Celissa, Randirion und Shantalia durchqueren den Flur, ohne dass es zu weiteren unliebsamen Überraschungen kommt. Randirion hat nur kurz ein Gefühl der Desorientierung, dann hat für ihn alles wieder die richtigen Proportionen - und er auch für die anderen.

"Oh, es ist vorbei!" ruft Celissa erleichtert aus und umarmt ihren Freund.

Kaum hat der Cavalliere seine Benommenheit durch die Umwandlung abgeschüttelt, fühlt er sich angenehm umschlungen. Er drückt die junge Frau an sich und küsst sie leicht auf die Wange. "Heureusement, mon cœur", erwidert er ebenso erleichtert. "Nur ein dummer Scherz …" Er löst sich von ihr und lächelt sie an. "Alors, sehen wir weiter, was uns noch alles erwartet."

Auf der linken Seite des Flures befindet sich das Esszimmer. Das Zimmer ist 7 Schritt lang mit zwei von Läden verschlossenen Fenstern zur Straße und 5 Schritt breit (ein verschlossenes Fenster), es besitzt eine Tür in der Ostwand, durch die die Helden gefolgt von Leirix nun treten, und eine Doppeltür in der Nordwand. Neben der Doppeltür befindet sich ein Kachelofen.

Um einen großen Tisch in der Zimmermitte stehen sechs gepolsterte Stühle mit gedrechselten Beinen und hohen Lehnen, die mit geschnitzten Löwenköpfen verziert sind. Die Augen der Miniaturraubtiere - kleine Granatstückchen - blitzen lebensecht im schwachen Licht, das durch Spalten in den Fensterläden ins Zimmer fällt. Der Schrank in der Südwestecke des Zimmers besteht in der oberen Hälfte aus einem verglasten Regal, in dem ein paar Gläser und Zinnbecher abgestellt sind, und in der unteren Hälfte aus einer Schubladenkommode. Die meisten Laden sind aufgebrochen, ihr Inhalt liegt auf dem Boden verstreut. Der Anblick scheint Leirix zu überraschen, denn er läuft vor und untersucht aufgeregt die Schubladenschlösser und die auf dem Boden liegenden Gegenstände.

Auf einer weiteren Kommode vor der Südwand steht eine kleine, mit Messingbeschlägen verzierte Truhe. Ihr Schloss, in dem ein kleiner Schlüssel steckt, trägt die Aufschrift Khunchom.

Nachdem sie sich kurz umgesehen hat, geht Celissa zu dieser Truhe, um sie (und dann auch die Kommode) genauer zu untersuchen.

"Seid vorsichtig!" warnt er sie noch in Anbetracht der eigenen Erfahrungen mit Schlössern und ist hin und hergerissen, ob er an ihrer Seite bleiben oder dem Grund für Leirix' Aufregung nachgehen soll.

Von Leirix hört Randirion Gemurmel. "… schöne Tischdecke …" ist zu verstehen.

In der Truhe, die ganz schön schwer und mit abstrakten Mustern verziert ist, ist das das vielversprechende Klappern einiger Gegenstände zu hören.

Celissa will die Truhe öffnen. Sie denkt zwar kurz an Zauber wie den bei der Eingangstür, aber sie sieht keine Möglichkeit, solche zu entdecken oder ihnen zu entgehen. So riskiert sie es eben.

Der Schlüssel lässt sich im Schloss nicht drehen und (folgerichtig) die Truhe auch nicht öffnen.

"Gibt es sonst noch Nennenswertes, abgesehen von außergewöhnlicher Tischwäsche, was in dieser Kommode zu finden ist?" ruft er dem Schreiber zu, während er Celissas Bemühungen, die kleine Truhe zu öffnen, verfolgt.

"Die schönen Gesellschaftsspiele!" jammert Leirix.

Randirion zieht eine Augenbraue hoch und sein Blick fällt wieder auf die Truhe in Celissas Hand. Sollte es sich dabei um ein besonders schönes Exemplar des tulamidischen Nationalspiels handeln? Das Wort Khunchom auf dem Schlüssel könnte darauf hindeuten … "Wir sollten uns die Kommoden und ihren Inhalt dennoch genauer ansehen", schlägt er auf Grund ihres Fundes im Arbeitszimmer vor.

Verwundert betrachtet Celissa das Schloss genauer. Ist es vielleicht nur eine Attrappe? Dann müsste die Truhe einen anderen, möglicherweise verborgenen Öffnungsmechanismus haben. Sie probiert auch, ob sich der Schlüssel abziehen lässt.

Das geht problemlos.

Daher untersucht sie auch den Schlüssel (speziell den Bart) und versucht, einen Blick ins Schloss zu werfen. Weiter probiert sie, ob sich der Deckel der Truhe eine Winzigkeit anheben lässt, bevor er blockiert wird; und falls ja will sie herausfinden, an welcher Stelle er wodurch festgehalten wird.

Der Bart des Schlüssels ist fein unterteilt gearbeitet, eindeutig das Werk eines Meisterhandwerkers. 'Das Schloss, dass dieser Schlüssel öffnet, mit Dietrichen aufzukriegen, ist bestimmt äußerst mühsam,' geht ihr durch den Kopf.

Hinter der Schlossblende vermag Celissa in dem Halbdunkel des Raumes nichts auszumachen.

Der Deckel der Truhe lässt sich um Nullkommanichts anheben.

"Vielleicht öffnet der Schlüssel das Kästchen, wenn Ihr das Zauberwort sprecht", witzelt Randirion und erinnert sich an sein Andenken aus den Tulamidenlanden, eine möglicherweise echte Dschinnenlampe, deren Funktionalität er bisher noch nicht ausprobiert hat. Wohl auch, um sich eine Illusion zu erhalten …

"Ach, und Ihr kennt das Zauberwort?" fragt die Horasierin etwas gereizt, weil Randirion sie in ihrer Konzentration stört, ohne irgendwie hilfreich zu sein.

"Steht dort auf dem Schloss nicht ein Wort geschrieben? Khunchom, wenn ich es richtig sehe?" erwidert der junge Adlige beschwichtigend. "Ich möchte nicht ausschließen, dass solch Kleinode mit einer gewissen arkanen Kraft belegt sind. Einen Versuch wäre es wert, n'est-ce pas?" Er runzelt sinnierend die Stirn.

"Bitte!" Celissa macht ihm Platz und reicht ihm den Schlüssel. Sie kann sich nicht vorstellen, dass jemand ein Schloss mit einem magischen Passwort sichert, und dieses Wort dann auf das Schloss drauf schreibt.

Randirion nimmt die kleine Truhe und den Schlüssel vorsichtig entgegen und steckt den Schlüssel wieder in das Schloss. Dann betrachtet er zuerst einmal eingehend das abstrakte Muster, über das er mit dem Finger fährt. In der langen Zeit, die er sich in den Tulamidenlanden aufgehalten hat, hat er einiges über die Sprache gelernt.

So weiß Randirion, dass das Tulamidische normalerweise nicht mit Kusliker Lettern, so wie auf dem Messingschild, geschrieben wird.

Das Muster ist sorgfältig gearbeitet. Da hat sich ein Kunsthandwerker richtig Mühe gegeben.

"Hmm, der Deckel geht also nicht auf und der Schlüssel lässt sich in diesem Schloss nicht drehen, ob er zu einem anderen Schloss gehört?"

Der Cavalliere sucht noch nach einer Auffälligkeit in diesem Muster, das, gedrückt gehalten, ein Öffnen des Kästchens bei gleichzeitiger Drehung des Schlüssels ermöglichen könnte, bevor er es Celissa zurückgeben wird.

Er findet nichts, gar nichts.

Diese versucht nun noch einmal, mit dem Schlüssel das Schloss zu öffnen. 'Irgendein Trick muss doch dabei sein!' denkt sie sich, und probiert, den Schlüssel verschieden tief ins Loch zu stecken und ihn, auch abwechselnd, in beide Richtungen zu drehen. Auch die Truhe dreht sie einmal auf den Kopf, es könnte ja sein, dass das auch eine Verriegelung löst.

Keiner der Tricks, die Celissa einfallen, führt zum Erfolg. Die Truhe bleibt geschlossen.

Mit Mustern hat sie nichts am Hut und Tulamidya kann sie sowieso nicht lesen. Deshalb gibt sie auf, als all dies nicht hilft, und untersucht statt dessen die Kommode.

Die Kommode hat zwei Schubladen, darunter zwei Türen. In den Schubladen befindet sich Besteck, hinter den Türen Geschirr.

"Versuch doch mal mit dem Schlüssel die Tür von eben zu öffnen"

"Wenn Ihr meint", sagt Celissa skeptisch. Sie zieht den Schlüssel ab und geht zurück in den anderen Raum zur Archivtür.

Zufrieden geht die Donna mit.

"Ich werde mich hier noch etwas umsehen", meint der Cavalliere und nimmt sich die Schrankkommode in der Südwestecke gründlich vor.

Die Gläser und Zinnbecher in dem verglasten Regalen der oberen Hälfte der Schrankkommode sind unangetastet. Leirix ist dabei, die aufgebrochenen Laden unten wieder mit ihrem Inhalt (Karten-, Gesellschaftsspiele und vor allem Tischwäsche) zu füllen. Sorgfältig räumt der Schreiber Spielfiguren in Kästen ein. Besonders wertvoll sieht das alles nicht aus.

Derweil in der Schreibstube

Und dort passt der Schlüssel perfekt.

"Du hast Recht!" ruft die Horasierin erstaunt und schließt auf.

Der Schlüssel ist eindeutig für diese Tür gemacht. Mit einem *rack* wird das Schloss entriegelt.

Mit einem Grinsen dreht sich die Donna zum Flur und ruft lautstark nach dem Cavalliere.

Als er Shantalias Ruf vernimmt, wirbelt Randirion augenblicklich herum, zieht sein Rapier blank und hastet in das gerade verlassene Arbeitszimmer des Reeders, in der Annahme, dass seinen beiden Begleiterinnen eine weitere, unangenehme Überraschung widerfahren ist.

Leirix folgt ihm auf dem Fuße.

Mit Erleichterung sieht er die beiden an der versperrten Tür stehen und diese aufschließen. Sofort ist er ihnen zur Seite und wartet gespannt ab, was sich ihnen nun eröffnen wird.

Hinter der Tür ist eine dunkle zwei mal drei Schritt große Kammer. Einziges Einrichtungsstück ist ein hohes Wandregal, in dem eine Vielzahl von Schriftrollen gelagert ist. In einer Ecke lehnen ein paar kleine Ledersäckchen.

Celissa wendet sich den Ledersäckchen zu.

Sie macht gerade den ersten Schritt darauf zu, da stolpert sie über ihre eigenen Füße und knallt lang hin.

Neugierig betritt Shantalia den Raum und schaut sich die Schriftrollen an.

Es handelt sich hier um Kaufverträge, Lohnabrechnungen und ähnliche Dinge.

Randirion folgt seinen Begleiterinnen nicht ins Innere der Kammer, er bleibt in der Tür stehen, um zu verhindern, dass sie zufällt. "Gibt es etwas Interessanten in diesen Schriften zu lesen?" fragt er Shantalia neugierig.

"Bisher nur diverse Verträge." antwortet sie ohne sich umzudrehen.

"Sucht weiter", empfiehlt der Cavalliere. "Jeder Hinweis ist willkommen."

Die Donna, aus einem Handelshaus kommend, untersucht stichprobenartig einige Papiere.

Es fällt auf, dass aus in den letzten zwei Jahren die Umsätze deutlich zugenommen haben.

"Auffällig ist, das die Umsätze in den letzten zwei Jahren stark gestiegen sind."

"Lässt sich ermitteln, in welchen Geschäftsbereichen?" will Randirion nun neugierig wissen.

Die Donna liest sich eines der neueren Dokumente genau durch.

Darin geht es um die Ausrüstung eines Schiffes mit Proviant.

Sie nimmt das nächste Dokument.

Beim systematischen Durchlesen wird Shantalia klar, dass Rastburger offensichtlich ein Schiffsausrüster ist. In den letzten zwei Jahren hat er immer mehr Aufträge bekommen. Und die Geschäfte müssen gut gelaufen sein, denn Shantalia findet auch Verträge über den Ankauf zweier kleinerer Schiffe.

In diesem Moment fällt Celissa der Länge nach hin. Sie war auf dem Weg zu den Ledersäckchen.

"Celissa!" ruft Randirion erschrocken aus, nimmt sich aber zusammen, seine Position an der Tür nicht zu verlassen. Zu frisch sind die Erinnerungen daran, was in den Kerkerräumen Sephyra zugestoßen ist …

Erschrocken sieht die Donna zu Ihr hin. "Was ist passiert?"

"Das wüsste ich auch gerne", antwortet die Horasierin säuerlich, denn sie hat keine Ahnung, warum sie gerade gestolpert ist. Sie rappelt sich auf und fährt mit der Hand über den Boden, um vielleicht ein unsichtbares Hindernis zu entdecken.

Als sie nichts erkennt, wendet sie sich achselzuckend ab und setzt ihren Weg zu den Ledersäckchen fort. Jetzt ist sie aber sehr vorsichtig und achtet bewusst auf ihre Bewegungen.

Als Celissa nach dem ersten Lederbeutel greifen will, verschwinden alle Beutel.

"Huch!" entfährt es ihr. Dann tastet sie trotzdem, falls die Beutel vielleicht nur unsichtbar geworden sind.

Da sind keine Beutel.

"Na sowas", sagt sie verwundert. "Entweder waren hier nie Beutel und es sah nur so aus, oder sie sind gerade verschwunden." Sie sieht zu Leirix. "Wisst Ihr, ob hier normalerweise solche Beutel waren? Und was vielleicht drin war?"

Leirix wirkt genauso verblüfft wie Celissa. "Hier war ich noch nie", erklärt er dann. "Die Ablage im Archiv erledigt Herr Rastburger persönlich. Er trägt den Schlüssel immer bei sich."

"Offensichtlich nicht", murmelt Celissa und verlässt die Kammer wieder. Sie ist etwas enttäuscht darüber, dass sie hier gar nichts finden konnten, was ihnen weiterhilft.

"Diese Ledersäckchen waren bestimmt nur eine Täuschung", ist sich Randirion sicher. Er lässt Celissa aus der Kammer treten und wartet noch in der Tür, dass auch Shantalia mit ihren Untersuchungen fertig wird.

Diese ist aber völlig vertieft in die Durchsicht der Archivunterlagen.

Die Küche

Celissa geht zurück ins Esszimmer und probiert, ob die große Doppeltür dort verschlossen ist.

Sie berichtet kurz von den Funden und folgt.

Randirion schließt sich nachdenklich an.

Die Tür ist nicht verschlossen. Dahinter ist die Küche.

Der Raum ist genau so breit wie das Esszimmer (7 Schritt), aber nur vier Schritt tief.

Die Einrichtung besteht aus Hockern, einem Ess- und einem Arbeitstisch, Schränken, einer großen Feuerstelle und zwei Fässern. In der Wand gegenüber befindet sich eine von innen durch einen eingelegten Riegelbalken gesicherten Tür, in der rechten Wand eine weitere Tür.

Vor der Feuerstelle stehen zwei Kinder mit eigentümlich runzligen Gesichtern. Sie rühren in einem Topf, aus dem es bestialisch stinkt: Offenbar sind die beiden Kleinen damit beschäftigt, sich aus zwei Hühnern, die sie weder gerupft noch ausgenommen haben, ein Süppchen zu kochen. Sie sind so in ihre Arbeit vertieft, dass sie Celissa überhaupt nicht bemerken.

Überrascht bleibt die Horasierin stehen. Was ist das denn? Noch ein Trugbild? Geister? Nein, nicht bei diesem Gestank.

Sie setzt ihr bestes Lächeln auf und spricht die beiden Kinder an: "Hallo! Was kocht ihr denn da?"

Als Celissa die Aufmerksamkeit der kleinen Köche auf sich lenkt, brechen diese in Begeisterungsrufe aus: "Britzel, bratzel, britzel - da kommen unsre Schnitzel." Einer greift ein Kochmesser und einen Wetzstein und fängt theatralisch an, das Messer zu wetzen.

Erstaunt, dass Celissa mit jemandem spricht, beeilt er sich in das Esszimmer zu kommen und sieht sie an der offenen Tür stehen. Vorsichtshalber macht er seine Balestrina schussbereit, während der sich der Horasierin nähert. Eigentlich dürfte doch niemand hier in dem Haus sein …

Auch die Donna folgt.

Von unten ist plötzlich ein dumpfes Poltern und Klirren zu hören.

Und dorthin steuert sie Ihre Schritte.

Alarmiert schaut sich Randirion um, wo genau dieses Geräusch herkommt.

Es kommt irgendwie von unten, könnte also aus einem Keller kommen. Aber ein Kellerabgang ist Randirion noch nicht aufgefallen.

Worauf hin sie rennt!

Wenn Shantalia nur wüsste, wo es nach unten geht.

Im Erdgeschoss stoppt sie orientierungslos und versucht den Weg der Geräusche zu 'erhören'.

Das klang so, als ob etwas umgefallen ist. Und jetzt ist es ruhig.

Leirix schaltet sich ein. "Das scheint aus dem Keller zu kommen", bemerkt er.

Celissa lacht amüsiert. "He, wir sind keine Mahlzeit!" protestiert sie gespielt. "Wir sind Besucher. Ich heiße Celissa. Und ihr?"

Randirion hat sich von dem Poltern und Klirren nicht davon ablenken lassen, bei Celissa zu bleiben. Wachsam beobachtet er die beiden seltsamen Gestalten.

"Besucher, Versucher, wir werden euch probieren!" skandieren die beiden als Antwort.

Celissa schüttelt weiterhin lächelnd den Kopf. Leise fragt sie Randirion: "Was haltet Ihr davon? Habt Ihr eine Idee, womit wir es hier zu tun haben?"

Kurz mustert der Cavalliere die beiden Kleinen, sucht Ähnlichkeiten zu Karabustel und raunt ihr zu: "Könnte es sich nicht um Kobolde handeln, von denen wir einen unter Graubarts Haus antrafen?"

Daraufhin betrachtet sie die 'Köche' nochmals und versucht abzuschätzen, ob das Kobolde sein könnten.

Das sind ganz bestimmt Kobolde, die Ähnlichkeit ist wirklich unverkennbar. Während sich Celissa und Randirion unterhalten werden sie von Spott und Provokationen überschüttet.

"Ich glaube, Ihr habt Recht." Celissa zieht sich vorerst wieder etwas zurück. "Dann sind die wahrscheinlich für den ganzen Spuk verantwortlich! Aber warum? Und wie werden wir sie los?"

Randirion runzelt die Stirn, er scheint zu überlegen, schüttelt jedoch bedauernd den Kopf. "Ich kenne mich bedauerlicherweise mit Kobolden in keinster Weise aus", antwortet er schließlich, "und kann Euch daher auf beide Fragen keine befriedigenden Antworten geben. Möglicherweise kommen wir aber mit Höflichkeit und Freundlichkeit weiter … vielleicht hilft es, ihren Verwandten, diesen Karabustel, als unseren Bekannten zu erwähnen?"

"Vielleicht … aber seid vorsichtig", bittet ihn Celissa. Sie zweifelt etwas, denn mit Freundlichkeit hatte sie es gerade probiert, ohne jeden Erfolg. "Ich kenne mich mit Kobolden auch nicht aus, doch diese zwei zumindest scheinen mir recht gehässig zu sein."

"Kein Grund zur Sorge, meine Liebe", antwortet Randirion ernst. "Ich gedenke für den Moment nicht, mit den beiden Konversation zu betreiben, solange ich kein Naschwerk bei mir habe, sie zu besänftigen." Er mustert die beiden Wichte und fügt ein: "Ziehen wir uns zurück und lassen sie ihre Mahlzeit weiter ungestört zubereiten. Es ist noch das obere Stockwerk zu durchsuchen." Mit diesen Worten schickt er sich an, die Doppeltür zu schließen, so Celissa sich einverstanden erklärt.

"Ja, gut", akzeptiert die Horasierin. "Ich glaube, die werden vorerst hier bleiben."

"Das wäre zu hoffen", bemerkt Randirion, während er sich von der Tür zurückzieht.

Die beiden Kobolde rufen Celissa und Randirion noch unflätiges hinterher.

"Was war denn das da in der Küche?" erkundigt sich Leirix neugierig, der mit Shantalia zurückgeblieben war.

"Dort halten sich zwei Kobolde auf", informiert der junge Adlige den Schreiber.

"Huch, Kobolde, wie wird man die bloß wieder los?" platzt Leirix heraus.

"Das wüssten wir auch gerne", meint Celissa. "Vielleicht müssen wir dazu erst einmal herausfinden, warum sie überhaupt hier sind."

"Wie es scheint, folgen sie uns nicht." Er schaut sich um. "Der Lärm vorhin, mir kam es so vor, als käme er von unten. Sicher gibt es einen Abgang zu den Kellerräumen. Wisst Ihr, wo sich dieser befindet?" will er wissen.

"In der Küche gibt es rechts in der Ecke eine Falltür. Unten war ich aber noch nie." erklärt der Schreiber.

"Dann lasst uns das doch mal ansehen", schlägt Celissa vor und begibt sich in die bezeichnete Ecke.

"Celissa, in der Küche … denkt an die Kobolde", versucht Randirion seine Gefährtin noch zu warnen, folgt ihr dann eilig.

"Ah, das Essen ist wieder da!" wird Celissa von einem Kobold begrüßt, als sie wieder in die Küche kommt. "Bitte abzulegen!"

In der angegebenen Ecke der Küche ist wirklich eine Falltür - eingeklemmt zwischen einen Schrank und eine Tür zu einem Nachbarraum. Ein praktischer Ring lädt ein, sie hochzuziehen.

Shantalia ignoriert die beiden Kobolde, geht zu der Falltür und versucht den Deckel anzuheben.

Das gelingt problemlos. Darunter ist es dunkel, es ist aber das Ende einer an der Wand stehenden Leiter zu sehen.

"Klappe auf, Affe rein, Klappe zu, Affe tot!" skandieren die Kobolde dazu.

'Humor ist, wenn man trotzdem lacht', denkt sich Randirion gereizt, während sich sein Mund zu einem Lächeln verzieht. "Sollten wir einen Beitrag zur eurem Eintopf auffinden, bringen wir ihn euch mit", bietet er den Kobolden an, während er gleichzeitig Shantalia beobachtet, die die Klappe geöffnet hat, ohne vorher die Tür zu einem anscheinend weiteren Raum zu beachten. Die Kobolde lässt er gleichfalls nicht aus den Augen.

"Dann kommt doch her, ihr Affen!" ruft die Al'Anfanerin den Kobolden zu. Dann wendet sie sich an Leirix: "Wenn Ihr mal für Licht sorgen könntet …"

"Äh …", macht der nur.

"Nun macht schon, vite, vite! Ihr solltet doch wissen, wo es hier Lampen gibt", fordert ihn Shantalia auf. Währenddessen versucht sie noch mehr vom Keller zu erahnen.

"Ich habe eine Lampe dabei", erklärt Celissa und entzündet diese auch gleich. "Aber jemand sollte aufpassen, dass diese Kobolde uns nicht unten einsperren", fügt sie leise hinzu.

Der Cavalliere runzelt die Stirn. "Ungern ließe ich Euch gehen", meint er. "Dennoch, Ihr habt Recht, ich würde mich bereit erklären, den Kellerzugang zu bewachen." Er mustert die beiden Kobolde nachdenklich. Warum nur hat er sich nicht früher intensiver mit diesen Wesen beschäftigt, als er noch Zugang zur Bibliothek hatte? Sicher würde sich ein Hinweis finden lassen, wie man diese Wichte erfolgreich vertreiben kann …

"Ich könnte ja aufpassen!" bietet Leirix an. "Im Keller wäre ich sowieso nicht von Nutzen, da ich dort noch nie war."

"Gute Idee, aber denkt vorher an meine Lampe!" fordert ihn Shantalia zum wiederholten Male auf.

Leirix schaut sich suchend um. In einem Regal steht tatsächlich eine kleine Öllampe. Daneben liegt Feuerzeug. Leirix entzündet die Lampe und reicht sie Shantalia. "Bitteschön!"

"Habt vielen Dank!" antwortet Shantalia mit leicht ironischem Unterton. Dann leuchtet sie in den Keller und steigt langsam hin, wenn sie nichts ungewöhnliches sieht.

Sie hört nichts.

Celissa folgt ihr.

Bevor der Cavalliere seinen Begleiterinnen folgt, wendet er sich an Leirix. "Ich möchte Euch bitten, uns rechtzeitig eine Warnung zukommen zu lassen, wenn sich andeutet, dass sich die beiden Kobolde einen Scherz mit uns erlauben wollen", schärft er dem Schreiber ein. Er wird so lange oben stehen bleiben, bis sich herausstellt, dass dort unten mehr als nur ein Vorratsraum zu finden ist und sie sich weiter von der Luke entfernen müssen.

"Natürlich! Aber lasst mich auch mal nach unten schauen." Leirix geht in die Knie und steckt den Kopf in die Lukenöffnung.