Die Treppe führt steil in die Tiefe, erhellt von Isinhas Zauberstabfackel.

Nach ungezählten Stufen, macht die Treppe eine scharfe Wendung nach rechts. Dann endet sie in einem kleinen Raum. Zwei steinerne Krieger stehen vor der Ostwand. In der Nordwand ist eine Öffnung. Um dorthin zu kommen, muss man an den Steinkriegern vorbeigehen.

Isinha tut dies, ohne weiter darüber nachzudenken. Schließlich sind es nur Steinkrieger.

Ingalf folgt ihm, allerdings geht er eng an der Westwand entlang.

Edric weicht seinem Freund nicht von der Seite.

Cadruel folgt kampfbereit.

Hinter der Öffnung ist ein Raum, ein riesiger Raum. Isinha betritt ihn in der südwestlichen Ecke. Der Raum ist mehr als drei Männer hoch und erstreckt sich geradeaus und nach rechts weiter als Isinhas Lichtschein reicht. In zwei Schritt Abstand von den Wänden stehen Säulenreihen. Hinter den Säulen erhebt sich eine mannshohe Mauer. Hinter der Mauer muss etwas sein, das gleichmäßig leuchtet.

Der Thorwaler, der Isinha gefolgt ist, versucht auf Zehenspitzen über die Mauer zu schauen.

Die Mauer umfasst in der Halle einen inneren Bereich von 10 Schritt Breite und sechzehn Schritt Länge. Auf Ingalfs Seite liegt ein strahlender Stein in einer Schale auf einem Postament. Das Licht dieses Steins erhellt den gesamten Innenraum. Von Ingalf aus hinter dem Postament, also genau in der Mitte des inneren Bereiches stehen drei muskelbepackte, halbnackte Menschen mit dem Rücken zu Ingalf. Ihre Hände sind nicht sichtbar, und sie bewegen sich nicht. Links und rechts von den Menschen ist in der Mauer jeweils ein Durchgang.

Auf der hinteren Seite des Innenraums ist ein gläsernes Standbild zu sehen. Die Figur sitzt auf einem flachen, zwei Handbreit hohen Sockel und stellt einen feisten, nackten Mann mit tierhaften Gesichtszügen dar, dem neun Hörner aus dem Schädel ragen, das Innere der Glasfigur flimmert, so als sei sie mit heißer Luft gefüllt.

Ingalf hält den Zeigefinger der einen Hand vor den Mund und zeigt mit anderen Hand drei.

Isinha erwidert mit einem fragenden Blick und deutet mit dem - zurückverwandelten - Stab an, jemandem auf den Kopf zu schlagen.

Ingalf nickt. "Wir schleichen uns ran und dann gibt's Haue, das wohl!" flüstert er dem Magier ins Ohr. Dann fällt ihm auf, dass er keinen Durchgang in der Mauer gesehen hat und schaut noch einmal - dieses Mal genauer über die Mauer.

In den beiden Längsmauern sind rechts und links der drei Männer Durchgänge.

Ingalf deutet auf Edric und sich und den linken Durchgang und auf Isinha und den Elfen und den rechten Durchgang. Rovena kann ihnen mit den Hexenzaubern den Fluchtweg freihalten - wenn das nötig wird. Es sind ja nur drei.

Fragend schaut er die anderen an, ob sie einverstanden sind.

Cadruel nickt.

Edric greift seinen Dreizack demonstrativ fester an und macht sich bereit. 'Hoffentlich erleben wir keine böse Überraschung …'

Auch der Magier nickt, nachdem er in seinem Fundus magischer Angriffe "gekramt" hat und sich - mal wieder - für einen entschieden hat.

Als Ingalfs Blick sich mit Rovenas kreuzt, verengt sie die Augen und zieht die Augenbrauen hoch. Sie stellt sich auf die Zehenspitzen, um selber einen Eindruck von den Vorgängen hinter der Mauer zu bekommen.

Was sie sieht, lässt sie erbleichen. Nicht die drei Muskelmänner beunruhigen sie, sondern diese Figur, die einen Dämon darzustellen scheint, und besonders das Flimmern in dieser vermeintlichen Glasfigur macht ihr Sorge.

Sie wendet sich an Isinha und nähert ihren Mund seinem Ohr. "Die größte Gefahr ist dieses Standbild", raunt sie ihm zu. "Sie bewacht den Stein … was soll ich tun?"

Der Magier zuckt mit den Schultern. "Das solltest Du selbst entscheiden, wenn die Zeit gekommen ist." wispert er zurück. "Und dann kümmern wir uns um die Statue." fügt er ebenso leise hinzu. Dann macht er Ingalf ein Zeichen und begibt sich zu der hinteren Öffnung in der Mauer.

Und lässt so eine ratlose junge Frau stehen, die noch nicht einmal weiß, zu welchem der beiden seitlichen Durchgänge sie gehen soll … sie muss ihren Gefährten gegen den Dämon helfen, der, wie sie glaubt, in der Glasfigur wartet, um über sie herzufallen. Rohezal war jedenfalls von dem Radau ihres Stabes beeindruckt, und Rovena ist fest entschlossen, mit ihm dieser Kreatur das Dasein schwer zu machen. Sie stellt sich wieder auf die Zehenspitzen, um zu beobachten, was ihren Gefährten bei ihrem Vorhaben begegnen wird.

Dann wirft er seinerseits einen Blick zu Cadruel, ob dieser bereit ist.

Er sieht seine Reaktion.

Ingalf schleicht sich zur anderen Seite und wartet, dass er im gegenüberliegenden Eingang den Magier oder den Elfen erkennt, dann wird er los stürmen und den ersten der Männer mit der Orknase attackieren.

Die Männer stehen alle auf Schwerter gestützt da, das sehen Ingalf und Isinha, als sie herangestürmt kommen. Die Angreifenden sind so schnell, dass von den Kriegern keine Reaktion kommt. Aber was ist das? Ingalfs Orknase trifft, und der Mensch fällt um, ohne seine Haltung zu verändern.

Ingalf hat eine Wachsfigur angegriffen, eine sehr lebensechte.

Edric, der hinter Ingalf heranstürmte, bremst irritiert ab und bleibt verwirrt stehen. "Hä? Wer macht denn sowas?"

Isinha tut es ihm gleich und lässt als erstes den auf den ihm am nächsten stehenden Mann los, um ihm danach mit seinem Zauberstab als schlagendes Argument zu Leibe zu rücken.

Isinhas gelingt nicht, was aber auch nicht verwunderlich ist. Sein Stab erzeugt eine Delle in der Wachsfigur.

Der Elf kann sich ein leichte Grinsen nicht verkneifen.

Über das Ergebnis der beiden Angriffe muss Ingalf laut lachen. "Nee, die haben uns aber ganz schön in die Irre geführt, das wohl!" prustet er heraus. "Rovena, komm zu uns, hier is' nur diese blöde Figur!"

Die schaut sich der Thorwaler dann mal aus der Nähe an.

Die Hexe lässt sich nicht lange bitten und beeilt sich, zu ihren Gefährten zu gelangen. Vom rechten Durchgang aus beobachtet sie misstrauisch die Glasfigur mit dem flimmernden Innenleben, den Stab wurfbereit in der Hand. Surnia hält sich angespannt auf ihrer Schulter.

"Sei leise!" bittet die junge Frau den Thorwaler inständig.

"Wieso?" fragt Ingalf. "Was soll uns der Glasgötze schon tun?"

Er geht auf die Figur zu, verhält aber plötzlich.

"Könnte es das Artefakt sein, das uns Rohezal als unser Ziel beschrieben hat?" fragt Isinha. "Er sagte doch, wir sollen es um jeden Preis zerstören!"

Auch als Isinha sich der Statue nähert, bleibt er nachdenklich stehen.

Edric interessiert sich mehr für die Wachsfiguren und beginnt, sie zu untersuchen. Könnte es sich bei ihnen um "verwachste" Menschen handeln? Dann müsste die Kleidung entsprechende Gebrauchsspuren und ihre Taschen den einen oder anderen Gegenstand enthalten.

Soweit er feststellen kann, sind das einfach perfekte Wachsfiguren. Sogar die Schwerter sind aus Wachs.

Edric wundert sich, warum hier so perfekte Wachsfiguren stehen, und schaut sich erst noch einmal im Raum um, ob es eine Erklärung für die Wachsfiguren geben könnte. Könnten die Figuren einen Alarm ausgelöst haben? Lässt sich irgendwo eine Schnur oder ähnliches finden, an den Figuren oder im Raum? Nach so vielen magischen Hindernissen hier Wachsfiguren vorzufinden, das ergibt für ihn keinen Sinn.

Edric findet nichts, was bei der Erklärung der Wachsfiguren hilft. Währenddessen nähern sich auch Cadruel und Rovena dem Glasgötzen.

Isinha, der zunächst kurz innegehalten und für die anderen sichtlich in sich hinein gelauscht hat, schüttelt nur den Kopf, fast so als wolle er ihn wieder frei bekommen. Dann tut er, was er bereits von Anfang an wollte: Er holt über Kopf kräftig aus und lässt den unzerbrechlichen Stab direkt auf die Stirn der gläsernen Statue krachen.

Rovena ist stark in Versuchung, der Verlockung zu erliegen, sicher wären doch diese Sprüche in ihrem eigenen Interesse im Kampf gegen die Hexenjäger sehr nützlich. Doch zu welchem Preis? Sie legt bebend ihre Hand auf Isinhas Arm und sucht seinen Blick …

Noch im Ausholen wendet der Magier sich Rovena zu. In seinen Augen liest sie Gewissheit und vollständige Selbstkontrolle. Er weiß offensichtlich genau, was er da tut.

Und da die junge Frau ihn nicht daran hindern kann, muss sie tatenlos zusehen, wie er die Figur zerstört.

Isinha krümmt sich zusammen. Er hat das Gefühl von einem Keulenschlag getroffen zu werden.

Als der Magier zuschlägt erwacht Ingalf aus seiner Starre. Er holt mit der Orknase aus und beginnt ebenfalls auf die Glasfigur einzuschlagen. "Nee, Du blöder Glasheini, nich' mit mir, das wohl!"

Die Statue zerspringt, und das Flimmern hört auf. Isinha bricht zusammen.

Als Cadruel sich nähert ist auch schon alles vorbei.

Durch Isinhas Aktion bemerkt Edric erst, dass er sich als einziger um die Wachsfiguren gekümmert hat. Er braucht einen Moment, um die Lage zu erfassen, da bittet ihn Ingalf schon, ihm zu helfen.

"Hey, was is' los?" fragt Ingalf als er den Magier - für ihn ohne erkennbaren Grund - zusammenbrechen sieht.

Von Isinha kommt keine Antwort.

Der Thorwaler kniet neben Isinha nieder und hört auf seinen Atem.

Isinha atmet flach. Seine Augen sind geschlossen.

"Puh, er lebt!" informiert Ingalf. "Den hat es aber ganz schön umgehauen, das wohl! Komm Edric, hilf mir ihn hier raus zu bringen."

Er steckt seine Orknase in den Gürtel und mit Hilfe seines Freundes hebt er den Magier hoch.

Isinha hängt schlaff im Griff der beiden Gefährten und rührt sich nicht. Er ist offenbar noch immer bewusstlos.

"Sag mal, Rovena, hast Du das auch gespürt?" fragt er die Hexe. "Ob das unsere Ziel war? Das Ding kaputt zu hauen? Wenn ja, dann sind die anderen sicher ziemlich mies drauf und, bei Swafnir, wir sollten schleunigst Land gewinnen!"

"Ja", kommt gepresst ihre Antwort. "Ich habe es sehr wohl gespürt … und es ist gut, dass ihr sie zerstört habt." Sie schaut besorgt den bewusstlosen Magier an und sagt leise: "Hoffentlich erholt er sich wieder … wartet noch!" Ihre Neugierde hält sie jedoch davon ab, diesen Raum fluchtartig zu verlassen; sie geht auf den strahlenden Stein in der Schale auf dem Postament zu, um ihn sich genauer anzusehen.

Der Stein spendet weiterhin Licht, aber er sendet keine Wärme aus.

Rovena kann es nicht lassen, ihre Hand darauf zu legen.

Er ist handwarm.

Sie nimmt ihn aus der Schale.

"'Türlich wird der wieder. Unkraut vergeht nicht, das wohl!" antwortet Ingalf. "Ob wir vielleicht ein paar Splitter der Figur mit zu Rohezal nehmen sollten?"

"Nordmann, ein Weiser meiner Sippe sagte mal: Bringe nicht den Verderber zu den Heilern, Du kannst die Niederhöllen nicht mit dem Dreizehngehörnten bekämpfen."

"Papperlapapp, Schnickschnack!" antwortet Ingalf, der sich im Moment mehr Sorgen um den bewusstlosen Magier macht.

"Das ist vielleicht keine schlechte Idee", meint Rovena, die sich mit dem leuchtenden Stein in der Hand zu ihm umdreht. "Ich suche ein paar zusammen." Sprichts und sammelt ein paar der größeren Stücke der zerschlagenen Figur auf.

"Nun aber schnell raus hier", sagt sie und wendet sich dem Weg zu, den sie hierher eingeschlagen hatten.

"Aye!" Ingalf trägt mit Edrics Hilfe den Magier zurück bis vor das Drachenbild. "Jetzt wird's dunkel!"

Edric ist froh, Ingalf helfen zu können, Isinha zu tragen. Das gibt ihm mehr Sicherheit in der Dunkelheit. 'Sollte das schon unsere gesamte Aufgabe hier gewesen sein?' fragt er sich. Es kommt ihm zu einfach vor.

Ingalf löscht seine Lampe. Isinhas Fackel ist schon erloschen, als er bewusstlos wurde.

Mit den Fußspitzen tastet sich der Thorwaler durch den Raum. Als er vor der Innenseite der schwarzen Tür steht, bittet er Rovena diese zu öffnen. Er möchte Isinha ungern in diesem Raum ablegen.

Die junge Frau, die sich beim Durchqueren des dunklen Raumes an der Kleidung des Thorwalers festgehalten hat, kommt seiner Bitte nach und öffnet die Tür.

Cadruel folgt den Geräuschen.

"Nimmst Du bitte die Lampe", fordert er die Hexe auf nachdem sie alle im Gang sind. Ingalf hofft, dass sie genauso ungesehen aus dem Keller kommen, wie sie herein gekommen sind.

Auch das tut Rovena ohne Worte zu verlieren und leuchtet der Gruppe auf dem Weg hinaus.

Ohne großen Schwierigkeiten kommt die Gruppe nach oben ans Ende der Wendeltreppe. Wenn Isinha sich nicht wie ein Mehlsack anfühlen würde, wäre alles viel einfacher.

"Edric nimm Du die Beine!" fordert Ingalf seinen Freund auf.

Was Edric auch macht.

Er selbst greift Isinha von hinten unter die Achseln und geht langsam rückwärts die Treppe hinauf.

Wo lang jetzt? Es gibt den unbekannten Gang Richtung Süden und die Tür zum Schlachthaus gleich rechts.

Da der Weg durchs Schlachthaus bekannt ist und da in nicht allzu großer Entfernung auch der Ausgang aus der Abtei liegt, wählt Ingalf diesen Weg.

Rovena hat gegen den eingeschlagenen Weg nichts einzuwenden, denn sollten sie an der Seitenpforte herauskommen, könnte sich dies als Sackgasse herausstellen, war die Tür doch verschlossen.

Hier hat sich nichts geändert.

Der bisher eher gewohnt stille Elf wendet sich zu Wort: "Ich glaube nicht, dass wir hier fertig sind, ich denke, wir sollten das Verderben hierlassen. Das Heil soll Dere halten, das Unheil soll hier bleiben. Auch kann das nicht alles gewesen sein, die Helfer der Verderbers sind noch hier, sie leben noch, und können agieren. ICH bleibe hier, und Du," Cadruel schaut Ingalf direkt an, "bist sowieso an das Schicksal gebunden, Dein Weg ist das Schwert durch die Fluten des Weltenverderbers. Zusammen greifen wir ihn an, zusammen gehen wir ins Licht."

"Ach, Quatsch, wenn mein Weg mein Weg sein soll, dann ist das, bei Swafnir, der Weg der Axt, merk' Dir das!" antwortet Ingalf. "Und solange Isinha hier so schlaff rumhängt, werde ich erst meinen Freund und dann Dere in Sicherheit bringen. Wir gehen!"

Der Elf stellt sich dem Nordmann in den Weg. "Lass mich mein Mandra auf den Schriftenleser werfen."

"Wirf was Du willst, wenn wir draußen sind!" antwortet Ingalf knapp. "Wir haben nicht den Auftrag hier alle Leute umzubringen, also gehen wir, wenn Du alleine bleiben willst, dann bleib, das wohl!"

Mit starrer Miene folgt der Elf.

"Meinst ihr wirklich, dass das schon alles war?", fragt Edric. "Das kommt mir ein wenig zu einfach vor."

"Wir sind noch nicht wieder zu Hause, das wohl!" unkt Ingalf.

Rovena schaut die beiden kurz an und erwidert leise: "Beschwört nichts herauf! Danke lieber euren Göttern, dass bisher nur einer von uns zu Schaden gekommen ist!" An Leib oder auch Seele … sie weiß noch nicht, was Isinha wirklich zugestoßen ist, die dämonische Verlockung war allein schon gefährlich genug.

Bevor die Gruppe über den offenen Hof geht, bittet Ingalf die Hexe sich kurz einmal umzuschauen, ob der Weg zum Tor frei ist.

Rovena nickt und späht zuerst prüfend in den Hof hinaus, bevor sie diesen betritt.

Als Hexe auf den Hof schaut, sieht sie viele Bedienstete wild umher wuseln. Alle scheinen aufgeregt zu sein, reden miteinander.

Vorsicht sich bedeckt haltend versucht sie zu hören, was die Leute so in Aufregung versetzt. Sie hat den Verdacht, dass sich die Ankunft Vestors und seiner Begleiter angekündigt hat.

Nein, es ist etwas anderes. Anscheinend ist bei den Adepten etwas passiert. Sie sind alle bewusstlos. Wie unheimlich!

Rovena horcht überrascht auf. 'Wie seltsam!' und denkt dabei auch an Isinha. 'Aber das könnte unser Glück sein!' Sie kehrt zu ihren Gefährten zurück. "Schnell! Auch wenn der Hofstaat in Aufruhr ist, ich glaube, das ist die Gelegenheit, das Kloster zu verlassen. Die Adepten des Zirkels sind alle bewusstlos!"

Sie vergewissert sich, dass alle ihr folgen und schreitet selbstsicher und voll aufgesetzter Entrüstung auf den Hof hinaus.

Ingalf setzt sein grimmigstes Gesicht auf und folgt mit Edric und dem getragenen Magier der Herrin.

Als die Gruppe den Hof betritt verstummen alle Gespräche, und alle Augen wenden sich den fünf Ankömmlingen (davon vier auf eigenen Beinen) zu.

'Los, Rovena, schreie sie an! Schimpf mit ihnen!' fleht der Thorwaler während er unbeirrt Richtung Ausgang strebt.

"Macht den Weg frei, und steht nicht unnütz herum!" herrscht die Hexe die Gaffer giftig an. Surnia schlägt dabei drohend mit den Flügeln, während ihre Meisterin zielstrebig auf das Tor zu geht. "Zustände sind das hier … ihr habt besseres zu tun als hier Maulaffen feil zu halten!" Sie fuchtelt energisch mit ihrem Stab herum, wie um sich den Weg frei zu räumen.

'Bei Swafnir, manchmal glaube ich sie kann Gedanken lesen, das wohl, das wohl, das wohl!' denkt Ingalf mit einem innerlichen Grinsen.

Widerstrebend machen die Bediensteten den Weg frei. Rovena hat das Gefühl, dass sie das zu einem Gutteil Surnia zu verdanken hat.

Diese Gefühle der innigsten Dankbarkeit sendet die Hexe ihrer Vertrauten, die daraufhin zur Demonstration stolz und selbstbewusst ihren scharfen Schnabel aufreißt.

Edric trägt mit versteinert wirkendem Gesicht Isinhas Beine. Seine innere Anspannung entspricht der äußeren Anstrengung.

Durch den Gang hindurch auf das Tor zu setzt sie zügig ihre Schritte und drückt, am Tor angekommen, den von ihr aus linken Flügel auf; ihre Gefährten lässt sie ihr voraus die Abtei verlassen. Dabei wickelt sie unauffällig ein Haar um ihren Finger und verknotet es, um es bei Bedarf hinter sich werfen zu können.

Eine vierspännige Kutsche taucht in diesem Moment am Rand der Hochebene auf.

"Entweder wir sollten sehen, dass wir hier wegkommen, oder wir müssen uns auf eine Begegnung einstellen …" spricht Edric das Offensichtliche aus.

"Verdammt! Wir müssen schnell hier weg und von der Straße runter, das wohl!" meint Ingalf uns schaut sich nach einem Versteck um.

Auf der nackten Hochebene gibt es keinen Platz zum Verstecken.

"Wenn wir unseren Plan erfüllen wollen, müssen wir hier bleiben." Ist die kurze Entgegnung des Elfen.

"Ich hab' Dir doch schon mal gesagt, dass mir Dein Plan egal ist, das wohl!" antwortet Ingalf und sucht weiter nach einem Versteck - solange der Magier bewusstlos ist, ist es am wichtigsten diesen in Sicherheit zu bringen.

Edric ist zwar nicht davon überzeugt, dass sie hier wirklich schon fertig sein sollten, aber die gegenwärtige Situation ist nicht wirklich zum Diskutieren geeignet. Er hilft Ingalf, Isinha in Sicherheit zu bringen.

Cadruel legt seine rechte Hand auf die Stirn des Magiers und spricht: "Balsam Salabunde."

Der Zauber verpufft wirkungslos. Isinha hat offensichtlich keinen körperlichen Schaden.

"Wir wissen ja noch nicht einmal, was dein Plan ist …", wirft Rovena vorwurfsvoll und leicht erzürnt ein. "Unsere Aufgabe, die Rohezal uns gestellt hat, ist mit der Zerstörung des Artefakt erfüllt! Wir sollten zusehen, dass wir unsere Haut retten, also bringt Isinha hier weg, sucht den Drachen! Ich versuche, euch den Rückzug zu decken! Ich kann mich alleine in Sicherheit bringen, denn ich kann mich auf mein Fluggerät schwingen und fliegend die Flucht ergreifen! Ihr nicht!"

Sie macht sich an dem anderen Flügel des Tores zu schaffen, um der Kutsche ungehinderte Einfahrt in die Abtei zu ermöglichen, damit die Schwarzmagier nicht sofort misstrauisch und auf sie aufmerksam werden.

Der Elf macht nicht den Eindruck Rovena zu verlassen. Kurz schaut er sie an. "Mein Plan? Mein Plan ist es den Weltenverderber zu schwächen, dafür müssen wir hier bleiben. Und ich glaube nicht, dass wir schon das richtige Artefakt zerstört haben, wie es der Hüter der Tiere schon sagte, es war zu einfach."

"Du bist wahnsinnig!" zischt die Hexe Cadruel an. "Wir können von Glück reden, dass die Adepten ohnmächtig geworden sind! Oder hast Du die Verlockung nicht verspürt? Jeder von ihnen beherrscht zumindest diese Sprüche!" Sie wendet sich dem Hof zu. "Die Herrschaften kommen!Stellt euch auf!" erhebt sich ihre Stimme und ihr Ruf hallt laut durch den Gang zu den Bediensteten in dem Hof hin.

Wehmütig schweift der Blick Cadruels ins Weite, er senkt den Kopf und flüstert: "Du weißt nicht, was kommen wird, sonst würdest Du mich verstehen."

"Ich weiß, mit was er mich in Versuchung führen wollte", zischt sie zurück. "Das Artefakt war das richtige, mehr als dessen Zerstörung wird nicht von uns verlangt. Weißt du überhaupt, mit wem wir uns anlegen?" wirft sie dem Elf vor, denn die Begegnung mit den beiden Magiern in dem großen Saal hat ihr zu denken gegeben.

Mit hoher Geschwindigkeit prescht die Kutsche heran. Rovenas Ruf verhallt ungehört.

"Rovena, kannst Du die in der Burg aufhalten, das die nich' raus kommen?" fragt Ingalf die Hexe. "Dann könnten wir die Kutsche anhalten und die in der Kutsche bearbeiten, das wohl!

Und mit der Kutsche kommen wir schnell hier weg, solange Isinha nicht wieder auf dem Damm is'!"

Die junge Frau nickt und lässt die herankommende Kutsche nicht aus den Augen. "Ich kann versuchen, dass Tor zu blockieren", antwortet sie entschlossen. "Sag mir, wann ihr soweit seid." Sacht fährt sie über das Haar, das um ihren Finger gewickelt ist, fühlt den kleinen Knoten darin und ist bereit, den Hexenknoten zu wirken.

Ingalf versucht zu erkennen, wie viele Leute in und auf der Kutsche sind.

Auf dem Kutschbock befinden sich der Kutscher und ein weiterer Bediensteter. Da die geschlossene Kutsche direkt auf die Gruppe zukommt, ist kein Blick ins Innere möglich.

Der Elf wirft Ingalf einen zornigen Blick zu: "Du verstehst immer noch nicht, dass wir hier nicht fertig sind!"

"Stimmt!" antwortet Ingalf. "Wir schnappen uns jetzt den Obermotz und seine Kutsche und dann sind wir hier fertig, das wohl!"

Ingalf geht weiter auf die Kutsche zu - so weit, dass er Isinha außerhalb der Schussweite des Klosters ablegen kann. Dann nimmt er seine Orknase, hält sie hinter den Rücken und wartet.

'Na endlich.' denkt Cadruel und spannt sich an.

Ingalf muss Isinha allein in Sicherheit tragen, denn Edric hat seinen Rucksack abgeworfen, kramt sein Seil heraus, drückt das eine Ende dem Elfen in die Hand und eilt mit dem anderen Ende auf die anderen Seite der Straße. Dort bleibt er zunächst unbeteiligt wirkend stehen, um das Seil kurz bevor die Kutsche angekommen ist, auf Oberschenkelhöhe hochzureißen, womit er die Pferde zu Fall zu bringen hofft.

Cadruel weiß zwar nicht was gemeint ist, macht aber instinktiv mit.

Die Kutsche ist auf mittlerweile 30 Schritt vor der Gruppe angekommen. Der Kutscher treibt die Pferde zu höchstem Tempo an. Der zweite Mann ruft etwas, was aber bei dem Donnern der Hufe nicht zu verstehen ist.

Rovena wirkt gleichzeitig ihren Hexenknoten, und so brechen die Pferde zur Seite aus, bevor Edric das Seil hochreißt. Nur mit Mühe kann der Kutscher den Wagen vor dem Umkippen bewahren. Fluchend bringt er die Pferde zum Stehen.

Edric ist überrascht über das Verhalten der Pferde, freut sich aber, dass sie den Tieren nichts tun mussten, um die Kutsche zum Anhalten zu bringen. Mit dem Dreizack in der Hand folgt er Ingalf.

Rovena hat schon das Gespräch mit den Ankömmlingen übernommen.

"Habt ihr den hohen Herrn Vestor in der Kutsche?" fragt Ingalf die Kutscher und versucht auch einen Blick nach innen zu werfen.

Ein gedrungener, breitschultriger Mann mit kahl rasiertem Schädel um die 50 liegt quer auf der hinteren Sitzbank. Er scheint bewusstlos.

Rovena unterdrückt die aufkommende Angst vor den Fähigkeiten dieses Vestors und versucht, die Ruhe zu bewahren. Hoch aufgerichtet steht sie da, die Hand fest an ihrem Stab, bereit ihn zu werfen, wenn der Mann sie nicht zuerst anhören will. Sie legt sich bereits Erklärungen bereit, sollten Fragen gestellt werden.

"Ja", erwidert der Kutscher. "Es geht ihm nicht gut. Er braucht Hilfe! Und was ist nur mit den verdammten Pferden los?"

"Sie werden sich erschreckt haben", antwortet Rovena mehr beiläufig und ohne näher darauf einzugehen, wundert sie sich jedoch, warum die doch wenig intelligenten Pferde und nicht der Kutscher vor dem vermeintlichen Hindernis zurückgeschreckt sind. "Und das war gut so, sonst wäret Ihr ungebremst in den Hof und in eine kopflos herum eilende Gesindeschar hinein geprescht!" rügt sie den Mann vorwurfsvoll. "Was fehlt dem hohen Herrn denn?"

"Wenn wir das wüssten!" ereifert sich der Begleiter des Kutschers. "Hoffentlich können die Adepten helfen."

"Im Moment herrscht in der Abtei ein heilloses Durcheinander, niemand weiß, was geschehen ist oder noch geschehen wird, Atze, der Schlachtersohn, ist wahnsinnig geworden und geht auf jeden mit seinem Beil los", erwidert die Hexe mit erzürnter Stimme, während sie in die Zügel der beiden vorderen Zugpferde greift. "Man hat uns hinausgeschickt, um den hohen Herrn Vestor zu warnen. Einigen der Adepten geht es ebenfalls nicht gut." Sie schüttelt missmutig den Kopf. "Steigt ab und helft mir, nach Seiner Ehrwürden zu sehen", fordert sie den Kutscher und seinen Begleiter auf. "Wir können ihm hier schon helfen, ohne ihn der Gefahr durch den Wahnsinnigen in der Abtei auszusetzen. Wenn er wieder zu sich kommt, wird er alles richten können … wir müssen uns beeilen!" drängt sie.

"Aber Herrin Ihr habt doch alleine die Kraft Herrn Vestor zu helfen, das wohl!" meint Ingalf unterwürfig. "Und ihr beide geht den anderen gegen Atze helfen!" fordert er die beiden Kutscher auf. "Wir unterstützen die Herrin!"

"Aber sicher doch!" erwidert die Hexe dem Thorwaler ohne Zweifel in der Stimme aufkommen zu lassen. Noch bleibt sie ruhig stehen.

Der Kutscher schaut zwischen Ingalf und Rovena verwirrt hin und her. Sein Begleiter wirft ein. "Ich schaue mal nach. Alvin, gibst Du mir den Schlüssel zum kleinen Eingang?"

"Geht doch beide!" wiederholt der Thorwaler. "Die Herrin und wir sind genug um Vestor zu helfen. Helft ihr den anderen. Los!"

"Ich kenne Dich nicht!" knurrt der Kutscher. Er greift aber in seine Jackentasche, zieht einen Schlüssel heraus und reicht ihn seinem Gefährten. "Komm schnell wieder, Borwal!" ruft der Kutscher ihm hinterher.

"Das kann sein, dass Du mich noch nicht kennst, das wohl!" murmelt Ingalf und geht näher an die Kutsche. Als Borwal durch die Tür verschwunden ist, fügt er hinzu: "Dann sollst Du mich kennen lernen!"

Er schwingt sich auf den Bock und versucht den überraschten Kutscher hinunter zustoßen.

Der völlig überraschte Kutscher purzelt vom Bock.

"He!" ruft er "Was soll das!"

Während Ingalf sich den Kutscher vornimmt und ihn ablenkt, ruft Rovena Edric und Cadruel zu: "Nehmt ihn euch vor!"

Sie wird, wenn die beiden ihrem Ruf folgen, eilig zu der Tür der auf der anderen Seite der Kutschenkabine laufen, die sie zu öffnen versucht, um an Vestor zu gelangen. Ihre Hand liegt an ihrem Dolch, bereit, ihn zu ziehen und Vestor in die Kehle zu stoßen …

Der Mann ist offensichtlich bewusstlos.

"Edric, schnell wir müssen die Kutsche wenden und Isinha einladen, das wohl!" versucht Ingalf den Hirten zu sich zu rufen. "Cadruel wird schon alleine mit dem Kutscher fertig."

Der Thorwaler spring wieder vom Bock und mit Hilfe des Hirten versucht er, die Pferde am Zügel zerrend, die Kutsche zu drehen.

Ja, das ist eine Aufgabe, die Edric liegt. Er geht zu dem Pferd auf der anderen Seite als Ingalf, streichelt es am Hals und spricht beruhigend auf es ein, bevor er es am Zügel führen will. Aber Ingalf ist schneller, so dass Edric mehr damit beschäftigt ist, das Pferd ruhig zu halten als es zu führen. Mit Müh und Not gelingt es ihm aber.

Wenn das gelungen ist, wird er Isinha in die Kutsche heben.

'Wenn das kein Erfolg ist, den Götzen zerstört und die Splitter und den Kopf der Bande für Rohezal, das wohl, das wohl!' denkt er fröhlich.

Ohne zu zögern zieht der Elf sein Schwert und sticht zu.

Rovena steigt in die Kutsche und setzt Vestor behutsam die Spitze des Dolchs an die Haut der Kehle. Sollte er sich rühren und bedrohlich werden, bevor ihre Gefährten bei ihr sind, wird sie sofort zustoßen, den Dolch dabei nach schräg oben zum Hinterkopf führen.

Als Ingalf Isinha auf die gegenüberliegende Sitzbank legt, verändert sich dessen Körperspannung und er stöhnt. Auch Vestors Atem verändert sich.

"Hey, Cadruel, kannst Du was zaubern, das der Alte ruhig bleibt?" fragt Ingalf. Dann schaut er besorgt zu Isinha.

Kann der Elf wohl im Moment nicht, da er versucht den Kutscher stumpf zu töten.

'Warum muss er immer übertreiben ...', denkt Ingalf. 'Fesseln hätte auch gereicht oder bewusstlos schlagen, das wohl!'

Der völlig überraschte Kutscher hält sich den Bauch und bricht stöhnend zusammen.

Edric wendet sich ab. Das versteht er nicht. War das wirklich nötig?

Der Hirte kümmert sich lieber um die Pferde. Sind sie noch in der Lage, die Kutsche weiter zu ziehen? Sie waren bestimmt schon lange unterwegs, und die Kutsche war nun nicht gerade gemächlich unterwegs.

Die Pferde sind eindeutig schon länger unterwegs, aber bergab werden sie nicht viel ziehen müssen. Da ist es eher Sache des Kutschers und seines Helfers zu bremsen.

Rovena wartet nicht länger. Vestor ist eine Bedrohung, seine Macht kann die Hexe nicht wirklich einschätzen, sie ist sich jedoch sicher, dass sein Weiterleben für sie keinen wirklichen Vorteil bringt, jedoch ihr und ihren Gefährten durch ihn höchste Gefahr droht.

"Für Sumu, für Satuaria!" stößt sie aus und führt ihr Vorhaben, mit ihrem Dolch das Dasein des Sektenanführers zu beenden, aus.

Ein sauberer Stoß. Jetzt liegt Vestor ganz still da. Und er atmet auch nicht mehr.

Tief atmet Rovena durch. Das hätte sie hinter sich …

Sie schaut nach draußen und sieht Cadruel über den toten Kutscher gebeugt.

Ohne die Augen zu öffnen gibt der Magier erneut einen stöhnenden Laut von sich. Scheinbar versucht er sich zu bewegen, ist aber noch nicht wieder ganz Herr über seinen Körper. Ingalf fühlt sich an das Aufwachen mit einem schweren Kater nach einer "durchfeuerten" Nacht erinnert.

"Keine Angst, bleib' ruhig liegen!" versucht Ingalf den Magier zu beruhigen. "Wir habe es geschafft, das wohl, das wohl!"

Isinha kann den Inhalt der Worte nicht ganz verarbeiten, wälzt sich herum und stemmt sich hoch. "Uhhh." macht er und hält sich den Kopf.

Der Thorwaler hofft, dass es dem Hirten gelingt die Kutsche zu lenken.

Langsam rappelt der Magier sich auf und folgt Ingalf. Dabei stützt er sich anfangs noch stark auf seinen Stab. Als er die Kutsche erreicht, geht er aber schon wieder fast ohne Hilfe.

"Na, wieder klar?" fragt Ingalf, dann läuft es ihn kalt den Rücken runter: "Verdammt, verdammt, verdammt, wenn Du wieder wach wirst, dann werden das die anderen auch, das wohl!

Wir müssen hier weg, so schnell es geht, das wohl!"

"Ja, geht schon wieder." entgegnet Isinha, der erst mal darüber nachdenken muss, welche anderen der Thorwaler meint.

"Bei Swafnir, das ist gut, das wohl!" grinst Ingalf. "Ich hatte mir schon Sorgen gemacht."

Isinha grinst schief. "Ach was, red' doch nicht!" Offenbar ist der Magier schon wieder zum Scherzen aufgelegt. "Wollen wir damit verschwinden?" fragt er mit leicht ungläubigem Unterton. "Wer kann denn von uns das Ding lenken?"

"Besser schlecht gefahren als gut gelaufen, das wohl!" antwortet Ingalf. "Und bis zu Rohezal schleppen wollten wir Dich nich'!"

Cadruel beendet sein Werk endgültig ohne eine Miene zu verziehen.

Als Cadruel hochschaut, sieht er Rovena aus der Kutsche herausschauen.

Er versucht einzusteigen.

"Cadruel, beeil dich!" ruft sie dem Elf zu. "Die Adepten erwachen wieder! Steig auf, wir müssen hier verschwinden!" Hoffentlich ist einer ihrer Gefährten in der Lage, die Kutsche zu lenken …

Auch Edric kommt zur Kutsche, wo er Rovenas Gedanken ausspricht: "Kann jemand das Ding fahren?" Zwar versteht er sich auf Tiere, nicht aber auf von Tieren gezogene Fahrzeuge …

Ingalf schaut erstaunt seinen Freund an, gerade von ihm hätte er jetzt erwartet, dass er mit den Zossen umgehen kann.

Der zuckt nur mit den Schultern. "Hab noch nie auf 'nem Kutschbock gesessen."

Cadruel schwingt sich auf den Bock. Aber lenken wird auch schwierig.

Eine seltsame Situation: Die Helden haben eine Kutsche erobert, aber keiner ist auch nur ansatzweise ein Fahrzeuglenker. Statt auf dem Bock zu sitzen, kann man natürlich auch das Führungspferd am Halter führen, oder Cadruel versucht es einfach.

"Das kann auch nur uns passieren, das wohl!" flucht Ingalf, kann aber ob der Situation ein Lachen nicht unterdrücken. "Wenn keiner die Kutsche lenken kann, dann muss wohl der Thorwaler reiten!"

Gesagt, getan. Ingalf klettert auf das vordere rechte Kutschpferd und greift sich die Zügel der Kutsche. "Hooo!"

Und so schafft es die Gruppe tatsächlich, einigermaßen komfortabel, wenn auch nicht besonders schnell vom Hochplateau herunterzukommen. Der Weg verläuft in weiten Windungen Richtung Norden.

Als sie ein gutes Stück weit gekommen sind, scheint Isinha unbehaglich auf seinem Sitz in der Kutsche hin und her zu rutschen. Immer öfter sieht er aus dem Fenster und betrachtet unruhig die vorbeiziehende Landschaft.

"Was ist?" fragt Edric, dem die plötzliche Unruhe des vor kurzem noch bewusstlosen Gefährten auffällt. "Und was war da unten im Keller los, dass Du wie tot umgefallen bist?"

Zuerst reagiert der Magier gar nicht. Dann meint er, ohne seinen Blick Edric oder einem der anderen Gefährten zuzuwenden, leise: "Ich weiß es nicht. Es war … ach, ich weiß es einfach nicht." Dann verfällt Isinha wieder in stumme Grübelei.

Rovena wirft ihrem Gefährten einen zweifelnden Blick zu. Seine Ohnmacht glich der der anderen Adepten, sein Erwachen erfolgte mit dem ihren … ihre Augen streifen den Toten neben sich, in seinem Hals steckt noch ihr Dolch … sie wendet den Kopf ab und schaut aus dem Fenster der Kutsche, lauscht den Fahrgeräuschen und hofft, dass sie nicht verfolgt werden, jetzt, da auch die anderen Schwarzmagier wieder erwacht sein müssen und ihre Barriere schon längst vergangen ist …

Am Eingang zur Abtei erscheinen Menschen und schauen der Kutsche nach, aber keiner macht Anstalten, sie zu verfolgen.

Edric guckt nacheinander die anderen Gefährten an, ob sie noch etwas zu sagen haben. Dafür, dass sie doch eigentlich gerade einen ziemlich gefährlichen Auftrag in kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen haben - dazu will ihm die gedrückte Stimmung einfach nicht passen.

Erst gelassen, später nervös wartet der Elf neben seinem Pferd.

"Es wird Zeit, weiter zu ziehen, der Weltenverderber wartet nicht auf uns." Er schaut sich in der Gruppe um. "Lasst uns auf unseren vierbeinigen Freunden den Weg in den Norden suchen."