Feizal führt die Helden zum Baumstamm, wo sie auf eine imposante Konstruktion stoßen. In den Stamm wurde schräg eine 1 Schritt tiefe und 2 Schritt hohe Aussparung eingearbeitet, die als Abstieg bzw. Aufstieg dient. An der Innenseite ist ein Handlauf aus dem Holz geschnitten. Der Boden der Aussparung ist geriffelt. Vor dem inneren Auge der Helden entsteht das Bild einer gigantischen Spirale, die rund um den Baum in die Tiefe führt.

"Oh, eine Art Treppe!" ist Sephyra erstaunt. Sie hatte ja mit allem gerechnet: Seile, Netze, Strickleitern, feste Leitern, Pflöcke im Baum usw. Aber das?!

"Rastullah lasse sein gütiges und weises Auge immer auf Euch Ruhen!" Mit diesen Worten entlässt Feizal die Helden. Alle anwesenden Dorfbewohner sind mitgekommen, um die Helden zu verabschieden.

"Auch wir wünschen Euch alles Gute und möge der Eine Euch weisen." antwortet Sephyra stellvertretend für alle auf Tulamidia Feizal.

Den Watabh winkt sie einfach zu und beginnt den Abstieg.

Ingalf schultert seinen Seesack und die Orknase, steckt den Schneidzahn in den Gürtel und prüft den Boden auf Rutschfestigkeit. Dann geht er hinter Sephyra hinterher und versucht sich grob in der Umgebung zu orientieren.

Randirion hat sich, nachdem er seinen Rucksack aus der Hütte geholt hat, noch etwas Brot, Obst als Proviant angepackt und seinen Wasservorrat aufgefüllt. Mit zum Gruß erhobener Hand verabschiedet er sich von Feizal und den Watabh und folgt Sephyra und Ingalf mit geschultertem Gepäck zum Abstieg.

Frumol winkt noch einmal den Watabh - und auch Feizal - zum Abschied zu und folgt dann seinen Gefährten als letzter.

Es stellt sich heraus, dass der Weg tatsächlich spiralförmig um den Baum herum in die Tiefe führt. Allerdings hat der Weg einen Nachteil: Er hat kein Geländer.

"Excellent, das verspricht ja einen direkt komfortablen, weiteren Abstieg," kommentiert er den nach unten am Stamm entlang gewundenen Weg und sichert sich beim vorsichtigen Abwärtsgehen mit einer Hand am Handlauf.

Frumol bildet die Nachhut der absteigenden Gruppe, so dass er nicht allzu sehr auf den Weg achten muss.

Die Höhe und das fehlende Geländer machen ihm kaum etwas aus, so dass er sich mehr auf die Umgebung konzentrieren kann. Leider bekommt er …

.. von der weiteren Umgebung bekommt aber aber aufgrund der Äste und des Laubwerkes nicht viel mit. Ab und zu sind Vögel und fliegende Echsen oder Insekten zu sehen, die aber von den Absteigenden Abstand halten.

Aufmerksam und interessiert beobachtet der Cavalliere beim Absteigen die exotische Fauna und Flora.

Interessant sind vor allem die Flugechsen. Sie haben das Aussehen von großen, geflügelten Eidechsen. Sie sind im Schnitt etwas mehr als ein Schritt lang, wozu noch ein bis zu eine Schritt langer, pfeilförmig auslaufender Schwanz zu rechnen ist. Die Spannweite der Flügel, die wie bei einer Fledermaus aus ledrigen Hautlappen besteht, beträgt etwa zwei Schritt. Für seinen relativ kleinen Kopf besitzt das Tier ein beachtliches, mit scharfen Zähnen besetztes Maul. Die Absteigenden können beobachten, wie eine Gruppe von drei Flugechsen eine Riesenfliege angreift, die sich wohl hierhin verirrt hat. Die Echsen können hervorragend fliegen und schaffen es, immer wieder ihre Mäuler in die Flügel der Riesenfliege zu schlagen.

"Na, mit der Fliege möchte ich nicht tauschen!" kommentiert Ingalf das Geschehen. 'Hoffentlich geben sie sich mit Insekten zufrieden und wollen uns nicht an der Kragen.'

Ingalf versucht beim Abstieg immer wieder zu den Flugechsen zu schielen, ohne dabei allerdings den Weg aus den Augen zu lassen.

Sephyra erinnert sich schmerzlich an ihre Begegnung mit dem Chamäleon.

'Nun, hier scheint es mehr gefährliche Flugtiere zu geben.' überlegt sie. Unbewusst rückt sie ihr Gepäck zurecht. Da der Abstieg ziemlich lange dauern wird, will sie es sich so bequem wie möglich zurecht rücken.

Hin und wieder sieht sie sich nach den anderen um, ob sie auch nachkommen.

'Très interéssant, und nicht ungefährlich, scheint mir,' sinniert Randirion und nimmt sich vor, sich über diese Beobachtungen ebenfalls Notizen zu machen, wenn er wieder in seiner Welt zurück ist.

Vorsichtshalber lockert er sein Rapier, sollten die Flugechsen auf sie aufmerksam werden.

Die Flugechsen zu beobachten erweist sich als sinnvoll. Die Riesenfliege schafft es, sich in dichteres Laubwerk zurückzuziehen, wohin die Echsen offensichtlich nicht folgen mögen. Sie sehen sich nach neuer Beute um und entdecken die vier Absteigenden. Pfeilschnell kommen sie auf die Gruppe zugeschossen.

"Vorsicht!" ist alles, was Sephyra noch rufen kann. Gleichzeitig zieht sie ihr Rapier, um die Jäger auf Abstand zu halten. 'Die haben es bestimmt schwer, seitwärts zu fliegen.' überlegt sie und drückt sich mit dem Rucksack an den Baumstamm. So geht sie seitlich und langsam einen Schritt nach dem anderen weiter nach unten, der Spirale folgend. Immer wieder sieht sie auch in die Richtung, in die sie absteigt …

Ingalf reagiert sofort auf Sephyras Warnruf, er hatte sich für einen kurzen Moment dem Weg zugewandt und die Echsen aus den Augen verloren.

Nun dreht er sich mit dem Rücken zum Baum, versucht seinen Seesack durch den Handlauf zu unterstützen und hält die Orknase mit beiden Hände fest. Mit einer leicht breitbeinigen Grundstellung versucht er auf dem schrägen Boden genug Halt zu finden, den Angriff abzuwehren.

"Stellt Euch alle mit dem Rücken zum Baum, dann werden wir sie schon kriegen!" ruft er seinen Gefährten zu.

Der Cavalliere, der die Flugechsen nicht aus den Augen gelassen hat, reagiert ebenfalls sofort. Während er sich mit dem Rücken zum Baum wendet und sich dort halt suchend anlehnt, zieht er das eh schon gelockerte Rapier blank und erwartet ruhig und abwehrbereit den Angriff.

Auf Frumol reagiert schnell und zieht mit einer flüssigen Bewegung sein Rapier und behält die Echsen im Auge. Er achtet ebenfalls darauf, nicht den Anschluss zu verlieren und als einzelnes Ziel dazustehen.

Drei Echsen sind es, die anfliegen, und sie haben sich Ingalf, Sephyra und Randirion jeweils als Ziel ausgesucht.

Ingalfs Angreiferin ist zuerst da. Ohne weiter nachzudenken, schlägt er zu und erwischt die Echse am Schnabel. Mit einem Kreischen dreht sie ab.

"Verp…flieg Dich, Du blödes Vieh!" ruft ihr Ingalf hinterher.

Sephyra verfehlt ihre Echse, aber die auch Sephyra. Frumol, der einen Stich von der Seite versucht, ist auch nicht erfolgreich. Bei Randirion ist es genauso.

"So ein verd…!" ruft sie aus, weiter kommt sie nicht, denn …

Die Flugechsen geben nicht auf, sondern greifen noch einmal an, selbst die verletzte ist dabei. Diesmal erwischt Ingalf den den angreifenden Schädel voll, und die Echse stürzt ab.

"Tja, hättest Du gehört!" Ingalf grinst der toten Echse hinterher.

Sephyra ist wieder nicht erfolgreich, aber die Echse fügt ihr eine üble Schramme am Unterarm zu. Frumol, der ihr beispringt kann das nicht verhindern.

"Aaahhhrg!" stößt sie hervor. Der Schmerz durchzuckt sie und nichts kann das ändern.

Randirion kann einen sauberen Stich in den Körper seiner Gegnerin anbringen. Sie lässt sofort von ihm ab und segelt ziemlich schnell in die Tiefe. Ihre unverletzte Artgenossin folgt.

Als alles vorbei ist, rutscht sie mit dem Rücken am Stamm hinunter, bis sie auf ihren Fersen sitzt. Tränen in den Augen steckt sie das Rapier weg und hält sich den verletzten Arm, unfähig - oder unwillig, das ist nicht so genau ersichtlich - sich zu bewegen.

"Mensch, Käptn, hat's Dich schlimm erwischt? Wollen wir lieber zurück zu den Heilern oder schaffst Du es?" fragt Ingalf besorgt, als er nach dem Kampf die Gefährten besieht.

"Mes dieux, das war knapp!" stößt Randirion hervor, blickt den flüchtenden Flugechsen nach und wendet sich dann an seine Gefährten.

"Alles in Ordnung bei euch? Madame Lunos, braucht Ihr Hilfe beim Verbinden der Wunde?" fragt er Sephyra hilfsbereit, als er die blutende Wunde sieht.

Nachdem die Bedrohung vorüber ist, lässt Frumol das Rapier fallen und kümmert sich sofort um Sephyra. 'Ich hätte nicht so weit weg stehen sollen …' scheltet er sich selbst.

"Hey, lass mal sehen." fordert er Sephyra auf.

Er untersucht die Wunde und wäscht diese gründlich aus, denn ihm dünkt, dass Reptilien unreine Wunden verursachen. Einige Arten kämpfen auch mit Gift …

Als diese sich seltsam lethargisch verhält beginnt er sich große Sorgen zu machen.

"Komm schon, sprich mit mir …", fordert er sie auf. "Schau mich an. Das ist gar nicht so schlimm, das wird schon wieder!"

"Wie? … Oh, äh, ja, hier." und hält ihm den Arm hin.

'Wie schnell mag so ein Gift wirken?' fragt er sich. Hoffentlich liegt er mit seiner Vermutung falsch.

"Komm, Du muss was trinken" ordnet er an und setzt ihr seinen Wasserschlauch an die Lippen.

Das ganze ist auf der nur einen Schritt breiten Schräge ziemlich schwierig, aber Frumol schafft es mit einigen Verrenkungen. Und was das beste ist: Nichts fällt in die Tiefe. Nicht einmal sein Rapier, das er so achtlos fallengelassen hat.

Während Frumol Sephyra untersucht, wendet sich Ingalf wieder dem Luftraum zu. 'Nicht das die Viecher jetzt wiederkommen, dass wäre nicht so lustig!'

Es tauchen aber keine weiteren Flugechsen auf.

"Ja, lass gut sein. Ist gar nicht so schlimm, wie ich erst dachte. Nur der erste Schock, weißt du!?" antwortet sie ihm, während sie den Wasserschlauch beiseite schiebt und sich an seinem Arm hochzieht – allein wäre sie aus der Hocke mit dem Rucksack auf dieser Schräge nur schwer wieder hoch gekommen.

"Danke." und nimmt ihm den Wasserschlauch anschließend für ein paar Schlucke ab und gibt dann zurück. Schnell blinzelt sie die Tränen weg und wischt dann mit dem Ärmel nach.

"Du hast da noch was …", Frumol wischt ihr zärtlich noch den letzte Rest der Feuchtigkeit aus dem Gesicht. Er ist sehr erleichtert, dass es ihr gut geht.

"Wenn es Dir schlechter geht, sag' bitte gleich Bescheid," bittet er sie leise. Sie sieht, dass er sich ernsthaft Sorgen macht.

An Ingalf und den Kawaljere gerichtet: "Mir gehts gut. Sind nur ein paar Kratzer, nicht mal so schlimm. Wird schon wieder."

Als Frumol den Verband fertig hat, meint sie: "Lasst uns weitergehen. Gehst Du voran, Frumol?" fragt sie.

"Gerne. Wie Du wünscht!" überspielt er mit fröhlicher Stimme seine Besorgnis. So nimmt er seine Utensilien wieder auf und verstaut den Wasserschlauch, bevor er die Gruppe weiter abwärts führt.

Er geht langsam, damit keiner den Anschluss verliert und Sephyra nicht überanstrengt wird, und achtet konzentriert auf seinen Weg.

Sollte sich eine geeignete Stelle finden, wird er eine Rast einlegen.

E gibt keine geeignete Stelle, eine Rast erweist sich aber auch nicht als notwendig. Bei Sephyra war es wohl wirklich nur der Schreck.

Der Spiralgang endet auf einem 15 Schritt dicken Ast, auf dem nicht weit vom Stamm entfernt eine Hütte steht. Dahinter erhebt sich eine seltsame Holzkonstruktion mit mehreren Rollen, über die Seile laufen.

"Was das wohl wieder ist?" überlegt Sephyra laut. "Anscheinend so eine Art 'Pförtnerhaus. Sehen wir im Innern nach."

Und schon ist sie auf dem Weg dorthin. Nicht jedoch, ohne sich in alle Richtungen umzusehen und Vorsicht walten zu lassen …

Frumol folgt Sephyra.

"Vielleicht sollten wir auf uns aufmerksam machen. Sicher sind nicht alle so Gastfreundlich wie die Watabh."

Ingalf schaut sich nach einem anderen Weg um und folgt dann aber Sephyra mit einem gemurmelten "Denn man tau!"

Edric - Wächter des Aufzugs

In diesem Moment tritt jemand aus der Hütte. Ein Mann. Ein ziemlich großer blonder junger Mann. Er ist nicht besonders breit gebaut und trägt braun-graue Kleidung aus Wolle und Leder.

Als er der Heldengruppe gewahr wird, fängt er über das ganze Gesicht an zu strahlen und geht mit ausgebreiteten Armen auf sie zu.

"Den Göttern sei Dank für Euer kommen, Fremde! Seid gegrüßt! Seit einem halben Jahr schon warte ich auf Menschen, mit denen ich heimkehren kann. Und sagt nicht, ihr wollt hierbleiben, sonst straft Euch Euer Marschgepäck Lügen." bricht es aus ihm hervor.

Frumol stutzt: Noch ein Mensch? Warum ist er nich bei Feizal? Warum hat Feizal nichts von ihm erzählt? Klar, wir haben auch nicht daran gedacht, dass wir hier noch jemanden treffen könnten … Woran misst er die Zeit?

"Die Götter zum Gruße" erwidert Frumol. "Ich bin Frumol. Die reizende Dame an meiner Seite heißt Sephyra und dies sind Ingalf und Randirion." stellt er die Gruppe vor. Er verhält sich freundlich, obwohl die Situation immer verworrener wird.

"Warum seid ihr hier? Ihr kennt doch sicher Feizal, Fremder." fragt er sein Gegenüber, der sich bisher noch nicht vorgestellt hat.

"Wir würden gerne im Schatten Eurer Hütte eine kurze Rast einlegen." bittet er weiter.

Der Jüngling will gerade antworten, da fällt Randirion ein.

Randirion deutet auf Frumols Vorstellung hin eine Verbeugung an. "Die Zwölfe und Aves zum Gruße, werter Herr," mischt er sich in die Konversation ein. "Mein Name ist Cavalliere Randirion ya Calmatin und in der Tat sind wir auf der Suche nach einem Rückweg aus dieser seltsamen Welt. Wie ich vernehme, sind wir nicht die einzigen."

Er mustert den jungen Mann aufmerksam, doch keinesfalls unfreundlich und setzt seine Rede fort. "Wenn ich mich recht erinnere, sprach Feizal al-Fessir, den wir weiter oben im Dorfe der Watabh kennen lernten, von jemandem Namens Edric, der hier wohnen soll. Gehe ich recht in der Annahme, dass wir ihn nun angetroffen haben?"

"Ja, ich bin Edric, der Hirte, und ihr seid seit fast sechs Monaten die ersten, die hier vorbeikommen und ich habe die Tage einzeln gezählt! Feizal hat mir diese Hütte und den Posten als Wächter des Aufzugs zugewiesen. Natürlich könnt ihr hier gern rasten, aber bitte beantwortet mir zuerst meine dringendste Frage: Könnt ihr mich mitnehmen? Ich will hier weg!"

Edrics Stimme nimmt gegen Ende seiner Rede hin einen immer drängenderen Klang an.

Sephyra hält sich im Hintergrund, sobald der Kawaljere wieder das Reden übernommen hat. 'Der weiß schon, wie man das macht.'

Sie horcht auf, als die Rede auf das Verlassen dieser Welt und Rückkehr in die eigne Heimat zur Sprache kommt. So antwortet sie: "Lasst uns das drinnen besprechen. Wir hatte soeben ein paar kleinere Schwierigkeiten mit fliegenden Minidrachen und ein bisschen Schatten wäre nicht zu verachten."

"Bitte, gern, kommt herein, mögt ihr etwas Wasser, etwas zu essen?" Edric überschlägt sich fast vor Eifrigkeit.

"Du bist der Wächter des was?" fragt Ingalf nach. "Wenn Du uns hier vom Baum hilfst, dann könnten wir dich mitnehmen. Was meint ihr dazu?" fragt Ingalf seine Gefährten. "Im Gegensatz zu Feizal will unser neuer Freund ja nicht hier bleiben und alleine hat er glaube ich gegen diese vielen komischen Viecher keine Chance!"

Mit einem zustimmenden Kopfnicken antwortet Randirion: "Von mir aus könnt Ihr uns selbstverständlich begleiten, Monsieur Edric, wenn wir mit Eurer Hilfe diesen Baum verlassen können."

"Oh, das werde ihr, das werdet ihr!" Edric ist ganz begeistert.

"Schaut einmal nach unten!" fordert Edric fröhlich die Neuankömmlinge auf.

Siehe da, unterhalb dieses Astes gibt es keine anderen Äste mehr. In der Tiefe - das müssen mehr als 100 Schritt sein - ist Grasboden und in einiger Entfernung der eine oder andere Riesenbaum zu sehen.

"Oh, ganz schön hoch." meint Sephyra und blickt sicher stehend in die Tiefe. Ohne Anzeichen von Unwohlsein dreht sie sich zu den anderen um und fragt: "Wasser hätte ich gern. Und einen Stuhl zum Sitzen."

"Wasser bringe ich Dir gleich", entgegnet Edric. Als er mit einem Becher voll Wasser wiederkommt, ergänzt er entschuldigend: "Einen Stuhl habe ich leider nicht."

Randirion tritt an den Rand und schaut gelassen nach unten. Prüfend fährt sein Blick über die sich unter ihm ausbreitende Landschaft auf der Suche nach Spuren von auf dem Boden lebenden Kreaturen.

Wenn da Kreaturen leben, dann sind sie entweder zu klein oder momentan außer Sichtweite.

Frumol tritt neben ihn und schaut in die Tiefe.

"Jetzt weiß ich, warum die Echsen Flügel haben." murmelt er und fragt sich dabei ob die dreiäugigen Raubkatzen immer nur auch einem Baum leben …

Als Ingalf der Aufforderung Edrics Folge leistet, fährt er zusammen und tritt instinktiv einen Schritt zurück. Nach einem kurzen Luftholen hat er seine Angst allerdings überwunden und er schaut sich interessiert die Gegend unter dem Baum an. Dann versucht er die Richtung zu bestimmen und schaut nach Norden, ob er auch von hier noch die Berge - und damit vielleicht auch den Rückweg - sehen kann.

Anschließen weist Edric auf die Holzkonstruktion hinter seiner Hütte.

"Das ist ein Aufzug."

Interessiert tritt der Cavalliere an den Aufzug heran und betrachtet die Konstruktion. "Und wie genau funktioniert diese Gefährt?" fragt er den Hirten.

"Ist das wichtig? Hauptsache wir kommen da heil runter."

Frumol ist von dieser Konstruktion schon beeindruckt, doch wird er so ein Ding sicher niemals wieder sehen, geschweige denn, selber bauen müssen.

Interessiert betrachtet sich Sephyra die Konstruktion. "Und wie funktioniert das?"

"Und wie gehts das?" fragt auch Ingalf und betrachtet sich die Holzkonstruktion aus der Nähe.

"Oh, es gibt zwei Möglichkeiten", erläutert Edric, als alle zum Aufzug gehen. "Entweder ihr steigt in die Kabine", Edric zeigt einen großen geflochtenen Korb, der Platz für maximal zwei Personen bietet, der an einem Seil hängt, welches über mehrere Rollen geführt wird, "und ich lasse euch herunter. Man kann sich aber auch allein herunter lassen und wieder hinaufziehen."

Er demonstriert das dadurch, dass er in den Korb steigt und ein Seil greift. "Wenn ich jetzt hier diesen Riegel ziehe, kann ich mich hinunterlassen."

"Aha." macht Sephyra nur. "Ouroborox hätte seine Freude daran." merkt sie in Frumols Richtung an. "Der hatte was übrig für solch technische Dinge."

"Ah, sehr interessant!" kommentiert Randirion Edrics Erklärungen und betrachtet prüfend den Zustand der Holzkonstruktion, des Korbes und des Seiles.

Es fällt Randirion nichts negatives auf, aber wenn er ehrlich mit sich ist, hat er keinen Schimmer, ob die Konstruktion sicher ist. Nicht einmal Edric kann Randirion einschätzen. In dieser Angelegenheit, muss er sich voll auf seine Gefährten verlassen.

'Hmm,' grübelt Ingalf, 'wenn das sooo leicht ist hier wegzukommen, warum ist er noch hier?'

"Wenn Du mit uns gehst, wer wird dann der neue Wächter? Musst du nicht erst irgendwem Bescheid sagen? Hast Du noch Sachen, die Du brauchst?" fragt er Edric.

"Das ist einfach," erwidert Edric eifrig bemüht. "Als ich herkam, gab es auch keinen Wächter. Feizal wollte mich nicht im Dorf haben. Er wollte wohl seine Macht nicht teilen, wahrscheinlich hatte er zu hause nicht genug davon. Meine Sachen habe ich alle in der Hütte. Es dauert nur einen kleinen Moment, sie zusammen zupacken."

'Das ist interessant.'

"Wo kommst Du her und wie bist Du denn durch das Tor gekommen", fragt Frumol neugierig, obwohl die Geschichte, sicher der ihrigen gleicht.

"Ich war mit Schadriel dem Großen unterwegs, so nannte sich der Scharlatan, dem ich mich angeschlossen habe, um etwas von Aventurien zu sehen. In der großen Wüste wurden wir von verrückten Mönchen überfallen und gebeten, durch ein magisches Tor zu gehen. Was blieb uns anderes übrig. Beim Abstieg hat ein Baumwürger Schadriel erwischt. Boron möge seiner Seele gnädig sein." Edric wirkt bekümmert.

Dann wendet er sich an die restlichen Gefährten: "Wer will jetzt mit wem herunterfahren? Wir müssen wohl Pärchen bilden!" Sein Grinsen wird beim letzten Satz breiter als er Frumol und Sephyra anschaut.

"Glaube ich kaum." antwortet Sephyra mit einem Grinsen. "Denn weder Frumol noch ich wollen euch beide trennen." und bricht in schallendes Gelächter aus.

"Na dann bildet mal ein Pärchen!" fordert sie die beiden auf.

"Ich würde vorschlagen, Madame Lunos und Meister Pellocke werden als erste hinunter gelassen, dann folgen wir, Freund Wedmannsson, und der im Betrieb des Korbes gewiss geübte Monsieur Edric kommt anschließend nach," äußert Randirion auf Ingalfs Frage.

"Jau, das ist eine Variante," erwidert Ingalf, "aber vergiss nicht, dass der der zuerst unten ist auch wohl ziemlich lange auf die nächsten warten muss. Wäre es dann nicht besser wenn wir beide zuerst runter fahren, dann Frumol und Sephyra und als Letzter Edric? Dann können wir unten schon mal für unsere Sicherheit sorgen?!"

"Um ehrlich zu sein, Freund Wedmannsson," erwidert Randirion mit einem leichten Grinsen, "ist es mir gleich. Ich wollte nur der Dame den Vortritt lassen. Aber Ihr habt durchaus recht, wir sollten für die Nachkommenden das Gelände sicher," erwidert er Ingalf. "So bald Madame Lunos sich dazu in der Lage fühlt, sollten wir mit der Abfahrt beginnen."

Die Aussicht auf baldige "Bodenberührung" ohne Aufschlag mobilisiert Sephyra wieder und sie erhebt sich. Mit einer angedeuteten höfischen Verbeugung samt Halbknicks erwidert sie: "Dann schreitet mutig voran, Meister des Klingenspiels und sichert den Ankunftspunkt dieses 'Aufzugs' für unser Erscheinen!"

Mit einem Grinsen und Augenzwinkern zu Frumol fährt sie fort: "Sodann werden wir Euch folgen."

"Gerne doch." erwidert Frumol. Mit einem spöttischen Lächeln sieht er der Abfahrt der beiden Recken zu.

Randirion erwidert ihr höfisches Verhalten mit einer galanten Verbeugung und einem Lächeln auf den Lippen. "Avec plaisir, Madame Lunos. Wir werden dafür Sorge tragen, dass Eure Ankunft ohne unliebsame Zwischenfälle stattfinden kann."

"Ich hoffe, du hast dich nicht an der Echse angesteckt, deine Sprache klingt schon so geschwollen." feixt Ingalf während er den Holzkäfig betritt.

"Komm, Randirion, dann wollen wir mal wieder auf den Boden zurück!"

"Nun dann," erwidert Randirion und steigt ebenfalls vorsichtig in den Korb ein. "Lasst uns hinab, Monsieur Edric," fordert er den jungen Mann auf und hält sich mit einer Hand am Korbrand fest.

"Alle drin? Na denn los!" erwidert Edric und beginnt die Seilkonstruktion fachmännisch zu bedienen.

Während der Abfahrt werden beide noch einmal von zwei Flugechsen angegriffen. Es gelingt Randirion und Ingalf aber rasch, die Flugechsen davon zu überzeugen, dass sie keine Beute sind. Die Überzeugungsarbeit kostet Randirion nur eine Schramme an der Hand.

Abgelenkt durch die wunderbare Aussicht über die Landschaft bemerkt Randirion den Angriff der geflügelten Echsentiere zu spät, um seine Hand, mit der er sich am Korb festhält, rechtzeitig zurückzuziehen. Der leichte Schmerzen lässt ihn nur kurz die Luft zwischen den Zähnen einziehen, sogleich zieht er sein Rapier blank und erwehrt sich seiner Haut, bis die beiden Angreifer unverrichteter Dinge abziehen.

Als die Beiden in dem engen Korb angegriffen werden, hält Frumol unwillkürlich die Luft an. Erleichtert sieht er, dass die beiden Echsen schnell von dem Korb ablassen und es scheinbar keine Verletzungen gegeben hat.

Als die beiden unten ankommen und aussteigen wirft er einen prüfenden Blick nach unten, ob er den Korb wieder hochziehen kann. Falls dem so ist macht er sich sofort ans Werk.

Ingalf, der froh ist wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, sieht sich in der näheren Umgebung um. Er geht auf jeden Fall einen Schritt beiseite - nicht das ihm noch etwas aus dem Korb auf den Kopf fällt.

Der Cavalliere steigt zügig nach Ingalf aus dem Korb und folgt ihm ein paar Schritte auf die Seite. Jetzt erst betrachtet er die Schramme an seiner Hand. Er holt eines seiner Taschentücher hervor, benetzt es mit ein wenig Wasser und reinigt die Wunde, bevor er das Tuch darum wickelt.

Randirion und Ingalf befindet sich am Fuße eine Riesenbaumes, und beim Umschauen wird deutlich, dass sich dieser Baum am (instinktiv geschätzt) nordöstlichen Rand einer Ebene mit Riesenbäumen befindet. Dazwischen ist Grasland.

Richtung Nordosten ist normaler Wald zu sehen, hier und da mit lichten Stellen. Ingalf erinnert sich, dass hinter dem Wald Hügelland begann.

Tiere sind nicht zu sehen.

"Nun, wenn wir zu den Bergen respektive Hügeln wollen, müssen wir dann nicht durch diesen Wald?" fragt er den Thorwaler. Aufmerksam sieht er sich um, sein Rapier in der Hand und die Balestrina griffbereit, denn diese Welt scheint immer für Überraschungen gut zu sein.

Ziemlich genau Richtung Nordosten scheint das Grasland ein Stück in das Waldgebiet hineinzureichen.

Auch wenn er beim aufmerksamen Umschauen nichts auffällig bemerken kann, spannt er die Balestrina und lädt sie vorsichtshalber.

'Wie heißt es so schön, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste' sinniert er.

Das Hochziehen des Aufzugs dauert deutlich länger als das Herunterlassen, da Edric vorher das Zugseil über eine zusätzliche Rolle legt, aber endlich ist der Aufzug oben.

Frumol beobachtet Edric bei seiner Tätigkeit.

"Wieso ist das notwendig?" fragt er ihn, als dieser das Zugseil umlegt.

"Dann brauchte ich weniger Kraft", erwidert Edric. "Wieso, weiß ich auch nicht. Feizal hat's mir gezeigt."

"Bitteschön!" sagt Edric nur.

Sephyra steigt mit einem Dankeschön-Nicken in den Korb und verstaut den Rucksack, so dass sie im Falle eines Angriffs unbelastet wäre.

Sie sieht der Fahrt mit Erwartung entgegen, bedeutet sie doch, einen Blick auf die Umgebung zu haben, der bisher von Blattwerk versperrt war …

Auch Frumol steigt in den Korb nach dem er seinen Rucksack abgenommen und auf dem Boden des Korbes gesetzt hat.

"Es kann losgehen", fordert er Edric auf sie hinab zulassen während er sich gut festhält. Während der Abfahrt nutzt er die Gelegenheit, sich einen Überblick über die Gegend zu machen und ihr Ziel zu bestimmen. Dennoch achtet er wachsam auf sich nähernde Echsen …

Die Echsen scheinen genug zu haben. Jedenfalls verläuft die Abfahrt ungestört.

Im Nordosten, das ist die Richtung, in die Frumol und Sephyra ungestört blicken können, ist ein Wald. An einer Stelle ganz in der Nähe geht eine breite Wiesenschneise durch den Wald. Hinter dem Wald sind wieder Wiesen.

Einige Bäche sind zu sehen, im Osten ein See. Hinter alldem erstrecken sich Hügel.

Nachdem der Korb mit einem leichten Ruck auf den Boden aufgesetzt hat, springt Frumol leichtfüßig hinaus. Er reicht Sephyra die Hand und ist ihr beim Ausstieg mit einem neckischen Lächeln behilflich.

Freundlich lächelnd ergreift sie die angebotene Hand und steigt, den Rucksack in der anderen Hand, elegant aus dem Korb. "Danke." sagt sie einfach.

Anschließend holt er noch schnell das Gepäck aus dem Aufzug und winkt Edric zu: Das Zeichen, dass er den Korb wieder heraufziehen kann.

"Ist jemand verletzt?" fragt er, als sie zu den Wartenden treten.

"Nur eine unerhebliche Schramme, wirklich nichts nennenswertes. Danke der Nachfrage," antwortet ihm Randirion freundlich und blickt dem Korb nach.

"Dann ist ja gut", kommentiert Frumol nur.

Nachdem die Gefährten ungestört unten angekommen sind, meint Ingalf: "Na, wie ist euch der Aufzug bekommen? Bei Swafnir! Was eine Aussicht, aber ich bin froh wieder unten zu sein!"

Dann erläutert er die Planung, die er sich während der Abfahrt und dem Warten gemacht hat: "Also die Hügel sind ja wohl im Norden - konnte man ja ganz gut sehen - also sollten wir diesen Kurs setzen. Allerdings würde ich nicht quer durch den Wald laufen wollen, sondern vielleicht in Richtung der Schneise und dann weiter schauen. Was meint ihr dazu?"

"Wenn wir zu den Bergen wollen, können wir entweder über die Schneise im Wald, oder uns im Schutze der Riesenbäume bewegen." er zeigt jeweils in die angegebene Richtung. "Hinter dem Wald ist auch wieder Steppe." gibt er weiter bekannt, da er annimmt, dass die Beiden aufgrund des Angriffs nich allzu sehr auf die Umgebung achten konnten.

"Nun, wenn es hier riesige und normale Bäume gibt, werden wohl auch nur bei den riesigen Bäumen die riesigen Tiere leben. Normale Insekten und Vögel haben wir schließlich schon gesehen. Ich wäre dafür, den Weg durch den 'kleinen' Wald bzw. die Schneise zu nehmen. Immer mit Ziel auf die Berge natürlich." ergänzt sie.

Mit einem einverständlichen Kopfnicken nimmt Randirion den Vorschlag seiner Gefährten an. "Ja, lasst uns den Weg durch die Schneise nehmen," meint er nur kurz. Die Balestrina schussbereit in der Hand wartet er darauf, dass Edric ebenfalls unten ankommt und sie los marschieren können.

Mit einem Blick nach oben wartet sie dann darauf, dass der Korb wieder herunterkommt und sie dann losziehen können.

Als Edric sieht dass Sephyra ausgestiegen ist spannt er abermals die Seile um und zieht den Korb hinauf. Als der Korb oben und befestigt ist eilt er in die Pförtnerhütte und greift sich seine restliche Ausrüstung (Stab, Mütze, Mantel, Rucksack und den Rest seiner Habe falls hier nicht genannt). Er packt ein, was er noch an Proviant da hat und füllt seinen Wasserschlauch an den auch hier angebrachten Speicherblüten.

Nachdem er sich ein letztes mal umschaut ob er noch etwas brauchbares findet, verlässt Edric, falls dem nicht so ist, die Hütte ohne Bedauern.

Mit geübter Technik - dazu hatte er im letzten Jahr genügend Zeit – lässt sich Edric anschließend zu den anderen hinab.

Kurz danach kommt Edric wohlbehalten unten an. Die Helden sehen …

Seine Kleidung besteht aus:

 

  • Lederhose (braun)
  • Wollsocken
  • Wolltunika (hellgrau)
  • Lammfellweste (außen grau)
Unter der Tunika, die mit einem leichten Strick um die Taille gehalten wird, trägt Edric einen breiten Ledergürtel, der außer diversen Gegenständen auch die Hose hält.

Ledergürtel:

 

  • Messerscheide mit robustem Jagdmesser
  • Beutel für Schleudersteine
  • Geldbeutel (Leer)
  • Schleuder (in kleinen Schlaufen mit einem Strick angebunden.)
Er trägt einen geräumigen Lederrucksack und benutzt seinen Hirtenstab als Wanderstock.

Edric selbst ist 18 Jahre alt, aber besitzt ein sehr jugendliches Aussehen, er wird oft bis zu 3 Jahre jünger geschätzt. Er hat wenig Bartwuchs so, dass er sich nur selten rasieren muss. Er hat blonde Haare, grüne Augen und wettergegerbte, helle Haut. Er ist mit 1,90 recht stattlich, sehr schmal, aber sehnig-muskulös.

Nachdem auch Edric mit seinen Habseligkeiten am Fuße des Baumriesen steht schaut Frumol prüfend in die Runde.

"Wir wollen durch die Schneise zu den den Bergen", gibt er Edric den Plan bekannt.

"Können wir?" fragt er, dann schultert er seinen Rucksack und und marschiert als erster in die angegebene Richtung. Wachsam achtet er auf die Umgebung.

Randirion nickt nur und folgt ihm. Auch er beobachtet aufmerksam die Landschaft und achtet auf Bewegungen in den Waldungen.

Auch Sephyra schultert den Rucksack für eine längere Marschtour und macht sich reisefertig. Kurz sieht sie sich um, ob sich nicht ein herumliegender Stock oder Ast als Wanderstecken eignet, denn den kann sie in dem später hügeligen Land sicher gut brauchen.

Die Aststücke, die hier herumliegen, sind alle so krumm, dass sie sich nicht als Wanderstöcke eignen.

Dann folgt sie Frumol auf dem Fuße und soweit sie noch keinen Wanderstab hat, hält sie immer wieder in der Nähe evtl. Bäume danach Ausschau.

Ansonsten sieht sie sich immer wieder aufmerksam nach möglichen "Verfolgern" oder Angreifern aus der Tier- und Pflanzenwelt um.

Im Augenblick sieht alles friedlich aus.

Ingalf schaut sich unterwegs immer wieder um, ob es nicht vielleicht einen Weg oder eine Straße gibt, denn das Laufen im hohen Gras ist auf Dauer ja ziemlich anstrengend für einen Seemann.

"Lasst uns in der Mitte dieser Schneise bleiben, ja?" bittet Sephyra.

"Wer weiß, was in so einem Wald lebt - und wer weiß, was zum Jagen an den Waldrand kommt …" Das will sie sich lieber gar nicht vorstellen.

Edric schließt sich mit einem glücklichen Lächeln an.

'Endlich wieder unterwegs', denkt er, und das sieht man ihm an.