Der Weg zur Furt ist schneller vorbei als dedacht, wie üblich, wenn man einen Weg zum zweiten mal nimmt. Vom Steg aus soll es ja Ostsüdost weitergehen. Das ist ziemlich genau die Richtung, aus der der Fluss kommt.

So hat es Ingalf auch aus der Karte gesehen, aber nur ein kurzes Stück, denn dann biegt der Fluss nach Süden, während sie ins Gebirge müssten. Und genau diese Richtung versucht Ingalf nun einzuschlagen.

Edric vertraut darauf, dass Ingalf schon weiß, wohin sie navigieren müssen, und folgt seinem Freund.

"Sollten wir nicht den Fluss überqueren, wenn wir die Richtung halten wollen?" fragt Rovena nach.

"Aye, deshalb wollen wir doch zu der Furt zurück, das wohl, das wohl!" meint der Thorwaler fröhlich. Jetzt wird sich ja zeigen wie gut die Karte ist. "Und dann auf der anderen Seite Richtung Berge."

"Gut, denn dann brauchen wir nicht nach einem anderen Übergang suchen", erwidert die Hexe zustimmend.

"Und was ist mit diesen Fischen?" wirft Isinha ein.

"Die sollten immer noch satt sein … hoffentlich!" antwortet Ingalf.

"Hm. Sieht wohl leider nicht so aus." wendet Isinha ein, als er die Tiere dicht unter der Wasseroberfläche bemerkt.

Ein Blick in den Fluss zeigt, dass es keine gute Idee ist, die Furt hier zu benutzen. Die Flussfetzer scheinen hier dicht unter der Oberfläche auf Beute zu warten.

"Hat jemand Fleisch dabei, am besten blutig?" fragt Cadruel die Anderen.

Edric schüttelt den Kopf.

"Kawi, komm zu Herrchen!" ruft Ingalf den Bornländer zu sich. Nicht das der Elf auf komische Gedanken kommt.

Der Blick des Elfen auf den Hund ist undefinierbar.

"Selbstverständlich," meint Isinha völlig ernst, "jeder von uns und zwar mindestens um die 100 Pfund." Offenbar pflegt der Magier einen Sinn für Humor, den einige wohl seiner magischen Ausrichtung "gerecht werdend" bezeichnen würden.

Rovena schürzt angesichts der auf der Lauer liegenden Fische die Lippen.

"Die sollten wir besser nicht zu einer weiteren Mahlzeit herausfordern", bestätigt sie Isinhas Zweifel und schaut Ingalf an. "Dann bleibt uns wohl doch nichts anderes übrig, als dem Fluss zu folgen und nach einem anderen Übergang zu suchen, oder?"

"Gut, dann suchen wir an einer anderen Stelle eine Möglichkeit rüber zu kommen, das wohl!" meint Ingalf. Aber bevor sie weiter reiten, versucht er mit Hilfe der Karte und des Sonnenstandes einen markanten Punkt in den Bergen zu ermitteln, der ihnen die weitere Richtung angibt.

Entlang des Flusses geht es bequem Richtung Ostsüdost, und als er Richtung Süden abbiegt, findet sich auch eine Furt - ohne Flussfetzer.

Die Gruppe verlässt jetzt den Fluss und macht sich geführt von Ingalf Richtung Gebirge auf. Schließlich ragen direkt vor den Helden die nördlichen Ausläufer des Amboss-Gebirges auf. Ein schmaler Pfad führt in ein felsiges Tal hinein, steigt dann auf, verläuft dann weiter auf dem östlichen Hang und verschwindet schließlich hinter einer Biegung der Schlucht.

"Tja, da wären wir." konstatiert Isinha, während er absteigt. Auf diesem Pfad möchte er nicht wirklich reiten, sondern sein Tier lieber führen.

"Wir sind erst da, wenn wir am den Turm sind, das wohl!" widerspricht ihm Ingalf und folgt dem Pfad vorsichtig weiter.

"Nun, eigentlich meinte ich, wir sind an einem Punkt, ab dem es … ohne Reiten … Ach, ist ja auch egal." erwidert Isinha, als der Thorwaler an ihm vorbei ist.

Rovena steigt ebenfalls vom Pferd und führt es hinter Isinhas her. "Es kann nun nicht mehr weit sein", vermutet sie. "Wir müssen nun zum Gipfel hinauf, dort wird sein Turm stehen."

Cadruel führt sein Pferd.

In der schmalen Schlucht erzeugt jedes Geräusch ein deutliches, fast unnatürlich lautes Echo. Und der Weg zieht sich.

Edric blickt sorgenvoll an den Wänden der Schlucht nach oben. Könnte dort eine Lawine losgetreten werden durch ihre Geräusche?

Cadruel versucht zu hören, ob der Klang aus einer bestimmten Richtung kommt. Danach ruft er laut: "Feya!!!"

"Feuer?" Ingalf blickt erstaunt aus seiner Konzentration über den Weg hoch.

Das hätte er nicht tun sollen. Die ganze Luft fängt an zu schwingen, und dann ist von oben Geprassel zu hören. Eine Steinlawine hat sich gelöst, der niemand entgeht.

Als hätte er es geahnt! Edric will den Elfen gerade verwünschen, als er von den Steinen getroffen und aus dem Sattel gerissen wird. Beinahe kopfüber landet er auf dem harten Fels und wird noch von weiteren Steinen getroffen. Regungslos bleibt er am Boden liegen.

Rasch rappelt der Magier sich wieder auf und springt dem Hirten zu Hilfe. Aber er kommt zu spät und kann den leblos am Boden liegenden Gefährten nicht vor weiteren Steinen schützen.

Cadruel ist so auf das Echo konzentriert, dass er das Geröll nicht wahrnimmt und voll erwischt wird. Von der anprasselnden Steinmenge wird er zu Boden gerissen. In seiner Not hält er sich an den Zügeln von 'Licht-zieht-vorbei-leise-aber-schnell' fest, so dass sein Pferd dem Geröll auch nicht ausweichen kann.

Als Ingalf gewahr wird, was der Elf mit seinem Ruf ausgelöst hat ist es auch schon zu spät. Die Steine prasseln auf Ingalf und seine beiden Tiere nieder und alle drei werden von den Steinen getroffen.

Großer Kumpel bäumt sich auf und wirft Ingalf, der sich nicht auf dem schweren Pferd halten kann, in einem hohen Bogen zu Boden und prellt sich dabei die Rippen.

Kaum ist er wieder auf den Beinen wird er von den nach rutschenden Steinen ein zweites Mal von den Füßen geholt und fällt wieder hin.

Als er endlich wieder hoch kommt, sieht er wie Kawi in einer Blutlache regungslos am Boden liegt. Mit einem Entsetzensschrei alles andere um sich herum vergessen, rennt er zu dem Hund.

Von dem Steinschlag überrascht wird Rovena von einem Brocken getroffen und von den Füßen gerissen, was sie weiteren, niedergehenden Steinen aussetzt. Benommen von den Prellungen und Schürfungen hockt sie da, als sie Ingalfs Entsetzensschrei hört und ihre Aufmerksamkeit auf den am Boden liegenden Hund gelenkt wird.

Thalia wird von einem der Steinbrocken an einem Vorderlauf getroffen und steigt wiehernd auf, so dass die Schädeleule, die auf dem Sattel sitzt, mit ausgebreiteten Schwingen das Gleichgewicht halten muss.

Auch nachdem der Steinregen aufgehört hat, rührt sich Edric nicht.

Der Magier flucht leise. Er versucht zuerst, den Hirten wieder auf den sicheren Teil des Weges zu ziehen und ihn einigermaßen bequem hinzulegen. Dazu rollt er seinen Mantel zusammen und stopft ihn Edric unter den Kopf. Dann untersucht er ihn schnell und sorgfältig, kann aber außer den blutenden Wunden nicht sagen, ob der Hirte nicht auch an inneren Verletzungen leidet.

So beschränkt er sich darauf, Edric zunächst etwas Wasser einzuflößen.

Auch Cadruel kümmert sich als erstes, nachdem er sich aufgerappelt hat, um den Hund. Er springt zu ihm herüber, legt seine Hand auf den reglosen Körper und murmelt: "Balsam Salabunde".

Ingalf schaut den Elfen sehr dankbar an, aber dann fällt ihm ein, dass er derjenige ist, der das Ganze verursacht hat und ansatzlos holt er zu einer saftigen Ohrfeige aus.

Mit einem kräftigen Klang trifft die Handfläche das Gesicht des Elfen, dessen Kopf davon zur Seite geschleudert wird. Kurz und kalt schaut Cadruel ihn an: "Nordmann, nur ein gewöhnlicher Schwächling der seinen Emotionen folgt. So wirst Du nie alt werden."

"Ach, sei still! Die hast Du verdient!" zischt der Magier Cadruel an, ehe er sich weiter um Edric bemüht. Er schüttelt noch einmal den Kopf über die Gedankenlosigkeit, hier ein Echo hören zu wollen.

"Wenn jemand in den Bergen so herum schreit wie Du, dann werden wir alle nicht alt, das wohl, das wohl!" murmelt Ingalf zornig. Als er nun auch noch seinen Freund am Boden liegen sieht, lässt er den Elfen aber einfach stehen und läuft zu Isinha, der neben Edric kniet: "Und?"

"Ich weiß nicht genau …" Die Stimme des Magiers klingt angespannt, obwohl er fast nur flüstert. "Es muss ihn etwas am Kopf getroffen haben. Seine Wunden kann ich sicher versorgen, aber sonst …"

Isinha zuckt offensichtlich hilflos mit den Schultern.

"Kannst Du nicht zaubern?" fragt Ingalf. Dann fällt ihm wieder der Zauber des Elfen ein: "Cadruel, kommt wenn Du Kawi gesund machen kannst, dann mach es auch bei Edric, das wohl!"

"Du weißt, dass das Verschwendung ist?" fragt der Elf teilnahmelos und ohne mit einer Antwort zu rechnen, während er sich neben den Hirten kniet und seine Hand auf die Wunde legt.

Auch dann flüstert er wieder: "Balsam Salabunde"

Edric schlägt die Augen auf und kann sich nicht erklären, warum alle so um ihn herumstehen. Das letzte, woran er sich erinnert, ist der Ruf des Elfen, und aus dem Felsgestein um sie herum kann er schließen, dass der eine Lawine ausgelöst hat. Aber so schlimm kann die doch nicht gewesen sein, wenn er nur ein paar blaue Flecke und Kratzer davon getragen hat!

"Swafnir sei Dank, du lebst!" freut sich Ingalf als sein Freund die Augen wieder aufschlägt. "Kannst Du gehen, komm ich stützte Dich! Wir müssen hier weg, bevor noch mehr runter bricht, das wohl, das wohl!"

Ingalf wirkt ziemlich nervös.

Edric guckt ihn erstaunt an. "Warum sollte ich nicht leben und gehen können?" fragt er mit bewusst gedämpfter Stimme.

Da der Magier die Wirkung des Zaubers kennt, zieht er den Hirten ohne weitere Worte sanft auf die Füße und zieht den Mantel wieder über. "Ja, wir sollten hier so schnell und so leise wie möglich weiterziehen!" kommentiert er.

"Das musst Du mir nicht sagen, das wohl!" knurrt Ingalf und zieht den Großen Kumpel und Kawi aus den Lawinengebiet.

Auch Edric führt nun sein Pferd am Zügel.

Auch die anderen rappeln sich auf, bis alle so weit sind, dass es vorsichtig weitergehen kann.

Die Schlucht zieht sich noch eine halbe Stunde hin, aber da alle ruhig sind, kommt es zu keinem weiteren Steinschlag.

Eine Stunde später windet sich der Pfad um einen Felsvorsprung, und die Helden sind am nächsten Ziel. So sieht es zumindest aus. Der Pfad führt zu einer einzelnstehenden, mächtigen Klippe hinauf, auf deren Spitze sich ein etwa 20 Schritt hoher und acht Schritt durchmessender, steinerner Turm erhebt. Das Gebäude scheint von einem seltsamen Dunst umgeben zu sein, denn seine Konturen sind merkwürdig unscharf.

"Wir sind da, das wohl!" freut sich Ingalf, dann wendet er sich zu Isinha um: "Jetzt bist Du dran Dich mit Deinem Magierkumpel zu unterhalten."

Trotz dieser Aussage geht er näher an den Dunst heran und umkreist - ohne mit dem Dunst in Berührung zu kommen - den Turm.

"Ahhh." macht Isinha unwillkürlich. Das ist der Traum eines jeden Magiers, zumindest für die ungestörte Forschung oder den eigenen Lebensabend. Dann bemerkt er die unscharfen Konturen und denkt darüber nach. Zwar kennt er sich nicht sonderlich gut damit aus, hält es aber doch für möglich, hier eine Illusion zu betrachten.

Es gelingt Ingalf nicht, den Turm genau ins Auge zu fassen. Auch als er näher herankommt, verschwimmt er ständig vor seinen Augen. Der 'Dunst' liegt also im Turm und nicht in der Luft.

Es gibt aber eine Tür zum Turm. Vor die Tür ist in den kahlen Fels ein sechszackiger Stern eingemeißelt, jede Sternspitze endet in einem bierbechergroßen Loch. In dem Loch, das der Turmtür am nächsten ist, liegt ein Rubin.

"Wie viele Steine haben wir gefunden?" wendet Isinha sich an die Hexe, die - soweit er das erinnern kann - alle Funde aufbewahrt.

Ingalf kommt nach der Umrundung mit der Nachricht wieder, dass das der einzige Eingang ist. "Oder müssen wir wie beim Purpurturm oben rüber?" fragt er nach kurzer Pause.

Schaut dann aber auch nach dem Sechseck.

"Ich denke nicht." schmunzelt Isinha. "Es war wohl doch eine gute Idee, nicht vorzeitig hierher zu kommen, sondern allen Hinweisen zu folgen und die Steine mitzunehmen."

"Sagte ich von Anfang an." ist der trockene Kommentar des Elfen.

"Na meinen herzlichen Glückwunsch dazu!" kommentiert der Magier diesen Einwurf mit leichtem Hohn in der Stimme. "Das hilft uns unheimlich weiter."

"So sieht es aus", meint Rovena, die sich das Sechseck ebenfalls ansieht. "Wir haben fünf Steine gefunden, zwei habe ich, einer ist bei Edric und Ingalf sollte ebenfalls zwei haben. Wir müssen sie wohl in der richtigen Reihenfolge in die fünf leeren Löcher legen, dann werden wir wohl sehen, was geschieht." Sie holt ihre beiden Steine heraus. "Der schwarze Saphir war der erste, dann hätten wir der Rätselreihenfolge nach den Topas, den blassblauen Quarz, den Bernstein und Bergkristall finden sollen", zählt sie auf. "In welcher Reihenfolge sollen wir die Steine in die Löcher legen?" Fragend sie sie ihre Gefährten an.

"Einfach in der Reihenfolge der Hinweise." erwidert der Magier schlicht.

Edric nickt bestätigend. Das kommt ihm plausibel vor. Ansonsten hätte das Gedicht wohl Hinweise auf die Reihenfolge enthalten.

"Das wohl, das wohl!" wendet Ingalf ein. "Ist jetzt eins oben oder soll der Stein da drin bleiben?"

Ingalf betrachtet sich das Sechseck genauer, ob es da irgendwelche Hinweise (Striche, Zahlen, Farben) zu sehen sind.

Die gibt es aber nicht.

"Nein, ich denke, dieser vorhandene Stein soll der letzte sein und wir legen sie im Sinne des Laufs des Praiosmals hinein." schlägt Isinha vor.

"Denn man tau, das wohl, das wohl!" meint Ingalf und reicht dem Magier seine Steine.

So nimmt der Magier alle 5 Steine entgegen und legt sie in der von Rovena benannten Reihenfolge nach dem von ihm beschriebenen Muster in die Vertiefungen, immer einen nach dem anderen.

Ingalf schaut immer wieder zum Turm, ob sich etwas am Dunst verändert.

Es passiert überhaupt nichts.

"Das war nicht richtig, das wohl!" kommentiert Ingalf das Geschehen.

"Hm." macht Isinha und fragt: "Fallen euch bei der Wortwahl der einzelnen Strophen und Hinweise Zusammenhänge mit den jeweils gefundenen Steinen und deren Farbe auf?" Er überlegt kurz. Da der Rubin nicht der dunkelste der Steine ist, kann es auch keine auf- bzw. absteigende Sortierung sein. "Wie wär's mit den Himmelsrichtungen?" fragt er dann.

"Von denen es ja bekanntlich 6 gibt, das wohl!" bemerkt Ingalf, dann schaut er auf die Karte. "Nee, die Anordnung ist auch leider kein Sechseck, schade!"

"In welche Fassung ist denn der Rubin gefasst?" fragt Rovena nachdenklich und betrachtet den schon in dem Sechseck vorgefundenen Stein. "Wir haben drei Steine in Goldfassungen und zwei in Silberfassungen gefunden. Vielleicht ergibt sich zusammen mit den Himmelsrichtungen ein passendes Muster."

Der Rubin hat gar keine Fassung.

Als sie dies entdeckt, nimmt sie den schwarzen Saphir aus dem Loch und untersucht, ob und wie sich dieser aus der Silberfassung lösen ließe.

Mit etwas Spitzem als Hebel sollte das möglich sein.

Die Hexe runzelt die Stirn und zieht ihr Jagdmesser. Wenn es ihr spitz und stabil genug erscheint, wird sie versuchen, mit der Klinge den Stein aus der Fassung zu lösen.

Was ihr problemlos gelingt.

Sie legt den herausgelösten Edelstein zurück an seinen Platz, schaut ihre Gefährten an und deutet auf die restlichen Steine. "Vielleicht könnte mir jemand helfen?" fordert sie diese auf und nimmt sich den nächsten Stein vor, um ihn vorsichtig aus der Fassung zu lösen.

"Hm. Ich denke nicht, dass DAS den entscheidenden Unterschied macht. Ich halte nur unsere Reihenfolge für falsch." konstatiert Isinha, ehe er versucht, den Rubin aus seiner derzeitigen Ruhestätte zu holen.

Der Rubin lässt sich problemlos aus seiner Höhlung nehmen.

Da die Hexe den Stein so ohne weiteres herausnehmen kann, überlegt Isinha laut: "Wer sagt uns denn, dass dieser Rubin am richtigen Platz liegt? Vielleicht muss eine ganz andere Anordnung gefunden werden?!"

"Welche? Von hell nach dunkel? Nach den Anfangsbuchstaben?" fragt Ingalf.

Dem Hirten steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Mit einem solch komplizierten Zugangsmechanismus hat er nicht gerechnet. Er geht auf die Turmtür zu und versucht sie einfach so zu öffnen.

"Aua!" Edrics Hände scheinen durch das Gestein hindurchzugreifen, gleichzeitig verspüren sie eine starke Hitze.

Edric starrt perplex auf das, was er für einen leicht unscharfen Turm gehalten hat.

Reflexartig hat er die Hand zurückgezogen.

"Edric?!" Ingalf schaut sich besorgt nach seinem Freund um.

"Das ist komisch", antwortet der, immer noch perplex starrend. "Das ist kein Stein, das ist wie Feuer!"

"Das is' nich' gut, das wohl, das wohl!" murmelt Ingalf. "Also kein Durchkommen, solange wir das Rätsel nicht geknackt haben."

Nachdenklich dreht der Magier den Rubin in der Hand, unschlüssig, in welcher Reihenfolge die Steine in die Löcher einzusetzen sind.

Edric geht etwas unschlüssig zu den anderen zurück. Das Rätseln ist nicht ganz seins, also entschließt er sich schließlich, Rovena zu helfen. Er nimmt sich einen der Steine und versucht, mit seinem Jagdmesser den Stein aus seiner Fassung zu kriegen.

Was auch gelingt.

Jetzt heißt es de Steine wieder in die Vertiefungen zu legen, soviel ist offensichtlich, bloß welchen Stein wohin?

Isinha rechnet den anderen laut vor: "Es gibt 6 Löcher und wir haben 6 Steine. Setzten wir voraus, dass wir auch tatsächlich alle Steine benötigen, gibt es nur 36 Lösungsmöglichkeiten. Gehen wir jedoch davon aus, dass nur 1 bis 6 Steine benötigt werden, kommen wir ohne Glück kaum weiter."

Also nimmt er den Rubin und steckt ihn in die Öffnung rechts neben der ursprünglichen und füllt anschließend die Steine in der Reihenfolge ihrer Fundorte auf.

Nichts passiert.

"Das ist es jedenfalls nicht." kommentiert der Magier den Fehlversuch.

Er nimmt die Steine wieder heraus und wird dann folgende Runden probieren:

  1. Den Rubin immer nach rechts einen weiter und die Steine in Fundortreihenfolge danach
  2. Nach der gesamten Runde den Rubin wieder weiter nach rechts und die anderen Steine in der umgekehrten Reihenfolge ihrer Fundorte
  3. Dann wird er erneut mit den Gefährten beraten.

Ingalf nickt nur, der Magier wird schon wissen, was er tut.

Als Isinha den Rubin in die Vertiefung gegenüber seiner Ausgangsposition legt, ist plötzlich ein lautes Zischen zu hören. Der Stern beginnt zu rauchen, dann glättet sich der Boden, und Stern und Löcher sind verschwunden. Aus der Luft fällt ein Schlüssel klimpernd auf den Boden.

Der Turm sieht jetzt massiv wie ein gewöhnliches Bauwerk aus.

Edric ist beeindruckt. Mit offenem Mund steht er da.

"Haste gut gemacht, das wohl, das wohl!" kommentiert der Thorwaler das Geschehen.

"Ups." macht der Magier. Damit hat er nicht gerechnet. Rasch gibt er die noch nicht zurück gelegten Steine an Rovena zurück. "Hier, vielleicht brauche wir sie drinnen noch."

"Wer weiß", bemerkt die junge Frau nur und nimmt die Steine an sich.

Dann hebt er das Schlüsselbund auf. "Wollen wir?!" er schaut in die Runde.

"Natürlich, darum sind wir ja schließlich hier", antwortet die Hexe erwartungsvoll.

"Aye, worauf warten wir denn?" fragt Ingalf zurück. "Wir sollten doch zu dem Magier und nicht nur zu seinem Turm, das wohl!"

"Aber sicher!" ist sich der Hirte sicher.

Isinha nickt. Bevor er den Schlüssel verwendet, versucht er, ob die Tür sich nicht auch ohne öffnen lässt.

Die Tür ist verschlossen, aber der Schlüssel passt, und er lässt sich problemlos umdrehen.

Als die Tür geöffnet wird, spüren alle urplötzlich eine gewaltige magische Ausstrahlung.

"Puh!" entfährt es Edric. "Was ist das denn?!"

"Nach Dir!" fordert Ingalf den Magier auf. "Ich glaube, dass wir fast da sind, das wohl!"

Sicherheitshalber nimmt er aber doch sein Beil in die Hand.

Isinha nickt. Er packt seinen Stab fester, steckt den Schlüssel ein, um beide Hände frei zu haben und wappnet sich beim Eintreten darauf, dass hier weitere Überraschungen auf sie lauern könnten.

Der Turm hat einen Innendurchmesser von sechs Schritt. Er ist anscheinend bis hinauf zum Dach völlig hohl und leer. Der saubere Boden hat einen feuchten Schimmer, so als sei er frisch gewischt.

"Das kann doch nicht sein, oder!" Ingalf schaut sich erstaunt um.

"Doch, das siehst Du doch!" erwidert Isinha, der ebenfalls etwas verwundert darüber ist, dass der Turm so sauber und leer ist. "Also nach oben." meint er dann und erklimmt die Treppe.

Ingalf reibt sich die Augen, wo soll hier eine Treppe sein?!

'Also keine Aussicht vom Turmfenster.' denkt Isinha enttäuscht. "Gerade erst sauber gemacht?!" überlegt er dann laut und sieht sich nach einer Bodenluke um.

Es ist im Boden keine Ritze zu sehen, geschweige denn eine Bodenluke.

Edric betrachtet den Boden. Aus welchem Material ist der? Kann der Hirte irgendwelche Formen entdecken, die ihnen weitere Hinweise geben könnten?

Das scheint ein einziger großer Stein zu sein und noch dazu blankpoliert.

Edric beginnt, sich unwohl zu fühlen. Illusion hin, Illusion her, wenn der Magier was von ihnen will, soll er ihnen auch eine Chance geben, ihn zu finden. Er guckt sich die Wände an. Sehen die genauso aus wie der Boden?

Sie sind ebenfalls fugenlos und glatt.

"Hm. Dann bleibt nur noch eins." murmelt der Magier. "Es muss eine Illusion sein, die das Innere des Turms verhüllt. Nur …" Er bricht ab, als er sich bewusst wird, dass es über seine Fähigkeiten geht, Illusionen zu zerstören.

"Nur was?" fragt Ingalf dem der Turm ohne Innenleben auf den Geist geht.

"Nur bin ich nicht in der Lage, Illusionen zu zerstören." beendet Isinha den Satz. Aber vielleicht …" er grübelt kurz und murmelt dann " Weht da ein Hauch von Zauberei?". Er erwartet, aus den Linien vielleicht Umrisse oder Eindrücke des verhüllten Turminneren zu erkennen. "Hm. Nichts." stellt er fest, als der Spruch misslungen ist.

Überall weht ein Hauch von Zauberei, das macht die Anwendung des Spruches ja so sinnlos. Der ganze Turm scheint ein einziges großes Zauberwerk zu sein.

"Es muss eine Möglichkeit geben, diese Illusion zu brechen,", antwortet Rovena, die am Eingang zum Turminneren stehen geblieben ist. Der feuchte Schimmer des Bodens ist ihr nicht geheuer. "Wenn sie es sein sollte, die wir als magische Ausstrahlung spüren, so muss sie ziemlich stark sein!"

"Wenn der Boden nix hergibt, wir an die Decke nich' kommen, dann muss doch hier irgendwo eine Tür sein, oder?!" Ingalf beginnt links neben der Eingangstür die Wand abzusuchen und abzuklopfen.

Eindeutig massiv direkt neben der Tür. Ingalf arbeitet sich rings um die Turminnenseite vor. Direkt gegenüber der Eingangstür klingt es hohl, und gleich darauf geht hier wie von Geisterhand eine Tür auf. Hinter dieser Tür liegt ein enger Schacht, der in der Mauer nach oben führt und durch in die Wand eingelassene Bügel bestiegen werden kann.

"War ja klar …!" seufzt der Magier. Auch der Stein musste in die gegenüberliegende Fassung gesteckt werden.

"Aye, warum nicht gleich so, das wohl, das wohl!" meint Ingalf, dann dreht er sich um: "Hier geht's weiter!"

Und klettert die Bügel nach oben.

So folgt er Ingalf die "Leiter" hinauf.

"Sollen wir euch begleiten?" fragt Rovena unruhig den beiden hinterher.

"Sicher. Sollte unser gesuchter Magier hier sein, sollten wir uns doch gemeinsam vorstellen." entgegnet Isinha, ehe er den Aufstieg beginnt.

Immer noch mit einem leichten Unwohlsein folgt Edric.

"Damit hast Du natürlich Recht", erwidert die Hexe und macht sich daran, Edric zu folgen.

Auch Cadruel steigt hinauf.

Die beiden steigen in die Dunkelheit. Oberhalb der Tür muss jeder nächste Bügel ertastet werden.

"Toller Empfang für die großen Helden, die Aventurien retten sollen, das wohl, das wohl!" murrt Ingalf, aber auf Grund seiner Erfahrung mitten in der Nacht in die Wanten zu steigen, macht ihm das Klettern auf den Bügel nicht viel aus. Da die Abstände gleich sind, weiß die nächste Hand schon, wo sie hin greifen soll.

Da der Magier weniger gewandt im Klettern ist, erspart er sich, seinen Stab als Fackel zu entzünden, und steigt - etwas langsamer - hinter dem Thorwaler empor.

Klettern kann er, auch in der Dunkelheit. Aber da sie nicht in Eile sind, geht er lieber vorsichtig als schnell vor. Und an Isinha kommt er hier ja sowieso nicht vorbei. Ab und zu wird er die Wände befühlen, ob dort eine Veränderung zu spüren ist.

Die Wände sind weiterhin glatt.

Nach einigen Dutzend Bügeln stößt Ingalfs Hand gegen die Decke.

Vorsichtig versucht er sie anzuheben.

Die ist massiv. Da bewegt sich nichts.

Als es nun nicht weiter geht, klammert Isinha sich mit einer Hand fest und lässt den Zauberstab entflammen. "Was ist? Warum geht es nicht weiter?" fragt er leise den Thorwaler über ihm.

"Hier is' die Decke!" antwortet Ingalf, der sich im Schein des Zauberstabs nach einer anderen Öffnung umsieht.

Isinha sieht es, bevor Ingalf antworten kann: In Ingalfs Rücken, also zur Turmmitte hin, hängt ein mannshoher schwarzer Vorhang.

Den der Thorwaler dann im Licht auch wahrnimmt. Er versucht sich auf den Bügeln umzudrehen und den Vorhang beiseite zu schieben.

"Nehmen wir die da." kommentiert der Magier die zeitgleiche Entdeckung des Durchgangs. Wenn es Licht in dem Raum gibt, müssten die Gefährten auch ohne seine Fackel etwas sehen, sobald der Thorwaler den Vorhang beiseite zieht.

Bevor er den Vorhang berührt, hört Ingalf etwas von jenseits des Vorhanges - ein Kichern gefolgt von einem Stöhnen.

"Na, da erwartet uns wohl jemand", meldet Ingalf nach hinten und zieht den Vorhang endgültig beiseite.

Ingalfs Blick ins Turmzimmer zeigt die typische Studierstube eines Magus' (Folianten, Pergamentrollen, Mörser, Totenschädel etc.). Ferner sieht Ingalf eine schwarzhäutige Kreatur mit menschenähnlichem Körper und Gesicht, aber weit vorspringendem Raubtiergebiss und einem langen, in einer Quaste endenden Schwanz. Das Wesen ist damit beschäftigt, einem graubärtigen Mann, der auf einen Stuhl gefesselt ist, mit einem Messer kleine Schnitte in den Oberkörper zu ritzen. Der Alte blutet bereits aus zahlreichen Wunden. Eben stammelt er: "Gut, gut, ich gebe auf, ich werde reden …"

"Aye, ich glaube hier wartet der nächste Auftrag, das wohl!" murmelt der Thorwaler und stürmt mit seiner Axt auf das dunkle Wesen zu.

Der Magier versteht zwar nicht, was Ingalf damit sagen will, beeilt sich aber, ihm zu folgen, als der Thorwaler in den Raum stürmt.

Als Isinha die Situation erfasst hat, bereitet er sich rasch auf einen vor, um das Wesen für Ingalfs Angriff zu blenden.

Die unter Isinha kletternden hören nur, wie der Magier sehr schnell klettert und seitlich aus dem Schacht verschwindet.

Edric folgt.

Im Turmzimmer angekommen, verschlägt es ihm zunächst die Sprache. An einem so gut versteckten Rückzugsort wird ihr potentieller Auftraggeber just zu der Zeit angegriffen, als sie ankommen?! Edric wundert das, weshalb er auch mit einer weiteren Illusion rechnet.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, aber Zeit braucht es schon.

Ingalf muss zuerst in den Raum, dann eine Axt aus ihrer Halterung lösen. Dann kann er vorstürmen.

Gerade als Ingalf im Raum steht, wendet die Gestalt sich um und spricht ihn mit zischender Stimme an: "Bitte warte noch den kleinen Augenblick, bis der Alte sein Geheimnis - das Versteck eines riesigen Schatzes - ausgeplaudert hat. Danach kannst Du ihn gern befreien, den Schatz teilen wir uns dann, einverstanden?"

"Nee, denn wenn es so 'nen Schatz gebe, warum sollten wir dann teilen, das wohl?" antwortet Ingalf und hofft nun endlich in Schlagweite zu sein.

"Halte Dich zurück," ruft Cadruel, "es ist nur eine Illusion!"

"Aye, und das Blut ist Schminke, oder was?" fragt Ingalf und drischt mit der Axt auf den Rücken des Wesens.

Isinha, der gerade so dicht hinter Ingalf gewesen ist, dass er zumindest die Ansprache des Wesens voll vernommen hat, hält kurz inne.

"Was?" fragt er. "Ein 'Schatz'? Wenn es das 'Geheimnis' des Alten ist, wird es wohl auch sein Schatz sein. Wir sind doch nicht hier um zu plündern! Bind' ihn los, dann kannst Du über Deine Strafe mit uns verhandeln!" brüllt er wütend der Gestalt entgegen. Denn offensichtlich handelt es sich um ihren Auftraggeber, und dem wollen sie sicher kein Geständnis abpressen!

Den Satz bekommt keiner mehr mit, denn Ingalf ist so dicht an das Wesen herangekommen, dass er zuschlagen kann, und er tut es. Es ist ein ordentlicher Treffer, aber die Wunde, die zurückbleibt, ist minimal. Mit dämonischer Geschwindigkeit stürzt sich das Wesen mit Klauen und Zähnen auf Ingalf, noch während Isinha spricht. Der rechten Tatze, kann der Thorwaler ausweichen, der linken nicht mehr. Zum Glück ist Ingalf gut genug gepanzert, so dass er nur einen kleinen Schaden davonträgt, und zum Glück geht auch der Biss des Dämons ins Leere.

Ingalf schwankt zwischen Fluchen, ob des Treffers, und Feixen, ob des luschigen Angriffs des Monsters. Entscheidet sich aber zu beidem.

Als Isinha merkt, dass seine Worte nicht gehört werden und der Kampf begonnen hat, schleudert Isinha dem Wesen einen entgegen.

Der Zauber wirkt. Ingalf kann noch einmal zuschlagen, leider diesmal aber daneben. Er setzt nach und trifft diesmal wieder, so dass eine weitere kleine Wunde entsteht.

Viel schneller als es normalerweise nach einem Blitz geschieht, kann das Wesen wieder angreifen. Diesmal kann Ingalf den beiden Krallenhieben ausweichen, und der Biss des Wesens trifft harmlos Ingalfs Helm.

In diesem Moment erscheint Edric. Als er sieht, dass Ingalf und Isinha nicht von einer Illusion ausgehen, zögert er nicht lange, sondern zieht sein Jagdmesser und kommt seinem Freund zur Hilfe. Selbst wenn er mit dem Messer nicht viel Schaden anrichten sollte, so erschwert er dem Wesen auf jeden Fall den Kampf gegen Ingalf.

Und der geht immer weiter vor, denn schließlich kann er das Monster - wie auch immer verwunden.

Noch eine kleine Wunde für den Dämon, der wieder blitzartig angreift, aber tatsächlich auch einen Hieb in Richtung Edric schlägt, dem dieser aber ausweichen kann. Ingalf kann dem auf ihn gerichteten Hieb des Dämons noch ausweichen, aber diesmal entkommt er dem tiefen Biss in seinen linken Arm nicht. Fast wird dem Thorwaler schwarz vor Augen, aber er schafft es gerade eben, auf den Beinen zu bleiben. Dass Edric mit seinem Jagdmesser auch einen kleinen Pikser anbringen kann, fällt fast nicht auf.

Es geht ähnlich übel weiter: Ingalf trifft, und beide auf Ingalf gezielte Bisse und Hiebe treffen diesmal, während Edric wieder ausweichen kann, aber leider auch nicht trifft, dann entlädt sich Isinhas Feuerlanze, aber die Wirkung scheint Ingalfs bislang stärksten Schlag deutlich zu übertreffen.

Rovena kommt im Turmzimmer an.

Um Ingalf die größte mögliche Unterstützung zu bieten - denn mit einem Dämon, der kaum Axttreffer-Wunden davonträgt - schleudert Isinha einen dem Wesen entgegen. Dann sucht er sich im Rücken oder neben dem Dämon einen Platz, um für die nachrückenden Gefährten Platz zu machen.

Sein Ignifaxius entfaltet Wirkung. Nicht nur erzeugt sie eine verbrannte Stelle auf der Haut des Dämons, sondern seine Bewegungen werden für einen Moment ungerichtet, so wie es Isinha von einem Blitz kennt. In den nächsten Sekunden müssen Edric und Ingalf keine Angst vor einem dämonischen Angriff haben.

Sobald Cadruel eingreifen kann, deutet er mit der linken Faust auf den Dämon und ruft: "Fulminictus Donnerkeil! Du hast kein Recht auf Dere zu wandeln!"

Ingalf starten einen erneuten - vermutlich letzten - Angriff. Der Dämon hat ihm ganz schön zugesetzt und irgendwie kommt er nicht zum Zug. "Nach diesem Angriff schneide ich den Zauberer los, das wohl!" gibt er seinen Plan Isinha bekannt. "Mit Magie ist hier mehr zu machen als mit Kraft."

Ohne auf diese Aussage einzugehen, ist Isinha von der Wirkung seiner Feuerlanze begeistert. Nicht nur, dass ihm dieser Zauber unter großem Druck eines Kampfes gelungen ist, sondern auch dass er seinen Gefährten damit etwas Zeit verschaffen kann. So setzt er noch eine weitere Entladung nach.

Das braucht aber Zeit, genau wie Rovena, die sich daran macht, einen Radau zu wirken.

Edric bleibt bei seiner Taktik, den Dämon abzulenken, um den anderen den Angriff zu ermöglichen. Vielleicht hätte er mit seinem Dreizack mehr bewirken können, aber den hat er unvorsichtigerweise vor der Tür auf dem Rücken seines Pferdes gelassen …

Die Ablenkung ist auch wichtig, das sehen nicht nur er, sondern auch Isinha und Rovena. Wie sich Ingalf bei so schweren Verletzungen auf den Beinen halten kann, ist schon fast ein Wunder.

Und der Thorwaler zieht sich dann auch wankend aus der vordersten Front zurück, nachdem er erkannt hat, dass er nicht an dem Monster vorbei kommt.

Wieder trifft der Thorwaler. Und dann springt er erst einmal aus der Reichweite des Dämons.

Nach einem kurzem Durchatmen zieht er sein Wurfbeil und wartet auf eine Gelegenheit es auf den Dämon zu werfen.

Als Ingalf schwer gezeichnet zurückspringt, bleibt Edric für einen Moment der einzige in der Reichweite des Dämons. Edric weiß, dass gleich Rovena kommen wird und dann auch Cadruel. So lange muss er aushalten.

Einen Stich kann er landen, dann gewinnt der Dämon seine Beweglichkeit zurück, und dessen Klauen verletzen Edric schwer.

Schmerz ist alles, was Edric für einen langen, nicht enden wollenden Moment spürt. Der Anblick des Turmzimmers und des Dämons verschwimmt vor seinen Augen. Er ist versucht, sich dem Gefühl des allumfassenden Leids hinzugeben, doch ein Gedanke an seinen Freund Ingalf, der noch schwerer getroffen wurde als er selbst, kann sich noch gegen den Schmerz behaupten. Zusammen mit dem Pflichtbewusstsein für seine Herde, das einen Hirten prägt, gibt ihm dieser Gedanke die Kraft, gegen die Übermannung durch den Schmerz anzukämpfen. Nur mit Mühe gelingt es ihm auf den Beinen zu bleiben und aus dem einen, umfassenden Schmerz werden konkrete, lokalisierbare Schmerzen.

Jetzt schlägt Isinhas nächste Feuerlanze in den Dämon ein. Wieder eine Brandwunde, und was viel wichtiger ist: Der Dämon wird wieder paralysiert.

Gleichzeitig mit Isinha ist auch Rovena mit ihrem RADAU fertig geworden. Sie wirft ihren Stab, und der beginnt, auf den paralysierten Dämon einzuschlagen.

Jetzt ist auch Cadruel angekommen, der seinen machtvollen Fulminictus wirkt. Rovenas verzauberter Stab prügelt weiter. Und der Dämon bleibt paralysiert!

Edric schaut sich um: Hat es Sinn, den Dämon weiter zu "piksen", oder sollte er sich lieber zurückziehen, solange der Dämon paralysiert ist, damit er den magischen Fernangriffen nicht im Weg steht?

"Befreie den Alten!" Rovena stößt kurz den Ruf aus und konzentriert sich sogleich wieder auf das Geschehen um den Dämon.

Ein Schlag von Rovenas verzaubertem Stecken nimmt Edric die Entscheidung ab. Er springt zurück. Da der Dämon weiter paralysiert ist, bleibt Rovenas Stab am Ort. Und schlägt weiter auf den Dämon ein.

Der Beilwurf des schwerverletzten Ingalf geht leider fehl.

Cadruel wartet ab, bereit einen weiteren Zauber zu wirken.

Ebenso wie Edric sucht Ingalf nach einer Lücke in der Verteidigung, um an dem paralysierten Dämon vorbei zu kommen.

Es ist leider so, dass man dann in die Reichweite von Rovenas Radau kommt.

"Kannst Du Deinen Stab von oben kommen lassen?" fragt Ingalf die Hexe. "Dann könnte ich mich am Boden vorbei mogeln, das wohl!"

Dass Rovena den Stab nicht einmal so weit kontrollieren kann, um einen Schlag gegen Edric zu vermeiden, fällt dem Thorwaler nicht ein.

Trotzdem beobachtet er den Flug des Stabes und hofft auf eine günstiges Gelegenheit nah am Boden sowohl am Stab als auch am Dämon vorbei zu kommen.

"Ich kann ihn nicht besser kontrollieren", presst Rovena entschuldigend hervor.

Edric will tun wie ihm geheißen und will den Alten befreien. Aber noch einmal von Rovenas Stab getroffen werden will er auch nicht. Irgendwo muss es doch eine Lücke geben! Wenn der Dämon praktisch ausgeschaltet ist, sollte sich doch ein kurzer Moment finden lassen, bei dem er weit genug weg vom Stab am Dämon vorbei kommt!

Und selbst wenn nicht - der Stab sollte Ingalf und ihn nicht gleichzeitig treffen können. Er versucht gleichzeitig mit Ingalf, aber auf der andere Seite des Dämons zu dem Alten durchzukrabbeln.

Noch während Edric überlegt, gibt es Isinhas letzten Ignifaxius und der Dämon verschwindet.

Auch dieser Zauber scheint seine Wirkung nicht zu verfehlen. Aber lange kann das so nicht weitergehen, der Dämon scheint trotz der erlittenen Verletzungen nicht kurz vor dem Entschwinden in die Siebte Sphäre zu stehen. Isinha beißt daher die Zähne zusammen und schleudert einen weiteren gegen die Kreatur, wohl wissend, damit sein Glück möglicherweise überstrapazieren zu können. Denn so gut beherrscht er die Kampfzauberei dann doch nicht. Aber es kommt anders, ganz anders …

Eine Feuerlanze, wie sie noch keiner der Gefährten gesehen hat, entlädt sich. Isinha merkt nur, wie ihm all seine Astralenergie entzogen wird, dann bricht er bewusstlos zusammen. Er bekommt nicht mehr mit, wie der Dämon vor den Augen der Helden vergeht. Im Zimmer bleibt ein stechender Geruch zurück.

"Boh!" Ingalf steht mit offenem Mund da.

Cadruel senkt seine erhobene Hand und entspannt sich. Danach beugt er sich zu dem bewusstlosen Magier und kontrolliert dessen Atmung und Pulsschlag.

Isinhas Atmung und Puls sind ruhig und gleichmäßig.

Da sich der Elf um Isinha kümmert, wendet sich Ingalf dem Gefesselten zu. Auf dem Weg hebt er sein Wurfbeil auf und steckt es an den Gürtel.

Noch bevor Ingalf den Alten auch nur ansprechen kann, schüttelt dieser seine Fesseln ab und erhebt sich von seinem Sitz. Er geht auf Ingalf zu und legt ihm die Hand auf. Die Wirkung eines Balsam Salabunde kennt Ingalf mittlerweile. Alle seine Wunden schließen sich, und er fühlt eine Lebendigkeit, wie noch nie.

Auch ein weiteres Mal verschlägt es Ingalf die Sprache.

Aber Isinha reagiert nicht gleich auf die sanften Berührungen des Elfen. Offenbar hat der Zauber alle Kraft des Magiers aufgebraucht und dieser Verlust seiner gesamten Astralenergie auf einen Schlag hat Isinha völlig erschöpft.

Jetzt aber schlägt er die Augen auf.

Mit Cadruels Hilfe kommt Isinha wieder auf die Beine. "Alles in Ordnung." meint er mit noch schwacher Stimme in die Runde. Auch vermag er nur wackelig auf den Beinen zu stehen, gewinnt aber in kurzer Zeit zusehends an Kraft und muss von dem Elfen nicht mehr gestützt werden.

"Kannst Du den anderen auch helfen?" ist Ingalfs erste Frage nachdem die Verwunderung gewichen ist. Er weiß, dass Edric und Isinha einiges von dem Dämon abbekommen haben und die anderen durch die Lawine geschwächt sind.

Aber nicht Cadruel: "Er wird wieder." ist der kurze lakonische Kommentar des Elfen. Dann steht er auf und geht zu dem Magier. "Was soll das Schauspiel, Mensch, der Du Bücher brauchst um Dein Mandra zu weben?"

Der Alte ist schon weiter zu Edric gegangen. Er heilt ihn vollständig und mehr.

Das gerade Erlebte wirkt auf Edric noch so irreal wie der Weltenbaum. Mehr aus Reflex auf sie Genesung denn aus Überlegung entschlüpft ihm ein einfaches: "Danke!" Es ist offensichtlich, dass Edric noch nicht ganz weiß, was da gerade passiert ist.

Sein Interesse wendet sich sodann dem alten Magier zu. "Ihr seid es also." ist seine einzige Feststellung, während er dem Älteren freundlich in die Augen sieht.

Der hat gerade eben auch Edric geheilt. "Bitte setzt Euch alle!" ist er erstmals zu hören. Seine Stimme ist überraschend sanft. Er weist auf eine halbkreisförmigen Bank an der Turmwand.

Da der Magier zu reden beginnt, will ihn Ingalf auch erstmal ausreden lassen und setzt sich daher auf die Bank und fängt nicht sogleich an den Alten mit Fragen zu bestürmen.

Nachdem Rovena ihren Stab beruhigt und gesehen hat, dass Isinha wieder bei Bewusstsein ist, kommt sie der Aufforderung des Alten nach und setzt sich still auf die Bank. Misstrauisch beobachtet sie den Mann, während sie ihre aufgeregte Vertraute sanft krault.

Immer noch wie in Trance kommt Edric der Bitte nach. Erst als er sich setzt, wird ihm langsam bewusst, dass sie es jetzt tatsächlich bis zu dem Magier geschafft haben. Aber den Dämon hält er immer noch für nicht echt.