Ingalf spürt überhaupt nichts. Plötzlich ist er an einem anderen Ort. Er steht auf einer bläulich leuchtenden Scheibe von 2 Schritt Durchmesser in einem kreisrunden 4 Schritt durchmessenden Raum, der deutlich übermannshoch ist. Boden, Decke und Wand scheinen aus Holz zu sein.

Ingalf schaut sich ein wenig benommen um. Dann greift er den Stiel seiner Orknase fester und hofft, dass auch die Gefährten bei ihm ankommen.

Es gibt einen Ausgang. Im Licht der Scheibe sind hölzerne Treppenstufen zu sehen. In kurzem Abstand erscheinen Frumol, Randirion und Sephyra auf der Scheibe. Auch sie waren eben noch da, nun sind sie hier.

Frumol öffnet die Augen und blickt sich erstaunt um. 'Wie ist er hierher gekommen? Da war doch nichts … kein ziehen, kein zucken …' Was hat er denn erwartet? Kälte? Das Gefühl eines Sturzes? Er weiß es nicht.

Frumol bückt sich und betastet die leuchtende Scheibe, auf der er steht.

"So ähnlich sah das Licht aus, durch das wir geschritten sind", überlegt er leise. "Warum können wir hier darauf stehen und werden nicht wieder zurück gebracht?

'Ist gebracht eigentlich der richtige Ausdruck?' Frumol bezweifelt dies, doch fällt ihm keine bessere Bezeichnung ein.

Dann blickt er sich nach Sephyra um. Als er sie erblickt erhellt sich sein Gesichtsausdruck. 'Wenigstens ist sie hier und nicht irgendwo anders hingebracht worden.'

Sie lächelt warm zurück, jedoch nicht fröhlich. Ihr Gesichtsausdruck verrät ihre Anspannung, ebenso ihr ganzer Körper, der wie eine Bogensehne gespannt ist, bereit, jederzeit auf alles zu reagieren, was die neue und unbekannte Umgebung an Überraschungen und Gefahren für sie bereit hält.

Randirion fängt sich. "Nun - in Ermangelung weiterer Optionen sollten wir der Treppe folgen, hm? Ich fühle mich ja schon besser, da ich hier Spuren menschlicher Zivilisation sehe …"

"Das wohl! Scheint der einzige Kurs zu sein, der uns hier raus führt!" entgegnet Ingalf.

Interessiert betrachtet Sephyra die Umgebung. Auf Randirions Aussage hin entgegnet sie: "Nicht nur Menschen benutzen Treppen." Ein paar Stufen hinauf und sie sieht sich erneut und intensiver um: "Wie kommen wir hier bloß wieder weg?"

Das Holz des Schachts und der Stufen sieht so aus, als ob es aus einem Stück ist.

"Ihr seid alle wohlauf?" fragt Randirion in die Runde.

"Das wohl! Ein wenig benommen zwar, aber das ist kein Problem!" beantwortet Ingalf Randirions Frage.

"Ich denke schon." antwortet ihm Frumol.

"Nun denn, dann lasst uns ins Unbekannte treten …" und geht vor.

Die Treppenstufen erweisen sich als Anfang einer Wendeltreppe, die in die Höhe führt. Sie ist unbeleuchtet, d.h. nach einer halben Drehung vollkommen düster.

"Warte, Randirion, ich werde 'mal Licht machen!" spricht Ingalf und dann holt er aus seinem Rucksack die Sturmlaterne und entzündet diese.

Den Rucksack wieder auf den Rücken, die Lampe in der Linken, die Orknase in der Rechten, wartet Ingalf auf Frumol und Sephyra.

Und dann geht es im Gänsemarsch vorsichtig in die Höhe, Drehung um Drehung. Es ist ein beschwerlicher Aufstieg in dem engen dunklen Schacht.

Während des ganzen Aufstiegs ist Sephyra still. Stumpf, den eigenen Gedanken nachhängend, folgt sie den anderen. 'Wie konnten wir nur hierher gelangen.' grübelt sie. Und zum wiederholten Male ertappt sie sich dabei, dass sie sich Banjew, Cuilyn, Cadruel und Ouroborox zur Begleitung wünscht. Zusammen mit Frumol hatten die sechs viel durchgemacht. 'Banjew wüsste sicher, was es mit dem Teleportzauber auf sich hat und all sowas.' denkt sie. 'Und wie es aussieht, hängt es dann an mir …' sie lässt den Gedanken unvollendet, denn …

Während es langen Aufstiegs achtet Frumol nicht auf den Weg. Die Treppe führt Stufe um Stufe im Kreis in die Höhe. Es ist eng und bis auf das spärliche Licht der Laterne dunkel. Mit seinem Rucksack stößt er hin und wieder an die Wände, die genauso merkwürdig sind wie alles was er hier bisher gesehen hat.

Während es Aufstiegs sagt Frumol kein Wort. Er hängt seinen Gedanken nach und hat genügend Zeit, mit den Fingern und Händen die merkwürdige Struktur der Wände zu fühlen.

'Wo sind sie hier bloß?'

Und dann ist voraus das Ende des Schachts zu sehen. Die Luft wird frischer, Windrauschen ist zu hören. Das Ende des Schachts scheint der Art des Lichtes nach ins Freie zu führen.

Als Licht in den Schacht fällt, löscht Ingalf die Laterne. "Nicht das wir zu früh gesehen werden!" murmelt er dabei.

Erleichtert atmet sie auf. "Frische Luft, wir sind da - wo auch immer." meint sie zu den anderen.

"In der Tat …" stimmt Randirion zu, und zieht sein Rapier.

"Endlich Licht", atmet Frumol erleichtert auf.

Die Helden treten aus einer mannsgroßen Öffnung im Holz ins Freie und stehen auf einem soliden Untergrund aus knapp körperlangen Holzstämmchen, die fest miteinander verbunden sind. Um sie herum ist ein grünes Blättermeer, in dem der Wind rauscht.

Als Randirion nach rechts und links schaut, merkt er, dass die Plattform anscheinend rund um einen Baumstamm gebaut ist, der schätzungsweise 5 Schritt Durchmesser hat. Direkt neben der Öffnung führt eine Holzleiter nach oben.

Als Frumol durch die Öffnung tritt ist es schockiert. So froh er doch noch vor wenigen Atemzügen war, die Treppe und die Dunkelheit hinter sich zu lassen, so ist er erschreckt über das, was er sieht.

Wie es scheint sind die Gefährten in dem Baumwipfel eines Baumes aus dessen Stamm getreten. Das erklärt auch die enge Rundung der Treppe. Wenn er sich nun vorstellt wie lange sie nach oben gegangen sind, dann ist der Baum höher als alles andere was er bisher sah.

Und da ein solcher Baum sicher nicht alleine steht, befinden sie sich in einem Wald von Riesenbäumen. Falls hier alles andere ebenfalls so riesig ist … er bekommt weiche Knie bei der Vorstellung das es nicht nur eine der Riesenameisen hier gibt.

Auf der Suche nach Halt und Sicherheit lehnt er sich fest an den Baumstamm. 'Nicht auszudenken, wenn da jemand von der Plattform fällt …'

Es ist angenehm die Beine ein wenig zu entlasten. Die endlose Dunkelheit und die enge Treppe haben ihn ganz schön ausgelaugt. So greift er sich den Wasserschlauch und nimmt einen tiefen, erfrischenden Schluck.

"Hier scheint es auch normalgroße Menschen zu geben", spricht er nach einem Moment und deutet auf die Leiter.

"Magst Du auch einen Schluck?" bietet er Sephyra den Trinkschlauch an.

"Hm, danke" nimmt sie den Schlauch entgegen und nach ein paar ordentlichen Zügen antwortet sie: "Woher wissen wir denn, dass die normalgroßen Menschen - wie Du sie nennst - wirklich von hier sind und nicht wie wir herteleportiert wurden. Es könnte doch sein, dass sie sich nur ein dauerhaftes Portal geschaffen haben, um diese Welt hier zu besuchen, aber wegen der riesigen Umwelt immer wieder zurückkehren. Oder früher zurück gekehrt sind." ergänzt sie schnell.

'Nicht auszudenken! Ein riesiger Baum, riesige Ameisen, die hier leben. Vielleicht auch intelligente Wesen riesigen Ausmaßes.' überlegt sie weiter.

"Lasst uns sehen, dass wir von diesem Baum herunter kommen." schlägt sie vor.

"Der Weg führt uns zumindest weiter nach oben", Frumol deutet auf die Leiter.

"Ich bin mir nicht sicher, ob es sinnvoll ist vom Baum zu klettern. Auf dem Boden sind wir weiteren gefahren ausgesetzt. Sicherer wäre es doch erst einmal auf dem Baum zu bleiben und mehr über diese Welt zu erfahren." macht er einen Vorschlag.

Nachdem Sephyra getrunken hat nimmt er den Wasserschlauch wieder entgegen und will ihn sorgfältig verstauen.

"Ay, Käpt'n!" lässt sich Ingalf vernehmen. Er hatte eine Runde um die Plattform gemacht, ..

… und berichtet nun: "Ein Drittel um den Baum rum nach Steuerbord gibt es eine Luke, darunter ein Fallreep aus Schlingpflanzen. Sieht sicher, aber schwankend aus. Ein Drittel nach Backbord gibt es eine Holzleiter nach unten. Am Baum entlang, sieht stabil gezimmert aus. Hat eigentlich schon mal jemand von euch nach unten geschaut? Wir sind verdammt hoch. Hoffentlich hat keiner von euch Höhenangst. So richtig wohl fühle ich mich hier nicht."

In diesem Moment sieht Frumol, dass sich auf einem Ast etwa 5 Schritt über ihm etwas bewegt. Er schaut genauer hin: Eine pantherähnliche Katze mit braun­orangem Fell, etwas größer als ein Mensch, macht sich zum Sprung in die Tiefe bereit.

"Ach …!" will er rufen, da springt die Katze schon und landet auf der Plattform. Sie wendet sich Sephyra zu, die am nächsten steht. Das mittlere der drei Augen der Katze funkeln Sephyra an. Das aufgerissene Maul ist mit zwei Reihen scharfer Zähne besetzt, vier große Reißzähne ragen aus ihm hervor. An den Pranken besitzt das Tier lange Krallen. Sie spannt sich.

Randirion hatte die Katze erst bemerkt, als sie praktisch neben ihm landet. Jetzt fährt er herum.

'Raubtier. Keine Furcht anmerken lassen - das können die riechen!' denkt er sich und ruft lauf "Hinfort! - Buh!" und macht einen drohenden Schritt auf das Wesen zu, wobei er das gezogene Rapier bereithält, um einen eventuellen Sprung abfangen zu können.

Und die Katze springt wirklich. Mit einem Schritt vorwärts geht Randirion mit seinem Rapier in den Sprung und erwischt sie in der Seite.

Um eine andere Waffe als das bereits in der Hand befindliche Wurfmesser zu ziehen, ist es zu spät. Sephyra fixiert die Katze mit einem Blick, als wolle sie sie hypnotisieren, spannt sich aber gleichzeitig, so dass sie jederzeit zur Seite springen oder unter dem Angriff des Tieres hinweg tauchen kann, um ihr das Wurfmesser - zweckentfremdet - in die Kehle zu stoßen.

'Ein drittes Auge, wofür das wohl gut ist?' fragt sie sich dabei.

Frumol der gerade den Wasserschlauch verstauen wollte, lässt diesen fallen. Mit einer schnellen Bewegung zieht er zwei Wurfdolche.

'Wenn ein Dolch hinab fällt, ist er verloren' schießt es ihm durch den Kopf, doch für einen gezielten Wurf ist die Plattform zu klein.

So schiebt er sich ein wenig schützend vor Sephyra und hält er die Dolche abwehrend vor den Körper. Die Krallen der Katze sind lang und scharf, doch Frumol ist fest entschlossen, Sephyra zu beschützen!

Durch die Verletzung landet sie direkt neben Frumol. Der sticht sofort mit einem Dolch zu. Jetzt blutet die Katze schon aus zwei Wunden.

Dann behindern sich Randirion und Frumol gegenseitig und keiner von ihnen trifft die Katze, welche wiederum auch in Leere schlägt und beißt.

Darin sieht Sephyra ihre Chance. Gezielt stößt sie der Katze den Dolch in das mittlere der drei Augen, so kräftig sie kann. Sofort danach springt sie zurück, damit Frumol und der Kawaljere freie Bahn haben und zieht ihr Rapier. 'Phex steh uns bei!'

Nach der ersten Abwehr zieht sich Frumol ein wenig zurück. Es hat keinen Sinn, sich gegenseitig zu behindern und der Cavalliere hat die besserer Waffe und sicher auch mehr Erfahrung im Umgang mit solchen Tieren.

Während Frumol die Katze - kann man das Tier das große Ähnlichkeit aufweist, aber 3 Augen hat so nennen? - genauer mustert, ist er weiterhin bereit einen Angriff abzuwehren.

Im stillen verflucht er sich, dass er nicht das Rapier gezogen hat, denn mit den Dolchen hat er keine große Reichweite. Andererseits hätte er dann sicherlich nicht rechtzeitig den erfolgten Angriff vereiteln können …

Ingalf stellt die Lampe ab, löst seinen Seesack von der Schulter und nimmt die Orknase in beide Hände.

Obwohl die kurze Klinge des Wurfdolchs eigentlich für einen direkten Angriffe ziemlich ungeeignet ist, hat Sephyra Erfolg. Sie trifft das Auge genau. Schmerzerfüllt faucht die Katze auf und verfehlt dadurch Randirion. Der sticht wieder zu.

'Lauf doch, Katze!' denkt sich Randirion, während er wie automatisch die Klinge zum geraden Stoß ansetzt, 'Lauf und lebe!'

Obwohl die 3 Augen sehr merkwürdig sind, ist es doch ein schönes, graziles Geschöpf, und es widerstrebt Randirion, es zu töten.

Doch der Kampf ist begonnen, und jahrelanges Training zeigt seine Wirkung. Mit gekonnter Eleganz fährt Stahl in Fleisch.

Und er hat noch einmal Erfolg. Jetzt blutet die Katze schon aus vier Wunden. Sie ist offensichtlich geschwächt, aber immer noch kampffähig.

Da nicht nur Sephyra sondern auch Frumol sich zurückgezogen hat, ist nun Platz für Ingalf, der mittlerweile kampfbereit ist.

Mit "so, mein Kätzchen, komm' zu Papa und lass dich streicheln" verpasst er ihr einen kräftigen Schlag mit der Orknase.

Er trifft den Nacken genau. Zwar wird der Kopf nicht abgetrennt, aber die Katze bricht wie vom Blitz getroffen zusammen und rührt sich nicht mehr.

"Na, da hättet ihr euch garnicht so beeilen müssen, war doch nicht so schwer!" grinst Ingalf über das ganze Gesicht. Er tritt näher an die Katze ran und stuppst sie mit der Orknase in die Flanke, um zu prüfen ob sie wirklich Tod ist.

Sie scheint wirklich tot zu sein.

Randirion scheint deutlich weniger begeistert über den Sieg zu sein.

"Nun, ich für meinen Teil finde es sehr schade, dass wir ein so prachtvolles, geschmeidiges und anmutiges Geschöpf töten mussten."

"He, Moment mal! Prachtvoll hin oder her, das Vieh hat Sephyra angegriffen!" Frumol ist über die Worte des Kavaliere entrüstet.

"Ist doch nichts passiert." beruhigt sie Frumol.

"Ja, es hat angegriffen, und natürlich haben wir uns mit allen Mitteln gewehrt, und daher ist es jetzt tot." erklärt Randirion seine Worte. "Aber mir wäre es lieber gewesen, wenn es garnicht erst zum Kampf gekommen wäre …" er seufzt.

'Mes dieux, bin ich denn der einzige, für den dieses Wesen eine Ästhetik aufweist?'

Er betrachtet kurz die blutige Klinge und wischt diese dann am Fell der 'Katze' ab.

Einen Wurfdolch steckt er zurück in die Scheide, den anderen behält er in der Hand.

Auch Sephyra zieht ihren Dolch heraus und säubert ihn, danach wandert er zurück an seinen Platz.

Randirion wischt mit einem letzten Blick auf das Tier sein Rapier an einem kleinem weichen Stofflappen sauber, den er wieder zusammenfaltet und in die Tasche zurücksteckt; danach kommt das Rapier in die Scheide und die Balestrina an den Gürtel.

"Das wohl!" entgegnet Ingalf, "Aber wenn sie hätte leben wollen, dann hätte sie uns nich angreifen sollen!" 'Und ist doch besser, wenn die Katze zu Boron gegangen ist, als einer von uns! Manchmal ist der Kavaljäre schon komisch!'

"Hmm, wenn wir unseren Kurs weiter verfolgen, müssen wir wohl auch jemanden nach oben schauen lassen. Is' ja nicht schön, was hier so aus den Blättern fällt.

Wie wollen wir jetzt weiter? Etwa nach oben?

Oder durch nach Steuerbord durch die Luke mit dem Fallreep aus Schlingpflanzen? Sieht sicher, aber schwankend aus.

Oder lieber nach Backbord, da gibt es eine Holzleiter nach unten? Am Baum entlang, sieht stabil gezimmert aus.

Also ich wär dafür möglichst schnell festen Boden unter die Füße zu bekommen. So'n Baum ist kein Schiffsmast und hier fühle ich mich nicht wohl!"

Randirion, der immer noch betrübt die tote Katze angesehen hatte, fängt sich etwas.

"Sehen wir es ökonomisch - der Baum ist recht groß, und wir sind hier schon auf halber Höhe. Falls wir herunter klettern und später doch wieder ganz nach oben müssen, ist es ein riesiger Umweg. Ich bin dafür, zunächst nach oben zu gehen."

"Das ist auch war, anderseits, wenn wir ganz nach oben gehen und dort nichts finden, war's auch falsch. Aber aufteilen sollten wir uns nicht!" erwidert Ingalf und weist auf die tote Katze. 'Ein Versuch irgendwelchen Trennungsgedanken den Wind aus den Segeln zu nehmen.

"Vielleicht gibt es sowas wie Brücken von Baum zu Baum," vermutet Frumol. Er hat schon von einem komischen Volk gehört, dass in - oder auf – der Bäumen lebt und nie einen Fuß auf die Erde setzt.

'Hoffentlich ist dies nicht der einzige bewohnte Baum.' überlegt Frumol.

"Was machen wir, wenn wir auf die Bewohner treffen?" fragt er weiter.

"Hmm, was meinst du denn, was wir machen können? Auf so'ner Plattform ist nicht viel Möglichkeit sich zu verstecken! Ich hoffe, dass man mit den Bewohner besser reden kann, als mit der Katze, sonst …" entgegnet Ingalf.

"Exactement! Aber wenn wir jetzt vergebens nach oben gehen, wäre es nur einen halben Baum hoch; während, wenn wir erst mal ganz unten sind und dann wieder ganz zur Spitze müssten, wäre es ein ganzer Baum, der zu bewältigen ist. Abgesehen davon: bergab geht es leichter. Wir sollten nach oben gehen, solange wir noch frisch sind. Und schließlich - je weiter oben man ist, desto besser ist die Verteidigungsposition …"

Randirion listet sachlich die Argumente auf, während er sein Rapier wegsteckt und sich zum Klettern bereitmacht.

Von der Logik des Kavaliere versteht Frumol höchstens die Hälfte, wichtig ist ihm nur, dass eine Entscheidung getroffen wurde.

'Also nach oben.' denkt er. 'Ob ich den schweren Rucksack hier lassen sollte?'

"Das wohl! Also Exacrement! Geh'n wir nach oben!" erwidert Ingalf. Da hat er nichts entgegenzusetzen.

Das keiner der Gefährten etwas gegen die Richtung nach oben einzuwenden hat, schultert Ingalf seinen Seesack, geht zu der Holzleiter nach oben und beginnt nach sorgfältiger Prüfung der Sprossen langsam nach oben zu klettern.

Es geht senkrecht hoch. Der Seesack und die Orknase zerren an seinen Schultern.

Sephyra als geschulte Kletterin sieht Ingalf hinterher und wartet ab, bis er ungefähr drei Schritt über ihr ist und folgt ihm. Leichtfüßig steigt sie nach oben, immer einen Blick in das sie umgebende Blätterwerk werfend, um schnellstmöglich auf Gefahren oder interessante Ausblicke reagieren zu können.

Einmal schaut sie auch in die Tiefe. Der Fuß des Baumes ist nicht zu sehen. Dafür geht etwas unterhalb der Plattform ein Ast ab, der so riesig ist, dass er selbst schon einem großen Baum ähnelt.

Randirion folgt mit etwas Abstand. Alle Waffen wurden am Gürtel verstaut.

Als letzter folgt Frumol den Gefährten auf die Leiter. Er hat sich entschieden, den Rucksack nicht unbewacht hier zu lassen. Obwohl dies eine zusätzliche Belastung beim klettern darstellt, ist er zuversichtlich, diese Hürde bewältigen zu können.

Uppsala! Frumol muss sich gut an den Leitersprossen festhalten.

Aufmerksam sieht er sich um, schließlich hat er die angreifende Katze zuerst - und als einziger - gesehen. Zwar zu spät für eine Warnung, aber immerhin … Er nimmt sich fest vor eine solche Begegnung in Zukunft früher zu bemerken. 'Ob mir das in diesem Blätter- und Astgewirr gelingt?' Frumol ist nich sicher, aber dennoch zuversichtlich.

Es ist nichts weiter auffälliges zu sehen.

Der Aufstieg führt zunächst über die gezimmerte Leiter, die sich zusehends verjüngt. Um die Helden rauscht dichtes, sich im Wind bewegendes Ast- und Blattwerk. Schlingpflanzen verbinden einzelne Äste und treiben exotisch schöne Blüten in Weiß und Blau, die von kleinen Vögeln und Insekten umschwirrt werden.

Ingalf kommt mit seiner Last und der schmalen Leiter ganz schön ins Schwitzen, so dass er - nachdem er einen relativ festen Halt gefunden hat - eine kleine Pause einlegt und verschnauft.

"Mensch, Kavaljäre, hier is' aber ganz schön steil. Ich hab' schon manchen Mast aufgeentert, aber so'n Baum hat's in sich!"

"Was ist da oben los?" fragt Frumol als die Kletterer ins Stocken geraten.

"Ich … brauch' … 'ne … Pause!" hört er Ingalf von oben schnauben.

Schließlich kann er nicht zu Ingalf nach oben sehen, ist aber dennoch dankbar für die Verschnaufpause.

Er betrachtet skeptisch die Insekten, und vergleicht diese mit den ihm bekannten - heimisch ist wohl ein unpassender Ausdruck - Arten. Nicht dass es zu ungewollten und aggressiven Begegnungen kommt. Ein Sturz von diesem Baum ist das letzte, was er sich vorstellen, oder gar erleben möchte.

Er schaut sich vorsichtig um, ob er irgendetwas im Blattwerk über sich erkennen kann.

Da ist aber nichts zu sehen.

Dann klettert er langsam weiter.

Ingalf schätzt, dass er mindestens 10 Körperlängen geklettert ist, als die Leiter auf einem Seitenast endet, der nahe am Stamm noch mehr als 1 Schritt dick ist. Von dort führt eine Strickleiter zu einem nächsten Ast.

"Wie Du meinst" Frumol klingt gleichgültig, obwohl er froh ist auch eine Pause machen zu können. Sofern es möglich ist, klettert er ebenfalls mit auf den Ast und nimmt den Rucksack vom Rücken.

Als Sephyra neben dem schwitzenden Ingalf auf dem Ast ankommt, verschnauft sie kurz. "Ich glaube, ich sehe mich mal kurz allein um." kommentiert sie die Situation. "Hier, halt mal den Rucksack!" fordert sie Ingalf auf.

"Ay! 'ne Pause ist nicht schlecht!" erwidert Ingalf.

"Bin gleich zurück." Damit zieht sie den Rucksack von den Schultern und klettert mit geschmeidigen - fast katzenhafter Anmut - die Strickleiter, …

… die frei von oben herunterhängt, …

… um ungefähr 3 Körperlängen nach oben und sieht sich prüfend um.

Die Strickleiter schwingt ein wenig durch, als Sephyra losklettert. Es klettert sich aber für Sephyra relativ leicht. Bei ihrer Umschau fällt ihr auf, dass die Lianen, aus denen die Strickleiter geknüpft ist, relativ trocken sind. Sie scheinen durch ihr Gewicht aber nicht über Gebühr belastet zu sein.

Falls nichts zu sehen ist, klettert sie weiter.

Die Strickleiter geht ungefähr sechs Körperlängen in die Höhe, wieder zu einem baumstarken Ast. Darüber geht eine weitere Lianenstrickleiter in die Höhe.

Nachdem er gesehen hat, dass Sephyra schon weiter nach oben geklettert ist, ergreift er die schwankende Strickleiter um ihr das Klettern zu erleichtern.

"Hier ist wieder ein Ast", ertönt nach einiger Zeit Sephyras Stimme von oben. "Und dann noch eine Strickleiter. Soll ich weiter erkunden, oder kommt ihr nach?"

"Meinst Du nicht, Du solltest erst einmal wieder herunterkommen?" fragt Frumol, der sich noch nicht überwinden kann mit dem schweren Rucksack die Klettertour fortzusetzen.

"Wir kommen," meint Randirion, "denke ich. Wenn es ungefährlich aussieht, könntet Ihr ja schon einmal vortesten, Madame Lunor? Mit Eurer Eleganz und Grazie kommt von uns niemand mit …" und setzt sich auf einen Ast, um sich mit einem Tuch den Schweiß aus den Augen zu wischen …

'Hmm, einer hü, der andere hott. Die beiden sind echt lustig!' denkt Ingalf.

"Ich weiß ja nicht, die Leiter scheint ja ziemlich zu schwanken und dann hab' ich ja auch noch den Rucksack vom Käpt'n! Wollen wir wirklich bis nach oben?" meint Ingalf, der sich im Moment vorkommt wie ein Lastesel nach einem langen Arbeitstag.

"Ich denke, Du solltest zumindest vorher noch Dein Gepäck holen. Ingalf hat Recht: Mit zwei Rucksäcken ist die Kletterei zu gefährlich, denke ich." dämpft Frumol Sephyras Elan. Auch er würde gerne seine schwere Ausrüstung jemandem anderen überlassen und auf eigene Faust erkunden.

'Das hat schon damals in den Gewölben unter dem Gasthaus gut funktioniert. Im Gegensatz zu den kampferprobten Mitstreitern sind sie jeder Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Wir sind halt ein gutes Team', kurz schweifen seine Gedanken in die Vergangenheit ab.

"Nein nein, ich komme erst mal wieder zu euch." antwortet Sephyra von oben und klettert vorsichtig wieder nach unten. Dank Frumols Hilfe und der festgehaltenen Strickleiter geht das gut und schnell ohne weitere Schwierigkeiten.

Bei den Freunden angekommen antwortet sie dem Kawaljere: "Hört auf, mir zu schmeicheln! Der Ast wird so schleimig, dass hier akute Rutschgefahr besteht. Und übrigens, mein Name ist Lunos." fährt sie fast beiläufig fort.

"Dort oben geht es immer weiter hinauf, jeweils mit einer weiteren Strickleiter. Ich kann mir kaum vorstellen, wo uns das hinführt. Vielleicht sollten Frumol und ich das erst allein erkunden, wir sind geübtere Kletterer als ihr beide - und ihr könnt auf unsere Sachen achten." fügt sie mit einem Seitenblick auf Frumol hinzu.

"Mes dieux, ich bin untröstlich! Da reise ich mit Euch durch das halbe Tulamidenland, nur um zu hören, dass mir Eure Schönheit scheinbar schon bei unserer ersten Begegnung das Gehör raubte! Und dann geht Eure Bescheidenheit auch noch so weit, dass Ihr mir dies nicht sagen wolltet …

Madame Sephyra Lunos, könnt Ihr mir noch einmal verzeihen? Ich bin zutiefst beschämt über diese meine Ungehörigkeit …"

"Allein Euer Anblick in dieser Situation ist mehr Wert, als alle Schätze dieser Welt!" feixt Sephyra, ehrlich belustigt.

Randirion lässt sie ausreden.

"Bislang fand ich einfach jede Gelegenheit, bei der Ihr den Namen falsch verwendetet, irgendwie … unpassend. Aber hier und jetzt … grandios!"

Randirion scheint dies sehr viel mehr auszumachen, als die Tatsache, dass er an einer Strickleiter über einem Baum in einer unbekannten Welt hängt …

Als Sephyra bemerkt, dass der Kawaljere die ganze Sache sehr ernst nimmt, tröstet sie ihn: "Aber nicht gleich von diesem Baum springen, ja? Ihr würdet minutenlang Zeit haben, Euren Entschluss zu bereuen." Dabei deutet sie mit dem Daumen über den Rand des Astes in die Tiefe.

"Oh, wenn Ihr meint, Madame Lunos, dann werde ich davon absehen."

Randirion grinst schon wieder, als er merkt, dass er Sephyra nicht dauerhaft beleidigt hat.

 "Sagen wir einfach, unser bisheriges Abenteurer-Leben und die gemeinsamen Gefahren haben eine Art Freundschaft zwischen uns allen entstehen lassen, die solche 'Fehler' sicher verzeiht."

"Ich fühle mich geehrt!" meint Randirion und meint das auch so.

"Aber tut mir einen Gefallen, bitte hört auf, Eure umständliche Konversation zu betreiben, wenn wir unter uns vier Gefährten sind! Salbt alle anderen mit Worten ein, manchmal hilft das …" grinst sie ihn jetzt breit an.

Randirion holt Luft, will etwas erwidern, doch grinst sie statt dessen nur an, mit den Schultern zuckend.

Frumol schaut die beiden nur verständnislos an. Bisher dachte er, dass nur Weiber seltsame Probleme haben, doch jetzt ist er sich sicher: Kawaljäres haben sie ebenfalls.

"Zu Sache, Männer. Soll ich mit Frumol erkunden, oder wie geht's jetzt weiter?" fragt sie dann, an alle gewandt.

"Das wohl besser!" erwidert Ingalf.

"Aber vielleicht solltet ihr euch trotzdem anseilen, es kann auf so' nem Baum ja schnell was passieren. Wenn ihr wirklich alleine weiter wollt, da sollten wir uns wieder auf die Plattform begeben, denn da gibt es doch mehr Platz für uns und das Gepäck als auf so einem rutschigen Ast!" fügt er an die Gefährten gewandt hinzu.

"Ich denke immer noch, dass wir zunächst sicher sein sollten, dass nichts Gefährliches oberhalb von uns ist. Wenn ein Angriff von oben kommt, sind wir taktisch erheblich im Nachteil - das sollte man ausschließen."

"Und deshalb klettern wir mit dem ganzen Gepäck? Warum haben wir es nicht auf der Treppe gelassen?" entrüstet sich Frumol ob der bisherigen Kraftanstrengung.

"Wissen wir denn, dass nichts von unten kommt, und sich an den Vorräten vergreift?" Randirion lächelt. "Ich denke, die Vorsicht ist zur Zeit unser bester Weg, selbst wenn es anstrengender ist."

Ingalf, der immer noch hofft, dass er seine bereits geäußerte Meinung zur Kenntnis nimmt, setzt noch mal an: "Also, wie wär's denn, wenn der erste sich ein Seil umlegt und ohne Gepäck hoch klettert, das Seil dann runter lässt, damit die anderen etwas sicherer hochklettern können und dann auch das Gepäck mit dem Seil hochziehen können. Damit wären wir zwar etwas langsamer, aber das Steigen wird doch sicherer. Und ich denke, dass es uns allen nicht so gut täte von diesem Baum zu segeln?!"

"Das ist doch ein Wort!" entgegnet Sephyra, wühlt aus ihrem Rucksack die beiden Seile (auch das von den Mönchen) hervor, schlingt sie sich über Schulter und Hüfte und steigt die Strickleiter ohne Gepäck hinauf bis zum nächsten Ast. Dort lässt sie das erste Seil hinunter, da es nicht ganz reicht, knotet sie fachfrauisch das zweite Seil daran und befestigt das obere Ende an einem Ast. "So, alles klar." ruft sie gerade laut genug nach unten, damit die anderen Sie verstehen können.

"Frumol, was is'? Willst du als nächster aufentern? Und dann kannst Du mit Sephyra das Gepäck hochziehen und wir sichern den Rückzug." Ingalf schaut fragend Frumol an.

"Meinst Du nicht, Du gehst lieber?" antwortet Frumol. "Schließlich bist Du kräftiger. Das Gepäck wäre dann schneller oben."

Frumol hat keine Lust sich schon wieder mit dem Gepäck abzuplagen, schon gar nicht wenn es sein eigenes ist.

"Das mit der Kraft wohl, aber du und Sephyra wollten ja eiligst nach oben! Egal …" sagt Ingalf legt seinen Seesack und Sephyras Rucksack ab, schlingt sich das Seil unter den Schultern durch und verknotet es vor der Brust, dann entert er die Strickleiter auf.

Obwohl er jetzt angeseilt ist, lässt er es nicht der notwendigen Aufmerksamkeit fehlen.

Als er bei Sephyra angelangt ist, setzt er sich auf den Ast und wirft das Seil wieder runter: "Jetzt die Gepäckstücke! Aber gut festbinden!"

Die Gruppe schafft es problemlos, alles Gepäck einen Ast höher zu transportieren.

Randirion bedeutet Frumol, voranzugehen.

'Dann nehme ich die Nachhut.'

Für Frumol ist es ein leichtes, die Strickleiter hochzukommen. Als Randirion nachkommt, merkt er, dass eine frei hängende Strickleiter gar nicht so einfach zu erklimmen ist. Sie ist eben keine starre Leiter, sondern sie gibt nach.

Schließlich sind alle auf dem nächsten Ast, der nur noch einen Durchmesser von knapp ein Schritt hat. Die nächste Lianenstrickleiter führt in lichtere Regionen des Baumes. Ranken und Schmarotzerpflanzen sind seltener, wenngleich man auch hier noch keinen Ausblick auf die Umgebung hat.

"Na, Randirion, wie weit sollen wir denn noch? Es wird hier oben nicht besser!" lässt sich schnaubend Ingalf vernehmen. Er ist zwar schon relativ lange auf dem Ast, aber das Klettern ist er nicht gewohnt und er merkt, dass das Ganze langsam an seine Kräfte geht.

"Sagt mal, wer baut denn sowas und lässt sich dann nicht blicken?" fragt Frumol während er die neue Leiter mustert.

"Sieht ja alles nicht sehr alt und verschlissen aus …" überlegt er leise weiter.

Frisch geschnitten wirken die Lianen allerdings auch nicht. Sie sind schon ziemlich trocken.

"Das nächste Mal gehe ich als letzter" wendet er sich an Randirion, "dann kann ich die Leiter festhalten."

"Einverstanden, danke." nickt Randirion.

Sephyra übernimmt auf der nächsten Etappe wieder die Vorhut. Zügig klettert sie die Lianenstrickleiter empor, welche unter einen kleinen hölzernen Plattform endet. Der Baum hat hier nur noch einen Durchmesser von einem guten Schritt. Die Bretter der Plattform sind auch gut einen Schritt lang.

Eine kleine Luke befindet sich in der Plattform, die Sephyra vorsichtig aufdrückt. Als sie auf die geländerlose Plattform klettert, wird sie sofort vom Ausblick über die umgebende Welt gefangen genommen.

Die Wolken am Himmel sind nah. In einiger Entfernung lassen sich ungeheuer große Bäume erkennen. Auf dem weit entfernten Erdboden wechseln sich sanfte Wälder und dichte Hügel ab. Ein Fluss schlängelt sich durch die Landschaft und mündet in einen See. Nicht weit davon beginnen die Hügel in ein bergiges Gelände überzugehen.

Fasziniert nimmt Sephyra die Eindrücke in sich auf. Sie lässt sich den Wind um die Nase wehen und überblickt scheinbar die ganze Welt. "Kommt schnell herauf!" spornt sie die anderen an: "Die Kletterei hat sich wirklich gelohnt!"

'Das werden wir den Mönchen alles erzählen, aber was sollen wir hier noch entdecken? Wenn alles so gigantisch ist, könnten wir hier Monate zubringen!' überlegt sie.

Der Blick ist so frei, da mehrere dicke Äste, die oberhalb der Plattform aus dem Stamm wuchsen, abgesägt sind. Am Stamm sind mehrere hölzerne Sitzgelegenheiten und Behälter angebracht.

Nachdem sie sich umgesehen hat, nimmt sie zur Verschnaufpause auf einer der Sitzgelegenheiten Platz und besieht sich die Behälter, ohne sie zunächst zu öffnen oder zu berühren.

Es sind Holzkisten mit Deckel, die durch Holzkeile gesichert sind.

Dank der Seiltaktik geht es gut nach oben. Sobald alles oben ist, nimmt sie die Seile wieder ab und verstaut eins im Rucksack, das andere hängt sie sich um.

Ingalf kommt - dank der Seiltaktik - schwitzend und schnaubend auf der Plattform an und das Gepäck auch.

Randirion kommt als nächster, und ihm bleibt schlichtweg der Atem weg.

Frumol ist letzter oben. Als er sich umschaut, fällt ihm auf, dass nirgendwo eine Stadt oder ein Dorf zu sehen ist.

Frumol wischt sich den Schweiß von der Stirn und blickt sich um.

"Schaut mal", fordert er seine Gefährten auf. "Es ist nirgendwo eine Siedlung, ein Dorf oder eine Stadt zu sehen. Auch kein Rauch von Feuerstellen."

Die Gefährten sind gerade dabei, die Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen, da hören sie ein tiefes Brummen. Es kommt schräg von unten.

Worauf hin Frumol den Blick nach unten wendet.

"Was ist das?" flüstert Sephyra. "Hört sich an wie … eine große Biene oder Wespe!" - 'Phex sei uns gnädig! Wenn hier auf dem Baum ein Nest von Wespen ist, die auch nur annähernd im Größenverhältnis zu der Ameise stehen, die im Kloster war …' sie lässt den Gedanken unvollendet. Sie mag sich nicht vorstellen, was dann wäre.

Ingalf legt sein Gepäck weg, greift seine Orknase und sieht sich nach der Ursache des Geräusches um. 'Brummen, hmm, es wird doch nach den Katzen nicht auch noch Bären auf dem Baum geben?'

Es ist nichts zu sehen, das Geräusch scheint aber nicht aus dem Ast- und Blätterwerk des Baumes zu kommen, sondern von außerhalb. Die Quelle des Geräusches steigt hoch. Nein, es sind Quellen, und nun werden sie sichtbar: Drei …

Fliegen?

Ja, es könnten drei Fliegen sein, wenn da nicht die Größe von fast menschlicher Körperlänge und die entsprechende Flügelspannbreite wäre.

"Ihh … Ungeziefer …" ist alles, was Randirion dazu sagt. Er zieht Balestrina und Rapier und hofft, dass die Insekten weiter fliegen.

Dabei stellt er fest, dass die Balestrina noch nicht gespannt ist, und lässt die linke Hand sinken, das Rapier in der Rechten weiterhin auf die "Fliegen" gerichtet.

Ungläubig starrt Frumol auf die drei zu groß geratenen Fliegen. Selbst die üblichen Fliegen können unangenehm sein, doch diese Exemplare sind eindeutig gefährlich - zumindest sofern sie sich für die vier Menschen interessieren. Doch wie erwehrt man sich dann solcher Gegner?

Ruhig bleibt er stehen, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und beobachtet interessiert den Flug der drei Riesenfliegen.

Sephyra zieht ihr Rapier und macht sich verteidigungsbereit.

"Hmm, lasst uns um den Baum rumlaufen. Vielleicht haben sie uns noch nicht gesehen! Und wenn wir sie nicht stören, stören sie uns auch nicht!" meint Ingalf nachdem er die Brummer gesehen hat.

Frumol macht sich sofort auf den Weg.

"Gute Idee" lobt Frumol.

"Danke" erwidert Ingalf und zieht sich rückwärts, ohne die Brummer aus den Augen zu lassen, um den Baum zurück.

Eine Person kann es bestimmt leicht schaffen, den einen Schritt dicken Baum zwischen sich und eine Fliegen zu bringen, aber …

… für 4 Personen ist es unmöglich, sich gleichzeitig in Sicherheit zu bringen. Außerdem teilen die drei Fliegen sich rund um den Baum auf. Und sie fliegen an! Alle drei haben einen Stechrüssel, den sie angriffslustig vorstrecken.

Instinktiv rücken Frumol und Sephyra zusammen. Randirion will an Ingalf heranrücken, damit sie gemeinsam zuerst einer Fliege den Garaus machen können, als der aber seine Orknase schwingt, rückt er sofort ab. So kommt es, dass Ingalf und Randirion mit dem Rücken zum Baum jeweils allein einer Fliege gegenüberstehen, während Sephyra und Frumol sich gemeinsam eines Angriffs erwehren können.

Das Problem beim Kampf ist, dass eine Prim (ein Stoß mit einem Schritt vorwärts) hier oben nicht möglich ist.

Für Ingalf ist es fast zu einfach: Im Anflug einen Überhandschlag auf das Ding. Zack. Schon bleiben die Flügel stehen, und es stürzt wie ein Stein ab.

"Wie die Fliegen daheim, ein Schlag und sie sind weg!" grinst er über den leichten Sieg. 'Bloß das waren die Fliegen immer mehr!'

Sephyra sticht einfach nur zu und trifft den Kopf. Frumol hat abgewartet, im gleichen Moment wie Sephyra zuzustechen. Und das gelingt ihm perfekt. Aufgespießt von 2 Rapieren hat die Fliege keine Chance und stürzt genauso, wie ihre Schwester ab.

"Nimm das!" knurrt sie der Fliege zu und sieht ihrem Absturz hinterher.

Frumol atmet erleichtert auf. Die Fliegen scheinen keine allzu große Gefahr darzustellen. Trotzdem möchte er schnell von diesem Baum runter.

Er schaut sich um, da er kein Brummen mehr vernimmt und stellt fest dass auch die beiden anderen nicht mehr fliegen.

Auch Randirion denkt: "Der erste Angriff ist entscheidend!" und sticht gerade zu - mit dem gleichen Effekt, wie bei den anderen.

Angewidert betrachtet Randirion das abstürzende Insekt. "Welch ekelhaftes Ungeziefer!" kommentiert er das Gezücht. "Ich hoffe nur, hier gibt es nicht auch noch Spinnen passend zu diesen Fliegen!"

Und bevor er es wieder vergisst, wird die Balestrina nachgeladen.

"Da habt Ihr Recht!" pflichtet ihm Sephyra bei. "Eigentlich habe ich keine Angst vor Spinnen. Aber allein der Gedanke daran, brr. Allerdings dürfte ein Netz dieser Spinnen mindestens fingerdicke Fäden haben und daher für uns deutlich zu sehen sein. Nur Spinnen, die ohne Netze jagen, dürften uns daher gefährlich werden können …" Sie überlässt es den anderen, sich ihren Teil zu denken.

"Gut, wir sollten schleunigst hier verschwinden!" merkt sie überflüssiger Weise an. "Lasst uns alles genau ansehen und dann nach unten zurück diesen Baum hinabsteigen." schlägt sie vor.

Sie macht sich sogleich an die Untersuchung der Behälter. Die sind aber weitestgehend leer. In einem findet sich nur ein kleiner leerer Lederbeutel, in einem anderen ein zwei Finger dickes und unterarmlanges hölzernes Rohr.

Die beiden Beutel werden vorsichtig untersucht und durchsucht. Beim Anblick des Rohrs überlegt sie: 'Was könnte das denn sein? Hm. Für ein Blasrohr, wie diese der Dschungelbewohner, ist es zu dick.' - "Wisst ihr, was das sein soll?" fragt sie.

"Schau mal durch!" rät Ingalf, "Vielleicht ist es ja so'ne Art Fernrohr?"

"Du meinst, dass ist so eine Art Fernrohr, wie auf Schiffen?" fragt sie skeptisch. Gleichwohl versucht sie ihr Glück und richtet das eine Ende auf den Wald, das andere führt sie in kurzer Entfernung vor ihr rechtes Auge und blickt hindurch.

Das Rohr erweist sich als nacktes Rohr, ohne jedes Innenleben.

"Schade," sagt Ingalf, als er sieht, dass Sephyra nichts in dem Rohr sieht. "Trotzdem sollten wir es mitnehmen! Wer so etwas hier oben versteckt, dem war es wohl wichtig!"

"Das wohl! Hier ist alles entweder zu groß oder zu gefährlich!" erwidert Ingalf. 'Und meinetwegen wären wir gleich runter geklettert!' grummelt er innerlich.

"Aber jetzt nicht in Hektik verfallen! Wir sollten den Abstieg genauso absichern, wie den Aufstieg!" fügt er noch mit einem Blick in die Tiefe hinzu. "Sonst geht's mit uns so abwärts wie die toten Brummer!"

"Ganz Deiner Meinung. Aber wohin wenden wir uns, wenn wir unten sind?" fragt er und deutet mit seinem Rapier in die Gegend.

"Hier scheint es nichts als Wald zu geben …" Er versucht ein mögliches Ziel auszumachen.

Frumol fällt beim besten Willen nichts besonderes auf. Seine Domäne ist die Stadt oder das Dorf. Dort kommt er zurecht. Es ist von hier aus nirgendwo eine Ansiedlung zu sehen.

"Wer auch immer dies erbaut hat, muss doch irgendwo leben." murmelt er leise. Langsam glaubt er, dass sie hier die einzigen Menschen sind.

Dann schaut er nach der Sonne um abzuschätzen, wie lange es noch hell sein wird. Diese ganze Kletterei ist nicht nur anstrengend, sondern kostet auch wertvolle Zeit. Den Abend möchte er nich auf einem Baum, sondern lieber in einer Wirtsstube verbringen …

Die Sonne sieht wenigstens normal aus. Sie steht ziemlich hoch am Himmel. Es sind bestimmt noch einige Stunden bis Sonnenuntergang.

"Ja, sieht so aus." antwortet sie.

"Wenn wir wieder hinunter steigen, sollten wir uns lieber anseilen … Einen Absturz aus dieser Höhe, na ja, mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Also in meiner aktiven Zeit sah ich einmal, wie ein Seiltänzer aus 'nur' 6 Schritt Höhe abstürzte. Neben Beinen und Armen brach er sich auch den Hals. Kein schöner Anblick, das könnt ihr mir glauben!" bekräftigt sie überflüssiger Weise den sehr anschaulichen Bericht.

"Werte Gefährten, ist Euch nicht auch schon einmal aufgefallen, dass die Kreaturen auf dem Boden der Wälder üblicherweise deutlich größer sind als in den Wipfeln?

Sind nicht Wölfe und Bären, Hirsche und Elche unten zu finden, während die Eichhörnchen, Insekten und Vögel sich oben tummeln?

Warum nur habt Ihr es so eilig nach unten zu kommen, wo die großen Tiere sind?

Bedenkt, bei der Größe der Bäume und Insekten, wie groß hier ein Biber oder Specht sein müsste! Wollt Ihr Euch wirklich den Bären oder Dachsen stellen?

Ich finde doch, Vorsicht ist hier angeraten!"

"Du hast Recht! Das wohl, aber hier oben werden wir uns auf Dauer der Brummer wohl nicht erwehren können." sagt Ingalf. "Und außerdem: Hier geht es nicht weiter! Wir müssen runter, wenn wir wieder nach Haus wollen. Vielleicht gibt es ja irgendwo jemanden der uns den Rückweg zeigen kann."

"Aber vielleicht sind wir zu klein für Bären und Hirsche, während Vögel uns sicher für einen leckeren Happen halten könnten." erwidert Frumol.

Die nagende Frage bleibt, wo man geschickter weise nach jemandem sucht, der einem den Rückweg zeigen kann. Aber vielleicht helfen ja auch die Götter, so sie denn hier sind, oder der Zufall oder …

Ingalf bereitet sich auf den Abstieg vor: Er befestigt seine Waffe am Gürtel, schaut nach, ob sein Seesack fest verschnürt ist und wendet sich dann an die Gefährten: "Wir sollten jetzt in umgekehrter Reihenfolge wieder absteigen. Sephyra zum Schluss, denn der Käpt'n" - Ingalf grinst - "schafft es ja auch ohne Seil. Und wenn es zu spät wird, sollten wir vielleicht in dem Raum übernachten, wo wir hier angekommen sind. Denn aus 'ner freien Fläche hier im Baum will ich nicht übernachten und ob wir es bis unten schaffen …"

"Gute Idee." antwortet Sephyra und holt die Seile wieder hervor, befestigt sie entsprechend und wartet darauf, dass die anderen absteigen.

Das Rohr steckt sie ein und wirft noch einen Blick in die beiden Beutel.

Auch beim zweiten Blick erweist sich der Beutel als leer.

Somit steigt Frumol als Erster hinab, …

… nachdem ihm Ingalf das Seil unter den Armen durchgebunden und verknotet hat.

Frumol lässt ihn gewähren, obwohl er bei dieser Prozedur nicht glücklich aussieht.

Dann steigt er vorsichtig aber zügig die Leiter hinab. Im Stillen ärgert er sich über diese Sicherheitsmaßnahme, die ihn vermutlich mehr behindert, als dass es ihm nützt, sollte es hier zu einem Zwischenfall kommen. Nicht, dass er glaubt den Halt zu verlieren und herunter zufallen, sondern eher an neugierige Fliegen, die so kaum vertreiben könnte. 'Naja, was soll's …' denkt er und konzentriert sich wieder darauf die Füße auf die Sprossen zu setzen.

Unten angekommen löst er das Seil und schaut sich nach ungebetenem Besuch um, bevor er kurz an dem Seil zieht: Das Zeichen für Ingalf, es heraufzuziehen.

Während er an der Leiter hinabsteigt, lässt Ingalf - der auf der Plattform sitzt - das Seil durch seine Hände gleiten. Bereit Frumol sofort zu sichern, falls er neben eine Sprosse tritt.

Wenn Frumol unten ist, holt er das Seil hoch und lässt die Gepäckstücke der Reihe nach hinab zu Frumol.

Alles geht hervorragend. Die Sicherung erweist sich in diesem Fall als völlig unnötig, aber das ist der der eigentliche Zweck von Sicherungen.

Die zusammengeknoteten Seile sind leider nicht lang genug für 2 Etappen auf einmal. Das macht den Abstieg aber nicht wirklich schwieriger, sondern nur langsamer.

Nach einer halben Stunde sind wieder alle auf der Ebene, wo immer noch die erschlagene Großkatze liegt.

"Hier scheint sich nicht verändert zu haben", stellt Frumol fest. Eigentlich hat er nur zu sich selbst gesprochen.

Ein paar Fliegen, diesmal in Normalgröße haben sich auf den Kadaver der Großkatze niedergelassen.

'Na schau mal an, es gibt hier auch normalgroße Insekten.' stellt Frumol beruhigt fest. Dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass nicht alles übergroß ist.

"Braucht ihr eine Pause oder wollen wir weiter hinabsteigen?" fragt er in die Runde.

Ingalf hat zwar das Runterklettern auch angestrengt, aber durch die Variante mit dem Abseilen der Gefährten und des Gepäcks war es nicht so schlimm wie der Aufstieg. "Von mir aus gleich weiter!"

Ingalf erinnert sich an seine schnelle Erkundung: Da gab es eine Luke, darunter eine Strickleiter aus Schlingpflanzen. Und es gab eine stabil gezimmerte Holzleiter am Baum entlang.

"Was meint ihr,wählen wir den einfacheren Weg die Leiter hinab, oder die Strickleiter?" fragt Ingalf die Gefährten.

Randirion hat genug von schwankenden Seilen …

"Ich bin auch eher für die Leiter …"

Die Leiter ist anscheinend wirklich einen stabil gezimmert. Die "Strickleiter" aus lianenartigen Schlingpflanzen macht macht auch einen sicheren Eindruck, allerdings auch einen schwankenden.

"Vielleicht ist der einfache Weg aber auch eine Falle!" gibt er noch zu bedenken. 'Obwohl, hmm, es gab hier bislang niemanden der Fallen stellen könnte - nur Tiere. Aber können die Leitern bauen?'

"Fallen?" fragt Frumol nach. Bisher ist ihm dieses Wort hier auf dem Baum noch nicht in den Sinn gekommen. Im Tempel ja, aber hier? In der Natur?

"Ich denke wir sollten die Leiter nehmen, da ist der Abstieg sicher leichter und schneller." gibt er seine Meinung bekannt. Er geht um die Plattform herum, um die beiden Möglichkeiten einmal zu begutachten.

"Ja, wieso nicht Fallen!"erwidert Ingalf. "Schließlich ist bisher noch keiner, den die Priester geschickt haben zurückgekommen. Und irgendwer muss das hier doch auch gebaut haben und wir haben bisher nur Tiere gesehen, und die machen sowas nicht!

Aber ich bin auch für die Leiter, aber wir sollten auf jeden Fall aufmerksam bleiben!"

"Keine Fallen ganz einfach aus dem folgenden Grund: Weshalb glaubt ihr, dass hier Menschen wie wir leben, die das gebaut haben?" erwacht Sephyra wieder zum Leben, nachdem sie kurz verschnaufen musste.

"Ich glaube eher, diese Dinge hier wurden von denjenigen gebaut, die wie wir durch das Tor kamen. Sie kehrten nur nicht zurück, weil sie von diesen Fliegen, oder sogar noch größeren Tieren, leider daran gehindert wurden. Wenn ich eine Falle aufstellen wollte, die Eindringlinge vom Tor fern hält, würde ich das direkt am Tor machen - oder am einzigen Zugang dorthin, nämlich da, wo die Treppe aus dem Baum herausführt. Nicht aber hier." gibt sie ihre Meinung kund.

Hier gibt es gar keine Menschen - Auf diesen Gedanken ist Frumol noch gar nicht gekommen, und dieses spiegelt sich deutlich auf seinem Gesicht wieder. 'Das erklärt, warum es nirgends eine Siedlung gibt. Den gemütlichen Abend in der Gastwirtschaft kann ich wohl vergessen …'

"Wenn ihr die Leiter nehmt, nehme ich die Strickleiter - so können wir parallel klettern und sind schneller. Mir macht es gar nichts aus." grinst sie die anderen an.

"Was ist, wenn die beiden Leitern zu unterschiedlichen Zielen führen?" fragt er Sephyra.

"Falls Du es dennoch wagen willst, komme ich mit Dir." steht sein Entschluss fest.

Soweit man in dem Pflanzendickicht sehen kann, verlaufen die beiden Leitern völlig getrennt durch den hier 5 Schritt durchmessenden Baumstamm.

"Bis du wirklich sicher, dass wir unsere Kräfte aufteilen sollten? Denk an die Fliegen, einer alleine hätte ganz schön alt ausgesehen!" gibt Ingalf zu bedenken. "Auch wenn wir dir zu langsam sind" - leichtes Grinsen Richtung Sephyra - "sollten wir uns gemeinsam an den Abstieg machen."

Nach kurzer Überlegung meint sie: "Nun, richtig. Das wäre in der Tat unangenehm. Aber wenn wir alle übereinander auf einer Leiter stehen, ist das auch nicht viel besser. Aber trennen sollten wir uns vielleicht wirklich nicht." gibt sie schließlich nach und wird den anderen auch die Leiter hinab folgen.

"Wollen wir so weitermachen, wie oben im Baum?" fragt Ingalf. "Frumol, du gehst vor, wir sichern dich, dann seilen wir das Gepäck ab, dann Randirion, dann ich und zum Schluss ohne Seil unser Käpt'n! Wenn die Leiter nicht allzu lang ist, dann können wir das Seil sogar über einen Ast legen und doppelt nehmen, dass wir auch von unten den Letzten sichern können."

"Meinetwegen" bekundet Frumol bereitwillig. Obwohl - hat er bei dem Wort 'sicher' nicht ein wenig die Augen verdreht?

Schnell begibt er sich zu der Holzleiter und setzt seinen Rucksack dort ab. Nachdem er wieder 'angeleint' wurde beginnt er mit dem Abstieg: Nicht unvorsichtig, aber dennoch zügig.