Das Fest

In Khunchom ist wirklich der Bär los auf dem Gauklerfest. Alle Arten von Vorführungen kann man auf dem Festplatz bestaunen – Akrobatik, Jonglage, Kartentricks, Tierdressuren. Was das Herz begehrt. Eine fröhliche Atmosphäre liegt über dem Festplatz, dem sich keiner der Freunde entziehen kann und entziehen will.

Die Gasthäuser in der Nähe des Festplatzes sind schon alle übervoll, da das Fest schon begonnen hat, als die vier ankommen.

Sephyra ist begeistert. "Endlich!" ruft sie aus und hüpft aufgeregt wie ein Kind umher. Man sieht ihr förmlich an, wie sie die Ankunft und den Aufenthalt genießt.

Überwältigt von der Fremdländigkeit, dem Überangebot von dargebotenen Ablenkungen und fremdem Gerüchen, geht Ingalf staunend durch die Straßen Khunchoms. Ihm bleibt zunächst jedwede Bemerkung im Halse stecken, und er verlässt sich darauf, dass Sephyra sie zu den besten Attraktionen und gastfreundlichsten Kollegen führt.

Ganz anders Randirion …

"Ahh, seht nur, diese Eleganz … Nein danke, ich möchte keine Hühner kaufen … Ahh, welch wundervolle Architektur … Parbleu! Wedmannsson, habt Ihr diesen Sprung gesehen! Das waren mindestens 5 Schritt! … Nein! Ich möchte kein, äh, was-immer-das-ist … Bei den Göttern! Ist das ein Drache? … Sagt, Madame Lunor, was ist dies für ein faszinierender Duft? …"

Er kann der Versuchung nur selten widerstehen, die Gefährten auf alles aufmerksam zu machen, was ihm so ins Auge fällt.

Frumol bestaunt mit großen Augen das ganze Spektakel. Überall sieht er die Gaukler, Jongleure, Tiere mit Dresseuren, Essen und Getränke werden feilgeboten – er weiß gar nicht, wohin er zu erst schauen, oder gar sich wenden soll.

Die Müdigkeit in den Gliedern der Reise ist in diesem Trubel schnell vergessen, obwohl er sich gerne eine Augenblick hinsetzten und etwas leckeres verspeisen würde. Doch dazu ist später Zeit. Jetzt gilt es erst einmal, den Festplatz zu erkunden.

So überlässt er Sephyra die Führung, sie kennt solche Feste besser als er. Schließlich gehört sie zu den Darstellern. 'Ob sie hier wohl alte Bekannte trifft?' fragt er sich. 'Sie hat nie wirklich erzählt warum sie sich damals dem Wagenzug angeschlossen hat. Sie sprach nur von Kobolden und Ungeschick – und einem Unfall?'

Sephyra sieht niemanden, der ihr bekannt wäre.

Viele Gauklerfamilien haben ihre Wagen am Rande des Festplatzes aufgestellt. Die Pferde, so sie nicht für Vorführungen benutzt werden, befinden sich auf einer Koppel nahebei.

Einige Gaukler sind offensichtlich auch ohne Wagen gekommen. Es gibt eine Reihe von Zelten zwischen den Wagen mit einzelnen Feuerstellen davor.

Es sind auch viele Kinder zu sehen. Viele von ihnen sind konzentriert dabei, kleine Kunststücke zu üben.

Sobald sie mitten auf dem Festplatz ist, holt auch Sephyra ihre Jonglierbälle hervor, drückt Frumol den Rucksack in die Hand und beginnt, sich ebenfalls an den Festspielen mit ihren Kunststücken zu beteiligen.

Frumol weicht seiner Gefährtin nicht von der Seite. In ihrer Nähe lassen sich sicher die gewagtesten und beeindruckensten Vorstellung sehen.

Nun machen sich ihre Übungsstunden bei der Mühle von Alriks und Selines Eltern positiv bemerkbar. Ihr gelingen gewagte Wurftechniken und -kombinationen spielerisch. Später zeigt sie ihre artistischen Künste, springt Salti und balanciert über ein von anderen Gauklern aufgespanntes Seil.

"Bravo! Wunderbar! Hervorragend!" kommt es aus dem Publikum.

Den geernteten Beifall genießt sie sichtlich und ihre Gefährten erkennen einmal mehr ihre wahren Talente.

Auch von anderen Gauklern kommen anerkennende Kommentare. "Sehr gut für einen Amateur!" bekommt sie zu hören. Das Kompliment ist ehrlich gemeint, spürt sie.

Als sich der Tag dem Abend hin neigt und alle um eines der Lagerfeuer herum sitzen, stimmt sie verschiedene Lieder an. Einige bekannte sind darunter, in die von allen Anwesenden gern eingestimmt wird. Zu anderen Melodien singt sie als Begleitung der Musiker.

Frumol schaut sich – fast wie ein kleiner Junge – mit großen Augen um.

So etwas hat er bisher noch nie gesehen und es beeindruckt ihn zutiefst.

Zu den Melodien summt Frumol ein wenig schüchtern mit. Zu singen traut er sich nicht, obwohl er den einen oder anderen Text kennt.

So hält er sich eher unscheinbar im Hintergrund, und überlässt Sephyra das Rampenlicht. Er achtet darauf, nicht allzuviel zu trinken, schließlich hat er einen Haufen Gold bei sich. Und er weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht es ist, einem Angetrunkenen seine Börse abzunehmen – schließlich hat er dies auch schon praktiziert.

Ein Gaukler spricht sie an: "Früher hast Du bestimmt auch zum Fahrenden Volk gehört, nicht wahr?"

"Ja, und 'fahren' tu' ich immer noch!" ergänzt sie lächelnd, froh über anerkennende Reaktionen der Profis.

"In interessanter Gesellschaft", meint der Gaukler mit Blick auf die drei männlichen Reisegefährten Sephyras. "Ihr vier seht so aus, als ob ihr einiges zu erzählen habt."

"Hmm." macht Sephyra. Gern spricht sie nicht über ihre letzten Erlebnisse, jedenfalls nicht mit diesen Fremden – auch wenn es eigentlich ihre "Familie" ist.

Ingalf scheint aus einer Art Trance zu erwachen, er schüttelt kurz den Kopf, dann stiehlt sich ein breites Grinsen auf sein Gesicht. "Das wohl, guter Mann, das wohl! Wir wollen euch gerne von unseren Abenteuern berichten. Wo können wir es uns bequem machen? Und …" er beugt sich verschwörerisch zu dem Gaukler vor "habt ihr auch genug Kehlenbefeuchter, diese warme sandige Luft hier lässt die Kehle doch glatt zu ungehobeltem Holz werden."

Voll Vorfreude auf gutes Bier und gute Geschichten, vielleicht sogar einige waghalsige Akrobatikeinlagen strahlt er in die Runde.

Der Gaukler hat genug Kehlenbefeuchter und Ingalf kann gut erzählen. Dass er das eine oder andere Mal offensichtlich aufschneidet, stört keinen besonders. Irgendwann wir er aber ob des Biers, das ihm fleißig nachgereicht wird, völlig unverständlich. Aber auch das stört keinen.

Sephyra lauscht gespannt Ingalfs Ausführungen und fragt sich das eine oder andere Mal, ob sie tatsächlich bei all diesen Abenteuern dabei war.

Jedenfalls wird Ingalf dem Sephyra bekannten Ruf der Thorwaler mehr als gerecht, Heldenepen phantastisch zu erzählen.

So vergeht ein netter Abend am Feuer. Als es etwas kühler wird, schlingt der eine oder andere eine Decke um sich. Schließlich schlafen die vier und auch einige andere auch am niederbrennenden Feuer ein.

Sephyra und Frumol beim Pferdehändler

Der Abend verging für Sephyra wie im Fluge. Am nächsten Morgen greift sie sich Frumol: "Hör mal, ich brauche eine kleine Pause. Was hältst du davon, wenn wir ein wenig in der Stadt bummeln – ich möchte ein paar kleine Einkäufe erledigen!"

"Gerne." antwortet Frumol abenteuerlustig. "Woran dachtest Du denn?"

Auch er möchte noch einige Dinge kaufen. Vor allem möchte er sich aber einmal in den Ställen nach einem Pferd umsehen.

Es gibt eine ganze Menge Pferdehändler. Als Frumol sich informiert, bekommt er er mit, dass er für sein Geld zwar kein Rassepferd bekommen kann, aber einen ordentlichen Warunker, so nennt man die allgemeinen Arbeitspferde, samt Sattel und Zaumzeug gibt es schon. Wegen des Gauklerfestes gibt es ein ein großes Angebot.

Frumol weiß gar nicht worauf er im einzelnen achten soll. Hätte er doch damals beim Treck nur besser acht gegeben. Dort sollt er schließlich ein Pferd über den Pass führen!

So schaut er interessiert nach dem Gesamteindruck der Pferde, nach dem Zustand des Fells - welches ja viel über das Tier aussagen soll, nach den Hufen, und ob sie lieb schauen.

Ebenfalls große Kenntnisse über Pferde vortäuschend, streichelt Sephyra den Kopf des Pferdes, fährt mit der Hand unter dem Unterkiefer entlang und entblößt dem Pferd mit Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand die Zähne.

'Ich weiß zwar nicht mehr wieso, aber genau so haben sie es immer auf dem Pferdemarkt gemacht.' erinnert sich Sephyra an frühere Zeiten, wenn sie unterwegs war, um Einkäufe zu erledigen oder einfach zu schlendern.

Weder Pferd noch Händler haben etwas dagegen.

Da Sephyra Frumol begleitet und bei dessen Besichtigungen dabei ist, vertreibt sie sich die Zeit damit, die schönen Tiere zu streicheln und mit ihnen zu sprechen. Ein großes und stattliches Tier, dessen Schulterhöhe sie selbst fast überragt, hat es ihr besonders angetan.

Auch das Pferd scheint ihr eine gewisse Zuneigung entgegen zu bringen.

"Warum nehmen wir nicht diesen hier?" fragt sie Frumol mit einem Unterton in der Stimme, der ihn bisher noch immer dazu veranlasst hat, ihren Wünschen nachzukommen.

Sephyra zeigt auf einen Schimmel. Mähne und Schweif sind majestätisch lang und wunderbar seidig weich.

"Meinst Du? Ich weiß nicht so recht. Aber es passt zu Dir, so weiß und elegant." antwortet er ihr schmeichelnd. Er selbst hatte an ein braunes Fell gedacht …

"Was meinst Du, ist dieses hübsche Pferd nicht etwas für dich?"

"Ich kann doch gar nicht gut reiten - ich dachte, wir sitzen gemeinsam auf dem Tier, das ist groß genug für uns beide!" flüstert Sephyra Frumol leise ins Ohr.

"Ich doch auch nicht" antwortet er ihr ebenso leise.

Der Händler kommt eifrig herbei. "Ein wunderbares Pferd, nicht wahr. Perfekt zum Ausritt am Morgen!"

"Ähm, da habt ihr sicher recht. Es würde aber besser zu einer Prinzessin passen, meint ihr nicht? Außerdem ist es doch schade, dieses prächtige Tier nur am Morgen zu reiten!" antwortet ihm Frumol.

"Für was für einen Zweck braucht Ihr denn ein Pferd, mein Herr?" erkundigt sich der Händler.

"Zum reiten guter Mann" entgegnet ihm Frumol lächelnd. "Meine bezaubernde Begleiterin und ich sind es leid auf den staubigen Straßen zu Fuß gehen zu müssen. Daher suchen wir ein – vielleicht auch zwei – gutmütige Pferde für unsere Reise in den Süden." erklärt er ihm weiter.

Er hatte noch keine Gelegenheit mit Sephyra darüber zu sprechen, doch der Schatz von dem der Müller gesprochen hat, lässt sich schneller mit dem Pferd erreichen. Außerdem hat der Kavaljäre derzeit sowohl Karte als auch Pferd – und da man niemandem weiter trauen kann als das man ihn sieht – zieht Frumol die Möglichkeit in Betracht, dass dieser feine Herr sein eigenes Spiel spielt.

Gerade beim Adel ist Vorsicht Geboten. Vor allem, wenn er länger als nötig beim einfachen Volk verweilt.

Bei der Erwähnung der Zahl zwei kommt ein Leuchten in die Augen des Händlers. "Ein Reisepferd, mein Herr, meine Dame, ist etwas völlig anderes. Das muss ausdauernd sein und genügsam. Warten sie einen Moment."

Er geht zum hinteren Ende der Koppel und kommt mit zwei Pferden zurück, die etwas kleiner als der Schimmel sind. Ein Pferd hat schmutzigbraune kurze Haare, das andere ist elfenbein-dunkelbraun gescheckt.

"Das sollte für Euch das richtige Paar sein, eine Stute und ein Wallach. Unzertrennlich. 4 Jahre alt. Der Vorbesitzer hat sie verkauft, da die beiden immer störrisch werden, wenn sie allein sind. Ihr seht so aus, als ob Ihr gemeinsam reist."

Die beiden Pferde schauen Frumol und Sephyra interessiert an.

Ingalf kauft ein

Auch Ingalf streunt durch die Stadt. Frumol und Sephyra lässt er allein.

Er sucht nach einer Silberspange für seinen neuen Umhang, edel gearbeitet und auffällig. Vielleicht auch eine oder zwei vernünftige neue Hosen, eventuell gute Stiefel.

Er findet im Laufe der Tage einen Silberschmied, der ihm eine passende Silberspange macht. Der sichtbare Teil ist eine stilisierte Axt. Der Silberschmied empfiehlt ihm einen Schneider, bei dem Ingalf sich eine neue Hose aus schwarzem Leder und eine aus schwarzem Tuch macht und dieser wiederum vermittelt einen Schuster für passende Stiefel. Zum Ende des Gauklerfestes ist Ingalf perfekt gekleidet und für seine Ausstattung insgesamt 11 Dukaten losgeworden.

Auf jeden Fall hält Ingalf Ausschau nach einem Begleiter, einem Hund. Groß, stark, ruhig. Der Hund sollte in der Lage sein, ein Tragegeschirr für überflüssige Ausrüstung zu tragen und vor allem schon durchaus ausgebildet.

Hunde scheinen hier im Süden nicht als Tragtier verwendet zu werden. Maultiere oder Esel sind hier üblich.

Zufrieden und stolz betrachtet er seine Neuerwebungen, schmeißt sich direkt in Schale und macht sich notgedrungen, da Hunde Mangelware zu sein scheinen und der Rest der Truppe nobel geworden ist auf die Suche nach einem vertrauenswürdigen Pferdehändler (er sollte nicht zu wohlhabend aussehen, dann zieht er erfolgreich alle Kunden über den Tisch, aber auch nicht zu ärmlich, dann kann er auch nichts anständiges einkaufen).

Zwischendurch hält er Ausschau, nach Interessantem, Fremdartigem, und natürlich nach guten Bilderstechern sowie Ideen für neue Motive.

Bilderstecher gibt es im Hafenviertel einige, aber besondere Motive gibt es keine.

'Pff, langweilige Stümper' denkt er bei sich.

Ingalf zieht allein los, landet aber beim gleichen Händler wie Sephyra und Frumol. Groß sind diese Pferde. Und auf einem gesessen hat er noch nie. Frumol und Sephyra scheinen sich auszukennen, so wie sie mit den Pferden und dem Händler umgehen.

Ingalf überlegt: Soll er sich wirklich ein Reitpferd kaufen, oder doch lieber ein Lasttier?

Randirion und der Dschinn

Randirion versucht, ein paar Reiseandenken zu erwerben, und wird dabei wahrscheinlich hoffnungslos über den Tisch gezogen.

Einen Khunchomer bekommt er hier in Khunchom für 10 Dukaten.

In einer kleinen Messinglampe soll mal ein Dschinn gewohnt haben. Da er ausgezogen ist, kostet sie nur 10 Silbertaler.

Jedenfalls ist er nun im Besitze eines echten Khunchomers, und einer vielleicht echten Dschinnenlampe!

(Zum Teufel mit dem Preis - das muss über den Kamin!)

Da die Pferde und das Gepäck sicher beim teuren Gasthof sind, kann er endlich mal unbeschwert durch die Stadt streifen.

Der Pferdekauf

"Gestattet Ihr? Ich habe etwas Erfahrung mit Pferden." fragt Randirion, der sich bisher untypischerweise etwas im Hintergrund gehalten hatte.

Selbstverständlich hat Sephyra keine Einrede und macht eine dieserorts typische einladende Geste mit der rechten Hand: "Aber bitte, zu gern!" und sieht gespannt und neugierig dem Kawaljere bei der Begutachtung der Tiere zu. 'Vielleicht kann man von diesem Halbadligen noch etwas lernen …' überlegt Sephyra und setzt dabei ihr lieblichstes Lächeln auf - einmal um den Pferdehändler gütig zu stimmen und andererseits dem Kawaljere die "ihm gebührende Hochachtung" zukommen zu lassen.

Frumol zuckt zusammen, als er die Stimme des Kavaljäre vernimmt.

'Wo kommt der denn her?' fragt er sich. Er war der Annahme, dass er zusammen mit Ingalf den Markt erkundet. 'Vielleicht nur Zufall.'

Er erhebt keine Einwände und sieht interessiert bei der Untersuchung des Pferdes zu. Ihm erschließt sich zwar manche Bedeutung nicht, doch das ist auch nicht wichtig. Insgeheim ist er froh über die unverhoffte Hilfe.

Da Frumol oder Sephyra keine Einwände erheben, wird er zu den Pferden gehen, ihnen in die Augen sehen, während er erst dem einen, dann dem anderen die Hand auf die Nüstern legt.

'Das Spiel der Ohren ist für den Kenner sehr aufschlussreich. Die Pferde sollten interessiert meinen fremden Geruch aufnehmen, aber nicht beißen oder den Kopf hochreißen. Wenn sie stillstehen aber die Augen verdrehen, so dass man das Weiße sieht, haben sie Angst, und sind vor Furcht verschüchtert - nicht unbrauchbar, aber zu viel Arbeit wäre vonnöten, und zwar von einem echten Zureiter …'

"Sage er, Händler, wie alt sind die Tiere" fragt Randirion mit seinem gebrochenen Tulamidya.

"Vier Jahre mein Herr!" erwidert der Händler servil, nachdem er seine Überraschung überwunden hat.

Leise mit ihnen sprechend geht Randirion dann einmal um die Pferde herum; wiederum die Ohren und den Kopf in Auge behaltend, und den Körperkontakt nicht abreißen lassend. Er streicht einmal über jedes Bein, sieht einmal in jeden Huf, ob Verletzungen oder Verwachsungen sichtbar sind.

'Soo … sind sie es gewohnt, überall von Menschen berührt zu werden? Lassen sie sich willig den Huf hochheben? Die beiden sind Anfänger, da kann man nicht wirklich ein zickiges Biest gebrauchen …'

Die beiden Pferde sind gutmütig, gutmütiger als Randirions eigenes Pferd. Und sie sind gut genährt und gesund.

Zu guter Letzt wird auch er noch einmal den Gäulen ins Maul schauen. Wiederum zum Teil als Verhaltenstest, und zum Teil, um das Alter mit der Aussage des Händlers zu vergleichen.

Der Händler scheint die Wahrheit zu sagen. "Nun, was meint Ihr?" fragt er, als Randirion fertig ist.

"Al'Acham - Danke sehr." sagt Randirion zu dem Händler, und geht auf dessen Frage nur mit einem Nicken ein.

Dann wendet er sich lächelnd an Frumol und Sephyra. "Diese Pferde würden für Euch keine Schauen oder Schönheitswettbewerbe gewinnen. Auch dürftet Ihr mit Ihnen vermutlich keine Kavallerieattacke reiten - dazu sind sie nicht ausgebildet worden." Er macht eine kleine Pause.

"Aber wenn Ihr Kameraden sucht, die Euch die Reise erleichtern und Euch sicher von Ort zu Ort tragen, dann solltet Ihr sie in diesen Tieren finden können. Sie scheinen gutartig und friedlich zu sein, kennen den Kontakt zum Menschen, und sind weder übermäßig belastet worden, noch zu lange zuwenig gefüttert. Sie sind  - soweit meine eingeschränkten Kenntnisse dies beurteilen können - gesund. Mit Ihren vier Jahren könnten sie Euch noch viele Jahre zur Seite stehen. Ob sie andere Eigenarten haben, kann man leider nicht so auf die Schnelle beurteilen."

Frumol ist froh, dass der feine Herr zu diesem Ergebnis gelang ist. Zwar kann er die Pferde nicht wirklich beurteilen, doch da sie Sephyras Untersuchung - woher versteht sie überhaupt etwas von Pferden? - so ruhig über sich haben ergeben lassen, ist er schon zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt.

Die Aussicht in Zukunft zu reiten ist schon verlockend. Wenn doch die Tiere nur nicht so groß wären …

"Guter Mann," beginnt Sephyra ihre Verhandlungen, "nun mal zur Sache: Was sollen diese Tiere kosten?"

Ganz bewusst vermeidet sie es, dem Händler ein vorschnelles Angebot zu machen, schließlich sind wir hier in Khunchom - der Heimat des Feilschens schlechthin.

Sephyra schient zu dem Entschluss gekommen zu sein, dass sie auch reiten will, da sie schon anfängt über den Preis zu feilschen. Dies überlässt er gerne ihr, sie hat damit mehr Erfahrung. So hält er sich zurück, unauffällig dem Gespräch folgend, um auf ihr Zeichen in das Feilschen einzugreifen.

Es schließt sich eine Phase des Feilschens an, die von Frumol, Sephyra und dem Händler durchaus genossen wird. Randirion hält sich im Hintergrund. Nach einiger Zeit wird klar, dass 150 Dukaten für beide Pferde die Grenze ist, bis zu der der Händler bereit zu gehen ist.

Jetzt liegt es an Sephyra und Frumol, sich zu entscheiden.

Das Zeichen für Frumol kommt in Form eines Augenzwinkerns und eines leichten Nickens. An den Händler gewandt sagt sie: "Ihr versteht es wahrlich, ein Geschäft zu machen. Aber die Ausgabe von 70 Dukaten pro Tier will gut überlegt sein. Ich denke, wir sollten kurz bei einem Becher Wein darüber nachdenken." Auffällig sieht sie sich um: "Ah, da drüben scheint es eine gemütliche Taverne zu geben - wir sind bald zurück. Haltet uns die Tiere bitte für 2 Stunden zurück. Dann entscheiden wir, ob wir sie nehmen!"

Ohne weitere Worte schiebt sie Frumol in Richtung der Taverne.

"Wird gemacht, meine Dame! Ich erwarte Eure Rückkehr in zwei Stunden."

Der Händler verneigt sich.

Siebzig Dukaten? Frumol wusste ja, dass Pferde Geld kosten, aber das ist doch schon ein kleines Vermögen! Mit dem Silber damals hätten … er wagt gar nicht weiter zu denken.

Stumm folgt er Sephyra und schaut sie erwartungsvoll an.

In der Taverne angekommen, lässt sich Sephyra auf einen Stuhl fallen und winkt den Wirt herbei, bestellt für sich und Frumol 2 Becher gekühlten Wein und wartet, dass Frumol sich neben sie setzt.

"Was erwartest du?" fragt sie rund heraus. "Das er uns die Tiere schenkt? Sicher, 75 Dukaten pro Tier sind eine Menge Geld, aber was würden wir denn sonst damit machen?" Sie lässt den Satz auf Frumol und sich wirken und nippt an dem mittlerweile servierten Wein.

'Hmm, köstlich. Es gibt nichts besseres in dieser Hitze!'

Auch Frumol nimmt einen Schluck von dem Wein.

"Ich weiß, dass die Pferde nicht umsonst zu bekommen sind. Doch, ich kenne mich mit Pferden nicht aus. Was meinst Du, ist der Preis angemessen?" antwortet er.

'Verdammt, was rede ich da? Ich habe mir doch bisher nie Sorgen darum gemacht!' Er spielt leicht irritiert mit dem Wein in seinen Händen bei dem Gedanken.

"Mir fiele eine Menge ein, was wir mit 75 Dukaten pro Nase machen könnten." antwortet er. Sephyra kann das Blitzen in seinen Augen sehen und wieder ist dieses unverschämte Lächeln -- oder ist es schon ein Grinsen? -- auf dem Gesicht.

"Besonders hier und jetzt."

"He!" stößt Sephyra in offensichtlich gespieltem Ärger hervor. Dann grinst auch sie breit: "Für 75 Dukaten … so so …" sie lässt den Satz in der Luft hängen.

Er grinst sie nur verschwörerisch an.

"Nein, jetzt im Ernst. Wir wollen auf Schatzsuche gehen, das Ganze ist weit weg, wir wollen keine Zeit vergeuden. Also kaufen wir Pferde. - Oder willst du das Geld etwa bei der Nordlandbank anlegen?" der letzte Satz klingt fast verächtlich.

"Bei der Nordlandbank?" antwortet Frumol mit nicht nur gespieltem Entsetzen.

"Nie würde ich mein Vermögen aus der Hand geben!" behautet er fest.

Sein Geld ist sein Geld, und da weiß er was er hat oder nicht. Dazu braucht er keine Nordlandbank!

Er hebt den Wein und prostet ihr zu: "Auf unsere neuen Gefährten. Mögen sie sich ihrer Aufgabe als würdig erweisen", bringt er einen Tost aus.

'Geld ausgeben, ist doch immer noch das Beste, was man damit machen kann.' stellt er in Gedanken fest.

Sephyra prostet zurück, leert den Becher in einem Zug und meint: "Bevor er warm wird." Dann sagt sie: "Lass uns unsere Pferde kaufen gehen." und begibt sich mit Frumol zurück in Richtung Händler - natürlich nicht ohne dem Wirt das Geld für den Wein zu geben: "Heute lade ich dich mal ein." meint sie zu Frumol.

"Welch eine Ehre, holde Gauklerin", antwortet Frumol und verbeugt sich spielerisch.

"Und wie habt Ihr euch entschieden, meine Dame, mein Herr?" fragt der Händler die Zurückkommenden eifrig.

"Nun," beginnt Sephyra, "wir nehmen die beiden Tiere" - mit einem Seitenblick auf Frumol - "und packt noch Sattel, Zaumzeug, Decken, je einen Hafersack, Striegelzeug und was man sonst noch zur Erstausstattung braucht, gleich mit drauf. Für alles zusammen geben wir Euch dann die 70 Dukaten je Tier." Bei den letzten Worten holt Sephyra aus ihrem Rucksack den prall gefüllten Goldbeutel hervor, um dem Pferdehändler zu zeigen, dass sie das Geld auch hat und wiegt ihn bedächtig in der Hand.

Der Händler lacht auf: "Netter Versuch, meine Liebe! Aber Pferdeausrüstung gibt es beim Kollegen nebenan. Da kaufe ich auch das, was ich brauche." Er zeigt auf die andere Straßenseite. "Und, wie gesagt, 150 Dukaten für beide Pferde ist bei mir die Schmerzgrenze."

Sephyra schenkt dem Händler ihr liebenswürdigstes Lächeln - dasjenige, das Frumol so mag - und erwidert zuckersüß: "Aber selbstverständlich, wie konnte ich das nur vergessen! 150 Dukaten für die beiden Tiere samt 'Zubehör'. Die Tiere nehmen wir gleich mit und lasst die Sättel usw. in unsere Herberge bringen. Frumol, gib dem Mann unsere Adresse!" fordert sie ihn auf und greift bereits nach den Zügeln.

'Mal sehen, vielleicht sparen wir so noch ein paar Silberlinge ein.' überlegt sie, als sie bemerkt, dass ihr sonst so überzeugender Trick im Nachverhandeln mit diesem überaus geschickten Händler nicht funktioniert hat. 'Dafür sind wir halt auf einem Basar.' seufzt sie innerlich.

"Blume des Nordens, es ist eine wahre Wonne mit euch zu handeln!" Der Händler wird immer freundlicher. "Ihr werdet Euch erinnern, dass wir über 'Zubehör' überhaupt nicht gesprochen haben. Aber wenn Ihr meinem Freund drüben einen Gruß von mir bestellt, wird er Euch einen brüderlichen Preis machen. es tut mir außerordentlich leid. Wenn ich Euch einen Sattel dazu gäbe, würde ich Verlust machen." Er verbeugt sich und streckt seine Hand aus, bereit das Geld entgegenzunehmen.

"Ich sehe schon," erwidert Sephyra lachend, "in Euch habe ich einen wirklich guten Händler gefunden!" und zählt dem Händler mit Bedacht und größter Sorgfalt 75 Dukaten aus dem bei Murgol erbeuteten Säckchen in die Hand. "Und danke für den Tipp mit Eurem Nachbarn - sicher ist er ein ebensolcher Geschäftsmann wie Ihr."

Mit einer leichten Verbeugung verabschiedet sich Sephyra und warte darauf, dass auch Frumol fertig wird.

Auch Frumol beeilt sich, die Dukaten abzuzählen und dem Händler zu übergeben.

"Es war mir ein Freude, mit Euch ein Geschäft zu machen!" erklärt der Händler, nachdem er die Dukaten nachgezählt hat. "Falls Ihr wieder in Khunchom weilt und Euch nach einem weiteren Pferd gelüstet, würde ich mich über einen Besuch freuen."

"Sagt, haben die beiden wohlklingende Namen?" fragt er, während er nach den Zügeln des Schmutzig-Grauen greift. Den Gescheckten überlässt er Sephyra. 'Der passt besser zu ihr.'

"Nennt sie wie Ihr wollt, sie werden sich schnell an einen neuen Namen gewöhnen", sagt der Händler achselzuckend.

"Rastullah, möge Eure Wege begleiten!" verabschiedet er die beiden zum Schluss.

Frumol führt seinen Wallach und Sephyra ihre Stute zum Händler auf der anderen Straßenseite. Dort gibt es alle Arten von Sättel, Zaumzeug, Pferdedecken, Bürsten, Striegel, Hufmesser, Satteltaschen, Futtersäcke und was man alles noch so braucht. Im Gespräch mit dem Händler stellt sich heraus, dass eine für Kunden seines Bruders - als solcher stellt er sich heraus - eine komplette Neuausrüstung 10 Dukaten pro Pferd kosten würde. Zum Ende des Gauklerfestes könnte alles fertig sein. Zum halben Preis wäre eine gebrauchte Ausrüstung zu kriegen - alles natürlich sorgfältig ausgebessert.

"Nun, ich für meinen Teil wäre zunächst mit gebrauchten Utensilien zufrieden. Liefert sie in unsere Unterkunft." Als Anzahlung drückt sie dem Händler 2 Dukaten in die Hand: "Rest bei Lieferung." kommentiert sie das und wendet sich zum Gehen.

"Moment meine Dame, wir haben gebraucht doch schon alles da. Habt Ihr Euer Pferd dabei? Dann können wir es sofort ausrüsten." ruft der Händler.

Da sie schon dabei sind, ein Vermögen auszugeben, entscheidet sich Frumol für das neue Zaumzeug -- obwohl es bei dem struppigen Pferd dann wohl doch ein wenig merkwürdig wirkt. 'Aber das nutzt sicher auch schnell ab und dann sieht man es nicht mehr.' beendet er in Gedanken seine Entscheidung.

"Ich hätte gerne für den Struppigen hier ein neues Zaumzeug, gute Mann. Sagt, wann habt ihr es fertig? Welche Maße braucht ihr?"

"Nur neues Zaumzeug oder auch einen neuen Sattel, mein Herr?" erwidert der Händler.

"Ihr habt recht. Fertigt mir auch einen Sattel." gibt Frumol den Auftrag.

"Sehr gern mein Herr, wenn Ihr Euer Pferd nach hinten zum Ausmessen führen würdet? Und Ihr bitte auch meine Dame, damit wir einen passenden Sattel aussuchen können?"

Sephyras Schecke wird sofort mit allem Notwendigen versehen. Eine Ausrüstung aus rötlichem Leder passt Pferd und Sephyra am besten. Der Händler spürt eine gewisse Unsicherheit bei Sephyra: "Das ist Euer erstes eigenes Pferd, meine Dame?" fragt er vorsichtig.

"Nun äh ja." antwortet Sephyra vorsichtig. "Bislang hatte ich wenig Gelegenheit, ein eigenes Pferd zu benötigen. Entweder war ich auf großer Fahrt oder es wurden mit Pferde gestellt, die ich reiten konnte." erzählt sie nun wesentlich sicherer.

'Er braucht ja nicht alles zu wissen.' rechtfertigt sie diese kleine Übertreibung für sich selbst.

Und so gibt es eine kleine Einführung in Pferdesatteln, -aufzäumen und -pflege, besonders letztere. So lernt Sephyra beispielsweise, dass verschwitzte Pferde sich erkälten können und deswegen nach Anstrengung immer trockengerieben werden müssen. Zum Schluss schaut sich der Händler die Hufe an.

Auch Frumol schaut zu, begierig alles aufzunehmen und für die Zukunft zu behalten. 'Pferde sind doch recht arbeitsintensiv', stellt er dabei fest.

Er empfiehlt vor der nächsten größeren Reise einen neuen Beschlag, nachdem er von Sephyra seine 5 Dukaten in Empfang genommen hat. "Sicher ist sicher!" meint er.

Frumol kann sich die Farbe des Leders für Sattel und Zaumzeug aussuchen.

Frumol wählt eine dunkelbraune, leicht rötliche Farbe, die einen guten Kontrast zu dem struppigen Fell des Pferdes bietet. Er wartet geduldig darauf, dass die Maße genommen werden.

Alles wird in vier Tagen, d.h. zum Abschluss des Gauklerfestes fertig sein.

Das geschieht überraschend schnell. "Dann bis in vier Tagen", wird Frumol freundlich vom Händler verabschiedet.

Bei dem Wort Reise fällt Sephyra und Frumol ein, dass sie noch gar nicht darüber nachgedacht haben, was sie eventuell alles für ihre Schatzsuche und den Weg dorthin brauchen. Und was überhaupt der geschickteste Weg nach Mherwed - dem Ort, wo die Karte beginnt?

Gerade wollen die Käufer gehen, da fällt Sephyra noch etwas ein:

"Nun, da Ihr uns so vortrefflich beraten habt, eine weitere Frage: Unser nächstes Ziel führt uns wahrscheinlich für ein paar Tage, wenn nicht 2-3 Wochen in und durch die Wüste. Dazu brauchen wir natürlich entsprechenden Proviant und vor allem Wasservorrat. Sagt, habt ihr nicht ein oder zwei große Fässer, die sich an einem Packsattel befestigen lassen und etliche Maß fassen, damit wir nicht dürsten müssen oder gar unsere neu erworbenen Tiere verlieren?" fragt Sephyra den Händler mit einem "gewissen Augenaufschlag".

Der Händler grunzt überrascht: "In die Wüste wollt ihr doch nicht allein, oder? Schließt Euch am besten einer Karawane an. Pferde sind in der Wüste auch nicht zu empfehlen. Die brauchen selbst viel zu viel Wasser. Zum Transport würde ich Euch aber Lederschläuche empfehlen. Die sind leichter."

Mit einem ergebenen Seufzer antwortet Sephyra: "Also gut. Wo finden wir eine entsprechende Karawane, worauf sollen wir sonst reiten und was kosten uns diese Schläuche?"

"Karawanen findet ihr in einer Stadt am Rand der Wüste Khom, un die Wasserversorgung ist inklusive", der Händler seufzt ergeben. "Seid Ihr sicher, dass Ihr wirklich in die Wüste wollt?"

'Wüste - ein gutes Stichwort. Ich darf nicht vergessen, noch passen Kleidung im Stil der Nomaden zu kaufen …' überlegt Sephyra nebenbei.

"Ich denke, ich werde sie davon nicht abbringen können", mischt sich Frumol in das Gespräch ein.

Dazu lächelt Sephyra nur wissend …

"Zum Ende es Festes kann ich Sattel und Zaumzeug abholen?" vergewissert er sich noch einmal.

"Natürlich, mein Herr!" erwidert der Händler.

"Wo stellen wir die beiden eigentlich unter?" fragt er an Sephyra gewandt.

Randirion hat offensichtlich ein Gasthaus bezogen. In einem Mietstall nebenan sind seine Pferde.

Beim Festplatz gibt es eine große abgezäunte Wiese, wo die Gaukler und Besucher ihre Pferde auslaufen lassen.

Zumindest Sephyra und Frumol sind auf dem Festplatz geblieben, denn Sephyra will so lange wie möglich unter ihresgleichen sein.

"Lass uns die Pferde auf die Koppel bringen", sagt er zu Sephyra. "Wir müssen noch einige Dinge klären."

"Ja, das müssen wir." antwortet sie.

Dann führt sie mit Frumol gemeinsam die Pferde auf die Koppel.

"Uriella." sagt Sephyra dann unvermittelt. "Uriella, so nenne ich mein Pferd. Und du?"

"Öh, das weiß ich nicht." antwortetet er überrascht. Er hatte die Aussage der Händlers gar nicht mehr im Kopf. Zu sehr hat er sich auf die Ausrüstung und die Pferdepflege konzentriert.

"Uriella ist ein hübscher Name", kommentiert er Sephyras Wahl.

"Hm, hab lange nachgedacht." sagt sie dazu.

'Sie erstaunt mit immer wieder. Ich hätte jeden Eid geschworen, dass es eine spontane Entscheidung war', denkt Frumol erstaunt.

Er überlegt einen Moment, doch ihm fällt nichts gescheites ein.

"Was hältst du von Lord? Oder Stich? Sir Alrik?" schlägt er zögernd vor und hofft auf einen guten Ratschlag.

"Um ehrlich zu sein: nichts." erwidert Sephyra unverblümt. Frumol hatte noch nie einen Sinn für solche Dinge.

Damit hatte Frumol schon gerechnet.

"Der Name sollte zu deinem Pferd passen." meint sie dann und besieht sich das struppige Fell und die - ähm - Farbe genau. "Ich würde ihn 'Ribero' oder 'Kustos' nennen, Irgend ein harter Name für ein hartes Pferd."

"Meinst Du? Ein hartes Pferd? Ich glaube er sieht immer so aus, als hätte er sich gerade auf dem Boden herum gewälzt." entgegnet er ihr wenig überzeugt.

"Ich glaube ich werde ihn doch Sir Alrik nennen. Ein stolzer Name für ein stolzes Pferd." und tätschelt den Struppigen.

"Bei solch einem Namen ist das Aussehen schon fast unwichtig." behauptet er leise, damit Sephyra nicht noch weiter auf seiner Einfallslosigkeit herumhacken kann. Doch sie ist schon mit anderen Dingen beschäftigt.

Der Gedanke, auf so einem Gaul zu sitzen, hat für Ingalf etwas beängstigendes, aber auch etwas großartiges. Und zu laufen während die 3 Reiten ist auch nicht seine Vorstellung einer guten Zeit. Er schaut sich um und sieht, wie Randirion zu den beiden anderen tritt und sie berät. Verstohlen geht er nach Beendigung der Beratung zu Randirion und spricht in leise an, so dass der Händler das Gespräch nicht belauschen kann.

"Du, Krawaljäre. Kennst dich ja aus mit denen, un' viel anders als'n schwankendes Deck kann's auf denen ja auch nich' sein, soll ich mir auch so was zulegen? Un' wenn ja, was'n für eins? Und …" er hüstelt verlegen und senkt die Stimme noch weiter "… zeigst du mir dann, wie man sowas steuert?"

"Aber gerne, Wedmannsson, jedoch nur unter einer Bedingung …" er grinst verschmitzt, "nämlich dass Ihr mich, so sich irgendwann die Gelegenheit ergibt, in die Geheimnisse von Bug und Heck, Luv und Lee, Pinne und Segel einweiht. Abgemacht?" Er streckt Ingalf die Hand entgegen, immer noch grinsend, und nicht wirklich mit einer Ablehnung rechnend.

Ingalf schlägt ein. "Na sicher, sobald sich die Gelegenheit ergibt un' wir man wieder richtig schwankenden Boden unter den Füßen ham' un' so richtig salzige Gischt schmecken, erähl ich dir alles über's Reisen unter Swafnirs Schutz in Efferds Gewalten."

"Dann sei es abgemacht!" Randirion verzieht leicht das Gesicht bei Ingalfs kräftigem Händedruck.

Er schaut nochmal auf die Pferde. "Kriegt man überhaupt was anständiges für …" er senkt sich ganz dicht an Randirions Ohr "… knapp 100 Dukaten? Mehr hab ich nämlich nich' mehr, un vielleicht brauch ich ja auch noch ma' was."

"Ah, ich denke, das sollte sich machen lassen … dieser Händler scheint gute Tiere zu einem angemessenen Preis zu führen. Die Pferde für die beiden haben eben für 75 Dukaten den Besitzer gewechselt. Ich habe keine Ahnung, ob dass ein guter Preis ist, glaube es aber schon. Es ist auf jeden Fall innerhalb Eurer Grenzen. Allerdings sollte man noch ein paar Dukaten für einen guten Sattel und Zaumzeug dazurechnen. Eine Trense, die nach einigen Meilen reißt nutzt niemandem etwas …"

"Hmm, 75, und ne Trense, Sattel und …? Was kostet das denn noch? Du musst wissen, eigentlich reiten bei uns ja nur die ganz Reichen, und die Bauerskinder, und die ohne Sattel."

"Ohne Sattel kann man sich nur schwer im Sattel halten, Freund Wedmannsson … aber das ist wohl nicht so teuer wie ein Pferd. Glaube ich jedenfalls …"

Randirion fällt ein etwas stärker gebautes dunkelbraunes Pferd im Hintergrund der Koppel auf, dass sich sehr gemächlich bewegt. Der Händler bemerkt seinen Blick und erläutert: "Der hat wohl schon 10 Jahre auf dem Buckel, und Rennen würde ich mit dem nicht machen, aber er wird noch gut und gern fünf Jahre seinen Besitzer und eine gute Last dazu überall tragen. Und der scheut vor fast gar nichts mehr."

"Scheut vor nix? DAS klingt gut, wie heiß'n der?"

Der Händler mischt sich ein: "Ihr könnt es nennen, wie Ihr wollt, mein Herr. Nach ein paar Tagen wird es sich an den neuen Namen gewöhnt haben. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wie sein Vorbesitzer ihn genannt hat."

Auch dieses Pferd wird Randirion einer kurzen aber gründlichen Untersuchung unterziehen, die im wesentlichen genauso abläuft wie bei den beiden letzten Pferden. Hier wird er allerdings noch einmal kurz mit einem Wedeln der Jacke oder ähnlichem das Pferd zu erschrecken versuchen, um die entsprechende Aussage des Händlers zu überprüfen.

Der Pferdehändler scheint seriös zu sein. Das Pferd ist im Rahmen dessen, was Randirion beurteilen kann, genau so zu sein, wie der Händler gesagt hat.

Bevor er sichs versieht, wird er in Preisverhandlungen mit dem Händler verwickelt, und bei 60 Dukaten (in Anbetracht des Alters) ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

Ingalf schaut zu Randirion, und da dieser keine Einwände erhebt, meint er "Gut, abgemacht, bei Swafnir!" und hält dem Händler die Hand hin.

Sobald dieser eingeschlagen hat, wendet er sich dem Pferd zu, baut sich vor ihm auf und sagt "So, du bis jetzt mein. Ich bin der Ingalf, dein Herr. Du wirst mich tragen, un' meine Ausrüstung, un' lieb sein. Keine Angst, wenn ich dich bezahlt hab' is' meine Ausrüstung 'n ganzes Stückchen leichter. Un' von jetzt an bisse der Leif, das wohl!" Er lacht kurz, dann geht er, sehr vorsichtig, auf Leif zu, lässt ihn die Hand schnuppern, wie er es bei Randirion gesehen hat und streichelt den Hals des Tieres

Das Tier lässt sich gern streicheln und schnaubt wohlig.

Er wendet sich wieder dem Händler zu und zählt ihm sorgfältig 60 Dukaten in die Hand.

Der Händler nimmt das Geld mit Dank entgegen.

Anschließend nimmt er den Strick, mit dem der Händler das Tier geführt hat und zieht kurz sanft daran. "Komm, ich brauch noch nen Sattel un'n Zaundings für dich, damit ich dich auch steuern kann."

Beim Händler gegenüber ersteht Ingalf für 6 Dukaten eine gebrauchte Ausrüstung. da sein Pferd relativ breit und kräftig ist, sind die Satteltaschen sehr deutlich größer als die von Frumol und Sephyra.

Ingalf nimmt seine Neuerwerbungen und platziert sie auf seinem Pferd.

Randirion wird daneben stehen, und nur im Notfall eingreifen. Als überzeugter Nandus-Anhänger wird er stets begründen und erklären, warum dieser Riemen da lang gehört und jener nicht so straff gespannt werden darf.

Dann geht er zunächst Leif im selben Stall unterstellen, in dem auch Randirions Pferd steht.

Anschließend sucht er zunächst den Basar auf, um ein großes weißes Tuch zu erstehen, in das er sich ggf. einwickeln kann, sowie 2 kleinere bunte Tücher.

Weiterhin sucht er nach Wasserbehältnissen wie Lederschläuche für insgesamt mindesten 10l.

Die Gegenstände bekommt er problemlos für insgesamt 12 Silbertaler.

Wenn es Ingalf recht ist, wird sich Randirion dem Einkaufsbummel anschließen. Während er einkauft (breitkrempigen Hut hat er schon, bleiben ein Kaftan und Wasserschläuche für mindestens 50 Liter für 1 Mensch und 2 Pferde)…

- was ihn 15 Silbertaler kostet -

…entwickelt sich ein Gespräch in gebrochenem Tulamidya, bei dem Randirion erfährt, dass der direkte Weg nach Mherwhed den Mhanadi aufwärts führt: am schnellsten per Flussschiff, falls sich jemand findet, 4 Leute und 5 Pferde mitzunehmen.

Alternativ gibt es wohl auch den Landweg über Chefe und Rashdul …

Er erzählt es Ingalf, der mit ihm unterwegs ist.

Der sich von ihm verabschiedet. Irgendetwas von Tätowieren und Geld Verdienen auf dem Festplatz hatte der gemurmelt.

Den anderen wird er es erst erzählen, wenn man sich gegen Abend wieder bei den Gauklern trifft.

Selber eine Flussfahrt auszuhandeln, ginge zwar; aber es ist doch viel einfacher, wenn auch Sephyra dabei ist, die die Sprache so viel besser beherrscht …

Und so schlendert Randirion durch die Stadt. Der Fürstenpalast ist eine imposante weiße Erscheinung, aber leider für die Öffentlichkeit nicht geöffnet.

Die Drachenei-Akademie ist zwar dem Namen nach berühmt, architektonisch aber langweilig.

Zurück zum Festplatz

Auf dem Weg zurück zum Festplatz fragt Frumol Sephyra: "Was brauchen wir denn noch alles für die Wüste? Ich habe überhaupt keine genaue Vorstellung. Sicher viel Wasser, das soll es dort ja kaum geben. Besondere Kleidung? Ein Zelt? Was meinst Du?"

"Hmm. Wasser, klar. Ich werde mir noch ein traditionelles Novadi-Gewand zulegen: sehr heller Stoff, sehr weit und leicht. Erstens ist es für die Wüste sehr bequem und zweitens fällt man damit nicht so auf, wie mit Hut und Feder." sagt sie mit einem Blick, der Frumol eindeutig an den Kawaljere denken lassen wird. Dabei grinst sie.

Nur mit Mühe kann Frumol verhindern, dass er schallend losprustet. Auch er hat das Bild vom Kawaljere vor Augen, wie er in seiner feinen Kleidung durch die Wüste stolziert und alles mit seinem Degen bedroht. Frumol hat zwar kaum Wissen von der Wüste, doch traut er dem Kawaljere noch weniger zu.

"Ein Zelt ist vielleicht auch nicht schlecht - oder zumindest ein paar Bahnen festen Stoffes, die wir zu einem großen Zelt oder Windschutz oder was auch immer benutzen können, ebenfalls recht hell. Aber das sollten wir vielleicht wirklich erst am Rande der Wüste besorgen. Hier werden für meinen Geschmack zu viele Fragen gestellt." beim letzten Satz sieht sie sich unauffällig um.

"Dann sollten wir auf jeden Fall gemeinsam losgehen", stimmt ihr Frumol zu.

"Zwei Köpfe können besser denken und vier Augen sehen mehr. Alles mehr in Wüstennähe zu besorgen ist eine gute Idee, vielleicht fällt uns vor Ort noch etwas auf. Außerdem vergesse ich dann nichts wichtiges." fügt er breit grinsend hinzu.

"Wir sollten noch eine Wahrsagerin aufsuchten. Vor solchen Abenteuern kann das nicht schaden.

"Das ist eine ausgezeichnete Idee!" freut sich Sephyra. "Geh' du zu einer solchen. Ich werde mich selbst auch mal etwas umhören und dabei noch einen ersten schnellen Ausritt wagen."

Nach ihrer Unterhaltung verabschiedet sich Sephyra schnell von Frumol mit einem leichten Kuss auf die Wange: "Bis später." Dann schwingt sie sich elegant auf ihre bereits gesattelte Uriella und ruft Frumol im Wegreiten zu: "Wir treffen uns später beim großen Feuer am Festplatz - es kann eine Weile dauern, wartet nicht auf mich." und schwupps ist sie weg. Und lässt Frumol verdutzt stehen.

Und verdutzt schaut er ihr auch hinterher. "Verstehst Du die Frauen?" wendet er sich an Sir Alrik. "Bis heute morgen konnte sie gerade mal ein Pferd von einer Kuh unterscheiden, und jetzt reitet sie tollkühn davon. Aber sei nicht traurig, die beiden kommen bestimmt heil zurück."

Dann stellt er Sir Alrik auf die Koppel und schaut ihm eine Weile zu.

Die Wahrsagerin

Schließlich wendet er sich um und hält auf den großen Festplatz zu, wo er die eine oder andere Wahrsagerin mit ihrem Karren gesehen hatte.

Eine Weile sieht er sich unschlüssig um, dann setzt er sich entschlossen in Bewegung und geht auf einen der beiden Karren zu.

Es ist der Wagen, mit der jungen Wahrsagerin, die Frumol schon einmal an einem der vorigen Tage aufgefallen ist. Sie hat weite rote Pluderhosen und ein eng sitzendes weißes schulterfreies Mieder an. Ihre Haare sind ein wenig irritierend, denn sie sind sehr kurz geschnitten – auf Daumenbreite. Sie verabschiedet gerade einen Kunden, als Frumol ankommt.

"Ich habe Dich schon erwartet", begrüßt sie ihn.

"Wie schön." antwortet ihr Frumol und lächelt sie an, während er sie mustert. Es ist ein wenig unsicher, und hofft, dass sie es nicht merkt, schließlich ist dies das erste mal, dass er die Dienste einer Wahrsagerin in Anspruch nimmt. Bisher hatte er immer gedacht, solche Frauen seien alt, steinalt, oder sogar noch älter.

"Du hast eine merkwürdige Frisur", spricht er sie auf ihre kurzen Haare an. "Und du bis so … jung." Sie entspricht ganz und gar nicht seiner Vorstellung von weisen Frauen. 'Vielleicht nur die Gehilfin?', überlegt er.

"Scheißläuse!" erwidert sie und zuckt die Achseln. "Am besten schneidet man alle Haare ab und lässt sie dann wieder wachsen. Und alle alten Frauen haben mal jung angefangen."

"Ach komm, es gib schlimmeres." Seine große Schwester hat ihm früher mal heißes Wasser über den Kopf gekippt. Mutter sagte, das wäre gut gegen die Läuse. Kurze Haare wären ihm da sicher lieber gewesen.

"Ich muss Dir nun sicher nicht erzählen, weshalb mich mein Weg hierher geführt hat." Kommt er auf den Grund seines Besuches zurück. Es wird sich zeigen, ob sie eine Wahrsagerin ist.

"Nö, musst Du nicht", stimmt sie ihm zu als, die beiden in den Wagen gehen, "aber je genauer Du fragst, desto genauer kann ich schauen."

Die beiden nehmen auf Kissen einander gegenüber platz. Zwischen ihnen liegt eine große klare Kristallkugel auf dem Boden.

"Frag!" fordert sie Frumol auf.

Die Aufforderung überrascht Frumol. 'Wird hier hinterher um den Preis gefeilscht? Ich hätte doch Sephyra mitnehmen sollen. Das sagt sie so einfach: Mach doch, gute Idee! Na toll.

Nach einem Moment des Schweigens räuspert er sich. "Er zähle mir was über die Zukunft und die Reise, die ich mit meiner Gefährtin und anderen unternehmen will." fängt er vorsichtig an.

Die Wahrsagerin schweigt einen Moment, nimmt dann Frumols Hände und legt sie auf die Glaskugel. Hier Hände legt sie auf seine. Dann schließt sie die Augen und fängt leise an zu singen. Die Minuten vergehen und Frumols Hände werden schwitzig. Aufmerksam beobachtet er die die junge Wahrsagerin.

Schließlich wird sie immer leiser, bricht ab, und schweigt - die Augen weiterhin geschlossen.

Frumol weiß nicht wie er sich verhalten soll, er ist versucht die Hände wegzuziehen. Was hat die Wahrsagerin gesehen? Geht es ihr nicht gut? Was soll er tun? So bleibt er erst einmal angespannt sitzen und beobachtet sie weiter. Seine schwitzigen Hände ruhen weiter auf der Kristallkugel und er rutscht etwas unruhig auf dem Boden hin und her.

Plötzlich öffnet sie die Augen. "Ein weiter Weg liegt vor Euch. Weiter als Ihr Euch vorstellen mögt. Aber seid getrost. Der Kreis schließt sich." Das sagt sie mir fester Stimme.

Erschrocken blickt Frumol sie an, als die die Augen öffnet.

'Das ist alles? Nicht mehr?' überlegt er und senkt seinen Blick ein wenig enttäuscht auf die Kugel, auf der noch seine und ihre Hände ruhen.

"Der Kreis schließt sich … ein weiter Weg …" murmelt er.

Er hebt den Kopf und blickt ihr wieder in die Augen. "Was könnte das bedeuten?" fragt er sie. Schließlich sollte er Fragen stellen und da sie die Hände noch nicht von den seinen genommen hat ist die Sitzung wohl auch noch nicht vorüber.

"Da gibt es viele Möglichkeiten. Die sind in Dir. Denke daran, dass die Zukunft nicht streng. vorherbestimmt ist, sondern Du die Möglichkeit hast, sie zu verändern." Frumol hat das Gefühl, eine Lehrerin spricht zu ihm.

Frumol hat das Gefühl, dass er von ihr nichts mehr erfahren wird, was ihm jetzt weiterhilft.

"Du hast sicher recht." antwortet er ihr und löst die schwitzigen Hände von der Glaskugel. "Ich werde bestimmt zu gegebener Zeit erfahren, was Du mir angedeutet hast."

Er ist ein wenig enttäuscht, hatte sich das irgendwie anders vorgestellt.

Er seufzt leise und muss an Sephyra denken, die hoffentlich gerade keine Dummheit macht.

"Was bin ich Dir schuldig?" fragt er hie hübsche Wahrsagerin mit den kurzen Haaren, ohne Anstalten zu machen sich zu erheben.

"Das, was Du für angemessen hältst", antwortet die junge Frau nach einem kurzen prüfenden Blick.

Frumol überdenkt kurz was er erfahren hat. Viel war es nicht. Mehr wage Andeutungen einer unbestimmten Zukunft.

Dann zieht er eine Münze hervor und wirft den Silbertaler seinem Gegenüber zu.

Sie nimmt den Taler mit einem Nicken entgegen.

"Ich werde sehn, ob du recht behältst." antwortet er ihr freundlich und erhebt sich um zu gehen.

Sie lächelt nur.

Kurz verharrt er noch einmal. "Wie heißt Du?" fragt er die Kurzhaarige.

"Cirla", erwidert sie. "Auf dass sich unsere Kreise wieder treffen mögen."

"Du weißt sicher, ob wir uns wiedersehen", vermutet Frumol und verabschiedet sich mit einem freundlichen Lächeln.

Nachdenklich wandert er ohne rechtes Ziel durch die Stadt und denkt über das gehörte nach.

Schließlich lenkt er seine Schritt zurück zum Festplatz, wo er hofft irgendwann Sephyra zu treffen.

Die Tätowierung

Zurückgekehrt erkundigt er sich, was passiert wenn er sich einfach an die Straße setzen sollte um seine Dienste und Künste als Bilderstecher anzubieten (sprich wie dringend eine Lizenz bzw. Bestechung der Stadtwache notwendig ist).

Auf dem Festplatz darf Ingalf während des Festes seine Dienste anbieten. Ansonsten gibt es in Khunchom eine strenge Handwerksordnung.

Ingalf nimmt sich fest vor, nach dem Pferdekauf (oder wenn die Anschaffung sein Budget überschreitet) seine Dienste auf dem Fest feil zu bieten. Dazu malt er ein paar Motive auf Pergament vor, klemmt sie an ein Brett und versucht die Kundschaft von seinen Künsten zu überzeugen.

Er wählt vor allem Thorwaler Knotenmuster und getreue Darstellungen von in Khunchom üblichen Dingen: Khunchomer, Pferde, verschleierte Schönheiten.

Dafür sucht er sich eine Ecke am Rand des Gauklerfestes aus, möglichst nah am Hafen, in der er seine Künste als Bilderstecher feilbietet. Zu Werbezwecken stellt er seine Entwürfe auf Papier aus.

"Interessante Motive hast Du", spricht ihn eine Gauklerin an. "So eine Seeschlange um einen Knöchel. Das wäre interessant. Was soll das kosten?"

"Ganz rum, meinste? Hmm, ich denke, für dich könnte ich das für, sagen wir, 7 Silberlinge machen. Was denkst du?"

Nachdem sich die beiden auf 6 Silberlinge geeinigt haben, macht sich Ingalf ans Werk. Erfolgreich. Ein paarmal sticht er ein wenig tief, so dass die Gauklerin die Zähne zusammenbeißen muss, aber das Ergebnis lässt sich sehen. Zufrieden zieht die Gauklerin ab.

Während Ingalf sein Kunstwerk vollendet, kommt Sephyra vorbei und betrachtet gespannt seine Fertigkeit, sagt aber nichts, um ihn nicht abzulenken.

Sobald er aufsieht, nickt sie ihm anerkennend zu und meint: "Hm, gefällt mir."

'Aber selbst - nein, das tut mir bestimmt zu weh!' und geht auf keine eventuelle Aufforderung Ingalfs ein, sich ein Motiv auszusuchen.

Der Zaubertrick

Am Abend treffen sich alle vier Festbesucher wieder und planen die Reise. Randirion berichtet, was er herausgefunden hat.

Frumol freut sich auf einen ruhigen Abend am Lagerfeuer. Sicher gibt es wieder spannende Geschichten zu hören.

Er freut sich, Sephyra wiederzusehen, auch wenn sie etwas unzufrieden wirkt. Aber das fällt vermutlich nur ihm auf …

Tatsächlich ist Sephyra kaum anzumerken, dass irgend etwas heute nicht nach ihrem Kopf gegangen ist.

Nachdem der Kavaljäre von seinen Erkundigungen berichtet hat, fällt Frumol ein, dass er noch gar nichts für die weite Reise eingekauft hat.

Zwar hat er mit Sephyra darüber gesprochen, doch weiter ist nichts passiert … Es hat auch nicht den Anschein, als hätte Sephyra in der Zwischenzeit noch Besorgungen gemacht. Er nimmt sich fest vor, sie später zu fragen.

"Ich denke, wir sollten den Landweg nehmen. Schließlich müssen wir uns noch ein wenig an die Pferde gewöhnen." überlegt er laut. Das bedeutet auch, dass nicht alles hier gekauft werden muss, sondern die Ausrüstung auf der Reise ergänzt werden kann.

"Ja, das finde ich auch. Frumol, morgen früh habe ich noch etwas zu erledigen, aber am Nachmittag könnten wir uns zu einem kleinen Einkaufsbummel treffen und unsere Vorräte zusammenstellen." schlägt Sephyra vor.

"Gerne." nimmt Frumol das Angebot an. 'Ich brauche noch einen neuen Dolch' fällt ihm dabei ein. 'Ich werde morgen früh mal auf die Suche gehen.`

"Was hast Du denn geheimnisvolles vor?" fragt er sie mit gedämpfter Stimme.

Sephyra hat eine Menge Geheimnisse und auch ihren eigenen Kopf, das weiß er genau. Aber, wenn er nicht nachfragt, ist der nächste Vorwurf wieder mangelndes Interesse.

"Ach," gibt sie zurück. "nichts besonderes. Ich lerne Zaubern." antwortet sie so beiläufig, als ob sie über Sonnenschein in der Khom reden würde.

Obwohl Frumol von Sephyra schon die eine oder andere Überraschung gewohnt ist, bleibt ihm das, was er eigentlich noch sagen wollte im Halse stecken. Er vergisst sogar, den Mund zu schließen.

"Du lernst …", bringt er heraus als er sich wieder gefangen hat.

"Ja, selbstverständlich!" erwidert Sephyra im besten Ton fester Überzeugung.

"So richtig? Bei Hesinde, wirklich?" freut er sich für seine Gefährtin.

Er erinnert sich an schlimme Situation auf der Königin von Festum.

Banjew hat bei ihr etwas gesehen. Und Rakorium auch. Zwar hat sie nie davon erzählt, aber sie hatte Angst davor. Vielleicht war dies auch der Grund, warum sie die anderen nicht weiter begleiteten und sich einfach aus dem Staub machten.

Er freut sich, dass sie sich ihr Können zu Nutze macht.

"Soll ich es zeigen?" fragt sie und sieht in die Runde. Da sie aber genau weiß, dass das hier anwesende Volk, den Kawaljere eingeschlossen, nichts lieber als Kunststücke jedweder Art sieht, kramt sie auffällig in ihrem Rucksack. Nach kurzer Suche fördert sie schließlich nichts zutage und wendet sich an Frumol: "Gib mir doch bitte mal etwas passendes herüber." Wie erwartet macht Frumol ein unwissendes Gesicht.

Also erklärt sie weiter: "Na da, ein kleines Stück von diesem Braten da, das wird es tun."

Sobald sie es in Händen hält: "Aufgepasst. Dies Stück leckeren Braten werde ich nun vor euren Augen verschwinden lassen!" Sprachs und wirft das Stück in die Luft um es sich schlicht im Munde verschwinden zu lassen, kurz zu kauen und dann hinunterzuschlucken. "Tada! Weg ist es." dann lehnt sie sich selbstzufrieden wieder zurück und erwartet Reaktionen.

Frumol hatte schon erwartet, dass Sephyra ihn auf den Arm nimmt. Hoffentlich hat er sich nich zu sehr blamiert.

Ingalf lacht schallend und klatscht in die Hände. "Wahrlich, Mädel, du bist eine Magierin sonder Gleichen! Nu gib mir mal jemand einen vollen Krug Bier, wollnwa dochma sehn ob ich das nich auch hinkriech!"

Nun muss Frumol schallend loslachen. Dieser Kommentar hätte nicht besser kommen können.

"Pass aber auf, dass Du Dich nicht selbst wegzauberst". Er zieht Sephyra an sich heran und gibt ihr einen Kuss.

Was dieser offensichtlich keinesfalls missfällt.

Randirion grinst ebenfalls.

"Oh, es besteht keinerlei Zweifel an Euren Fähigkeiten, Madame Lunor! Ihr schafft es regelmäßig, sämtliche Anwesenden zu verzaubern …"

Sephyra lächelt dem Kawaljere erhaben zu: "Selbstverständlich, Euer Hochwohlgeboren."

und verbeugt sich leicht in Sephyras Richtung.

Und erwidert dies mit einem kühlen Kopfnicken, ganz so, wie eine Königin einen Untertanen entlassen würde. 'Der soll sich nicht so aufspielen!' denkt Sephyra hinter ihrem Lächeln. 'Wir sind hier schließlich nicht auf Burg Schleimstein!'

Frumol lehnt sich entspannt zurück und lächelt Sephyra an.

Sie lächelt zurück und drückt kurz seine Hand, dann verschränkt sie die Arme hinter dem Kopf und lehnt sich zurück. 'Mal sehen, was heute Abend für spannende Geschichten erzählt werden.'

Bereits nach kurzer Zeit ist sie selbst ist in Gedanken versunken und starrt einfach ins Feuer.

Randirion ist wie immer, wenn er mit den Gauklern zusammensitzt, von jeder Kleinigkeit fasziniert: von dem mit kleinen Glöckchen besetzten Gewand des Akrobaten, von den Narben des Bärenbändigers, von den tiefen Augen der Kartendeuterin - und vor allem von den Geschichten, die man sich erzählt …

Um die Reise selbst macht sich Randirion kaum Gedanken: der Weg steht fest, es gibt Gasthöfe entlang der Strecke, alles Routine.

Aber diese Stimmung am Lagerfeuer – einmalig …

Im Basar

Am folgenden Morgen machst Frumol sich früh auf den Weg. Sephyra kann er ohnehin nicht aufhalten, egal was sie vorhat.

So verabschiedet er sich von Ihr mit eine Kuss und geht in die Stadt auf der Suche nach einem Waffenhändler oder Waffenschmied. Schließlich braucht er noch einen neuen Wurfdolch als Ersatz für den, den diese verhexten Mumien ruiniert haben. Bei dem Gedanken daran massiert er unwillkürlich die Stelle, wo ihn die Mumie wie mit einem Schmiedehammer getroffen hat.

Hat er einen geeigneten Händler gefunden, so zeigt er ihm einen seiner Wurfdolche in der Hoffnung, dass sein Gegenüber ein passendes Stück dazu hat.

Händler mir vorrätigen Wurfdolchen zu finden, ist kein Problem. Es gibt sogar eine ordentliche Auswahl. Frumol probiert den ganzen Vormittag aus, bis er einen Dolch gefunden hat, der in seinem Flug- und Wurfverhalten zu den beiden anderen passt. Für 20 Silbertaler ersteht er ihn.

Welche er für den Dolch auch gerne ausgibt.

So verbringt er sicher den ganzen Vormittag mit der Suche. Ab und zu schaut der den Vorführungen zu und nascht die eine oder andere Süßigkeit.

Anschließend isst er bei einem Straßenhändler noch einen süßen Pfannkuchen und begibt sich dann langsam zurück zu ihrem Lager um sich mit Sir Alrik weiter anzufreunden, während er auf Sephyra wartet.

'Ob sie wieder losgeritten ist?' fragt er sich, während er nach Uriella Ausschau hält.

Uriella fehlt auf der Weide. Sephyra ist tatsächlich auch diesen Morgen ausgeritten. Bereits nach wenigen Stunden ist sie zurück und sucht Frumol. Da dieser aber Einkäufe zunächst für sich tätigt, macht sie sich auf die Suche nach einem dieser Novadi-Gewänder: 'So ein Kaftan muss einfach die perfekte Kleidung für eine Wüstendurchquerung sein.'

Auf ihrer Suche klappert sie etliche Händler und Marktstände ab, bis sie etwas passendes gefunden hat, das auch preislich noch in den ihr zur Verfügung stehenden Rahmen passt.

Sephyra findet zwei Gewänder, die ihr passen würden und die auch genau für eine Reise durch die Khom geeignet wären, wie der Händler meint.

Eines ist relativ schmucklos, eher für einen Jungen gedacht und kostet 10 Silbertaler. Das andere ist hellblau und hat einige schöne Stickereien. Für 3 Dukaten könne Sephyra es bekommen.

'Auch wenn es keiner so recht wahrhaben will - aber als Frau auch auf die Ferne in der Wüste als solche zu erkennen sein, dürfte von Nachteil sein.' So probiert sie zunächst das einfache Gewand und dreht sich vor dem bereit stehenden Spiegel. "Gar nicht schlecht." meint sie halb zum Händler und halb zu sich selbst. "Ich werde es nehmen. Ihr sagtet, es würde mich 5 Silberstücke kosten?"

Die beiden einigen sich auf 7.