die Helden den Gefangenen am nächsten Morgen verhören, will aber selbst nichts damit zu tun haben. Nachdem er sich umgeschaut hat und die Karawane versorgt ist, kümmern sich die Novadis noch um die Bestattung des Wirtes und der beiden Knechte - einer wird im Durchgang zum Haupttor gefunden, einer hinter einem Wassertrog auf der Weidefläche. Die Leichen der Echsen werden hingegen einfach verbrannt.

Obwohl die Echsen besiegt scheinen, bitte Abidallu darum, in der Nacht Wachen aufzustellen, wofür sich natürlich die Türme anbieten.

Banjew stöhnt innerlich auf. Er braucht jetzt Schlaf und Erholung! Sollen doch die anderen wachen! Vorsichtig guckt er sich um, wie er sich um das Wachen drücken kann.

'Hmm, solange mich keiner zwingt …' Er sieht zu, dass er schnell und unauffällig aus der Nähe des Karawanenführers verschwindet und sucht sich einen Schlafplatz.

Am nächsten Morgen wacht er völlig erholt und guter Laune auf. Es fühlt sich an, als wäre der gestrige Tag nur ein böser Traum gewesen. Selbst seine Wunde ist wundersamerweise schon wieder völlig verheilt. Wäre da nicht diese Karawanserei um ihn herum …

"Ich übernehme eine Wache." Ouroborox stellt sich freiwillig auf einen der Türme.

Lauriel meint zu Cuilyn: "Liebster, ruh' Dich aus, ich halte für uns Wache!"

Die Elfe sucht sich einen windgeschützten Platz auf einem der Türme aus und wacht für sich und für den angeschlagenen Cuilyn.

"Danke!" kommt es von Cuilyn zurück. Der Krieger schläft tief und fest.

Ayla plant nicht zu wachen. Sofern sie niemand auffordert wird sie schlafen. Vorher wird sie dem Begräbnis beiwohnen und leise zu Boron beten.

Tatsächlich handelt es sich nicht um ein Begräbnis im eigentlichen Sinn: die Leichen werden auf natürliche Felsformationen in der Wüste gelegt und dort nach einem längeren Gebet zu Rastullah den Geiern überlassen.

Ayla überlegt, ob sie in der Karawanserei Hinweise darauf entdeckt hat, dass dort die Zwölfe regierten.

Sie erinnert sich im Gegenteil, dass in der Schlafkammer des Wirtes einige Schriften waren, die auf einen frommen Anhänger Rastullahs hinweisen.

Nachdem ihr das eingefallen ist wird sie nur still dabeistehen bis die ersten Aasfresser auftauchen und sich dann schaudernd abwenden. Diese Barbaren.

Während die Novadis ihr Morgengebet verrichten und die Karawane abmarschbereit machen, haben die Helden Gelegenheit, den Gefangenen zu verhören.

Cuilyn führt den gefesselten Echsenmenschen auf den Hof. "Sprichst Du unsere Sprache?" fragt er währenddessen.

Die Antwort besteht aus einer hervor gestoßenen kurzen Folge von Vokalen und atonalen Zischlauten. Es klingt teilweise ein bisschen wie "Fezzmech".

Ayla stellt sich zunächst nur dazu. Sie beherrscht das Echsische nicht. Und hofft, dass es einer der anderen kann.

Banjew erinnert sich zwar an den Klang dieser Laute, aber ihren Sinn hat er schon damals nicht begreifen können.

"Sprich deutlich oder du zischst nie mehr!" fordert Ouroborox ihn auf.

Darauf antwortet der Gefangene nicht.

"Spricht jemand hier echsisch?" fragt Cuilyn in die Runde.

"Jedenfalls nicht besser als Du", antwortet Banjew.

"Eine Echse weniger." kommentiert Ouroborox das Schweigen. Dann nimmt er seinen Drachenzahn und setzt ihn dort an, wo er das Herz der Echse vermutet. Langsam erhöht er den Druck.

Die Echse weicht zurück.

Cuilyn hält sie fest. "Sprich!"

Wenn die Echse nicht beginnt, sich verständlich auszudrücken, dann drückt Ouroborox den Dolch langsam in das Fleisch. Natürlich will er ihn nicht sofort töten, ausreichende Schmerzen sollten genügen ihn zum Sprechen zu bringen. Deshalb versucht er nicht direkt auf das Herz zu zielen, sonder mehr zur Seite.

"Wartet!" zischt der Gefangene dann doch in stark akzentuiertem Tulamidya. "Lassst michch frei und gebt mir den h'eiligen Sstein wieder, dann werde ichch euchch ssagen, wass ihhr wisssen wollt."

Cuilyn nickt Ouroborox zu. 'Gut gemacht!'

Ouroborox zieht die Klinge zurück und schaut die Echse dann fragend an: "Welcher heilige Stein?"

Die Augen der Echsen verengen sich. "Auss meinem Beutel!"

"So so, ein heiliger Stein. In einem Beutel? Etwa in diesem?" Ayla holt den Beutel mit dem einen Stein hervor.

"Dass isst er!" faucht die Echse. "Gib ihn zzurück, oder die H'Ranga werden dich sstrafen!"

Ayla überlegt, ob ihr etwas über die Götter der Echsen und heilige Steine bekannt ist.

Dergleichen hat sie noch nicht gehört. Aber ihr Wissen um die Echsenkulte könnte auch größer sein.

"Was machst Du unglücklicher Sohn einer Küchenschabe hier? War es es wert den heiligen Stein zu verlieren?" kehrt Ayla zunächst zur Befragung zurück.

"Gebt mir den Sstein und lassst michch frei!" fordert der Gefangene erneut. "Dann ssage ichh ess euchch."

Ayla ist die Verhandlung leid. Sie stellt sich vor das Wesen, blickt in seine Augen und flüstert: "chahâna habibim"

Anerkennend nickt Lauriel, dass die Magierin einen elfischen Zauber so gut beherrscht.

Dann wendet sie sich nochmals lauter an die Echse: "Sag mein Lieber, wie spricht sich Dein Name aus. Du musst verzeihen, mein Gedächtnis lässt manchmal zu wünschen übrig."

Cuilyn hört gespannt zu.

Der Gesichtsausdruck der Echse verändert sich, aber für Menschen ist kaum festzustellen, was er nun bedeutet. "Ichch heissze Szzirrtr", antwortet sie.

"Spreche ich das richtig aus: Sziter? Du warst doch der Anführer der Gruppe, richtig?" beginnt Ayla.

"Szzirrtr", korrigiert die Echse. "Ja, natürlichhh."

"Entschuldige Szzirrtr" imitiert sie die Aussprache der Echse. "Doch was bei allen Hrannga bringt einen Krieger wie Dich in diese Wüste?" stellt sie ihre dringendste Frage.

Der Echsenmensch sieht sie an, ohne zu blinzeln. "Wiesso Krieger? Wir ssind wegen der Beute hhier, issst dochch klarr."

"Welche Beute? Und warum geht Ihr dafür in die Wüste?"

"Wasss eben hier issst. Ein Mensschsch hat unss gessagt, daszz ess hier etwasss gibt. Rissikolosss, sssagte er."

Ayla horcht auf. "Was für ein Mensch? Weißt Du seinen Namen?"

"Nein, weiszz ichch nichcht", antwortet die Echse. "Aberr der Priessster hat gessagt, auf ihm liegt der Ssegen der H'Ranga."

"Welcher Priester? Wo ist sein Tempel?" fragt Ayla weiter. "Erzähl mir doch bitte die ganze Geschichte. Sie fasziniert mich."

Cuilyn hört weiter gespannt zu.

"Alsso sschön", zischelt die Echse. "Ess issst keine lange Gesschichchte. Erssst hat unss ein Händler einen Brief dess Menschschen gebrachcht. Da sstand sschchon dass meisste drin. Dann haben wirr ihn auchch einmal getrroffen, unsser Priesster hat allein mit ihm gessprrochchen, und ssso ssind wirr zzur rrichchtigen Zzeit her." Sie blinzelt einmal. "Gibsst du mirr jetzzt bitte den Sstein wiederr?"

"Du kannst doch nicht einfach die spannenden Teile der Geschichte auslassen." tadelt Ayla ihren Gegenüber leicht. "Was war das für ein Händler? In welcher Stadt? Was stand in dem Brief? Wo fand das Treffen statt?" hakt sie nach.

"Ssss", macht der Echsenmensch leicht genervt. "Dass warr einer der Händler, die immerr zu unss kommen, in unsserr Dorrf, Sssrr'tssisk. Wasss genau in dem Brief sstand, weiszz ichch auchch nichcht. Daszz wirr hierr Beute machchen können, nehme ichch an. Dass Treffen warr auch in Sssrr'tssisk."

"Verzeih meine Fragen, wir Menschen sind einfach wissbegierig. Und die Geschichte interessiert mich. Wo liegt Sssrr'tssisk?" fährt Ayla unbeeindruckt fort.

"Am Rrand der Sssümpfe", antwortet die Echse eher ungenau. "Nicht ganz auf der Hhälfte dess Wegss von hhier nachch H'Rudd."

"Und woher kam der Händler? Und was handelt er mit Euch?"

"Sssz", macht die Echse wieder. "Auss Unau oder auss Kannemünde, von den Menschschen eben. Wirr vverkaufen ihm zum Beisspiel Leder und Pflanzzzen gegen Eissen." Sie sieht sich um. "Wenn wirr nochch länger plaudern, sssollten wirr unss dann nichcht vielleichcht irgendwo bequem in die Sssonne legen?"

"Sei mir nicht böse, aber die Sonne ist für uns schnell zu heiß. Bleiben wir doch lieber im Schatten." antwortet Ayla. 'Da ist es kühler und Du bist besser zu kontrollieren.' denkt sie sich.

"Kannst Du den Händler beschreiben? Oder hatte er etwas besonderes dabei?"

"Tjaaa … er issst etwass gröszzer alss du, hat aber nichcht sso viele Haare. Dafür deutlichch mehrr Fleissch. Biss auf den Brrief warr da nichtsss Bessonderess."

"Hatte er keine Begleitung bei sich?" Ayla hat nach der Beschreibung die Vorstellung eines fetten Pfeffersacks mit Halbglatze. Niemand den sie in den Echsensümpfen erwarten würde.

"Ja, der hat immer nochch ein paar andere Menschschen bei sichch, die ihm hhelfen", erklärt die Echse.

"Wie viele waren es? Und was waren das für Menschen? Kannst Du sie beschreiben? Haben sie sich untereinander mit Namen angesprochen?"

"Laszz michch nachchdenken … ess waren drei, zwei Männchchen und ein Weibchchen. Dass hatte mehrr Waffen dabei, die Mänchchen nurr Messser. Sssie hatten viel Stoff am Körrper, issst aberr bei allen Menschschen ssso. Die Hhaare waren bei allen ssschwarzz. An die Namen kann ichch michch nichcht erinnerrn."

Ayla überlegt fieberhaft. Sie hätte zu gerne das Schreiben gesehen. "Der Händler kam also zu Euch, handelte mit Euch und übergab das Papier an den Priester. Und er wollte nichts dafür haben?" fragt sie ungläubig.

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"Ich glaube nicht, dass wir noch mehr erfahren", raunt Lauriel Cuilyn zu. "Das Wesen der Echse ist zu fremd und vermutlich sehen für sie alle Menschen gleich aus …"

"Das glaube ich auch", raunt Cuilyn zurück.

"Auf jeden Fall sollten wir den heiligen Stein lieber behalten." überlegt sie leise weiter.

"Natürlich! Wir werden über den Anführer zu Gericht sitzen und dann aburteilen", raunt Cuilyn zurück.

"Das ist hier nicht unser Land, Hier sollten die Gericht halten, die dafür das Recht haben." widerspricht die Elfe.

"Frag mal unseren Karawanenführer!" schlägt Cuilyn vor. "Was der meint."

"Wenn er hier richten will, dann soll er das, dass ist sein Land und nicht unseres", meint sie und sieht sich nach den Novadis um.

Die sind noch dabei, die letzten Kamele zu beladen.

"Sie laden noch ihre Sachen auf", kommt Lauriel kurz darauf zurück. "Aber ich denke, es wäre besser, wenn ein Mann mit ihnen redet."

"Gut, mache ich", stimmt Cuilyn zu. Er geht zum Karawanenführer.

"Chef, was sollen wir mit der gefangenen Echse machen?" fragt er.

"Seid Ihr fertig mit ihr, Effendi?" Abidallu überlegt. "Fesseln wir sie und lassen sie hier. Der nächsten entgegenkommenden Karawane sagen wir, sie soll sie mit nach Kannemünde nehmen."

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"Fürr den Brief? Nein … sssichcher hatte der andere Menschsch ihm schschon etwass dafürr gegeben."

"Was weißt Du denn über den anderen Menschen, den Briefschreiber? Woher kennt er den Priester und wieso ist er von den Göttern gesegnet?" versucht es Ayla in diese Richtung weiter. "Und von welchen?"

Die Echse sieht sie starr an und schüttelt leicht den Kopf. "Von den HH'Ranga natürlichch, würde unsser Priesster etwa von anderren sssprechchen? Wiessso ssie ihn gessegenet haben, weiszz ichch nichcht, der Priesster hat ess nichcht gessagt. Aber err kannte diessen Menschschen vorhher auchch nichcht."

'Ein Echsenkultist in Unau oder Kannemünde?' geht es Ayla durch den Kopf. "Wo lebt der Schreiber des Briefes? Hat euer Priester etwas dazu gesagt?"

"Nein", antwortet der Echsenmensch. "Aber er hhat verssprochchen, daszz die Unauer unss hhier nichcht sstören. Alsso isst err vielleichcht auss Unau …"

Ayla nickt zustimmend: "Sicher ein guter Schluss. Hab Dank für Deine Erzählung. Doch was hat es mit dem heiligen Stein auf sich?"

"Er issst hheilig. Du mussst ihn mirr zurrück geben, kleine Schchwessterr."

"Wurde er Euch von den H'Ranga gegeben? Wozu dient er?" fragt Ayla weiter.

"Tut mirr Leid, dass darf ichch dir nichcht ssagen", verweigert die Echse zum ersten Mal eine Antwort. "Dass Wisszen isst nichcht fürr Menschschen."

"Erst nennst Du mich kleine Schwester und dann behandelst Du mich so?" fragt Ayla mit gespielter Enttäuschung.

"Ssss", macht der Echsenmensch. "Esss geht nicht andersss. Du bissst nun mal keine Echssse. Bitte verssstehh dasss."

Ayla entscheidet, dass sie an dieser Stelle nur mit magischer Analyse des Edelsteins weiterkommen wird. Sie blickt die anderen an: "Möchtet Ihr noch etwas von unserem Begleiter wissen?"

Cuilyn schüttelt den Kopf.

Auch Lauriel, die nicht glaubt, dass sie noch etwas wichtiges erfahren können, verneint. "Wir sollten ihn den Novadis übergeben", schlägt sie vor.

"Wie lange ist er schon hier und wie viele waren sie?" will Ouroborox wissen.

Sollte die Echse nicht auf die Frage Ouroborox antworten wird Ayla sie wiederholen.

"Wir sind zu fünft", antwortet der Gefangene. "Wir kamen vor vier Nächten."

Bei der Nennung der Tage fällt Ayla etwas ein. "Wann war denn der Händler bei Eurem Priester?"

"Das war so etwa vor einem Mond."

"Wofür habt ihr nachts Wache gehalten, wenn ihr uns doch nicht kommen gesehen habt?" möchte Banjew wissen.

"Wohher ssoll ichch wisszen, wiesso die Wachchen euchch nichcht bemerrkt hhaben?" fragt die Echse zurück.

"Sie haben in die falsche Richtung geguckt", stellt Banjew fest.

"Wenn ihr nur stehlen wolltet warum seid ihr dann noch da? Sind denn keine anderen Reisenden hier vorbeigekommen?" fragt Ayla weiter.

"Leider nichcht. Wir wollten nochch eine Karawane mitnehhmen, auchch wegen der Kamele, aber ess kam keine."

"Dann habt Ihr bisher Glück gehabt. Eine Karawane oder eine Prüfung aus Unau hätte das Ende des Raubzugs bedeutet." spottet Ayla etwas. Wohl wissend, dass mit ihrer Karawane das Ende für die räuberischen Echsen gekommen ist.

"Der Menschsch hhat gessagt, dassz die auss Unau unss nichchtss tun würden. Ess ssind auchch keine gekommen", widerspricht der Echsenmensch.

Diese Aussage verwundert Ayla. Wenn dies nicht nur eine Beruhigung sein sollte, sagt das doch einiges über die Macht des Auftraggebers aus. "Hat Euer Priester etwas dazu gesagt, warum die Unauer Euch nichts tun würden?"

"Nichcht dassz ichch wüssste …"

"Was meint ihr davon?" wendet sich Ayla an die anderen.

"Unau arbeitet mit den Echsen zusammen", erwidert Cuilyn düster. "Üble Sache."

"Genau, deshalb sollten wir ihn fesseln und seinem Schicksal überlassen", schlägt Lauriel vor. "Und dann aufbrechen."

"So sei es." Sie wendet sich ab und geht um ihre Sachen zu packen.

"Wie? Wiessso?" fragt die Echse. "Kleine Schschwessterr! Gibsst Du mirr jetzzt bitte den Ssstein zzurrück?"

"Nein!" antwortet Lauriel für die Magierin.

"Oder zumindest jemand sehr mächtiges in Unau", stimmt Banjew zu. "Nur warum, das bleibt die Frage."

"Das wird sich rausstellen, wenn wir da sind", erwidert Cuilyn gleichmütig.

Er macht sich daran, die Echse sorgfältig zu verschnüren.

"So eine Karawanserei an der Salzroute dürfte wertvoll sein. Und wenn die ehemaligen Besitzer erstmal im Magen der Geier sind fragt niemand mehr nach ihnen." meint Ayla.

"Da kann man sich ja auch mal ausrauben lassen." ergänzt sie sarkastisch.

"Wir müssen in jedem Fall in der nächsten Karawanserei Bescheid sagen", ergänzt Cuilyn.

Ouroborox wendet sich an seine große Freundin: "Warum will er immer wieder seinen Stein? Liegt da ein Zauber darauf?"

"Vielleicht", antwortet Lauriel, "aber das sollten die Collegae in Khunchom klären. Wenn er magisch ist, dann ist er dort genau richtig. Wenn nicht, dann kannst Du ihn haben. Ich weiß doch wie sehr das Kleine Volk Steine liebt."

"Wasss?" fährt die Echse auf. "Die Ssstrafe der H'Ranga ssoll euch trreffen, ihhr dreckigen hhaarigen Affen! Der Ssstein issst hheilig!"

"Ich glaube zu den Fesseln würde auch ein Knebel passen." schnappt Ayla zurück. "Bevor hier noch mehr Schlangengift durch die Luft fliegt."

"Soll er schreien, wir sind gleich weg", meint Lauriel, der die Echse egal ist.

"Wie kannssst du nur?" fragt der Echsenmensch tief enttäuscht. "Michch ssso zzzu verraten …"

"Wie konntest Du nur diese unschuldigen Menschen töten?" ist Aylas kalte Antwort. Dann beißt sie sich auf die Zunge, wollte sie doch diesen Mörder ignorieren.

"Wass issst dabei?" Die Echse klingt erstaunt. "Dass issst eben Kampf. Sssie haben verrloren, und jetzzt werden ssie wiedergeboren."

"Sie wollten aber gar nicht kämpfen. Sie wollten nur hier leben." antwortet Ayla gepresst.

"Manchchmal musss man kämpfen, ohne dassz man ess will", meint die Echse dazu.

"Lass ihn, vielleicht wir er dann ja auch wiedergeboren", lacht die Elfe.

Ayla macht eine wegwerfende Handbewegung und kümmert sich weiter um ihre Sachen. Soll sich die nächste Karawane darum kümmern.