Der Abstieg auf der von den Helden gewählten Route beginnt über die stabil gezimmerte Holzleiter. Die endet unvermittelt, aber es ist klar, warum: Viele kleine Äste - junge Triebe -, die in kurzen Abständen dem Stamm entsprießen, ermöglichen einen bequemen Abstieg. Die Äste verfügen über eine lederartige Rinde, die für sicheren Griff und Tritt sorgen.

Nach der schier endlosen Abstiegs schaut sich Frumol um.

'Wer plant denn so etwas?' wundert er sich über die seltsame Architektur des Weges. Die Erbauer müssen großes Vertrauen in den Wachstum des Baumes gelegt haben.

'Warum muss hier denn alles so groß sein?' fragt er sich. 'Es wäre doch nett, wenn es zur Abwechslung alles kleiner wäre. Dann wäre der Abstieg auch nicht so langwierig.' mach er sich seine Gedanken, obwohl er weiß das auch eine Zwergenwelt Hindernisse bietet …

Das einzige Problem, das Frumol hat, liegt darin, dass er angeseilt ist: Er kommt am Ende des doppelten Seiles an. Wenn er weiter klettern will, muss er sich losknoten.

"Ich mache mich jetzt los" ruft er nach oben. "Hier ist die Leiter zu ende, doch es geht noch weiter." erklärt er.

Schnell löst er den Knoten und gibt das Signal zum heraufziehen.

'Wo lasse ich denn bloß das Gepäck?' überlegt er während er sich umsieht. Bietet sich keine geeignete Lagerstelle, so wird er einige Äste weiter nach unten klettern. 'Vielleicht findet sich dort was.'

Zum Lagern gibt es hier am Ende der Leiter keine Stelle, also klettert Frumol erst einmal weiter. Seine Gefährten sehen ihn schon lange nicht mehr.

Irgend wann kommt Frumol auf einem Seitenast des Stammes an, der wohl drei Schritt durchmißt. Hier könnte man das Gepäck problemlos ablegen.

Frumol ist sich sicher, dass er und Sephyra ganz bestimmt mit Gepäck auf dem Rücken hier herab klettern könnten, wahrscheinlich sogar Ingalf und Randirion.

Eine pfeilförmige Kerbe im Seitenast zeigt nach außen.

'Ein passender Platz!' Ein Lächeln huscht über Frumols Züge als es die passende Lagerstelle findet.

Während er sich umschaut zieht er mit den Fingern gedankenverloren die Kerbe im Ast nach. 'Es gibt Hinweise. Von den Einheimischen, oder von unseren Vorgängern?' fragt er sich. Bevor er sich umwendet um wieder über die Äste hinaufzusteigen, sieht er kurz aber angestrengt in die vom Pfeil angegebene Richtung.

Am Ende der Holzleiter ruft er nach oben: "Ich brauche einen von Euch hier unten. Wir können das Gepäck hier nicht lagern."

'Hätte er jetzt sagen sollen, Sephyra soll kommen? Mit ihr versteht er sich doch am besten … Aber dann muss einer der Anderen ungesichert hinab klettern. Obwohl - so gefährlich ist das gar nicht.'

Der Ast verläuft horizontal, soweit das Auge reicht. Und er ist begehbar.

'Offensichtlich der unser weiterer Weg.' stellt Frumol nüchtern fest. Leitern, Strickleiter, Asttreppen - langsam wundert ihn hier nichts mehr.

"Das klingt doch wunderbar." meint Sephyra zu den beiden anderen.

"Ingalf, willst Du unser Gepäck nach unten schaffen? Oder soll lieber jeder sein eigenes Päckchen tragen?" lächelt sie ihn an.

"Na gut, na gut." kommt sie einer Antwort zuvor. "Ich sehe schon, dass Du eine Pause brauchst, schleppst ja auch den größten - äh - Seesack."

Damit rückt sie ihren eigenen Rucksack zurecht und klettert die Leiter ohne weitere Sicherung nach unten. Nach zwei Sprossen wendet sie sich noch einmal an den Kawaljere und Ingalf: "Dass ihr mir ja meine beiden Seile mitbringt, wenn ihr hier fertig seid!" und schwupps ist sie aus dem Blickfeld der beiden verschwunden und auf dem Weg zu Frumol …

Sie macht die gleichen Erfahrungen wie Frumol: Der Abstieg über diese Route ist leicht. Ohne Probleme kommt sie bei ihm auf dem dicken Ast an.

"Hey." begrüßt Frumol sie mit einem strahlenden Lächeln. Er ist wirklich erfreut sie als Erste zu sehen.

Auch Sephyra freut sich und lächelt zurück.

"Da müssen wir weiter.", er zeigt über die abwärts führenden Äste. "Dann kommen wir auf einen dicken Ast, den wir wohl entlang müssen. Jedenfalls ist dort ein Pfeil eingeritzt." erklärt er ihr schnell weiter, und ergreift zärtlich ihre Hand. Es ist doch schon so lange her, dass sie mal alleine waren …

Fest drückt sie Frumols Hand und lächelt wieder: "Dafür haben wir jetzt keine Zeit …" meint sie schelmisch.

"Was machen die Beiden da oben? Bringen sie meinen Rucksack mit?" erkundigt er sich, da sie ja den ihren auf den Schultern trägt.

"Oh." Daran hatte sie gar nicht gedacht.

"Ich weiß nicht, wahrscheinlich überlegen sie gerade, wie sie dort hinunter kommen sollen, ohne - äh - die Kontrolle über gewisse Körperfunktionen zu verlieren!" grinst sie. "Ich glaube sogar gesehen zu haben, dass die Gesichtsfarbe des Kawaljere sich immer mehr der des Blattwerks um uns herum angepasst hat." Ihr Grinsen wird noch breiter.

Frumol erkennt, dass dieser kleine Scherz nicht böse gemeint war, aber als Artistin hat sie wenig Verständnis dafür, dass Kämpfer und Seemann so wenig Körperbeherrschung haben sollen, nicht allein klettern zu können.

"Vielleicht kommen die beiden allein darauf, Deine Sachen mitzubringen." überlegt sie laut.

Dann sieht sie sich den Pfeil an und sieht in die Richtung des Astes, ob da irgend etwas Interessantes zu erkennen ist. Auch lauscht sie auf Geräusche des Waldes, bzw. auf solche, die da offenbar nicht dazu passen.

In der grünen Umgebung kann man nicht besonders weit sehen.

Interessantes zu sehen und zu hören gibt es nicht.

Schnaufend und schwitzend kommt Ingalf bei den beiden an. Er trägt zusätzlich zu seinem Seesack noch Frumols Rucksack.

Mit "Das war ja klar, wir dürfen arbeiten und ihr turtelt hier rum!" reicht er Frumol den Rucksack und grinst die beiden breit an.

Er schnauft zwar aufgrund der doppelten Last, der Abstieg war aber wirklich nicht schwierig.

"Danke. Aber du wolltest doch nicht mit Gepäck klettern", weist Frumol ihn lächelnd zurecht.

"Du hast recht, das nächste mal, lass ich deinen Rucksack einfach stehen!" feixt Ingalf, nachdem er sich ein wenig erholt hat.

"Na, wenn Du meinst", antwortet Frumol nur und wartet darauf, dass es weitergeht.

Randirion kommt kurz hinterher - samt Rucksack. "Mich deucht, dass wir eine gewisse Vertrautheit mit dem Klettern erworben haben", sinniert er.

"Madame Lunos - Eure Seile!" Die hat Randirion nämlich auch mitgebracht.

Mit einem Nicken nimmt Sephyra die Seile entgegen, verstaut eines wieder im Rucksack, das anderen hängt sie sich über die Schulter. 'Man weiß ja nie, ob wir nicht gleich wieder eins brauchen.' überlegt sie.

"Wir müssen jetzt nur über ein paar Äste hinabsteigen und dann brauchen wir nur noch den Pfeilen zu folgen." erklärt er ihm kurz.

"Übernehmt Ihr wieder die Vorhut, oder Madame Sephyra?" Ganz so weit, selbst voranzugehen, ist Randirion offensichtlich noch nicht.

"Wie es dem Kawaljere beliebt!" schmunzelt sie und wendet sich in Richtung des Pfeils den Ast entlang: "Mir nach!" ordnet sie an.

Wenn die Reihenfolge so bleib wie bisher, dann geht Frumol am Schluss. Also schultert er seinen Rucksack und reiht sich am Ende der Gruppe ein.

In der Reihenfolge Sephyra, Randirion, Ingalf und Frumol bewegen sich die vier über den dicken Ast, dessen Borke den Stiefeln der vier guten Halt gibt. Nach 30 Schritten erreicht die Gruppe einen kleinen Steg, der zu einem ebenfalls horizontal wachsenden 2 Schritt durchmessenden Seitenast eines anderen Hauptastes führt. Der Steg ist einen halben Schritt breit und besteht aus einer massiven Holzbohle. Hier geht es offensichtlich weiter.

Sephyra überprüft den Steg und kann nichts Problematisches feststellen. Trotzdem lässt sie sich mit dem Seil von Ingalf sichern, als sie die vier Schritt hinübergeht. Die Bohle ist aber so haltbar, wie sie aussieht, und so folgen die drei anderen ohne weitere Maßnahmen.

Der Seitenast führt wieder zu einem Hauptast, der allerdings eine Besonderheit aufweist: Er führt fast senkrecht nach unten. In diesem wieder 3 Schritt dicken Ast befinden sich viele seltsame Löcher. Die unregelmäßig angeordneten Löcher sind rund oder oval und so groß, dass man bequem eine Fuß hineinstellen oder mit einer Hand hinein greifen kann. Sie haben für einen Abstieg bequeme Abstände.

"Offensichtlich eine neue Form für eine Leiter." sinniert Sephyra.

"Steigen wir weiter ab?" fragt sie und versucht testweise, ein paar "Stufen" hinabzusteigen, um einschätzen zu können, wie schwierig sich der Abstieg gestalten wird.

Bevor sie das machen kann, kommt ihr Ingalf zuvor. Der scheint die Löcher für nicht natürlichen Ursprungs zu halten.

"Sieht aus, als wenn ein Specht Amok gelaufen ist!" lässt sich Ingalf vernehmen und schaut sich die Löcher näher an. 'Mann oh Mann, hoffentlich sind wir bald unten. Klettern ist nix für mich!'

Durch sein Nähertreten zum ersten Loch behindert er für einen Moment Sephyra, die dadurch erst einmal nicht zum Klettern kommt.

Das sind eindeutig Nagespuren an den Löchern. Als Ingalf näher an das erste Loch herantritt, erscheint darin der Kopf eines Tieres, das von Farbe, Augen und Ohren her wie eine Ratte aussieht. Das Maul ist aber ziemlich breit und darin sind zwei Reihen scharfer Zähne zu sehen. Das Tier sieht nicht so aus, als ob es die Helden hier einfach herunter klettern lassen möchte.

"Oh, die Löcher sind bewohnt! Und die komische Ratte will uns wohl nicht vorbei lassen!" ruft Ingalf den Gefährten zu. 'Das erste Tier auf diesem Baum, das nicht gigantische Ausmaße hat!'

"Auf jeden Fall ist das kein Riesentier! Allerdings wird es wohl nicht alleine wohnen! Also bleibt die Frage: Zurück oder auf sie mit Gebrüll?"

Dankbar lächelt Sephyra Ingalf zu: "Das hätte daneben gehen können!" und reibt sich die Finger. "Womöglich hätte diese Ratten einen Snack nicht verschmäht." überlegt sie laut.

"Ay, Käpt'n! Da nich für!" grinst Ingalf zurück.

Nachdem sie sich die Löcher genau besehen hat, meint sie: "Wahrscheinlich besteht im Innern des Baums zwischen den Löchern eine Verbindung und es befinden sich darin mehr als nur dieses eine Tier. Wir könnten versuchen, sie auszuräuchern, aber dazu fehlen uns wohl die richtigen Mittel."

Damit sieht sie sich um, ob es vielleicht noch eine andere Möglichkeit gibt, hier wegzukommen. 'Vielleicht können wir uns mit beiden Seilen zusammen ein Stück auf den nächsten Ast hinab lassen.' überlegt sie mit einem Blick nach unten.

Fünf Schritt kann man hier ungefähr in die Tiefe sehen. Da ist kein richtig tragfähiger Seitenast erkennbar, auf dem man laufen könnte, und soweit sind auch Löcher im vertikalen Hauptast zu sehen.

"Nun, dann haben wir wohl nur die Wahl, entweder herauszufinden ob diese Fauna hier feindselig ist, oder den Weg zurück zum Stamm einzuschlagen …" sinniert Randirion.

Er versucht einen Blick in die Löcher zu werfen, um zu sehen, wie weit sie geradeaus gehen, ob es dahinter breiter wird oder abknickt.

Die Gänge hinter den Löchern knicken nach unten ab.

Mittlerweile sind in 4 der Öffnungen Nagerköpfe erschienen.

"Und was das Ausräuchern betrifft - nun, aus den Alkoholika des Herrn Wedmannsson ließe sich bestimmt etwas basteln, denkt Ihr nicht?"

"Die trinke ich lieber selber - wer sagt den auch, dass die Viecher und ihre Höhlen eher im Feuer untergehen als der Rest des Baumes. Und wir haben da ein altes thorwaler Sprichwort: Wer über die Reling Efferd opfert, sollte erst gucken von wo der Wind kommt!"

Bei dieser typisch thorwaler Umschreibung für den natürlichen Effekt, den die Seefahrerei bei "Landratten" auslösen kann, muss Sephyra grinsen und erinnert sich - mal wieder - an ihre Zeit mit Frumol und den anderen, wo auch sie zur See gefahren sind. 'Ging mir beim ersten Törn auch nicht viel anders.'

Auch Frumol, der als letztes folgt wirft einen Blick auf die Löcher in dem Baum.

"Vielleicht können wir sie mit Lärm verscheuchen?" schlägt er vor.

"Oder mit etwas zu essen tiefer in den Baum hinein locken?" denkt Randirion laut.

"Und was fressen die" fragt ihn Frumol.

Dem geneigten Leser wird auffallen, dass die vier Helden im Wildnisleben nicht allzu bewandert sind.

"So wie die Viecher schauen, könnten wir noch als Leckerchen durchgehen!" entgegnet Ingalf, der die Tierchen am längsten beobachtet.

Die vier Nager beobachten aufmerksam das Verhalten der vier Helden, unternehmen aber nichts weiter.

"Und was wollen wir jetzt machen?" fragt Frumol ratlos.

"Immer freundlich bleiben!" grinst Randirion und zieht aus seiner Vorratstasche Brot hervor, von dem er ein Stück abbricht (etwa walnußgroß) und dann in eines der Löcher hinein wirft.

'Jetzt will er sie tatsächlich füttern', denkt Frumol. Bei dem Gedanken fällt ihm die merkwürdige Geschichte ein, die er als kleiner Junge mal belauscht hatte: Da war jemand, der in der Wildnis von einem einzelnen Wolf verfolgt wurde. Er gab dem Wolf sein letztes Fleisch zu fressen und der Wolf schloss Freundschaft und folgte ihm überall hin.

Für Frumol klang das damals sehr aufregend, so dass er es gleich mit einigen Hunden in der Stadt ausprobiert hatte, doch da hat es nicht geklappt. So gern hätte er doch damals einen Hund besessen …

'Naja, im schlimmsten Fall wird der Herr Kavaljäre von einem Rudel seltsamer Nager verfolgt.' Bei diesem Gedanken und der bildhaften Vorstellung schielt er zu dem Fütterer hinüber und muss unwillkürlich breit grinsen.

Er wartet jedoch ab, was passiert. Danach kann er seinen eigenen Vorschlag immer noch in die Tat umsetzten.

Randirion trifft das Loch. Die Nager zucken kurz bei Randirions schneller Bewegung, bleiben aber da, wo sie sind.

"Warum hast Du es ihnen nicht direkt zugeworfen?" fragt Frumol skeptisch.

"Die mögen wohl kein Brot! Wat nu?" kommentiert Ingalf.

"Hast Du die Zähne gesehen? Die fressen entweder Fleisch oder nagen im Holz nach Käfern und Würmern." antwortet Sephyra "Was ist, wenn wir schnell sind …?" überlegt sie laut, verfolgt den Gedanken aber nicht weiter, denn ein falscher Tritt oder Griff wegen eines der Tiere könnte fast sicher zu einem Absturz führen.

"Ich sehe mich noch einmal da hinten um." antwortet sie statt dessen und geht den Weg zurück, vielleicht findet sich ja doch eine andere Möglichkeit - die Strickleiter zum Beispiel.

Kurz vor dem Steg hält Sephyra an. 'Eigentlich sahen die Nager nicht besonders gefährlich aus', geht ihr durch den Kopf. 'Das waren eigentlich die harmlosesten Tiere, die uns bislang begegnet sind. Vor denen davonlaufen? Den ganzen Weg wieder hoch, die schwankende Strickleiter hinab? Für Frumol und mich ist das kein Problem, aber für Ingalf und Randirion sieht das schon anders aus. Und wenn dann auf dem anderen Weg noch viel größere oder mehr Tiere lauer, was dann?'

Manchmal macht die eigene Angst Mut zu mehr …

Sephyra dreht um und kehrt zu den anderen zurück. "Vielleicht sollten wir doch unser Glück hier versuchen." schlägt sie vor, ohne ihre Gedanken den anderen mitzuteilen oder ihren Sinneswandel zu erklären.

"Wahrscheinlich sind die Höhlen doch nicht verbunden …" sinniert Randirion und wird nun einen weiteres Brotstückchen direkt vor einen Nager werfen.

Der Nager zieht sich kurz in seine Höhle zurück, als das Brotstückchen den Ast neben seinem Loch trifft und dann in die Tiefe fällt. Er ist aber gleich wieder da.

Randirion seufzt. "Also, wenn diese Kreaturen schon Angst vor Brotstückchen haben, kann es ja nicht so schwer sein, sie zu verscheuchen …" und macht sich an den Abstieg.

Er hat ja stabile Reitstiefel an, da sollen sich die Viecherchen mal ruhig dran versuchen. Und Lederhandschuhe (allerdings nur weiches Wildleder) hat er ja auch an.

Randirion wird sich also anseilen, Ingalf bitten, das Seil zu halten, …

Eine Bitte die Ingalf dem Kavaljäre natürlich nicht abschlägt.

"Ingalf, schlag doch ein paar Mal mit der flachen Seite deiner Axt gegen den Baumstamm." bittet Frumol. "Vielleicht können wir mit dem Lärm die Nager vertreiben."

Er selbst hat keinen entsprechenden Gegenstand, mit dem er - seiner Meinung nach - entsprechenden Lärm machen kann.

"Hmm, gute Idee, dann woll'n wir ma!" sagt Ingalf und lässt mit voller Kraft ein paar Breitseiten seiner Orknase gegen Stamm los. Das ganze gibt einen ziemlichen Lärm.

Es scheint einige Hohlräume im Ast zu geben, denn es gibt eine kräftige Resonanz. Schlagartig verschwinden die Nager in die Tiefen ihrer Gänge, und auch als der Ton verklungen ist, kommen sie nicht wieder zum Vorschein.

… und versuchsweise ein paar Meter abwärts klettern, und dabei die Löcher als Trittstufen verwenden. Er wird versuchen, die Hände nur in leere Löcher zu stecken …

"Sephyra, komm zurück!" ruft er seiner Gefährtin nach, während er dem Kavaljäre beim Abstieg zuschaut.

"Ah, gut." bemerkt Sephyra nur, als sie beim Zurückkommen sieht, dass der Kawaljere absteigt. "Genau das wollte ich gerade auch vorschlagen."

Dabei überlegt sie, wie sie ihre Hände gegen eventuell Bißanwandlungen der Nager schützen könnte.

Der Abstieg ist selbst für einen im Vergleich zu Sephyra ungeübten Kletterern völlig problemlos, da die Löcher einen natürlichen Halt für Hand und Fuß darstellen. Nach drei Körperlängen ist aber das Ende des Baues erreicht, und es folgt eine gefährlichere Wegstrecke: In den Stamm sind in weiten Abständen Holzpflöcke eingeschlagen, die als Handgriffe benutzbar sind. Sie bieten zusätzlichen Halt zu den vielen Kerben im Stamm, über der die der Abstieg erfolgen müsste, wenn Randirion weiterginge. Glücklicherweise ist der Ast hier nicht mehr ganz senkrecht, sonst wäre die Kletterei hier absolut lebensgefährlich.

Aufmerksam beobachtet Frumol Randirions Abstieg. Dabei wird ihm der Gegensatz zu dem bisher sicheren Weg bewusst. Sind sie hier auf dem richtigen Weg? Bisher gab es immer Leiter und Plattformen. Auch wenn es mehrere Weg zu der Plattform im Gipfel des Baumes gibt, so sollten die Wege doch begehbar sein. Das was sie hier vorgefunden haben ist doch kein Weg! Aber da gibt es noch den Pfeil, der in diese Richtung wies …

'Die Erbauer dieses Werkes müssen einen skurrilen Geschmack haben', schließt er seine Überlegungen vorerst ab.

Randirion hat angehalten. Er scheint sich unschlüssig bezüglich des weiteren Vorgehens zu sein.

'Vermutlich hätte er nicht zuerst hinabsteigen sollen', überlegt er, während er sich vergewissert, ob die seltsamen Nager wieder genügend Mut gesammelt haben, um ihre Köpfe aus dem Bau zu stecken.

Es sind bislang keine Nager wieder aufgetaucht.

Von hier oben kann er ihm nicht helfen. 'Vielleicht sollte ich zu ihm runter klettern', überlegt er.

"Was ist da unten? Geht es nicht weiter?" vergewissert er sich vorher bei dem Kletterer.

"Es wird hier etwas schwieriger; bitte gut festhalten, Freund Wedmannsson - und danke für das Trommeln!"

Randirion wird seeehr vorsichtig weiter klettern, solange das Seil noch reicht.

"Frumol hilf mir doch mal mit dem Seil! Nicht das der Kavaljäre verloren geht!" sagt Ingalf als er den Ruf von unten hört.

Frumol ergreift das Seil und schlingt sich das Seil um einen Arm, während er sich hinter dem Thorwaler einen sicheren Stand sucht.

Viel Hoffnung, dass er im Zweifelsfall den Kavaljäre halten könnte hat er nicht, dennoch wird er sein Bestes versuchen.

Als Sephyra wieder zu den beiden oben verbliebenen Gefährten kommt, fragt sie: "Na, eine tragende Rolle eingenommen?" und grinst.

Dann wird sie wieder ernst: "Ist der Kawaljere schon unten?" fragt sie.

Es geht. Vorsichtig klettert Randirion etwas weiter.

Dann passiert es: Beide Füße rutschen ab, und er hängt gerade nur mit seiner rechten Hand an einem Pflock, kein zweiter Pflock in Reichweite!

Zischend holt Sephyra Luft, als sie die Aktion sieht.

Aber Randirion bleibt eiskalt. Er zieht sich mit seinem Arm hoch und greift den nächsthöheren Pflock. Das war knapp. Er verschnauft kurz, und schaut nach unten. es geht noch ein Stück so weiter, aber es ist zu erkennen, dass die Steigung des Astes langsam immer weiter abnimmt.

Oben ist das Hanfseil fast an seinem Ende angekommen. Das Lederseil befindet sich noch in Sephyras Rucksack.

Wortlos setzt sie den Rucksack ab und packt das Hanfseil aus. Nachdem der Rucksack wieder auf ihrer Schulter ist, knüpft sie geübt das Seilende an das Lederseil, ohne dass Ingalf und Frumol loslassen müssen.

So kann der Kawaljere weitere 10 Schritt in die Tiefe kletternd gesichert werden.

Weiter geht's für Randirion. Noch vorsichtiger als vorher setzt er seinen Abstieg fort. Nach zwei weiteren Körperlänge kommt ein echtes Problem: Es gibt keine Pflöcke mehr. Als Randirion sich genau umschaut sieht er eine Reihe von leeren Pflocklöchern. Der nächste Pflock kommt erst fast drei Körperlängen tiefer.

Randirion ist schon ziemlich am Schwitzen …

Aber Aufgeben ist für einen horasischen Adligen keine Option!

Zunächst knotet er sein (rüschenbedecktes, mit Monogramm versehenes) Taschentuch an den letzten Pflock als Warnung für die Nachkommenden.

"Freunde - hier gibt es keine Halterungen mehr! Könntet Ihr mich 5 Schritt kontrolliert abgleiten lassen? Dann kann es normal weitergehen …" ruft er nach oben.

"Machen wir!" ruft Ingalf nach unten und dann zu Frumol: "Jetzt wird es schwierig! Wir müssen ihn vorsichtig runter lassen!"

Dabei setzt er sich auf den Ast und versucht irgendwo seine Füße zu verkeilen, dann lässt er das Seil hinter seinem Rücken entlang laufen, so dass es am rechten Arm nach unten zu Randirion und am linken nach hinten zu Frumol geht. So kann er mit beiden Armen zugreifen und durch Vor- oder Zurückbeugen mit dem Oberkörper zusätzlich regulieren. 'So hab' ich das mal gesehen, als sie in Olport einen die Klippen hinab gelassen haben,' denkt er sich. 'Hoffentlich habe ich nix vergessen!'

Nachdem er sieht das auch Frumol das Seil im Griff hat, ruft er Randirion zu: "Wir lassen dich jetzt langsam runter!"

Wenn von oben eine Zustimmung kommt, wird er versuchen, den nächsten Pflock anzupeilen, und dort den "Abstieg" enden zu lassen.

Im Unterschied zu vorher, als das Seil nur lose zur Sicherung gedacht war, geht es jetzt am gespannten Seil herab. Randirion versucht, sich so gut es geht an den Kerben und Schründen der Baumrinde festzuhalten, aber einmal kommt die Situation, wo ihm fast der Atem stockt. Für einen kurzen Moment hängt er mit seinem ganzen Gewicht am Seil. Die beiden oben stehen aber sicher und halten ihn. Endlich kommt er beim nächsten Pflock an.

Randirion überblickt die Örtlichkeit: Noch sieben bis acht Körperlängen sind zurückzulegen, bis der Ast sich soweit abgeflacht hat, dass man guten Gewissens auf dem Ast gehen kann.

Für die oben ist Randirion hinter Blättern außer Sichtweite, und das Seil ist am Ende.

"Merde …" flucht Randirion leise.

Lauter ruft er dann nach oben: "Madame Lunos - wäret Ihr so gut, hier herunter zu kommen? Ich bräuchte Eure Hilfe bei einer Beurteilung der Lage …"

"Habt beim Klettern acht: wenn Ihr an meinem Taschentuch vorbeikommt fehlen die Haltegriffe!" fügt er noch hinzu.

Für Sephyra stellt sich die Situation da, dass zwischen hier oben und unten ein Seil gespannt ist, an dem man sich zusätzlich festhalten könnte. Allerdings steigt mit zunehmender Tief der Abstand zum Ast, da der gekrümmt ist.

Bis zu Randirions Taschentuch klettert Sephyra vorsichtig - ohne Rucksack - hinab. Dort bleibt sie, sich sicher festhaltend, und versucht, ihre Möglichkeiten abzuschätzen. 'Offenbar geht es hier ohne längere Seile nicht weiter.' überlegt sie.

Knapp drei Körperlängen unter sich sieht sie Randirion. Dazwischen ist der nackte Ast. Wenn sie weiter klettert, was eigentlich gehen sollte, könnte sie sich auch am gespannten Seil festhalten. Weiter unterhalb gibt es wieder Pflöcke zum Festhalten.

Um die beiden oben von ihrem weiteren Vorgehen zu unterrichten, ruft sie nach oben: "Achtung Frumol, ich werde mich jetzt auch am Seil festhalten, um weiter nach unten zu klettern." - 'Na hoffentlich hält das Seil und die Kraft der beiden reicht, sollte ich tatsächlich auf vollen Halt des Seils angewiesen sein!'

Nach einem kurzen Stoßgebet zu Phex klettert Sephyra unter Aufbietung allen Könnens und aller Konzentration weiter nach unten, bis sie den Halt der nächsten Pflöcke erreicht hat.

Danach geht ihr durch den Kopf, wie wohl die beiden, Ingalf und Frumol diesen Weg nehmen sollen. Das dürfte eine weitere Aufgabe sein, die zu lösen ist. Über den erneuten Aufstieg will sie lieber noch nicht nachdenken - 'kommt Zeit kommt Rat' hatte ihr alter Ohm immer gesagt.

Sie kommt ohne jede Probleme bei Randirion an. Der sich am obersten Pflock der letzten Abstiegsstrecke eingerichtet hat.

"Ich bin froh, Euch zu sehen, Madame Lunos …" beginnt er.

"Äh, ja." meint Sephyra nur, sich dabei umsehen.

"Meine Fähigkeiten des Kletterns sind überfordert. Wie sollen wir jetzt von hier weitergehen? Wir haben nicht mehr genügend Seil, und es sind noch 15 Schritt bis zum ebenen Ast. Eure Erfahrung ist gefragt: können wir es wagen, die anderen beiden hierher zu holen und dann das Seil neu festzumachen? Oder was wäre die sinnvollste Lösung hier? Auf jeden Fall denke ich, sollte man hier weitergehen, denn hier gibt es die Griffe und hier ist offensichtlich der Weg."

Randirion ist etwas ratlos und wünscht sich sehnlichst, wieder auf seinen Beinen stehen zu können.

"Hmm." macht sie nur, offenbar nicht ganz bei der Sache, sondern sich voll auf das gegenwärtige Problem konzentrierend. 'Wie kommen wir hier runter - und wieder rauf?' überlegt sie fieberhaft.

Dann hat sie eine Idee: "Habt Ihr hier noch Lianen gesehen - solche wie weiter oben?" fragt sie den Kawaljere. "Die könnten wir abschneiden und als Seile für die Stellen verwenden, an denen wir sowie so wieder vorbei kommen auf unserem Weg nach oben. Dann hätten wir die Seile frei." beschreibt sie kurz, was ihr durch den Kopf geht. "Denn wenn wir die Seile hier lassen müssten, um zurück zu kommen, würden sie uns sehr wahrscheinlich später fehlen." ergänzt sie.

In diesem Bereich des Baumes gibt es keine Lianen.

Dann mustert sie den weiteren Verlauf des Stamms und sucht nach Klettermöglichkeiten. Sollte es möglich sein, versucht sie, weiter nach unten zu klettern. "Ich seh' mich mal weiter um." kommentiert sie ihr Vorgehen.

Der weitere Abstieg sieht immer leichter werdend aus, da der Ast ja schon hier nicht mehr ganz senkrecht steht und er krümmt sich immer weiter bis ins Horizontale. Gesichert ist der Bereich, der nun kommt, wieder mit Pflöcken.

Sich an den Pflöcken haltend klettert Sephyra weiter abwärts, bis sie den fast waagerechten bzw. schrägen Bereich des Stammes erreicht hat und sie sicher darauf stehen kann. Für sie ist es fast schon ein Spaziergang, so leicht fällt ihr das Klettern in diesem Bereich.

Dort sieht sie sich erneut um, wie es da wohl weitergeht.

Der Weg würde zurück in Richtung Stamm führen. Ast- und Bätterwerk sind hier üppig. Das grüne Blättermeer wird jedoch durch viele bunte Blüten aufgelockert. (Kleine) Insekten schwirren durch die Luft, fremdartige bunte Vögel flattern vorüber. Durch das Blattwerk kann Sephyra in einiger Entfernung den Stamm ausmachen.

Vorsichtig bewegt sich Sephyra in Richtung Stamm. Ist etwas zu hören, dass nicht in diese Naturumgebung gehört? Sie ist sich nicht sicher.

Sobald sie den Stamm erreicht oder vielleicht zuvor bereits eine Abstiegsmöglichkeit sieht, prüft sie deren Gangbarkeit ohne Seil-Sicherung und kehrt dann zurück, um dem Kawaljere kurz Bericht zu erstatten. Der kann dann die beiden anderen informieren - schließlich hängt er da ja nur rum.

Von den Vögeln ist manchmal ein heiseres Krächzen zu vernehmen. Von der Umgebung eingenommen und sich immer bewusst, dass sie womöglich ihre Hände zum Festhalten benötigen könnte, hat Sephyra keine Waffe in der Hand.

Als sie langsam vorgeht, bemerkt Sephyra voraus im Astwerk in 2 Schritt Entfernung braungrüne Ausbeulungen. Sie überlegt noch, was das sein könnte, da wird es schon klar: Die Ausbeulung erweist sich als Kopf eines knapp körperlangen Chamäleons. Und daraus kommt eine Zunge geschossen, die Sephyra am Hemd trifft.

Den ersten Schreck schnell überwindend stößt sie einen kurzen Schrei aus und lässt sich kontrolliert nach hinten kippen, weg von der Zunge. In einer halsbrecherischen Rückwärtsrolle den Ast entlang versucht sie, so viel Raum wie möglich zwischen sich und das … das … Ding zu bringen.

So etwas hat sie noch nicht gesehen.

Auf einem mehr als drei Schritt durchmessenden Ast eine Rolle rückwärts zu machen, ist für jemanden wie Sephyra nun wirklich kein Problem. Durch ihre gar nicht halsbrecherische Aktion bringt sie 2 Schritt zusätzlich zwischen sich und das Riesenchamäleon, welches sich nun langsam in Richtung auf sie in Bewegung setzt.

'Uh, das war knapp.' denkt Sephyra, deren Gedanken nun anfangen zu rasen.

Dann ruft sie den anderen zu: "Ich könnte hier Hilfe gebrauchen! Ich stehe hier auf dem Speiseplan!" bewusst hält sie die Informationen knapp, zu Erklärungen ist nicht viel Zeit.

Wieder auf den Beinen zieht sie ihr Rapier und schätzt die Reichweite der Zunge des Tieres ab, bereit, diese beim nächsten Mal förmlich zu kappen.

Das Chamäleon kommt langsam näher, das mit nadelspitzen Zähen besetzte Maul ist geöffnet. Für den Moment scheint es die Zunge nicht einsetzen zu wollen, obwohl es schon auf 2 Schritt Entfernung herangekommen ist.

Langsam bewegt auch sie sich rückwärts, sich bewusst, dass dies bald sehr schwierig werden wird, da der Ast wieder steiler wird. Dann ruft sie erneut: "Ich könnte hier wirklich etwas Hilfe gebrauchen!" und das gezogene Rapier hält sie nun abwehrbereit vor sich. 'Vielleicht sollte ich einen Ausfall nach vorn wagen, solange ich noch Platz dafür habe.' überlegt sie. 'Das Tier bewegt sich nur sehr langsam, einzig seine Zunge schein schnell zu sein. Mit einem gezielten Stoß müsste es eigentlich zu treffen sein.' sinniert sie weiter.

Als sie weitere 2 Schritte zurückgewichen ist und das Tier ihr weiter folgt, ändert sie plötzlich die Richtung und macht 2 schnelle Nachziehschritte zu einer Stoßattacke mit dem Rapier nach vorn, um den Kopf zu treffen.

Sephyra stößt vorbei, wahrscheinlich vor Aufregung.

Mit einem lauten: "Aahhjjeehhaaaaa!" macht sie einen erneuten Ausfall nach vorn, um ihre Rapierspitze im Kopf des Tiers zu platzieren.

Dann zieht sie sich sofort wieder 2 Schritt zurück. 'Wo bleiben die anderen bloß?'

Durch ihren Rückzug entgeht sie dem Schnappen des Chamäleons.

'Puh, Glück gehabt, Phex steh' mir weiter bei!' und setzt ihre Taktik, Vorstoß und schneller Rückzug fort, bis sie endlich Unterstützung erhält oder sie den Gegner mit einem guten Treffer außer Gefecht setzen kann.

Es entspinnt sich etwas, was ein wenig Ähnlichkeit mit einem Tanz hat. Sephyra zuckt vor und zurück. Das Chamäleon schnappt. Ab und zu zuckt die Zunge vor. Sephyra merkt, dass es besser ist, ihr einfach auszuweichen. Irgendeine klebrige Substanz ist da vorne dran.

Zwei Stiche kann Sephyra anbringen, aber beide Male bekommt sie auch einen Biss ab. Auf kurze Distanzen ist das Biest verdammt schnell. Sephyra ist kurz davor, sich zurückzuziehen, da bekommt sie ihre Chance. Das Chamäleon ist offensichtlich nicht perfekt.

Es schnappt ins Leere, kommt ins Rutschen und wendet Sephyra seine Seite zu. Sephyra kann zwei schnelle Stiche durch die dicke Haut anbringen, bevor das Biest ihr wieder die Vorderseite zuwendet. Als Sephyra dann ihre Folgeattacke auch noch erfolgreich anbringt, scheint das Chamäleon genug zu haben. Es zieht sich auf einen dünnen Seitenast zurück und verschwindet zwischen den Blättern.

'Autsch! Das tut weh!' mit ein paar Blättern wischt sie das Rapier ab und steckt es weg. Dann untersucht sie schnell die Bissstellen und versucht eine notdürftige Wundversorgung, bis sie wieder bei den anderen ist. Noch ein kurzer Blick hinter dem Tier her: 'Das war knapp.' und sie zieht sich zu den anderen zurück.

Als Sephyra umdreht, kommt ihr Randirion entgegen, der es offensichtlich jetzt auch bis hierhin geschafft hat, ohne abzustürzen.

Einige Meter weiter oben

Nachdem nun auch Sephyra nach unten verschwunden und nichts weiter geschieht entspannt sich Frumol ein wenig. Schließlich ist das Seil nicht belastet.

"Kannst Du sehen, was das unten ist?" fragt er Ingalf, der er selbst weiter hinten steht und außer Ingalfs breitem Rücken kaum etwas sieht.

"Jau, Blätter!" antwortet Ingalf. "Vom Kavaljäre und Sephyra ist keine Spur - nur das das Seil nicht mehr gespannt ist, sonst nix zu sehen!"

Die beiden sind noch am rätseln, da hören sie (und Randirion natürlich auch) von unten Sephyras Schrei und anschließend ihren Ruf.

"Ich glaub' Sephyra hat 'n Problem!" sagt Ingalf zu Frumol. "Wenn wir vorsichtig an den Pflöcken hinab klettern, dann sollten wir das auch ohne Seil schaffen." 'Auf jeden Fall müssen wir es versuchen, sonst sind wir nur noch zu dritt! Manchmal ist Frumol, aber auch ein wenig tranig - Ist doch seine Freundin und ich muss die Ideen haben!'

Nach unten ruft Ingalf: "Randirion! Halt dich gut fest, wir kommen jetzt und damit gibt's kein Seil mehr!"

"Du hast Recht", pflichtet ihm Frumol bei.

Und noch ein wenig lauter: "Käptn wir sind unterwegs!"

Bevor er losklettert schlägt er noch mit der Breitseite der Orknase gegen den Baum. 'Wir wollen ja Ruhe vor den Viechern haben!'

Dann will Ingalf das Seil aufwickeln. Das geht aber nicht, denn unten ist am Seil noch Randirion gesichert.

Also ruft er Randirion zu: "Kannst du das Seil lösen oder soll ich es runter werfen?"

In diesem Moment ist Frumol an ihm vorbei und Ingalf ist allein auf dem Ast.

Randirion scheint sich in diesem Moment vom Seil gelöst zu haben, denn es verliert an Straffheit. Eine Antwort kommt nicht.

Während Ingalf mit den Vorbereitungen beschäftigt ist, setzt Frumol den Rucksack ab.

"Bleib hier und pass auf die Sachen auf! Ich klettre nach - das ist schneller!" gibt ihm Frumol Anweisung.

Da sowohl Sephyra als auch Frumol ihre Rucksäcke liegen gelassen haben, bleibt er erstmal auf dem Ast und wartet ab.

Wenn eine Dame in Gefahr ist, ändert das die Situation grundlegend!

Randirion wird versuchen, so schnell wie möglich Sephyra zu Hilfe zu kommen - Allerdings das Rapier erst ziehen, wenn die Kletterei überstanden ist.

Die Dringlichkeit der Hilfe lässt Randirion alle Angst vergessen. Ob er während des Kletterns auch nur einmal in Gefahr war oder nicht, vermag er nicht zu sagen.

Als er endlich soweit abgestiegen ist, dass er sich aufrichten und umdrehen kann, sieht er nur noch ein abziehendes Reptil - und den Rücken der stehenden Sephyra.

Daraufhin klettert er zügig aber nicht unvorsichtig hinab bis er die Markierung und damit das Ende der Haltepflöcke erreicht hat.

"Was ist los?" fragt er den Cavaliere während er sich nach einer nicht allzu halsbrecherischen Möglichkeit umsieht, weiter voranzukommen.

Das will er den Cavaliere fragen, der ist aber schon ohne weitere Sicherung nach unten geklettert. Das Seil liegt jetzt schlaff auf dem fast senkrecht stehenden Ast.

'Ein schwieriger Weg', stellt Frumol fest, als er sich den weiteren Abstieg begutachtet.

'Wie gut dass Ingalf das Seil noch nicht hochgezogen hat.' lobt er seinen einsamen Gefährten still.

"Ingalf!", ruft er hinauf "Halte bitte das Seil straff, ich muss weiter klettern."

"Geht klar!" ruft Ingalf herab. "Ich halte hier das Seil und die Stellung!"

Dann ergreift er das Seil und zieht kurz daran um Ingalf ein Zeichen zu geben. Vorsichtig belastet er das Seil mit seinem Gewicht um es Ingalf nicht aus den Händen zu reißen. Mit einem Fuß sucht er sich sicheren Halt in einer Ritze und setzt dann den zweiten ebenfalls in einer Ritze auf. So klettert er vorsichtig, aber dennoch zügig Schritt für Schritt über die gefährliche Passage in die Tiefe.

Hoffentlich sicher unten angekommen atmet er auf und schüttelt die Arme ob der Anstrengung aus.

Kurz zieht an dem Seil um Ingalf ein Zeichen zu geben. "Du kannst es rauf ziehen." ruft er nach oben, während er sich nach dem vermeintlichen Weg umsieht, den Sephyra und der Cavaliere gegangen sind. Diesem flogt er rasch, dabei stets nach der vermeintlichen Gefahr Ausschau haltend. 'Ist sie einer dieser Katzen begegnet,oder hat sie eine neue Überraschung entdeckt?' fragt er sich dabei.

Randirion kommt schwankend (und zu spät) den Ast heran balanciert.

Etwas blass um die Nase wendet er sich dann Sephyra zu.

Trotz ihrer Verletzung muss sie über den Zustand des Kawaljere schmunzeln.

"Madame Lunos - ich sehe, Ihr habt den Angreifer schon in die Flucht geschlagen … ich bin zutiefst beschämt, dass ich Euch nicht beizeiten zur Seite stand …"

"Ich hatte eine recht unangenehme Begegnung mit einem, einem - äh - Tier, das sich als Teil des Baumes ausgab und mir dann die Zunge heraus steckte. Leider konnte ich es erst vertreiben, nachdem es mich gebissen hatte." berichtet sie.

Und steht etwas verlegen neben ihr.

"In bin untröstlich …" wiederholt Randirion.

"Madame Lunos ist außer Gefahr!" entwarnt er noch nach hinten.

"Habt Ihr Verbandszeug dabei?" fragt sie. "Ich verschmutze meine Kleidung nur ungern mit Blut, auch wenn es das eigene ist." grinst sie tapfer, ihre Schmerzen nicht zeigend.

"Verbandszeug leider nicht, aber ein weiteres Taschentuch könnte ich Euch anbieten …" und bietet Sephyra ein (ebenfalls rüschenbesetztes und mit Monogramm "RyC" versehenes, strahlend weißes) Herrentaschentuch an.

Das Taschentuch erweist sich als groß genug, um damit die größere der beiden Bisswunden, welche auch etwas stärker blutet, notdürftig zu verbinden.

Der Abstieg, diesmal mit Hilfe der Pflöcke, geht immer leichter, so dass Frumol ohne Probleme an die Stelle kommt, ab wo er aufrecht gehen kann.

Genau als Sephyra und Randirion damit fertig sind, kommt auch Frumol hier im ebenen Bereich des Astes an.

"Ist Dir etwas passiert?" fragt Frumol aufgeregt. Es ist eindeutig, dass er Sephyra meint.

"Was ist denn passiert?" Er lässt keine Zeit zum antworten, obwohl er ob der Kletterei außer Atem ist. Seine Hand liegt griffbereit auf dem Rapier.

Als Frumol dann doch mal Atem holen muss, beruhigt ihn Sephyra: "Nein, nein. Nur ein oder zwei kleine Kratzer, sonst nichts. Da war so ein Tier, dass mich nicht vorbei lassen wollte. Da musste ich nachhelfen." beschwichtigt sie seine Aufregung.

"Wo ist das Biest, das Dich gebissen hat?" fragt Frumol weiter.

"Das ist weg." antwortet sie schlicht.

"Komm lass mal sehen. Das ist doch mehr als ein Kratzer!" Er klingt nicht sehr beruhigt.

"Nein, es nicht sehr schlimm. Blutet nur etwas. Vielleicht könntest du die Wunden fachmännisch verbinden?" fragt sie mit immer leiser werdender Stimme und einem schelmischen Lächeln auf den Lippen, nur um ihm zu zeigen, dass sie das Tuch des Kawaljere aus reiner Zweckmäßigkeit nicht abgelehnt hat, weiß sie doch, dass Frumol das Taschentuch mit Monogramm nicht übersehen haben kann und bestimmt eifersüchtig ist.

"Hallo! Hallo!" tönt Ingalf von oben. "Wie sieht es aus? Kommt jemand zurück, um das Gepäck zu holen? Alles schaffe ich nicht alleine - außerdem bin ich nicht der Beste im Klettern!"

"Würdet ihr Ingalf bei dem Gepäck behilflich sein?" legt er dem Kavaljäre nahe.

"Ich kann es versuchen …" meint Randirion zögerlich.

"Doch bin ich mir nicht sicher, ob das nicht besser von jemandem mit besseren Fähigkeiten im Klettern erledigt werden sollte …"

"Ich kümmere mich um die Verletzungen." gibt er weiter bekannt.

"Das könnt Ihr natürlich wesentlich besser als jeder andere." bestätigt Randirion.

Ist da ein Unterton von Eifersucht in seiner Stimme? Hat er das Taschentuch schon gesehen? Jedenfalls klingt er ein wenig abwehrend.

Frumol kommt näher um die Wunde zu begutachten. Das Taschentuch mit dem Monogramm mustert er mit einem finsteren Blick der Sephyra nicht verborgen bleibt. Er sagt jedoch nichts. Vorsichtige nimmt er das Taschentuch des Kavaljäre und gibt es Sephyra.

"Hier halt mal." sagt er schroffer als beabsichtigt. Schon in diesem Moment tut es ihm sehr leid, Sephyra angefahren zu haben.

Sie nimmt das Tuch entgegen und wird es dem Kawaljere bei nächster Gelegenheit - so wie es ist - zurückgeben.

Frumols Eifersucht hat sie wohl bemerkt. 'Aber weshalb fährt er mich an?' fragt sie sich und ihre Stirn runzelt sich leicht über Frumols Ausbruch.

Er konzentriert sich auf die Wunde, ihr verführerisches Lächeln und den betörenden Duft ihrer Haut - trotz der ganzen Anstrengungen in der Wüste und der Kletterei auf dem Baum strömt ihm ein angenehmer und verführerischer Duft entgegen - versucht er zu ignorieren.

Ebenso den Gedenken an den Kavaljäre und dessen Taschentuch.

Die beiden Wunden sind bei weitem nicht so tief oder ernst, wie der anfänglich sichtbare Blutfleck auf dem Taschentuch vermuten lassen könnte. In zwei bis drei Tagen wird alles vergessen und verheilt sein, wenn die Wunde jetzt richtig versorgt wird.

"Das sieht schlimmer aus als es ist", stellt Frumol erleichtert fest.

Er hatte schon Befürchtungen, dass dieses Biest … Nein, darüber denkt er nicht weiter nach.

"Aber das Verbandszeug ist in meinem Rucksack. Und der ist noch oben auf dem Ast." Frumol klingt leicht deprimiert.

"Warte hier bitte, ich werde ihn holen. Ich bin gleich zurück!" Er verabschiedet sich mit einem Es-tut-mir-leid-Blick und geht dem Kavaljäre nach. 'Ich muss mich unbedingt noch bei ihr entschuldigen.'

Ingalf auf dem Weg nach unten

Da von seinen Gefährten nichts zu hören ist, überlegt sich Ingalf ob es nicht eine Möglichkeit gibt alleine mit Hilfe des Seils alles Gepäck und sich sicher nach unten zu bringen.

Dazu schaut er sich den Baum an und fragt sich das folgende. Wie stabil sind die Pflöcke, wenn sie Personen halten sollte man auch Rucksäcke anhängen können?

Sollte eigentlich gehen.

Wie weit und wie sicher kann er klettern bis die freie Stelle kommt, ist es auch für ihn ohne angeseilt zu sein mit einem Rucksack zu schaffen?

In den Löchern der Nager kann man sich problemlos festhalten. Da sollte es auch mit Rucksack kein Problem sein. Darunter gibt es doch arg viel Zug nach hinten mit Gepäck.

Kann er oberhalb der Stelle die Pflöcke für das Gepäck nutzen?

An den Pflöcke kann man sicher ein Gepäckstück anhängen.

Wie lang ist die freie Stelle?

Das ist von hier oben nicht zu sehen. Ingalf ist noch am überlegen, da hört er von unten Randirions Ruf.

"Wedmannsson!" ruft er laut "Wartet noch etwas!"

Aber da das Seil ja zu kurz war, wird er schonmal versuchen, 10-20 Meter an stabilen Seilen zusammenzukriegen, indem er Lianen erntet.

Das ist hier in diesem Bereich problemlos möglich. Von dem Chamäleon ist auch nichts mehr zu sehen.

"Nö, hier oben ist ziemlich fad! Ich komm' euch entgegen!" erwidert Ingalf und dann versucht er seinen Plan, den er sich nach der Sichtung der Dinge zurecht gelegt hat in die Tat umzusetzen:

Ingalf steckt sich seinen Schneidzahn hinten in den Gürtel, bindet die Orknase außen am Seesack fest und schultert diesen. Nun wirft er sich noch das aufgewickelte Seil über - denn das braucht er für den ersten Teil nicht.

Jetzt klettert er langsam über die einfache Löcherstrecke. Am Ende angekommen hängt er das Seil über einen Pflock, den Seesack über einen anderen.

Nun klettert er die Strecke vorsichtig wieder hoch und holt ein Rucksack nach dem anderen nach unten und hängt sie an die Pflöcke.

Als er die Aufgabe erledigt hat, muss er erstmal einige Zeit verschnaufen, bevor er weiter macht.

Mit seinem eigenen Seesack gelingt ihm das problemlos, als er aber mit Frumols Rucksack zum ersten Pflock kommt, merkt er, dass er an den dritten Pflock nur herankommt, wenn er über die ersten beiden Pflöcke weiter absteigt.

Da die Pflöcke stabil genug wirken, versucht Ingalf auch Frumols (und Sephyras) Rucksack an den gleichen Pflock zu hängen.

Mit Frumols Rucksack geht das. Bei Sephyras Rucksack würden die Riemen schon sehr dicht am Ende des Pflocks hängen.

Da Ingalf merkt, dass Sephyras Rucksack keine sichere Befestigungsmöglichkeit hat, behält er diesen kleinen Damenrucksack auf dem Rücken.

Nun schlingt er sich das Seil unter den Schultern (und unter Sephyras Rucksack) hindurch und verknotet es vor seiner Brust mit einem fachmännischen Seemannsknoten.

Den Rest der Seils wickelt er erst dreimal um den nächsten freien Pflock, und lässt das freie Ende fallen.

Dann beginnt er sich selbst abzuseilen. Indem er sich mit den Füßen auf die Pflöcke stellt und mit den Händen das Seil langsam fahren lässt.

"Ingalf!" ruft er nach oben, "Ich brauche meinen Rucksack! Kannst Du ihn mir herunter lassen?"

Interessiert schaut er zu, was Ingalf dort oben angestellt hat.

"Aber fall' mir da bitte nicht runter. Ich komme Dir entgegen!"

Und so klettert er so weit es geht nach oben, um den Rucksack in Empfang zu nehmen.

Bis zur Stelle zu hochklettern, wo die Pflöcke aufhören ist überhaupt kein Problem.

Ingalf schätzt, dass das verbundene Seil lang genug sein müsste, um das Gepäck bis zu Frumols Position herunterzulassen.

Allerdings ist Ingalf gerade damit beschäftigt sich und Sephyras Rucksack abzuseilen.

Er kommt damit problemlos bis zum letzten Pflock. Als er dort ankommt, sieht er drei Körperlängen unter sich Frumol. Zwischen den beiden ist nur die pflocklose, gefährliche Kletterstelle. Es ist noch soviel Seil übrig, dass es problemlos möglich wäre, Sephyras Rucksack am Seil zu Frumol herunterzulassen.

Ingalf zieht das lose Ende hoch, knotet einen Riemen von Sephyras Rucksack daran und lässt ihn zu Frumol herunter.

Für Frumol ist es kein Problem, den Rucksack zu übernehmen und ihn die letzten Längen auf den ebenen Ast zu transportieren.

"So, hat doch gut geklappt!" ruft er dann nach unten. "Jetzt hole ich den Rest!"

Frumol nimmt Sephyras Rucksack entgegen und wartet auf den seinen.

"Das hattest Du eine tolle Idee" lobt er den Seemann, denn darauf wäre er sicher niemals gekommen.

Gesagt, getan - da er sich selbst abseilen kann, kann er sich - nun des Gepäck ledig auch wieder hochziehen.

Wenn er oben ist wird er mit Frumols Rucksack den Abstieg erneut wagen und das Prozedere ein drittes Mal mit seinem Seesack wiederholen.

Es klappt genauso, wie Ingalf es sich vorgestellt hat.

Nachdem Frumol seinen Rucksack in Empfang genommen hat geht er zu Sephyra zurück.

Die ihn freundlich anlächelt.

"Hallo", grinst er sie breit an und stellt seinen Rucksack ab um das Verbandszeug daraus hervorzuholen. Dann säubert er die Bisswunden mit etwas Wasser und bietet Sephyra einen Schluck an. Anschließend wird er ihr einen ordentlichen Verband verpassen, auf dass die Verletzung bald verheilt sei.

"Das ist ein guter Verband." lobt Sephyra.

"Tut mir leid, dass ich vorhin patzig zu Dir war", gesteht er ihr etwas verlegen.

"Hmm." macht sie. "Lass es Dir nur nicht zur Gewohnheit werden!" neckt sie ihn etwas. Erst als Frumol ihr schiefes Lächeln sieht, weiß er sicher, dass sie ihm nicht böse ist.

Frumol ist froh, dass sie ihm seinen Ausrutscher nicht übel nimmt.

"Du solltest das Taschentuch zurückgeben." empfiehlt er, obwohl ihm gar nicht danach ist, zu den andern zurückzukehren. Er bräuchte einen Moment der Ruhe, und er braucht Sephyra.

"Ja, mache ich." - 'Nur nicht gerade jetzt!' fügt sie im Stillen hinzu.

Sie ergreift Frumols Hand und streicht mit der anderen darüber. Ein kurzer Moment, aber in diesem Augenblick scheinen die beiden ganz allein zu sein, auf diesem Ast, diesem Baum, dieser Welt.

Dann meint Sephyra: "Lass uns zu den anderen gehen." Sie löst sich von Frumol und mit einem Seitenblick auf das Tuch: "Will dieses blutige Stück Stoff wieder loswerden …" gerade laut genug, damit sie auch nur Frumol verstehen kann.

Sephyra geht zu den beiden anderen zurück.

Frumol folgt ihr.

Eigentlich sogar leichter, was natürlich daran liegt, dass er diese Stelle des Astes bei jedem Auf- und Absteigen immer besser kennt. Nur dauert es etwas länger als geplant. Und einmal rutscht er auch ab, aber er kann sich halten.

Zwischendurch muss er sich immer wieder ausruhen. Zum Schluss holt er auch noch Randirions Gepäck.

Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, wie Ingalf das letzte Stück zurücklegt und dabei möglichst das wertvolle Seil nicht zurücklassen muss.

Nachdem Ingalf das letzte Gepäckstück abgeseilt hat, sucht er sich auf den letzten Pflöcken über der freien Stelle einen relativ festen Halt.

Nun zieht er am festen Ende des Seils und da er ja das Seil nur mehrfach um den Umlenkpflock gewickelt hatte, hat er nach einiger Zeit das ganze Seil in der Hand.

Anschließend wickelt er wieder das Seil mehrmals um einen stabilen Pflock in Reichweite und seilt sich selbst über das freie Stück ab.

Als er unten angekommen ist, zieht er das Seil wieder ein und wendet sich erschöpft, aber breit grinsend zu den Gefährten: "Na, so klettert ein Thorwaler!" 'Manchmal machen sich die Kenntnissen von Tauen und Knoten auch außerhalb der See bezahlt!'

Dann geht er zu seinem Seesack und nimmt einen tiefen Schluck aus der Weinflasche. "Ihr auch?"

Ingalf ist gar nicht klar, was er für ein Risiko eingegangen ist: Die Pflöcke sind ja nur in den Baum gesteckt. Bei Belastung mit Hand und Fuß wird so ein Pflock fast ausschließlich nach unten belastet. Beim Abseilen gibt es aber auch eine deutliche Kraftkomponente vom Ast weg.

Mit nur etwas weniger Glück hätte Ingalf durch das darum gewickelte Seil einen Pflock aus seiner Verankerung gezogen. Und dann wäre er abgestürzt. Wie gut, dass er das nicht weiß.

Frumol nimmt mit einem Nicken die Flasche entgegen. "Einen kleinen Schluck kann ich vertragen", meint er. Den nimmt er auch - und anschließend einen ordentlich Schluck Wasser.

"Meinetwegen kann es weitergehen", erklärt er, als alle sich erfrischt haben.

Ingalf verstaut die Flasche wieder im Seesack, schultert diesen und schaut sich um.

"Ihr seit ja man schon länger hier. Wo gehts denn weiter?"

"Ja, da sind wir." antwortet Sephyra. "Danke, dass Du den Rucksack mitgebracht hast." bedankt sie sich mit einem Lächeln bei dem großen Seebären.

"War doch kein Problem, Käpt'n!" Ingalf grient zurück.

Dann nimmt auch sie noch einen kräftigen Schluck Wasser und verstaut alles sicher, setzt den Rucksack auf und rückt ihn so zurecht, dass sie möglichst keine Beeinträchtigung ihrer Wunden bewirkt.

"Nun, eigentlich war ich gar nicht bis zum Stamm gekommen, wir sollten es dort versuchen." schlägt sie vor und zeigt mit dem Arm die Richtung.

Vorgehen wird sie jetzt aber nicht wieder.

"Na, dann woll'n wir mal schauen! Wenn nich' zurück will, muss grad drauf los!" sagt Ingalf daraufhin und geht auf dem Ast in Richtung Stamm - dabei nach irgendwelchen sich unsichtbarmachenden Tieren Ausschau haltend.

Es gibt keine Probleme, bis zum Stamm zu kommen, obwohl es durch relativ dichtes Blattwerk geht. Eventuell angriffslustige Tiere gibt es hier jetzt offensichtlich aber keine mehr.

Eine stabil aussehende Holzleiter, die fest mit dem großen Ast verbunden ist, auf dem sich die Helden befinden, führt in die Tiefe. Als Ingalf schaut, wo sie langgeht, sieht er, dass sie zwischen großkelchigen gelben Blüten verschwindet.

"Oh, wieder eine Leiter." Frumol klingt nicht wirklich überrascht und lehnt sich an den Stamm während auch er in die Tiefe schaut.

"Hübsche Blumen. Soll ich Dir eine bringen?" fragt er Sephyra mit seinem schelmischen Blick.

"Soll ich dem gnädigen Herrn das Gepäck halten, damit er Blumen für die Frau Gemahlin pflücken kann?" fragt Ingalf mit leicht ironischem Unterton. "Ich gehe davon aus, dass du gerne vor klettern möchtest?"

"Oh ja, bitte! Und was soll ich Deiner Meinung nach damit machen? Meinen Rucksack an Ingalf zum Tragen übergeben und mir dann die Blume auf den Rücken schnallen?" Offenbar ist Sephyra gerade nicht zu derlei Scherzen aufgelegt, aber sofort tut es ihr leid, Frumol angefahren zu haben.

'Was glaubt er eigentlich, wie solche Blüten auf die einheimische Insektenwelt wirken - sicher nicht abstoßend!'

Sie entschuldigt sich umgehend: "Tut mir leid, ich bin nur im Moment etwas weniger für derlei Späße zu haben als sonst. Wer weiß, welche Sorte Bienen man mit einer solchen Blüte anlocken kann …" sie überlässt es den anderen, sich das auszumalen.

Randirion hat mittlerweile aus mehreren dünnen Lianen ein Seil geflochten. Es wird wohl 15 Schritt lang sein. "Madame Lunos, meine Herren? Mich deucht, wir können voranschreiten." Er nickt Frumol zu, wohl um ihn aufzufordern, voranzugehen.

'Blümchen pflücken für seine Süße will er, aber wenn's weitergeht hat er keine Lust mehr!' "Also, weiter geht's!" sagt Ingalf zu den Gefährten und gibt Sephyra erstmal die Seile zurück. "Wenn die Leiter schön fest ist, dann muss es auch mal ohne Seil gehen!"

Die Seile nimmt sie entgegen, hängt sie sich aber nur an den Rucksack, um nicht wieder ein- und auspacken zu müssen.

Ingalf zieht nochmal die Riemen von seinem Seesack fest, dass er nicht zu locker sitzt und geht zur Leiter.

An dieser rüttelt er erstmal, ob das Ganze auch wirklich stabil genug ist, um frei zu klettern.

Die Leiter macht einen absolut stabilen Eindruck.

Da die Leiter seiner Meinung stabil und fest genug ist, macht sich Ingalf, vorsichtig die Sprossen mit den Füßen abtastend bevor er sie belastet, an den Abstieg.

"Sei vorsichtig!" warnt ihn Sephyra. "Wer weiß, welche Gefahren hier noch auf uns lauern."

Der Abstieg über die Leiter ist sehr sicher und bereitet Ingalf keinerlei Probleme. Als Ingalf den Bereich der gelben Blüten kommt, ist natürlich ein Berühren der Blüten unvermeidlich. dabei wird ein schwarzer Pollenstaub freigesetzt, der sich an Ingalfs Kleidung festsetzt und teilweise von ihm auch eingeatmet wird. Das kitzelt ein bisschen in der Nase, hat auf ihn sonst aber keine Wirkung. Die Leiter hat eine Länge von ungefähr sechs Körperlängen und endet auf einem weiteren breiten Ast. Als Ingalf sich umschaut, sieht er, dass eine andere Leiter weiter nach unten führt.

"Die Leiter ist nicht übel! Aber die Blumen sind ein wenig ekelig!" ruft Ingalf nach oben.

Dann wischt er sich den Blütenstaub von der Kleidung und versucht anschließend den eingeatmeten Blütenstaub durch mehrfaches Schneuzen aus der Nase zu bekommen. 'Boh, was ein furchtbares Zeug!'

"Ihr solltet euch was vor'n Mund binden! Die blöden Pollen kribbeln ganz gut inner Nase!"

Auf Ingalfs Rat hin durchsucht Sephyra ihre Sachen im Kopf und holt dann gezielt eines ihrer bunten Tücher hervor, das sie sich wie ein Räuber vor Mund und Nase bindet. "Nicht lachen!" dringt ihre Stimme etwas gedämpft darunter hervor.

Sie rückt den Rucksack zurecht und steigt hinter Ingalf die Leiter hinab. Im Bereich der Blumenblüten sieht sie sich besonders vor, diese nicht zu berühren und "Staub aufzuwirbeln".

Ihr Tuch leistet gute Dienste. Sie atmet die Pollen nicht ein.

Unten angekommen ruft sie hoch: "Der nächste, bitte!"

Da Frumol kein Tuch hat, sucht er sich eins seiner Hemden aus dem Rucksack und bindet es sich vor Mund und Nase.

Mit dem wieder aufgesetztem Rucksack sieht er absolut lächerlich aus.

Er folgt als nächstes den Herabgekletterten.

'Diese Blumen wollte ich Sephyra pflücken?' fragt er sich ungläubig als er unten angekommen ist. Während er noch auf die Blumen starrt, schüttelt er tadelnd den Kopf.

Randirion besitzt anscheinend einen schier unerschöpflichen Vorrat an weißen Taschentüchern. Jedenfalls hat er ein solches vor Mund und Nase gebunden, als er als letzter auf dem Ast ankommt.

"Gestattet ihr, dass ich diesmal vorausgehe?" fragt Randirion höflich, als er sich aufmacht, die nächste Leiter herabzusteigen. Zuvor schlägt er allerdings sein Taschentuch sorgfältig aus, legt es akkurat zusammen und verstaut es anschließend in seiner rechten Hosentasche.

Nach einiger Zeit kommt von unten ein Ruf: "Freunde, ihr mögt nachkommen!"

Die drei anderen folgen Randirion und stellen fest, dass diese Leiter diesmal auf einem mit anderthalb Schritt Durchmesser relativ dünnen Seitenast endet. Von hier geht es über eine Strickleiter, die über einem Aststumpf hängt und frei schwingt, weiter nach unten.

Randirion scheint hier nicht vorausgehen zu mögen.

Sephyra sieht sich die Strickleiter genau an. Da sie nicht an weiteren Blüten vorbeizuführen scheint, nimmt sie das Tuch ab, schüttelt es am lang ausgestreckten Arm mit dem Wind und weg von sich und den anderen aus und steckt es zurück.

"Ich zeige euch jetzt, wie man eine frei schwingende Strickleiter benutzt." verkündet sie. Dazu setzt sie sich auf den Ast und tritt nacheinander, zuerst mit dem ersten Fuß von vorn und dann mit dem anderen von hinten auf die Leitersprossen, so dass sie seitlich der Leiter "hängt" und diese sich zwischen ihren Beinen befindet. "Ganz einfach ist es nicht, aber mit ein wenig Übung solltet ihr das schaffen." macht sie den anderen Mut.

Geschwind und behende - keineswegs jedoch unvorsichtig - klettert Sephyra die Leiter hinab, als wäre sie auf diesem Baum geboren worden.

Unten angekommen hält sie die Leiter fest, damit die anderen es etwas leichter haben. "Los geht's!" ruft sie nach oben.

Die Strickleiter endet auf einer auf Ästen ruhenden Plattform, die aus mehreren Schritt langen aneinander gefügten Holzstangen besteht, die strahlenförmig um den hier deutlich mehr als 10 Schritt dicken Stamm angeordnet sind. Ob die Plattform ganz um den Baum herum geht, ist von hier aus natürlich nicht zu erkennen.

Dieser Bereich beeindruckt durch seine üppige Vegetation. Überall ranken sich Lianen, ergießen sich Blütenkaskaden, haben sich Schmarotzerpilze, Pfahlmuscheln ähnlich an Stamm und Ästen fest gefressen.

'Hmm, das muss doch zu schaffen sein! Wenn ich an die Wanten denke in die ich schon aufgeentert bin, kann es nich' so schwierig sein!' denkt sich Ingalf, der wenn sich keiner dazwischen drängelt, als nächster den Abstieg wagt.

Auch Ingalf setzt sich auf den Ast um mit den Füßen halt zu bekommen. Auch er versucht die Leiter in der gleichen Art wie Sephyra herabzuklettern. Aber natürlich deutlich langsamer und noch vorsichtiger als sie. Immer erst mit beiden Füßen den Halt suchend, bevor er mit den Armen umgreift.

Deshalb dauert es auch länger bis er unten ankommt und er ist doch ziemlich fertig. Um den anderen beiden zu helfen, legt sich Ingalf auf den Ast und zieht mit seinem ganzen Gewicht die Leiter fest.

"So, jetzt habt ihr 'n bütten mehr Halt!" ruft er Randirion und Frumol zu.

"Jetzt Ihr?" fragt Frumol den Herrn Kavaljäre, während er Ingalf beim Abstieg zuschaut.

"Einverstanden." nickt Randirion und macht sich an den Abstieg, dabei möglichst genau die Technik von Sephyra kopierend und seine steifen Reitstiefel verfluchend.

Trotz der Stiefel gelingt es Randirion dank Sephyras Technik und Ingalfs Festhalten, problemlos die Strickleiter herunterzukommen. Ein bisschen Schweiß steht ihm aber schon auf der Stirn.

Für Frumol ist der Abstieg ein Klacks.

Nachdem Frumol die Leiter hinabgestiegen ist, nimmt auch er seinen Gesichtsschutz endgültig ab. Er schüttelt das Hemd mit einigen wirschen Bewegungen aus, knüllte es sorglos zusammen und stopft es achtlos in irgendeine freie Ecke seines Rucksacks. Sein Verhalten steht in einem krassen Gegensatz zu der vorsichtigen Behandlung des übrigen Inhaltes.

Neugierig geht er näher an den Rand der Plattform, während er seinen Rucksack am Fuße der Strickleiter stehen lässt, und sieht sich um.

Es ist immer noch kein Boden durch das dichte Geäst zu sehen.

Da Frumol jetzt auch unten ist, verlässt Ingalf seine unbequeme Position am Fuß der Strickleiter und schaut sich ebenfalls um.

Wie auf der Plattform oben macht Ingalf eine Runde. Bei 90° wächst unter der Plattform ein mächtiger Ast aus dem Stamm. Er durchmißt wohl 10 Schritt. Er ist stark mit Lianen behangen. Auf ihm in in etwas weiterer Entfernung große, eiförmige Gebilde auszumachen.

Bei 120° gibt es eine Luke am Rand der Plattform. Darunter befindet sich eine Lianenstrickleiter. Bei 180° kommt eine Leiter von oben. Am Fuß der Leiter ist noch eine Luke in der Plattform, darunter eine feste Leiter. Bei 240° ist ein Loch in der Plattform, direkt darunter ein Ast.

Nachdem Ingalf einmal um die Plattform herum gegangen ist, berichtet er den Gefährten: "Wir haben 4 Möglichkeiten von hier weiter und nach unten zu kommen: Einen ziemlich dicken Ast - an dem aber irgendwie komische Eier hängen, einen weiteren Ast unter einer Luke, eine Strickleiter und eine feste Leiter - die von oben kommt und nach unten weiter geht. Also ich wäre ja für die Leiter. Warum sollen wir es uns unnötig kompliziert machen?!"

"Nun, ich persönlich würde auch eher die Leiter favorisieren." stimmt Randirion zu.

"Dann lasst uns die Leiter nehmen. Wir sind noch ziemlich hoch. Ich kann keinen Boden erkennen." erklärt Frumol als er wieder vom Rand der Plattform zurückkehrt und sich neben Sephyra stellt.

Sephyra sieht die Leiter entlang nach unten in die Tiefe. Plötzlich greift sie Halt suchend nach Frumols Arm und zieht scharf die Luft ein, macht anschließend einen Schritt zurück.

Kurz darauf hat sie sich wieder gefangen: "Nein, irgendwas stimmt hier nicht! Ich hab' ein ganz mieses Gefühl bei dieser Sache!"

Noch einmal sieht sie hinunter, ob sie eventuell ihre Ahnung bestätigt findet und vielleicht etwas sehen kann, das die anderen nicht sehen.

Das Gefühl ist weg, und etwas besonderes zu sehen gibt es auch nicht.

Auch Frumol sieht hinunter kann aber nichts entdecken, was Sephyras Misstrauen erregt haben könnte …

"Lasst uns einen anderen Weg nach unten nehmen." sagt sie mit fester Stimme. "Ich wäre für die Lianenstrickleiter."

Frumol hat schon vor langer Zeit gelernt, dass es besser ist, auf Sephyras Eingebungen zu hören. Vielleicht stehen diese Vorahnungen mit dem in Verbindung, was Banjew und Rakorium auf dem stolzen Schiff, der Königin von Festum, an ihr (oder besser an ihr, vielleicht auch in ihr) gesehen haben. Seine Gedanken kehren kurz zu diesem Moment zurück in dem etwas für ihn Unverständliches geschehen ist.

Er blinzelt zur und ist wieder zurück auf diesem seltsamen Baum.

"In Ordnung. Ich schließe mich Dir an." steht er zu seiner Freundin, ohne weiter nach Gründen zu fragen.

'Hmm,ich der Schlossruine hatte sie mit ihren Ahnungen auch recht und wir haben Seline gefunden, …' überdenkt Ingalf Sephyra Äußerung.

"Man sollte solche Ahnungen nicht in den Wind schreiben! Vielleicht ist der einfachste Weg nicht der Beste!" gibt er dann zu bedenken. 'Allerdings wird das Gepäck nicht leichter!'

Randirion ist etwas skeptisch. "Nun, Madame Lunos, könntet Ihr das Gefühl etwas besser erklären? Denn rein objektiv bietet die Leiter uns besseren Halt, um uns mit Was-Auch-Immer auseinandersetzen zu können … auf der Strickleiter hingegen sind wir so unbeweglich und hilflos wie Fliegen im Spinnennetz …"

"Dann müsst ihr halt schneller klettern", Frumol klingt etwas bissig.

Schließlich ist mit Ingalfs Zustimmung für einen anderen Weg eine Entscheidung schon gefallen.

"Nein, kann ich nicht!" - 'Sonst hätte ich das doch getan … Männer!' denkt sie.

Kurz mustert sie den Kawaljere intensiv und lässt den Blick einmal an ihm herab und dann wieder hinauf schweifen.

"Ich weiß zwar nicht, wer mit wir gemeint ist, aber eigentlich ist die Strickleiter alles andere als unbeweglich. Hilflos? Nein. Höchstens angreifbar. Aber das sind wir auf einer Leiter auch."

Noch einmal sieht Sephyra die Leiter hinunter. Nein, das Gefühl ist verschwunden. Aber sie kann es nicht ignorieren. Dann meint sie: "Klettert Ihr doch die Leiter hinunter, wir nehmen die Lianen. Wir sehen uns unten." Damit dreht sie sich um und begibt sich zur Lianenleiter, die sie nach kurzer Inspektion als erste hinabzuklettern beginnt.

Ingalf kann sich ob Randirions Abfuhr ein Grinsen kaum verkneifen.

Er schultert seinen Seesack und wird sich nach kurzem Abwarten, damit die Leiter nicht zu sehr belastet wird, ebenfalls an den Abstieg machen.

"Uns aufzuteilen wäre nicht sinnvoll. Nun gut, ich denke dann werden wir wohl zusammenbleiben und die Strickleiter bemühen …"

Randirion sieht skeptisch die schwankende Lianenkonstruktion entlang und sammelt seine Kräfte.

"Nun denn - soll ich vorangehen?"

Sephyra ist schon auf der Strickleiter und nach kurzer Zeit im dichten Geäst verschwunden.

Nach einiger Zeit ertönt ein Ruf von unten: "Alles klar, ihr könnt nachkommen!"