Ingalf betritt einen leeren (Vor-)Raum, der von links indirekt beleuchtet wird. Geradeaus ist eine Tür zu sehen, schräg links voraus ein Durchgang.

Ingalf will gerade weitergehen, da merkt er, dass die Platte unter seinem linken Fuß leicht nachgibt. Aber nur ganz leicht. Im gleichen Moment hört er aus dem Raum, wo sich seine Freunde aufhalten, ein Rasseln und dann einen Schlag. Die anderen drei hören das Geräusch auch. Es kommt von links, aus dem Durchgang. Ein Fallgitter hat sich krachend gesenkt.

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'Schöne Sch…', denkt sich Ingalf, 'Da hab' ich ja genau auf die richtige Platte getreten! Als wenn ich heute nicht schon genug Ärger gehabt hätte. So langsam muss ich aus dieser blöden Wüste raus, hier scheint Swafnir nicht mehr seinen Schutz über mich auszubreiten! Vermaldedeit …' die nachfolgenden Gedanken Ingalf werden von den ausgefeilten Flüchen und Beleidigungen gegen alles und jeden gefüllt zu denen ein echter Thorwaler fähig ist.

"Ist bei euch alles in Ordnung?" ruft er nach hinten, als er sich nach einiger Zeit wieder etwas beruhigt hat. "Ich glaube, ich hab' uns gerade bei unseren Gastgebern angemeldet."

'Damit kann auch das Versteckspielen aufhören, denn entweder jeder im Umkreis hat das Gepoltere gehört und weis das wir hier sind, oder es ist keiner hier vor dem wir uns verstecken müssen' mit diesen Gedanken zieht er die kratzende und behindernde Kutte aus und schmeißt dies 'dämonische' Ding in eine Ecke.

Nachdem er sich dann wieder kampfbereit gemacht hat, wartet er auf seine Gefährten und schaut sich derweil genauer im Raum um. 'Wo ist bloß dieser Typ von vorhin verschwunden und wieso hat er die Falle nicht ausgelöst?' fragt er sich dabei.

'Phex sei Dank, da hatte niemand seinen Fuß drunter …' überlegt Frumol als er das Gitter sieht.

Dann stürmt er zu Ingalf nach vorne. "Jetzt wurden wir mit Sicherheit bemerkt. Wir müssen hier schnell weg." ruft er Sephyra und dem Kavaljäre zu.

Auf Frumols Ruf hin folgt Sephyra den beiden.

Bei Ingalf angekommen schaut er sich schnell um. "Bei Dir alles in Ordnung? Wir können nicht zurück." Erklärt er ihm kurz angebunden.

Ohne eine Erwiderung abzuwarten, deutet er geradeaus auf die Tür.

"Da entlang." und stürmt schon auf sein Ziel zu, ohne den Raum weiter zu betrachten - dafür ist jetzt keine Zeit.

'Lass sie bitte nicht verschlossen sein' betet er stumm zu Phex.

Die Tür ist nicht verschlossen, sie öffnet sich nämlich gerade in dem Moment, als Frumol losstürmen will. Herausgestürmt kommt eine Gruppe mit Khunchomeren bewaffneter Novadis, die sich im Halbkreis vor Frumol und Ingalf, der mittlerweile Kutte losgeworden ist, aufbaut. 9 Leute zählt Frumol.

"Die Waffen nieder!" befiehlt einer. Frumol kommt er bekannt vor. Das ist ja Hatief, aus dem Raum mit dem seltsamen Kram!

Im Angesicht der Bewaffneten lässt sie die Schultern hängen und hält die Arme deutlich sichtbar vom Körper entfernt, damit die anderen sehen können, dass sie keine Waffe in Händen hält. Die Wurfdolche im Gurt und das Rapier an der Seite sind weit entfernt.

Die 9 Bewaffneten sehen so aus, als ab man sie nicht ohne weiteres überwinden kann.

Frumols Hände greifen automatisch nach den Griffen zweier Wurfdolche, doch sie verharren, bevor sie diese erreicht haben.

'Das sind zuviele Gegner.', zieht Frumol schnell ein Fazit. 'Sie sehen gar nicht aus wie Mönche. Wer sind sie?' stellt er nebenbei fest, während er seinen Vormarsch abbricht und langsam den ersten Schritt zurück macht.

"Verdammt, verdammt, verdammt! Bei allen alten Seeschlangen, dass ist doch nicht wahr, wenn das man so weitergeht!" wettert Ingalf, der sich nach dem Krach ein wenig beruhigt hatte, wieder los. 'Swafnir, steh' mir bei! Können das nicht weniger sein?!'

Zu Frumol gewandt: "Du sagst wir können, nicht zurück? So wie das aussieht können wir auch nicht nach vorne! Ich sach' das ja nicht gerne, aber neun sind ein paar zuviel! Ich glaube, wir sollten die Waffen lieber fallen lassen, bevor die auf dumme Ideen kommen!"

'Er hat recht. Das sind zuviele Gegner. Auch wenn wir sie im schmaleren Gang bekämpfen, werden wir es schwer haben. Vor allem, weil sicher noch weitere kommen werden …' überlegt Frumol ziemlich strategisch.

'Wir kann ein Kampf vermieden werden? Sollten wir uns wirklich ergeben? Was werden sie mit uns machen? Sind sie Räuber, so werden sie uns sicher alles abnehmen und uns in der Wüste aussetzten oder gleich töten. Sind es Wachen, so werden sie uns an die Mönche übergeben. Wir haben schon einiges hier angestellt, somit werden sie uns sicher bestrafen … Vielleicht bekommen wir eine Chance zur Flucht, wenn wir uns ergeben. Mal sehen.' überlegt er angestrengt nach einem Ausweg.

Er weicht langsam rückwärts in Richtung Gang zurück, solange er von Frumol nichts weiter hört mit der Orknase in der Hand.

Frumol weicht noch einen Schritt zurück und hebt dann langsam die Arme vor den Körper. Seine Handflächen sind beschwichtigend geöffnet und zeigen zu den Gegnern.

"Ich werde Euch nichts tun." spricht er ruhig in seinem gebrochenen tulamidisch. "Wie Euch bekannt ist, haben wir uns hier verlaufen. Ihr seid vorhin so schnell verschwunden, dass wir Euer großzügiges Angebot nicht annehmen konnten. Wir möchten Euch keine Unannehmlichkeiten bereiten, doch wären wir Euch sehr verbunden, wenn Ihr Euer freundliches Angebot erneuern und uns aus diesem Berg führen würdet." spricht er weiter zu Hatief.

Er wartet ab, blickt seinem Gegenüber freundlich in die Augen. Dennoch ist er angespannt, bereit im Falle eines möglichen Angriffs zu Handeln. Ebenso hofft er inständig, dass Phex' wachsames Auge auf ihm ruht und niemand einen dummen Fehler macht.

"Aus dem Berg führen wird euch gleich der Meister persönlich", antwortet Hatief auf Garethi - mit starkem Akzent zwar, aber sonst vollständig korrekt.

Da ist keine Antwort, die Frumol wirklich beruhigt …

'Die Meister persönlich? Also sind das doch Wachen. Was für ein zusammengewürfelter Haufen.' überlegt er.

'Vielleicht haben wird doch eine Chance. Randirion ist ein guter Kämpfer, und Ingalf auch.' überlegt er weiter. Jedoch zögert er mit einem Angriff, da Randirion noch zu weit entfernt ist.

'Ob sie mit Widerstand rechnen, wenn Randirion hier ist?' wägt er ab, während er die Novadis aufmerksam studiert um Vorteile zu erkennen.

'Keine schlechte Idee, mal seh'n ob die drauf eingehen!' denkt sich Ingalf. Er senkt seine Orknase ein wenig, um nicht zu aggressiv zu wirken und versucht weiterhin sich in den Gang zurückzuziehen.

"Du da", raunzt der Anführer Ingalf an, "komm hierher. - Und Du da ganz hinten, kommt auch nach vorne." Damit ist offensichtlich Randirion gemeint.

Ingalf lässt seine Waffe weiter sinken und geht vorsichtig auf den Novadi zu.

"Das reicht", wird ihm beschieden als er sich mehr als eine Manneslänge vom Durchgang nach hinten entfernt hat.

Frumol ist noch am Nachdenken, da kommt aus dem Durchgang von links eine große Gruppe Kuttenträger heran. Alle tragen Stäbe in den Händen. Einer der Kuttenträger - er trägt einen unbeschlagenen, mit Schnitzereien verzierten Stab und ist bestimmt kein Südländer - begrüßt die vier mit den Worten: "Willkommen, Freiwillige!"

'Da habe ich mich wohl gründlich geirrt!' gesteht sich Frumol ein.

Nun scheint es kein Entkommen mehr zu geben - die Anzahl der Gegner ist zu groß.

'Wer ist der Kerl?' fragt er sich, während er den Sprecher der Gruppe mustert.

"Freiwillig - wofür?" fragt er nach. Er befürchtet, das es sich nicht um eine angenehme Aufgabe handeln wird. "Wie eben schon erklärt, haben wir uns zuerst in der Wüste und nun in diesen Gängen verlaufen. Wärt Ihr so freundlich, uns hinauszuführen?" unternimmt er eine schwachen Versuch, ihre Anwesenheit hier erneut zu erklären.

Der Sprecher geht nicht sofort auf Frumols Rückfrage ein, sondern wartet erst das Ablegen aller Waffen ab.

"Tja, Freunde, das war's dann wohl!" flüstert Ingalf den Gefährten zu. "Erst stand es neun zu vier, jetzt noch viel schlechter!"

Innerlich ist Ingalf weiter am Verzweifeln und Hadern, nach außen versucht er aber seine Gefühle vor den Gefährten und den Gegner zu verbergen.

Der Sprecher wiederholt: "Willkommen, Freiwillige!" und fährt dann fort: "Damit niemand verletzt wird, ist es wohl am besten, wenn ihr alle eure Waffen auf den Boden legt." Die Novadiwachen unterstützen die Aufforderung, indem sie ihre Hände an die Waffen legen.

"Oh, wir hab'n nich' vor irgendwen zu verletzen!" erwidert Ingalf und legt seine Orknase auf den Boden vor seinen Füßen. Seine restlichen Waffen behält er erstmal und wartet die Reaktionen der Gefährten und der anderen ab.

Diesen Worten kann sich Frumol nur anschließen.

'Gut das ich den Stab vorhin in eine Ecke gestellt habe.' denkt Frumol erleichtert. 'Den würden die Mönche sicher sofort erkennen.'

Er hält weiterhin beschwichtigend die Hände vor dem Körper und beobachtet weiter die Bewegungen der beiden Gruppen auf der Suche nach einer Chance zu fliehen.

"Alle Waffen bitte, auch die Wurfwaffen", insistiert der Sprecher. "Und langsam. Wir wollen wirklich nicht, dass irgend jemand verletzt wird - weder wir, noch ihr."

Es sieht so aus, als ob es keine Chance zu fliehen gibt: Voraus sind zu viele Gegner, und der Rückweg ist durch das Gitter versperrt.

Zähneknirschend legt Ingalf seine Waffen ab.

Ein aufmerksamer Beobachter wird merken, wie Frumol resignierend ein wenig die Schulter hängen lässt.

'Das war's dann wohl …'

Mit einer langsamen Bewegung zieht er sein Rapier und legt es vor seinen Füßen auf den Boden. Ebenfalls legt er seine Wurfdolche aus dem Brustgurt dazu.

Im Angesicht der Übermacht nimmt Sephyra ihre linke Hand herunter und zieht umständlich, aber langsam ihr Rapier, hält es mit 2 Fingern und legt es behutsam vor sich auf den Boden.

Ihre Dolche ignoriert sie, schließlich sind das keine Waffen, sondern ihr Handwerkszeug für Kunststücke!

Ein indignierter Blick kommt vom Sprecher: "Falls Ihr es nicht gehört habt: Auch die Wurfwaffen, Gnädigste."

"Oh!" tut Sephyra überrascht. "Waffen? - Ach Ihr meint die 'Wurflinge'." umschreibt sie die Dolche für eine Verharmlosung. "Das sind keine Waffen, sondern mein Handwerkszeug. Ich bin Künstlerin!" antwortet sie spitz.

"Aber wenn Ihr unbedingt wollt …" fährt sie ergeben fort und langsam zieht sie auch die beiden Dolche aus ihren Plätzen und legt sie ebenso vorsichtig und behutsam - fast liebevoll - vor sich ab.

Auch Randirion legt sein Rapier und die Balestrina ab.

"Ich bin glücklich, dass wir es mit zivilisierten Menschen zu tun haben." richtet er das Wort an den nicht-südländischen Kuttenträger. "Cavalliere Randirion ya Calmatin - mit wem habe ich die Ehre?"

Auf Tulamidya gibt der Sprecher den Novadiwachen die Anweisung: "Ihr nehmt die Waffen. Dass mir nichts verschwindet!" Daraufhin machen sich die Novadis daran, die Waffen der vier einzusammeln.

'Hm, interessant.' überlegt Sephyra. 'Da wir vorhin mit ihm diese Sprache benutzten, macht er es nicht, um uns nicht wissen zu lassen, was er sagt - die Novadis sprechen wahrscheinlich kein Garethi.'

"Wenn ihr mir bitte folgen wollt", der Sprecher macht eine einladende Handbewegung in Richtung auf den breiten Durchgang. Die übrigen Mönche machen - durchaus höflich - eine Gasse frei.

Mit einer im Kopfnicken angedeuteten Verbeugung folgt Sephyra direkt hinter Frumol.

Als die vier De-facto-Gefangenen, um die Ecke schauen, blicken sie in einen riesigen Raum. Der ist entfernt herzförmig, der Durchgang ist an der Spitze. An seiner breitesten Stelle wird der Raum mehr als 20 Schritt messen, ebenso an seiner höchsten.

Beherrscht wird der Saal von dem Standbild eines gehörnten Götzen mit weit aufgerissenem Maul an der gegenüberliegenden Wand, das aus dem Fels heraus gehauen scheint. Es geht bis fast unter die Decke. Vor dem Maul des Götzen ist ein Holzpodest aufgebaut, zu dem von links und rechts Holztreppen hinaufführen. Das Holzpodest ist mit farbigen Tüchern und Teppichen drapiert. Der Weg vom Eingang zum Podest wird beidseitig von einer Säulenreihe gesäumt. Dabei handelt es sich um kunstvolle Steinmetzarbeiten. Zu beiden Seiten sind es fünf Säulen. Der Fußboden besteht aus einem glänzenden schwarzen Material, das den Eindruck grenzenloser Tiefe vermittelt, der besonders durch rote und gelbe Einsprengsel hervorgerufen wird.

Frumol zuckt sichtbar zusammen. Sein Blick ruht auf der Statue. Vor seinen Augen erscheint das Bild welches ihn schon in dem Brunnenzimmer erschreckt hat: Ein Strom Menschen verschwindet in dem Rachen eines Gehörnten Dämons.

'So ist es als wahr. Die alten Bilder haben Recht. Doch ist das Paradies nach den Erdbeben und der Zerstörung?'

Sein Blick sucht den Sephyras. Er braucht gerade Halt und Unterstützung um gegen eine aufsteigende Panik anzukämpfen.

In der Halle sind etwa zwanzig weitere mit Kutten gekleidete Personen und ein Dutzend Gestalten mit Novadikleidung anwesend. Vor den beiden Seitenwänden brennen Feuer in Kohlenbecken, an den Säulen, und vor dem Standbild erleuchten Fackeln gespenstisch die Szene. Zu beiden Seiten des Götzen hängen Tücher mit dem Symbol des gelben Kreises, in die ein blaues Quadrat einbeschrieben ist.

Die Helden werden auf das Holzpodest geführt, direkt vor das aufgerissene Maul des Götzen. In dem Maul scheint ein bläulich kaltes Feuer zu lodern.

Bei diesem Anblick läuft Sephyra ein Schauer über den Rücken, die Nackenhaare stellen sich auf und unter ihrem Gewand bildet sich auf ihren Armen eine Gänsehaut.

'Was geschieht jetzt?' fragt sich Frumol mit wachsendem Entsetzen. 'Sollen wir für ein Paradies in der Wüste geopfert werden?'

Er blickt sich um, schaut aber nur in die fanatischen Gesichter. Während er noch abwägt ob es nicht besser ist kämpfend in den Tod zu gehen als sich freiwillig opfern zu lassen - schließlich hat er noch seine verborgenen Dolche …

'Wenn das man nicht so aussieht, wie in dem Brunnenraum!' denkt sich Ingalf. 'Die gleichen Symbole, das gefräßige Maul …'

"Freunde, kennt ihr das hier? Das war doch in dem Brunnenraum in die Wände geritzt. Nur das wir durch das Maul dürfen, konnte ich nicht erkennen!" Ingalf versucht mit dem Scherz sein Angst vor dem Gehörnten zu überspielen.

"Noch einmal Willkommen, Ihr Freiwilligen!" wiederholt der Sprecher seine Begrüßung. "Ihr seid gekommen, um gewaltige Schätze zu suchen, und ihr habt diesen Schatz hier gefunden. Meine Gratulation!" Er besinnt sich einen Moment, dann fährt er fort: "Nein, Namen spielen in diesem Moment keine Rolle. Eure Taten sprechen für Euch. Ihr habt den Weg hierher gefunden, ihr habt die Strapazen der Wüste überwunden und ihr habt klug und umsichtig unsere Begrüßungsgänge durchsucht, habt sogar alles gefunden, was nützlich ist. Ihr seid so gut bewaffnet, dass ihr nicht einmal Schwert und Rüstung genommen habt, ihr habt das Unheil, das von den roten Steinen ausgeht gespürt. Ihr seid die richtigen!"

"Hmm, wenn wir die Richtigen sind, dann sag' uns doch für was wir richtig sind?" mit diesen Worten wendet sich Ingalf an den Sprecher.

Aufmerksam mustert sie die Umgebung. 'Irgendwie müssen wir doch hier herauskommen können!' denkt sie scharf nach. 'Vielleicht stellt dieses Maul auch so eine Art Tor dar, die uns - irgendwo hin - bringt, wo dann das eigentliche Problem auf uns wartet.'

Ihr sinnierender Gesichtsausdruck wird von den Außenstehenden - wenn überhaupt - als Teilnahmslosigkeit gedeutet werden können. Lediglich Frumol, der sie sehr lange kennt, dürfte hinter ihre Stirn sehen und die rasenden Gedanken erkennen - wenn auch nicht lesen - können.

"Was wollt ihr von uns? Wozu habt ihr uns hierher geführt?" Frumol bemüht sich, seine Stimme ruhig zu halten, was ihm nicht gänzlich gelingt, schließlich hat er Angst.

'Warum spricht der Novadi zu uns und nicht ein Oberhaupt der Mönche? Wie sind hier die Rollen verteilt? Oder ist er hier das Oberhaupt?' versucht Frumol die Situation zu analysieren. Vielleicht gibt es doch noch eine Möglichkeit der Flucht …

Frumol hat gleichzeitig seine im wesentlichen gleiche Frage gestellt, und der Sprecher antwortet an alle gerichtet: "Schaut euch dieses Artefakt, das mächtigste, das Wir je in Aventurien entdeckt haben. Ein gebundener Transversalis, der nicht nur an einen Ort führt, sondern an viele, und auf Entfernungen, die unvorstellbar sind, weit über Aventurien hinaus. Und nicht nur das, dieses Artefakt muss mit anderen auch anders herum in Verbindung stehen, denn immer wieder kommen hier auch Besucher an, leider bislang nur Tiere. Ihr würdet sie wohl als Ungeheuer bezeichnen, da sie hier in Aventurien so nicht vorkommen. Ihr habt euch durch euer Ankommen freiwillig dazu bereit erklärt, dieses Artefakt zu benutzen, wieder zurückzukommen, und uns von der anderen Seite zu berichten. Dafür danken wir euch!" Sein Tonfall ist etwas pathetisch geworden.

'Das ist doch Magie', denkt Frumol zwischendurch. Dies ist einer jener Momente, in denen er Banjew vermisst. Auch wenn er dessen Erklärungen meist nicht folgen konnte, so könnte Banjew mit dem Gesagten doch sicher etwas anfangen.

'Vielleicht …' er beendet den Gedanken nicht, der Sephyras dunkles Geheimnis betrifft. Damals auf der 'Königin von Festum' ist etwas Seltsames geschehen. Banjew und Rakorium hatten bei ihr etwas bemerkt … Sephyra hatte niemals mit ihm weiter darüber gesprochen, und Frumol hat nicht gefragt.

'Aha! Hatte ich also Recht!' beglückwünscht sich Sephyra. 'Wenn nur Banjew oder Rakorium hier wären …' Ihre Gesichtszüge versteifen sich und die Stirn liegt in leichten Falten, als sie fragt: "Ist denn schon jemals ein anderer 'Freiwilliger' zurückgekehrt und hat Euch berichten können, was uns erwartet?"

"Nein, meine Gnädigste, dann würden wir ja selbst gehen", der Sprecher schaut auf einmal richtig fröhlich.

Diese Frage erstaunt Frumol ein wenig.

'Sie scheint davon mehr zu verstehen, als ich. Oder sie hat eben besser zugehört.' gesteht er sich still seine Unaufmerksamkeit ein.

Randirion gibt sich äußerlich ruhig, und antwortet:

"Nun, Magister Unbekannt, es scheint, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Correctement, wir sind einer Schatzkarte hierhin gefolgt, doch - verzeiht wenn ich Euch widerspreche - erklären wir uns keineswegs freiwillig dazu bereit, in den Hals einer gehörnten Statue zu steigen.

Auch Eure Beteuerungen, dass dort Wesen herauskommen, steigert unsere Bereitschaft nicht. Vielmehr lassen sie mich weiter an Eurer Glaubwürdigkeit - und damit auch an Eurer Vertrauenswürdigkeit zweifeln.

Darüberhinaus ist es zumindestens in zivilisierten Kreisen durchaus üblich, Freiwillige vorher nach ihrem Einverständnis fragen! Da Ihr dies versäumtet, neige ich momentan dazu, meine Einschätzung Eures Standes zu revidieren - Doch bin ich für eine Erklärung jederzeit offen."

Bei diesen Worten des Kawaljere bleibt Sephyra schlicht die Luft weg.

"Aber … Aber …" stottert sie dazwischen.

"Für mich jedoch sieht es im Moment so aus, als ob Ihr und Euer Gefolge eine Gruppe von Dämonenanbetern seid, die uns mit falscher Zunge und obendrein unter Waffengewalt dazu zwingen werden, die Hauptrolle in einem Opferritual darzustellen.

Korrigiert mich, wenn ich irre.

Da ich mich jedoch vermutlich nicht irre, würde ich es vorziehen, das falsche Spiel zu beenden, und in Würde sterben. Stehen Todgeweihten nicht letzte Wünsche offen?"

Äußerlich ruhig, geht es in dem jungen Adligen hoch her, was jedoch bestenfalls die Gefährten erahnen mögen.

"Oh, ein Mann von Welt!" Der Sprecher scheint beeindruckt.

Diese Worte lassen Frumol aufmerken. 'Er will kämpfen!' stellt er fest.

'Hat er noch eine Waffe?' verflucht er seine Unaufmerksamkeit vorhin. Frumol hat nicht darauf geachtet, welche Waffen er abgelegt hat …

Aufmerksam beobachtet er das Verhalten des Kavaljäres. Auf ein Zeichen hin ist er bereit diesen zu unterstützen. Schließlich hat Frumol noch ein paar versteckte Dolche.

'Hoffentlich reicht die Zeit, diese zu nutzen.' überlegt er.

'Hier oben auf dem Podest stehen nich allzu viele Irre.' beginnt er die Situation zu analysieren.

Er hält sich weiterhin im Hintergrund, um überraschend eingreifen zu können. Langsam und unauffällig wandert eine Hand in die nähe eines Dolches.

Keiner der acht Mönche, die mit auf das Podest gekommen sind bemerkt etwas.

"Ich kann Euch versichern," fährt der Sprecher fort "dass wir keinerlei Frevel an den Zwölfgöttern vorhaben, so wahr Praios Strahlen auf die Wüste Khom fällt. Artefakte müssen untersucht werden, das fordert schon die Herrin Hesinde von uns. Dieses mächtigste aller Artefakte erforschen wir jetzt schon seid drei Generationen. Deswegen mögt Ihr verzeihen, dass wir die eine oder andere Angewohnheit angenommen haben, die Euch seltsam erscheinen mag. Aber eines ist klar: Ihr seid freiwillig zu uns gekommen, habt unsere Ausrüstung angenommen, und dadurch habt ihr Euch bereit erklärt, Euch diesem Artefakt anzuvertrauen. So sind die Regeln dieses Ortes. Ich bin sicher, dass es im Horasreich auch Regeln gibt, derer man sich befleißigen muss, auch wenn man sie nicht kennt." Der Sprecher scheint sich absolut sicher zu sein, dass seine Argumentation für einen Mann klaren Verstandes absolut nachvollziehbar ist.

"Keineswegs beabsichtige ich zu sterben!" kann sie sich nach dem Ende von Randirions langer Rede nicht mehr bremsen.

"Ich bin ja einiges von Euch gewöhnt - aber das!" regt sie sich weiter auf. Dann wendet sie sich an den Mönch: "Mein - äh - Herr. Mitnichten ziehe ich - ziehen wir" dabei zieht sie eine Hand Frumols an sich heran, "es vor, hier und jetzt zu sterben. Auch wenn wir nicht freiwillig nach unserer Anschauung in dieser Situation sind, so verstehe ich Euren Standpunkt sehr wohl. Um diese große Ehre angemessen würdigen zu können, würde ich allerdings ein paar Minuten - oder vielleicht eine Stunde - Ruhe haben wollen, um mich angemessen vorzubereiten." flötet sie mit einem bezaubernden Lächeln.

"Denn eine Reise mit magischen Mitteln mache ich nicht täglich, wisst Ihr. Da möchte ich zuerst durch Meditation innere Stärke gewinnen, um am Ende nicht zu versagen, was auch in Eurem Interesse sein dürfte. Auch ein wenig Ruhe vor dieser Anstrengung würde zum Erfolg maßgeblich beitragen."

Nachdem sie alle Fremdworte, die ihr einfallen, in dieser Ansprache verpackt hat, sieht sie sich auffällig um, ganz so, als würde sie nur noch wissen wollen, wo sie die Zeit bis zur 'Abreise' verbringen kann, die ihr mit Sicherheit eingeräumt werden wird.

Dem Mönch entgleisen vor Verblüffung leicht die Gesichtszüge. Er scheint mit allem gerechnet zu haben, bloß nicht mit so einer Erwiderung. Dann fängt er sich wieder.

Zufrieden lächelt Sephyra in sich hinein. Nach außen gibt sie sich sehr kühl, fast arrogant. Sie drückt den Rücken noch ein wenig gerader durch und steht unbewegt da, genießt aber - zumindest für ihre Freunde ersichtlich - den Augenblick.

"Nun, ein paar Minuten der Meditation hier oben auf dem Podest sind vielleicht gar nicht das Schlechteste. Vielleicht können wir auch die Wunden der Herren hier" - er zeigt auf Randirions und Ingalfs Verwundungen - "behandeln. Möglicherweise fehlt auch noch der eine oder andere Gegenstand. Ich muss zugeben", nun lächelt er fast ein wenig verlegen, "mit Abenteuern und der dazu notwendigen Ausrüstung kennen wir uns kaum aus."

"Das scheint mir auch so." erwidert sie, nun ganz die Rolle einnehmend, in die sie sich gerade hineinmanövriert hat.

Als nach ein paar Sekunden noch immer nichts geschehen ist, fragt sie: "Wo bitte soll ich meditieren - hier? Das ist nicht Euer Ernst!"

Betont sieht sie nach unten. "Dafür brauche ich Ruhe." setzt sie wieder an. "Und hier oben ist kaum genug Platz für uns zum Stehen, geschweige denn für eine meditative Versenkung für uns vier Freiwillige." Das Wort betont sie besonders. "Wie wäre es statt dessen mit - äh - dieser Ecke da drüben?" weist sie nach einem schnellen Rundumblick durch den Saal auf eine dem Ausgang nahe liegende Ecke.

"Gnädigste, wir befinden uns hier mit insgesamt 13 Personen auf dem Podest. Und wir haben alle Platz. Nein, hier könnt Ihr Euch am besten auf den Transversalis einstellen!" Besonders verhandlungsbereit wirkt der Mönch nicht.

"Nun, äh, ja." antwortet sie. Besonders glücklich sieht sie nicht aus.

'Das ging daneben!' überlegt sie fieberhaft. 'Was jetzt?'

"Dürfte ich übrigens um das Bündel mit der großen Flasche Heiltrank bitten? Der Trank ist noch nicht ganz fertig und muss deswegen immer gut gekühlt werden, damit er seine Wirkung nicht verliert", ergänzt der Sprecher.

Sephyra tut überrascht. "Oh. Ich habe es für einen guten Wein gehalten. Als Stärkung. Und deshalb auch weiter gekühlt." dabei nestelt sie die triefnasse Kutte mit der eingewickelten Flasche von ihrem Rucksack los und gibt sie dem Sprecher. 'Es hat ja doch keinen Zweck zu leugnen – er scheint es zu wissen.' rechtfertigt sie ihre schnelle Aufgabe in Gedanken.

Der Sprecher winkt einen seiner Mönche herbei und befiehlt: "Zwei Becher bitte, wo wir den Trank schon hier haben, können wir die beiden Leichtverletzten hier behandeln. Wir wollen doch, dass alle im Vollbesitz ihrer Kräfte transvertiert werden."

Von hinten werden zwei Becher durchgereicht, die Flasche wird geöffnet, die Becher gefüllt und Ingalf und Randirion mit einem freundlichen "Bitte, die Herren" hingehalten.

Ingalf, der die ganze Zeit sprachlos daneben stand, nimmt den Becher und leert ihn in einem Zug.

'Selbst, wenn das jetzt Gift war, was hätte es geändert?' Er ist innerlich völlig verzweifelt sich und seine Gefährten durch seine Unvorsichtigkeit in ein solche Lage gebracht zu haben, dass er im Moment - fast - alles mit sich geschehen lässt.

Seine Beinwunde, die er sich beim Kampf mit der Ameise zugezogen hat, fängt kurz an zu brennen. Dann lässt das Brennen plötzlich nach, und er spürt die Wunde kein bisschen mehr. Als Ingalf nachschaut, ist an der Stelle der Wunde nur rosige Haut zu sehen.

Randirion riecht kurz an dem Getränk, und wenn es annähernd nach einem ihm bekannten Heiltrank riecht, wird er es trinken.

Die Wirkung ist die gleiche wie bei Ingalf: Seine Wunde verheilt vollkommen.

"Wenn ihr so dankbar seid, könnten wir uns nicht anders einigen?" fragt Frumol ein wenig naiv. Ihm behagt es nicht, durch den Schlund eines Dämons zu gehen - egal wohin.

"Anders einigen? Das verstehe ich nicht. Ihr geht durch das Artefakt und kommt wieder zurück", macht der Sprecher der Mönche klar.

'Oh.' Frumol hat schon fast mit dieser Antwort gerechnet. Er lässt diesen Plan fallen und überlässt Sephyra und Randirion das Reden. Er hält sich bereit auf einen Wink von Randirion hin zu agieren.

"Ja ja, das wissen wir ja nun!" regt sich Sephyra leicht auf. "Würdet Ihr uns nun meditieren lassen, bitte? - Je eher wir anfangen, desto eher geht es los. Und um so eher kehren wir zurück!" fügt sie rasch hinzu.

'Vielleicht aber auch nicht …' denkt sie beunruhigt im Stillen.

Ohne auf die anderen Rücksicht zu nehmen, lässt sie sich auf den Boden sinken, kreuzt die Beine und legt die Hände auf die Knie. Mit geschlossenen Augen sitzt sie da und atmet ganz ruhig und tief. Aber innerlich rasen ihre Gedanken, kein Zeichen von Meditation. 'Wie kommen wir hier raus? Wie nur? Mir muss etwas einfallen - die anderen denken offensichtlich an eine gewalttätige Lösung - aber das sind einfach zu viele!'

Bevor sich die Mönche zurückziehen, fragt der Sprecher noch in die Runde: "Benötigen die Herren noch etwas?"

"Nun ja, da Ihr ja offensichtlich nicht geneigt seid von Eurer Absicht abzulassen … Wenn Eure Worte wahr sind, und hinter dieser Fratze etwas anderes lauert als der Rachen eines Gehörnten, so kann es dennoch gefährlich sein. Seid Ihr sicher, dass es weise ist, uns unbewaffnet dort hindurchgehen zu lassen?"

"Eure Waffen werde mit Euch gehen!" erwidert der Mönch formvollendet.

"Das wohl!" Nachdem Ingalf den Heiltrank getrunken hat, klären sich seine Gedanken ein wenig. "Wenn wir auf diese Reise gehen müssen, dann brauchen wir die Ausrüstung, die noch bei unseren Pferden ist! Und außerdem wollt ihr uns doch nicht ohne Waffen auf eine Unternehmung in eine Welt schicken, von denen ihr sagt, dass aus dem Tor Monster kommen?"

'Außerdem gewinnen wir Zeit, während sie die Ausrüstung holen! Vielleicht fällt uns noch eine Lösung ein.' denkt Ingalf.

"Wird gemacht, Herr Nordländer. Was speziell sollen wir denn holen?" Der Sprecher ist offensichtlich hilfsbereit, denn er fährt fort: "Eure Waffen bekommt Ihr natürlich mit."

"Bringt doch alles an Ausrüstung, was ihr dort findet!" erwidert Ingalf mit schelmischen Lächeln. "Ihr könnt ja noch ein wenig suchen!"

"Wie ihr meint." Der Sprecher wendet sich ein paar Mönche: "Ihr habt gehört, was die Freiwilligen wünschen. So soll es geschehen."

"Weitere Wünsche habt Ihr nicht?" fragt der Sprecher der Mönche noch einmal nach.

"Ach, sorgt ihr für unsere Pferde?!" fügt er noch an, als er an sein - zum Glück wieder geheiltes - Bein denkt.

"Selbstverständlich!" ist die würdevolle Antwort des Mönchs.

Nachdem es jetzt wieder besser läuft, dreht Ingalf richtig auf: "Natürlich haben wir weitere Wünsche, aber was dürfen wir uns denn wünschen? Heiltränke? Schätze? Bessere Waffen und Rüstungen? Magische Artefakte? Sagt, wie willst du uns unterstützen die Reise gut anzutreten? Will vielleicht einer von euch mitkommen?"

'Nu, müssen die hoffentlich lange genug grübeln und ein paar von den Jungs wegschicken, so dass sich vielleicht noch eine Chance zu Flucht ergibt.' Er fordert die Gefährten mit einem Augenzwinkern auf auch Wünsche zu fordern.

"Heiltränke habt ihr in den beiden grünen Fläschchen, Schätze haben wir keine, Schwert und Kettenhemd habt ihr verschmäht, Zauberspiegel und Kraftgürtel habt ihr genommen, ihr seid alle offensichtlich gesund. Mitkommen wird niemand sonst, wir sind befähigt, das Artefakt hier zu untersuchen." Auf solche Fragen ist der Sprecher der Mönche offensichtlich vorbereitet.

Äußerlich völlig gelassen und mit weiterhin geschlossenen Augen spricht Sephyra in den Disput der beiden: "Wenn wir schon mitten im Raum bleiben sollen, dann darf ich doch um Ruhe bitten - Klärt das draußen!" fordert sie die beiden auf. "Ach ja, ich könnte ein zweites Seil gebrauchen, mindestens 10 Schritt lang, möglichst leich, aber stabil." fügt sie hinzu.

Dann konzentriert sie sich wieder auf ihr dringendstes Problem: Flucht.

Aber so sehr sie auch nachdenkt, ihr will nichts einfallen. 'Hoffentlich geht der Mönch bald, dass ich mich mit den anderen beraten kann!' hofft sie.

"Selbstverständlich, meine Dame, das wird sich beschaffen lassen. Leder oder Hanf?" erwidert der Mönch zuvorkommend.

"Leder ist nicht in jeder Umgebung ideal, bei Kälte wird es spröde und in der Feuchtigkeit dehnt es sich und ist zu elastisch. Also Hanf." antwortet sie und widmet sich wieder ihrer "Meditation".

"Wie Ihr wünscht!" Der Mönch gibt den Wunsch weiter.

"Wie wäre es mit Proviant und Wein?" schlägt Frumol vor. "Unsere Vorräte sind nahezu erschöpft, und, wie würde der Nordmann sagen? 'Ohne was zu beißen segelt es sich schlecht.'"

Von Ingalf ist beim Wort 'Wein' ein brummelndes "Das wohl! Das wohl!" zu hören.

Auch Frumol macht Anstalten, sich hinzusetzten und ein wenig zu meditieren.

'Es scheint keine Wahl zu geben. Wir werden durch den Schlund gehen müssen. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Wenn wir kämpfen werden wir sterben, wenn nicht …' überlegt Frumol resigniert.

"Natürlich, selbstverständlich." Der Mönch ist wirklich zuvorkommend.

"Ah, ich hätte gerne noch eine Kleinigkeit, die sich bedauerlicherweise in den Taschen meines Packpferdes befindet … würdet Ihr mir wohl dorthin gehen lassen, Magister Inkognito?"

"Das ist leider unmöglich, mein Herr, aber es wird gleich Eurer ganze Ausrüstung gebracht werden. Dazu gehören natürlich die Packtaschen. Ihr könnt Euch dann herausnehmen, was Ihr mitnehmen wollt. Einen Moment bitte." Der Mönch ist offensichtlich nicht bereit, auch nur einen der Helden wieder vom Podest zu lassen.

Nachdem alles Verlangte - bis auf die Waffen - gebracht wurde, verlassen die Mönche das Podest, bleiben aber unten im Saal versammelt. Der Eingang wird von den Novadis bewacht.

Randirion wird einige Dinge aus seiner Packtasche nehmen, und sich dabei weiter mit dem Sprecher der Mönche unterhalten.

Der Mönch schaut Randirion genau auf die Finger, was er seinen Packtaschen entnimmt.

Randirion wird sich aus seinen Satteltaschen folgendes nehmen:

  • Munition für die Balestrina
  • Ein Werzeugtäschchen für de Balestrina
  • Pergament, Tinte und Schreibfeder
  • ein paar Rationen und Wasser
  • etwas, das wie ein zusammengefaltetes grünes Tuch aussieht.
Der Mönch schaut aufmerksam zu, sagt aber nichts weiter.

"Nun, wenn Eure Absichten denn so ehrenwert sind - warum weigert Ihr Euch dann beharrlich, und Euren Namen zu nennen?"

"Jetzt, da wir uns geeinigt haben, könnt Ihr mich Salon nennen." entgegnet der Mönch.

"Ich nehme an, dass unsere erfolgreiche Rückkehr auch in Eurem Interesse liegt. Ist es daher nicht sinnvoll, dass Ihr uns alles notwendige über die Welt jenseits des Tors sagt? Ihr sagt, es seien 'Monster' hindurch gekommen - welcher Art waren diese? Räuberisch oder friedlich? Eher einer kalten oder einer warmen Klimazone zuzurechnen?"

Salon denkt kurz nach und erklärt dann: "Die Welt jenseits des Tors kennen wir nicht, aber ihr habt recht, vielleicht kann man über die Art der bisher gekommenen Tier etwas über die Art der möglichen Welten sagen. Riesige Ameisen kommen ab und zu, bis zu zwei Schritt lang. Sie scheinen auch in Aventurien lebensfähig zu sein, Ihr habt eine kennengelernt. Einmal kam eine Riesenschlange, und zweimal hatten wir ein eulenähnliches Tier hier. Sehr aggressiv! Das ist das, woran ich mich erinnere. Hilft Euch das?"

Ingalf überprüft seine Ausrüstung, ob die Mönche auch alles mitgebracht haben, was er bei den Pferden zurückgelassen hatte.

Anschließend verstaut er alles in seinem Seesack. Dabei merkt er, dass die eingesammelten Schnapsflaschen und das neue Gepäck zusammen viel zu schwer ist.

"Hey, Mönch, könnt ihr die 8 Flaschen für mich aufheben? Da wir ja sicher wiederkommen, dürft ihr sie nicht austrinken!" ruft er dem Sprecher zu.

Nachdem Ingalf die Flaschen auf das Podest gestellt hat, überprüft er nochmals das Gewicht seiner Ausrüstung: 'Jetzt geht's! Und ich kann sogar noch was von den Schätzen tragen, die wir hoffentlich finden!

Schmunzelnd entgegnet der Sprecher: "Nicht einmal eine Flasche unseres hervorragenden Kakteenschnaps wollt Ihr mitnehmen?"

"Doch, Freund, so Swafnir will, werde ich auf dem Rückweg alle mitnehmen!" erwidert Ingalf, ebenfalls schmunzelnd.

"So soll es denn sein!" Langsam macht sich eine entspannte Stimmung breit.

Als Ingalf sieht, wie sich Randirion aus- und aufrüstet überlegt er kurz  und tauscht seinen 'Beduinenumhang' und das Kopftuch gegen seine Wollweste und den Fellumhang.

'Schluss mit der ganzen Verkleidung, wenn es schon zum Gehörnten geht, dann will ich wenigstens als Thorwaler vor Swafnir treten und nicht als verkleideter Novadi!'

Außerdem nicht er noch 2 Rationen von den Lebensmitteln der Mönche mit. Er setzt seinen Seesack auf, macht ein paar Kniebeugen und kleine Sprünge um das Gewicht zu überprüfen: "Das wär's! Wenn der Käpt'n ausmeditiert hat, ich bin bereit!"

Sephyra widmet sich ausgiebig ihrer Ausrüstung. Teller und Bälle wechseln vom Rucksack in die Satteltaschen, dafür verstaut sie das neue Seil zusammen mit dem anderen im Rucksack.

Dann prüft sie, ob Fläschchen und Tiegel gut verpackt sind und nicht kaputt gehen können. Prüfend wiegt sie den Rucksack in der Hand. 'Hm, geht so.' überlegt sie. Dann will sie noch den Kaftan ablegen, denn ihre darunter getragene Kleidung sollte ausreichen. Dann entscheidet sie sich aber dagegen - schließlich könnte es dort ebenso windig und sandig sein.

"Ach ja, mir fällt da noch etwas ein." sagt Sephyra zu dem Mönch. Dabei zieht sie den sorgsam verpackten Spiegel unter ihren Sachen hervor: "Wie funktioniert dieser Spiegel eigentlich, und was kann man darin sehen?" fragt sie.

Der Mönch erwidert: "Ich hatte mich schon gewundert, dass ihr scheinbar die Funktion der Artefakte auch ohne Hinweise versteht. Mit dem Zauberspiegel verhält es sich so: Ihr müsst ihm in Reimform eine Frage stellen, die mit 'ja' oder 'nein' beantwortbar ist. Der Spiegel wird sie wahrheitsgemäß beantworten. Es ist ein machtvoller Zauber, der in dem Spiegel liegt. Normalerweise beantwortet der Spiegel genau eine Frage, manchmal auch eine zweite."

(Nebenbei hat sie auch die anderen kleinen Fläschchen hervorgeholt, die nicht die beiden Heiltränke sind und ergänzt: "Was habe ich eigentlich hier?"

"Ähnlich wie im magischen Heiltrank ein Balsamsalabunde enthalten ist, so sind in diesen Elixieren andere Zaubersprüche konserviert." Er zeigt auf die sechs durchsichtigen Fläschchen. "Seht her, jedes Fläschchen ist mit einer andere Glyphe beschriftet: Dieser Trank macht euch schnell, der zweite stärkt euer Einfühlungsvermögen, der dritte eure Persönlichkeit, der vierte die Fertigkeit eurer Finger, der fünfte eure Gewandtheit und der sechste eure Klugheit. Gebraucht sie wohl bedacht! Jedes Fläschchen reicht für genau eine Anwendung." Er weist auf die braunen Fläschchen: "Diese Elixiere sind bevorzugt dazu da, sie anderen zu verabreichen: Das erste versetzt den Trinker in tiefen Schlaf, das zwei erzeugt Angst, das dritte macht den Trinker tollpatschig und das vierte lässt ihn erstarren."

Den Tiegel mit dem Waffenbalsam gibt sie Frumol. "Hier, du wirst es eher brauche - hoffe ich nicht."

Als alles Fertig ist, wartet sie auf die anderen.

Nachdem alle Fragen beantwortet sind, werden die Helden kurz allein gelassen. Nach kurzer Zeit kommen die Mönche mit den Waffen zurück.

"Nun, seid ihr bereit?" fragt der Sprecher.

Ingalf nimmt seine Waffen auf, schiebt den Schneidzahn in den Gürtel, wiegt die Orknase in den Händen und dreht sich dann zu seinen Gefährten um: "Da wir wohl kaum zurück können, bleibt uns nur der Kurs voraus! Also los!"

"Moment, wir müssen das Artefakt noch aktivieren!" Der Sprecher berührt einen kleinen grünen Stein neben der Maulöffnung. "Los geht's!" kommentiert er anschließend.

'Swafnir, steh' mir bei! betet er doch, dann geht er mit einem geknurrten "Das wohl!" auf das Maul zu.

"Recht so, Steuermann!" fällt Sephyra in das alte Spiel zurück. "Vorwärts." langsam erhebt sie sich, schultert den Rucksack, nimmt ihre Waffen entgegen und zieht einen Wurfdolch. Mit einem Seitenblick auf die Mönche: "Nichts für ungut - wir wissen nicht, was uns erwartet." erklärt sie überflüssiger Weise. Dann folgt sie Ingalf auf den Transporter zu.

Eben war er in dem blauen Licht noch zu sehen, dann ist er weg.

Der Sprecher macht eine freundliche Handbewegung: "Der nächste bitte!"

Randirion tritt vor.

"Möge Hesinde mit uns sein" hofft er laut, lädt seine Balestrina, nimmt sie in die Linke und lockert sein Rapier. Die Rechte lässt er frei – wer weiß was dahinter wartet, vielleicht muss man sich festhalten …

Er ist jetzt bereit, neue Zivilisationen zu entdecken und dahin zu gehen, von wo noch nie ein Mensch zurückgekehrt ist.

'Gute Einleitung für einen Roman' denkt er sich.

Und durch.

Seufzend sieht Frumol ins blaue Licht. Kein Schrei - nichts. Ingalf und Randirion sind einfach so verschwunden.

Er glaubt den Mönchen noch immer nicht so recht und hofft, das Sie wenigstens Sir Alrik gut versorgen …

Er nimmt seine Waffen auf und steckt die Dolche langsam in die Scheiden am Brustgurt. Sein Rapier gürtet er sich wieder an die Hüfte.

Zum Schluss schultert er den Rucksack und hängt sich den Wasserschlauch um.

Langsam und vorsichtig geht er - ohne die Mönche noch eines Blicks zu würdigen - in den Rachen des Dämons auf das blau Licht zu. Dabei streckt er die Hände tasten vor dem Körper aus.

'Was mag mich erwarten? Dunkelheit? Licht? Eine Falle?' versucht er sich in Gedanken auf das 'dahinter' vorzubereiten. Da es keine Möglichkeit gibt, umzukehren, geht er weiter.

Immer weiter, Schritt für Schritt, bis seine Finger das blaue Licht berühren. Unwillkürlich schließt er die Augen. Und dann noch einen Schritt weiter …

Weg ist er.

Eigentlich wollte Sephyra direkt nach Ingalf durch das "Tor zu einer anderen Welt" gehen, aber da die Herren so begierig auf den Vortritt waren, ließ sie die beiden anderen vorbei.

So ist sie die letzte der Gruppe, die noch vor dem Transporter steht. Sie dreht sich noch einmal um und wirft einen Blick zurück, auf die Halle, die wartenden Mönche und die Novadi.

"Wir sehen uns." sagt sie knapp. "Haltet das Tor offen, oder was auch immer uns die Rückkehr ermöglichen wird. Ach ja," fällt ihr noch ein, "wenn auf der anderen Seite eben solch ein 'Gerät' steht, wie aktivieren wir es, damit es uns hierher zurück bringt und nicht irgendwo anders absetzt?" fragt sie.

"Schaut nach Auffälligem! Denkt nach! Und betet zu Phex! Das ist alles, was ich Euch raten kann", verabschiedet der Mönch Sephyra.

Stumm nickt sie zum Zeichen, dass sie verstanden hat. Dann folgt sie den anderen durch den Teleporter. 'Möge Phex mir beistehen!' macht sie sich durch ein Stoßgebet Mut.