Als Sephyra durch das Tor kommt, merkt sie sofort, dass sie am richtigen Ort ist. Sie ist wieder auf dem Holzpodest, von wo aus sie vor anderthalb Tagen die Reise angetreten hat. Aufgeregte Rufe begrüßen sie.

Kuttenträger laufen hin und her. Hier oben auf dem Holzpodest ist aber niemand. Edric materialisiert hinter ihr und lässt sich mit einem "Endlich!"auf den Holzplanken niedersinken.

Sofort nach Erkennen des Ortes tritt Sephyra zwei Schritte beiseite, damit die ihr folgenden Gefährten genügend Platz haben.

Dann wendet sie sich an einen der Mönche: "Schnell, wenn wir alle hindurch sind, müsst ihr das Tor schließen. Wir werden verfolgt!"

Das Drängen in ihrer Stimme lässt keinen Zweifel daran, wie ernst es ihr ist.

Ingalf kommt hinter den beiden durch das Tor. Er sieht sich um und bricht mit einem "Mein Wein wartet!" zusammen.

Ein riesiges Gewusel entsteht. Aufgeregte Stimmen rufen hin und her. Die Mönche scheinen mit allem möglichen gerechnet zu haben, nur nicht mit der Rückkehr der Helden. Bevor noch etwas weiteres wesentliches geschieht, kommen Frumol und Randirion an.

Frumol taumelt auf den Podest, Schmerzen sind deutlich auf sein Gesicht geschrieben. Sein verwundetes Bein gibt unter ihm nach und er fällt unbeholfen zu Boden. Sein Rapier rollt beiseite.

Randirion eilt sofort, nachdem er sich in dem Raum materialisiert hat, zu dem auf dem Holzpodest vor dem Tor zusammengebrochen Thorwaler und versucht, ihn ein Stück aus der Gefahrenzone des offenen Tores zu ziehen. Besorgt beugt er sich über ihn und schüttelt ihn leicht an den Schultern. "Freund Wedmannsson, kommt zu Euch, wir haben es geschafft," spricht er auf Ingalf ein.

Kurz danach ertönt einen scharfer Knall aus Richtung des Tores. Als die Helden herumfahren, die noch bei Bewusstsein sind, sehen sie, dass das Tor erloschen ist.

Mühsam dreht er sich um. 'Das war's dann wohl', überlegt er und konzentriert sich auf den Schmerz in seinem Bein während er sich in eine sitzende Position aufrichtet.

'Schon wieder die Mönche -- Hoffentlich schicken sie uns nicht wieder durch das Tor!' ist sein einziger Gedanke an diese missratene Brut.

Seine Hände tasten sein Bein ab, um die Ausmaße der Bisswunde festzustellen.

Als Frumol durch das Tor ist, stürzt sich Sephyra förmlich auf ihn: "Geht es Dir gut? Bist Du verletzt?" fragt sie und hält ihre linke Hand an seine Wange.

Als sie den Ameisenbiss am Bein erspäht, sagt sie mitfühlend: "Du Armer!" und sodann ruft sie laut: "Schickt einen Medicus, aber schnell! Wir haben hier Verletzte!"

Im Moment reagiert niemand auf den Ruf.

"Es geht schon." antwortet Frumol tapfer und versucht Sephyra anzulächeln. Die Berührung ihrer Hand hat schon einen Teil der Schmerzen verscheucht. Dennoch bleibt er am Boden sitzen und zieht seine Gefährtin zu sich hinab.

Was dieser nicht unangenehm ist und …

"Wir haben es geschafft!" flüstert er leise und zieht ihre Lippen zu einem langen Kuss an die seinen. Er schließt die Augen und der Rest der Welt versinkt ins Nebensächliche: Sephyra ist sein ein und alles, der Mittelpunkt seiner Welt!

Wenn auch nur kurz, so erwidert sie den Kuss. Dann zieht sie sich zurück und meint schelmisch: "Du bist doch verletzt. Was sollen die keuschen Mönche von uns denken?"

"Was die Mönche denken ist mir egal und als Verletzter brauche ich viel Zuneigung." antwortet er schelmisch. "Was hat das eine mit dem anderen zu tun?"

"Gar nichts!" lächelt sie zurück und fährt ihm dabei schnell mit dem Zeigefinger über die Nasenspitze.

"Aber Du musst erst mal wieder richtig gesund und kräftig werden." fährt sie in einem belehrend klingenden Ton fort und wird Frumol sobald als möglich einen großen Schluck aus der Heiltrankflasche einflößen.

Auch Ingalf rappelt sich wieder.

"Bei mir geht's auch," kommt noch ein wenig zitternd bei den Gefährten an. Er richtet sich auf und wendet sich an Sephyra: "Vielen Dank, Käpt'n, fürs Tragen, aber ich glaub die Orknase sollte besser wieder bei mir sein." Es versucht ein Lachen, aber das Ganze wird doch eher ein Röcheln und Husten.

Der Knall ruft bei den Mönchen zusätzliche Aufregung hervor. Drei kommen die Treppe hoch gestürmt.

Mit einem befriedigten Gesicht nimmt sie zur Kenntnis, dass den Ameisen der Weg versperrt ist.

Der Cavalliere richtet sich wieder auf, tritt vor den am Boden liegenden Ingalf und blickt den drei Mönchen stumm entgegen. Die ungeladene Balestrina hat er während ihrer Flucht wieder am Gürtel befestigt, aber sein Rapier hält er nach wie vor in der Hand.

Die drei Mönche fangen an, aufgeregt miteinander zu reden. Die Helden kriegen nur Wortfetzen wie "noch nie passiert", "Untersuchung", "Hesindes Gnade", "Großmeister warten" mit.

Ungestüm springt Sephyra auf, ihren verletzten Knöchel hat sie dabei vergessen. Allerdings bringt dieser sich ungefragt in Erinnerung, indem er unter ihr nachgibt, so dass sie stürzt.

Mehr wütend als verletzt schreit sie die drei Mönche an: "Hesindes Gnade? Was soll das heißen? Was ist mit Peraine? - Los, ihr da! Bringt endlich einen Medicus hierher!" Sie ist außer sich vor Wut. Dann kommt ihr eine Idee: "Sollte der Medicus nicht gleich hier sein, könnten diese beiden," sie zeigt auch Ingalf und Frumol, denen sie gleichzeitig zuzwinkert, "es vielleicht nicht überleben! Sie sind die einzigen, die wichtige Einzelheiten von der anderen Seite berichten können. Sollten sie dies nicht mehr mitteilen können, wird man Euch schwer bestrafen.

Wahrscheinlich müsst Ihr dann selbst durch das Tor!" startet sie verzweifelt den Versuch, die Mönche zum Handeln zu bewegen.

Als Ingalf Sephyras Zwinkern sieht, verdreht er die Augen und beginnt wie ein Wilder zu stöhnen.

Irgendwie hat es den Anschein, als ob die wiedergekommenen Helden für die Mönche von minderer Bedeutung sind. Es kommen noch mehr hinzu und es wird aus den Gesprächen deutlich, dass das Tor anscheinend seine Funktion eingestellt hat.

Jetzt meldet sich auch Randirion zu Wort. Der Cavalliere tritt vor die Mönche, richtet sich in seiner vollen Größe auf, mustert die zu vorderst stehenden kurz von oben bis unten mit einem gestrengen Blick seiner grün irisierenden Augen und spricht sie in einem Tonfall an, der jegliche Widerrede sinnlos erscheinen lässt. "Ihr habt gehört, was Domna Sephyra Lunos Euch befohlen hat. Lasst auf der Stelle einen Medicus kommen oder bringt uns von dem Heiltrank, den ihr hier braut. Weigert ihr euch, und das kann ich euch versichern, werdet ihr bedauern, dies versäumt zu haben. Tut zudem unverzüglich eurem Großmeister oder Magister kund, dass wir zurück sind und umgehend mit ihm zu sprechen wünschen."

Äußerlich erscheint der junge Adlige gefährlich ruhig, doch innerlich ist er außer sich vor Entrüstung ob der Missachtung, die die Mönche ihnen gegenüber an den Tag legen.

'Upps, der Heiltrank!' durchzuckt Sephyra die Erkenntnis, dass sie womöglich etwas vergessen hatte. Sie kauert sich neben Frumol und fragt ihn ganz leise: "Geht es Dir so schlecht, dass ich den Heiltrank hervorholen soll? Der Kawaljere hat mich gerade daran erinnert, dass wir noch die 'Gaben' bei uns haben, mit denen wir von hier aufgebrochen sind. Sonst bekommt Ingalf etwas davon."

Frumol muss unwillkürlich schmunzeln. Die Schmerzen sind für einen Moment fast vergessen.

"Es ist nur ein Biss." erklärt er. "Gib Ingalf den Trank zuerst."

Anschließend konzentriert er sich darauf, die Wund zu untersuchen. Die Ameise hat ihn mit einem tiefen Biss am linken Unterschenkel verletzt. 'Gut dass ich die feste Hose anhatte.' stellt er fest, während er die geschwollene Wunde vorsichtig Abtastet. Die Blutung hört langsam auf, so dass er die Hoffnung hegt, dass die Wunde schnell verheilen wird - vorausgesetzt, sie wird baldmöglichst gereinigt und verbunden.

Einen Moment scheint die Welt den Atem anzuhalten.

Dann reagiert einer der Mönche fast so, wie es Randirion und vor ihm schon Sephyra erwartet hat.

"Einen Moment noch, werte Ankömmlinge!" Er packt einen der Herumwuselnden: "Bringe sofort die große Flasche Heiltrank hierher, die aus dem Brunnen!"

Als der Aufgeforderte widersprechen will, packt ihn der Sprecher, der offensichtlich etwas höherrangig ist, an der Kutte und herrscht mit finsterer Miene an: "Tu es! Sofort!" Das reicht, um den jungen Adepten laufen zu lassen.

Mit Befriedigung nimmt Randirion die Auswirkung seiner Worte zur Kenntnis. 'Sieh an! Es geht doch! Excellent!' denkt er sich zufrieden.

Dann wendet sich der Sprecher wieder den fünf Helden zu. "Gleich wird euch geholfen werden. Und der Großmeister ist schon unterwegs."

Würdevoll nickt der Cavalliere ihm zu. "Habt Dank, es wurde ja auch Zeit. Ich kann nur hoffen, Euer Großmeister hat ein Nachsehen mit Euch."

Dann dreht er sich zu seinen Gefährten herum, um sich weiter um diese zu kümmern.

'Wofür doch adelige Autorität nicht alles gut ist.' denkt sich Sephyra, noch immer neben Frumol am Boden sitzend. Dankbar schenkt sie dem Kawaljere ein kurzes Lächeln und wendet sich dann wieder Frumols Verletzung zu. Vorsichtig versucht sie, die Wunde von dem zerrissenen Hosenbein zu befreien und sie mit etwas Wasser zu reinigen.

Frumol nimmt derweil einen tiefen Schluck von dem gereichten Heiltrank. 'Wie der wohl schmeckt?' fragt er sich, als er die Flasche an die Lippen setzt.

Der Geschmack des heilenden Getränks ist süßlich und sauer und recht fruchtig.

Die Wirkung setzt unmittelbar nach dem ersten Schluck ein, sein ganzer Körper beginnt leicht zu kribbeln. An der Beinwunde verstärkt sich das Kribbeln, es ist schwach und gar nicht unangenehm. Frumol nimmt noch einen Schluck aus der Flasche.

Das Kribbeln verstärkt sich. Schließlich hat Frumol das Gefühl, als wäre sein Bein eingeschlafen. Es ist dieses unangenehm schmerzende Kribbeln bei dem das Bei völlig kraftlos ist. Hinzu kommt eine Taubheit im Bein, die die Schmerzen überlagert.

Dieser Zustand hält einen kurzen Augenblick an, dann ist sowohl das Kribbeln, als auch das taube Gefühl wie weggeblasen. Nicht nur das: Auch die Schmerzen sind fort.

Ungläubig streicht er vorsichtig über die Wunde und zuckt zurück, als er neue, empfindliche Haut dort spürt, wo noch vor wenigen Momenten die tiefe Bisswunde klaffte. Die Wunde hat sich nicht nur geschlossen, nein, es ist nicht einmal eine Narbe zurück geblieben.

Fasziniert sieht sie dem Effekt des Heiltranks an Frumols Bein zu.

Er schaut zu Sephyra, und gibt ihr die Flache zurück: "Danke. Der Trank ist wirklich gut. Hebe ihn gut auf."

"Das werde ich." verspricht sie.

Sein Blick fällt auf den Wasserschlauch, mit dessen Inhalt sie eben noch die Wunde gereinigt hatte.

"Ich hätte jetzt gerne einen Schluck Wasser. Sofern Du noch etwas hast." Der Heiltrank hat ein klebriges Gefühl in seinem Mund hinterlassen.

"Glaubst Du nicht, dass das die Wirkung beeinträchtigen könnte?" fragt sie vorsichtig. Aber ein Blick auf die bereits geschlossene Wunde überzeugt sie schließlich, dass sie wohl nicht aufbrechen wird, nur weil Frumol etwas gegen den Durst trinken wird. Also reicht sie ihm den Wasserschlauch und lässt ihn sich satt trinken. Danach reicht sie den Schlauch dem nächstbesten Mönch und bittet ihn, den Schlauch mit frischem Wasser nachzufüllen.

Der Mönch schaut hilfesuchend zu seinem Superior. Die Situation löst sich aber durch die Ankunft von Salon auf.

'Wo bleiben nur die Mönche mit dem Trank?' fragt sie sich.

Nach wirklich kurzer Zeit kommt der jüngere Mönch wirklich mit der schon bekannten Flasche Heiltrank zurück und hält sie vom Laufen keuchend Randirion hin.

Der Cavalliere nimmt sie ihm mit einem knappen Kopfnicken und einem in vorwurfsvollen Ton gemurmelten "Warum nicht gleich so …" ab und reicht die Flasche an den Thorwaler weiter. "Voici, der Heiltrank. Nehmt einen guten Schluck, Kompagnon, die Wirkung haben wir ja schon kennenlernen dürfen. Er wird Euch helfen."

Und mit einem schwachen Grinsen fügt er noch hinzu: "Es sollte für alle reichen."

Ein Getränk abzulehnen, geht natürlich für keinen Thorwaler, und so ergreift Ingalf sofort die angebotene Flasche und nimmt einen tiefen Schluck, und dann noch einen und noch einen.

Und genau wie vor 2 Tagen stellt sich das gleiche gute Gefühl ein. Seine  Schmerzen vergehen, die Wunden schließen sich und zurück bleiben frische rosa schimmernde Narben, sonst nichts.

Er gibt die Flasche dann an Sephyra, Frumol und Edric weiter. "Wohl bekomm's!"

Da Frumol bereits aus Sephyras Heiltrankflasche versorgt wurde, lässt sie die Flasche zunächst an Edric reichen, damit dieser ebenfalls seine Wunden damit heilen kann.

Edric dankt und nimmt vorsichtig einen kleinen Schluck. Als der die magische Wirkung spürt, nimmt er noch zwei tiefe Schlucke. Dann betastet er sein Bein. "Hesinde und Peraine sei Dank!" ruft er aus. "Mein Bein ist wieder ganz!"

Da sich noch etwas in der Flasche befinden, lässt sie sich die Flasche geben und füllt vorsichtig ihre eigene Heiltrankflasche nach.

Dabei überlegt sie noch: 'Ob es denn gut ist, verschiedene Tränke zu mischen?', tut dies aber mit einem innerlichen Schulterzucken ab: 'Warum auch nicht, Heilen tut beides.' Anschließend reicht sie dem Kawaljere die Flasche zurück, damit dieser sie den Mönchen aushändigen kann.

Der junge Mönch verfolgt mit weit aufgerissenen Augen den verschwenderischen Umgang mit dem kostbaren Heiltrank, sagt aber nichts.

Bevor Randirion ihm die Flasche mit erneutem, kurzen Kopfnicken wieder überreicht, nimmt auch er einen großen Schluck, um seine geringfügigen Blessuren heilen zu lassen.

Ingalf fühlt sich nach der Einnahme des Heiltranks wieder richtig gut, so dass seine thorwalsche Art wieder durchschlägt, er fährt den Mönch an: "Wo is'n jetzt euer Obermotz? Wir wollen unsere Belohnung, ich meinen Wein und dann will ich zu Leif, aber heute noch!"

Der junge Mönch will gerade antworten, da wird es ruhig. Der Sprecher der Mönche, den Helden unter dem Namen 'Salon' bekannt, hat die Halle betreten. Er schreitet die Rampe zum Podest hinauf und begrüßt die Helden mit ausbreiteten Armen; "Freiwillige! Ihr habt es geschafft! Gepriesen seien dei Zwölf!"

"Pff. Freiwillige!" murmelt Sephyra und erhebt sich langsam, stützt dann Frumol, damit auch er aufstehen kann.

Mit einem missbilligendem Blick sieht sie Salon entgegen und wartet, was nun kommen mag.

Frumol steht mit Sephyras Hilfe auf und belastet vorsichtig das Bein.

Der magische Trank ist wirklich ein Phänomen, denn er kann das Bein ganz normal benutzen. Von Schmerzen oder anderen Einschränkungen ist nichts zu spüren. Nur der offene Riss in der blutbesudelten Hose sowie die zarte, rosane Haut deuten noch auf die Verletzung hin.

Auf Frumol blick Salon mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen entgegen. 'Hoffentlich hält er seine Versprechen.' überlegt er.

Sephyras Hand lässt er jedoch nicht los

Randirion wendet sich Salon zu und erwidert ihm kühl: "Assurément! Uns wurde, im Gegensatz zu vielen Unglücklichen, die Ihr als Freiwillige bezeichnet und durch das Tor in eine unbekannte Welt voller Schönheit und Gefahren geschickt habt, die Gnade einer, in Anbetracht der dort herrschenden Verhältnisse, einigermaßen unversehrten Rückkehr gewährt."

Misstrauisch mustert er den Sprecher der Mönche und wartet angespannt auf eine Reaktion.

"Wie wahr, die Gnade wurde euch und uns gewährt, den Zwölfen sei Dank! Vielleicht darf ich euch alle in den Wohnbereich bitten, wo ihr euch wa…, ähm, frisch machen könnt. Wir werden solange für euch ein Willkommensmahl bereiten, und, Herr Thorwaler, er wird genug Wein dabei sein. Anschließend wäre es sehr freundlich von euch, wenn ihr von euren Erlebnissen berichtet. Bis dahin werden wir vielleicht auch herausgefunden haben, was mit dem Tor los ist."

Salon schaut missbilligend zu seinen Confratres.

'Oh, Swafnir, da sind ja die richtigen Schwafelköppe zusammen,' denkt sich Ingalf und hat schon fast abgeschaltet. Als dann die Worte Willkommensmahl und Wein fallen, wird er allerdings wieder hellhörig.

"Na, dann los nicht lang fackeln!"

Frumol muss bei diesen Worten grinsen. Auch er war der hochtrabenden Unterhaltung nicht wirklich gefolgt und in Gedanken abgeschweift.

Gegen eine körperliche Reinigung und eine gute Mahlzeit hat der Cavalliere nichts einzuwenden und so stimmt er dem Angebot Salons zu.

"D'accord! Weist uns den Weg in die entsprechenden Gemächer." Bei diesen Worten entspannt sich Randirion ein wenig. "Alles weiter sehen wir später."

"Gute Idee!" pflichtet Edric bei und steht auf. "Wenn Ihr jetzt noch eine Wäscherei und frische Kleidung habt, ist es perfekt."

Salon verdreht die Augen, zeigt dann aber auf den Novizen. "Ridos wird sich um alles kümmern."

Ridos gibt er die Anweisung: "Alle Bequemlichkeit für unsere Gäste!"

Sofort, nachdem die Helden das Podest verlassen haben, scheint Salon sie auch vergessen  vergessen zu haben, denn er er beginnt eine intensive Befragung der anderen Mönche.

Hand in Hand steigen Sephyra und Frumol von dem Podest herunter, denn auch sie lässt seine Hand nicht los.

"Dann geleitet uns in den Wohnbereich." fordert sie den erstbesten Mönch auf und drückt ihm zugleich ihren Rucksack in die Hand mit den Worten: "Hier, gib gut darauf Acht und stelle ihn dann dort in meiner Nähe ab."

Der Mönch nimmt den Rucksack und bittet die fünf Ankömmlinge: "Wenn die Dame und die Herren mir bitte folgen möchten!"

Breit grinsend drückt Frumol Sephyras Hand. Dieses Verhalten ist typisch für die Gauklerin.

Die beiden lassen sich sodann in den genannten Bereich des Klosters führen.

Ingalf nimmt seine Sachen lieber selber - ' Diesen Kuttenträgern geb' ich meinen Seesack nich'!' - und folgt den beiden.

Der Mönch führt die Helden in einen bislang unbekannten Bereich des Klosters und bleibt auf dem Gang in der Mitte zwischen zwei Holztüren stehen.

"Wir haben leider nur zwei Gästezellen", erläutert er. "Vielleicht mag die Dame die eine und die Herren die andere Zelle nehmen?"

Er öffnet beide Türen und entzündet in beiden Räumen jeweils zwei Öllampen, die jeweils vier Holzpritschen, einen Tisch mit vier Stühlen darum und einige Haken an den Wänden erleuchten. An einer Wand steht ein Waschtisch, in der Ecke ein Holzeimer mit Deckel.

"Verzeiht die einfache Ausstattung, wir haben selten Übernachtungsgäste." Der Mönch verschluckt sich fast. "Wasser, Seife und frische Kleidung wird gleich gebracht. Wünscht die Dame oder einer der Herren ein Bad?"

"Nun, fürs Erste, ja." antwortet Sephyra und begibt sich in die Zelle gleich zu ihrer Rechten.

"Wir sehen uns später." zwinkert sie Frumol zu. "Oder willst Du den Abend mit den dreien da verbringen." flüstert sie ihm im Vorbeigehen zu. Dem Mönch nimmt sie dabei den Rucksack ab.

Frumol schaut Sephyra nur leicht verständnislos an und bringt seine Sachen einfach auch in die von Sephyra gewählte Zelle. "Ihr drei nehmt die andere Zelle!" weist er Randirion, Ingalf und Edric an.

In der Zelle stellt Frumol seinen Rucksack neben ein Bett und setzt sich auf die Bettkante. Er fühlt sich erschöpft und ausgelaugt. Die vergangenen Stunden wahren wahrlich anstrengend. Mit mühsamen Handgriffen zieht er die Steife von den Füßen und lässt sie achtlos neben das Bett fallen. Er selbst legt sich rücklings aufs Bett und verschränkt die Arme hinter dem Kopf.

Edric folgt Frumols Anweisung sofort, sucht sich aber erst einmal keine Pritsche aus. Ein bisschen verloren schaut er umher. Plötzlich bricht es aus ihm heraus: "Mein Hirtenstab!"

Randirion schaut den Hirten bedauernd an. "Dieser ist leider auf unserer Flucht zurück geblieben, Monsieur Edric. Ihr könnt seinen Verlust gewiss mit Leichtigkeit ausgleichen. Wir müssen froh sein, unser Leben gerettet zu haben," versucht er den jungen Mann zu beruhigen.

"So ist es wohl", entgegnet Edric. "Trotzdem tut es weh. Ich hab' diesen Stab seit meinem 12. Lebensjahr gehabt."

"Tja, wenn Du jetzt noch Deine Stab halten würdest, dann wäre es wohl eine alveranische Harfe," grummelt Ingalf, der schon ein wenig eingedöst ist. Nach den Anstrengungen und Aufregungen des Tages auch kein Wunder.

'Bei allem Respekt, diese Selbstverständlichkeit war nun unnötig erwähnt zu werden,' denkt sich Randirion etwas irritiert und nickt nur kurz.

"Und ein Bad? Hmm." das klingt schon verführerisch in ihren Ohren. Lange schon hatte sie kein Bad mehr, denn sie sind ja nicht nur in der fremden Welt unterwegs gewesen, auch die Wochen zuvor in der Wüste waren eher 'trocken'. Da fällt ihr ein: "Ein Bad? Auch wenn ihr einen guten Brunnen habt, aber dass in der Wüste gebadet wird, habe ich noch nicht einmal von seiner Herrlichkeit Sultan soundso gehört." hakt sie nach.

"Die Wege der Götter sind unvorhersehbar", lächelt der Mönch als Antwort.

'Ein interessanter Aspekt, Madame' sinniert der Cavalliere mit leichten Schmunzeln.

"Nun, das Angebot, ein Bad zu nehmen, schlage ich nicht aus. Bereitet alles vor und teilt uns mit, wenn es gerichtet ist," antwortet Randirion dem Mönch, sucht sich eine den Lagerstätten aus, um darauf seinen Rucksack abzulegen und hängt seinen Rock an einen der Haken an der Wand.

"Wie ihr wünscht, mein Herr!" Der Mönch neigt den Kopf und geht.

'Immer baden und rasieren, Mannomann, der Kawi ist schon ein eingebildeter Geck,' denkt sich Ingalf, während er seinen Seesack neben eine Pritsche stellt, dann die Stiefel von den Füßen kickt und sich aufs Bett haut.

"So, jetzt kann das Essen kommen!"

"Ihr werdet doch wohl hoffentlich vorher auch ein Bad nehmen, Freund Wedmannsson? So könnt Ihr doch nicht zu Tische erscheinen. Bedenkt, wir befinden uns in Anwesenheit einer Dame," fordert der Cavalliere den schon halb eingeschlafenen Thorwaler auf. "Oder muss ich Euch an Eure Sitten erinnern, bei der Heimkehr erst ein Badehaus aufzusuchen?" hakt der Cavalliere mit nicht ganz so ernst gemeintem, vorwurfsvollem Ton nach. "Und sagt jetzt nicht, das würde sich nur auf Eure thorwalsche Heimat beziehen. Wir sind aus einer fremden Welt heimgekehrt und wer weiß, mit was wir uns verunreinigt haben," fügt er noch mit einem Augenzwinkern hinzu.

"Du hast es doch richtig erfasst," erwidert Ingalf mit einem Gähnen, das einem hungrigem Löwen Ehre gemacht hätte, "wenn ich nach Hause komme, dann gehe ich in ein Badehaus. Ich bin hier aber nicht zu Hause und 'n Badehaus gibt es hier auch nicht!

Außerdem hab' ich mich doch gestern erst gewaschen."

Er dreht sich um.

"Wenn das Essen fertig is', dann weckt mich!" murmelt er noch in Richtung Randirion und Edric.

Auch Frumol vernimmt den Disput im Nebenzimmer. Er kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. 'Hoffentlich eskaliert das nicht', überlegt er und will gerade etwas zu Sephyra sagen, doch …

Sephyra ist die Streiterei zwischen den beiden ob deren Lautstärke nicht verborgen geblieben. Sie lässt ihre Sachen und den verdutzten Frumol zunächst einfach stehen und begibt sich in die andere Kammer.

Neben Ingalfs Bett angekommen beugt sie sich zu seinem Ohr herunter - wobei ihr schon sein wirklich übler Körpergeruch, oder ist es der der toten Ameisenreste, in die Nase steigt - und flüstert in sein Ohr: "Aufstehen, das Essen ist fertig …" dann greift sie herzhaft zu und verdreht das Ohr so stark sie kann, ohne es abzureißen und brüllt: "… sobald der Herr Thorwaler gebadet hat!"

Sie wird den Griff auch nicht lockern, bis Ingalf klein bei gibt und in das zu bereitende Bad steigt …

Frumol bleibt noch einen Moment liegen, und genießt das angenehme Gefühl, dass seine Füße endlich aus den Stiefeln heraus sind. Seine Glieder schmerzen und er ist müde genug um auf der Stelle einzuschlafen. Er weiß aber zu gut, was geschehen wird, wenn Sephyra zurückkommt und ihn schlafend vorfindet!

So schwingt er langsam seine Beine über die Bettkante und richtet sich auf. Mit langsamen Bewegungen zieht er Schultergurt, Jacke und Hemd aus und lässt diese achtlos zu den Stiefeln fallen.

Mit einem unverhohlenen Grinsen beobachtet Randirion Sephyras Vorgehensweise.

"Bravo, Madame Lunos," kommentiert er amüsiert. "Ihr wisst vortrefflich mit ihm umzugehen."

In Erwartung des baldigen Bades legt er zuerst einmal seinen Küraß ab.

"Auuuuuuuu!" schreit Ingalf, als sein Ohr sich in nicht dafür vorgesehene Richtungen bewegt, "Is' ja gut, Käptn, lass los!"

Es ist für die anderen Gefährten ein amüsantes Bild, wie sich der fast 2 handbreit größere und wohl 20 Stein schwerere Thorwaler von der Gauklerin bändigen lässt, aber was kann er in dieser Situation schon anderes machen.

So knurrt er dann Randirion an: "Komm' nicht zu nah an meine Wanne, sonst machen wir ein Wetttauchen!"

Und lässt sich von Sephyra in das Badezimmer bringen.

"Jetzt aber raus hier! Baden kann ich alleine!"

Auch auf das Jammern hin, lässt sie nicht los, denn eines weiß sie: Sollte Ingalf frei kommen, wird sie ihn so nicht wieder erwischen!

Also führt sie ihn am Ohr in das von den Mönchen bereitete Bad. Dort angekommen lässt sie ihn los, baut sich vor ihm auf und stemmt die Fäuste in die Hüften: "Also, Herr Thorwaler. Wir baden alle, nacheinander versteht sich. Und nicht nur 'rein setzten, sondern auch waschen. Mit Seife. Auch hinter den Ohren. Sollten wir nachher mit Deinem Zustand nicht zufrieden sein, werden Frumol und der Kawaljere Dich festhalten und mir persönlich wird es eine Freude sein, die größte in diesem Kloster vorhandene Bürste zu schwingen …! Wir verstehen uns?"

"Ja, ja, ist ja gut!" Ingalf windet sich, aber er kommt nicht los.

Ein bösartiges Lächeln umspielt ihre Lippen. Dann wendet sie sich um und geht hinaus.

"So der erste der lacht, kriegt eine Tracht Prügel!" knurrt Ingalf die Mönche an, dann lässt er seine Klamotten rund um die Wanne fallen und setzt sich in das heiße Wasser.

"Wo ist jetzt die Seife? Ihr habt doch gehört, was der Käptn gesagt hat!" herrscht er die Mönche an.

Frumol ist Sephyra und dem Thorwaler gefolgt. Nicht weil es ihn interessiert, was sie mit ihm anstellt -- das kann er sich ganz alleine ausmalen - sondern, weil auch er schließlich ein Bad nehmen will.

Als er Zeuge der letzten Szene wird, kann er sich ein breites grinsen nicht verkneifen. Da der Zuber besetzt ist, lehnt er sich an die Wand und wartet, bis er in das heiße Wasser steigen kann.

Abendessen

Zwei Stunden später sind alle gebadet und mit frischer tulamidischer Kleidung versehen. Die normale Kleidung der Helden wurde zum Waschen und Reparieren abgeholt.

Das angenehm warme Wasser hat eine belebende und lockernde Wirkung auf Frumol Körper gehabt. Gerne hätte er sich noch mit einer Massage verwöhnen lassen …

Unter der frischen Kleidung hat Frumol natürlich zwei seiner Wurfdolche versteckt, denn diesen Mönchen traut er nicht. Schließlich haben sie die Gefährten auf die gefährliche Reise geschickt, von der sie nur mit viel Glück zurückgekehrt sind.

Jetzt sitzen alle am gedeckten Tisch im Refektorium. Wein und Wasser stehen schon da, ebenfalls ein Korb frischgebackenen Brotes. Mit den Worten "Der ehrwürdige Großmeister wird gleich kommen", lässt eine mönchische Bedienung die Helden allein.

Frumol greift geistesabwesend nach einem Brot und Wein. Langsam beißt er ein Stück vom Brot ab und nimmt einen Schluck Wein dazu. Den Becher dreht er noch einen Moment in den Fingern, bevor er ihn wieder zurück auf den Tisch stellt.

'Der ehrwürdige Großmeister.' wiederholt er in Gedanken. 'Wie es wohl Sir Alrik geht. Die Mönche scheinen nicht wirklich mit unserer Rückkehr gerechnet zu haben …'

Mit frischen Kleidern und gebadet ist Sephyra zunächst zufrieden. Sie nimmt sich Wasser und bricht ein Stück vom Brot ab, das sie langsam knabbert. Dabei sieht sie sich interessiert um, wartet aber ungeduldig auf den 'Großmeister'.

Nach seinem erfrischenden und wohltuenden Bad fühlt sich der Cavalliere wie ein neugeboren. Die Kleidung mutet ihm zwar etwas ungewohnt an, aber unpraktisch kommt sie ihm nicht vor. Frisch rasiert und frisiert sitzt er am Tisch und bedient sich dezent an den angebotenen Getränken und Speisen. 'Wie es wohl um Wölkchen und dem Braunen steht?' fragt er sich und nimmt einen kleinen Schluck Wein. Wenn Salon erscheint, wird er ihn nach den Pferden fragen.

Sein Blick wandert nun zwischen seinen Gefährten am Tisch hin und her.

Er räuspert sich und fragt in die Runde: "Nun, Freunde, wie es aussieht, werden wir hier einen Schatz, wie wir ihn uns vorgestellt haben, nicht finden. Monsieur Salon wünscht nun einen Bericht von uns. Was erzählen wir ihm?" Nachdenklich schaut er seine Gefährten an.

"Ich würde ihm die Wahrheit erzählen." antwortet Sephyra und lächelt bitter in die Runde. "Außerdem, wenn es wahr ist, was vorhin gesprochen wurde, spielt das sowieso keine Rolle mehr. Wenn das Tor unpassierbar ist, wird unser Bericht in irgend einer Bibliothek verstauben. Wir können froh sein, so davon gekommen zu sein." ergänzt sie.

Plötzlich fühlt sie sich unglaublich müde. Die ganze Anspannung der letzten Tage fällt nun langsam von ihr ab und macht einer körperlichen Erschöpfung Platz. 'Uriella!' fällt ihr ein und sie bekommt ein schlechtes Gewissen, noch nicht nach ihrer treuen Stute gesehen zu haben. Doch dann beruhigt sie sich: 'So lange waren wir in Wirklichkeit gar nicht weg. Ihr geht es bestimmt gut.'

Ingalf fühlt sich ein wenig unwohl in den "weibischen" Kleidern, aber er langt - wie man es von ihm kennt - kräftig bei den Speisen und Getränken zu.

Kauend erwidert er Randirion: "Mensch, Kavaljäre, erzähl Du dem guten mal als das, was wir erlebt haben, wir ruhen uns in der Zeit ein paar Tage aus!" Über seinen Scherz muss er selber lachen.

Edric pflichtet Ingalf bei: "Ja, Herr Kavaliere, Ihr könnt wirklich am besten reden."

"Gut." stellt Sephyra fest. "Dann ist das geklärt. Kawaljere, Ihr werdet unseren Bericht abliefern. Wenn, - falls -, Ihr etwas vergessen solltet, werden wir anderen selbstverständlich die Kleinigkeiten hinzufügen."

Sie ist sich der Unterstützung Frumols sicher, auch wenn dieser eher unbeteiligt dasitzt und gedankenverloren mit einem Becher spielt. 'Wir lassen ihn am besten in Ruhe.' überlegt sie. 'Jeder geht halt mit dem Erlebten anders um.'

"Wo bleibt nur dieser Großmeister?" fragt sie und steht auf. Am Eingang zu diesem Raum sieht sie in die Gänge und versucht zu ergründen, wo ihr Gastgeber zu verweilen beliebt.

"Nun, wenn Ihr meint, Madame, …" Randirion schmunzelt und es gelingt ihm, in seiner sitzenden Position eine galante Verbeugung zu vollführen, "… werde ich die Berichterstattung übernehmen, auch wenn ich durchaus der …" Er unterbricht sich, als Sephyra sich erhebt. 'Ja, wo bleibt er nur,' sinniert er, lässt dann gedankenverloren die letzten Tage Revue passieren und überlegt, was er Salon alles zu erzählen hat.

"Jau!" ruft Ingalf mit ein vom süßen Roten rot gefärbten Wangen. "Und wo das Essen! Oder bleibt's beim Brot?"

In diesem Moment betritt Salon das Refektorium. Er wirkt nachdenklich.

"Verzeiht bitte meine Verspätung, liebe Gäste, aber wir haben ein Problem."

"Ein Problem?" Randirion fährt aus seinen Gedanken auf, als Salon den Speisesaal betritt und sie so unvermutet anspricht. "Worum handelt es sich?" Fragend schaut er den Großmeister an.

"Das Essen ist verbrannt und der Wein ist alle!" kommt es brummelnd von Ingalf.

"Nein, das Problem haben wir nicht", der ernste Salon muss unvermittelt lächeln. Und das Problem besteht wirklich nicht, denn es wird ein Mahl bestehend aus verschiedensten Fleischsorten, Obst und Getreidebällchen aufgetragen. Dazu werden weitere Weine und auch Wasser hereingebracht.

Nun muss auch Sephyra lächeln. Sie hatte ohnehin nicht daran gedacht, dass das das Problem hätte sein können, von dem gesprochen wurde. Eher schon das Tor …

"Oh, ich glaube, wir sollten zuerst einmal einmal dem Essen zusprechen, bevor wir uns dem ernsthaften Teil zuwenden. Kuss wird sehr ungehalten, wenn man sein Essen kalt werden lässt." Salon gibt den bedienenden Mönchen ein Zeichen, und es wird serviert.

"Den Göttern sei Dank für dieses gute Essen", leitet Salon den Schmaus ein, nachdem allen aufgefüllt ist.

Frumol betrachtet die lecker aussehenden Speisen, die ihm serviert werden. Er muss sich wieder daran gewöhnen, dass ihm aufgetan wird, anstelle sich selbst zu bedienen. Diesen Luxus konnten sich Sephyra und er nur kurz - nachdem sie aus der Silbermine entkommen waren - leisten.

Das Essen mundet ihm köstlich und so greift er reichlich zu. Obwohl es auch am vergangenen Abend schon ein Festmahl gab, merkt er, wir hungrig er ist. Die letzten Tage waren wirklich anstrengend.

'Woher haben die Mönche nur das ganze Essen? Wir sind doch hier in der Wüste' überlegt er dabei, obwohl die schon fast kühlen Temperaturen in dem Kloster dies allzu leicht vergessen lassen.

Sie nimmt wieder ihren Platz am Tisch ein und nimmt sich von jeder Sorte ein klein wenig. 'Schließlich sollte man alles mal kosten.' sagt sie sich.

Während des Essens rückt Salon tatsächlich nicht mit der Sprache heraus, also wartet Sephyra ungeduldig, bis er sich offenbaren wird.

"Dasch isch esch gut!" kommt es schmatzend von Ingalfs Platz. Der Thorwaler hat sich mit den Fleischsorten reichlich eingedeckt. Vom "Beipack" hat er nur sehr wenig genommen.

Auch der Wein scheint - wie immer - zu munden.

"In der Tat, köstlich," stimmt ihm Randirion zu, der sich ebenfalls von den üppig aufgetragenen Speisen bedient und sie genüsslich verspeist.

Doch will sich ein Gefühl der Unruhe nicht verdrängen lassen und ungeduldig wartet er, dass Salon ihnen das Problem schildert.

Da alle, bis auf Ingalf, ziemlich neugierig sind, dauert das Mahl weniger lange, als man es eigentlich erwarten könnte. Die Teller sind leer, aber die Gläser noch gefüllt, als Salon sich zurück lehnt.

"Nun", hebt er an, "da ihr durch das Tor gegangen und wieder zurückgekommen seid, sollt ihr jetzt auch erfahren, was für ein Problem wir haben."

Als Salon zu reden anfängt, aber nach der Einleitung über das 'Problem' wieder nichts Konkretes sagt, platzt es aus Sephyra heraus: "Nun sagt schon, Mann! Was ist das für ein Problem?"

Ihre Ungeduld ist bereits so groß, dass sie bei den letzten Worten aufgesprungen ist und ganz entgegen ihrer Art dabei sogar den Stuhl umgeworfen hat.

Frumol, der neben Sephyra sitzt und Salon aufmerksam zugehört hat, fährt erschrocken zusammen als der Stuhl zu Boden poltert.

'Was hat sie nur' überlegt er, während er mit besorgtem Gesicht Sephyras Blick sucht. 'Hoffentlich ist es nur die Anspannung, nicht dass sie noch krank wird!'

Als sie das merkt, richtet sie diesen wieder auf und setzt sich: 'Ich bin zu lange mit Ingalf zusammen!' durchfährt es ihre Gedanken. Dann sagt sie schlicht: "Entschuldigung, fahrt bitte fort."

Er lehnt sich zu ihr hinüber: "Ist alles in Ordnung? Wie fühlst Du Dich?"

"Ja, es ist nichts." flüstert sie zurück, denn sie will Salon nicht unterbrechen, wenn und sobald dieser zu reden beginnen sollte.

"Es ist nur … ach. Warum rückt er nicht mit der Sprache heraus? Ich habe ein ziemlich mieses Gefühl, dass er wieder etwas von uns will …" spricht sie leise weiter.

Frumol nickt ihr verstehend zu und in seinem Blick erkennt sie Vorsicht und Wachsamkeit.

Damit die anderen, insbesondere Salon, nicht misstrauisch werden, drückt sie Frumols Hand dabei und gibt ihm anschließend einen leichten Kuss auf die Wange, als ob sie ihm nur private 'Belanglosigkeiten' ins Ohr gesäuselt hätte.

Breit lächelt er sie an und blinzelt ihr schelmisch zu.

"Eure Aufregung ist berechtigt: Es gibt kein Tor mehr." Salon schaut bekümmert.

Zischend lässt Sephyra die Luft entweichen, die sie unwillkürlich angehalten hatte, als Salon wieder zu sprechen begann.

"Ach so. Ich dachte schon, wir hätten ein Problem." und sie schüttelt leicht den Kopf.

Dann stutzt sie kurz und fragt nach: "Was soll das heißen: 'Es gibt kein Tor mehr.'? Hat es sich in Luft aufgelöst?"

Obwohl ihr diese Vorstellung absurd erscheint, weiß sie doch instinktiv, dass Magie vielerlei bewirken kann. Und das Tor war augenscheinlich magisch!

"Nun", beginnt Salon, "das Tor, was euch wohin auch immer, wir werden euren Bericht natürlich noch für die Archive aufnehmen, gebracht hat, ist nicht die euch bekannte gehörnte Statue, sondern ein Zauber, der Transversalis Teleport, der an diese Statue gebunden war. Dadurch wurde die Statue zu einem magischen Artefakt. Du, junge Dame, hast ja selbst ein magisches Artefakt bei Dir."

Salon schaut Sephyra an.

Sephyra schaut, ohne mit der Wimper zu zucken, zurück. 'Was meint er nur?' arbeitete während dessen hinter ihrer Stirn ihr Verstand auf Hochtouren.

Dann 'klingelt' es: "Der Spiegel?" fragt sie vorsichtig.

"Natürlich, der Spiegel." stellt sie dann fest. "Aber was haben diese beiden Dinge miteinander zu tun? Erleuchte uns, oh Großmeister, erleuchte uns!" ihre Stimme trieft vor Sarkasmus.

'Ich habe es satt! Als ob wir alles wissen würden. Was denkt der Kerl sich eigentlich?' Sie verschränkt die Arme demonstrativ vor der Brust und lehnt sich zurück, wartet darauf, dass Salon weiterspricht.

Randirion, der bisher ruhig zugehört hat, meldet sich nun ebenfalls zu Wort: "Bei Hesinde! Ihr wollt damit sagen, Monsieur Salon, dass der Zugang zu dieser Welt nun verschlossen ist? Wohlmöglich für immer?"

Der Cavalliere muss an den Novadi Feizal denken, den sie in dem Dorf auf dem Baum angetroffen haben.

"Der Reihe nach, meine Lieben", Salon nimmt eine Dozierhaltung an.

"Magische Artefakte haben im allgemeinen die Eigenschaft, nur eine begrenzte Lebensdauer zu haben. Der Spiegel ist so ein kurzlebiges Artefakt. Manchmal kann man es nur ein-, oder zweimal nutzen, manchmal öfter. Besonders mächtige Magier, ganze Magierzirkel und natürlich die Götter können Artefakte schaffen, die sehr viel länger wirksam sind und bei manchen vermutet man, sie existieren ewig. Wir haben geglaubt, dass das Tor so ein ewiges Artefakt ist, aber ewig ist eben nur Satinav.

Unsere bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass das Artefakt "Tor der Welten" mit eurem letzten Durchgang die Grenze seiner Existenz überschritten hat. Wir müssen natürlich unsere Untersuchen in Ruhe und systematisch fortführen, aber momentan müssen wir davon ausgehen, dass der Zugang zur anderen Welt uns bis auf weiteres verschlossen ist."

Frumol hört der Erklärung des Großmeisters gespannt zu.

"Und was ist mit denen die ihr hinüber geschickt habt, und die noch nicht zurückgekehrt sind? Die, die noch in der anderen Welt leben?" will er wissen.

Dass das Tor verschlossen ist, erfüllt ihn nicht mit Trauer, eher mit Erleichterung, das diese Verrückten nun keine weiteren 'Freiwilligen' mehr unbekannten Gefahren aussetzen können …

"Die sind in der Hand der Götter." Salon scheint das Schicksal der anderen nicht besonders zu berühren.

Sephyra entspannt sich sichtlich: "Nun, das mag für Euch bedeutsam sein, für die wissenschaftliche Forschung mit Sicherheit auch einen Verlust bedeuten, aber noch immer ist mir nicht klar, weshalb das für uns ein Problem ist." dabei sieht sie demonstrativ in die Runde ihrer Freunde.

"Eigentlich heißt es doch nur, dass Ihr uns - oder irgend jemanden sonst - nicht mehr dahin schicken könnt, von wo wir mit mehr als nur Glück und Phexens Unterstützung entkommen konnten. Glaubt mir, der Anblick von mehr als zwei Dutzend dieser Riesenameisen auf einmal kann einem wirklich den Tag verderben! Und das Nest dieser Biester befand sich genau neben dem Tor hierher zurück. Aber ich greife dem Bericht vor, den der Kawaljere hier abliefern wird."

Dann nimmt sie einen Schluck des guten Weins und sieht Salon an.

"Oh, das war ein Missverständnis, ihr habt kein Problem. Wir haben es."

Salon zieht die Nase kraus. "Was haltet ihr davon, wenn ihr euch jetzt ausschlaft, morgen euren Bericht abgibt und dann nach einer weiteren Nacht hier dorthin zieht, wohin Phex euch ruft?"

Frumol runzelt ein wenig die Stirn. Er selbst möchte zwar so schnell es irgendwie geht von diesem Ort verschwinden, doch dass auch Salon sie so zügig hinauskomplementiert überrascht ihn. Sicher, er mag die Mönche nicht. Oder ist er ihnen gegenüber zu misstrauisch?

"Das ist ein Wort!" ruft Sephyra erfreut aus, springt auf - ohne den Stuhl umzuwerfen - und zieht den überraschten Frumol mit sich.

"Wir sehen uns - ähh - morgen!" flötet sie den anderen drei Gefährten und Salon zu und schnell sind sie und Frumol in Richtung ihres Quartiers verschwunden.

Salon schaut etwas verdutzt, zuckt dann aber nur die Achseln und schenkt sich noch ein Glas Wein ein.

Als Ingalf sieht, dass der Abend doch noch nicht ganz zu Ende ist, nimmt er sich auch noch ein kleines Karäffchen und trinkt.

Delikat!

Edric schaut fragend zu Ingalf und Randirion.

Der Cavalliere schickt den beiden noch ein "Angenehme Nachtruhe" hinterher und schaut ihnen nachdenklich nach. Dann lehnt er sich zurück, wobei er Edrics fragenden Blick bemerkt.

"Oh, denkt Euch nichts dabei, Monsieur Edric. Unsere beiden Turteltäubchen nutzen gewiss die Gelegenheit für ein Tête-à-Tête," bemerkt er trocken, und auch ein wenig wehmütig bei dem Gedanken an die liebreizenden Damen bei Hofe, deren Gesellschaft er nun schon ein Weilchen missen musste.

Sein Weinglas in den Händen drehend wendet er sich an Salon. "Alors, Monsieur Salon, Ihr erwartet nun morgen einen Bericht von uns. Es ist mir sehr recht, eine Nacht darüber geschlafen zu haben, denn wie Ihr Euch denken könnt, ging unsere Expedition mit einigen Unannehmlichkeiten und Mühen einher, die uns zweifelsohne etwas erschöpft haben."

Randirion wirkt mittlerweile, nach dem entspannenden Bad und dem reichhaltigen Essen, tatsächlich etwas ermüdet. "Aber bevor ich nun meine Ruhestätte aufsuche, werde ich nach unseren Pferden sehen, denen es in unserer Abwesenheit doch hoffentlich gut erging. Führt mich daher dorthin, wo Ihr sie habt unterbringen lassen." Mit diesen Worten macht Randirion sich bereit, sich zu erheben.

Als Randirion sich erhebt, schaut auch Ingalf von seinem Wein hoch.

'Ach was soll's trinken kann ich morgen auch noch!'

Er erhebt sich - ein wenig vorsichtig, denn er muss erst mal testen, ob er oder der Boden schwankt.

"Jau, lass uns zu Leif gehen!" ruft er - etwas zu laut - aus und schließt sich dem Kavaliere an.

"Gern, sehr gern!" Salon gibt dem bedienenden Mönch Anweisungen entsprechend Randirions und verabschiedet sich dann mit den Worten: "Wir werden uns dann übermorgen nach dem Morgenmahl sehen. Morgen wird einer der Brüder Euren Bericht entgegennehmen."

Frumol und Sephyra

Frumol lässt sich mitziehen. In Gedanken verdaut er noch die Worte des Großmeisters. Auch hätte er gerne noch etwas von dem leckeren Mahl genossen, denn wer weiß, wann sich wieder solch eine Gelegenheit bietet …

Hand in Hand ziehen die beiden in das Quartier. Als sie unter sich sind, lässt sich Sephyra rückwärts auf ihr Bett fallen und stützt sich auf die Ellenbogen: "Na?" fragt sie. "Was ist mit Dir? Irgend etwas scheint Dich zu bedrücken."

Dabei bedeutet sie Frumol, ihr beim Ausziehen der Stiefel zu helfen.

Frumol greift ohne weiteres nach dem Stiefel und hilft ihr, diesen auszuziehen.

"Ich weiß nicht. Nach allem was diese Mönche getan haben, fällt es mir schwer ihnen zu glauben. Erst konnten wir nicht schnell genug durch das Tor gehen, und nun, wo wir zurück sind, können sie uns nicht schnell genug los werden. Ein kurzer Bericht und fertig." sprudelt es aus ihm heraus.

Nachdem er Sephyra auch von dem zweiten Stiefel befreit hat, lässt er sich neben sie aufs Bett fallen.

"Oh, das tut gut." reibt sich Sephyra die Füße, die seit fast 2 Tagen ohne Unterbrechung in den Stiefeln gesteckt haben und nach dem kurzen Bad leicht geschwollen kaum mehr hinein gepasst hatten.

"Vielleicht bin ich ja zu misstrauisch, oder zu furchtsam. Nachdem, was wir da drüben erlebt haben, habe ich sicher noch nächtelang Alpträume." fährt er fort. "Und den Großmeister interessiert nur das Tor, das nun wohl nicht mehr funktioniert. Wir und alle Anderen, denen er sich bedient hat sind für ihn nur Werkzeuge.

'Wenn eins unbrauchbar oder kaputt ist, dann nimm' einfach ein anderes …'

Und ich hatte gehofft wir finden hier eine Schatz und wären endlich wieder reich, so wie damals, das war doch eine feine Zeit, oder? Aber dann treffen wir diese verrückten Mönche und können nur mit knapper Not von einer Welt unglaublicher Gefahren entkommen!"

"Ja." gibt sie ihm Recht. "Da ist etwas dran. Banjew und Rakorium würden das sicher ebenso interessant finden. Aber weißt Du, mich kümmert das eigentlich nicht. Zumal wir es nicht ändern können." fügt sie hinzu.

Als er geendet hat, sackt er ein wenig in sich zusammen und starrt auf die weiß getünchte Decke.

Auch Sephyra legt sich nieder, sieht ebenfalls nach oben. Dann sagt sie: "Wir haben doch einen Schatz gefunden. Der Spiegel ist mit Sicherheit ein Schatz und die Zaubertränke sind ebenfalls eine ganze Menge wert.

Wenn wir die erst verkauft haben …"

"Du hast recht. Was kümmert's uns? Und auch mit dem Schatz hast Du recht!" stimmt er ihr lächelnd zu.

"Ich habe auch noch das Bruchstück von der Statue und den hübschen Gürtel." gibt er zu bedenken und richtet sich auf.

"Wohin ziehen wir als nächstes?" fragt er und grinst sie schelmisch an. Abenteuerlust glitzert in seinen Augen.

Sie dreht sich auf die Seite setzt den Ellenbogen auf und stützt den Kopf in die Hand. Frumol ansehend antwortet sie ihm: "Ich weiß es nicht. Aber seit wann planen wir soweit voraus?" fragt sie lächelnd zurück.

'Wir lassen wie immer die Stiefel entscheiden' überlegt Frumol erfreut.

"Nur eines weiß ich sicher: Ich will aus dieser Wüste 'raus, so schnell als möglich!"

Während dessen mustert sie Frumol von der Seite. Dann legt sie ihren Arm lang und ihren Kopf auf Frumols Arm, schmiegt sich eng an ihn.

"Lass uns das morgen besprechen, sobald wir aufbrechen." meint sie nach einem Gähnen und ist schon bald darauf eingeschlafen.

"Hm." antwortet ihr Frumol nur. Er genießt die Nähe seiner Freundin und Gefährtin und streicht ihr sanft über die Schulter und Arm.

Auch er ist müde und möchte gerne schlafen, doch vorher würde er sich noch gerne die Stiefel ausziehen. Eigentlich müsste er jetzt Sephyra wecken …

Langsam, um sie nicht zu wecken löst er ihre Umarmung und rutscht vorsichtig vom Bett. Möglichst leise versucht er dann sich der Stiefel zu entledigen und zieht ebenfalls die beiden, verborgenen Dolche wieder hervor. Leicht seufzend legt er sie aufs Bett, steht auf und geht zum seinem Bett hinüber. Dort nimmt er die Decke und breitet diese über die schlafende Sephyra. Die beiden Dolche schiebt er unter das Kopfkissen, aus reiner Gewohnheit oder aus übertriebener Vorsicht - da ist er sich nicht sicher - und schlüpft anschließend zu Sephyra unter die Decke.

Sephyra schläft tief und fest. Frumol wird sie nicht wecken. In seiner Gegenwart fühlt sie sich so sicher, dass ihr normaler sehr leichter Schlaf einem zufriedenen Tiefschlaf gewichen ist.

'Ich hätte das Licht noch löschen sollen', überlegt er, während er sich an seine Freundin kuschelt, und er beschließt, die Lampen einfach brennen zu lassen.

Zärtlich streichelt er Sephyra noch eine kurze Weile, bis auch er eingeschlafen ist.

Als Sephyra erwacht, ist es dunkel in der Kammer. Frumol liegt noch genau so, wie er eingeschlafen ist, neben ihr. Sie lächelt in der Dunkelheit, schließt noch mal die Augen und versucht, wieder einzuschlafen. Aber dies will ihr nicht gelingen. Als sie nach geraumer Zeit den Versuch aufgibt und sich zu Frumol umdrehen will, merkt sie, wie schlecht sie geschlafen hat. Noch immer tut ihr alles weh.

'Es wird wohl mehr als eine Nacht brauchen, bis ich alle Anstrengungen überwunden habe.' denkt sie sich.

Vorsichtig, um Frumol nicht zu wecken, steht sie auf und zieht die Stiefel wieder an. Da sie sonst nichts ausgezogen hatte, ist so schon bereit für das Frühstück. Zuvor aber versucht sie, die Lampe wieder zu entzünden. Im Lichte einer Fackel des Gangs vor ihrer Tür sieht sie, dass einfach das Öl alle ist.

'Frumol muss wohl vergessen haben, sie zu löschen.' erkennt sie. Schulterzuckend geht sie zurück und setzt sich wieder aufs Bett. Mit ihren sich langsam an die Dunkelheit gewöhnenden Augen betrachtet sie liebevoll den schlafenden Frumol.

Als Sephyra vorsichtig aufsteht, bewegt Frumol sich im Halbschlaf. Kurz blinzelt er und ein verschlafenes "Is was?" kommt über seine Lippen.

Bevor Sephyra jedoch antworten kann, ist er schon wieder in das Reich der Träume zurückgekehrt.

Randirion, Edric und Ingalf

Der relativ junge Mönch führt Randirion, Ingalf und Edric zu den Stallungen, wo die Pferde offensichtlich gut untergebracht sind.

Sturmwolke begrüßt Randirion mit freundlichem Schnauben.

Ingalf geht auf seinen großen braunen Svellttaler zu und umarmt ich zärtlich: "Na, Leif, waren die auch nett zu Dir?"

Der Braune lässt die Umarmung gleichmütig über sich ergehen. Er sieht gut gestriegelt aus.

Das freudige Schnauben seines Reitpferdes lockt ein freudiges Lächeln auf Randirions Gesicht. "Ja, Wölkchen, meine Liebe! Lass dich anschauen … ich sehe, es geht dir gut. Nun bin ich wieder zurück und bald geht es weiter."

Zart streicht er seiner Warunker Stute über die Nüstern. Der Apfelschimmel schnuppert neugierig an seiner Hand und schnaubt erneut. Der Cavalliere streicht ihr über den Kopf, klopft ihr auf den Hals und wendet sich seinem Packpferd zu.

"Na, Brauner, ist dir die Zeit nicht lang geworden?" spricht er den Wallach an, begrüßt auch ihn mit einem vertrauten Klopfen auf den Hals. Dann begutachtet er den Zustand der Tiere, ihre Unterbringung und schaut sich nach seiner Ausrüstung um.

Sattel- und Zaumzeug ist in der Pferdebox an der Wand untergebracht. Es ist ordentlich gesäubert und eingefettet.

Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck registriert der Cavalliere den gepflegten Zustand des ?quipements seiner Pferde.

"Wie ich sehe, habt Ihr gut für unsere Tiere gesorgt," spricht er den jungen Mönch an. "Doch sagt, wo finde ich mein Gepäck?"

"Das Gepäck sollte sich mittlerweile in Eurer Zelle befinden. Ist sonst alles zu Eurer Zufriedenheit?" Der Mönch ist völlig entspannt.

"Ah, bien, dann werde ich dort danach schauen," antwortet Randirion. "Und, bien sûr, ich habe nichts an der Versorgung unserer Reittiere auszusetzen. Sie scheinen in excellentem Zustand."

Er wendet sich an seine Gefährten. "Gehen wir?"

"Hm. Habt ihr alle Pferde?" Edric klingt nicht so ganz begeistert.

"So ist es, Monsieur Edric," entgegnet ihm der Cavalliere. "Ohne die Pferde wäre es ein sehr beschwerlicher Weg durch die Wüste geworden."

Er überlegt kurz und schaut den jungen Hirten fragend an. "Wie kamt Ihr eigentlich bis hierher zum Kloster? Ihr erzähltet, Ihr hättet Euch einem Scharlatan angeschlossen. Hattet Ihr nicht auch Reittiere, oder ward Ihr etwa zu Fuß unterwegs?"

"Wir hatten einen kleinen Wagen mit zwei Zugpferden. Die waren genügsam und friedlich", erzählt Edric. "Joho! Die müsste es eigentlich noch geben. Und ich erhebe hiermit Anspruch darauf!"

Edric wird ganz aufgeregt.

"Das wohl!" bestärkt ihn Ingalf. "Dann können wir ja alle so schnell als möglich hier weg!"

Ingalf denkt kurz nach und fährt dann fort: "Sag mal, Freund Edric, wenn Du 'nen Wagen hast, hast Du dann auch noch 'n bisschen Platz? Die Mönche haben nämlich noch was für mich aufgehoben und mein Rucksack ist schon mächtig voll!"

Er muss bei dem Gedanken an seine flüssigen Schatz grinsen.

"Ja, selbstverständlich. Heißt das wir reisen zusammen?" Edric fängt vor Aufregung an zu zappeln.

"Na klar! Wir könne dich doch nicht alleine hier lassen, oder Randirion?" Ingalf grinst seinen alten Kampfgefährten an.

"Naturellement kann er uns begleiten," erwidert dieser. "Allein durch die Wüste, nein, Monsieur Edric, Ihr sollte mit uns reisen."

Dann wendet er sich an den Mönch: "Sorg schon mal dafür, dass die ganzen Flaschen, die mir gehören auf den Wagen von unserem Freund geladen werden!"

"Und vergiss bloß keine!" droht er knurrend.

"Selbstverständlich. Es wird alles erledigt." Der Mönch verbeugt sich, lächelt allerdings ein wenig gezwungen.

Er dreht sich zu seinen beiden Gefährten um: "Da's denn Tierchen gut geht, können wir beruhigt ins Bett, was?"

Der Cavalliere nickt, klopft dem Braunen nochmals den Hals, streicht Sturmwolke sanft über die Nüstern und erwidert dem Thorwaler: "Bien sûr, ich fühle mich mittlerweile auch entsprechend."

Auf dem Weg zurück in ihre Schlafzelle wird er dann noch nachdenklich: "Wo wollen wir hin, wenn wir hier raus sind? Habt ihr schon einen Plan? Und was machen unsere Turteltäubchen wohl?"

Er seufzt tief: "Bei Swafnir, nach dieser trockenen Wüste würde ich gern mal wieder das Meer sehen!"

"Das Meer habe ich noch nie gesehen. Es soll ja sehr groß sein", fällt Edric ein.

"Oh ja, bei Swafnir! Das Meer ist groß! Und schön!" Ingalf gähnt. "Und wenn ich nicht so müder wäre, könnte ich dir noch ein paar Geschichten erzählen."

"Oh ja, wenn der Herr Kavaliere morgen seinen Bericht gibt, kannst Du mir schon etwas erzählen." Edric gähnt. "Aber jetzt können wir erst einmal schlafen. Hm, in einem richtigen Bett!"

Randirion wirkt unentschlossen. "Ich muss gestehen, dass ich mir darüber bisher noch keine Gedanken gemacht habe. Und ich fühle mich im Moment auch zu ermüdet, um zu einem konkreten Entschluss zu gelangen."

Er hält sich eine Hand vor den Mund, um ein verhaltenes Gähnen zu verdecken und legt sich, nachdem sie die Zelle erreicht haben und er seine Waffen und die Oberbekleidung abgelegt hat, sogleich auf sein Bett. Mit einem Seufzer dreht er sich auf die Seite und es dauert nicht lange, bis sein gleichmäßiger, tiefer Atem anzeigt, dass er in Borons Armen liegt.

Ingalf fallen auch schnell die Augen zu und aus seiner Ecke ist ein deutliches Schnarchen zu vernehmen.

Edric schläft als letzter ein. 'Auf ins nächste Abenteuer!' ist sein letzter Gedanke.