Gevatter Karolus, ein stadtbekannter Tuchhändler aus Havena ist im Frühjahr 3 Hal mit einer kleinen Gruppe junger Leute unterwegs über den Kosch nach Angbar. In Angbar gedenkt er, auf dem dortigen, jährlich stattfindenden Markt Tuch und Seide einzukaufen.

Die Pferde und Maultiere, die auf dem Rückweg Tuch und Seide transportieren sollen, sind im Augenblick noch unbeladen, so dass die Gruppe sogar reiten kann - wenn sie kann und will.

Die Gruppe ist ziemlich bunt zusammengewürfelt, da Gevatter Karolus mehrere Gehilfen hatte entlassen müssen und er war etwas knapp an Arbeitskräften. Eine Wache als Schutz hat er einstellen können, aber die anderen haben nachgefragt, ob sie mitreisen könnten, als sie hörten, dass es nach Angbar geht. Teilweise ist gar nicht so klar, warum eigentlich … Aber Dank seiner Menschenkenntnis hat er wohl eine ganz ordentliche Gruppe zusammen bekommen. Über den Kosch reist es sich doch immer etwas besser in einer Gruppe.

Im Augenblick seid ihr noch auf der Reise nach Gratenfels, der letzten Stadt vor den Koschbergen. Auf schmalen Wegen habt ihr saftige Wiesen und dichte Wälder, Marschland und steinige Felder durchquert, und nach den ersten Tagen ist die Hochstimmung der Jüngsten unter euch, endlich auf Reisen zu gehen, ganz langsam der Nüchternheit einer beschwerlichen Reise gewichen.

… kurz nachdem der Handelszug losgefahren ist, kommt noch eine schlanke Gestalt angerannt. Atemlos erreicht sie die Wagen, und redet kurz mit dem Händler.

Es ist ein hübsches junges Mädchen, anscheinend noch unter 20. Sie trägt eine schwarze, enganliegende Hose und ein buntkariertes Oberteil; die Kleidung bringt ihren zierlichen und doch durchtrainierten Körper gut zur Geltung.

Die langen, weißblonden Haare sind rechts und links zu zwei frechen Zöpfen zusammengebunden. Auffällige grüne Augen leuchten in dem schmalen, ausdrucksvollen Gesicht. Auf dem Rücken trägt sie einen vollgestopften Rucksack. An ihrer Seite baumelt ein leichtes Florett.

Nachdem sie das Gespräch mit dem Händler beendet hat, geht sie zu den unbeladenen Pferden, sucht sich ein dunkelbraunes aus und schwingt sich elegant auf seinen Rücken.

Neugierig schaut sie sich um …

"Wenn iech miech ebben vorstellen darrf, ich heiße Banjew, Banjew Abrinken. Ich bien auf Wegg nach Rrivva, und wiel miet Karrawane ziehen weil ist mehr sicher als allein. Iech war lange krank, und mein Familie musst miech hierrlassen bei Freund.

Nun wiel iech treffen Väterchen in Rrivva. Iech bien aus stolze Volk von Norrbarrde, und Väterchen ist gute Händlerr in Steppe von Norrden, aber sogarr manchmal bies hier in Havvenna. Und iehr, werrte Mietreisende, wer seit iehr? Iech kenne nurr Gevatterr Karolus, derr so frreundliech warr, mier errlauben mietzugehhen."

Banjew ist noch nicht sehr alt (Anfang Zwanzig vielleicht), groß und sehr schlank, eher mager. Er hat grüne Augen und schwarze Haare, zu einem Pferdeschwanz gebunden sowie einen (gepflegten) Vollbart. Sein Gesicht ist etwas blass, und in Gemeinschaft mit seiner Magerheit sieht er aus wie ein sich von einer schweren Krankheit Erholender. Er trägt einen wattierten Waffenrock unter einem Reisemantel, an seiner Seite hängen ein langer Dolch und ein Wurfdolch, sein kunstvoll geschnitzter Wanderstab, auf den er sich bei größeren Anstrengungen schwer stützt, ließe sich mit Sicherheit auch als Kampfstab einsetzen. Außerdem hat er einen Rucksack.

Frumol ist ein durchschnittlich großer, blonder Mann, der sich in Havena dem Handelszug angeschlossen hat. Er ist kurz vor der Abreise des Zugs aufgetaucht, und hat sich ohne lange Diskussionen mit Gevatter Karolus direkt bereit erklärt, mitzureisen.

Als man sich noch in Havena aufhielt, schien der kaum 20 Jahre zählende Frumol recht scheu, schon fast schreckhaft, doch als die Stadtmauern der Stadt außer Sichtweite sind, lebt er sichtlich auf: Er pfeift fröhlich vor sich hin, und schließt sich der freudigen Aufbruchsstimmung seiner Mitreisenden an. Wobei er lachend und scherzend mit den Anderen umgeht.

Er trägt seine strohblonden Haare mittellang, und mit seinen blauen Augen sprüht er seine fröhliche Stimmung in die Welt hinaus. Er trägt alte, abgetragene Lederkleidung, und Wanderstiefel. An seinem Gürtel hängt ein Rapier, und über seinem Rücken baumelt ein Rucksack.

Besonders auffällig an ihm sind die langen und schlanken Finger, die er beständig gestikulierend spreizt und mit denen er jedes Wort von ihm unterstreicht.

In Havena schloss sich noch eine junge Frau, die wohl um die 20 Götterläufe alt ist, dem Handelszug an.

Das auffälligste an ihr war wohl im ersten Moment nicht sie selbst, sondern das Tier auf ihrem Arm - eine graue Katze mit schönen bernsteinfarbenen Augen und einem seidig-schimmernden Fell.

Aber es lag wohl auch nur an diesem tierischem Prachtexemplar, dass man wohl als erstes den Blick nicht auf die Frau, sondern auf die Katze richtete. Die Frau ist nämlich ebenfalls alles andere als unauffällig oder gar hässlich: ihre Haare sind schwarz und lockig und fallen ihr bis über die Schulterblätter, ihre Augen, die sie mit einem schwarzen Kohlestift umrandet hat, stechen in ihrem Gesicht, dass leicht von der Sonne gebräunt ist, heraus, denn eines ist braun und das andere grün. Sie hat volle und schön geschwungene Lippen, an den Ohren trägt sie silberne Ohrringe in Form von Kreolen und um den Hals ein schwarzes Lederband mit einem kleinen Rosenquarz.

Sie ist wohl etwas über achteinhalb Spann groß, hat einen normalen Körperbau mit recht deutlichen, weiblichen Rundungen. Ihre Kleidung besteht aus einer weißen schulterfreien Bluse, einem eng anliegenden schwarzen Korsett und einem bis knapp über dem Knie endenden nachtblauen Rock. Dazu trägt sie an den Füßen einfache Sandalen und an ihrem Gürtel einen Langdolch.

Als Gepäck hat sie einen Rucksack und eine runde Stofftasche, an der ein Schulterriemen befestigt ist.

Im Moment sitzt sie hinten auf einem Karren und lässt die Beinen herunter baumeln, während ihre Katze sich neben ihr auf der Stofftasche zusammengerollt hat und, wie fast immer, wenn sie sich nicht putzt, frisst oder von der Frau gestreichelt wird, schläft. Lediglich die Spitze ihres Schwanzes zuckt hin und wieder.

"Angenehm," antwortet die Schwarzhaarige mit sanfter und leicht dunkler Stimme auf die Worte des Norbarden, "mein Name ist Benina und das hier ist," sie zeigt auf die Katze, "Kiara."

"Aahh, Phex zum Grrusse, schöne Frrau. Ein siesses Kätzchen iest dieeses, aberr sagt, iest es eine Jägerr von Vöggel? Meine Ezoragh ist gerade in Luft, aberr kommt bestiemmt bald wiederr vorrbei, iest nie lange wegg von mier."

Doch nicht nur eine Frau schloss sich in Havena an. Auch ein düsterer junger Mann, gerade mal um die 16 Götterläufe. Seine langen schwarzen Haare fallen ihm tief ins Gesicht als er auf einem der Wagen sitzt und mit stechenden schwarzen Augen unter buschigen Brauen die anderen Begleiter kalt mustert. Er wirkt angespannt, die eine Hand am Bastardschwert das schwer an seiner Seite baumelt und die andere die durch den beginnenden schwarzen Bart streicht. Er wirkt aber auch bedrohlich, wie er dort dunkel wie eine Krähe sitzt, eine lange Narbe quer durch das Gesicht gezogen. Seine bleiche Haut hebt sich deutlich von seinem schwarzen Kettenhemd ab. Misstrauisch sieht er zu den anderen, öffnet kurz den Mund, sagt aber nichts, sondern blickt erwartungsvoll zu den anderen.