Die Wendeltreppe zieht sich ein ganzes Stück, so ungefähr 2 normale Etage in die Tiefe. Am Ende der Treppe geht ein dunkler Gang geradeaus.

Gleich rechts ist eine Tür.

Ingalf hat beim Hinabsteigen die Drehung der Treppe im Kopf behalten.

"Wir gehen jetzt in gleicher Richtung zu dem Gang oben, also südwärts, das wohl!" fasst er zusammen.

Edric versucht sich zu orientieren. Führt der Gang weiter in die Anlage hinein oder eher aus ihr heraus?

Sein Gefühl deckt sich mit Ingalfs Feststellung, der Gang hier unten müsste also genau auf der Grenze zwischen dem Bedienstetenbereich und dem Adeptenbereich liegen.

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'Wenn wir hier nur nicht gleich in dem Verlies laden …' geht der jungen Frau durch den Sinn und es fröstelt sie.

Isinha versucht, ob die Tür verschlossen ist oder sich öffnen lässt.

Die Tür lässt sich problemlos öffnen. In dem 8 mal 8 Schritt großen Raum dahinter stehen ein paar dickbauchige Steingutgefäße und mehrere Weidenkörbe.

Weitere Vorräte? Isinha sieht nach.

Alle Gefäße sind leer und ziemlich verstaubt.

"Tja, kein Weinkeller, schade!" fasst Ingalf das Ergebnis von Isinhas Suche zusammen. Dann schaut er sich in dem Raum nach einer weiteren Tür um.

Zumindest ist keine Tür sichtbar.

"Wozu soll dieser Raum denn noch dienen, wenn nicht als Vorratskeller?" fragt sich Rovena leise und schaut sich die Wände und den Boden unter den Gefäßen und Körben etwas genauer an.

"Das wohl, das wohl!" stimmt ihr Ingalf zu. "Auf jeden Fall dient er diesem Zweck nicht wirklich."

Der Raum sieht aus wie ein Vorratskeller, der lange nicht benutzt worden ist.

Beruhigt, wohl doch nichts übersehen zu haben, verlässt sie den Raum.

"Mal sehen, was wir hier unten überhaupt noch finden können", meint sie und schaut den Gang entlang.

Edric nickt und geht ein kleines Stück in den Gang. Entweder finden sich hier noch weitere Türen, wie in jedem normalen Keller, oder es gibt etwas Besonderes zu entdecken. Sind Halterungen für Beleuchtung an den Wänden?

Vorsichtig geht Rovena dem Hirten nach.

Es sind Fackelhalterungen an den Wänden, aber darin befinden sich keine Fackeln.

Nach 15 Schritt endet der Gang vor einer weiteren Tür.

Edric versucht sie zu öffnen.

Was auch problemlos gelingt.

Ingalf ist mit der Lampe gefolgt und leuchtet nun seinem Freund.

Im Licht von Ingalf Lampe blickt Edric in einen völlig leeren Raum.

Von der Tür aus ist die gegenüberliegende Wand in acht Schritt Entfernung, die linke Wand in sieben und die rechte in fünf Schritt.

"Was soll das hier?" fragt Ingalf laut. "Ein Lagerraum in dem nichts gelagert wird und dann dieser Riesenraum, auch leer?"

Er leuchtet dicht am Boden entlang, ob er irgendwelche Spuren erkennt.

Auf den Steinfliesen des Bodens sind keinerlei Spuren zu sehen. Es liegt hier nämlich kein Staub, genau sowenig wie im Gang, durch den die Helden gekommen sind.

Das ist auffällig, denn der andere Raum war staubig. Ingalf teilt das seinen Gefährten auch daher sofort mit.

Nun interessiert auch Isinha sich für den Raum und leuchtet die Wände, Decken und Boden genau ab. Wer weiß? Vielleicht verbirgt sich hier ja ein Geheimnis.

In der Nordwand, die, in der sich auch die Eingangstür zu diesem Raum befindet, ist ganz links eine weitere Tür.

Auch Edric guckt sich Wand und Boden an. Wenn er keine auffälligen Fugen oder ähnliches (etwa überhaupt keine Fugen) findet, beginnt er sich nach links wendend die Wände abzuschreiten und zu befühlen.

Bis zur zweiten Tür findet Edric nichts in der Wand.

Nach kurzem Lauschen versucht Isinha, die Tür zu öffnen.

Da der Thorwaler auch nichts weiter in dem Raum gefunden hat, schließt er sich dem Magier an.

Da mit de beiden auch das Licht den Raum verlässt, folgt Edric, auch wenn er hier noch etwas zu finden erwartet hätte. Ein völlig leerer Raum, der nur der "Umleitung" dient? Das hält er nicht für wahrscheinlich, schon gar nicht hier. Wenn hier schon lange keiner mehr gewesen wäre, vielleicht, aber dann sollte hier Staub liegen.

Dahinter ist ein 6 Schritt breiter Raum, der sich weit nach hinten erstreckt, weiter als Isinhas magische Fackel reicht. Im Lichtschein sieht Isinha stehen ein paar Steingutgefäße.

Ingalf wartet, bis der Magier sich für eine Seite des Raumes entschieden hat, und wird dann an der anderen entlang den Raum untersuchen.

Ohne nachzudenken wählt Isinha die linke Seite und schaut sich erst um, ehe er stichprobenartig mal hier, mal da, einen der Töpfe öffnet und hineinsieht.

Der Raum erweist sich als 14 Schritt tief, in dessen Nordwestecke die verrotteten Überreste alter Möbel liegen. Alle Gefäße sind leer.

Sollten ihre beiden Gefährten die Seiten des Raumes in Augenschein nehmen, wird sich Rovena in der Mitte umsehen, vor allem Boden und Decke. Vorsichtig wird sie sich den Steingutgefäßen nähern, um sie zu untersuchen.

Hier ist lange nicht geputzt worden. Die Steingutgefäße sind leer.

"Hmm, wohl bloß noch ein verlassener Lagerraum." brummt der Magier Ingalf zu.

"Aber warum?" Ingalf ist nicht so ohne weiteres bereit sich mit dieser Antwort zufrieden zu geben. Er schaut, ob dieser Raum nicht noch irgendwo eine Tür hat, die sie im Halbdunkel übersehen haben.

Hier ist keine weitere Tür zu sehen.

Bevor Ingalf die Wände und den Boden genauer untersucht, versucht er sich im Kopf ein Bild von der Lage der Räume zueinander zu machen.

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Die zwei alten Lagerräume befinden sich rechts und links des zentralen Ganges. Dann ist da noch der ganz leere Raum im Süden.

Damit ist dem Thorwaler klar, dass er sich in dem letzten Raum nur die Nord- und die Ostwand genauer ansehen muss, denn die anderen führen ja in den Nachbarraum oder auf den Flur.

Er beginnt also die Wände zu untersuchen.

Er macht sich dabei die Finger schmutzig.

"Sfwanirverdammig!" flucht der Thorwaler als er fertig ist und dreht sich um. "Habt ihr was gefunden?"

Rovena schüttelt missmutig den Kopf. "Nein, scheint eine Sackgasse zu sein. Wir können es vielleicht noch mal oben versuchen? Im Speisesaal zu warten habe ich ehrlich gesagt wenig Lust", meint sie.

"Wir sollten den anderen, leeren Raum weiter untersuchen", wendet Edric ein. "Mit Licht geht das leichter …"

"Ich komme." nickt Isinha dem Hirten zu. Ingalf wird hier mit der Lampe Licht spenden, so dass niemand im Dunkeln bleibt.

Edric macht mit der Untersuchung der Wände weiter. Die Ostwand ist als nächstes dran. In der Mitte der Wand verharrt Edric plötzlich.

"Was ist? Hast Du etwas gefunden?" fragt Isinha aufgeregt und tritt etwas näher an den Hirten heran. Im Schein der Fackel sieht er sich ebenfalls sehr genau den Bereich an, den Edric zuletzt untersucht hat.

Die Wand sieht hier nicht anders als rechts und links daneben aus.

Edric deutet nur mit einer Kopfbewegung auf die Wand.

Auch Rovena betrachtet die Wand aufmerksam, sie legt ihre Hände auf das Mauerwerk und fährt langsam die Steine ab. "Was soll hier sein?" murmelt sie leise. "Zu sehen ist nichts …"

Doch, da! Und jetzt ist sie auch zu sehen, die Gangöffnung.

Da nun keiner mehr in dem Nachbarraum ist, ist Ingalf der Hexe gefolgt und wartet gespannt darauf, dass Edric erklärt, was er gefunden hat. Manchmal kann sein Freund ziemlich maulfaul sein.

Bevor der Hirte etwas sagt, sieht Ingalf seinen Freund noch einen Schritt zurück machen und einen völlig ungläubigen Gesichtsausdruck bekommen.

Erst, als er sich wieder gefangen hat, fragt er seine Gefährten: "Habt ihr den Gang erst auch nicht gesehen!?"

"Welchen Gang?" fragt Isinha verblüfft.

"Aye?!" nickt Ingalf. "Da ist doch nur 'ne Wand, oder nich'?"

Vorsichtig tastet er an der Stelle vor der Edric steht.

"Na, den Gang da!" antwortet Edric mindestens genauso verblüfft. 'Wollen die mich auf den Arm nehmen?' Er zeigt auf den dunklen Gang, der sich vor ihm auftut. "Ist doch nicht zu übersehen!"

"Doch mein Freund, doch!" antwortet der Thorwaler, der immer noch nichts sieht.

Sollte Ingalf nicht die richtige Stelle treffen, wird er ihn entsprechend korrigieren und seinen Gefährten die genauen Ausmaße der Öffnung in der Wand darstellen.

Und genau da ist eine Gangöffnung. Jetzt ist sie zu sehen.

Scharf zieht sie den Atem ein, ihre Hand zuckt zurück. "Tatsächlich, ein Gang!" stößt sie aus. "Und wie gut er verborgen wurde!" Sie macht einen Schritt in die Öffnung hinein.

Es ist ein ganz normaler Gang, der da geradeaus in die Dunkelheit geht.

Rovena dreht sich zu ihren Gefährten um. "Hier entlang, ist doch besser als die Warterei im Speisesaal", meint sie mit einem schiefen Grinsen und lässt einen der Lichtträger vorbei.

Als auch Isinha die Wand berührt hat, nickt er verstehend: "Ja, hervorragende Arbeit. Das ist durchaus etwas, das sich zu untersuchen lohnt …" zwinkert er dem Thorwaler zu, ehe er an Rovena vorbei in den Gang hinein geht.

Ingalf schließt sich mit der Lampe als dritter an. "Sag mal", fragt er den Magier, "wenn die so was hier im Keller haben, an wie vielen von den Zaubern sind wir denn schon vielleicht vorbei gelaufen, das wohl, das wohl, das wohl?"

Edric folgt.

Auch Cadruel berührt die Wand und zieht als die Illusion verschwindet die linke Augenbraue hoch und tritt in den Gang.

"Hmm." macht Isinha nachdenklich, antwortet aber nicht weiter. Offenbar hat die Anregung von Ingalf dazu geführt, den Magier wieder in eine seiner berüchtigten Grübelphasen zu verfallen.

Soviel ist Isinha klar: So einen Illusionszauber, noch dazu dauerhaft, kriegt man nicht so nebenbei hin. Und dauerhafte Zauber kosten dauerhaft Kraft des Zaubernden.

Diese Überlegungen sortiert der Magier sich sorgsam in sein Gedächtnis und die für ruhige Zeiten am Lagerfeuer übrige Zeit zum Nachdenken ein. Vielleicht kann er das später auch mit Rohezal besprechen, der weiß sicher Rat, hatte er doch bei ihrer ersten Begegnung die Illusion eines Dämonen erschaffen …

Der 12 Schritt lange Gang hinter der geheimen Öffnung im Vorratsraum endet vor einer mit Pech gestrichenen Tür.

Isinha bleibt stehen. "So, und nun?" murmelt er, während er die Tür in Augenschein nimmt, ohne sie jedoch zu berühren. "Merkwürdig." meint er nur.

Cadruel schaut, ob sie eine Klinke hat.

Das hat sie.

"Warum streicht wer eine Tür mit Pech ein?" fragt Ingalf halblaut. "Auf den Drachen brauchen wir Pech um sie dicht zu machen. Bei Swafnir, was ist wenn dahinter Wasser steht?"

"Wir werden sehen." sagt Cadruel und versucht die Tür zu öffnen.

Die Tür geht so auf, wie man es von einer unverschlossenen Tür erwartet.

Im Licht von Ingalfs Lampe und Isinhas Fackel wird ein sechs mal sechs Schritt messender Raum erhellt. Er besitzt eine durch einen schweren Riegelbalken gesicherte Tür in der Ostwand und ein 1 mal 1 Schritt großes Relief, es zeigt die Seitenansicht eines geflügelten Drachens, in der Nordwand.

"Hmm, bei Swafnir, da scheinen sie wohl irgendwen nicht hier rein lassen zu wollen, das wohl!" stellt Ingalf beim Anblick des Riegels fest.

"Oder aber da nicht raus …" deutet Isinha mit dem Kopf in Richtung der weiteren Tür.

Beim Anblick des Drachenreliefs nagt in weiter Ferne etwas an Isinhas Gedächtnis. Irgendwie kommt ihm dies bekannt vor, ohne dass er diese Erinnerung einordnen kann. Jedenfalls beschleicht ihn ein sehr ungutes Gefühl.

Isinha und die anderen sind für den Moment am Eingang der Kammer stehengeblieben.

"Aber immerhin es geht noch weiter." Er geht zu der Tür und horcht an ihr.

Das will er, aber er kommt nicht dazu. Als Ingalf ein paar Schritte in den Raum gemacht hat, bekommt er Schwierigkeiten mit dem Atmen. Die Luft um ihn herum wird immer zäher.

Sofort dreht er um und zieht sich in den Gang zurück.

Ingalf hat das Gefühl, dass Schleim in seine Nase, Mund und Ohren eindringt.

Verwundert schaut der Elf ihn an.

Jetzt merken es auch die anderen: Auch die Luft im Gang wird zäher.

Der Thorwaler versucht sich durch Husten und Niesen von dem Schleim zu befreien. "Das is' was in der Luft!" ruft er keuchend. "Macht die Tür zu, das wohl!"

Wurde gemacht.

"Was ist das?" bringt Edric hervor. "Magie?" - 'Dumme Frage, was sonst an diesem Ort?' schießt es ihm gleich darauf durch den Kopf.

Als die Tür geschlossen ist, nimmt der Effekt langsam wieder ab.

Isinha keucht und stützt sich an der Wand ab. Er vermutet zwar, dass auch dies nur eine Illusion ist - Materie verändernde Zauberei ist schließlich seine Spezialität, aber von so einem Effekt hat er noch nie gehört -, hält sich mit der Vermutung aber noch zurück. "Offenbar soll niemand dort hinein und die Tür öffnen." vermutet der Magier statt dessen laut, als er wieder Luft bekommt.

"Was ja völlig unerwartet ist, nachdem der Zugang schon gut versteckt war", antwortet Edric ungewohnt sarkastisch. Die hinterhältige Magie und die ähnlich gesinnten Magier zerren an seinen Nerven. Er wünschte, er könnte jetzt einfach so an die frische Luft gehen …

"Das heißt", hustet Ingalf, der von den Gefährten am meisten abbekommen hat, "wir sind auf der richtigen Spur, das wohl!"

Cadruel nimmt seinen Wasserschlauch und füllt seine gewölbte rechte Hand. Dann bläst er sacht darüber. Danach berührt er mit der rechten Hand Mund und Nase.

Als nächstes betritt er den Raum erneut.

Als der Elf den Raum betreten hat, schließt Ingalf die Tür.

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"Meinst Du, dass die Tür deshalb schwarz gestrichen ist, damit man weiß, es soll dunkel in dem Raum bleiben?" fragt Isinha verwundert. "Oder soll das nur davon abhalten, dass wir hier draußen wieder etwas davon abbekommen?" blinzelt er, während er über die Möglichkeiten nachdenkt, die seine soeben geäußerte Vermutung beinhalten.

"Aye, da is' Pech drauf, Pech hält dicht, das wohl!" bestätigt Ingalf. "Also is' da was drin, was man nicht sieht, was aber rauskommt, wenn die Tür nicht dicht wäre. Und man erwischt es, wenn man in dem Raum ist, das wohl, das wohl, das wohl!"

Edric wollte dem Elf folgen, aber Ingalf kam ihm durch das Schließen der Tür zuvor. "Wollen wir ihn alleine da drin lassen? Was, wenn er es nicht mehr schafft, die Tür zu öffnen?" fragt er seine Gefährten.

"Du kannst die Tür ja kurz aufmachen und nachsehen!" schlägt der Thorwaler vor. "Allerdings gehe ich dann 'n Stück zurück, das wohl!"

Bevor Edric reagieren kann, kommt Cadruel auch schon wieder heraus. Der Hirte atmete erleichtert auf.

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Cadruel schnippt mit den Fingern während er "Flim Flam Funkel" spricht.

Magisches Licht erscheint, aber *Argh* etwas anderes stimmt nicht. Cadruel hat das Gefühl zu ertrinken, als er die Luft des Raumes einatmet. Er weiß, dass ihm der Zauber In See und Fluss auf Meeresgrund ermöglicht, unter Wasser zu atmen, und zwar nur unter Wasser. Die Luft hier ist definitiv kein Wasser.

Instinktiv bricht Cadruel den Zauber ab. Keuchend bleibt er stehen. Das war knapp.

Als der Elf den Raum wieder verlassen, und die Tür hinter sich geschlossen hat, fängt er an zu reden: "Es ist keine Verwandlung, auch ich kam nicht durch."

'Verwandlung? Was für eine Verwandlung?' schießt es Edric durch den Kopf, bevor der Magier sinngemäß dieselbe frage stellt.

"Erklär' das bitte." fordert ihn Isinha - freundlicher als sonst - auf.

Tief schaut er in die seltsamen Augen des Magiers, dann erwidert er: "Ich richtete mein Mandra darauf, auch im Element der Fische atmen zu können. Wäre es ein Zauber gewesen, der den Stoff den wir atmen verwandelt, wäre ich hindurch gekommen."

"Hmm, lass mich das für die anderen übersetzen." schlussfolgert Isinha. "Du hast also versucht, über einen Zauber Wasseratmung zu bekommen. Aber atmen konntest Du nicht. Also ist es kein Wasser, das den Raum füllt. Gut. Aber was ist es dann?" Die Frage ist offensichtlich rein rhetorisch. "Es muss aber einen Weg hindurch geben, und wenn es gilt die Luft anzuhalten." meint der Magier nachdenklich. "Was kann es sein, das uns daran hindert, den Raum gefahrlos zu betreten, das die Borbaradianer nicht haben - oder umgekehrt, braucht man etwas, um nicht in die Falle zu tappen?" sinniert er laut.

"Irgendeine Form von Einweihung?" fragt Edric. "Oder einfach nur das Wissen, den Raum möglichst schnell und ohne zu atmen zu durchqueren?"

Isinha lächelt dem Hirten aufgrund des berechtigten Einwands zu. "Das glaube ich eher nicht. Denn auf nicht atmen kommt man leicht. Schwierig könnte es sein, wenn - was ich nach dem Erlebnis vermute - die Falle sich auch dadurch auszeichnet, dass sie aktiv in Mund und Nase eindringt, auch ohne dass man die Luft einzieht. Dann hilft es auch nicht, den Raum wieder zu verlassen …"

"Bei Swafnir, ich war drin und habe den Raum wieder verlassen und es wurde besser!" kontert Ingalf.

"Vielleicht ist das ja genau der Hintergedanke, dass man denken soll, es muss ganz kompliziert sein, dabei …" Edric bricht ab, bemerkt er doch gerade, wie sich in seinem Kopf ein Knoten zu bilden scheint.

Der Magier zuckt mit den Schultern. "Also gut. Ich versuche es noch mal." Er atmet tief durch: "Falls ich in einer Minute nicht zurück bin, kommt mich holen!" bittet er. Dann holt Isinha ein letztes Mal tief Luft, ehe er selbige anhält, die Tür aufreißt und den Raum betritt. Er geht davon aus, dass Ingalf die Tür hinter ihm schließt.

Was Ingalf auch macht.

Unmittelbar darauf lässt er den Stab erlöschen, schließlich sollte die Tür ihnen ja vermitteln, hier müsse es dunkel sein …

Für den Moment spürt Isinha nichts.

Irgend etwas ist anders. So begibt sich der Magier unverzüglich zu dem Drachen-Relief, das ihn von Anfang an fasziniert hat, und will es betasten, Bereits nach kurzer Zeit steigt Panik in Isinha hoch. Reflexartig stößt er den angehaltenen Atem aus und holt danach unwillkürlich tief Luft und bewegt sich wieder in die Richtung, in der er die Tür zum Gang vermutet.

Aber warum eigentlich? Die Luft lässt sich doch problemlos atmen.

Verwundert bleibt Isinha stehen und zieht prüfend noch 2 Atemzüge ein, ehe er wieder den Raum verlässt, um - wie angekündigt - sich zurück zu melden. Als die Tür hinter ihm geschlossen ist, teilt er den Gefährten seine Erkenntnis mit: "Im Dunkeln ist es gar kein Problem, man kann ganz normal atmen. Also kann es das Licht sein, das dort die Falle zuschnappen lässt. Ich prüfe meine Theorie. Wartet hier."

Spöttisch verzieht der Elf den Mund.

"Hätte mich der, der sein Mandra aus Büchern hat zu Ende reden lassen, hätte ich es ihm sagen können."

Eine Reaktion des Magiers bleibt dem Elfen erspart, da dieser bereits wieder in den Raum zurückgekehrt und Ingalf die Tür hinter ihm geschlossen hat.

Mit nachdenklicher Miene hört sich Rovena die Erkenntnisse ihrer Gefährten an. 'Also muss in dem Raum Dunkelheit herrschen, sonst kann man sich dort nicht aufhalten' fasst sie für sich zusammen und starrt die pechschwarze Tür an. Und wenn sie versucht, in dem Raum mit Katzenaugen zu sehen? Das müsste doch gehen, nur darf niemand Licht machen … abwartend steht sie da und wartet auf Isinhas Rückkehr.

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Tatsächlich lässt sich im dunklen Raum problemlos atmen. Nur man sieht nichts.

So lässt der Magier den Stab sein warmes Licht verbreiten.

*Argh* Wieder dieses Gefühl, dass ein immer zäher werdendes Fluid in alle Körperöffnungen eindringen will!

Sofort verwandelt Isinha den Stab zurück und es herrscht wieder Dunkelheit. Bevor er den Raum verlässt, wartet er ab, ob sich das Gefühl auch tatsächlich legt.

Es braucht ein paar Atemzüge, bis Isinha wieder genug Luft kriegt. Das war knapp!

"Also gut. Dann soll es so sein!" sagt der Magier zu sich selbst, um sich wieder zu beruhigen und die Atmung unter Kontrolle zu bringen. "Dann eben im Dunkeln." Die Eingebung, doch zu wirken, in der er zumindest Schemenhaft sehen kann, verwirft er rasch wieder, da dadurch die Umgebung selbst auch nicht heller wird …

So macht er sich daran, das Drachenrelief vorsichtig abzutasten.

Und das braucht Zeit, mehr als eine Minute.

Das Relief ist wirklich sehr fein und detailreich gearbeitet. Es scheint aus Stein zu sein.

Isinha fühlt weiter, die Ränder, die Verankerung. Sobald alles abgetastet ist und sich in seinem Kopf das vorhin kurz gesehene Bild mit dem Gefühlten in Einklang gebracht hat, versucht er, ob markante Punkte wie die Augen zu drücken oder hervorstehende Hörner und Schuppen beweglich sind.

Auf der Relieffläche findet Isinha nichts bewegliches, aber das ganze Relief scheint in die Wand eingelassen zu sein. Es gibt eine umlaufende Kante. Und rechts am Reliefrand ist etwas, was wie eine eingelassene Griffschale wirkt.

Die Zeit hat er völlig vergessen.

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Ingalf wird mit der Zeit ungeduldig und hämmert mit der Faust gegen Tür. "Bist Du noch da?"

"Ja, natürlich!" Die Stimme des Magiers klingt leise und dumpf.

So wie man eben durch eine geschlossene Tür hört.

Erleichtert atmet Ingalf aus. "Er lebt noch und kann uns hören, sehr gut, das wohl!"

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Fasziniert versucht der Magier, die gesamte Reliefscheibe zuerst nach links, dann nach rechts zu drehen.

Es ist viel einfacher, wie Isinha nach kurzem Probieren feststellt: Einfach ziehen! Das Relief lässt sich in den Raum hinein schwenken.

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Rasch schließt er die "Tür" wieder und begibt sich zu seinen Gefährten in den Gang und berichtet dort von seiner Entdeckung.

"Und was ist dahinter?" fragt Edric neugierig.

"Das weiß ich noch nicht. Ich habe es nicht weit genug geöffnet, damit der Effekt sich nicht darauf ausdehnt." Isinha geht davon aus, dass die anderen seine Erklärung verstehen. "Aber es könnte groß genug für einen Gang oder einen Durchlass sein. Und angesprungen oder angeknurrt hat mich auch nichts." beschließt er mit einem unternehmungslustigen Lächeln. "Wollen wir …?"

"Aye! Deswegen sind wir hier!" Ingalf nickt und löscht sein Licht. "Jetzt führe uns, das wohl!"

Als die Helden plötzlich im Dunkeln stehen, wird es Edric mulmig. Er hat sich zwar noch nie grundsätzlich unwohl in Häusern gefühlt, aber für seinen Geschmack sind sie schon viel zu lange in diese Haus unterwegs, und die Dunkelheit macht es nicht unbedingt besser.

Eine schmale Hand tastet nach Isinhas Umhang. "Haltet euch aneinander fest", sagt Rovena leise und kämpft mit ihrem Bedürfnis, in der Dunkelheit etwas erkennen zu können.

"Ganz ruhig. Nichts kann euch passieren." klingt die sonore Stimme des Magiers durch die Dunkelheit. Er selbst hat Ingalf die Hand auf die Schulter gelegt. "Sobald die Tür offen ist, sollten wir so schnell wie möglich hindurch. Ingalf, Du schließt das Relief hinter uns wieder, dann mache ich Licht." beschreibt Isinha das weitere Vorgehen.

"Aye, mach' ich!"

Vorsichtig führt Isinha die Gruppe durch die Dunkelheit zum Drachenrelief und öffnet es. Die Öffnung beginnt in Hüft- und endet in Hüfthöhe. Sie misst an der breitesten Stelle anderthalb Schritt.

Isinha tastet rasch das Innere, insbesondere den Boden, mit dem Stab ab, um einzuschätzen, ob sich ein Gang oder eine Treppe anschließt.

Hinter der Wand ist etwas montiert, was Isinha schnell als heraus schwenkbare kurze Holztreppe identifiziert. Der Magier schwenkt sie heraus. Auf der anderen Seite sind auch einige Stufen, dann kommt Boden.

Anschließend steigt er hindurch und hilft dann tastend seinen Gefährten, damit die Luke nicht zu lange offen bleibt.

Der Thorwaler tastet sich im Dunkeln erst an Isinha und dann an der Gangwand entlang.

Einer nach dem anderen steigen die anderen hindurch.

Vorsichtig klettert die Hexe durch die Öffnung und über die Stufen auf den Boden.

Als schließlich die Leiter wieder eingeklappt und die Luke geschlossen ist, lässt Isinha das Licht des Zauberstabs wieder aufflammen und hofft, dass sie hier vor der Falle geschützt sind.

"Mann, vorsichtig, das ist so hell!"

"So soll es auch sein." erwidert der Magier. "Und da ist hier." fügt er grinsend hinzu.

Das Licht der Fackel erleuchtet eine weit in die Tiefe führende Steintreppe.

"Da sind wir also." konstatiert Isinha, als er keine Atembeschwerden bekommt und steigt die Treppe herab.

"Meinst Du?" Skeptisch folgt Rovena dem Magier die Stufen hinab, ein Hand halt suchend und tastend an der Wand entlang.

"Wie da?" fragt Ingalf erstaunt. "Woher weißt Du wo wir sind?"

Edric atmet auf, dass sie jetzt wieder gefahrlos im Licht unterwegs sein können, und folgt dem Magier.