Meine Schwestern stehen lustig da
auf grünen Uferhängen;
ich trage Trauer das ganze Jahr
und lass die Arme hängen.

Nach einer halben Stunde Richtung Westen kommt linkerhand der Fluss in sich, der hier auch fast in Ost-West-Richtung fließt. Vor den Helden erstreckt sich entlang des Flusslaufes ein mit hohem Reihergras bewachsenes Sumpfgelände. An einigen Stellen wachsen Bäume in kleinen Gruppen, hauptsächlich Weiden.

Isinha zügelt sein Pferd. Nach der überstürzten Flucht vor dem Tatzel ist er erstaunt, wie gut er sich doch auf dem Pferderücken gehalten hat.

Er tätschelt das Tier lobend am Hals und spricht ihm hin und wieder gut zu, während er sich umsieht. Der Magier hofft, eine Trauerweide inmitten anderer Bäume - oder gar frei stehend - zu finden. Schließlich lässt der Vers darauf schließen, dass es eine einzelne Trauerweide sein muss.

Der Weg nach Westen führt direkt in das Sumpfgelände hinein, das so breit ist, dass man es vom Rand aus nicht vollständig überblicken kann.

Und wie weit es bis zur vermuteten Weide ist, weiß auch niemand.

"Jetzt müssen wir den traurigen Baum finden, das wohl!" fasst Ingalf die fast greifbaren Überlegungen des Magiers zusammen. "Fangen wir Backbord oder Steuerbord an?"

Ingalf schaut nach dem Fluss Von hier aus ist er gar nicht mehr zu sehen. Vorhin, als die Gruppe den Fluss gesehen hat, war sie auf etwas höherem Gelände.

"Rechts?" schlägt Edric vor, der findet, dass das ziemlich egal sein dürfte.

"Aye!" Ingalf lenkt sein Pferd nach rechts.

Nach einigen Schritt zügelt er sein Pferd. "Das ist doch Quatsch, das wohl! In dem Rätsel hieß es, dass der Baum an Uferhängen steht und nicht mitten im Sumpf. Wir müssen erst ans Ufer, das wohl!"

Ingalf schaut sich nach einem Weg durch den Sumpf um.

"Wäre also nach links besser?" fragt Edric. "Ich weiß nicht, ob Trauerweiden ausgerechnet mitten im Sumpf stehen. Würde sie eher am Rand erwarten."

Es gibt wirklich nichts, was sich als Weg bezeichnet lässt, aber als Ingalf absteigt und vorsichtig vorgeht, stellt er fest, dass er nicht all zu tief einsinkt.

"Das könnte gehen, das wohl!" murmelt er und macht ein paar Schritte vorwärts. Dann wendet er sich an seine Gefährten: "Cadruel, kannst Du uns einen Weg zum Fluss suchen ... halt!" Er grinst breit die Hexe an: "Oder kannst Du nicht direkt zur Weide kommen? Ohne das wir uns die Füße im Sumpf schmutzig machen?"

Abwartend schaut der Elf die Hexe an.

Rovena runzelt die Stirn und lässt ihren Blick prüfend über das Sumpfgelände schweifen. "Gut", erwidert sie und steigt aus dem Sattel, Surnia auf der Schulter und den Stab in der Hand. Sie reicht Cadruel Thalias Zügel. "Ich fliege über die Baumgruppen und suche nach der Trauerweide. Von oben ist es vermutlich leichter sie auszumachen", spricht sie weiter und steigt auf ihren Stab, den sie an sich schmiegt und sich dabei kräftig vom Boden abstößt. Sofort trägt der Stab sie hinauf in die Luft und Rovena möchte am liebsten jauchzen, so beglückend ist das Gefühl des Fliegens. Doch sie reißt sich zusammen und lenkt ihr Fluggerät hin zu den Stellen, an denen die Bäume in kleinen Gruppen wachsen.

Der Elf nimmt die Zügel entgegen.

Erneut erstaunt über diese eindeutig magische Fähigkeit Rovenas blickt der Magier ihr nach. Nicht zum ersten Mal nimmt er sich vor, bei Gelegenheit seine Brüder im Geiste im Tulamidenland aufzusuchen, denn auch von ihnen heißt es, dass sie sogar Teppiche zum Fliegen bringen.

Diese Fähigkeit wäre doch überaus nützlich …

Auch Ingalf schaut der Hexe hinterher und murmelt was von "Bei uns fliegen die Jungs auf die Mädels, hier fliegt sie selber, das wohl, das wohl!"

Dann führt er sein Pferd wieder langsam aus dem Sumpf und sucht sich eine einigermaßen saubere Wasserlache und beginnt seine Wunde, die ihm der Tatzel zugefügt hat, zu reinigen.

Auch Isinha reißt sich von dem Anblick los und lässt seine praktische Seite die "Leitung" übernehmen. Er begibt sich an Ingalfs Seite: "Soll ich Dir helfen?" fragt er den Thorwaler mit Blick auf die Wundversorgung. "Das sieht ganz schön übel aus …" meint er überflüssiger Weise zur Größe der Verletzung.

"Wenn Du mir mit dem Verband helfen könntest, sieht schlimmer aus als es ist …", antwortet der Thorwaler. "Wird 'ne hübsche Narbe, wenn ich den Mädels sage, dass das 'n Drache war, bringt das Punkte, das wohl!"

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Von oben ist alles ganz einfach. 1000 Schritt Richtung Westen steht am Ufer des Flusses einzeln eine prächtige Trauerweide. Rovena ist instinktiv klar: Das ist sie.

Sie beschließt, näher heran zu fliegen und sich den Baum von oben genauer anzusehen, bevor sie zurückkehren und ihren Gefährten von ihrem Erfolg berichten wird.

Ein wirklich schöner großer Baum! Gleichmäßig hängen die Zweige bis auf den Boden herunter.

Zufrieden mit ihren Erkundigungen fliegt Rovena zurück zu ihren Gefährten, wobei sie sich das sumpfige Gelände genauer ansieht, um einen möglichst ungefährlichen Weg hin zu der Trauerweide zu erkunden, den sie entlang reiten können.

Bald danach landet sie sicher bei der Gruppe. Sie wirft ihr vom Wind zerzaustes Haar in den Nacken und nimmt Cadruel mit einem Lächeln die Zügel ihrer Stute aus der Hand. "1000 Schritt Richtung Westen steht sie, direkt am Ufer des Flusses", berichtet die Hexe sogleich.

Die Mitglieder der Gruppe schauen einander an. keiner scheint im Moment Lust zu haben, die Initiative zu ergreifen.

Der Magier ist immer noch dabei, Ingalf bei der Wundversorgung zu helfen und hat daher zunächst kein Ohr für die Ergebnisse des Rundflugs.

Als Isinha und Ingalf mit dem Verbinden des Thorwalers fertig sind, fragt Ingalf die Hexe: "Kommen wir auch zu Fuß durch den Sumpf? Oder nimmst Du uns alle auf dem Besen mit?"

Ingalf fängt sich wegen seiner Bemerkung zu ihrem Kampfstab einen nicht ernstgemeint entrüsteten Blick ein, bevor sie antwortet: "Mitnehmen kann ich niemanden von euch. Wir müssen es wohl zu Fuß versuchen, doch einen sicheren Knüppeldamm konnte ich nicht ausfindig machen." Sie zieht die Stirn kraus und fügt noch an: "Ich könnte aber den Baum auch allein untersuchen … ich komme wenigstens trockenen Fußes dorthin."

"Hmm, die ersten beiden waren nicht ganz ohne", wie Ingalf mit Hinblick auf seinen Verband feststellt. "Wenn Du das alleine machen willst, dann sei bloß vorsichtig, das wohl!"

Rovena schaut in die Runde ihrer Gefährten und wartet ab, ob einer der drei anderen noch seine Meinung dazu äußern will.

Der Magier nickt ihr nur bestätigend zu.

"Soll ich mitkommen?" fragt Edric, als er sieht, dass die Hexe zögert.

Stumm stellt sich Cadruel an ihre Seite.

Rovena wirkt immer noch unschlüssig, als sich auch Cadruel an ihre Seite stellt. Sie schaut die beiden nachdenklich an. "Der Sumpf birgt bestimmt Gefahren für den, der ihn zu Fuß durchquert. Die Pferde sind besonders gefährdet, fürchte ich, es ist bestimmt nicht gut, sie dort hineinzutreiben. Also muss jemand mit ihnen zurück bleiben und unsere Gruppe wird dadurch unweigerlich getrennt. Daher werde ich es zu erst allein versuchen, Surnia wird mich begleiten. Wenn mir etwas zustoßen sollte, wird sie zu euch kommen, um euch zu Hilfe zu holen und euch den Weg zu zeigen. Ich denke, so ist es das Beste", schlägt sie vor und hat sich in dem Moment bereits entschieden. Schon nimmt sie wieder auf ihrem Stab Platz und stößt sich vom Boden ab, um mit ihrer Vertrauten auf der Schulter erneut zu dem Weidenbaum zu fliegen.

Edric kommt nur noch dazu zustimmend zu nicken, dann ist die Hexe schon weg.

Ingalf kratzt sich nachdenklich am Kopf. 'Hoffentlich sind das andere Weiden, wie wir sie damals hatten als wir die Müllerskinder gesucht haben, das wohl, das wohl!' denkt er bei sich. 'Aber das Mädel schafft das schon, bei Swafnir!'

Sie umkreist den Baum, um einen Ladeplatz zu finden.

Sie landet an der vom Fluss abgewandten Seite der Weide. Der Boden ist feucht, aber die Hexe sinkt kaum ein.

Rovena nimmt den Stab in die rechte Hand und weist Surnia an, auf einem niedrigen Ast der Weide zu landen und aufmerksam die Umgebung im Auge zu behalten. Sie selber umrundet den Baum vorsichtig und bedacht auf der Suche nach einem Hinweis, wo möglicherweise ein weiterer Stein verborgen sein könnte.

Die dicht hängenden Äste verbergen den Blick auf den Innenbereich und den Stamm. Hier draußen findet sich kein Hinweis.

Also beschließt Rovena, den Vorhang der dicht herabhängenden Äste zu lüften und schiebt vorsichtig ein paar von ihnen zur Seite, um dahinter zu lugen.

Das ist wirklich ein prächtiger Baum. Der Stamm ist bestimmt mehr als einen Schritt dick.

Rovena gibt Surnia eine mentales Unterweisung, dass sie sich ins Innere des Baumüberhangs begeben wird und dass die Schädeleule sich bereit halten soll, auf ein Zeichen von ihr Hilfe zu holen, wenn es nötig sein sollte.

Nun atmet sie nochmal tief durch und betritt den Innenbereich, um den alten Baum näher zu untersuchen.

Als Sie halb um den Baum herum ist, fällt ihr zwischen zwei Wurzeln ein blassblauer Quarz auf. Die Schrift in seiner Goldfassung lautet: *S*ucht *S*tetig *W*eiter!

Erfreut über den Fund geht sie in die Hocke und nimmt den Stein an sich.

"Süd-Süd-West also sollen wir weiter suchen", murmelt sie vor sich hin. "Dann müssen wir den Fluss überqueren."

Sie steckt den Stein ein, streicht der alten Trauerweide tröstend über die Wurzeln und presst fest die Hände auf den weichen Boden. "Mutter Sumu, die Tochter Satuarias dankt Dir für die Kräfte, die Du ihr verleihst, und Deine Sorge um die Kreaturen, die Dir entstammen." Während sie sich erhebt, streichelt sie zum Abschied den Stamm des Baumes und verlässt den schützenden Überhang der Weide, ihr Blick schweift hinüber zum Ufer des Flusses und über ihn hinweg zu dessen anderer Seite.

Sie ruft Surnia zu sich, steigt auf ihren Stab und stößt sich wieder kräftig vom Boden ab, um mit ihrem Fund zurück zu ihren Gefährten zu fliegen.

"Da kommt sie!" ruft Isinha seinen Gefährten zu, als er die Hexe erspäht hat.

"Und?" fragt Ingalf die Hexe, nachdem sie gelandet ist. "Hast Du die neue Richtung?"

Abwartend sieht auch der Magier Rovena an.

Rovena nickt. "Ja, zwischen den Wurzeln des Baumes war ein weiterer Stein verborgen." Sie holt den blassblauen Quarz in der Goldfassung hervor und zeigt ihn herum. "Wie es aussieht, müssen wir nach dem nächsten Hinweis in südsüdwestlicher Richtung suchen. Das bedeutet dann wohl, dass wir den Fluss überqueren müssen, oder?" Fragend schaut sie den Thorwaler, der die Karte hat, an.

"Aye, das wohl, das wohl", antwortet Ingalf. Dann malt er mit den Finger auf der Karte hin und her. Nach einer Weile meint er zu den anderen: "Also wir sind jetzt hier [F-G/10-11], die weide steht genau im Westen bei [F-G/8-9]. Von da aus nach Südsüdwest, dann treffe ich bei [L6] auf eine freie Stelle im Wald. Da könnte doch das Grab sein, oder?

Wenn wir jetzt nicht durch den Sumpf wollen, dann reiten wir an diesem Ufer, bis auf der anderen Seite kein Sumpf mehr ist" - er zeigt auf den Punkt [H-I/12-13], von da aus über den Fluss direkt nach Süden, bis wir an den Wald kommen, dann nach Westen bis zum anderen Wald und - schwupps - nach Süden und wir sind auf der Lichtung, das wohl!"

Er schaut seine Gefährten an, was die zu seinem Plan meinen.

"Auf geht's", meint Edric und wendet seinen "Freund" in die geplante Richtung.

Der Magier folgt dem Finger Ingalfs auf dem Plan. "Ja, sieht gut aus." bestätigt er.

Rovena nimmt die Zügel ihrer Stute, steigt in den Sattel und signalisiert mit ihrer Aufbruchsbereitschaft ihr Einverständnis mit Ingalfs Plan. Sie ist bemüht, sich ihre Gefühle nicht anmerken zu lassen, den dritten Stein hat sie sicher verstaut.

Vorsichtig, um den Verband nicht zu sehr zu belasten, schwingt sich der Thorwaler wieder auf das Pferd und gibt die grobe Richtung an, in der er meint, dass es weiter gehen sollte.

Es geht also erst einmal flussaufwärts. Da die Gruppe hier auf dem hohen Ufer reitet, kommt sie auch gut voran, obwohl es keinen Weg gibt. Nach einer Stunde sind alle an der von Ingalf angegebenen Stelle. Und der Fluss scheint hier gut passierbar zu sein. Darauf deuten Tierspuren hin, die sie sowohl in den Fluss als auch heraus führen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses erweckt etwas die Aufmerksamkeit der Helden. Dort reicht ein Steg etwa 6 Schritt in den Fluss hinein. Und dort schäumt das Wasser. Genaueres ist für den Moment von hier aus nicht zu sehen.

Rovena reitet etwas näher an das Ufer heran und bemüht sich angestrengt, etwas genaueres zu erkennen.

Auch Edric versucht zu erkennen, was das wohl ist. Doch mehr als der Tierkadaver wundert ihn die Existenz des Stegs. Ging hier mal eine Behelfsbrücke über den Fluss oder findet sich sonst ein Hinweis auf einen Grund für die Existenz des Stegs? Umsonst wird doch keiner einen sechs Schritt langen Steg bauen, denkt er sich.

Der Fluss ist an dieser Stelle knapp hundert Schritt breit. Der Steg kann also zum Anlegen von Booten dienen.

"Was das wohl sein mag?" fragt Isinha an ihrer Seite.

"Ich habe mal Flussfetzern gehört …" antwortet Rovena dem Magier zögernd.

Da liegt oder schwimmt etwas im Wasser. Es könnte ein Tierkadaver sein. Drumherum ist das Wasser aufgewühlt.

Ingalf, hat ebenfalls angehalten und schaut hinüber.

"Kannst Du was erkennen?" fragt er die Hexe.

Rovena zieht besorgt die Stirn in Falten. "Es sieht so aus, als wenn da etwas im Wasser liegt oder schwimmt. Vielleicht ein Tierkadaver, um den sich Aasfresser gescharrt haben, die das Wasser so aufwühlen?" antwortet sie nachdenklich.

Der Kadaver bewegt sich ruckartig hin und her, so als ob an ihm immer wieder aus verschiedenen Richtungen gezerrt wird.

"Wir sollten uns beeilen, den Fluss zu überqueren, solange die da noch beschäftigt sind", schlägt sie unvermittelt vor. "Dann gelingt es uns vielleicht, unbehelligt ans andere Ufer zu kommen, wenn wir kein Floß bauen wollen."

"Aye, dann aber mit genug Abstand zum Steg, das wohl!" stimmt ihr Ingalf zu und sucht nach einem flachen Uferstück, um sein Pferd in den Fluss zu lenken.

"Piranhas so hoch im Norden?!" ist die Reaktion des Magiers. Aber er hält sein Pferd dicht bei den anderen und beruhigt es immer wieder.

Cadruel erahnt, dass da Raubfische an einem Tierkadaver zerren, und das Tier kann noch nicht lange tot sein, denn das Wasser ist dort rötlich gefärbt.

Hier ist es überall flach, und die Gruppe schafft es problemlos, den Fluss zu überqueren.

Als die Gefährten alle auf der anderen Seite sind, orientiert sich Ingalf kurz und will dann nach Süden weiter, um an den Waldrand zu kommen.

"Nein, warte." bittet der Magier Ingalf. "Ich möchte mir noch kurz den Steg ansehen, irgend etwas sagt mir, dass hier mehr sein muss."

Offenbar wird der Steg seit vielen Jahren nicht benutzt, denn er sieht recht verrottet aus. Unter dem Steg schäumt das Wasser blutrot, dort zerfetzt ein Schwärm etwa armlanger Fische eine Hirschkuh.

Auch wenn der Steg schon lange nicht mehr benutzt wird, muss er einmal eine Funktion gehabt haben. Ist auf dieser Seite des Flusses etwas zu erkennen? Gebäudereste, etwas, das auf einen ehemaligen Weg hindeutet? Edric wundert sich. Einen Steg legt doch niemand aus Jux und Dollerei an, schon gar nicht mehr oder weniger mitten in der Wildnis.

Ohne ersichtlichen Grund fängt Cadruel zweistimmig an zu singen: "Ich stehe wartend Jahr für Jahr im Wasser auf nassen Beinen. Ein ödes Dasein, ja fürwahr, nutzlos will es mir scheinen."

"Mensch, natürlich, der Steg, das wohl!" geht Ingalf eine Laterne an. "Das ich da nicht drauf gekommen bin …"

Er springt wieder vom Pferd und geht zum Steg.

"Wenn nicht die blöden Steine wären, dann könnten wir von hier zum Turm, das wohl, das wohl!"

Ein Stein ist hier am Anfang des verrotteten Steges nicht zu sehen. Und unter dem Steg fetzen die Fische die Hirschkuh.

"Bei Swafnir! Wetten das der Stein da hinten bei die Fische is'!" meint Ingalf nach oberflächlicher Untersuchung des Steges. "Wollen wir erst den anderen holen und dann wieder kommen? Dann müssten die Viecher ja wohl satt sein, das wohl!"

"Oder wir nutzen ihre Fresssucht aus, während sie sich an Firuns Gaben gütlich tun." schlägt Isinha die offenkundige Alternative vor, die ihnen bereits den Weg über den Fluss geebnet hat.

"Hä?" Ingalf hat den Magier nicht ganz verstanden. "Ach so, Du willst baden gehen, das wohl!"

Edric guckt sich noch einmal nach Spuren um. Wirkt das hier wie ein Wildwechsel? Zum Trinken wird sich die Hirschkuh kaum weit auf den Steg oder in den Fluss hinausgewagt haben.

Auch auf dieser Seite gibt es Tierspuren. Edric findet sogar die Stelle, wo eine Hirschkuh ins Wasser gegangen ist. Vor dem Steg sind keine Tierspuren.

"Ob der Stein wohl in der Hirschkuh selbst steckt? Bis jetzt waren die Steine ja nicht unbedingt da, wo sie leicht zu finden waren", überlegt Edric. "Sollen wir den Kadaver herausziehen?" Der Hirte wirkt jedoch etwas unsicher bei diesem Vorschlag.

"Ne, lassen wir das mit der Hirschkuh", nimmt der Hirte seinen Vorschlag zurück. "Die ist tatsächlich gerade erst hier ins Wasser."

Stattdessen beginnt er den Steg zu untersuchen. Wie klar ist das Wasser?

Das Wasser ist ziemlich trüb.

Würde er einen Stein unter Wasser erkennen?

Höchstwahrscheinlich nicht.

Zunächst will er nicht ins Wasser gehen, sondern sich vorsichtig auf dem Steg vorwärts zu bewegen. Sobald er den Eindruck bekommt, der Steg wäre zu morsch um ihn zu tragen, wird er ins Wasser ausweichen, sofern er nicht zu dicht an der Hirschkuh und den Fischen ist.

Morsch, sehr morsch. Edric hat das Gefühl, dass er jeden Moment einbrechen kann. Er weicht ins Wasser aus, auf der der Hirschkuh abgewandten Seite. Die Flussfetzer ignorieren ihn völlig.

Er wird zunächst einmal den Steg untersuchen, soweit er ihn sehen kann. Allerdings wird er immer auf die Flussfetzer achten. Sobald sie ihn angreifen sollten, wird er schnell zurück ans Ufer flüchten.

Sollte er auf diese Weise keinen Stein finden können, wird er danach auch den Steg unter Wasser untersuchen, indem er ihn vorsichtig (ohne sich Splitter einzufangen) abtastet.

Edric findet den Stein, einen kleinen Bergkristall mit Goldfassung, am linken äußersten Pfosten des Stegs, wo er mit Pech an geheftet ist. Die Fassung trägt die Inschrift: "*O*ffen*s*ichtlich, *O*der?"

"Ich hab ihn", entfährt es ihm vor Freude. Er hält den Stein hoch über seinem Kopf, damit die Gefährten sehen können, dass er ihn gefunden hat, und kehrt zu ihnen ans Ufer zurück. "Ostsüdost? Das heißt flussaufwärts, oder?"

Nachdem Ingalf auf die Karte geschaut hat, meint er: "Das führt in die Berge, das wohl, aber auf der anderen Seite vom Fluss irgendwo nach [K-L/18-19].

Aber wenn der Magier die Steine sehen will, dann müssen wir den letzten auch noch holen, oder?"

Isinha zuckt mit den Schultern. "Davon können wir wohl nach der Rede seines Helfers wohl ausgehen."

"Wieso?" fragt Edric. "Er sagte, 'Dummköpfe' haben bei dem Magier nichts zu suchen. Ist es nicht dumm, einen Stein zu suchen, den wir gar nicht mehr brauchen?"

"Auch das kann sein." gibt Isinha unumwunden zu. "Aber es kann auch sein, dass es sich darauf bezieht, bei den Gefahren sich nicht unterkriegen zu lassen, sondern sie zu meistern."

"Haben wir das nicht?!" antwortet der Hirte perplex. Er ist sichtlich irritiert.

"Das Ansinnen dieses Magiers ist keinem von uns bekannt", mischt sich nun Rovena ein, die wieder in den Sattel gestiegen ist. "Vielleicht ist es ihm wirklich wichtig, dass wir alle Steine vorweisen können, damit er uns in sein Geheimnis über die Zukunft der Völker unseres Landes einweiht. Wir hätten den ganzen Weg umsonst zurück gelegt, würden wir nicht seinen Ansprüchen entsprechen, oder?"

"Bisher schon …" der Magier schaut in der neu angegebenen Richtung in die Ferne.

Edric versteht zwar nicht, was der Magier damit sagen will, aber er wird als Magier diesen anderen Magier vermutlich besser verstehen als er selbst. Also sitzt auch er auf und wartet darauf, dass jemand die Führung übernimmt.

Ihm fällt auf, dass es wohl nur noch eine Stunde dauern wird, bis die Dämmerung einsetzt.

Er seufzt leicht. "Reiten wir." und an Edric gewandt fügt der Magier hinzu: "Gut gemacht!" weiß er doch, wie wichtig dem Hirten Ansprache und Bestätigung ist.

Edric lächelt erfreut zurück.

"Es wird bald dunkel", meint er in die Runde und guckt sich um, wo sich hier ein Lageplatz anbieten könnte (Nähe zum Fluss, aber nicht zu nah, falls es in den Bergen [oder auch hier] einen Wolkenbruch gibt, potentiell Feuerholz …).

Auf dem Plan war ja ein Waldgebiet eingezeichnet, und dort vermutete Ingalf ja auch den vierten Stein. In einer Stunde müsste man eigentlich gut bis zum Waldrand kommen.

"Wollen wir wirklich noch bis dorthin, oder bleiben wir hier und verfeuern den Steg?" fragt Isinha mit einem verschmitzten Grinsen beim letzten Teil des Satzes. "Da legt ohnehin kein Boot mehr an …"

"Im Wald ist man natürlich ein wenig geschützter als auf der freien Pläne, das wohl!" wendet der Thorwaler ein. "Und wenn wir den Stein brauchen, dann haben wir es Morgen früh nicht so weit mit suchen und sind dann bald am Turm."

"Das überzeugt!" erwidert der Magier und schwingt sich in den Sattel. "Also, worauf warten wir?"

"Aye, also los!" stimmt ihm auch Ingalf zu.

Und so macht sich die Gruppe auf in Richtung auf den vermuteten Ort des vierten Steines.

Nach ungefähr einer Stunde erweisen sich beide Vorhersagen als richtig: es dämmert, und die Gruppe erreicht den Rand eines lichten Waldes. Es sollte morgen früh kein Problem sein, sich einen Weg zu bahnen.

"Rasten wir hier oder wollen wir noch nach der Lichtung suchen?" fragt Rovena, sie klingt ein klein wenig erschöpft von dem Tagesritt. Auch fragt sie sich, ob sie hier wirklich richtig sind …

Cadruel steigt von Licht-zieht-vorbei-leise-aber-schnell ab und versorgt das Pferd.

"Rasten", schlägt Edric vor und beginnt sofort, ein Lager aufzuschlagen. Sie werden noch die Pferde versorgen, Brennmaterial zusammensuchen und ein wenig essen müssen. Und dann wünscht er sich auch ein wenig Erholung. Der Tag war recht ereignisreich.

"Rasten ist besser, das wohl!" antwortet ihr der Thorwaler und zeigt der Hexe die Karte. "Wir sind hier an der Nordspitze vom Wald, und die Lichtung ist über 1000 Schritt weg. Also ich denke es macht keinen sinn in der Dämmerung durch den Wald zu laufen, das wohl, das wohl!"

"Was die wohl wollen?" fragt Isinha, während er aufmerksam in Richtung der Ebene starrt.

"Uns, wenn wir kein Feuer machen, das wohl!" antwortet Ingalf, der die Wölfe ebenfalls gesehen hat.

"Eine gute Idee", stimmt Rovena dem Thorwaler zu und steigt ab, um zuerst einmal Holz für ein Feuer zu sammeln.

"Oder unsere Pferde. Die haben keine Schwerter." Auch Edric hat die Wölfe bemerkt.

"Ich hab' auch kein Schwert, aber bin ich dann ein Pferd?" fragt Ingalf flapsig seinen Freund.

"Weiß man's?" gibt der zurück. Angesichts der Situation hat er keine Lust auf Haarspaltereien.

"Das wär ja zum wiehern!"

Der Elf sattelt sein Pferd ab, bindet es an und striegelt es.

Das Lagerfeuer, hält die Tiere eindeutig auf Abstand, wie nicht anders zu erwarten war.

In der Nacht schnauben die Pferde immer wieder unruhig.

Als sich Rovena zum Schlafen niederlegt, schärft sie ihrer Vertrauten noch ein, aufmerksam die Augen offen zu halten, wenn diese auf die Jagd geht. Denn auch wenn das Feuer die Wölfe auf Abstand hält, fühlt sich die junge Frau nicht gerade sehr sicher hier.

Zweimal wacht Isinha von der Unruhe der Pferde auf und begibt sich erst zu dem Wache haltenden Gefährten, dann zu seinem Pferd, um es mit ein paar Streicheleinheiten zu beruhigen und ihm zu zeigen, dass sie beide gute Freunde sind und die Vertrauensbildung zu unterstützen.

Auch Edric schläft unruhig. Er weiß zwar, dass er sich auf seine Gefährten verlassen kann und dass er den Schlaf dringend nötig hat. Doch als Hirte liegt es ihm einfach im Blut, seine "Herde" in Gefahr selbst schützen zu wollen. Die angenehmsten Stunden der Nacht hat er daher während seiner Wache.

In seinen Wachrunden umkreist der Thorwaler auch die Pferde mit, um eine Annäherung der Wölfe rechtzeitig zu bemerken.

Die Wachsamkeit der Helden führt dazu, dass die Nacht ruhig verläuft.

Dank Isinhas Verband und ausreichender Ruhe geht es Ingalf am Morgen wieder richtig gut.

<<>>

Nach einem kurzen Frühstück geht es in den Wald. Die Bäume stehen zu dicht zum Reiten, die Pferde lassen sich aber einfach am Zügel führen.

Nach einer Stunde trifft die Gruppe auf eine kreisrunde, etwa 20 Schritt durchmessende Lichtung. Der Sandboden ist hier nur von schütterem Gras bewachsen. Schon vom Rand aus ist die zwei mal ein Schritt große Steinplatte zu sehen, die in der Mitte der Lichtung in den Sand eingelassen ist. Cadruel und Isinha spüren sofort die magische Aura, die die Steinplatte umgibt. Dazu müssen sie keinen Odem Arcanum wirken.

Langsam steigt Isinha ab und bedeutet seinen Gefährte, das selbe zu tun.

"Vorsicht!" warnt er, denn eine so starke magische Aura ist mehr als ungewöhnlich, selbst dann, wenn man auf der Suche nach einem mächtigen Magier ist.

Edric bleibt sofort stehen und guckt, was der Magier vorhat.

Zunächst hockt der Magier sich an den Rand der Lichtung und prüft, ob es sich nicht vielleicht um eine Treibsandfalle handelt.

"Was'n los?" fragt Ingalf, steigt aber wartend ab.

Der Sandboden ist fest.

Langsam und vorsichtig bewegt der Magier sich auf die Platte zu, stets auf seine Umgebung und den Boden bedacht. Dort angekommen berührt er die Platte nicht, sondern nimmt sie zunächst genau in Augenschein.

In die Steinplatte ist das Relief eines zerbrochenen Wagenrades eingemeißelt. Das Rad schimmert rosig, so als ob es glühte. Das ist die Quelle der magischen Aura.

"Eine Grabsteinplatte vielleicht …?" wundert Isinha sich laut und winkt seine Gefährten herbei.

"Aye, was sonst, das wohl!" meint Ingalf Schulter zuckend und folgt dem Magier. "Der Spruch lautete doch:

Kein Fenster lässt die Sonne ein,
türlos und freudlos das Zimmer.
Kälte kriecht dir in Arm und Bein,
Freund, hier schläfst du für immer."

Durch die Warnung des Magiers zur Vorsicht gerufen, folgt sie ihm mit Abstand und hält sich von der Steinplatte fern.

Edric folgt erst jetzt und achtet genau auf Isinha. Was ist an dieser Grabsteinplatte so gefährlich, dass schon das Betreten der Lichtung gefährlich hätte sein können?

Ja, der Vers trifft hier wohl genau zu. "Aber ist der nächste Hinweis in dem Grab oder nur irgendwo hier rund herum. Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir hier Boron ungefällig tätig werden sollen." überlegt Isinha laut.

"Ich denke, wir müssen die Platte heben, das wohl! Vielleicht ist das Grab ja leer", antwortet der Thorwaler.

"Das fürchte ich auch." Edric fühlt sich sichtlich unwohl bei diesem Gedanken. "Der Vers klingt nicht nach 'Grabplatte', sondern nach 'Grab'."

Isinha hebt nachdenklich die Augenbrauen, schaut dem Thorwaler ins Gesicht, ihn aber anscheinend nicht wirklich an. "Hmm." grummelt er.

Irgendwie hält er es für keine gute Idee, die so stark magisch strahlende Grabplatte zu berühren, geschweige denn anzuheben.

"Danke, das ist dann die bessere Möglichkeit!" antwortet Ingalf, der nicht weiß, wo der Magier hin will.

"Ist es wichtig? Tat Boron schon mal was für Dich?"

Cadruel nimmt einen kleinen Stein und wirft ihn in das 'Leuchten'.

Nichts passiert.

"Aber wenn es leer sein sollte, ist auch kein weiterer Hinweis darin." gibt der Magier zu bedenken. Er vermutet vielmehr, dass ihnen die magische Aura umgebene Platte viel nützlicher sein könnte. So sieht er sich noch einmal ganz genau die Abdeckung an und studiert insbesondere das leuchtende Boronsrad.

"Wie kommst Du auf 'leer'?" fragt der Hirte zurück.

"Nun, Ingalf sagte doch gerade 'Vielleicht ist das Grab ja leer'." erinnert Isinha ihn.

Je nachdem, wie dick die Platte ist, wird es sicher ganz schön mühsam, sie aufzuheben oder wegzuschieben. Das leuchtende Boronsrad gibt bei bloßem Anschauen keine weiteren Informationen.

"Tja, vielleicht hat Ingalf ja Recht." zuckt Isinha schließlich mit den Schultern, als er keine weiteren Erkenntnisse mehr aus der Platte und der Umgebung zieht. "Lasst es uns gemeinsam versuchen! Ich setze meinen Stab als Hebel ein und wir können so mit weniger Kraftaufwand als ohne mechanische Hilfe arbeiten."

"Aye, und ich helf' Dir gerne, das wohl!" antwortet Ingalf und wird wenn der Magier soweit ist kräftig mit drücken.

Die Platte sitzt verdammt fest. Sie lässt sich nur Finger für Finger weiterschieben.

Und so schieben die Helden sie Finger für Finger weiter. Ingalf gibt alles und drückt auf dem Zauberstab mit aller Kraft.

Isinha hebelt mit dem Stab weiter, je mehr die Platte von ihrem Ausgangspunkt entfernt ist, um so mehr kann der Hebel die Kraft übertragen. Mit vollem Einsatz stemmt er sich dagegen.

Anscheinend liegt die einen halben Spann dicke Platte auf einer gemauerten Umrandung. Ein Spalt tut sich auf.

"Da müssen wir mit dem Stab ansetzen, das wohl!" empfiehlt Ingalf dem Magier.

Der nickt und tut, wie geheißen. Innerlich hatte Isinha gehofft, dass nur eine kleine Vertiefung mit dem nächsten Hinweis-Stein darunter sein würde. Aber das sieht tiefer aus.

Da geht eine Steintreppe in die Tiefe.

"Puh!" stöhnt Ingalf als das Loch die Treppe freigibt. "Jetzt müssen wir da wohl runter!"

"Uff." entfährt es dem Magier, als sie die Platte soweit bewegt haben, dass sie sehen können, was darunter liegt - oder eben nicht liegt. "Da müssen wir wohl oder übel runter, was?" fragt er mit einem schiefen Blick auf Ingalf, während sein Stab sich zur Fackel wandelt, um Licht zu spenden.

Da muss die Platte noch um einiges verschoben werden, bevor man heruntergehen kann. Bislang ist die Platte erst zwei Spann weit verschoben.

Ingalf meint zu dem Magier: "Wenn wir den Stab jetzt im Loch ansetzen, dann können wir die Platte weg schieben. Los Edric, Cadruel, helft uns doch mal, das wohl!"

Cadruel hat in der Zwischenzeit seinen Bogen gespannt. Der Elf legt Bogen und Pfeil beiseite und schiebt.

Auch Edric packt, mit einem mulmigen Gefühlt, an.

Es dauert noch einige Zeit, bis die Treppe soweit freigelegt ist, dass man hinunter gehen kann.

"Aye!" meint Ingalf zieht seine Waffe und klettert vor dem Magier in das Loch, …

… der ihm auf dem Fuße folgt und darauf achtet, seinen Gefährten mit der Fackel nicht zu blenden.

Bevor er ganz verschwindet, bittet er: "Passt ihr auf die Pferde auf?!"

Während ihre Gefährten die Steinplatte aus ihrem Bett bewegen, kümmert sich Rovena um die Pferde.

Dann ist auch Isinha im Dunkel verschwunden.

Edric lässt Ingalf und Isinha den Vortritt. Es drängt ihn nicht unbedingt in das Grab hinunter.

Nun zieht er einen Pfeil und folgt.

Die Treppe führt etwa 4 Schritt tief in den Boden hinab. Die Treppe endet in einer nur knapp mannshohen Grabkammer von 3 mal 4 Schritt Größe. Auf dem Boden stehen zwei schmucklose Steinsarkophage.

Cadruel greift wieder zu Pfeil und Bogen.

In Ingalf kommen wieder die Erinnerungen an Murgols Labyrinth hoch.

"Nicht gerade der Ort, an dem man sich lange aufhalten möchte." konstatiert Isinha überflüssigerweise und leuchtet zunächst alle Ecken und Wände der Kammer aus, in der Hoffnung, nicht die Sarkophage anrühren zu müssen, um den nächsten Hinweis zu finden.

Nichts, rein gar nichts. Die Sarkophagdeckel sind offensichtlich nur aufgelegte Platten.

"Schade." lässt der Magier sich vernehmen. "Dann bleiben nur noch diese beiden …" er sieht Ingalf an und atmet tief durch. "Zusammen?"

"Aye, was sollen wir sonst noch machen …" antwortet Ingalf. "Erst den linken?"

Wortlos nickt der Magier und fasst mit an. Da er noch die Fackel mit einer Hand hält, kann er allerdings nur wenig Kraft mit aufbringen.

Cadruel sichert in dem er auf den Sarkophag zielt.

Die Platte gleitet schon bei leichter Berührung zur Seite.

Im Sarg liegt ein Skelett flach auf dem Rücken, sein Unterkiefer ist heruntergeklappt, in seinem offenen Mund liegt ein in Silber gefasster Bernsteintropfen. Auf der Fassung steht: *O*ptimal! *N*ach *O*ben!

"Ostnordost, aye, das ist der Steg, das wohl!" meint Ingalf nach einem Blick auf die Karte. "Damit haben wir alle Steine zusammen und können jetzt zum Turm. das wohl!

Lass uns den anderen Bescheid geben, hier ist nicht so nett, das wohl, das wohl!" fügt er mit einem Schaudern an.

Isinha muss dem Thorwaler da ohne weiteres zustimmen. "Dann lassen wir den anderen Sarkophag unangetastet." Es ist keine Frage, sondern eine Feststellung des Magiers, ehe er sich umwendet und die Treppe wieder empor steigt.

Als auch seine Gefährten zurück aus der Gruft sind, bittet er sie: "Lasst uns diesen Ort bitte wieder versiegeln." Auch wenn er wenig borongläubig ist und in seiner Heimat die Toten zum Teil unbestattet dem Dschungel zurück gegeben werden, ist ihm aufgrund der starken arkanen Eindrücke sonst nicht sehr wohl.

Edric nickt nur stumm und macht sich zum Helfen bereit.

Diesmal hilft der Elf nicht, er löst indessen die Sehne vom Bogen.

Die Hexe nimmt die Nachricht über den weiteren, gefundenen Hinweis erfreut auf und nickt zu Isinhas Wunsch. "Ja, das sollten wir. Und anschließend? Zurück zu der uns bekannten Furt oder auf direktem Weg auf unser Ziel zu, in der Hoffnung, eine weitere Furt zu finden?"

Nachdem Ingalf mit den anderen Gefährten die Platte wieder über das Grab geschoben hat, antwortet er der Hexe: "Wir wissen wo wir hin müssen, also könnten wir auch direkt zum Turm reiten. Allerdings", meint er nach einem Blick auf die Karte, "müssen wir dann durch den anderen Wald. Wenn wir aber so reiten, wie wir gekommen sind, dann umgehen wir den Wald, das wohl!"

"Dann lasst uns das tun." stimmt Isinha für den Vorschlag, den Wald zu umreiten.

"Na, dann los, das wohl!" meint Ingalf und lenkt sein Pferd zurück in Richtung Furt.

Der Magier sitzt ebenfalls auf und folgt ihm.

Auch Cadruel folgt.